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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von MeinSohnPrinzAndreas:

ein betäubtes Land

Demon Copperhead von Barbara Kingsolver

Der junge Demon wird in den 90er Jahren im hintersten Winkel von Virginia geboren. Der Vater ist schon vor der Geburt gestorben und so wächst er zusammen mit seiner Mutter in einem Trailer, eingeklemmt zwischen den Bergen, auf. Die Mutter ist immer wieder auf entzug und auch so hat Demon keine Kindheit, die man als durchschnittlich bezeichnen könnte.

Und so ist auch sein weiteres Leben geprägt von Armut, Misshandlung und Sucht.

Eine Hommage an die Bewohner:innen Appalachias. Weitab dessen, was man allgemen als Wohlstand warnimmt, setzt sich der Roman intensiv mit dem Themen auseinander, die diese Region betreffen. Sei es einerseits die hohe Arbeitslosigkeit, Alkoholmissbrauch, die misserable Versorgungsinfrastruktur oder die Rolle der Bergregion als Epizentrum der Opioidkrise.

Inhaltlich stark, konnte mich der Roman so sehr schnell fesseln. So beginnt es einmal mit einer unkonventionellen und dennoch glücklichen Kindheit, bevor sich die Handlung dem Leben als Pflegekind zuwendet. Die Intensität der Beschreibungen von Misshandlungen und der Probleme des amerikanischen Kinderunterbringungssystems mögen füer manche Leser:innen zu viel sein, dennoch finde ich es wichtig, dass hier in kaum geschönter Brutalität aufgezeigt wird, mit welchen Problemen die Kinder zu kämpfen haben, und wie sie dadurch für ihr restliches Leben gezeichnet werden.

So nimmt das Heranwachsen in einer kaputten Welt einen deutlichen Scvhwerpunkt in der Geschichte ein. Ein anderer liegt auf der inflationären Verschreibung und Nutzung von opioidhaltigen Schmerzmedikamenten. Gerade dadurch, dass die Region fernab von jeglicher medizinischer Versorgung ist, die man als ausreichend bezeichnen könnte, haben gewinninteressierte Pharmaunternehmen hier leichtes Spiel, ihre Produkte an den Mann zu bringen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die betäubende Wirkung der Medikamente sicherlich gerne genutzt wird, um den tristen und sorgengeplagten Alltag dieser Region zu entkommen. Dieser Prozess, in dem eine Breite der Bevölkerung in die Abhängigkeit rutscht, wird hier auch dementsprechend interessant beschrieben, als dass man beim Lesen anfangs ein wenig überfordert ist, die Geschehnisse einzuordnen, und sich ein insgesamtes Bild von der Lage der Region zu machen. Es wirkt, als würden wir selbst diesen Prozess beobachten, und uns würde das Hintergrundwissen fehlen, dass wir nun in den 2020er Jahren haben. Wichtige Komponenten dieser Drogenepedemie finden so Eingang in die Geschichte: Pharmavertreter, verschreibungsfreudige Ärzte und Pillenmühlen. Andere wichtige Aspekte, wie Prozesse gegen Purdue-Pharma oder den Unwillen der Politik auf Bundes- und Staatsebene zu handeln, finden leider keinen Eingang in die Geschichte. Mag es sein, weil die Hintergründe der Opioidkrise für diejenigen, die sich nicht zuvor schon mit der Thematik näher befasst hatten, zu vielschichtig und uninteressant sein mögen, wenn sie in Form eines Romans daher kommen. Oder aber, weil umfassendere Beschreibung im Kontrast dazu stehen würde, dass die Bevölkerung dieser Region, von vielen Dingen, die ihnen angetan wurden, gar nichts wussten.

Wie dem auch sei, das Buch hat viele Aspekte abgedeckt, die mich persönlich sehr stark interessieren. Kombiniert mit den tollen Charakteren und dem sprachlichen Stil der Autorin kommt ein für mich sehr toll gelungener Roman heraus, den ich gerne anderen Leser:innen ans Herz lege.

