Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Tara:

Sehr persönlich - Teil des Lebens

Was bleibt, wenn wir sterben von Louise Brown

„Was bleibt wenn wir sterben“ ist ein sehr persönliches Buch der Journalistin und Trauerrednerin Louise Brown. Sie befasst sich hier mit einem Thema, dass wir im Leben nur zu gerne außen vorlassen, dabei ist es ein Teil des Lebens und gehört dazu: der Tod.

Nachdem Louise Brown in kurzer Zeit beide Elternteile verloren hat und sich zwangsläufig mit dem Thema Tod und Trauer auseinandersetzen muss, möchte sie etwas Sinnvolles mit ihren Erfahrungen machen.

Hier hat die Autorin ihre Erfahrungen und Eindrücke als Trauerrednerin zusammengefasst. Es ist keine Anleitung für Verbliebene wie man mit dem Thema umgehen muss/kann, es sind lediglich ihre persönlichen und beruflichen Erlebnisse. Mir hat es sehr gut gefallen wie offen Louise Brown mit dem Thema umgeht, da ich selbst das Thema schwierig finde und mir oft die richtigen Worte fehlen.

Wenn man einen geliebten Menschen verliert, sind es die Erinnerungen, die uns Trost spenden und die dabei helfen, die Trauer zu verarbeiten. Ich finde das Buch sehr tröstlich zu lesen und wenn man das Thema Tod, so wie die Autorin dies tut, in sein Leben lässt, ist es auch gar nicht mehr so beängstigend. Wenn wir den Tod als Teil des Lebens akzeptieren, wird der Umgang sowohl für die nächsten Trauernden als auch für die, die ein wenig weiter weg stehen, einfacher.

Ich finde das Buch mutig und mir gefällt der einfühlsame Schreibstil der Autorin sehr gut. Deswegen möchte ich es nicht nur Menschen empfehlen, die sich gerade in der Situation des Trauerns befinden, sondern allen, da das Thema auch alle betrifft.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Tara

Rezensionen von cr:

Interessante Einblicke

Flucht nach Patagonien von Revedin Jana

Interessante Einblicke


Eugenia Errázuriz hat ein sehr ambitioniertes Ziel - in den südamerikanischen Anden will sie ein Grandhotel eröffnen. Sie befindet sich auf dem Schiff nach Amerika - auf ihrer Reise um ihr Ziel zu erreichen.

Der Schreibstil ist sehr poetisch - insbesondere das Leben/der Abschnitt in Paris wurde sehr philosophisch beschrieben und lädt zum Träumen ein.

Die Geschichte wird sehr detailliert beschrieben - auf Kunstwerke und generell das Thema Kunst wird immer wieder besonders eingegangen, man merkt hier das Interesse der Autorin. Man sollte sich dessen bewusst sein - da das nicht unbedingt ein Thema für jedermann ist.

Ich fand das Buch sehr interessant - über das Leben aus dieser Zeit in Europa und Südamerika zu erfahren und Eugenia auf ihrer Reise um ihr Ziel zu erreichen zu begleiten. Einmal etwas anderes, eine richtig intuitive Geschichte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von cr

Rezensionen von C. P.:

Bleibt spannungstechnisch ein wenig hinter den ersten beiden Fällen zurück

Neben wem du erwachst von Gytha Lodge

Nach einer durchzechten Nacht liegt ein Fremder neben Louise im Bett - tot. Und alles voller Blut! Weder kann sie sich an irgendwas erinnern, noch darf ihr Mann davon erfahren, dass ein anderer Mann im Ehebett liegt. Also versucht sie zunächst, das Ganze zu vertuschen, auch wenn die Ermittler schnell dahinter kommen, dass an Louises Version so einiges nicht stimmt.

