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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Bemerkenswerter autobiografischer Roman

Das achte Kind von Alem Grabovac

Erzählt wird die Geschichte von Alem, der in Deutschland als Sohn einer Kroatin und eines Bosniers geboren wird.
Am Anfang wird in starken Passagen geschildert, wie die Mutter Smilja aus einem armen Dorf nach Deutschland kommt und dort Emir kennenlernt, heiratet und ein Kind bekommt. Aber Emir ist ein Dieb und Säufer und schon bald kommt es zur Trennung.

Erst als Erwachsener erfährt Alem von seinem Vater, der bereits gestorben ist und besucht sein Grab in Serbien.
Dann schwenkt das Buch zurück in Alems Kindheit und Jugend. Er wächst bei Pflegeeltern auf. Alem ist hin und hergerissen zwischen seiner Mutter und deren
gewalttätigen Freund und seinen Pflegeeltern.

Viele Elemente dieser Zeit, der frühen Achtziger werden gezeigt, so dass man sich gut einfühlen konnte.

Ab und zu ist Alem auch in der ehemaligen Heimat seiner Mutter in Kroatien und besucht seine Verwandten, aber 1991 beginnt der Krieg in Jugoslawien und es kommt zu Vertreibungen.

Der Roman zeichnet sich durch einen eigenständigen Ton aus, der den Leser ans Buch fesselt. Der Ton ist nüchtern und klar, was ich sehr schätze. Und das Buch ist offensichtlich autobiografisch, was die Intensität noch verstärkt.

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Rezensionen von Gudrun7:

wundervolles Buch, das sowohl den Sinn des Lebens aufzeigt und Neuseeland eindrücklich darstellt

... mindestens bis ans Ende der Welt von Christel Tlaskal

Das Cover gibt schon einen tollen Einblick auf das, was sich teilweise zwischen den Klappen versteckt. Ein herrliches Bild, das den Leser "...mindestens bis ans Ende der Welt" entführt.

Genau wie das Cover haben mich die Beschreibungen zu Land und Leuten fasziniert. Auch wenn ich noch nie in Neuseeland war, kann ich mir jetzt die Landschaft und die Sehenswürdigkeiten ansatzweise vorstellen.

Diese werden sehr bildhaft dargestellt.

Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen und führt den Leser gekonnt Stück für Stück durch die Vorkommnisse. Die jeweiligen Gedankengänge und Reaktionen der Charaktere kommen nachvollziehbar rüber. Auch die Veränderungen der Mitwirkenden, die sich während des Aufenthaltes nach und nach vollziehen, werden schlüssig und authentisch transportiert.

Die Kernbotschaften waren mir manchmal etwas zu viel, obwohl ich dieses Buch auch aus spirituellen Gründen ausgewählt habe. Hier hatte ich das ein oder andere Mal das Gefühl, dass es des Guten etwas zu viel war. Dennoch bin ich voll und ganz vom Gelesenen fasziniert.

Mein Fazit: wundervolles Buch, das sowohl den Sinn des Lebens aufzeigt und Neuseeland eindrücklich darstellt

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Rezensionen von zenzi:

Mafia in Südtirol

Das dunkle Dorf von Lenz Koppelstätter

"Vendetta im Herzen der verschneiten Dolomiten" -Rückseite
Im Grödnertal wird im Jänner die Leiche des Dorfpolizisten in einem eigenartigen Hotel gefunden. Grauner und sein Team (Silvia Tappeiner, Claudio Saltapepe) machen sich auf die Mördersuche und entdecken dabei, dass sich in diesem Schiort auch Mafiamitglieder aus dem Süden herumtreiben.

Nicht genug, verschwindet auch die Tochter Sara von Grauner.
Der Prolog - ein Nachbar beobachtet die rasche und lautlose Ermordung der Nachbarsfamilie, er vertuscht aber dieses Masker.
Die Ermitttler habe ich gleich zu Beginn nett gefunden - herrlich die Szene wie Tappeiner dem Süditaliener Claudio das Schifahren beibringen will.
Spannend, Abwechslung bei den Schauplätzen, viele handelnde Personen laden zum flotten Lesen ein und man erhält so einige vergnügliche Lesestunden.
Der Stil des Romans hat mir aber nicht sehr gefallen. An den meisten Kapitlanfängen beginnen extrem viele Sätze mit "Sie" ( "Er" weniger) besonders in der Mitte das Buches. Diese haben mich extrem genervt - solch ein Dahinholpern, nun um die Person nicht sofort zuverraten. Entweder weiß mans eh gleich, oder man ist verwirrt beim Lesen.
Dieser Krimi ist der 6. Fall vom Team rund um Grauner und ist mein erster dieser Reihe, Vorkenntnisse waren nicht nötig. Eine Chance bekommt der Autor bei mir noch, um zu lesen, ob nur bei diesem Buch der Stil so nervig war.