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Rezensionen von Tobias Kallfell:

Medizintechnische Revolution

Wir werden jung sein von Maxim Leo

„Youth’s like diamond in the sun / and diamonds are forever“

Was wäre, wenn ein Medikamentenversuch fehlschlüge und die Probanden mit den ungeahnten Folgen einer Verjüngung konfrontiert wären? Darum geht es in dem Roman „Wir werden jung sein“ von Maxim Leo (bei mir stellten sich direkt Assoziationen zu „Benjamin Button“ ein).

Die Folgen des Experiments werden uns am Beispiel von Einzelschicksalen von fünf Protagonisten vorgestellt, deren Lebensgeschichte wir näher kennen lernen. Und eines kann ich direkt vorwegnehmen: Ich fand das Gedankenspiel, das der Autor entwirft, interessant und habe mit großer Faszination die Lebenswege der Figuren verfolgt.

Zu Beginn wird uns der 17-jährige Jakob nähergebracht, der unter einer Herzmuskelschwäche leidet und ständig müde und erschöpft ist. Er verliebt sich in Marie, die mit ihrer unbefangenen und ehrlich-direkten Art sofort sein Herz erobert. Als nächstes begegnen wir Herrn Wenger, Immobilien-Patriarch und pedantischer Planer, der eine tödliche Diagnose erhält und nicht mehr viel Zeit hat. Er plant daraufhin seinen eigenen Tod in Form von Sterbehilfe und macht sich daran, sein Erbe zu regeln. Eine weitere Figur: Die ehemalige Profischwimmerin Verena. Sie knackt bei einem „Rentnerrennen“, das lediglich als Show gedacht war, den Weltrekord in 100m Freistil. Und plötzlich steht sie unter Doping-Verdacht. Sie kann sich ihre Leistung selbst nicht erklären. Weiterhin lernen wir Jenny kennen, die einen unerfüllbaren Kinderwunsch hegt. Trotz mehrmaliger, belastender In-vitro-Fertilisationen will sich keine Schwangerschaft einstellen, bis ein Seitensprung plötzlich ihr Leben grundlegend ändert. Und zuletzt: Die Perspektive des verschrobenen und menschenscheuen Forschers Martin. Er ist der Projektleiter der Studie, an der Jacob, Wenger, Verena und Jenny teilnehmen. Sein Ziel ist die Reprogrammierung von Herzmuskelzellen. Das Medikament testet er auch an sich selbst und seinem Hund. Nun ist er mit der Situation konfrontiert, dass sich die Probanden des Versuchs verjüngen, und das mit ungewissem Ausgang. Es entstehen folgende Fragen: Wie geht es mit den Figuren weiter? Wie wird sich ihr Leben verändern? Und wird sich die Verjüngung stoppen lassen? Ohne zu viel zu verraten: Die Verjüngung hat nicht nur Vorteile! Insbesondere die jüngeren Probanden haben mit Komplikationen zu kämpfen.

Nachdem sich die Nachricht über die Verjüngung als Nebenwirkung der medizinischen Behandlung von Jacob, Wenger, Verena und Jenny herumspricht, wollen auf einmal weitere Menschen mit dem Medikament behandelt werden. Begehrlichkeiten werden geweckt. Und anhand der Perspektive von Miriam, einer wissenschaftlichen Beraterin der Regierung, wird eine medizinethische Bewertung des Phänomens vorgenommen. Sie betrachtet das Für und Wider des möglichen Eingriffs in den Lebenszyklus des Menschen. Klar ist nur: Die Entdeckung wird das menschliche Zusammenleben grundlegend ändern. Und am Rande wird auch die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft gestreift.

