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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Minangel:

Da ginge noch mehr… Weihnachten

Der Ort der verlorenen Herzen von Claire Stihlé

Meine Meinung: Anouk ist eine Einzelgängerin, welche sich aufgrund des dramatischen Todes ihrer Eltern vor der Welt verschließt. Eine geheimnisvolle Einladung in den Heimatort ihrer Eltern lässt ihre Prinzipien des Einsiedelns in der Großstadt über Bord werfen und sie tritt die Reise an. Immer wieder übermannen sie alte Gefühle, man spürt das Trauma richtig.

Ob sie sich an diesem Ort wieder mehr für andere Menschen öffnen kann? Was hat es mit den anderen Gästen auf sich?
Der Roman ist aus der Ich-Perspektive erzählt. Und doch bleibt mir Anouk fremd in ihren tieferen Gefühlen und Emotionen jenseits des Verlustes. Sie berichtet zwar von den Ereignissen, von ihrer Beziehung und immer wieder von ihren Eltern und Tanten und doch wurde ich von der Story insgesamt nicht abgeholt. Vor allem hat mir der weihnachtliche Tough sehr gefehlt.
Die Charaktere sind durchwegs interessant gewählt, sie bleiben etwas zu wenig tiefgehend skizziert. Im zweiten Teil erfahren wir, was nach dem Treffen passiert ist und hier sind mir die Geschehnisse doch zu sehr vorhersehbar gewesen bzw. ob sich nach einem Treffen so viel ändern kann und aus Fremden Freunde werden?! Aber ja, es ist Weihnachten und somit darf auch dies so sein. Es hätte noch mehr sein können und ist es trotzdem ein Roman, den man so schnell nicht vergisst.
Fazit: eine Geschichte, die weniger mit Weihnachten, dafür aber mit mehr Traumen zu tun hat, die gesehen und geheilt werden wollen. Von mir gibt es trotzdem lesenswerte 3 Sterne in den Weinbergen.

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Rezensionen von manu63:

Falsche Entscheidungen

Der Ort der verlorenen Herzen von Claire Stihlé

In Zeiten des Tulpenwahns ist ein historischer Roman der Autorin Susanne Thomas. Die Leser werden entführt in die Niederlande des 17. Jahrhundert. Dort treibt der Wahn nach Tulpen die Preise immer mehr nach oben und der Tulpist Nicolaes versucht in dieser Zeit die Mitgift für seine Tochter Margriet zusammen zu bekommen, damit sie in eine höhere Gesellschaftsschicht einheiraten kann.

Die Autorin lässt die einzelnen Szenen durch bildhafte Beschreibungen, wie aus einen alten Gemälde der damaligen Zeit, vor den Augen des Lesers entstehen. Die Geschichte entwickelt sich zügig und der Schreibstil ist flüssig. Einige Charaktere hätten mehr Tiefe bekommen können, so sich Margriet und ihr Verlobter Frans recht blass. Dagegen ist der Vater Nicolaes gut ausgearbeitet und man kann seine Seelenqualen verstehen. Der Böse in dem Spiel wird nur oberflächlich angekratzt und ich kann seine Rachegelüste nicht so ganz nachvollziehen. Insgesamt eine ansprechende Lektüre die mich gut unterhalten hat.

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Rezensionen von Lerchie:

Wird Luise das Leid überwinden?

Der große Aufbruch von Ellin Carsta

Luise ist nach den schrecklichen Ereignissen in Hamburg nach Kamerun gefahren um zu vergessen und diese hinter sich zu lassen. Doch fragt sie sich, wie sich ihr Wiedersehen mit Hamza, den sie einst geliebt hatte nach dieser langen Zeit gestalten wird? Doch dann erreicht sie eine Nachricht, die sie zwingt doch noch einmal nach Hamburg zurückzukehren.

