Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nicole koppandi:
Intensive Shortstory
Rose Royal von Nicolas Mathieu
Rose ist 50 Jahre alt und hat schon einiges mitgemacht in ihrem Leben, vor allem mit Männern. Um sich in ihrem Leben zur Wehr zu setzen, hat sie sich eine 9mm Pistole angeschafft, die hat sie immer in ihrer Handtasche bei sich, das gibt ihr Sicherheit.
Jeden Abend nach der Arbeit geht Rose ins Royal, eine etwas heruntergekommene Bar, wo sie sich ein paar Drinks genehmigt.
Im Royal lernt Rose auf besondere Weise Luc kennen – für sie ein Neubeginn in ihrem Leben.
Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht verraten, denn die tragische Geschichte mit einem noch viel tragischeren Ende ist schnell gelesen, umfasst das Büchlein doch nur 96 Seiten.
Mit einer fast nüchternen Sprache erzählt der Autor diese kurze Geschichte über Gewalt an Frauen, Abhängigkeit und Einsamkeit, mit einigen Klischees.
Die Geschichte an sich hat mir sehr gut gefallen, doch ich merke, ich mag lieber Bücher mit mehr Umfang. Empfehlen kann ich es allemal, vor allem all jenen, die gerne dünne Bücher lesen mit einer aufregenden Story.
Rezensionen von liesmal:
Eine besondere Liebe
Verlangen von Bregje Hofstede
Die niederländische Autorin Bregje Hofstede erzählt in dem Roman „Verlangen“ die Geschichte einer jungen Frau, die ihre Jugendliebe geheiratet, aber schon bald darauf verlassen hat. Dass die Protagonistin denselben Vornamen trägt wie die Autorin, finde ich sehr geschickt, weil es für zusätzliche Spannung, aber auch für Verwirrung sorgt.
Ich habe mich mehrmals gefragt, ob es wohl ihre eigene wahre Geschichte ist, die sie erzählt, oder ob es sich um eine fiktive Erzählung handelt.
Die Ich-Erzählerin Bregje packt ihren Rucksack voll mit ihren Tagebüchern, die sie schon seit ihrer Kindheit schreibt. Mehr nimmt sie nicht mit, als sie Hals über Kopf das Haus verlässt.
Sehr offen spricht Bregje über ihr bisheriges Leben, über ihre Kindheit und über die Zeit, in der sie ihre Jugendliebe Luc kennen und lieben gelernt hat. Dabei zitiert sie immer wieder aus ihren Tagebüchern, so dass ich mir auch von Luc ein gutes Bild machen kann. Tatsächlich habe ich den Eindruck gewonnen, als ob sie Luc zwar von ganzem Herzen liebt, aber dennoch selbst wie zerrissen und sich ihrer Gefühle scheinbar nicht sicher ist. Auch wenn Bregje viel Persönliches preisgibt und dabei auch ganz intime Dinge nicht verschweigt, so spricht sie doch nur andeutungsweise über die Gründe, warum sie fortgehen musste. Es sind 40 Tage, die Bregje braucht, um Klarheit zu bekommen, wie es in ihrem Leben weitergehen soll.
Mir haben der nicht immer ganz leicht verständliche Schreibstil und die einzigartigen Formulierungen sehr gut gefallen, auch wenn meine ganze Aufmerksamkeit gefordert war. Zusätzliche Verwirrung entstand noch durch die „eigenartige“ Seitennummerierung, über die ich erst sehr viel später Klarheit gewonnen habe.
Ich mag Geschichten, die mal so ganz anders erzählt werden als andere, und dadurch auch für mich als Leser zu einer Herausforderung werden. Das ist Bregje Hofstede mit ihrem wunderbaren Buch über eine besondere Liebe großartig gelungen.
Rezensionen von Petra:
Champagner
Das letzte Licht des Tages von Kristin Harmel
Durch die reale Schilderung der Vergangenheit und der Gegenwart lässt sich die Geschichte von Ines und Livs Großmutter leichter nach vollziehen.
Die Figuren der Vergangenheit wirken da in ihrem Verhalten überzogen, ein aristokratischer Champagner Hersteller, eine verzogene Prinzessin, eine tatkräftige Angestellte, ein sturer Kellermeister, Nazis, Widerstandskämpfer.
In der Gegenwart ist alles sachlich, selbst die Beziehung zwischen Großmutter und erwachsener Enkelin ist nicht offensichtlich liebevoll, obwohl sie ihre Zuneigung sehr betonen und sich Sorgen umeinander machen.
