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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von C. P.:

Kann eine KI durchdrehen?

Die Burg von Ursula Poznanski

Am Thema Escaperoom kommt heutzutage niemand mehr vorbei: Es gibt Spiele, Bücher, Onlinegames, reale Escaperoom-Abenteuer für Gruppen... und, wenn es nach Milliardär Nevio geht, auch in Kürze ein reales VR-Escaperoom-Erlebnis. Wie wir uns das vorstellen sollen? Die Spielenden nennen einer Künstlichen Intelligenz (kurz: KI) ihre Wünsche und Vorstellungen, und die KI erstellt daraus ein Abenteuer, welches durch mehrere, mit hochmodernster Technologie ausgestatte Räume unter einer restaurierten Burg führt.

Als Lesende haben wir den Vorteil, im Buch eine Übersicht über die Burg sowie die darunterliegenden, miteinander verbundenen Räume zu erhalten. Die Testspielerinnen und Testspieler, welche Nevio vorab zu sich eingeladen hat, haben hingegen teilweise keine Ahnung, was sie dort unten erwarten wird. Doch zunächst erfolgt ein atmosphärischer Empfang in der Burg, bevor sich hinter der Gruppe unwiederbringlich die verstärkten Türen schließen.
Das Gedankenspiel, was wohl geschähe, sollte die KI die volle Kontrolle an sich reißen und eben nicht so agieren, wie Besitzer Nevio sich das erhofft hat, lässt Raum für viele Möglichkeiten. Vor dem Hintergrund, dass Künstliche Intelligenzen keine Emotionen haben, stellt sich beim Lesen schnell die Frage: Ist die KI durchgeknallt, handelt sie böse, wurde etwas falsch programmiert - oder steckt etwas ein ganz anderer Plan dahinter? Und wie kommt die Gruppe lebend aus diesen Höllenverliesen wieder heraus?
Die Autorin lässt die Handlung schnell spannend werden. Die Gruppe recht unterschiedlicher Personen bietet hier und da zusätzlich Zündstoff. Einige Szenen, in welche die KI die Spielenden lotst, sind wirklich nichts für Zartbesaitete, zumal sie die Möglichkeit hat, alle Sinne zu bedienen wie eben auch Gerüche u.a. Von den beschrieben Rätseln empfand ich einige schon als High-Level, am spannendsten war jedoch die endgültige Auflösung, warum die KI die Menschen derart hat leiden lassen. Ziemlich bewegend und deutlich mitreißender, als ich zunächst erwartet hatte. Lohnt sich!

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Rezensionen von C. P.:

Neue Gegner für die Seelenwächter erstarken

Das schwarze Element - Folge 4 von Nicole Böhm

Mit der vierten Folge nimmt die Serie nochmal an Fahrt auf. Die geheimnisvolle Macht, welche bereits wiederholt kleine Auftritte hatte, schlägt unerbittlich zu und hinterlässt schmerzhafte Wunden in der Gemeinschaft der Seelenwächter. Um alte Wunden geht es hingegen bei Rose und Matt, immerhin hat die beiden damals viel verbunden, bevor die Ereignisse ihrer beider Schicksale brutal auseinanderriss.

Zudem gibt es weitere Einblicke in die Machenschaften des Lionsgate-Konzerns.
Ich empfand den vierten Teil als regelrechte Achterbahnfahrt durch Spannung und Emotionen. Nicht nur die Fronten zwischen den Seelenwächtern und dem Konzern Lionsgate als Gegner kristallisieren sich heraus, sondern es kommt noch ein Gegner hinzu, welcher noch überhaupt nicht einzuschätzen ist. Bin gespannt, ob die Seelenwächter bald an zwei Fronten zugleich werden kämpfen müssen.

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Rezensionen von brauneye29:

Raus aus dem Tabu

Mutter ohne Kind von Eva Lindner

Zum Inhalt:
Die Autorin gibt der häufigsten Schwangerschaftskomplikation, der Fehlgeburt, eine Bühne. Denn eins der immer noch vorhandenen Tabus ist genau das, man spricht nicht darüber. Dabei ist es Zeit endlich dem Thema mehr Öffentlichkeit zu geben, denn die Folgen sind gerade für die Betroffenen katastrophal.

