Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
So macht Chemie Spass
Madame Curie und die Kraft zu träumen von Susanna Leonard
Die erste Frau, die den Nobelpreis verliehen bekommen hat, war Marie Curie. Ihre Geschichte erzählt Autorin Susanna Leonard in "Madame Curie und die Kraft zu träumen". Aus Sicht von Marie (als Maria getauft, doch immer nur Mania genannt, bis sie sich bei ihrem Studienbeginn selbst Marie nannte) rückblickend erzählt, beginnt der Roman bei Manias Kindheit in Polen, wo sie unter russischer Besatzung die Schulzeit durchlief.
Ihre Kinderjahre sind wichtig, um Manias späteren Lebensweg zu verstehen. Sie lebte mit ihren Schwestern und Pensionatsschülern bei ihrem Vater, der genau wie die Mutter Lehrer war. Doch die Mutter war krank und kurz nachdem Manias Schwester Sofia starb, mussten sie auch die Mutter zu Grabe tragen, sie starb an Tuberkulose.
Mania Sklodowski war neugierig wie diese Krankheiten entstehen und was sie auslösen. Sie wollte verstehen - ein wissbegieriges Kind, gewohnt zu lernen, immer Klassenbeste, obwohl jünger als ihre Klassengspänli. Somit wurde der Grundstein für ihre Zukunft gelegt.
Bildlich und sehr lebendig erzählt die Autorin von Kutschenfahrten im Schnee, sorglose Sommeraufenthalte auf dem Land, Szenen aus der Schulstube, die erste Liebe - und vieles mehr. Man kann sich alles perfekt vorstellen, auch die späteren Verbrennungen an Oberschenkel und den Fingern beim Erforschen der Radioaktivität und das Entdecken und Benennen der chemischen Elemente Polonium und Radium.
Susanne Leonard schildert eine faszinierende Persönlichkeit, die sozial, aber auch ehrgeizig war. Im Gegensatz zu ihrem Mann Pierre Curie, dem Preise und Statusgehabe, wie sie andere Wissenschaftler gerne an den Tag gelegt haben, nicht sehr wichtig waren und der gerne teilte.
Der Roman fesselte mich durch die lebhaften Beschreibungen, auch mochte ich die rückblickende Erzählweise, wenn Marie bei einigen Gelegenheiten Bekannten von früher erzählte und damit ihren Zuhörerinnen Mut machte, ihre Träume nicht aufzugeben.
Chemie und Physik fand ich zu meiner Schulzeit nie interessant, doch ich bin mir sicher: hätte ich diesen Roman damals schon lesen können oder hätten meine Lehrer ein paar Szenen, wie zum Beispiel die Namensgebung von Polonium uns so erzählt, wie es Susanna Leonard hier macht, wäre ich im Unterricht auf jeden Fall aufmerksamer gewesen und hätte womöglich noch Spass daran gehabt.
Fazit: Toll erzählte Romanbiografie über die erste Nobelpreisträgerin.
5 Punkte.
Rezensionen von Petra:
Der menschliche Körper
Das Buch mit der Lupe: Mein Körper von Nancy Dickmann
Das Buch mit der Lupe-Mein Körper ist ein interaktives Sachbuch für Kinder zum Thema menschlicher Körper und Gesundheit.
Das Buch ist sehr groß und hat auch sehr stabile Seiten. das ist schon mal für ein Kinderbuch toll.
Kindgerecht wird Wissen über Aufbau und Funktion des Körpers vermittelt.
Wobei ich glaube, dass der Inhalt fünfjährige Kinder wohl doch noch etwas überfordert. Aber Kinder im Vorschul-und Grundschulalter kann man gewiss mit diesen Streifzug durch den Körper des Menschen begeistern. Hier erfährt nicht nur das Kind, sondern auch der Erwachsene interessante Details über Skelett, Muskeln, Kreislauf ect.
Die Lupe ist keine Lupe in dem Sinne, aber eine nette kleine Spielerei, die das Buch noch interessanter macht.