Die Geheimnisse der Vergangenheit wirken weit in die Gegenwart. Sie sind schwer zu verstehen und für uns unbeteiligte Leser auch etwas übertrieben. Andererseits wer sind wir um diese Zeit zu beurteilen zu können. Deshalb kann die Autorin auch ihrer Phantasie freien Lauf lassen.
Die Champagner Herstellung nimmt einen Teil des Romans für sich in Anspruch, für jemanden den es interessiert sind es spannende Informationen. Für jeden anderen etwas zu viel des Guten und pures Füllmaterial.
Rezensionen von Leserin71:
Rasant, realitätsnah und riskant
Das Tartarus-Projekt von Gerd Schilddorfer
Der lang erwartete neue Thriller von Gerd Schilddorfer hat es wieder in sich. Der Journalist Michael Landorff wird nach einer Nobel-Party der Münchener Schickeria in die Ermittlungen im Mordfall des grausam getöteten Gastgebers hineingezogen. Als er dann schließlich untertauchen muss, weiß er nicht mehr, wem er noch vertrauen soll bzw.
wer aus seinem Umfeld das nächste Opfer sein wird.
Meine Meinung:
Gerd Schilddorfer hat hier wieder einen erstklassig recherchierten Thriller geschrieben. Das Thema Daten und ihre Verwendung in künstlicher Intelligenz ist sehr aktuell, aber auch verstörend.
Nach einem langsamen Anfang mit vielen Details nimmt die Geschichte schnell Fahrt auf und wird so rasant, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Gut, dass es am Ende wenigstens noch zwei Epiloge zum Sammeln und Bündeln der Gedanken gibt. Wie bei den anderen Büchern des Autors, z. B. die John-Finch-Reihe werden auch hier wieder viele Details am Ende wichtig und die losen Fäden zu einer Erzählstrang geflochten. Der intelligente Leser, der gerne auch etwas dazulernen will, ist hier definitiv gefragt.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung - nicht nur für Schilddorfer-Fans.
Rezensionen von Marie aus E.:
Superschurkin, Superchip und Superunterhaltung
Hilfe, mein Handy ist ein Superschurke! von Rüdiger Bertram
Franzi hat als einzige in der Klasse kein Handy und das nicht, weil ihre Eltern technikkritisch sind, sie haben schlechtweg nicht so viel Geld, um mal eben ein Smartphone kaufen zu können. In ihrer Klasse wird Franzi deshalb richtiggehend gemobbt.
Zum Glück steht der Schulwechsel auf die weiterführende Schule an, Franzi freut sich riesig, hier wird sie doch hoffentlich endlich Freunde finden?
Naja, es läuft alles nicht so gut, aber hey, sie bekommt endlich ihr langersehntes Handy.
Allerdings als kleinen Bonus noch Dan, sozusagen das Innenleben des Handys und sehr speziell. Damit nicht genug, eine echte Superschurkin kreuzt auch noch ihren Weg und will (natürlich) nicht weniger als die Weltherrschaft.
Hier merkt man schon, dass das Buch eine geniale Kombination aus ernsten Themen (Handy, Ausgrenzung, Mobbing. Wertigkeiten in unserer Gesellschaft) und superwitziger Schurkenkomödie ist. Hut ab auch dafür, dass der ernste Background nicht schwer und niederschmetternd die Leselaune drückt, nein, er macht nachdenklich und bietet Gesprächsanlass, ohne den schönen schrägen Grundhumor zu verlassen.
Man fühlt mit Franzi mit, ist genervt von Dan und kann ganz viel lachen.
Super fand ich auch, dass endlich mal eine weibliche Schurkin an die Weltherrschaft will - und köstlich, dass dies mit Hilfe von Saugrobotern geschehen soll. Diese haben auch wahrlich furchteinflößende Namen (ich will den Spaß nicht verderben, deshalb verrate ich sie hier nicht).
Was ich so noch gar nicht kannte: im Buch wird die Handlung ganz oft mit einem Mini-Comic fortgeführt. Also kein Comic-Roman, schon ein richtiges Buch mit "ordentlich" Text, aber ab und an eine superwitzige Illustration im Comic-Stil, die auch die Handlung fortführt, nicht nur unterstreicht. Das war ganz großes Kino, hat sehr viel Spaß beim Lesen gemacht und hält vielleicht auch etwas weniger lesefreudige Kinder bei der Stange.