Meine Meinung:
Was für ein bewegendes Buch und ja die Autorin hat völlig recht, das Thema muss aus der Tabuzone raus. Wie viele Frauen mag es geben, die dadurch traumatisiert wurden, sich womöglich die Schuldfrage stellen und das muss aufhören. Erschreckend fand ich die Berichte der Betroffenen, die wirklich kruden Regeln, die überhaupt nicht nachvollziehbar sind zum Beispiel in Sachen Mutterschutzfristen. Warum muss das verlorene Kind schwerer als 500 g sein oder die Mutter eine bestimmte Woche erreicht haben? Da fällt mir nur zu ein: so ein Schwachsinn! Eine Geburt ist eine Geburt und fertig.
Fazit:
Raus aus dem Tabu

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Rezensionen von Sago:

Name Dropping statt Worldbuilding

Star Bringer von Tracy Wolff; Nina Croft

"Dr. Veragelen sieht aus wie ein Bamiling, das gerade einen Varmak gefressen hat."

Was das für Wesen sind, mit denen da verglichen wird? Man erfährt es nicht. Zwar haben sich die Autorinnen viele Fantasienamen ausgedacht, aber leider steht nichts dahinter. Wir reisen in ein sterbendes Sonnensystem mit sieben Planeten und wenn es auf einem von ihnen einen Zwischenstopp gibt, erfährt man: hellblauer Sand und arme Leute, mehr nicht.

Warum trotzdem vier Sterne? Ich liebe dicke Wälzer und dieser macht trotzdem irgendwie Spaß, obwohl ich es mir selbst nicht so recht erklären kann. Ich wollte weiterlesen, obwohl mich vieles gestört hat.

Weniger Perspektiven wären zum Beispiel mehr gewesen. Zumal die verwöhnte Prinzessin Kali den größten Erzählanteil bekommt. Ihr baldiger Love Interest ist der unvermeidliche Bad Boy Ian. Doch eine Liebesgeschichte ist bei zwei Autorinnen anscheinend nicht genug, es braucht zwei davon, was die übrigen Weltraumreisenden, die hier unterwegs sind, etwas untergehen lässt.

Die Protagonisten sind so jung, dass der einzige Fünfundzwanzugjähige beinahe zu einer Vaterfigur mutiert. Kein Wunder, dass es sehr viele Seiten braucht, um zu erfahren, ob sie die Welten retten können. Und offensichtlich auch noch weitere Bände.

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Rezensionen von _ich.lese_:

Mord auf der Insel

Schneesturm von Tríona Walsh

Zehn jahre ist es her dass Caras Mann ertrunken ist. Zusammen mit ihren Freunden, die sie genauso lange nicht gesehen hat, wollen sie den Todestag begehen. Doch kaum treffen sie sich auf der Insel ist diese von der Außenwelt abgeschnitten, ein Schneesturm. Als dann noch ein Mensch von den Klippen stürzt und ums Leben kommt, wird es richtig unheimlich.

Cover und Klappentext sprachen mich an, da ich eh keine große Thrillerleserin bin, war ich sehr gespannt, ob es für mich nicht zu heftig wird. Aber diese Sorge war unbegründet. Es ist zwar durchaus spannend, aber so, dass man es gut aushalten kann. Die Insel und der Schneesturm, der sie vom Festland abgeschnitten hat, hatte schon was für sich, ich fand die Atmosphäre schon passend. Cara, die Inselpolizistin und Ehefrau des verstorbenen Cillian hat die Ermittlungen aufgenommen, manchmal war sie richtig gut, manchmal war es etwas ungewöhnlich. Alles in allem fand ich den Thriller ganz gut, auch wenn es zwischendurch seine Längen hatte.

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Rezensionen von gerlisch:

Die Zeit läuft

Stunde um Stunde von Candice Fox

Die kleine Tilly verschwand vor zwei Jahren. Ihre Eltern Elsie und Ryan haben das Gefühl, dass die Polizei nicht gründliche genug nach ihr gesucht hat. Aus Verzweiflung dringen die beiden deshalb in das forensische Labor der Strafverfolgungsbehörde von Los Angeles ein und drohen die dort gelagerten Beweise Stunde um Stunde zu vernichten.

Unter anderem befinden sich dort auch Proben, die in Zusammenhang mit einer brutalen Motorradgang stehen. Der seit fünf Jahren dort Undercover tätige Detektive Charlie Hoskins hat Angst diese auf riskante Weise eingesammelten Proben zu verlieren. Deshalb macht er sich zusammen mit der Polizeianwärterin Lynette Lamp auf den Weg um Tilly zu finden. Ein gefährlicher Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Eine spannende Handlung mit mehreren unvorhersehbaren Wendungen macht diese Story zu einem nervenzerreißenden und unterhaltsamen Thriller. Durch mehrere Perspektivwechsel mit gut gesetzten Cliffhangern ist das Buch kaum aus der Hand zu legen.

