Kunden em pfehlungen
Rezensionen von marianna_thielsch@gmx.de:
Solider englischer Krimi
Mord in Highgate von Anthony Horowitz
"Mord in Highgate" ist der zweite Band um das Ermittlerduo Hawthorne und Horowitz. Die Geschichte entwickelt sich eigenständig gegenüber dem ersten Band, kann also unabhängig davon gelesen werden.
In diesem klassischen englischen Krimi stellt sich der Autor erneut selbst als aktive Figur, als Chronist des genialen Ermittlers Hawthorne dar.
Der ehemalige Polizist Hawthorne wird als Privatdetektiv zu einem Fall gerufen, in dem die Polizei nicht weiter kommt. Hawthorne dagegen ermittelt unbeirrbar in die richtige Richtung, fällt durch seine scharfsinnige Beobachtungs- und Kombinationsgabe auf.
In einem reichen Stadtteil Londons wird ein berühmter Scheidungsanwalt durch eine Weinflasche erschlagen vorgefunden. An die Wand wurden seltsame Zahlen geschrieben und schnell sind eine Handvoll Verdächtige ausgemacht. Hawthorne und Horowitz müssen sich nicht nur durch das Beziehungsgeflecht und die unvollständigen Aussagen der Beteiligten wühlen, sie werden auch von den ermittelnden Polizisten unter Druck gesetzt, die in den Beiden Konkurrenz sehen.
Ähnlich wie im Vorgängerband ist der Umgang zwischen Hawthorne und Horowitz durch viel Ironie und Spannung geprägt. Sie erinnern an Holmes und Watson. Es ist interessant zu sehen, wie sich die Beziehung zwischen den Beiden entwickelt. Schon im ersten Band waren die ewigen Spannungen und der ewig schwache Horowitz schwer erträglich, doch in diesem zweiten Band zeigen die Beiden vermehrt sympathische Züge.
Die Geschichte entwickelt sich sehr vielschichtig und ist in keinster Weise vorhersehbar. Dadurch entsteht eine Spannung, die durch die Nebenhandlung zwischen den zwei Ermittelnden verstärkt wird. Die Beschreibungen der Schauplätze und Charaktere tragen ebenfalls zur Atmosphäre bei. Die Erzählung ist stellenweise düster und bedrückend.
Die Lesenden werden in das Geschehen miteinbezogen. Schon im ersten Band fiel mir auf, dass durch das Auftreten von Horowitz als Assistent, der seine Gedanken, Vermutungen und Beobachtungen darlegt, eine Verbindung zu den Lesenden hergestellt wird. Das gemächliche Tempo, in dem der Fall untersucht wird, ermöglicht es den Lesenden zudem mitzurätseln und alles gut mitzuverfolgen. Trotzdem bleiben die Lesenden bis zum Schluss im Dunkeln, die Auflösung ist umso überraschender.
War ich nach dem Lesen des ersten Bandes eher skeptisch, bin ich es nach diesem zweiten Teil weniger. Die Geschichte entwickelt sich sehr unterhaltsam, ist sehr klug und vielschichtig erzählt. Die Ermittelnden zeigen ihr Entwicklungspotential und profitieren voneinander. Wenig überzeigend ist das bekannte Holmes-Watson-Motiv und die nervigen Charaktereigenschaften und Spannungen zwischen den Ermittelnden.
Fazit: Nicht vollkommen begeisternd, aber solide. Klug und vielschichtig erzählt mit nervigen Charakteren und einer düsteren Stimmung.
Rezensionen von yellowdog:
Kurzgeschichten
Untreuen von Kirsty Gunn
Kirsty Gunn ist eine geschickte Autorin von originellen Kurzgeschichten.
Manchmal wirken die Erzählungen wie aus der Zeit gefallen. Schade, dass einige der Kurzgeschichten thematisch limitiert sind. Deswegen erreicht mich nicht alles so ganz.
Doch mich beeindruckt, mit welch feinen Nuancen Kirsty Gunn beschreiben kann.
Mein favorisierte Kurzgeschichte ist „Elegie“. Sie beschreibt die Ankunft der Protagonistin von Schottland kommend in London. Den Titel hat die Erzählung verdient. Es gibt viele bemerkenswerte Sätze, die man sich anstreichen möchte.
Es sind die Kleinigkeiten, die ich an den Stories mag, z.B. in „Szenario“, in der 2 Freundinnen über einen Film (Melancholia von Lars Trier) diskutieren. Oder wie eine Buchpassage eine Flut von Erinnerungen auslösen kann.
