Kunden em pfehlungen
Rezensionen von barbara.liest:
verwirrend und spannend
Die Spiele von Stephan Schmidt
Der Journalist Thomas Gärtner reist auf eigene Faust und mit Touristenvisum nach Shanghai um bei der Vergabe der Olympischen Spiele für 2032 dabei zu sein. Dabei geht es nicht nur darum, dass die Spiele in Afrika stattfinden sollen, sondern dass China dahinter steckt.
Der mosambikanische IOC-Funktionär Charles Murandi ist nicht nur der Vertreter für Afrika, sondern auch ein alter Bekannter von Thomas Gärtner der sich für die Madgermans engagiert, schlussendlich aber wegen Geldhinterziehung verdächtigt wird.
Nachdem Murandi tot im Zimmer aufgefunden wird und Gärtner laut Überwachungskameras der letzte bei ihm war, wird es spannend und die Olympischen Spiele stehen nicht mehr im Vordergrund des Treffens.
Weitere Akteure sind noch die Diplomatin Lena Hochfellner, weitere Journaliste, die Kanzlerin und chinesische Polizisten.
Das Buch behandelt mehrere historische und politische Themen. Dadurch wird es meiner Meinung nach sehr komplex und zeitweise verwirrend. Wenn ich nciht so neugierig gewesen wäre, wer der Möder von Murandi ist, dann hätte ich das Buch wohl nach dem ersten Drittel weggelegt.
Also einerseits sehr spannend geschrieben, andererseits viel zu vielschichtig angelegt.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Auftakt einer neuen Krimi-Reihe
Der tote Bäcker vom Montmartre von René Laffite
Commissaire Geneviève Morel gilt, obwohl sie eine der höchsten Aufklärungsquoten in der Pariser Kripo hat, in ihrer eigenen Familie als schwarzes Schaf. Denn die Familie Morel ist nämlich seit Generationen als Kunsträuber tätig. Es gibt die stille Übereinkunft, dass in Paris keine Diebstähle verübt werden.
Doch nicht alle halten sich daran, die liebenswürdige und schlitzohrige Großmutter Mamie mit Hang zu funkelnden Juwelen zum Beispiel.
Als François Beauvais, der Inhaber des Palais de Pains, der beliebtesten Bäckerei von Paris, die auch das Baguette in den Elysee-Palast liefert, ermordet worden ist, kommt Geneviève nicht so recht voran. Es gibt zwei Hauptverdächtige: Der eine ist der Neffe des Opfers Cédric, Besitzer einer Patisserie, und der andere, Baptiste Buffet, der Konkurrent um das beste Baguette der Stadt.
Während Buffet in Gewahrsam genommen wird, reist Geneviève widerwillig an die Côte d‘Azur, um die Kontakte der Familie in die dortige Unterwelt anzuzapfen. Cédric scheint spielsüchtig zu sein und das in illegalen Casinos.
Meine Meinung:
René Laffite ist das Pseudonym des österreichischen Autors Christian Schleifer, der uns durch seine Krimi-Reihe um Charlotte Nöhrer bekannt ist. Mit Commissaire Geneviève Morel als Hauptperson wechselt der Schauplatz von Perchtoldsdorf nach Paris.
Dieser Krimi rund um den toten Bäcker am Montmartre ist der Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe.
Die Idee, einer Polizistin, deren Familie auf der anderen Seite des Gesetzes steht, finde ich charmant. Hieraus können sich zahlreiche Verwicklungen ergeben. Leider ist der Funke nicht so recht auf mich übergesprungen. Stellenweise wirkt der Schreibstil sehr bemüht und das französische Flair, die Leichtigkeit des Savoir Vivre fehlt ein wenig. Die Ermittlungen ziehen sich, dabei ist von Beginn an klar, der Mörder muss ein Linkshänder und überdies kleiner als sein Opfer sein. Mein persönlicher Ermittlungsansatz wäre hier, alle Linkshänder im Umfeld des Toten zu befragen. Da wäre Geneviève Morel recht flott auf die Auflösung gekommen. Aber, das liegt vermutlich daran, dass ich als umgelernte Linkshänderin, der Linkshändigkeit (m)eine besondere Beachtung schenke.