Denn ihr Noch-Ehemann Hans will sich nicht scheiden lassen. Und er versucht ihre Anteile am Kontor an sich zu reißen. Will er die Familie ruinieren? Luise muss das verhindern und muss persönlich in Deutschland vor Gericht erscheinen. Dabei wollte sie nie mehr einen Fuß in dieses Land setzen. Wird es ihr gelingen nach allem was war, noch einmal ins Leben zurückzufinden?

Meine Meinung
Dies ist jetzt endgültig der letzte Band der Hansen-Saga. Wie schon die vorhergehenden Bände ließ sich auch dieser, dank des unkomplizierten Schreibstils der Autorin der keine Stockung im Lesefluss zuließ, leicht und flüssig lesen. Gleich war ich wieder in der Geschichte drinnen und vermochte mich auch gut in die Protagonisten hineinzuversetzen. Natürlich in Luise, die das Land, das ihr so viel Unglück beschert hatte, nur noch verlassen wollte. Und ich war sehr gespannt, wie es mit ihr weitergehen würde. Und vielleicht auch mit Hamza? Aber das soll der geneigte Leser selbst herausfinden. In Therese, die zu spät nach Wien zurückkehrte. Warum zu spät? Auch das wird der geneigte Leser selbst herausfinden müssen. Eine Person hat mich am Ende doch überrascht, und wer das war, ja das verrate ich natürlich auch nicht. Obwohl ich mir fast etwas Ähnliches gedacht hatte. Wenn der Leser dieses Buch liest, wird er bestimmt herausfinden wen und was ich meine. Wie schon die Vorgängerbände war auch dieses Buch spannend vom Anfang bis zum Ende. Es hat mir gut gefallen, mich gefesselt und außerdem noch sehr gut unterhalten. Ich freue mich schon auf das nächste Buch von Ellin Carsta. Von mir eine Leseempfehlung sowie die volle Bewertungszahl.

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Rezensionen von heinoko:

Der Hund Blumenkohl und andere Verrücktheiten

Leo und Lucy 1: Die Sache mit dem dritten L von Rebecca Elbs


Ein Jugendbuch für 10- bis 13-Jährige, so prall gefüllt mit Humor und verrückten Ideen, mit schrägen und liebenswerten Menschen, mit ernsthaften und witzigen Themen, so blitzschnell springend zwischen kindlichen und reiferen Problemen, dass es dem Leser ganz schwindlig werden könnte bei all den temporeichen Sprüngen.

Leo hat es nicht leicht. In einem Hochhaus in Köln-Chorweiler zu leben mit einem Skateboard aus dem Sperrmüll, das ist schon krass. Umso mehr, wenn beim Vorlesen die Buchstaben Ringelreihen tanzen und Leo jede Menge Spott erntet. Gut, dass es die feste Freundschaft zu Lucy gibt, die im Rollstuhl sitzt und tolle kluge Sätze sagen kann. Leo’s größter Wunsch ist das Super-Skateboard XW-90. Als genau dieses Skateboard als Hauptgewinn bei einem Vorlesewettbewerb ausgerufen wird, ist klar, dass Leo diesen Hauptgewinn erringen MUSS, und das, obwohl er der schlechteste Vorleser weit und breit ist. Er ahnt nicht, was alles geschehen wird…

Das Wichtigste voran: Das Buch zu lesen macht Spaß! Es liest sich absolut kurzweilig, abwechslungsreich, mit immer wieder neuen überraschenden Ereignissen. Die Charaktere sind sehr liebenswert geschildert in ihren Besonderheiten, Stärken und Schwächen, egal ob erwachsen oder Kind. Niemand ist vollkommen. Besonders wichtig empfinde ich persönlich, dass eine Fülle von wichtigen Themen im Buch Platz haben. Legasthenie, fremdländische Herkunft, Mobbing, Behinderung, Armut – all diese Themen finden kindgerecht im Buch ihre Stelle, ohne dass sie sich in den Vordergrund drücken und als vorsätzlich problematisch thematisiert werden. Beschützend und stärkend legt sich das große Thema Freundschaft über all das Schwierige im Leben und zeigt, was wirklich wichtig ist. Die äußerst temporeiche Erzählweise lässt zwar wenig Platz für Tiefe, aber die im Hintergrund eine Rolle spielenden ernsten Themen entwickeln dennoch ihre ganz eigene Wirkung, lange nachdem die rasante Geschichte ausgelesen wurde. Sehr, sehr empfehlenswert!