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Rezensionen von Petra Sch.:

Die Rache für vergangene Schuld nach vielen Jahren: Solider Krimi mit einigen Schwächen

Ohne Schuld von Link Charlotte

Kurz zum Inhalt:
Ein Mann versucht, die gebürtige Russin Xenia in einem Zug zu erschießen. Die junge Lehrerin Sophia stürzt schwer mit dem Rad, da ein Draht über den Weg gespannt wurde und auf die danach auch noch geschossen wird, jedoch nicht getroffen: die einzige Gemeinsamkeit ist die Waffe.
Kate Linville von der North Yorkshire Police wird unmittelbar in die Ermittlungen gestoßen, da sie im Zug Xenia beschützt hat.

Dann verschwindet auch noch Alice, die von ihrer Lebensgefährtin als vermisst gemeldet wird, spurlos.
Es gibt keinerlei offensichtliche Verbindung zwischen den Frauen.
Doch Kate kommt dem Täter langsam auf die Spur und begibt sich somit selbst in tödliche Gefahr...


Meine Meinung:
"Ohne Schuld" ist der 3. Teil der Reihe um Kate Linville. Für mich war es der erste, was aber kein Problem war, da genug aus der Vergangenheit der Ermittler in die Geschichte integriert ist.
Schwierig war für mich nur der Anfang zu hören, da es mehrere Handlungsstränge und Erzählperspektiven gibt; man weiß zuerst gar nicht alles zuzuordnen und vor allem, wie diese Stränge zusammenhängen, sodass man sich beim Hören sehr konzentrieren muss. Vor allem die Erzählung von Oliver, Alice's Ex-Mann, kann man anfangs überhaupt nicht einordnen. Man muss wirklich immer geistig dabei bleiben, damit man den Faden nicht verliert.
Außerdem liest die Sprecherin Claudia Michaelsen mit monotoner ruhiger Stimme, was zwar sehr angenehm zu hören ist, jedoch wären stärkere Betonungen und Emotionen für einen Krimi ansprechender.

Charlotte Link hat verschiedene Charakteren mit Ecken und Kanten geschaffen, mit denen man mitfiebert bzw. die polarisieren.
Für mich hat sich dieser Krimi nach einem schwierigen Start dann zu einem mitreißenden Fall entwickelt, v.a. das Schicksal von Sascha ging mir sehr nahe. Man blickt in menschliche Abgründe, von denen man sich nie denken kann, dass jemand zu so etwas fähig ist.
Es gibt Verwicklungen und Verstrickungen; und die Autorin hat es geschafft, eine überraschende Wendung in Sachen Täter einzubauen.
Am Ende gibt es den wohl obligatorischen rasanten Showdown, bei dem Kate um ihr Leben kämpfen muss.
Jedoch gibt es auch einige Schwächen, wie zB die Verfolgung im Zug. Ein Täter hätte sich wohl eher eine Umgebung für die Tat gesucht, wo es nicht so viele Zeugen gibt. Weiters lässt er einige Personen am Leben, während er andere kaltblütig tötet, was ich etwas unlogisch fand. Und auch den Charakter des wegen Alkohols suspendierten Polizisten Caleb Hale fand ich zu klischeehaft.
Gut gefiel mir am Schluss, dass es nicht zu allen Fäden ein Happy-End gibt, denn das ist authentisch und wie im realen Leben.


Fazit:
Nach einem schwierigen Start aufgrund mehrerer Handlungsstränge und Erzählperspektiven entwickelt sich die Geschichte zu einem soliden Krimi mit einigen Schwächen aber überraschenden Wendungen.