Auffällig die Highland-Geschichten: 4 eigenständige und doch verbundene Geschichten um zwei Schwestern und ihren Kindern.
Erwähnenswert auch die Kurzgeschichte Füchse und die längste Geschichte Untreue.
Nicht alle, aber doch einige der Kurzgeschichten haben mir wirklich gut gefallen.
Rezensionen von yellowdog:
Eigenwillig
Briefe von Klara von Tove Jansson
Die 1914 in Helsinki geborene Autorin Tove Jansson hatte mit Briefe von Klara 1991 ein Erzählungsband geschrieben, dass sich durch eigenwillige Figuren und Bissigkeit auszeichnet.
Ein besonderer Ton kennzeichnet die Erzählungen.
Die Heldin der Titelgeschichte ist typisch für Tove Janssons Ansatz.
Klara akzeptiert nicht die Mittelmäßigkeit und lässt ihre Briefpartner das auch ungeschminkt wissen.
Nicht nur Klara ist eine interessante Figur. Den Figuren werden ihre Eigenheiten gelassen, z.B. der Kunststudent Robert in der gleichnamigen Erzählung.
Tove Jansson hatte ein Talent für skurrile Szenen, z.B. beim Ende der Erzählung Der Seerosenteich.
Abschließend möchte ich noch meine Lieblingsstory „Im Sommer“ erwähnen, die neun Kapitel umfasst und die Gedanken eines fantasievollen Kindes zeigt.
Es tut wirklich gut, mal Erzählungen zu lesen, die sich den erwartbaren entziehen.
Rezensionen von SAW:
Falsche Politik!
Die Welt teilen von Amartya Sen
Sen zeigt anhand von Indien auf, wie falsche politische Konzepte die Armut und Ungleichheit verschärfen, selbst wenn sie gut gemeint sind. So hat Indien immer noch Ernährungsdefizite, die Unterernährten sind kränker, erfolgloser und arm. Dies hat eine lange Geschichte: 1943 gab es die letzte große Hungersnot, weil die Engländer Nahrungsmittel nach Europa nach Europa verschifften, um ihre Truppen zu versorgen.
Nach der Unabhängigkeit legte der Indische Staat große Vorräte an, um den Hunger ein für alle Mal zu bannen. Es förderte die Großbauern, damit diese mehr produzierten. Durch die staatlich gestützten Preise ging es den Bauern gut, aber die Lebensmittel wurden für die Armen zu teuer. Die konnten sich zu wenig kaufen, so musste der Staat immer größere Mengen einlagern und gleichzeitig stieg die Mangelernährung. Der Staat traut sich aber nicht, das System zu ändern, weil man sich immer noch vor Hungersnöten fürchtet, die es aber seit 1943 nicht mehr gab.
Ebenso verschärfte das Kastenwesen die Armut, da nur die Reichen sich gute Schulen leisten können, arme Kinder meist gar keine Schulbildung erhalten und daher arm bleiben. Auch die Rechtlosigkeit der Frauen führt dazu, dass arme Frauen ungebildet und damit von den Männern abhängig bleiben. Obwohl Indien ein veritables Wirtschaftswachstum aufweist, bleiben Armut, Unterernährung und fehlende Bildung bestehen.
Ein interessantes Buch!
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Die Diktatur des Geldes. Die Lügen der Finanzindustrie“
Rezensionen von Nele33:
Prima Jugendbuch
Vortex - Der Tag, an dem die Welt zerriss von Anna Benning
Das Debut Vortex von Anna Benning reiht sich in die Dystopie/Fantasy Jugendbücher ein.
Die Vortexe zerstörten unsere Welt. Wir lernten in ihnen zu laufen. Doch niemand ahnte, was sie in uns entfachen würden...
Elaine, deren Mutter von den Zündlern ermordet wurde hat nur ein Ziel in ihrem Leben, sie will Läuferin werden um die Vermengten in Zonen umzusiedeln.
Ihr wichtigster Tag ist der Tag des Vortexrennens, an denen die Gewinner offiziell zu Läufern gekürt werden. Als sie in den Vortex springt um durch den Energiestrom an einen anderen Ort zu gelangen geschehen seltsame Dinge und in ihr wird eine Macht in ihr entfesselt, die die Welt schon wieder komplett verändern könnte. Danach ist für Elaine nichts mehr so wie es war-ihr bisheriges Weltbild gerät völlig aus den Fugen und ihr stellt sich die Frage: Wem kann sie eigentlich noch trauen?