Rezensionen von Lesemama:
Rückblick ins Jahr 1922
Fräulein Gold: Schatten und Licht von Anne Stern
Zum Buch:
Hulda Gold ist Hebamme in Berlin Schöneberg und unter anderem auch für Lilo Schneider zuständig, eine junge Schwangere aus dem Bülowbogen.
Deren Nachbarin Rita kommt unter merkwürdigen Umständen ums Leben und Hulda macht sich eigentlich zuerst nur auf die Suche nach dem Warum, weil Lilo sie darum bittet.
Und so kommt Hulda ganz nebenbei einem Kriminalfall auf die Spur ...
Meine Meinung:
Ich habe viel gutes über das Buch gehört, unter anderem empfahl es mir meine Buchhändlerin wärmstens. Da ich eh ganz gerne mal etwas historisches Lese und die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts eine sehr spannende Zeit waren, wollte ich es dann auch lesen.
Innerhalb des ersten Viertels hätte ich es aber fast abgebrochen, es war unglaublich langatmig, auch die vielen Personen, bei denen ich nicht so recht wusste, wohin ich sie stecken soll, hemmten die Leselust etwas. Aber dann wurde es richtig spannend und nach und nach zog es mich in seinen Bann.
Der lose rote Faden, den ich lange suchte, fand am Ende sein Ziel und es ergab auf einmal alles Sinn, auch sie Personen, bei denen ich zu Beginn nicht wusste, warum sie überhaupt erwähnt worden.
Eine anstrengende, sehr tragische Zeit in unserer Hauptstadt wurde sehr intensiv beschrieben. Nachdem ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, fieberte ich mit Hulda dem Ziel entgegen.
Ein sehr spannender, vielleicht manchmal etwas ausufernder Auftakt einer Reihe rund um die Hebamme. Lesenswerte Unterhaltung.
Rezensionen von Katzenmicha:
Spannender historischer Roman
Das Schicksal der Henkerin von Martin Sabine
Die frühere Henkerin Melisande lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern Gertrud und Toni ein ruhiges Leben.Hin und wieder reist ihr Mann Wendel zu seinen Eltern um ihnen zu helfen.Als er wieder mal zu seinen Elten ist, bekommt Melisante ein Brief von ihrem totgeglaubten Bruder Rudger.Er sitzt im Kerker und bittet Melsisande um Hilfe.
Melsisande macht sich auf um ihm zu helfen-als Mönch verkleidet bittet sie um Mitfahrgelegenheit.Als sie nach einer Weile nicht nach Hause kommt machen sich ihre Tochter Gertrud und ihr Sohn Toni auf ihre Mutter zu suchen.Eine gefährliche Reise für alle beginnt....
Die Autorin Sabine Martin hat einen spannenden historischen Roman geschrieben-es ist der dritte aus der Reihe.Für mich war es der erste-was nichts machte den jedes Buch ist in sich abgeschlossen.Er war spannend geschrieben,der Schreibstil flüssig und mitreißend.Es hat großen Spass gemacht Melisande mit iher Familie zu begleiten und an iher Seite die Abenteuer zu überstehen-5 Sterne und gerne mehr von Melisande.
Rezensionen von Lesemama:
Lügen haben Entenfüße ...
Benny und die Waschbärbande von Livanios Eleni
... oder wie geht nochmal das Sprichwort (;
Zum Hörbuch:
Der Waschbär Benny zieht mit seiner Freundin Radieschen, eine Minigans, in den dummerweise Wald. Während er das neue Zuhause saubermacht macht Radieschen neue Bekanntschaft mit den Tieren, die schon länger im summenden Wald leben und da diese Waschbären nicht kennen, erzählt Radieschen ein paar Geschichten die wohl nicht ganz so wahr sind.
..
Meine Meinung:
Eigentlich wollte ich das Buch lesen, aber es gab nur noch die CD. Mittlerweile freue ich mich darüber mehr als über das Buch.
Der Erzähler hat eine sehr angenehme Stimme, er macht stimmliche Unterschiede bei den Tieren, damit man beim Zuhören schon weiß von wem er spricht, das macht das Zuhören für jüngere Zuhörer leichter.
Die Geschichte ist abenteuerlich, humorvoll und spannend erzählt.