Aufgepeppt wird der Krimi durch zahlreiche schillernde Charaktere wie Morels Großmutter Mamie, die ihrer Leidenschaft für funkelnde Juwelen auch in Paris frönt. Gut gefällt mir die Figur der Lunette Lizeroux, jener Polzistin, die bei dem Terrorüberfall im Bataclan ihren rechten Unterschenkel verloren hat und bei Morels Vorgänger als Sekretärin beschäftigt worden ist. Unter Geneviève blüht Lunette so richtig auf. Allerdings, wer nennt seine Tochter „Lunette“? „Lunette“ heißt nämlich Sonnenbrille, Fernrohr, Dachluke und ist in der Architektur die Bezeichnung eines halbmondförmigen Ornamentes in einer Fassade oberhalb eines Eingangsportals.
Aufgefallen ist mir auch, dass von Lunette immer mit dem Vornamen gesprochen wird, während Morels männliche Untergebene sowohl mit Vornamen als auch mit Nachnamen oder mit ihrem Rang angesprochen werden.
Der Abstecher an die Côte d‘Azur zeigt die komplizierten Familienverhältnisse der Morels. Allerdings halte ich es für unwahrscheinlich, dass Genevièves Herkunft geheim bleiben kann. Das würde natürlich Potenzial für Konflikte bei ihrer Karriere bedeuten und gleichzeitig ein Ausstiegsszenario bieten. Aber, so weit ist es ja noch nicht. Schauen wir einmal, was der nächste Fall bringen wird.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Auftakt zu der neuen Krimi-Reihe, der noch ein wenig Luft nach oben hat, 3 Sterne.
Rezensionen von Jule:
Mord und Geheimnisse
Verborgen von Eva Björg Ægisdóttir
In "Verborgen" von Eva Björg Ægisdóttir kehren wir zurück nach Akranes. Dort begegnen wir alten Bekannten und vielen neuen Gesichtern. Diese werden im Verlauf der Geschichte immer vielschichtiger und sorgen für interessante Wendungen.
Im Grunde ist auch dieser Band so aufgebaut wie seine Vorgänger, nur das die Geschichte eine andere ist.
Man springt zurück in die Vergangenheit, nur um dann wieder in die Gegenwart zu kommen. Man verfolgt die unterschiedlichen Protagonisten und bekommt so tiefere Einblicke in die Handlungen.
Auch in diesem Buch hilft das Personenverzeichnis, besonders zu beginn, sehr.
Es kann überfordernd sein, wenn man mit so vielen Namen überhäuft wird. Durch den Schreibstil und die mit Absätzen gegliederten Kapitel, kann man trotzdem recht schnell erkennen, wer mit wem wie zusammenhängt.
Zudem hat es mir ein bisschen Freude bereitet herauszufinden, wie alle Protagonisten miteinander zusammenhängen.
Allerdings gab es einen Handlungsstrang, der neben der Haupthandlung verlaufen ist, der mir nicht ganz so gut gefallen hat. Diesen nenne ich hier aber nicht, aufgrund von Spoilern.
Des Weiteren gab es, besonders in der Mitte des Buches immer wieder ein paar Längen, die den Schwung rausgenommen haben.
Nichtsdestotrotz hat mir die Reise zurück nach Island sehr gut gefallen und es hat mich immens gefreut Elma und Saevar wieder zu treffen. Die beiden sind mir doch ein Stück weit ans Herz gewachsen.
Eva Björg Ægisdóttir schafft es einfach authentische Protagonisten zu erschaffen und für eine spannende und undurchsichtige Atmosphäre zu sorgen.
Deswegen ist auch dieser Band wieder eine Empfehlung für alle, die gute Krimis mögen, bei denen Wert auf den psychologischen Aspekt gelegt wird.
Es ist aber empfehlenswert die anderen Bände vorher gelesen zu haben. So kennt man viele Protagonisten schon und ist direkt im Geschehen verankert.