Die Stärke des Autors ist in meinen Augen die Charakterzeichnung. Alle Figuren haben klare Konturen und werden in ihren Eigenheiten sehr gut deutlich. Maxim Leo schafft es auf wenigen Seiten, seinen Charakteren ein deutliches Profil zu verleihen. Und durch einen geschickt eingebauten Zeitsprung wird uns eine Vorher-Nachher-Perspektive eröffnet. Eine Entwicklung der Protagonisten kommt zum Ausdruck. Und dadurch, dass die Figuren sich in verschiedenen Lebensstadien befinden, wird die Frage nach den Auswirkungen des Medikaments auch unterschiedlich beleuchtet. Das hat mir richtig gut gefallen. Auf diese Weise entsteht ein differenziertes, facettenreiches Bild. Und durch die beschriebenen Komplikationen, die ebenfalls auftreten, werden auch Nachteile ins Blickfeld gerückt. Und noch einen Effekt hat die Erwähnung des Negativen: Man leidet mit den Patienten mit und spürt als Leser:in emotionale Betroffenheit. Nicht zuletzt stellt man sich bei der Lektüre selbst die Frage, wie man mit einer solchen Diagnose umgehen würde. Würde man gern selbst wieder jünger sein? Eine interessante Frage, wie ich finde. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Eine rundum gelungene Sache. Ich habe keine Verbesserungsvorschläge und vergebe deshalb 5 Sterne!

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Rezensionen von Anno:

Cato, Kano und das Kino der Erinnerungen

Cato und die Dinge, die niemand sieht von Yorick Goldewijk

Cato vermisst ihre Mutter. Immer. Dabei ist sie schon fast so lange tot, wie ihre Tochter alt ist. Doch über sie reden kann sie nicht. Ihr Vater nimmt kaum Notiz von ihr und scheint in seiner eigenen Welt zu leben. Auch Freunde hat sie keine. In der Schule läuft es nicht gut. Die anderen Kinder halten sie für seltsam und meiden sie.

Doch Cato ist sowieso viel lieber allein. Dann liegt sie auf ihrer Wiese, beobachtet und fotografiert. Bis ihr Vater von einer Fremden eine geheimnisvolle Visitenkarte bekam. Anders als er ist sie fasziniert. Sie sucht die darauf vermerkte Adresse auf und findet ein verlassenes Kino vor- und Frau Kato. Bald hilft Cano ihr, ihren wenigen ausgewählten Besuchern eine ganz besondere und persönliche Art an Filmen zu präsentieren: die eigenen Erinnerungen.

„Ein berührender Kinderroman über Familie, Identität und die Besonderheit der kleinen Momente im Leben“ verspricht der Verlag und hat recht!
Es ist eine sehr berührende und emotional aufwühlende Geschichte, die mir unglaublich gut gefiel und die ich jetzt schon zu meinen Jahreshighlights zähle. Ich bin schwer beeindruckt über die Logik hinter der Magie und Funktionsweise des Kinos, Aufbau des Buches, seiner der Handlung selbst und auch von den Gefühlen, die diese Lektüre in mir weckten konnte. Für einige Stunden nahm mich Cato an die Hand und entführte mich in ihre Welt. Ich durfte ihr Leben, ihre Erlebnisse und Erfahrungen teilen und habe mich wunderbar verbunden mit ihr gefühlt.
Obwohl ein Jugendbuch ab 10 Jahren ist es auch für Erwachsene sehr zu empfehlen. Es enthält erstaunlich viel Lebensweisheit, großes Einfühlungsvermögen und gibt sogar Anstoß selbst offener durchs Leben zu gehen und Dinge mit anderen Augen zu sehen. Unbedingt lesen!

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Rezensionen von Anno:

Mit der Natur gärtnern

Einfach gärtnern! Naturnah und nachhaltig von Horst Mager

Das Layoutkonzept dieses Buches ist klassisch, aber dennoch sehr ansprechend und wird von schönen atmosphärischen Fotos begleitet. Besonders gut aber gefiel mir auch der angeschlagene Ton. Der Autor Horst Mager wirkt äußerst sympathisch, patent und bodenständig. Er ruft dazu auf sich Garten und Pflanzen bewusst zu machen, offen zu hinterfragen warum wo welche Pflanze gut gedeiht und welche Bedingungen im eigenen Garten vorherrschen, gibt jedoch auch Tipps zu Farbgestaltung und Anordnung.