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Rezensionen von thora01:

Wundervoller Liebesroman nicht nur für jugendliche Leser

The way to find me: Sophie & Marc von Carolin Emrich

Inhalt/Klappentext:
»Werde seine beste Freundin und beweise mir, dass das alles platonisch geht.«
»Warum?«
»Warum nicht? Du kannst einen neuen Freund gewinnen oder das Ganze bleibt nicht platonisch und ihr beide findet zueinander.«

Es ist immer eine dumme Idee, mit Aaron zu wetten. Sophie aber ist fest entschlossen, zu gewinnen, und da Marc und sie ein gemeinsames Hobby teilen, gestaltet sich ihr Plan einfacher als gedacht.

Schon bald verbringen die beiden viel Zeit miteinander, und Sophie sieht ihren Sieg in greifbarer Nähe. Allerdings hat sie die Rechnung ohne Marc gemacht. Der ist nämlich plötzlich gar nicht mehr uninteressiert, und so verschroben, wie er sein kann, so sexy ist er auch.
(Quelle: Sternensand Verlag)

Meine Meinung:
Wunderschöner humorvoller Liebesroman. Ich fand den Schreibstil sehr jugendlich und konnte mich sofort auf ihn einlassen. Die Thematik ist sehr gut gewählt und die Geschichte hat mich sehr gut unterhalten obwohl ich schon ein wenig außerhalb der Altersgrenze für Young Adult bin. Die beiden Protagonisten haben sich von der ersten Seite weg von ihrer ganz besonderen Seite gezeigt. Sie sind sympathisch und haben ihre ganz besonderen liebenswerten Eigenschaften. Der Grundtenor in dieser Story ist meiner Meinung nach eher auf der ruhigeren Seite angesiedelt. Ich fand es sehr spannend wie sich die Beziehung zwischen den beiden Protas entwickelt hat. Die Autorin hat das gesamte Spektrum der Emotionen in diesen sehr gelungen Roman gepackt. Ich fand es sehr spannend wie die verschiedenartigsten Situationen gelöst wurden. Bei manchen Szenen konnte ich mir ein schmunzeln einfach nicht verkneifen. Ich fand die Reaktionen der Protas teilweise ein wenig komisch. Der Abschluss war sehr gelungen und hat mich total zufriedengestellt.

Mein Fazit:
Wundervoller und ein wenig untypischer Liebesroman. Er konnte mich sofort in den Bann ziehen und ich habe mit den Protagonisten mitgefiebert und mitgelitten. Die Thematik fand ich sehr gut gewählt. Ich kann die Geschichte allumfassend empfehlen.

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Rezensionen von Petra:

Geschichte mit romanhaften Zügen

Was sich lohnt von Sabine Friedrich

Es ist mehr als ein Geschichtsbuch, es ist eine Beschreibung der Beweggründe für den Widerstand gegen Hitler und warum das Ziel, das sich der Kreisauer Kreis gesteckt hatte, nicht erreicht wurde.
Das Ziel war einfach, Hitler loswerden und Deutschland in eine bessere Zukunft führen.
Sabine Friedrich zeigt uns die Männer und Frauen von Anfang an.

Die Erziehung die sie bekamen, hat sie geprägt
Stolz auf das was die Ahnen geleistet haben, Respekt und Bildung. Wenig Vertrauen in Menschen die nicht die gleichen Werte vermittelt bekommen hatten.
Romanhaft erzählt sie Ausschnitte aus dem Leben der Familien von Moltke, von York, Leber und den anderen.
Gleichzeitig fügt sie wichtige Daten und Ereignisse ein. Durch diese Mischung und die vielen Menschen die sie berücksichtigt, ist das Buch nicht einfach zu lesen.
Andererseits macht es neugierig auf den Widerstand und wird den einen oder anderen dazu bewegen sich näher mit dem Thema zu befassen. Ein wichtiger Effekt, denn nun da es immer weniger Zeitzeugen gibt, müssen Jüngere sich eben durch solche Bücher über diese Ereignisse informieren.

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Rezensionen von Recker!:

Fragwürdiger Schreibstil

Ostwind von Kristina Magdalena Henn; Lea Schmidbauer

Mika ist glücklich, denn sie hat ihr Ziel erreicht: Auf dem Gestüt Kaltenbach lebt sie mit ihrem Freund Milan, ihrem besten Freund Sam und ihrem Pferd Ostwind. Bei einem Unwetter wird Ostwinds Geliebte 34 verletzt und erliegt diesen Verletzungen. Deshalb machen sich Mika und Ostwind auf eine Reise zur Bewältigung, eine Reise zu Ostwinds Heimatsort Ora in Andalusien.