Doch was geschah wirklich in besagter Nacht?
Der dritte Fall für Detective Chief Inspector Sheens und sein sympathisches Team. Wieder einmal gefiel mir das Teamwork der vier, wobei als Nebenthema das bedrohliche Stalking von Juliette Hansons Exfreund die Handlung bereichert. Der Fall selbst gestaltet sich zunächst als undurchsichtig, zumal klar ist, dass viele Beteiligte es mit der Wahrheit nicht so ganz genau nehmen. Dennoch empfand ich den Roman zunächst als anstrengend, da Louise und ihre Sauftouren bzw. ihr zweites Ich als besoffene Louise sehr präsent sind und sie für meinen Geschmack zu sehr darauf herum reitet, wie mutig sie doch erst durch Alkohol würde und wie besorgt sie sei, nüchtern als langweilig und uninteressant zu gelten. Mit der Zeit nimmt der Roman jedoch mit den Ermittlungen deutlich an Fahrt auf und bietet bald wieder die von der Autorin gewohnte Spannung.
Auch wenn sich der Fall wieder ziemlich komplex gestaltet, empfand ich den Roman im Gegensatz zu den ersten beiden Bänden zunächst als etwas anstrengend, primär durch Louises Subjektivität und ihr nerviges Selbstmitleid bedingt. Die Polizeiarbeit gefiel mir dann wiederum ganz gut, so manche Überraschung wurde mit der Zeit aufgedeckt und lud beim Lesen zum Miträtseln ein. Nicht ganz so überzeugend wie die ersten beiden Fälle um DCI Sheens und sein Team, dennoch lesenswert.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von C. P.

Rezensionen von C. P.:

Wenn Verhalten das Zusammenleben vergiftet

Die Leuchtturmwärter von Emma Stonex

1972 verschwanden vor der Küste Cornwalls drei Leuchtturmwärter spurlos: Der Tisch in der Küche war gedeckt, die Uhren alle zur selben Zeit stehengeblieben und die Tür von innen verschlossen. Zwanzig Jahre später möchte ein Autor sich des Geheimnisses rund um das Verschwinden der Männer annehmen und beginnt, die Partnerinnen der Wärter zu befragen.

Aufgebaut ist das Buch so, dass man zwischen den Zeitebenen 1972 und 1992 hin- und herspringt. Man erlebt die Zusammenarbeit der Männer, in welche sich nach und nach eine ungesunde Atmosphäre einschleicht und deren Leben vergiftet. Ebenso lernt man die Frauen kennen, wie sie mit ihrem Schicksal jeweils umgegangen sind, ihre Gedanken und Emotionen sowie ihre Theorien zum Verschwinden ihrer Partner. Tatsächlich gab es damals schnell einen mutmaßlichen Täter, dem alles in die Schuhe geschoben werden konnte, doch nicht alle sind derselben Meinung. Langsam entwickelt sich während des Romans ein Bild der drei Paare, ihr Leben, ihre Probleme sowie ihre Charaktere, welche mehr oder weniger zur Tragödie führten. Das Ende bleibt nicht offen, man erlebt als Leser mit, was damals wirklich geschah, auch wenn die Menschen im Roman dies womöglich nie erfahren werden.
Ich empfand es als lesenswert, die charakterlichen Entwicklungen der Beteiligten zu verfolgen, wobei mir im Laufe des Romans klar wurde, dass nicht jeder Charakter für derlei Leben tauglich ist und so manche Personen die Atmosphäre mit der Zeit einfach vergiften. Vermisst habe ich etwas mehr Details zum Leben damals auf einem Leuchtturm, der mitten im Meer stehend vom Rest der Bevölkerung buchstäblich abgeschlossen ist. Das hätte die Stimmung noch greifbarer gemacht. Ebenso ist der Schreibstil etwas ungewohnt, wenn die Perspektive auf die Frauen in der Gegenwart umschwenkt.
Insgesamt ein interessantes Buch über aussergewöhnliche Charaktere und wie manche davon langsam toxisch auf eine enge Gemeinschaft wirken können.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von C. P.

Rezensionen von C. P.:

Sehr gesund und sättigend

Genussvoll gesund bleiben von Christopher Crell

Das Buch zielt darauf ab, sein Immunsystem über die Ernährung aktiv zu stärken. Dies geschieht, pauschal zusammengefasst, durch das Weglassen bzw. Reduzieren von Lebensmittelbausteinen, welche den Körper eher belasten als diesem nützlich zu sein (gesättigte Fettsäuren, einfache Kohlenhydrate wie in Mehl und Zucker, Gluten).

