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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von brauneye29:

Sehr schöne Geschichte

Sepia 1: Sepia und das Erwachen der Tintenmagie von Theresa Bell

Zum Inhalt:
Sepia kann es zunächst gar nicht glauben, dass sie aus dem Waisenhaus raus kommt und in Flohall das Handwerk des Buchdrucks lernen soll. Wie ist Meister Silbersilbe eigentlich überhaupt auf sie gekommen? In Flohall ist auf jeden Fall Tinte wertvoller als Gold, dass merkt sie schnell. Und schon bald findet sie mit Niki und Sanzio auch Freunde und dann geschehen sonderbare Dinge.

Meine Meinung:
Die Geschichte um Sepia und ihre Freunde hat mir richtig gut gefallen. Ein wenig düster, sehr fantasievoll und gut geschrieben, liest sich das Buch weg wie nichts. Sepia hat mir sehr gut gefallen, sehr sympathisch und ausgesprochen authentisch, denn auch sie hat ihre unsicheren Seiten. Ich hatte zeitweise gar nicht mehr das Gefühl ein Jugendbuch zu lesen, weil es mich so gefesselt hat. Die kleinen, aber feinen Illustrationen passen sehr gut zur Geschichte.
Fazit:
Sehr schöne Geschichte

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Rezensionen von nil_liest:

Wale näher kennenlernen im Comicformat

Superbrain-Comics - Die Geheimnisse der Wale von Casey Zakroff

Kenn ihr das? Euer(e) Kind(er) können nun lesen, aber ihr habt die richtigen Bücher noch nicht gefunden um das Interesse an den Buchstaben aufrecht zu erhalten? Dann gibt es jetzt eine super Reihe, die helfen könnte! Nämlich die Superbrain-Comics!
Es ist eine Kombination aus Comic und Sachbuch, also eine perfekte Mischung aus Fakten und Fiktion.

Keine Sorge, es ist so gut gemacht, dass deutlich wird was Wissen ist und was die zugrundeliegende Storyline.
Die Altersangabe liegt vom Loewe Verlag bei 9 Jahren und das ist aus meiner Sicht auch richtig gewählt. Denn der Inhalt ist gut aufbereitet, aber dennoch wissenschaftlich unterfüttert und die Textgröße in den Blasen und Kästen ist recht klein. Aus meiner Sicht bestens geeignet ab Klasse 3. Mein Sohn ist dem Alter schon entwachsen (5.Klasse) liebt aber seine Mangas und Comics sehr, daher war er auch hier Feuer und Flamme und mochte beide Bücher sehr. Jeweils an einem Abend gelesen.
Die beiden Auftaktbände sind „Die Geheimnisse der Wale“ und „Auf den Spuren der Dinosaurier“. Beide Bände beginnen mit einem Vorwort einer wissenschaftlichen Person, die den heranwachsenden Leser:innen ein wenig mehr Aufmerksamkeit zum Entdecken mitgeben und ihren Enthusiasmus für die Forschung teilen. Sicherlich spricht dieser Teil eher ältere Kinder an. Haben die jüngeren dieses Vorwort nicht gelesen, schadet es der Geschichte und dem Wissenstransfer nicht!
„Auf den Spuren der Dinosaurier“ ist eine Geschichte, die uns natürlich in die Vergangenheit beamt und mit uns teilt wie es wahrscheinlich war. Auch transportiert das Comic wie Paläontologen ihre Erkenntnisse erarbeitet haben. Spannend geschrieben von MK Reed und detailreich illustriert von Joe Flood!
Etwas mehr Geschichte sind dann „Die Geheimnisse der Wale“. Hier wird auch Wissen vermittelt und doch ist es etwas mehr roter Faden und leichter zu folgen. Denn es geht um einen Wal, der einen Sender hat mit dem Menschen seine Geräusche empfangen können. Nun nutzt der findige Wal dies und beginnt einen Podcast. Witzige Idee von Casey Zakroff und nett illustriert von Pat Lewis.
Beide Bände sind übersetzt von Anna Taube und haben so eine kontinuierliche Sprache. Wörter die im Comic fett gedruckt sind, werden hinten im Glossar erklärt.
Uns haben beide Sachbuch-Comics überzeugt und empfehlen sie super gerne weiter! Viel Spaß beim Wissen tanken auf die angenehmste mögliche Art!