Rezensionen von Cornelia:
Wertvolles Buch - Im Einklang mit der Natur
Die Wunderwelt der Kräuter von Stefanie Hertel
Zu Beginn schreibt Stefanie Hertel über ihr Leben mit Kräutern bis zurück in ihre Kindheit, ihre Liebe zur Natur und Kräutern zieht sich durch das gesamte Buch wie ein roter Faden.
Im Hauptteil werden rund dreißig ausgewählte Kräuter ausführlich behandelt, Infos über Sammelzeit, Wirkung, Verwechslungsgefahr, schöne Fotos, gekrönt von einer Anwendung mit Rezept.
Es wird immer genau erklärt welcher Teil der Pflanze geeignet ist.
Am Ende gibt es zahlreiche Rezepte für Hauptmahlzeiten und Snacks, sowohl herzhaft als auch süß. Natürlich dürfen Tee, Likör und Schnaps nicht fehlen.
Die Autorin ist mir durch ihre Naturverbundenheit und ihre Ansichten sympathisch. Das Sammeln der Kräuter in der Natur ist genauso wichtig für die Gesundheit wie die Kräuter selbst.
Das Buch enthält genau was ich immer gesucht habe. Eine überschaubare Anzahl heimischer Kräuter mit Infos um die Blätter und Blüten leichter zu finden, mit einfachen Anwendungen wie z.B. Tee und Likör. Einige Pflanzen kenne ich schon gut, da wurde ich mit neuen Anwendungen überrascht, andere Pflanzen will ich heuer suchen und sammeln, um sie zum Genuss zu verarbeiten. Mit den praktischen Tipps aus dem Buch werde ich heuer viel Freude haben, beim Sammeln in der Natur und beim Verarbeiten, daher empfehle ich das Buch sehr gern weiter.
Rezensionen von Ele:
König Ortler
Das Flüstern im Eis von Lenz Koppelstätter
Das Flüstern im Eis, Südtirol-Krimi von Lenz Koppelstätter, Kiepenheuer & Witsch eBook
Der 9. Fall für Commissario Grauner und sein Team.
An der Nordwand des Ortlers hat sich die internationale Kletterszene versammelt. Die besten Extremkletterinnen der Welt treten gegeneinander an um die eisige Nordwand des Ortlers zu bezwingen.
Derweil gibt es unten im Tal einen Toten, in der Turnhalle in Sulden im oberen Vinschgau, wird die Leiche von Matthias Lechtaler, dem Chef der örtlichen Bergrettung gefunden. Mit einer Mistgabel in der Brust umgeben von Mist. Doch auch oben am Berg bahnt sich eine Katastrophe an. Die iranische Bergsteigerin ist verschwunden und eine Unwetterfront bahnt sich an. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Der Ermittlungszeitraum beträgt sich vom 1. Bis zum 4. Juli. Die Kapitel teilen sich in die einzelnen Tage, die weiter in Unterkapitel aufgefächert sind. Jeweils aus den verschiedenen Ansichten der Charaktere. Wieder einmal hat es Koppelstätter geschafft, dass ich mich, durch seine bildhafte Schreibweise, direkt an den Ort des Geschehens versetzt fühlte. Viele der Schauplätze habe ich in meinen diversen Urlaubsaufenthalten schon selbst erlebt und der Autor lässt dadurch ein Urlaubsgefühl bei mir entstehen, ich genieße es sehr. Die flüssige Schreibweise im auktorialen Stil, durchsetzt mit schlagfertigen Dialogen, auch in italienischer Sprache, hat mich direkt ins Geschehen versetzt, das Lesen war ein Vergnügen. Ganz ungern habe ich mich bei der Lektüre stören lassen. Am Anfang ist eine Karte von Südtirol mit den diversen Bergzügen und Tälern eingefügt, sehr hilfreich um die räumliche Orientierung zu wahren. Für E-Reader-Leser ist ein Link angeführt, um diese Karte auch am Computer oder Smartphone in Farbe und zoombar darstellen zu können.
Der Spannungsbogen setzt hoch ein und steigert sich, durch verschiedene Plottwists bis zum ungeahnten Ende. Niemals hätte ich vermutet, dass die Lösung in eine solche Richtung gehen könnte. Wieder behaupte ich, dass vorliegender Teil, der bisher beste aus der Grauner-Reihe ist. Und ich hoffe, dass es noch lange nicht der letzte war. Es gibt noch so viele schöne Plätze in Südtirol die es wert sind, zum Setting meiner Lieblings-Südtirol-Krimis zu werden.