Stattdessen isst man vermehrt nützliche Bausteine wie Vitamine und Mineralstoffe, Spurenelemente, gesunde Fette, komplexe Kohlenhydrate, Proteine und so einiges mehr. Aufgebaut ist das Buch als Challenge über 4 Wochen mit jeweils drei Mahlzeiten pro Tag. Zu vielen Gerichten gibt es kleine Hinweise, warum enthaltene Zutaten so gesund für den Körper sind, sowie ein bisschen Hintergrundwissen. Ebenso gibt es viele Bilder zu den Rezepten.
Generell gefällt mir das Buch, da es in erster Linie viele gesunde Lebenmittel untereinander kombiniert, wodurch ein positiver Effekt einfach zu erwarten ist. Wer die Challenge akzeptiert muss sich darauf einstellen, zum Frühstück auch mal einen grünen Smoothie oder einen herzhaften Salat zu essen. Ich empfand die Mahlzeiten als recht sättigend und lecker, manche würd ich mir für meinen eigenen Geschmack etwas anpassen wie z. B. die benötigte Knoblauchmenge. Vorbereitend wird zu Beginn ein Brot gebacken, welches als Low-Carb-Variante u. a. Quark und Eier enthält. Hier wäre ein Hinweis zur Lagerung des Brotes über mehrere Tage sinnvoll gewesen, damit es nicht zu schnell schimmelt. Wie es bei Kochbüchern generell der Fall ist haben mir einige Rezepte geschmacklich mehr zugesagt als andere, allerdings bietet das Buch genügend Alternativen, welche man stattdessen kochen könnte. Selbst ein Apfelkuchen kommt in der Rezeptsammlung vor, nur eben mit ein wenig anderen Zutaten. Das ist auch ein Punkt, der etwas ungewohnt ist, da auf gängige Zutaten wie Mehl und Zucken eben verzichtet wird. Tendenziell sind die Rezepte im Low-Carb-Bereich anzusiedeln, nur eben mit erhöhtem Anteil an für den Körper positiven Inhaltsstoffen.
Vom Aufbau her fand ich es etwas schwierig, bestimmte Rezepte im Register wiederzufinden, wenn ich nicht den genauen Namen des Rezeptes wusste. Ebenso sind die Zutatenlisten der Rezepte leider nicht tabellarisch angeordnet, so dass ich es als umständlich empfand, die benötigten Zutaten für die Einkaufsliste herauszuschreiben. Eine vorgefertigte Einkaufsliste für die jeweilige Woche fehlt leider.
Wer sein Immunsystem über die Ernährung boosten will, für den ist diese Challenge auf jeden Fall zu empfehlen. Ebenso taugen die Rezepte für eine langfristige Umstellung hin zur gesünderen Ernährung. Da gängige Zutaten wie Mehl, Zucker und Nudeln hier keine Verwendung finden sollte man sich schon darauf einstellen, dass die Zutatenlisten ein wenig anders als gewohnt ausfallen und der Kauf von Erythrit, Mandelmehl und Sojakernen zur eigenen kleinen Challenge werden könnte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von C. P.

Rezensionen von cr:

Eindrucksvolles Familienextrem

Shuggie Bain von Douglas Stuart

Eindrucksvolles Familienextrem

Shuggie Bain wurde in den 1970-ern in so eine richtige Patch-Work Familie hineingeboren - die extreme spielsüchtig, alkoholisch und untreue sind da mit dabei. Shuggie ist aber anders - irgendwie hat man am Anfang gleich das Gefühl, er passt nicht so ganz dazu.

Er tanzt gerne und spielt lieber mit Puppen als mit den anderen Jungen Fußball.
Das Buch ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle - von schmerzhaft, tragisch, berührend bis hoffnungsvoll ist alles mit dabei. Ein Hin und Her Zwischen Freundschaft und Ausgrenzung. Auch in der Familie geht es turbulent her - der Vater verlässt die Familie.
Der Alkoholismus hat in diesem Buch eine ganz besondere Rolle - man liest von wirklich grauenhaften Facetten, das lässt einem nicht kalt.
Mir hat das Buch sehr gefallen, und es hat mich auf emotionale Weise richtig mitgenommen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das Buch für jeden etwas ist, auf Grund seines doch recht eigenen Stils.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von cr

Rezensionen von Emmmbeee:

Weiter so, Walter!