Die Charaktere wirken lebendig und wurden gut beschrieben. Besonders Charlie und Lynette entwickeln sich überraschend zu einem eingespielten Team. Die Dialoge wechseln zwischen dramatisch und humorvoll. Allerdings war mir die Sprache an manchen Stellen zu schnodderig. Auch manche Szenen empfand ich als zu übertrieben, sodass ich für dieses unterhaltsame Buch leider nicht die volle Punktzahl vergeben kann.

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Rezensionen von @lust_auf_literatur:

Stark zwischen den Zeilen

Krummes Holz von Julja Linhof

Hammer, was für ein starkes Debüt! Gerade habe ich „Krummes Holz“ beendet und habe Fragen.
Fragen, die mich beschäftigen und Gedanken, die in meinem Kopf rollen. Gedanken über Väter und Liebe und Geschwister und besonders über die Möglichkeit von zarter, vorsichtiger Annäherung trotz großem, emotionalem Gepäck.

Den Balast aus der Vergangenheit haben sie alle, die Figuren in Julja Linhofs Roman: Malene, Leander und natürlich der Ich-Erzähler Jirka.
Jirka ist ein junger Mann und er kehrt nach einigen Jahren der Abwesenheit auf den Hof zurück, auf dem er aufgewachsen ist.
Es ist Hochsommer, die Böden sind ausgetrocknet und es ist heiß.
Ich brauche ein paar Seiten, bis ich vollständig in das Setting eingetaucht bin und die Personen zugeordnet habe.
Malene ist Jirkas ältere Schwester und führt gemeinsam mit dem Vater den heruntergewirtschafteten Hof. Leander ist der Sohn des verstorbenen Gutshofverwalters und ein enger Jugendfreund der beiden Geschwister.

Als Jirka auf dem Hof ankommt, scheint sich niemand wirklich zu freuen. Der Vater ist nicht da, und Malene ist sauer, denn sie hat den Hof die letzten Jahre fast alleine geführt und hätte ihn gebraucht. Die alte Großmutter ist dement und lebt in ihrer eigenen Welt oder in der Vergangenheit.

Malene und Jirka, beide sind gezeichnet von dem Wissen, die größte Enttäuschung für den Vater zu sein.

Malene reagiert mit Wut, Jirka, der Erzähler, mit Flucht.

“Ich lerne durch Malenes Aufbäumen, selbst still zu bleiben, den Kern zu schützen. Ohne Schichten. Stattdessen bleibe ich mein Leben lang auf der Flucht vor Konflikten.”

Und dann gibt es noch Jirka und Leander….



Was für mich die große Faszination dieses Romans ausmacht, ist das Geschehen zwischen den Zeilen. Es gibt Geheimnisse, es gibt Verletzungen, es gibt Vergangenheit, doch nichts davon wird ausgeschrieben.

Es gibt leise, subtile Andeutungen einer Kindheit voller Gewalt und erzieherischem Druck durch den despotischen Vater.
Es gibt Andeutungen von traumatischen Ereignissen in der Vergangenheit.
Es gibt auch Andeutungen von Liebe, die nie ausgesprochen wurde.

Das alles hängt zwischen den Zeilen und über der heißen flirrenden Luft des Hofes.

Sprachlich punktet Linhof für mich literarisches Hochwertigkeit. Ich lese ihren doppelbödigen Stil unglaublich gerne, er ist gleichzeitig kraftvoll und verletzlich. Mag ich sehr, sehr gerne!

„Seine Augen schimmern im Kerzenlicht, und es ist wieder dieser Blick, der mich trifft und aufbricht.“

Und ja, es wird Enthüllungen geben, aber Linhof schafft es, nicht die Ereignisse in den Vordergrund zu rücken, sondern die Gefühle ihrer Figuren. Das mag ich und es ist eine ungewohnte Abwechslung zur sonstigen voyeuristischen Ausschlachtung traumatischer Geschehnisse (die ich aber natürlich auch mag).

„Krummes Holz” ist für mich eines der stärksten Debüts dieses Jahr, so far. Und natürlich eine Leseempfehlung!

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Rezensionen von @lust_auf_literatur:

Emotionale Familiengeschichten im american style

Leuchtfeuer von Dani Shapiro

Das blumige Cover verrät bereits einiges über die Tonlage des Romans: wunderschön, dramatisch und mit einem Hauch von Kitsch.

Das ist nicht zwangsläufig der Geschmack von allen Leser*innen, mir selbst hat der Roman allerdings sehr gut gefallen.

Bereits das erste Kapitel ist fulminant dramatisch und stimmt auf den weiteren emotionalen und bittersüßen Verlauf der Geschichte ein.

Drei Jugendliche haben betrunken und selbstverschuldet einen Autounfall, bei dem eine von ihnen tödlich verletzt wird. Die beiden überlebenden Geschwister Theo und Sarah tragen schwer an dieser Schuld. Die Entscheidung, nicht über die tragische Nacht zu sprechen, wird die Verarbeitung und ihr weiteres Leben sehr beeinträchtigen.