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Rezensionen von C.P.:

Fernweh und Sehnsucht garantiert

Löwenherzen von Gesa Neitzel

Wie so viele habe ich mich in einen Teil des afrikanischen Kontinents verliebt, sobald ich aus dem Flugzeug stieg. In meinem Fall ist es Namibia gewesen und noch immer denke ich fast wöchentlich an dieses unglaubliche Land.
Gesa Neitzel habe ich schon vor Jahren durch ihr erstes Werk „Frühstück mit Elefanten“ begleiten dürfen.

Durch die Ausbildung zur Rangerin verfolgte sie einen Wunsch, der schon immer ganz leise in mir schlummert, dem ich aber nie nachgegangen bin – und ehrlicher Weise auch nicht nachgehen werde.
Mit „The Wonderful Wild“ hatte ich dann meine ersten Schwierigkeiten. Es war mir zu esoterisch, zu wenig auf Tiere bezogen, zu sehr die Gedanken der Autorin und zu unkritisch.
Umso gespannter war ich dadurch auf „Löwenherzen“, versprach ich mir doch ein wenig mehr Flair des ersten Buches und Schilderungen von Begegnungen mit Afrikas wilden Tieren.

Alles in allem habe ich das Buch sehr gerne gelesen, aber es gab einige Passagen, über die ich etwas gestolpert bin. Ich finde es gut, dass Negativbeispiele aus der Tourismusbranche mit aufgenommen wurden, um zu zeigen, wie man sich als Tourist nicht verhalten sollte. Aber an ein, zwei Stellen fühlte es sich mehr nach einem Fingerzeig an, wie eine Form des Besserwissens, ohne denjenigen an diesem Wissen teilhaben zu lassen. Das sei jedoch nur am Rande erwähnt.

Wirklich gut gefallen haben mir natürlich jegliche Begegnungen mit wilden Tieren. Nach der Vorgeschichte und Ausbildung der Autorin hätte ich mir noch ausführlichere Details zu den Tieren gewünscht, vor allem Wissen, dass nun nicht allgemein bekannt ist. Ab und an nur eröffnete die Autorin einen kleinen Exkurs zu bestimmten wissenswerten Details, die ich ungemein spannend fand und mir noch mehr davon gewünscht hätte. So nahmen jedoch Beschreibungen sehr viel Raum ein, die ich als weniger wichtig erachtete – zum Beispiel jegliche Passagen über den Jeep Ellie.
Doch viele der persönlichen Schilderungen weckten in mir eine unglaubliche Reiselust und sehnsuchtsvolles Fernweh. Nur die Geschichte über das Motorboot-Abenteuer auf dem Sambesi sorgte mehr für panische Herzschläge als sehnliches Träumen und Schmachten.
Besonders gut gefallen haben mir die Kapitel aus Sambia. Ich bin sonst nicht der Typ Leser, der sich die Bücher mit Post Its vollklebt, aber ich habe mir bei diesem Werk unglaublich viele Anmerkungen auf Post Its an die jeweiligen Seiten geklebt, weil so viele interessante Orte genannt wurden, die in mir sofort die Reiselust weckten.