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Rezensionen von nil_liest:

Dinos näher kennenlernen im Comicformat

Superbrain-Comics - Auf den Spuren der Dinosaurier von MK Reed

Kenn ihr das? Euer(e) Kind(er) können nun lesen, aber ihr habt die richtigen Bücher noch nicht gefunden um das Interesse an den Buchstaben aufrecht zu erhalten? Dann gibt es jetzt eine super Reihe, die helfen könnte! Nämlich die Superbrain-Comics!
Es ist eine Kombination aus Comic und Sachbuch, also eine perfekte Mischung aus Fakten und Fiktion.

Keine Sorge, es ist so gut gemacht, dass deutlich wird was Wissen ist und was die zugrundeliegende Storyline.
Die Altersangabe liegt vom Loewe Verlag bei 9 Jahren und das ist aus meiner Sicht auch richtig gewählt. Denn der Inhalt ist gut aufbereitet, aber dennoch wissenschaftlich unterfüttert und die Textgröße in den Blasen und Kästen ist recht klein. Aus meiner Sicht bestens geeignet ab Klasse 3. Mein Sohn ist dem Alter schon entwachsen (5.Klasse) liebt aber seine Mangas und Comics sehr, daher war er auch hier Feuer und Flamme und mochte beide Bücher sehr. Jeweils an einem Abend gelesen.
Die beiden Auftaktbände sind „Die Geheimnisse der Wale“ und „Auf den Spuren der Dinosaurier“. Beide Bände beginnen mit einem Vorwort einer wissenschaftlichen Person, die den heranwachsenden Leser:innen ein wenig mehr Aufmerksamkeit zum Entdecken mitgeben und ihren Enthusiasmus für die Forschung teilen. Sicherlich spricht dieser Teil eher ältere Kinder an. Haben die jüngeren dieses Vorwort nicht gelesen, schadet es der Geschichte und dem Wissenstransfer nicht!
„Auf den Spuren der Dinosaurier“ ist eine Geschichte, die uns natürlich in die Vergangenheit beamt und mit uns teilt wie es wahrscheinlich war. Auch transportiert das Comic wie Paläontologen ihre Erkenntnisse erarbeitet haben. Spannend geschrieben von MK Reed und detailreich illustriert von Joe Flood!
Etwas mehr Geschichte sind dann „Die Geheimnisse der Wale“. Hier wird auch Wissen vermittelt und doch ist es etwas mehr roter Faden und leichter zu folgen. Denn es geht um einen Wal, der einen Sender hat mit dem Menschen seine Geräusche empfangen können. Nun nutzt der findige Wal dies und beginnt einen Podcast. Witzige Idee von Casey Zakroff und nett illustriert von Pat Lewis.
Beide Bände sind übersetzt von Anna Taube und haben so eine kontinuierliche Sprache. Wörter die im Comic fett gedruckt sind, werden hinten im Glossar erklärt.
Uns haben beide Sachbuch-Comics überzeugt und empfehlen sie super gerne weiter! Viel Spaß beim Wissen tanken auf die angenehmste mögliche Art!

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Silvia Grutze:

Jagdbeute und Beutejäger

Trophäe von Gaea Schoeters

Das Cover des Buches ist majestätisch und zeigt mir die raue Wirklichkeit der Wildnis. Obwohl ich Jäger in der Familie habe, fühle ich mich zu diesem Hobby nicht hingezogen. Auch wenn ich die Notwendigkeit der Jagd an sich mehrmals erklärt bekommen habe, muss ich sagen, dass es bestimmt nicht jedem leichtfällt den Abzug zu betätigen.