Barbara stirbt nicht von Alina Bronsky

Der verheiratete Rentner Walter ist plötzlich auf sich allein gestellt. Doch ist er nicht zum Witwer geworden, denn seine Frau Barbara hat einen Schlaganfall erlitten. Sie, die doch immer alles gemacht hat, muss nun versorgt werden, denn sie will nicht ins Krankenhaus, und er will nichts von der Schwere ihrer Krankheit wissen.

Die Herausforderungen sind für Walter nicht gering, doch allmählich wächst er über sich hinaus. Allmählich erkennt er auch, wie perfekt, verlässlich und bescheiden seine Barbara war und ist.
Mich hat dieses Männerbild nicht erstaunt, denn gerade bei der älteren Generation habe ich ähnliche Profile beobachtet. Auch wenn Alina Bronsky die Menschentypen gern überzeichnet, hier hat sie die Realität dargestellt. Zum Glück hat sich vieles geändert, und die jüngeren Männer sind keine solchen Paschas mehr.
Bronsky setzt das Alltagsgeschehen der Familie so um, wie es nun einmal stattfindet. Ihr Sprachstil passt hervorragend dazu: kein Wort zu viel, alles wird deutlich beschrieben, unprätentiös, lebensnah, farbig, zu Herzen gehend. Auch das Tempo ist erfreulich, die Spannung besteht von der ersten Seite an.
Meine Anteilnahme gilt natürlich Barbara, aber auch Walter gewinnt immer mehr an Sympathie, denn er bemüht sich redlich. Was man von vielen Männern, deren Frauen erkranken, nicht behaupten kann.
Das Cover mit dem überquellenden Filterkaffee könnte stimmiger nicht sein. Das Bild strahlt aber auch die Sauberkeit aus, die Barbara im Haushalt einst geschaffen hat und die nun Walter ebenfalls anstrebt.
Seit „Scherbenpark“ lese ich alle Bronsky-Bücher mit Begeisterung. Dass ein Autor schwierige Situationen so authentisch darstellen kann, bedingt eigene Erfahrungen, und die sind der im asiatischen Teil Russlands geborenen Alina Bronsky nicht abzusprechen. Mich freut jeder Preis, der ihr zuerkannt wird, und ich warte jetzt schon auf ihr nächstes Buch.
Empfehlen möchte ich den Roman vor allem jenen Leserinnen und Lesern, die sich von ihren Vorurteilen nur schwer lösen können.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Emmmbeee

Rezensionen von begine:

Fakten und Fiktion

Der zweite Jakob von Norbert Gstrein



Der Österreichische Schriftsteller Norbert Gstrein schreibt fesselnd und mit Gefühl über Personen seiner Heimat Tirol.

Der Roman „Der zweite Jakob“ ist deas zweite Buch das ich von ihm gelesen habe. Mir gefällt sein Schreibstil.
Der Protagonist in dieser Geschichte ist ein Schauspieler, der bad 60 Jahre alt wird.

Er erzählt viel über seine Tochter und über seine Frauen. Er spielt gerade einen Film in Texas.
Seine Tochter lässt eine Biografie zu seinem 60ten schreiben und Jakob hat Angst, was sie erzählt.

Der Autor erzählt mit mit Brillianz über inne Konflikte, über Schuld und Sühne.
Dieses Buch brilliert mit künstlerischem Anspruch.
Der Roman ist ein guter Anwärter für den Deutschen Buchpreis.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von begine

Rezensionen von rewareni:

Der kleine Engel

Engelspost von Iris Muhl

Der erfolgreiche Unternehmer Eliott White wird als Studiogast beim New Yorker Radio eingeladen um über seinen Erfolg und sein Leben zu erzählen. Was keiner dabei ahnt ist, dass es eine Lebensbeichte sein wird , die die Hörer in Atem halten wird.
Im Jahre 1913 lebt Eliott als Betrüger und Dieb und egal wo und wie er andere ums Ohr hauen kann, tut er es.