Dort erleben sie ein Abenteuer mit dem andalusischen Stallmädchen Sam und erkennen, dass es in anderen Ländern ähnlich zu geht wie daheim.



Die Geschichte ist recht cool. Denn die Geschichte ist auch für Antirassismus, da Mika mit den Spanier*innen umgeht, wie mit allen anderen auch, sie versucht Deutsch zu reden und ist genau so höflich wie mit ihren Freund*innen vom Gestüt Kaltenbach. Die Geschichte ist recht interessant, da sie gegen die Schuldfrage spielt. In einer Zeit, wo die meisten Menschen nach einem Schuldigen für die Situation suchen, ist es wichtig aufzuzeigen, dass es nicht immer um die Schuldfrage geht, sondern man manchmal auch Geschehnisse einfach hinnehmen sollte. Aber da würde ich mich zu sehr in eine Gottesrolle hineinsteigern, das steht aber keinem Menschen zu.

Die Geschichte ist auch gegen Nestlès Idee , aus Wasser Geld zu machen. Denn der Vater von Sam aus Andalusien, Petros, verkauft sein Land an die Gemeinde, die es widerum an eine Firma, die Nestlè ähnelt, verkauft. Doch um das rückgängig zu machen, wurde ein altes Pferderennen wieder veranstaltet. Es ist sehr gut aufzuzeigen, dass man sich sehr wohl gegen Nestlè wehren kann. Hoffentlich passiert das auch mal in der Realität.

Die Figuren sind allesamt recht normal, auch wenn es Helden in dieser Geschichte gibt. Da wäre beispielsweise die Protagonistin Mika, die ihr Traumleben hat. Doch sie ist dennoch nicht zufrieden. ,,Träume mögen in der Realität anders sein"- Timmy B. 2020

Dieses Zitat beschreibt Mika recht gut. Ihre Träume wurden wahr und machten sie beinahe verrückt. Diese Botschaft an Kinder zu richten, ist jedoch sehr fragwürdig, da genau Kinder nach etwas streben sollen. Genau Kindern sollte so etwas nicht als Positiv-Beispiel vorgehalten werden. Aber Mika hat auch andere seltsame Seiten. Beispielsweise zu Beginn des Buches:

Ostwind und 34 stehen im Stall, Mika kommt rein und holt Ostwind, weil sie spürt, dass 34 allein sein möchte. Doch das führt schlussendlich zu 34s Tod. Sie erkennt aber im späteren Verlauf, dass sie falsch gehandelt hat und das ist auch gut so, da man die Fähigkeit Fehler zuzugeben lernt.

Mika ist eine komplizierte Person, die weder nur gut noch nur böse ist. Dadurch wird auch vermittelt, dass kein Mensch nur gut/ nur böse ist.

Dann wäre da noch Mikas Freundin Fanny. Sie war die meiste Zeit in Paris, kam jedoch im richtigen Moment und brachte die Idee für das Rennen als Lösung gegen die Kapitalisierung von Oras Wasser mit. Auch wenn Mika die Protagonistin ist, ist Fanny die Heldin. Mikas Lösung für schwierige Situationen ist, rauszufinden, was Fanny täte. Ohne Fanny wäre die ganze Geschichte ohne Spannungsbogen. Denn das Highlight, das Rennen, kam nur durch sie zustande. Sie ist die wahre Heldin. Mika ließ 34 sterben, haut mit Ostwind ab, ohne an das Therapiezentrum und die ganzen armen Pferde zu denken. Doch zum Schluss lässt Mika Ostwind in Ora, da es ihm in Kaltenbach schlecht ginge. Sie denkt nicht an das Fohlen, dass ohne Eltern aufwächst, nicht an die Großmutter, die dadurch 500.000 € verliert. Hauptsache Ostwind geht`s gut. Doch Fanny ist anders. Sie denkt an alle und schadet keinem, die wahre Heldin.

Das Konzept der Protagonistin als Antagonistin ist interessant. So etwas sieht man wohl in sonst keinem anderen Buch. Dieses Konzept ist neu und originell.