Selbst Ruheplätze und Lage der Wege werden thematisiert und sinnvoll und natürlich in der Garten integriert. Horst Mager hat mir dabei durch seine Sichtweise nicht nur einmal die Augen geöffnet. Seine Art zu gärtnern spricht mir aus der Seele! Es lässt einen Garten mit einem natürlich gepflegten Erscheinungsbild entstehen, der zum Wohlfühlen einlädt- für Mensch, Pflanze UND Tier.

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Rezensionen von Anndlich:

Wer will schon normal sein?

Willkommen bei den Grauses 1: Wer ist schon normal? von Sabine Bohlmann

Ottilie liebt ihre Bücher und doch wünscht sie sich, dass sie auch außerhalb dieser Welten Freunde findet. Eines Tages zieht in ihr Nachbarhaus mit der Nr. 13 die Familie Grauses und Ottilie schöpft die Hoffnung, endlich eine ganz normale Freundschaft mit den Nachbarskinder schließen zu können.

Doch normal wirkt die neue Familie bei näher Betrachtung nicht mehr. Muh trägt kleine Hörner auf dem Kopf, die er mit seiner Mütze zu verdecken versucht, Wolfis Eckzähne blitzen beim Lächeln ganz besonders hervor und Husch ist nur zu sehen, wenn sie ihren Atem anhält. Frisch vom Institut für andersartige Wesen kommend, muss die sechsköpfige Familie ihr Normalsein beweisen, doch vor allem für den Schrat und Opa der Familie, stellt das eine besonders große Herausforderung dar und die spähende Krähe leitet alles an das Institut weiter.

Willkommen bei den Grauses: Wer ist schon normal? von Sabine Bohlmann ist der Auftakt einer Reihe, um die urkomische Familie Grauses. Familie Grause, das sind der Dilldapp Muh, die Werwölfen Wolfi, das Gespenst Husch, die Felfe Holger, der Dschinn Olga und der Schrat Fladimir. Alle sechs haben eins gemeinsam: sie kommen von Institut für andersartige Wesen und das Leben in der Sackgasse 13 macht ihnen Angst.

Die sechs Mitglieder der Familie Grause sind nicht nur sechs ganz unterschiedliche Charaktere, sondern auch sechs unterschiedliche Wesen. Diese Wesen lassen sich auch aufgrund ihres Auftretens, ihrer Handlungen und ihrer Sprechweise unterscheiden und jeder Charakter ist auf seine Weise eine tolle Figur. Nicht nur die mitlesenden Kinder, sondern auch ich mit Mitte 30 saß lachend vor dem Buch, weil die Geschichte urkomisch ist!
Die Familie Grause wird dabei durch Ottilie eingeführt, die bisher kaum Freunde im Leben hat und bisher nur durch ihr „anders sein“ auffällt.

Untermalt wird die Geschichte durch die wunderschönen Illustrationen von Daniel Steudtner, die das Buch zu einem perfekten Lesevergnügen machen!

Willkommen bei den Grauses: Wer ist schon normal? ist eine wunderschöne Geschichte, über Freundschaft, Familie, das anders, aber auch das selbst sein. Ich freue mich bereits jetzt, auf viele weitere Geschichte mit Ottilie und der Familie Grause.

Funfact: Als Gamerin fiel mir direkt das Kaninchenplüschtier in den Händen von Husch auf und weckte Assoziationen zu Tiny Tina von Borderlands, dieser verleiht die Autorin in den Videospielen ihre Stimme.

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Rezensionen von yellowdog:

Der Fuchs

Notizen zu einer Hinrichtung von Danya Kukafka

Nach Girl in Snow ist Notizen zu einer Hinrichtung das zweite Buch der Autorin.
Der Roman der amerikanischen Schriftstellerin Danya Kukafka beginnt beklemmend. Das liegt neben dem harten Plot auch an der Erzählform in der zweiten Person. Es fällt auf Anhieb nicht leicht, sich mit dem Protagonisten zu identifizieren.