Auch die Figuren haben wieder alles gegeben. Saltapepe und Tappeiner haben sich enorm weiterentwickelt. Saltapepe ist diesmal sogar extrem über sich hinausgewachsen. Der kauzige Commissario Grauner hat noch immer sehr viel zu bieten, das ich noch nicht von ihm weiß. Seine privaten Angelegenheiten machen in äußerst liebenswert und interessant. Ein sehr professionelles und sympathisches Ermittlungsteam sind die Bozener sowieso. Koppelstätter schafft es immer wieder, auch die ein wenig eigenbrötlerische und schrullige Art der Südtiroler sehr gut zu charakterisieren, so wie sie sind und wie ich sie schätze. Dadurch ist der Plot glaubhaft und die Charaktere authentisch. Das Geschehen ist bis zum Ende nachvollziehbar.
Über das Extrembergsteigen und Klettern habe ich nebenher auch viele Erkenntnisse und Einblicke bekommen. Wie immer hat sich der Autor hervorragend vorbereitet, inmitten dieser überwältigenden Szenerie ist der Autor aufgewachsen und damit auch von Extrembergsteigern und Kletterern inspiriert worden.
Eine Empfehlung für alle Südtirol und Krimifans. Teil 9 als Einzelband zu lesen ist möglich, noch schöner ist es alle zu kennen. Von mir 5 Sterne.
Rezensionen von Petra:
entspricht nicht meinen Erwartungen
Heinz Labensky - und seine Sicht auf die Dinge von Anja Tsokos; Michael Tsokos
Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut. Ich habe beim Lesen aber recht schnell merken müssen, dass dieses Buch der Eheleute Tsokos nicht meinen Erwartungen entspricht.
Heinz Labensky, Bewohner eines Seniorenheimes, erhält von der Tochter seiner Jugendliebe Rita einen Brief. Rita ist spurlos aus seinem Leben verschwunden, eine Tatsache, die ihn noch nach vielen Jahren beschäftigt.
Er macht sich kurzentschlossen auf den Weg zu ihr. Heinz ist ein eher schlichtes Gemüt, aber ihm gelingt es mit den Flixbus nach Warnemünde zu fahren. Dort erzählt er wechselnden Reisebegleitern seine Lebensgeschichte. Die Autoren haben viele politische Ereignisse in den Lebenslauf von Heinz gepackt. Er fuhr Meinhof, Baader und Ensslin in seinen geklauten Moskwitsch zum Flughafen, war an der Spionageaktion gegen Brandt beteiligt und auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer. Das war mir alles ein bisschen viel. Auch die Geschichte mit dem Auto fand ich sehr unglaubwürdig.
Rezensionen von reimon:
Traurig-schön
Wir sitzen im Dickicht und weinen von Felicitas Prokopetz
Bis zur Mitte des Romans bin ich bisher gekommen - und ich komme nicht in einen Lesefluss.
Der traurige Titel hat mich vorerst angesprochen - da ist es mir ergangen wie Elke Heidenreich in ihrer Empfehlung im Spiegel-Interview. Vordergründiges Thema ist die schwierige Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Valerie und ihrer Mutter Christina.
Deren Mutter, also Valeries Großmutter, hat ihre Kinder völlig abgelehnt.
Valerie muss sich als alleinerziehende Mutter eines 16-Jährigen um ihre schwierige krebskranke Mutter kümmern. Die wirkt sehr fordernd und eher unsympathisch. Und der Sohn, ist der so geworden, weil er zu viel Mutter- und zu wenig Vaterliebe erfahren hat?
Wie wir alle entkommt auch Valerie der genetischen Prägung durch die Vorfahren nicht.
Heidenreich findet es „tröstlich, dass andere Menschen den gleichen Mist erleben wie wir“.
Die vielen Namen finde ich verwirrend - die unterschiedlichen Erzählebenen schaffen Unklarheit.