Ob es einen Schreibstil gibt, ist fragwürdig, denn es wirkt wie eine Kindergeschichte, die genauso gut aus einer Kinderfeder stammen könnte. Denn es gibt keine komplizierten Satzkonstruktionen, die meisten Wörter sind einfach und keine Fachwörter, wenn das Wort Achluphobie vorkäme, schreibe man Angst vor Dunkelheit statt dem Fachwort Achluphobie.



Fazit? Das Buch war sehr gut, auch wenn die Existenz eines eigenen Schreibstils fragwürdig ist.

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Rezensionen von Marie aus E.:

Weggebeamt in die Geschichte

Ostwind von Kristina Magdalena Henn; Lea Schmidbauer

Bei dem Buch trat es wieder auf, das Phänomen des vollständigen Versinkens in ein Buch. Das Kind war nicht ansprechbar, es tauchte nur kurz auf aus den Buchseiten und murmelte: "So spannend!"

In der Tat. Was anfangs eher gemächlich beginnt, entwickelt dann eine super Dynamik. Benes Mutter möchte im Sommer mit Bene und ihrem neuen Freund verreisen.

Das geht ja gar nicht, findet Bene, den der Neue ist ein schrecklicher Schleimer. Da fährt er ja lieber noch zur Griesgram-Oma. Hoch gepokert, natürlich hat Bene gehofft, dass seine Mutter dann umschwenkt, aber das Spiel hat er verloren.
Und Benes Oma ist wirklich speziell, vom "Enkelkinder müssen von vorne bis hinten verwöhnt werden-Sommerferienprogramm" hat sie leider noch nichts gehört. Blöd für Bene, beschrieben wurde sie aber super, wir konnten sie uns so gut vorstellen.
Das Wort "Tippen" haben wir hier in einem völlig neuen Zusammenhang kennengelernt, aber "die gute Butter", die Oma beim Kochen und Backen verwendet, die kennen wir so genauso von Uroma. Klasse!

Und Bene? Na, für den werden die Ferien doch nicht so langweilig wie befürchtet, ganz im Gegenteil. In Omas Wohnort ist ganz schön viel geboten und mit seinen neuen Freunden wird er vielleicht sogar zum Helden? Ein richtiges Abenteuer erlebt er in diesen Ferien und wir sind dabei.

Ein richtig spannendes Buch mit super ausgearbeiteten Charakteren - 5 Sterne im Brustton der Überzeugung verleiht das Kind hier.

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Rezensionen von Emmmbeee:

Schein und Sein

Die Erfindung des Dosenöffners von Tarkan Bagci

Timur Aslan, 20, lebt bei seinem Vater. Er hat noch nicht gefunden, was und wohin er im Leben überhaupt will, beneidet aus der Ferne seine anscheinend erfolgreichen Kollegen und quält sich mit dem einen Artikel herum, der ihm zum Sprung ins versprochene Volontariat einer maßgeblichen Zeitung verhelfen soll.

Genauso wie andere auf die perfekte Welle warten.
Da schneit ihm die als verrückt verschriene Annette Wagner vor die Füße. Sie behauptet, den heute gebräuchlichen Dosenöffner erfunden zu haben. Doch damit er die Wahrheit und damit ihre Geschichte erfährt, muss er sie nach Basel kutschieren. Das ist nur möglich mit dem umhegten, kostbaren Oldtimer seines Vaters. Heimlich, versteht sich.
Die Befürchtungen, die dem Leser sofort kommen, treffen schon mal nicht ein. Doch jede Menge Anderes, Überraschendes geschieht.
Die ersten 70 Seiten zogen sich für mich zäh dahin. Dann nahm die Handlung zusehends an Fahrt auf und riss mich mit. Der Erzählstil offenbart sich als ein leichtfüßiger, die Zeichnung der Situationen scheint mir sehr lebensnah. Ich habe mit Timur gelitten wie mit kaum einem anderen Protagonisten – und ich lese viel. Besonders bewundert habe ich seinen Vater, der stets die Ruhe bewahrt, geduldig ist und seinem Sohn viele Freiheiten lässt, was andere Eltern kaum aufbringen.
Doch Annette schlägt alles. Was diese Greisin aus der Tasche zaubert und darin versteckt, etwa einen Pass mit anderem Namen oder Timurs Handy, verblüffte mich immer wieder. Nicht so gefallen hat mir die Zeichnung der beiden Basler Polizisten. Hier werden zu viele Klischees bedient.
Durch den großen Druck kommt man trotz der anfänglichen Längen gut voran. Das Buch liegt auch gut in der Hand, die Finger ertasten gern den hochglanzunterlegten Teil des Covers, Der Roman wird künftig wohl zu meinen Lieblingsbüchern zählen. Ich werde ihn jedem empfehlen, der glaubt, schon zu jedem Thema etwas gelesen zu haben.