Ansel Packer sitzt als Häftling 999631 im Gefängnis und wartet auf seine Hinrichtungen. Seine Gefühlswelt wirkt diffus.
Dann folgt eine Rückblende ins Jahr 1973 als Ansel geboren wurde und in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs. Es ist ein Umfeld der Gewalt, das Anseln prägte. Die Autorin vermeidet es aber, Entschuldigungen für Anselns Handeln aufzubauen.
Zu den stärksten Figuren des Buches gehört Saffron, die als Ermittlerin Ansel schließlich festnimmt.
Das Buch ist nicht unbedingt leicht auszuhalten als Leser, aber es ist so gestaltet, das man sich auch nur schwer vom Text lösen kann.

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Rezensionen von yellowdog:

Frühe Erzählungen

Katja von Brigitte Reimann

Frühe Erzählungen der Ikone Brigitte Reimann. Das dürfte nicht nur für Reimann-Experten interessant sein.
Ein interessanter Text in dem Buch ist aber auch das Nachwort, das sehr treffende Feststellungen vornimmt.
Natürlich sind jetzt einige Geschichten dieses Bandes ein Relikt ihrer Zeit.
Die erste Geschichte ist nicht schlecht.

Der für mich stärkste Prosatext ist für mich aber die Titelgeschichte Katja, die Reimann als 20jährige geschrieben hat.
Darin muss die Protagonistin eine schwere Entscheidung für ihr Leben treffen. Diesen Moment kann die Autorin eindringlich darstellen. Beeindruckend.

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Rezensionen von Reiseweise:

Spannendes Thema, mittelmäßige Umsetzung

Wir werden jung sein von Maxim Leo

Wenn es ein Medikament gäbe, dass die Zellen des Körpers verjüngen würde und einem so das Leben verlängern könnte, würdest du es einnehmen? Diese Frage haben sich die Protagonist:innen des Romans „Wir werden jung sein“ nicht gestellt, denn sie werden eigentlich nur aufgrund ihrer Herzerkrankungen in einer klinischen Studie mit einem neuen Medikament behandelt - die Verjüngung ist eine ungewollte Nebenwirkung, die zu ungeahnten Komplikationen führt.

Im Roman wird die wirklich spannende Frage verhandelt, wie die Menschen mit so einem Verjüngungsmedikament umgehen würden. Sollte man es überhaupt zulassen? Was ist, wenn sich nur Reiche das ewige Leben leisten können? Wie geht man mit der drohenden Überbevölkerung um? Welche Auswirkungen hat es auf die jungen Generationen, wenn die Alten nicht mehr sterben? Leider werden diese interessanten Fragen nicht konsequent in die Story eingewoben. Vieles wirkt bemüht, vieles ist reine Exposition für Hintergrundwissen (z.B. der Chef der Doping-Agentur, der lange nichts mehr über Genetik gehört hat, so dass eine Menge Hintergrundwissen deklariert wird, was unglaubwürdig in der Geschichte wirkt). Dadurch findet man nie so richtig in die Geschichte ein, zumal nicht alle Charaktere wirklich interessant ausgestaltet sind. Schade, denn sonst sind Maxim Leos Werke wirklich toll.

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Rezensionen von Doris:

Schnell gelesen und spannend, aber nicht zu Hundertprozent zufriedenstellend

Der Ausflug - Nur einer kehrt zurück von Ulf Kvensler

Zuerst einmal war ich erstaunt, dass es sich bei dem Ausflug in diesem Buch um eine mehrtägige Wandertour handelt - das war nicht so wirklich das, was ich mir unter einem "Ausflug" vorgestellt habe. Doch einmal losgelesen war ich sofort gefesselt von der Geschichte. Durch die kurzen Vernehmungen der örtlichen Polizei, die von Beginn an zwischen die Erzählkapitel geschoben sind, war von vorherein klar, wer von der Wandertour in den Sarek zurückkommen würde - Anna.