Die Schilderungen und Begründungen zum Thema Jagd des Protagonisten Hunter W. zeigen mir nochmals einige Argumente auf und liefern mir auch neue Blickwinkel. Ich beginne zu begreifen warum Personen dieser Leidenschaft verfallen können. Die Erzählung ist bildgewaltig und erzeugt bei mir ein Gefühl von wildem Abenteuer. Während des Lesens denke ich an Tierschützer, aber wo sind die Menschenschützer? Unglaublich aber wahr.
„Was wertlos ist wird nicht geschützt“
Für mich bleibt es dennoch nicht nachvollziehbar, warum man den Wunsch auf die Jagd/Pirsch zu gehen, überhaupt verspüren kann.
Mit dem Nebenprodukt der Trophäenjagd hat selbst Hunter nicht gerechnet. Und mich hat es bis ins Innerste schockiert und eine Übelkeit verursacht. Dass dies nur ein Scherz sein kann, hat mich zum Weiterlesen bewogen.
Hunter wusste weder etwas über die lokale Geschichte seines Jagdgebietes noch über die politische Zustände. Ein absoluter Minimalist in dieser Hinsicht. Wird ihm dies zum Verhängnis?
Ab Seite 100 wurde ich von diesem Buch nochmal so richtig gepackt. Nicht wegen der Grausamkeit, sondern weil ich mehr über das Leben dieser Menschen in der Wildnis und deren Geschichten erfahren möchte. Dem Buch liegen fundierte Recherchen zugrunde. Es ist verständlich geschrieben und strotzt vor lauter Sinnhaftigkeit. Ich habe nicht erwartet, dass mich Hunter so begeistern und zugleich auch umstimmen wird und dennoch ist genau das passiert. Danke dem Protagonisten Hunter und seinem geistigen Vater, der Autorin selbst.

Ist alles was in diesem Buch passiert überhaupt ethisch vertretbar? Bitte lies es und diskutiere. Eine absolute Kaufempfehlung.

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Rezensionen von yellowdog:

Eine Nation zwischen Krieg und Selbstzerstörung

Was wird aus Russland? von Sabine Adler

Die Journalistin und ehemalige Korrespondentin des Deutschlandfunks in Russland Sabin Adler habe ich schon öfter in Interviews und Talkshows im Fernsehen gesehen. Was sie sagt, hat Hand und Fuß. Sie ist realistisch und schätzt den Zustand richtig ein.
Sie schreibt ausführlich über Russland im Kontext des Ukraineangriffskrieg.

Über eine Nation zwischen Krieg und Selbstzerstörung ist ein treffender Untertitel.

Das Buch ist detailliert. Fast schon überfrachtet. Als Leser wird man nahezu erschlagen, aber dafür ist es auch ein komplettes, umfassendes Bild, das Sabine Adler den Leser bietet.
Das Buch hat das gleiche Niveau wie ihr vorheriges Buch Die Ukraine und wir.

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Rezensionen von Manuela Sattlegger:

Poetische und einfühlsame Geschichten

Die Geigerin von Sonja Papst

Diese Buch erzählt einfühlsame und poetische Geschichten, die man lesen kann, um sich selbst etwas Gutes zu tun oder einem Beschenkten Freude zu bereiten. Ein feines und berührendes Buch.

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Rezensionen von Arambol:

Schonungslos authentisch

Mühlensommer von Martina Bogdahn


"So riecht es wirklich nur hier. Eine Mischung aus Apfel, Erde, Gras und Mist."

Eine warmherzige Erzählung vom Leben und Erwachsenwerden auf dem Land. Eine Reise in die Zeit der Bluna-Brause, von Sunkist-Pyramiden, und Klosterfrau Melissengeist. In eine Vergangenheit, als es im Winter noch ausreichend kalt war und es lang anhaltend Schnee zum Schlittenfahren gab.

Dann aber auch unerträglich heisse Sommer mit Schulbussen ohne Klimaanlage, hitzefrei und nicht enden wollenden Nachmittagen im Freibad.

Das Leben auf dem Mühlenhof war für Maria als Kind und Jugendliche nur selten entspannt und angenehm. Hier gab es immer viel zu tun: die Schweine im Stall müssen regelmäßig versorgt werden, und auch bei der Hopfen-Ernte ist jeder auf dem Hof eingebunden.

Nach vielen langen Jahren kehrt Maria, die inzwischen mit ihrer Werbeagentur sehr erfolgreich ist, einem Hilferuf ihrer Mutter folgend, aus der Stadt auf den Mühlenhof zurück.

Eine sentimentale Reise in ihre eigene Vergangenheit der 70er/80er Jahre beginnt.

Mit viel Feingefühl erzählt die Autorin Martina Bogdahn in ihrem Roman "Mühlensommer" einerseits von den schönen und idyllischen Momenten, auf der anderen Seite aber auch ganz unverblümt von den beschwerlichen und oft gnadenlos rauhen Seiten des Landlebens. Dabei sind Erzählweise und Sprache stets angenehm lebendig und authentisch, sodass man sich sehr schnell mit der sympathischen Hauptprotagonistin anfreunden kann.
Trotz aller Entbehrungen, die das Leben auf dem Land mit sich bringt, blickt Maria zufrieden auf eine glückliche und durch die Familie geprägte Kindheit zurück

Leider endet der Roman ziemlich abrupt und überraschend: man hat das Gefühl, dass doch eigentlich noch gar nicht alles erzählt sein kann.
Viele Erzählfäden bleiben somit offen und lassen Platz für die eigene Fantasie.