Dass er sogar früher einmal in einem Bordell seiner Cousine als Türsteher gearbeitet hat und er dort Dinge getan hat, die im später noch einmal leid tun werden, zeigt, dass es um seinen Charakter nicht zum besten steht.
Auf einer Zugfahrt aber trifft er auf ein kleines, verwahrlostes Waisenkind, das man wie eine Ware mit einer Briefmarke frankiert hat und ohne Essen und Trinken auf eine Reise durch halb Amerika in ein anderes Waisenhaus verschickt. Was Eliott bei dieser Fahrt mit dem Kind und den Mitreisenden erlebt, prägt ihn für den Rest seines Lebens.
Der Roman ,, Engelspost“ von Iris Muhl ist die traurige und sehr emotionale Geschichte aus einer Zeit, in der es tatsächlich zum verschicken kleiner Kinder gekommen ist, wo ein Mensch einfach einer Ware gleichgestellt war. Die Interaktion zwischen Eliott und dem kleinen Mädchen wird von der Autorin sehr bildhaft erzählt. Besonders Eliott muss dabei für sich selbst einen beschwerlichen Weg gehen, da er sprichwörtlich vom Saulus zum Paulus wird. Er macht in der Zeit der Zugfahrt eine große Wandlung durch wo er immer wieder von Selbstzweifel geplagt wird, ob seines Lebens, wo ihn bisher die Gefühle, Sorgen und Probleme anderer nicht tangiert haben. Ein Betrüger lebt nur für sich selbst und seinen Vorteilen. Das kleine Mädchen wird von der Autorin bislang etwas geheimnisvoll und auch ,,engelhaft“ dargestellt. Es war oft als Leser nicht leicht den Gesprächen, der versnobten Mitreisenden emotionslos zu folgen. Da hat Iris Muhl sehr gut die verschiedenen Charaktere heraus gearbeitet, wo Vorurteile, Ablehnung und wenig Mitgefühl für das verarmte Mädchen deutlich zu spüren waren. Die Kleine hingegen wird stets freundlich und dankbar dargestellt wenn sie merkt, dass es jemand gut mit ihr meint. Obwohl sie bisher unter widrigen Umständen aufgewachsen ist umgibt sie trotzdem eine Aura der Zufriedenheit und auch scheinbar einem sechsten Sinn, da sie es immer wieder schafft mit Worten oder Handlungen ihre Gegenüber zu verblüffen und auch demütig zu machen. Die Geschichte über Schuld und Sühne hat Iris Muhl mit angenehmen und intensiven Worten erzählt und dem Leser somit schöne und auch emotionale Lesestunden beschert. Die liebevolle Aufmachung des Romans sollte auch noch erwähnt werden, da die Hardcover Ausgabe mit Goldlettern und einem angenehm haptischen Stoffeinband versehen ist. Wer das toll gelungene Cover mit dem verwahrlosten Mädchen und dem Gentleman mit dem Zug sieht wird davon schon animiert den Roman lesen zu wollen, was er sicher nicht bereuen wird.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von rewareni

Rezensionen von Ecinev:

spannendes Familienpuzzle

Die andere Tochter von Dinah Marte Golch

Das Cover mit den Puzzleteilen ist schlicht und doch sehr passend für diesen Roman. Antonia arbeitet als Entrümplerin von Wohnungen Verstorbener. Bei einem Rundgang durch eine Wohnung kommt sie mit einer ätzenden Flüssigkeit in Berührung und verliert ihr Augenlicht. Durch eine Hornhaut Transplantation kann sie wieder sehen.

Sie möchte der Mutter der verstorbenen Spenderin danken.

Und obwohl der Kontakt von Spender und Empfänger streng geregelt ist, erhält sie ein persönliches Schreiben der Mutter und trifft sich mit ihr in Frankfurt. Sie bietet sich an die Wohnung zu räumen und erhält so einen tiefen Einblick in das Leben der Verstorbenen und deren Familie. Sie hat Flashbacks und weiß nicht mehr wem sie noch trauen kann und am Ende gerät ihre eigene Familie in Gefahr.

Das Thema Organspende und die unterschiedlichen Traumata der Empfänger wird hier gut dargestellt. Die Geschichte ist sehr komplex mit unterschiedlichen und doch sehr nah beieinanderliegenden Zeitpebenen. Allerdings gibt es einige Längen und den Exkurs in den zweiten Weltkrieg und die Beutekunst hätte es nicht unbedingt gebraucht. Die Erklärungen am Ende waren sehr hilfreich um das Verhalten von Toni zu verstehen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ecinev