Sie ist es, die die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, sie nimmt uns Leser glaubwürdig auf die Reise mit. Die Kapitel sind nicht sehr lange, meistens enden sie mit einem Cliffhanger, und die Handlung ist tatsächlich so spannend, dass ich das Buch einfach fertig kriegen und kaum mehr aus der Hand legen wollte. Im Kapitel mit dem Schneesturm ist mir richtig übel geworden, weil ich mit den Protagonisten so mitgefiebert habe.
Die Naturbeschreibungen sind sehr authentisch geschildert und man bekommt richtig Lust, in dieser Gegend zu urlauben (allerdings nicht alleine mit Rucksack und Zelt im Sarek - und keinesfalls bei einem Schneesturm). Ich habe während des Lesens mal pausiert und nach echten Bildern des Nationalparks gesucht, wunderschön - die Beschreibungen im Buch werden der Gegend mehr als gerecht! Die Handlung selbst will ich hier nicht verraten - die Nerven der Freunde liegen blank, Reibungen kommen auf, Konflikte entstehen, wo zuvor keine waren, die Gruppendynamik verändert sich, erwartete und unerwartete Wendungen, manchmal doch ein bisschen "konstruiert" ("oh, jetzt ist genau hier plötzlich das Handynetz weg - blöd aber auch...").
Aber alles in allem ein sehr kurzweiliger und fesselnder Roman, den ich allen Fans von Thrillern weiterempfehlen kann - auch, wenn mir selbst einige Fragen ungeklärt bleiben.

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Rezensionen von Bücherfreundin:

Lesenswertes Buch über einen charismatischen Ausnahmesportler

Franz Beckenbauer von Christoph Bausenwein

Franz Beckenbauer war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Fußballs und einer der besten Fußballspieler der Welt. In seinem neu erschienenen Buch "Franz Beckenbauer - Kaiserjahre" bringt uns Christoph Bausenwein nicht nur den Ausnahmesportler, sondern auch den Menschen Franz Beckenbauer nahe.

Das großformatige gebundene Buch ist sehr liebevoll und hochwertig gestaltet. Es umfasst 270 Seiten und ist in 6 Kapitel gegliedert. Zahlreiche Fotos ergänzen die Texte.

Christoph Bausenwein beschreibt die Kindheit und Jugend des fußballbegeisterten Franz Beclenbauer und seine Anfänge als Fußballer. Es folgen die weiteren Stationen und zahlreichen Erfolge als Profifußballer. Nach dem Ende seiner aktiven Zeit machte er nicht nur als DFB-Teamchef und Funktionär von sich reden. Er spielte auch eine große Rolle im Zusammenhang mit der Vergabe der WM 2006 an Deutschland und wurde dafür Jahre später scharf kritisiert.

Der Leser erhält auch einen Einblick in das Privatleben Franz Beckenbauers mit seinen Höhen, Tiefen und der Tragödie seines Lebens. Der Autor beschreibt die Person des charismatischen Franz Beckenbauer, seine freundliche und zugewandte Art, seine Hilfsbereitschaft und seinen ausgeprägten Ehrgeiz. Aber auch weniger positive Eigenschaften finden Erwähnung. Kleine Anekdoten und die legendären Sprüche des "Kaisers" bringen den Leser zum Schmunzeln.

Das informative Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist schön geschrieben, spannend und humorvoll, teilweise auch kritisch. Ich habe über das bereits Bekannte hinaus auch viel Neues erfahren, so z.B., dass Franz Beckenbauer einen Kinofilm drehte, dass er in den sechziger Jahren davon träumte, in Italien zu spielen und warum dieser Traum platzte. Besonders interessant fand ich die Kapitel über seine Kindheit und Jugend sowie die Zeit in New York.

Ich kann diese wunderbare Hommage an Franz Beckenbauer jedem Fußballfan nur empfehlen, dank der hochwertigen Ausstattung eignet sich das Buch auch ganz hervorragend als Geschenk.

Absolute Leseempfehlung!

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