"Manchmal beginnt die Ewigkeit sofort",
...und Apfelkuchen mit Sahne geht schließlich immer!

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Rezensionen von Anndlich:

Ein Abenteuer im alten Ägypten

Die Zeitdetektive, 1, Kleopatra und der Biss der Kobra von Fabian Lenk

Die Zeitdetektive Kim, Leon, Julian und die Katze Kija können mithilfe ihres Tempus in die Vergangenheit reisen. Dabei bleibt die Welt in der Gegenwart stehen und keiner bemerkt, dass die vier auf Zeitreise sind. In diesem Fall verschlägt es die vier Freunde ins alte Ägypten, um den mysteriösen Tod von Kleopatra aufzuklären.

Starb Kleopatra wirklich an einem Schlangenbiss oder hat jemand die Pharaonin auf dem Gewissen?

Die Zeitdetektive - Kleopatra und der Biss der Kobra von Fabian Lenk und wurde von Timo Grubing illustriert. Vorab sollte man wohl wissen, dass Komos eine Zweitauflage des Werks ist, das bereits im Jahre 2008 im Ravensburger Verlag erschien. Allein anhand der Namenswahl für die drei Protagonisten erkennt man, dass das Buch bereits 16 Jahre auf dem Buckel hat.

Die Idee der Zeitdetektive find ich unfassbar spannend, denn Kinder können auf diese Weise, durch ein Abenteuer die Geschichte entdecken. Ein im Unterricht eher stumpfes Thema, wird damit zum Leben erweckt. Doch die Umsetzung konnte dies nur bedingt erwirken, der Schreibstil lässt das Eintauchen nur bedingt zu, wirkt eher sachlich und konnte mich und meine kindlichen Mitlesen nur selten in das Abenteuer mitreißen.

Besonders gut gelungen ist jedoch das Glossar, welches sich am Ende der Geschichte befindet und die Wörter erläutert, die während des Lesens durch die festgedruckte Schreibweise auffielen. Dadurch bekommt die Geschichte noch einen höheren Background und fachliches Wissen wird übermittelt.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Penibel recherchiert un gekonnt erzählt

Töchter des Aufbruchs von Marie Pierre

Dieser historische Roman ist der Auftakt zu einer vorerst (?) als Trilogie angelegte Geschichte einer Mädchen-Schule im Moselstädtchen Diedenhofen/Thionville.

Schulleiterin und Lehrerin Pauline Martin versucht, ihre Zöglinge zu selbstbewussten Frauen zu entwickeln. Keine Selbstverständlichkeit in Elsass-Lothringen im Jahr 1910, einer Zeit, in der das Elsass wieder einmal zum Deutschen Kaiserreich gehört und Frauen ausschließlich als Dekoration ihrer Männer dienen sollen.

Paulines Schule ist bei den deutschen Diedenhofern nicht gerne gesehen, fürchten die doch den „welschen“ (also französischen) Einfluss auf ihre Töchter. Die Leichtigkeit des französischen Flairs, das Savoir Vivre, ist das genaue Gegenteil der preußischen Strenge, die viel für besondere Tugend halten. So wird versucht, Pauline und ihre Schule zu diskreditieren. Unfreiwillige Unterstützung erhält Pauline von Hauptmann Erich von Pliesnitz, den man, ob seiner Strenge in Militärkreisen nur Hauptmann „Gnadenlos“ nennt.

Die zehn Schülerinnen kommen aus unterschiedlichen Familien und Landesteilen. Unter ihnen ist auch Suzette, Paulines Verwandte, die sich von ihren Eltern abgeschoben fühlt und sich ziemlich aufmüpfig verhält. Sie trifft heimlich einen Soldaten und verschwindet bei einem Ausflug mit ihm.