Benny ist eigentlich schüchtern und braucht ein bisschen Zeit um mit den anderen Tieren zu sprechen, durch das "Missverständnis" von Radieschen tun sich die zwei schwer, aber am Ende wird dann natürlich doch alles gut.
Eine schöne Geschichte über Freundschaft, über kleine Schwindeleien und über Mut. Schön anzuhören und vielleicht besorge ich mir das Buch doch noch.
Beim Hören wird zwar die Fantasie angeregr, aber die Bilder, die bestimmt im Buch sind machen es noch einfacher.
Auf jeden Fall ist die Geschichte sehr empfehlenswert. Ein schönes Hörerlebnis für Groß und Klein.
Rezensionen von Nele33:
Berührend und bewegend
Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete von Sharon Cameron
Das Buch " Das Mädchen, das ein Stück die Welt rettete" von Sharon Cameron erzählt das Leben von Stefania Podgórska, die in der Zeit des Holocaust erwachsen werden muss.
Stefania, genannt Fusia wächst mit acht Geschwistern auf einem großen Bauernhof auf, sie findet es dort schrecklich, weil es zu perfekt ist.
Mit 13 geht sie, wie auch ihre älteren Geschwister in die Stadt Przemyśl um zu arbeiten. Diese findet sie bei der jüdischen Familie Diamant, die sie schon sehr schnell mag. Am meisten aber deren Sohn Izio, in den sie sich verliebt, mit ihm Pläne für die Zukunft schmiedet, die Heirat plant. Alles scheint perfekt, bis die Nazis kommen und die Judenverfolgung beginnt. Sie setzt alles darn wieder in ihren Haimatort zu kommen, findet zu ihrem Schrecken nur noch ihre Schwester Helena vor und nimmt diese mit zurück in Stadt Przemyśl. Die Diamants und Izio leben nun schon im Ghetteo und Fusia versucht sie zu unterstützen wo es nur gut, auch wenn dies bei Todesstrafe verboten ist.
Die wahnsinnig umfangreiche Recherchearbeit der Autorin hat mich nachhaltig beeindruckt. Nur wenn solche Lebensgeschichten auch weiterhin veröffentlicht werden, kann die Welt vielleicht eines Tages doch eine bessere werden. Der Schreibstil lies sich angenehm lesen und wurde so gewählt, dass er für Jugendliche ab 13 verständlich und ansprechend war.Für mich persönlich ist dies ein Buch für alles Generationen, da es zwar traurig und erschütternd aber auch ein Buch der Hoffnung ist.
Von mir eine klare Leseempfehlung.
Dieses Buch nach einer wahren Begebenheit hat mich tief im Herzen berührt,
Rezensionen von liesmal:
Vom Festhalten und Loslassen, Vergeben und Verzeihen
Bären füttern verboten von Rachel Elliott
„Und was wäre, wenn ich sagen würde, ich überliebe dich?“
Eine außergewöhnliche Geschichte ist der Autorin Rachel Elliott mit dem Roman „Bären füttern verboten“ aus dem mareverlag gelungen.
Es gibt ein ansprechendes Cover, das Häuser und ihre Dächer zeigt. Die Dächer gehören zu Sydney, der Protagonistin, deren Leidenschaft „Freerunning“ ist.
„…dass der Verstand abschaltet und man aufhört zu denken…“ Ist der Sport tatsächlich eine Leidenschaft für Sydney oder versucht sie dadurch Vergangenes zu bewältigen?
In Sydneys Kindheit hat ihre Familie einige Jahre den Urlaub in St. Ives verbracht. Doch dann muss etwas geschehen sein, denn erst viele Jahre später – Sydney ist mittlerweile 47 Jahre alt – kehrt sie an den Ort ihrer Kindheit zurück.
Im Buch gibt es zeitliche Sprünge, die ich irgendwie faszinierend finde, obwohl diese Art des Schreibens am Anfang doch für einige Verwirrung bei mir sorgte. Freerunning auch hier?