Für einen Debütroman hat die Autorin schon einen sehr reflektierten Zugang zu ihrer Geschichte. Vielleicht lese ich das Buch doch noch fertig.
Rezensionen von nanu?!:
Die Mischung machts
Probier doch mal von Hans Gerlach
Den Autor Hans Gerlach kennt man aus der SZ-Magazin-Kolumne "Probier doch mal". Erfahrungen als Koch konnte er nach einer Kochlehre in Zwei- und Drei-Sterne-Restaurants sammeln. Er weiß also wovon er spricht, und das sieht man in diesem Buch auch auf jeder Seite.
Die Rezepte sind eine Mischung aus modernisierten Klassikern und ganz neuen Ideen.
Viele der vorgestellten Gerichte, besonders die aus dem Pasta-Kapitel, sind schnell und unkompliziert zubereitet, eben alltagstauglich. Es gibt aber auch eine Reihe von Rezepten, die eine größere Vorbereitung brauchen und besser auf eine feine Festtafel passen, als auf dem allabendlichen Familientisch. Aber beides finde ich okay, die Mischung machts.
Aufgeteilt ist das Buch in sechs Kapitel. So gibt es die Basics, Vorspeisen, Pasta, Fleisch, Gemüse und Süßes.
Außerdem gibt es bei vielen Rezepten noch QR-Codes mit zusätzlichen Erklärvideos, wenn man das möchte. Nötig sind sie aber eigentlich nicht, die Kochanleitungen sind präzise genug.
Die Auswahl der Speisen finde ich grandios, aber auch schwer zu beschreiben.
Da gibt es Rezepte für Kürbisrösti, Sommer-Blumenkohl-Gratin, bunte Falafeln, tolle Pasta- und Risottogerichte. Es gibt originell belegte Brote oder auch Gerichte die eher ins asiatische gehen, und trotzdem noch leicht nachzukochen sind. Alles Dinge, die allen aus meiner Familie schmecken würden.
Und dann gibt es wieder so verrückte Sachen wie Wassermelonenschalen-Kimchi, Crème brulée am Stiel, Pickles oder auch Kartoffelschalen-Stripes.
Aber das ist nicht alles, es gibt Anleitungen um sein eigenes Miso aus Kichererbsen herzustellen. Oder wie man Gulasch oder Bolognese in Gläsern einkocht, und vieles andere, das man in einem einfachen Kochbuch nicht unbedingt erwartet.
Die Auswahl ist wirklich sehr bunt und ausgefallen.
Begleitet werden die Rezepte von sehr unterhaltsamen Texten, die auch oft wichtige Informationen zu den Gerichten enthalten. Man darf nicht vergessen, dass der Koch hinter den Speisen ja auch noch Kolumnist ist, und ich mag was er zu sagen hat.
Unbedingt hervorheben möchte ich noch die tollen Fotografien. Jedes Gericht wurde sehr ästhetisch und gekonnt präsentiert.
Dieses Buch ist kein Kochbuch wie jedes andere, aber das finde ich gut so.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Prall gefüllte Stunden
Stille Nacht im Schnee von Alexander Oetker
Nach Alexander Oetkers beiden anderen Romanen, die jeweils im Sommer in Frankreich und in Italien angesiedelt sind, war ich gespannt auf Weihnachten in der Schweiz.
Die winterliche Atmosphäre im Wallis mit dem vielen Schnee, dem gemütlichen Chalet, dem mehrheitlich passenden Essen etc. hat der Autor toll eingefangen und auch die Geschichte an sich ist stimmig.
Die Sommerromane sind mir aber lieber.
Mein Problem: es war das x-te Buch, das ich in Folge gelesen habe, das keine Weihnachtsstimmung verbreiten konnte, weil es mit Weihnachtsgrinchen bevölkert war. In Oetkers Sommerromanen sind die Familienverhältnisse zwar auch nicht bestens, aber hier war mir das Übel einen Ticken zu stark.
Eigentlich ist es ähnlich wie in vielen Familien: nicht alle sind sich grün und irgendwann lupft es den einen den Hut, während andere oberflächlich schwatzen oder schweigen - oder Zeitung lesen, wie in diesem Falle Sohn Christoph.