Dieses Debut hat mich von der ersten Seite begeistert. Der Schreibstil ist für Jugendliche sehr gut gewählt, die erschaffene Welt spannend und futuristisch. Auch an eine kleine Lieneseinlage ist gedacht worden, die allerdings nicht zu viel Raum einnimmt und darum nicht ins kitschige abdriftet. Elaine als Protagonistin macht in der Geschichte eine gewaltige Entwicklung durch, wurde sie am Anfang der Geschichte noch unnahbar und abgeklärt dargestellt, so wächst sie im Laufe des Buches mit ihren Aufgaben.
Das gesamte Buch lebt von tollen Charakteren und einer stimmig entworfenen Welt.
Bei Vortex handelt es sich um ein spannendes und lohnenswertes Jugedbuch.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Kurzweiliger Vorweihnachtskrimi
Isola Mortale von Conti Giulia
Beim ersten Band "Lago Mortale" habe ich einen Ermittler, der mit sich uneins ist, einen langweiligen Fall und zu ausschweifende Landschaftsbeschreibungen kritisiert.
In "Isola Mortale", dem zweiten Band dieser Krimiserie von Giulia Conti, ist Simons Privatleben viel besser in die Handlung integriert und steht nicht so extrem im Vordergrund wie noch im ersten Band.
Simon hat sich mittlerweile selbst gefunden, ist rein mit sich und der Welt. Troubles gibt es höchstens noch mit den drei Frauen in seinem Leben: Luisa, Carla und seine Ziehtochter Nicola. Dass letztere oft Nico gerufen wird hat mich aber irritiert, denn Nico ist hierzulande ein Bubenname.
Auch der Kriminalfall hat mir um Längen besser gefallen als der öde erste Fall. Eine junge Frau wird tot am Ufer des Lago d'Orta aufgefunden. Es stellt sich heraus, dass sie nicht einfach nur ertrunken, sondern getötet wurde. Da die Frau nicht nur Nonne, sondern auch Deutsche ist, wird Simon beigezogen. Mittlerweile ist der Journalist offizieller Übersetzer, so dass er mehr oder weniger legal mit Kommissarin Carla Moretti ermitteln darf.
Blöd nur, dass Simons Freundin Luisa aus Deutschland angereist ist, um die Feiertage bei Simon zu verbringen. Viel Zeit haben die beiden nicht zusammen, da ihnen Carla, beziehungsweise der Leichenfund, dazwischen grätscht. Aber Luisa ist milde gestimmt und hilft auf ihre Art auch ein wenig mit.
Der Fall um die Nonne und ihre vor Jahren verschwundene Mutter ist interessant aufgemacht. Giulia Conti liefert hier einen unterhaltsamen Krimi - bester Zeitpunkt für die Lektüre ist die Vorweihnachtszeit - bei dem alle Komponenten ausgewogen aufgeteilt sind. Landschaftlich stechen die piemontesischen Reisfelder heraus, die vielen Lesern unbekannt sein dürften.
Fazit: Diesen kurzweiligen zweiten Teil hab ich gerne gelesen und freue mich auf einen allfälligen dritten Teil - dies hätte ich nach der Lektüre des ersten Bandes noch nicht gesagt.
4 Punkte.
Rezensionen von Rinaldo:
KLARTRAUM
Der Schattenmörder von North Alex
Wachtraum, Tagtraum wird man spätestens nach dem ersten Drittel dieses, na ja - abgesehen vom Einband nicht besonders traumhaften Romans - googeln. Leider droht immer wieder große Gefahr, mitten in einem Kapitel einzuschlafen. Nach gut der Hälfte habe ich es nicht mehr ausgehalten und den erlösenden Schluss vorweg genommen, um dann beruhigt in einen traumlosen Schlaf zu versinken.
Kommt zum Bücherhaufen - für WAMS.
Rezensionen von eleisou:
Grausam und bewegend
Bis wir uns wiedersehen von Catherine Bailey
Die Geschichte von Fey von Hasell, ihr Widerstand gegen Hitler sowie die Entführung ihrer beider Söhne wird in diesem Sachbuch-Roman sehr bildlich und schockierend dargestellt. Fey von Hasell hat als noch relativ junges Mädchen den italienischen Adeligen Detalmo Pirzio-Biroli geheiratet, das Paar bekam zwei kleine Söhne, Roberto und Corradino.
Unter deutsche Besatzung lebt die Familie in Italien in einem Palazzo in Brazzá, bald aber ohne den Vater. Als ihr eigener Vater jedoch in dem Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 als Nazigegner verwickelt wird, wird sie gefangengenommen und ihre Kinder kommen in ein Waisenhaus. Fey leidet natürlich an dieser Trennung und das Schicksal aller in ungewiss. Obwohl sie sich am Ende wiederfinden, ist das Buch sehr traurig, voll mit grausamen Schilderungen und Tatsachenberichten. Denn nicht alle Schicksäle der Menschen damals endeten in einem Happy End.