Zum Abschluss noch das Fazit der Tochter, die ja die Erstleserin des Buches war:
"Ich mag die Comics im Buch.
Dan ist sehr lustig, auch wenn er immer angibt.
Dass Franzi eine Freundin findet ist auch auch schön.
Allerdings ein leichter Cliffhanger am Schluss, was ist mit Lady Ballerina passiert?"
Gute Frage - aber es gibt ja eine Fortsetzung, da werden wir das bestimmt erfahren.
Rezensionen von Leserin71:
Besinnliche Feiertage mit Mörderjagd
Leise rieselt der Tod von Uli Aechtner
Im Weihnachtskrimi „Leise rieselt der Tod“ von Uli Aechtner geht es auf die Achterbahn der Gefühle.
Jenny ist kurz vor Weihnachten wieder Single. Da sie die besinnlichen Tage nicht alleine verbringen will, quartiert sie sich kurzerhand bei ihrem langjährigen Bekannten Tom ein, der gerade mitten in seinem Umzug aufs Land steckt und gut Unterstützung brauchen kann.
Doch dann erfährt Jenny, dass es mit ruhigen Weihnachten nichts wird, weil seine Familie anreisen wird. Als dann noch eine tote Frau im Weihnachtsmannkostüm auf der Schwelle seines Hauses gefunden wird, ist es für Jenny erstmal vorbei mit der Idylle. Um Toms Unschuld zu beweisen, ermittelt sie zwischen Weihnachtsvorbereitungen und Familienbesuch auf eigene Faust im Dorf und nimmt sogar an einem Flirtkurs teil.
Meine Meinung:
Für Krimiliebhaber, die sich in weihnachtliche Stimmung bringen wollen, ist dieser Krimi fast perfekt. Ein Bezug auf religiöse Hintergrund in und um die Kirche könnte noch ergänzt werden.
Jenny hat schon eine echte Spürnase und auch das Herz am rechten Fleck. Ihr habe ich gerne beim Backen über die Schulter geschaut (die Rezepte gibt's im Anhang) und sie im Dorf begleitet. Auch Tom ist mir sehr sympathisch. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die beiden noch mehr Abenteuer zusammen unternehmen. Da ein richtiger Bösewicht fehlt, habe ich lange über Motiv und Täter gegrübelt.
Der Schreibstil ist locker und flüssig, mein Kopfkino ist angelaufen. Die Kombination aus spannender Krimihandlung und Weihnachtsvorbereitung mit einem Schuss Romantik lässt sich gut in einem Rutsch durchlesen und macht richtig Lust auf die Festtage.
Rezensionen von S.:
Gangster auf der Flucht
Love & Bullets von Nick Kolakowski
Gibt es schlechte Tage für Bill? Nein, nur sauschlechte. Meint er. Besonders mies wird es für ihn, als er seinem Auftraggeber eine Menge Geld stiehlt. Auf ihn, den Killer, werden mehrere Killer angesetzt. Darunter auch Fiona. Die liebt ihn und er liebt sie. Er: ein Faible für Protzerei, Verschwendung, Luxus; sie: Killerin ohne moralische Bedenken, in allen möglichen Kampftechniken bewandert, schießwütig und ausgesprochen rabiat.
Das perfekte Duo. Auf ihrer Flucht hinterlässt dieses Pärchen eine Spur aus Blut, Gewalt und Leichen. Und miesen Sprüchen zuhauf.
Nick Kolakowski versucht sich an Gangstersprache, gewollt komisch und bemüht cool. So wird aus einer guten Vorlage eine nur anfänglich unterhaltsame, später jedoch langweilige und von Wiederholungen geprägte kopflose Flucht durch Städte und Länder. Brutale Morde, Geldgier und abenteuerliche Stunts bestimmen Bills und Fionas Leben. Konnte mich nicht wirklich begeistern.
Verlegt von Suhrkamp, aus dem Amerikanischen von Stefan Lux.
Rezensionen von goejos:
Der Krieg kommt von überall ...
Die Krieger von Martin Maurer
Ein Freund ermöglicht Nick Marzek bei der Münchner Mordkommission ein neues Leben nach dem Tod seiner Frau anzufangen. Knapp nach Weihnachten überschlagen sich die Ereignisse: Ein Brandanschlag im Prostituiertenmilieu auf zwei Wohnwagen, eine abgetrennte Hand und ein grauenhafter Brand in der Disco Liverpool.