Was mir leider erneut fehlte war der Bezug zur Bevölkerung der jeweiligen Länder. Ja, auch ich habe sehr traurig das Schicksal des Elefanten Voortrekker verfolgt. Dennoch sind Elefanten ein riesiges Problem für viele Menschen. In Namibia kann – wie uns von Einheimischen selber berichtet wurde - eine einzelne Herde Elefanten das Schicksal eines gesamten Dorfes besiegeln, indem innerhalb einer Nacht die karge Ernte vernichtet und Häuser auseinandergenommen werden. Diesen Blickwinkel habe ich leider erneut vermisst. Zu den afrikanischen Ländern zählt nun mal nicht nur das Safari-Lagerfeuer-Leben, sondern eine harte Realität.

Der Epilog hat mich sehr berührt und bewegt. Gesa Neitzel hat hier absolut die richtigen Worte gefunden und ich kann mich ihren Wünschen für die Zukunft der afrikanischen Länder und der wilden Tiere dieser Welt nur anschließen.

Bis auf den Punkt mit der Sichtweise der Bevölkerung und Einbezug der Menschen der bereisten Länder, ist jegliche Kritik „meckern auf hohem Niveau“. Ich hatte viel Freude mit diesem Buch, auch wenn es leider meine – vielleicht etwas zu hohen – Erwartungen nicht immer erfüllen konnte. Dennoch bleibe ich weiterhin ein Fan von Gesa Neitzel und werde ihren Weg als Autorin weiter beobachten und verfolgen. Sie schafft es immer wieder aufs Neue, mein Fernweh neu zu entfachen und während bis nach der Lektüre sitze ich immer wieder vor Lightroom, um mir meine eigenen Namibia-Fotos zum Wegträumen anzugucken.
Aber ich bleibe auch immer noch auf der Suche nach einem Buch, das über die Begegnungen mit Afrikas Wildtieren berichtet und dabei gerne vermehrt in die wissenschaftliche Richtung abdriftet, sowie eine weniger westlich verklärte Sicht auf die Problematiken der Bevölkerung, und bin für jeden Hinweis dankbar.

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Rezensionen von Gavroche:

Reihenstart

Das Kreuz des Pilgers von Petra Schier

Ich kenne bereits so einige historische Romane aus der Feder von Petra Schier und habe mich darum sehr gefreut, dass es nun eine neue Reihe von ihr gibt. Ich kenne jedoch die Kreuz-Trilogie (noch) nicht, dessen Fortsetzung hier gewissermaßen geschrieben wird. Allerdings war das kein Problem für mich bei der Lektüre.

Die Autorin baut immer wieder gerne Querverweise zu ihren anderen Romanen ein und so war ich sehr erfreut, einige wieder zu entdecken. Der Roman spielt in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts vorrangig in Koblenz. Es beginnt dramatisch mit dem Überfall auf eine Reisegruppe und dem Tod von Gottfried, dem Mann von Reinhild. Sie muss nun alleine zurecht kommen als Witwe, hat jedoch viel Unterstützung von ihrer Familie, aber vor allem ist sie eine starke Persönlichkeit, die weiß, was sie will. Neben Reinhild stehen noch Palmiro und Conlin im Vordergrund der Geschichte. Die beiden Freunde sind gerade von einer Pilgerreise aus dem Heiligen Land zurück gekehrt und Palmiro hat von dort eine Kreuzreliquie mitgebracht. Diese Reliquie bringt einen Hauch von Übernatürlichem in das Buch, was mir persönlich nicht so gefallen hat, da ich bei einem historischen Roman nicht damit gerechnet habe. Insgesamt ist dieses Buch nur der Beginn der Geschichte und das Ende sehr offen gehalten.

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Rezensionen von Gavroche:

Unterwegs auf den Zimniks

Eis. Abenteuer. Einsamkeit von Löwenherz Richard

Im Frühjahr 2017 begibt sich Richard Löwenherz auf seine nächste Winterradtour, ein großes, nicht ungefährliches Abenteuer, aber nur, wenn die Zimniks, die Winterstraßen, geöffnet sind, ist es überhaupt möglich, diesen Weg zu fahren, denn er führt über weite Strecken über Flüsse und am Ende über das gefrorene Polarmeer.