Die Eltern Elisabeth und Pascal laden zum Fest ein. Es ist friedlich, bis die ersten Gäste, der zeitungslesende Christoph samt seiner Frau Gesine und Sohn Mats plus Hamster, eintreffen. Je mehr Gäste, je unfriedlicher die Stimmung. Und Pascal und Elisabeth finden je länger, je weniger den richtigen Zeitpunkt ihrer Familie etwas Entscheidendes mitzuteilen. Kein Wunder, dass nicht nur das Feuerwerk draussen Funken zündet und knallt.
Pascal war für mich die beste Figur in der Geschichte. Mit ihm hab ich mitgelitten, wenn er mal wieder gedankenverloren in der Küche stand.
"Stille Nacht im Schnee" umfasst nur wenige, aber prall gefüllte Stunden dieser Familie. Es war unterhaltend, hat mich aber nicht vom Hocker gehauen. Vielleicht wäre es anders, wenn ich im Voraus nicht schon so viele Flops in Folge gelesen hätte.
Fazit: Gut geschrieben, unterhaltsam, für mich aber leider das falsche Buch zu diesem Zeitpunk.
Knappe 4 Punkte.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Hier stimmt alles
Book Lovers von Emily Henry
Vor "Book Lovers" habe ich bereits zwei andere Romane von Emily Henry gelesen. Dabei war ich bisher zwiegespalten. Eigentlich erzählt Henry gute Geschichten, doch die waren mir zu überladen und dann kam oft noch dieses "nicht-miteinander-sprechen" dazu.
Da ich das Potential aber sah, weil die Romane ja nicht schlecht per se waren, griff ich gerne nach ihrem neuesten Roman "Book Lovers - Die Liebe steckt zwischen den Zeilen".
Ich war überrascht, dass im Vorwort angekündigt wird, dass dies wohl Henrys bestes Buch sei. Mutig, das zu schreiben! Da ich bisher ja bei ihren vorherigen Büchern immer was zu kritisieren hatte, war ich also noch mehr gespannt als eh schon.
Henry erzählt die Geschichte der auf den ersten Blick toughen Literaturagentin Nora, die ihre Schwester Libby nach Sunshine Falls begleitet. Die Kleinstadt ist Schauplatz eines Romans von Noras bester Autorin Dusty. Libby ist im fünften Monat schwanger und will einige ruhige Wochen hier verbringen und Nora soll endlich mal entspannen und Ferien machen. Was sie aber nicht tun wird...
So idyllisch wie in Libbys Lieblingsroman ist es vor Ort nicht. Sunshine Falls heisst niemanden willkommen, es ist eine verschlafene Ortschaft mit nur ganz wenigen Läden und Restaurants. Nora staunt nicht schlecht, als sie den ihr bekannten Lektor Charlie im Café entdeckt - sie haben sich einmal auf ein Arbeitsgespräch in New York getroffen und sich beide auf dem falschen Fuss erwischt. Nun wird auch klar, wieso Charlie den Roman doof fand, denn er stammt aus Sunshine Falls, das so ganz anders ist, als dort geschildert.
Ich fand es toll, wie die beiden sich von einer anderen Seite kennenlernen. Dies geschieht mit viel Humor und Tiefgründigkeit, denn beide haben in ihren Leben schon so einiges erlebt. Die Autorin lässt den Protagonisten ihre Leben und ihre Wesenszüge und versucht sie nicht zu ändern. Nora wird also nicht vom Workaholic zur Geniesserin des süssen Nichtstun, sondern bleibt wie sie ist. Desgleichen Charlie. Und so haben wir zwei Figuren, die eigentlich perfekt zueinander passen, nur wissen sie es am Anfang noch nicht.
"Book Lovers" ist ehrlicher, realistischer und moderner als Henrys vorherige Bücher. Die Ankündigung im Vorwort trifft tatsächlich zu. Ja, es ist wirklich der bisher beste Roman von ihr und ich habe jede einzelne Seite sehr genossen.
Fazit: Wahrlich Emily Henrys bestes Buch bisher - eine tolle Lovestory, bei der alles stimmt!
5 Punkte.