Es ist kein Rotlicht-Revierkampf, da plötzlich ein Bekennerschreiben aus Italien auftaucht. Eine rätselhafte Organisation bekennt sich zu den Anschlägen. Nick muss nach Italien. Mangels italienischer Sprachkenntnisse nimmt er notgedrungen Graziella Altieri, eine Putzfrau aus dem Kommissariat als Übersetzerin mit. Was sie allerdings in Italien in mühsamer Kleinarbeit und oft auch gegen den Widerstand der Behörden herausfinden, weist auf einen politischen Hintergrund hin. Es geschehen weitere Morde und auch die Beiden geraten ins Schussfeld der Täter. Spannend geschrieben und trotzdem wirklichkeitsnah. Schön zu lesen, man ist auf das Ergebnis gespannt. Auch die Landschaftsschilderungen kommen nicht zu kurz und die einzelnen Charaktere werden lebensnah beleuchtet. Sehr gutes Werk.
Rezensionen von Katzenmicha:
Studentenfutter, nicht nur für Studenten
Studentenfutter von Dr. Oetker Verlag; Oetker
Das Buch ist sehr hochwertig gestaltet und sieht edel aus.Die Rezepte in dem Buch sind von allem was dabei-so das der Leser garantiert was findet.Es gibt leichte Gerichte die schon in einer halben Stunde auf dem Tisch stehen können,aber auch hochwertigere Rezepte die aber auch mit einen kleinen bischen mehr Zeitaufwand nicht viel länger dauern.
Die Rezepte werden von Bildern der Gerichte begleitet.So hat man einen Eindruck wie es aussehen soll.Am Anfang bekommt man noch Tips zur Vorratshaltung,Hinweiße zur Haltbarkeit der Vorratsware ergänzen sich sehr gut.Zu jedem Rezept gibt es noch Varitationsideen,was ich auch sehr gut finde.
Das Kochbuch hat nun mein Sohn ,so das Hotel Mama mal Pause machen kann.Es bekommt 5 Sterne -den ich finde es super.
Rezensionen von Lilli33:
Eine Frau erfindet sich neu
Das Wörterbuch des Windes von Nina Blazon
Eine Frau erfindet sich neu
Inhalt:
Swea Schwarzenberg, 42, wollte sich eigentlich auf ihrer zweiten Hochzeitsreise nach Island mit ihrem Mann Henrik wieder zusammenraufen. Doch die Reise endet in einem Desaster, als Swea erkennen muss, dass Henrik sie betrügt. Swea verkriecht sich bei dem Deutsch-Isländer Einar, einem über siebzigjährigen Mann, der gegen seine eigenen Dämonen ankämpft.
Auch dessen Untermieter Jon hat eine bewegte Vergangenheit. Alle drei versuchen, ihr Leben wieder auf die Reihe zu kriegen - jeder auf seine Weise.
Meine Meinung:
Mir fiel es ein bisschen schwer, in die Geschichte hineinzufinden. Den Anfang fand ich etwas schleppend und nicht besonders spektakulär. Doch das Durchhalten hat sich auf jeden Fall gelohnt! Bald schon konnte mich Nina Blazon mit Sweas „Verwandlung“ packen. Die Protagonistin schafft es, immer mehr Ballast aus ihrem früheren Leben abzuwerfen und herauszufinden, was ihr wirklich wichtig ist. Die besondere Mentalität der Isländer, unter denen sie bald viele Freunde hat, hilft ihr dabei ungemein.
Die Autorin hat in mir eine Neugier auf diese windumtoste Insel im Atlantik geweckt. In ihren Beschreibungen von Land und Leuten zeigt sie eine große Leidenschaft dafür. Vor allem der Wind spielt eine große Rolle, ist fast schon eine zusätzliche Person, die sich einmischt und den Weg weist. Auch Geister, Elfen und nordische Mythen fehlen nicht, bleiben aber eher im Hintergrund, was mir sehr gut gefallen hat.
Erzählt wird hauptsächlich aus Sweas Perspektive in der Ich-Form, aber auch immer wieder aus Einars Sicht. Die Entwicklung der Protagonist*innen konnte ich gut nachvollziehen. Hier geschieht ein Schritt folgerichtig nach dem anderen. Teils sprüht das pure Leben aus den Zeilen, teils hängen die Protas ihren düsteren oder hoffnungsvollen Gedanken nach. Die Mischung fand ich sehr gelungen.
Von mir gibt es natürlich eine Leseempfehlung für diesen wunderbar warmherzigen und Mut machenden Roman.