Weite Teile des Landes sind überhaupt nur über diese Wege mit allem lebenswichtigen zu versorgen und so begegnet der Autor auf der Strecke auch immer wieder LKW. Das Buch beginnt quasi mittendrin, mit Tag 35. Ein gut gelungener "Appetitanreger" und Spannungsaufmacher bevor wir zurück springen zum Tag des Abflugs. Der Autor berichtet von den Begegnungen mit Menschen, die selbstlos weiterhelfen, von seiner zunehmenden Bekanntheit als der "Radfahrer", die nicht nur positive Effekte hat, von den Unbillen der Natur, aber auch von der Schönheit der Polarnächte, viele mit unglaublich faszinierendem Polarlicht. Natürlich auch von der immerwährenden Kälte und welche Tricks er anwendet, was sich bewährt hat, welche Bekleidung ihn schon lange begleitet oder was er ausgeliehen hat und welche Investitionen er vor der Reise vielleicht doch hätte tätigen sollen. Ein überaus anschaulicher Schreibstil und mit großartigen Bildern, so dass das Kopfkino viel Futter bekommt. Ein tolles Abenteuer, wunderbar bebildert.

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Rezensionen von Hexenaugen:

spannender politthriller

Stockholmer Geheimnisse von Denise Rudberg

Klappentext:

Stockholm, 1940: Iris, Elisabeth und Signe arbeiten fieberhaft daran, die verschlüsselten Nachrichten der Deutschen zu decodieren. Iris, die vom Geheimdienst in Gewahrsam genommen, aber wieder freigelassen wurde, befindet sich unter ständiger Beobachtung, denn ein schrecklicher Verdacht steht im Raum: Hat sie Verbindungen zu Deutschland? Als herauskommt, dass jemand geheime Informationen an die Deutschen weitergibt, spitzt sich die Lage zu.

Denn eigentlich können nur die drei Freundinnen dieses Wissen haben.

Meinung:

Die Geschichte spielt in den frühen 40er Jahren im neutralen Schweden.
Wir folgen weiterhin den drei Frauen, die wir im ersten Teil kennengelernt haben, Signe, Elisabeth und Iris.
Dieser Teil konzentriert sich mehr auf das Privatleben der Frauen als auf ihre geheime Arbeit als Codeknacker.
Das Buch, das auf wahren Begebenheiten beruht, ist sehr gut geschrieben und wirkt sehr glaubwürdig.
Nette Lektüre, die auf unterhaltsame Weise zeigt, wie unterschiedlich das Leben von Frauen in den 1940er Jahren sein konnte, je nach ihrer Herkunft und ihrer Stellung in der Gesellschaft.


Fazit:

Ein unterhaltsames Buch mit viel schwedischer Frauenpower in Kriegszeiten was flüssig zu lesen war und was ich sehr gerne empfehle.

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Rezensionen von Anna625:

Vier Kinder, die zu früh erwachsen werden mussten

Stockholmer Geheimnisse von Denise Rudberg

Lange ist es her, dass Fiona mit ihren drei Geschwistern vereint war. Jetzt, im Jahr 2079, steht sie als Schriftstellerin auf der Bühne und hält einen Vortrag, der schließlich in eine ganz andere Richtung führt als geplant. Denn aus dem Zuschauerraum meldet sich die junge Luna zu Wort, die ihren Namen nach einer Figur aus einem der Gedichte Fionas erhalten hat.

Und sie möchte wissen: Wer war Luna?