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Rezensionen von Ele:

Tödliches Südtirol

Das dunkle Dorf von Lenz Koppelstätter

Das dunkle Dorf, Kriminalroman von Lenz Koppelstätter, EBook 283 Seiten, erschienen im Kiepenheuer & Witsch – Verlag.
Rachsüchtige Mafiosi, ein toter Dorfpolizist und geheime Ermittlungen: Südtirols beliebtestes Ermittlerduo bekommt es mit Italiens gefährlichsten Verbrechern zu tun.
Es ist Mitte Januar, im verschneiten Grödnertal mitten in der Skisaison, doch die Idylle ist vorbei als in einem Ski-Hotel im luxuriösen Skiort St.

Christina, die Leiche des Dorfpolizisten entdeckt wird. Commissario Grauner, seine Assistentin Tappeiner und sein neapolitanischer Kollege Saltapepe beginnen mit den Ermittlungen. Doch Grauner ist nicht so recht bei der Sache, denn seine 18jährige Tochter Sara ist verschwunden. Plötzlich muss auch Saltapepe untertauchen, weil der Mafiaboss U Lunatico, den der Ispettore einst ins Gefängnis brachte und gedemütigt hat, hinter ihm her ist, da glaubt Grauner nicht mehr an einen Zufall. Gemeinsam mit seiner Frau Alba ermittelt er gegen alle Vorschriften – sie stürzen sich in einen Kampf gegen Italiens gefährlichste Verbrecher.
Die im auktorialen Erzählstil geschriebene Geschichte erstreckt sich über einen Zeitraum vom 16. bis zum 19. Januar. Die einzelnen Tage sind mit einer Zeitangabe versehen und in Kapitel unterteilt, was mir sehr dabei geholfen hat, den Überblick zu behalten. Ein wortgewaltiger Krimi in einer düsteren Sprache, Briefe, Eigennamen und besondere Textstellen erscheinen kursiv gedruckt. Viele Dialoge – auch in italienischer Sprache machen die Erzählung äußerst lebendig.
Koppelstätter konnte mich wieder einmal mit seinem bildhaften Erzählstil und der eindrucksvollen Sprache restlos begeistern. Der Spannungsbogen beginnt im Prolog und bleibt gleichbleibend hoch bis zum Ende. Und wegen eines fiesen Cliffhangers auch darüber hinaus. Dieser Fall kam mir tatsächlich besonders gefährlich, zu Herzen gehend und zum Teil auch richtig grausam vor, denn bei der Mafia wird nicht lange gefackelt. Im vorliegenden Fall sind wirklich die miesesten Verbrecher involviert die Italien aufzubieten hat, Drogenhändler, Camorra, Ndrangheta und auch noch die Russenmafia.
Grauner musste bis an seine Grenzen und noch weiter gehen, hin und hergerissen zwischen der Sorge um seine Tochter und um Claudio Saltapepe. Wieder einmal war Grauner meine Lieblingsfigur, für seine Familie und seine Kollegen ist er bereit alles zu riskieren, der seine Heimat und die Natur liebende Kommissar ist mir trotz seiner kauzigen Art sehr ans Herz gewachsen. Besonders sympathisch auch die „Assistentin“ Silvia Tappeiner und die „Gattin“ Alba Gauner, unerschrocken und taff agieren sie in diesem Fall. Alle handelnden Personen sind charakterlich gut gezeichnet, sie handeln nachvollziehbar und authentisch. Es hat sich auch wieder „Urlaubsgefühl“ bei mir eingestellt, viele Orte des Settings sind mir vertraut. Dieser Krimi war in zwei Tagen gelesen, ich habe den Reader nur ungern aus der Hand gelegt. Das Ende verspricht eine Fortsetzung, worauf ich mich schon sehr freue. Eine unbedingte Leseempfehlung, besser noch in der Reihenfolge ab Band 1. Von mir 5 begeisterte Sterne.

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