Sicherlich gilt der Autorin ein großen Lob für all die detaillierte Recherchearbeit und das sieht man auch an den Quellen und Anmerkungen am Ende des Buches. Dieses Buch sollte man vielleicht nicht an einem Stück durchlesen, weil das Gelesene oftmals verarbeiten werden muss. Das Buch wird mit vielen Fotos und Landkarten abgerundet und bietet damit einen vollständigen Bericht der damaligen Tragödie.
Für solche Bücher kann man nicht weniger als 5 Sterne abgeben.
Rezensionen von eleisou:
Kluftinger in einem Cold Case
Funkenmord von Klüpfel Volker; Kobr Michael
Kluftingers elfter Fall schließt an den Vorgänger an, was vorher nie der Fall war, den die Krimis waren in sich abgeschlossen. Man sollte also diesmal die notwendigen Vorkenntnisse haben, bevor man mit dem Lesen beginnt. Kluftinger will den Mord an der Lehrerin Karin Kruse vor 35 Jahren aufklären, für den er den falschen Täter verhaftet hat.
Darüber hinaus aber spielt auch das Privatleben des Allgäuer Kommissars eine wichtige Rolle in der Geschichte. Weitere berufliche Herausforderungen vor allem nach dem Tod von Eugen Strobel sich an die Nachfolgerin zu gewöhnen, beeinflussen seine im Übrigen scharfsinnige Polizeiarbeit.
Der Schreibstil des Autorenduos liest sich wie immer flüssig, locker angenehm und sehr unterhaltsam. Auch wenn man nach so vielen Kluftinger Fällen vielleicht mit ein wenig weniger Enthusiasmus an die Sache rangeht, besitzt die Geschichte sicherlich einen kompakten Plot, der mit viele witzigen Kommentaren von Seiten Kluftingers und seinem Team das Ganze nochmal aufpeppen.
Insgesamt eventuell nicht der beste, aber dennoch ein sehr guter Kluftinger aus der Reihe. Mir wird er fehlen, sollte er in den Ruhestand gehen!
Rezensionen von C. P.:
Beginn einer faszinierenden Fantasy-Trilogie rund um ein zauberhaftes Venedig
Merle. Die Fließende Königin,1 Audio-CD, 1 MP3 von Kai Meyer
In einem alternativen früheren Venedig, in dem die Magie noch immer präsent ist, beginnt das Waisenmädchen Merle gemeinsam mit ihrer neuen Freundin Junipa ihre Ausbildung bei einem Zauberspiegelmacher. Bedroht wird Venedig seit einigen Jahrzehnten vom Ägyptischen Imperium, welches bereits weite Landstriche erfolgreich erobern konnte.
Nur Venedig konnte ihm bisher trotzen, dank der Hilfe der fließenden Königin, welche in der Lagune lebt. Doch ein schwerer Verrat bedroht die fließende Königin, und mit ihr Venedig. Per Zufall erfährt Merle davon - und gerät dadurch in ein gefährliches Abenteuer.
Dies ist der Beginn einer fantastischen Trilogie rund um Merle, die - hoffentlich - Venedig vor dem brutalen Ägyptischen Imperium retten wird. Merles Welt ist eine Welt voller Magie mit ihren Zauberspiegeln, Meerjungfrauen, Mumienkriegern, geflügelten Löwen und noch so einigem mehr. Nach und nach wird mal vom Autor in diese Welt eingeführt, wobei es ihm gelungen ist, dass Merle stets irgendetwas Aufregendes erlebt oder entdeckt. Dadurch ist die Spannung ihres Abenteuers gleichbleibend hoch, ebenso die Faszination, welche dieses Buch erweckt. Erstaunt hat mich vor allem die düstere Seite der Magie, die einen dezenten Horror mit sich bringt, der aber nicht allzu übertrieben ist. Ansonsten ist das Buch angenehm bildhaft geschrieben, um Merle bei ihren Abenteuern zu begleiten. Und auch Merle selbst ist ein sympathisches und toughes Mädchen, deren Abenteuer man gerne verfolgt.
Gelesen wird das ungekürzte Hörbuch von Simon Jäger, der die verschieden Charaktere gekonnt interpretiert und dem gelesenen die passende Atmophäre verleiht. Gestört hat mich lediglich, dass er manchmal etwas leiser wurde, was beim Hören unterwegs ziemlich unpraktisch ist.