Um diese Frage beantworten zu können, muss Fiona sich zurückerinnern an ihre früheste Kindheit, und so beginnt sie zu erzählen: von ihren Geschwistern Renee, Caroline und Joe, von der Zeit, als ihr Vater starb und ihr Mutter an schweren Depressionen litt. Von Jahren, in denen die Kinder sich selbst überlassen waren und die Älteste von ihnen mit kaum 12 Jahren die Mutterrolle für die anderen einnehmen musste. Davon, wie sie zusammenwuchsen, und schließlich auch, wie sie sich entzweiten und was das für Folgen für ihrer aller Leben hatte.

In der "Großen Pause", wie die Kinder die Phase während der geistigen Abwesenheit ihrer Mutter später bezeichnen, geht es im Haus drunter und drüber. Und doch gelingt es den Geschwistern, nach außen hin weitestgehend das Bid einer normalen Familie zu wahren. Das Essen wird ihnen geliefert, Unterschriften können auch gefälscht werden, sie sind in Freizeitvereinen aktiv und immer füreinander da, wenn es Probleme gibt. Wie es wirklich um sie steht, das eröffnet erst der Blick durch Fionas Augen Jahre später. Detailliert beschreibt sie, wie sie aus ihrer kindlich-naiven Sicht heraus den Alltag der Familie wahrgenommen hat. Es sind diese stummen, präzisen Beobachtungen ihrer Geschwister und der Ereignisse, die das Buch auszeichnen; auch später noch, als ihre Mutter ihre Depressionen längst überwunden hat und sie alle ihren eigenen Weg gehen. Fiona als jüngstes der Kinder sieht ihre Schwestern und ihren Bruder lange als Vorbilder, denen es nachzueifern gilt; sie sorgen für sie und beschützen sie - und doch muss sie irgendwann erkennen, dass das nicht immer so sein kann und sie auch lernen muss, für sich selbst zu kämpfen.

Die Jahre der Vernachlässigung schweißen die Skinner-Kinder zusammen. Doch was große Freiheiten mit sich bringt, bedeutet auch eine riesige Verantwortung, und die Folgen davon machen sich später bemerkbar. "Die letzten Romantiker" erzählt die Geschichte von vier Kindern, die viel zu früh mit den Schwierigkeiten des Lebens der Erwachsenen konfrontiert wurden.


Ich habe dieses Buch wirklich sehr genossen. Gerade der erste Teil, in welchem die Kindheit der Geschwister beschrieben wird, hat mich mit seiner Atmosphäre direkt für sich eingenommen. Sie hat etwas von Betty Smiths "A Tree Grows in Brooklyn", das zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählt. Auch in den nachfolgenden Teilen fällt es dank der exakten Beschreibungen Fionas stets leicht, sich in die jeweiligen Situationen hineinzufühlen. Die Charaktere sind sehr schön ausgearbeitet, ihr Handeln nachvollziehbar geschildert, der Schreibstil lässt einen in die Geschichte eintauchen.

Gelegentlich wird in die Perspektive einer der anderen Figuren gewechselt, gerade später während des Erwachsenenalters, die meiste Zeit über lesen wir jedoch Fionas Sichtweise. Zu Beginn eines jeden der vier Abschnitte gibt es ein Kapitel aus dem Jahr 2079, die alle während Fionas Vortrag spielen - für mich hätte es diese Rahmenhandlung gar nicht unbedingt gebraucht, sie stört aber auch nicht weiter. Der Kern des Buches ist Fionas rückblickende Erzählung vom Aufwachsen und der Beziehung der Geschwister zueinander, wobei jedoch mit der Zeit wird spürbar wird, dass es dabei vor allem um Joe geht, der für Fiona immer am wichtigsten war.