Neben diesem ständigen Wechsel der Zeiten lebt das Buch von Gedanken, Träumen und Erinnerungen, in erster Linie von denen Sydneys und ihres Vaters. Dabei ist zu spüren, dass etwas zwischen ihnen steht. „Und wenn er die Hand ausstreckt, werde ich nie wissen, ob er damit sagt komm her oder bleib weg.“
Ein bewegender Schreibstil, der die Traurigkeit über das Geschehen mit allen Facetten, aber auch das Unvermögen loszulassen und sich wieder dem Leben in der Gegenwart hinzugeben, sehr eindringlich wiedergibt.
Doch neben allem Bedrückenden kommt auch der Humor nicht zu kurz. Es macht unglaublichen Spaß, die Menschen von St. Ives kennenzulernen, sich mit ihren Eigenarten vertraut zu machen. Tatsächlich gibt es viele skurrile Typen, aber auch Menschlichkeit und Freundlichkeit begegnen uns – und Stuart, ein liebenswerter Hund mit menschlichen Zügen.
Das Buch hat mich von Anfang an gepackt, weil es immer wieder neue Überraschungen bereithält. Die Leselust hat mich bis zum Schluss nicht losgelassen. Begeisterung pur bei diesem Lesehighlight!
Rezensionen von Katzenmicha:
Toller historicher Roman
Die Salbenmacherin und der Stein der Weisen von Silvia Stolzenburg
Es ist im Mai 1410,Olivera hat einen Anschlag auf ihr Leben überstanden und ihren Sohn Lukas gesund zur Welt gebracht.Nun ist sie wieder kräftig genug um Spital zu arbeiten.Da trift der Adept Alphonsius in Nürnberg ein.Er gibt vor im Besitz des Stein er Weisen zu sein.Mit dessen Hilfe könne er unedeles Metall in Gold verwandeln und auch eine Wundermedizin gegen alle Krankheiten und Gebrechen herstellen .
In seiner Begleitung sind außer vier bulligen Leibwächtern,noch ein schwarzhaariger Jünglin-der ihm zur Hand geht,dieser sinnt auf Rache.Der Wunderheiler hat vor Nürnberg schon in anderen Städten den Menschen das Geld aus der Tasche gezogen.Dann verschwindet der Stein der Weisen und der Wunderheiler wird ermordet....
Die Autorin Silvia Stolzenburg hat auch diesmal wieder einen super historischen Roman geschrieben.Ich mag ihren Schreibstil immer wieder sehr.Sie läßt vor meinen Augen durch ihre Erzählung die Bilder aus dieser Zeit erstehen.Ihre bildhafte Beschreibung finde ich super gelungen.Und auch in diesem Buch habe ich wieder Neues aus der Medizin aus der damaligen Zeit kennenlernen dürfen.Viel zu schnell hatte ich das Buch gelesen-am liebsten würde ich mehr wie 5 Sterne geben.Weil mir die Autorin immmer wieder die Vergangenheit so nahe bringt.Die Bücher der Salbenmacherin sind für mich immer wieder ein Erlebnis.
Rezensionen von Bibliomarie:
Unterwegs
Volkswagen Blues von Jacques Poulin
Vielleicht ist seine Schreibblockade der Grund, dass sich der Schriftsteller Jack Waterman mit der Vergangenheit beschäftigt. Vor Jahren hat er das letzte Lebenszeichen seines Bruders Theo erhalten: eine unleserliche Postkarte aus dem kanadischen Ort Gaspé. Plötzlich wird es im bewusst, was für eine große Rolle sein Bruder in seinem Leben spielte und er fühlt sich auch schuldig, nie nach Theo gesucht zu haben.
Mit einem alten VW Bus will er den verwehten Spuren folgen und hätte er nicht unterwegs eine junge Anhalterin mitgenommen, wäre sein Versuch wohl schon zu Anfang gescheitert. Aber die „Große Heuschrecke“, wie er Pitsémine wegen ihrer langen und dürren Beine nennt, bringt ihn mit ihren Ideen auf die Spur. Außerdem ist sie Mechanikerin, was bei einem so alten Bus mit fast 200000 km auf dem Tacho ein unschätzbarer Vorteil ist. Die Große Heuschrecke ist eine fast manische Leserin und vor allem die Geschichte der Landnahme der französischen Einwanderer und Entdecker interessiert sie, ist sie doch als Nachfahrin der indigenen Bewohner direkt davon betroffen.