Meine Meinung:

Mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen. Sie zeigt zum einen die Schwierigkeiten des Lebens in einer seit Jahrhunderten umkämpften, zweisprachigen Grenzregion auf und zum anderen die Rolle der Frauen dieser Zeit. Eine Zeit, in der junge Mädchen möglichst vorteilhafte Ehen eingehen sollen, um dann lediglich als Deko ihrer Männer bzw. als Mütter möglichst vieler Söhne ein Leben im Schatten führen sollen. Pauline Martin ist da anders. Sie ist mit Leidenschaft Lehrerin, auch wenn sie dafür mit Einsamkeit bezahlt. Heiraten darf sie aufgrund des Lehrerinnenzölibats nicht und eine Liebschaft ist ohnehin verwerflich. Affären dürfen nur Männer haben. Eine ungerechte Welt, gegen die sie im Mikrokosmos ihrer Schule kämpft.

Die Charaktere sind, wie immer bei Maria W. Peter sehr gut getroffen. Die größte Entwicklung macht Erich von Pliesnitz durch. Hauptmann „Gnadenlos“ kann durchaus charmant sein.

Der geschichtliche Hintergrund ist wie immer penibel recherchiert.

Ich freue mich schon auf den zweiten Band, der „Schwestern im Geiste“ heißen wird und im August 2024 erscheinen wird.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem sehr gut recherchierten historischen Roman, der in Elsass-Lothringen spielt, 5 Sterne.

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Rezensionen von MarcoL:

Heimatfindung, Herkunftssuche, sprachlich interessant aufgearbeitet

153 Formen des Nichtseins von Slata Roschal

Herkunft und Ankunft, verfremdete alte Heimat und zur Gewohnheit gemachte neue Heimat. Es sind zwei Welten, in welchen sich die Ich-Erzäherlin Ksenia Lindau nicht zurecht findet.
Ksenia kam, genauso wie die Autorin selbst, im Kindesalter von Russland nach Deutschland. Hier gelten sie als Russen, dort als Deutsche.

Eine eigene Identität zu finden ist schwierig. Zu alle dem kommen noch religiöse Verwirrungen hinzu. Ihre Großvater ist Jude, und übt diesbezüglich einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Mädchen aus. Ihre Eltern hingegen bekennen sich als Hardliner der Zeugen Jehovas.
Die Erziehung ist streng, Züchtigungen gehören genauso dazu wie das Entsagen von gewissen Freuden, wie etwa das ein Weihnachtsfest oder gar Geburtstage. All dies macht Ksenia in Deutschland neben ihrer Herkunft nur noch deutlicher zu einer Außenseiterin.
Die Jahre gehen dahin, ihr Leben wird eines Tages eigenständig, aber gewisse Lücken bleiben. Und sie hinterfragt immer wieder all die erzwungenen Schranken und Normen – sie fühlt sich oftmals fehl am Platz, auch wenn sie versucht zu verstehen. Sie erfasst, was sie nicht ist oder nicht sein will, viel mehr als jene Fakten, welche sie im Leben verankern (könn(t)en).
Und so wie das Seelenleben Ksenias nach außen hin ein Durcheinander darstellt, hat die Autorin die Schreibart angepasst. Es sind meist nur kurze Kapitel, titelgebend 153 Stück, in verschiedensten prosaischen Stilen. Kurzprosa, Briefe, Ebay-Suchergebnisse, Mails, Tagebucheinträge, Gedichte oder sogar Gottesdienste dienen als Botschafter einer Suche, welche die Autorin in nicht chronologischer Reihenfolge aufs Papier bannt und somit die Unschlüssigkeit Ksenias an die Leser:Innen weitergibt.
Die Autorin bedient sich der vielen prosaischen Stilmitteln, um ihr Anliegen und ihren inneren Kampf der Leserschaft plastisch darzulegen. Für mich unterscheidet sich dieser Roman somit sehr von den meisten anderen Büchern. Die Zahl 153 besitzt eine sehr tiefe Symbolik, vor allem in der Religion. Die Autorin hat mit ihren Ausführungen, was explizit ihre Berührungen zu Judentum und Zeugen Jehovas anbelangt, mit dieser mystischen Zahl und der Art der erzählerischen Herangehensweise, ein einzigartiges Werk geschaffen.
Für mich ist das ein sehr gelungenes Stilmittel, wenn auch nicht immer leicht zu lesen oder nach zu vollziehen. Dennoch gebe ich hier sehr gerne eine Leseempfehlung für dieses außergewöhnliche Buch.
Der Roman war auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2022

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