Der Roman hat mir sehr gut gefallen, jedoch war es insbesondere der erste Abschnitt, also etwa ein Viertel des Buches, den ich unglaublich eindringlich beschrieben fand; danach lässt die Geschichte etwas nach und verliert ein klein wenig von ihrem Zauber. Ich habe den Mittelteil des Buches ebenfalls sehr gerne gelesen, war jedoch nach dem in meinen Augen wirklich großartigen Beginn etwas enttäuscht, dass es nicht genau so stark weitergeht. Gegen Ende des Buches haben sich dann leider auch ein paar Längen ergeben. Noch immer fand ich die Atmosphäre dieses trotz der vielen Ereignisse eher ruhigen Romans sehr schön, aber wie gesagt, die ersten Kapitel haben mir noch ein gutes Stück besser gefallen. Daher sind es am Ende dann doch "nur" vier Sterne. Weiterempfehlen kann ich das Buch trotzdem guten Gewissens!

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Rezensionen von Gaby 2707:

Lesens- und vor allem hörenswert!

Von singenden Mäusen und quietschenden Elefanten von Angela Stöger

Gleich, wenn ich das Buch öffne, steht auf dieser Seite, die schwarz wie die Nacht ist, mein Lieblingstier, ein Erdmännchen auf seinen Hinterbeinchen und hält seine Nase in die Luft.
Das 9 Punkte umfassende anschließende Inhaltsverzeichnis vermittelt mir schon mal einen ersten Eindruck, was mir hier alles geboten wird.

Die Schriftgröße ist in diesem Buch sehr angenehm zu lesen.

Angela Stöger nimmt den Leser nun mit auf eine faszinierende Reise durch die Welt der tierischen Kommunikation. Da wird geröhrt, gebrüllt, gezirpt, gezwitschert, gewiehert, gequakt, geklickt, gepfiffen, trompetet und miaut. Mir war schon klar, dass auch Tiere durch Laute kommunizieren. Aber sie hier auch hören zu können, das empfinde ich als etwas ganz Besonderes.

Es fasziniert mich, wenn ich lese, wie die Verhaltens- und Kognitionsforscherin mit einer Spezialisierung auf die Bioakustik, wach in ihrem Zelt oder einer Hütte liegt und die verschiedenen Tierstimmen, die sie hört, zuordnen kann. Mit dieser Faszination führt sie mich durch das gesamte Buch. Ich finde es so interessant ihr „zuzuhören“ und dabei auch noch Hintergrundwissen zu den verschiedenen Tieren und zur Forschung zu bekommen. Außerdem unterstreichen viele wunderschöne Tierfotos die einzelnen Beiträge.

Besonders aber faszinieren mich die verschiedenen Tierlaute, die man nur mit hoch sensible Mikrophone aufnehmen und hören kann. Hier halte nur meine Smartphone-Kamera auf den im Buch angezeigten QR-Code. Schon weist mich ein kleines Feld an, „brandstaetterverlag.com“ in Safari zu öffnen. Nach dem Klick auf dieses Feld öffnet sich die Seite des Verlages zum Buch und ich bekomme das Tier, das auf der Beschreibung zum QR-Code angegeben ist mit dem entsprechenden Laut zu sehen und zu hören.
Da lerne ich verschiedenste Laute der Elefanten kennen; lausche der Melodie der Buckelwale; höre dem Paarungsröhren eines Koalas und den Nachtgeräuschen einer Giraffe zu; lausche dem Zwitschern eines Geparden und lerne die Klicklaute und Pfeiftöne von Delfinen kennen. Das Knurren des Zwerguramis, eines Knochenfisches, hört sich fast so an wie das Scheppern meines alten Weckers. Berührt haben mich auch die Laute eines schreienden Pandababys und die Laute, die sie bei einer Bauchmassage von sich geben. Ich liebe Erdmännchen und so schaue ich mir den kleinen Film, wo sie von einem Drongo ausgetrickst werden immer wieder an.
Am Schluss des Buches bekomme ich noch ein Literatur-, Bild- und Tonquellenverzeichnis.

Ein tolles Buch, bei dem ich nicht nur die verschiedenen Tierlaute kennengelernt habe, sondern das mich durch die persönlichen Beiträge der Autorin auch richtig gut unterhalten hat.

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