Zusammen durchqueren sie den amerikanischen Kontinent, reisen wie die frühen Siedler auf dem Oregon Trail gen Westen und finden ab und zu Hinweise auf Theo. Für Jack wird diese Reise auch immer mehr in Reise zu sich selbst, je mehr er sich seiner Begleiterin öffnet. Dabei bleiben die Reisegefährten freundschaftlich distanziert, so siezen sich während der ganzen Fahrt.
Diese Road Novel – ich finde einfach keine passendere deutsche Entsprechung ist ein wunderbarer Reisebericht, leise und intensiv und auch ein wenig melancholisch erzählt. Ich habe bedauert, dass ich dieses Buch nicht bei Erscheinen vor 20 Jahren lesen konnte, ich hätte mich vielleicht für eine solche Fahrt inspirieren lassen. Schade, dass es so lange dauerte, bis dieses Buch endlich in Übersetzung in Deutschland erschien. So folge ich Jack und Pitsémine per Buch quer durch Amerika und lerne dabei sehr viel über die Geschichte der Siedler und Entdecker.
Man sollte sich Zeit nehmen und das Buch langsam lesen um die Geschichte besonders zu genießen, dann ist das Fernweh programmiert. Aber das ist ja auch das Ziel einer Reiseerzählung.
Rezensionen von heinoko:
Ein Roman, der mich nicht berührte
Das Haus in der Claremont Street von Wiebke von Carolsfeld
Eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben, fällt mir schwer. Denn ich habe mir beim Lesen keinerlei Notizen gemacht wie sonst, Notizen, die mir üblicherweise das Formulieren der Rezension erleichtern. Ich habe nur gelesen und gelesen, das Erzählte lief wie ein Film vorbei. Und am Ende des Buches hatte ich nichts notiert, das mir aufgefallen wäre, nichts, das mich bewegt hätte.
Buch zu, Geschichte vorbei. Zurück bleibt nichts.
Einzig der Prolog hatte mich gefesselt. Der 9-jährige Tom erlebt, wie der Vater die Mutter erschlägt und sich anschließend selbst tötet. Hier schlüpft die Autorin ganz in Tom hinein und sieht durch seine Augen das Entsetzliche. Doch diese Eindringlichkeit des Buchbeginns erreicht sie nachfolgend an keiner Stelle des Buches wieder. Tom ist schwer traumatisiert und spricht nicht mehr. Er kommt zunächst zu seiner Tante Sonya, die in ihrem Perfektionismus und ihrer Unerfahrenheit im Umgang mit Kindern trotz allen Bemühens daran scheitert, einen Zugang zu Tom zu finden. Tom zieht um in die Claremont Street zu Tante Rose, einer chaotisch-unstrukturierten, aber liebenswerten Frau. Dort lebt auch Onkel Will, der Weltenbummler, der irgendwie nie erwachsen wurde.
Wiebke von Carolsfeld beschreibt detailreich, keine Frage. Man bekommt als Leser eine klare Vorstellung von den sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten, von deren sehr unterschiedlichen Denk- und Sichtweisen. Und man sieht deutlich den ewig verstopften Küchenabfluss im Haus von Rose vor sich oder die glänzend sauberen Böden im Haus von Sonya. Man kann sich auf intellektueller Ebene durchaus die Intention der Autorin vorstellen, die davon berichten will, wie ein traumatisiertes Kind und die damit verbundenen Herausforderungen die Einzelpersonen, die einander irgendwie fremd waren, letztlich zu einer Familie mit gegenseitiger Akzeptanz, vielleicht sogar mit Liebe zusammenfügt. Aber eben nur auf intellektueller Ebene. Emotional berührte mich das Buch nicht, abgesehen vom Prolog. Ich sah den handelnden Personen nur von außen zu, empfand nicht mit ihnen. Sie blieben blass, und dass sich das Trauma von Tom von jetzt auf gleich auflöst, wirkt unglaubwürdig. Vielleicht liegen die eigentlichen Stärken der Autorin doch eher im Bereich Drehbuch-Schreiben bzw. Filmregie…