„Auf der Tonspur des Lebens läuft der Todesschrei eines Mädchens in Dauerschleife. Man kann ihm nicht entkommen.“

Shapiro spannt den Erzählbogen sehr weit, der Roman umfasst mehrere Jahrzehnte, zwischen denen sie nicht linear wechselt und ihr Protagonist*innenpalette ist breit gefächert. Neben der Familie von Theo und Sarah, gibt es noch die Familie von Waldo, einem sensiblen Jungen, der sich mit 10 Jahren mit dem gealterten Vater der erwachsenen Geschwister Sarah und Theo anfreundet.

Für mich persönlich ist diese zarte, ungewöhnliche und lang andauernde Freundschaft zwischen Ben und Waldo das wahre Herzstück des Romans und die Kirsche auf der Torte.

Auch das Spektrum an Themen, die Shapiro auffächert, ist äußerst weitreichend. Von zerbröselnden Ehen, nicht verarbeitende Traumata, Krebs, Alzheimer und disfunktionalen Eltern-Kind Beziehungen wird alles abgedeckt.
Das ganze im einem very american Vorort Setting.
Verbrämt wird das ganze mit einer leicht esoterisch anmutenden „Alles ist verbunden“ Botschaft, die dem Roman eine gewisse Tiefe verleihen soll.

Für mich war diese Fülle an Dramatik und Bedeutungsschwere nicht überladen, sondern sehr lesenswert. Ich fand, Shapiro spielt perfekt mit der emotionalen Klaviatur und hat einen wunderschönen und unterhaltsamen Roman geschaffen, der natürlich optimal für eine Verfilmung geeignet ist. Auch die visuelle Version würde ich mir sofort mit einem großen Vorrat von Taschentüchern anschauen.

Du magst emotionale und dramatische Familiengeschichten im american style?
Dann ist „Leuchtfeuer“ eine Empfehlung für dich!

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Rezensionen von KimVi:

Ein absolutes Muss für alle Jane-Austen- und Bridgerton-Fans!

Dangerous Relations von Jennieke Cohen

Im April 1817 gerät Lady Victoria Astons Familie in eine Notlage. Nur eine schnelle Heirat kann das Anwesen der Familie retten. Loyal und pflichtbewusst stürzt Vicky sich in die Ballsaison. Schon bald gelingt es ihr, die Aufmerksamkeit einiger Herren zu wecken. Doch leider verlaufen die Begegnungen nicht ansatzweise so, wie es Vicky aus den Büchern ihrer Lieblingsautorin Jane Austen kennt.

Deshalb ist es gar nicht leicht, in der Eile einen passenden Ehemann zu finden. Dass Vicky sich ständig in gefährlichen Situationen wiederfindet, macht die Suche nicht einfacher...

Die Handlung ist in 32 Kapitel unterteilt, die immer mit einem Zitat von Jane Austen beginnen. Dadurch wird man wunderbar auf die Ereignisse eingestimmt. Es gelingt der Autorin hervorragend, die damalige Zeit zum Leben zu erwecken, wodurch man sich ganz auf das Geschehen einlassen kann. 

Vicky ist eine junge, sympathische Hauptprotagonistin, die auch nicht davor zurückschreckt, auf dem Landsitz Arbeiten zu verrichten, die nicht unbedingt für junge Ladys geeignet sind. Sie ist außerdem mutig, hartnäckig und nicht auf den Mund gefallen. Die anderen Charaktere werden ebenfalls so authentisch beschrieben, dass man sie sofort vor Augen hat. Man fasst spontane Sympathien, aber auch Abneigungen und beobachtet deshalb gespannt, wie Vicky sich auf dem Heiratsmarkt schlägt. Gemeinsam mit ihr versucht man herauszufinden, welcher Kandidat es ehrlich mit ihr meint und das ist gar nicht so einfach. Denn sowohl der charmante Mr. Carmichael als auch Vickys Jugendfreund Tom, scheinen Geheimnisse zu hüten, die sie nur ungern preisgeben. 

Dadurch, dass Vicky und Tom abwechselnd im Zentrum des Geschehens stehen, wirkt die Handlung durchgehend interessant und kurzweilig. Durch die mysteriösen Vorfälle, bei denen Vicky ständig in Gefahr gerät, enthält dieser Roman auch spannende Elemente. Man wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen, wer der Drahtzieher ist und welches Motiv ihn antreibt. Deshalb beäugt man Vickys Verehrer äußerst misstrauisch. 

Romantik- und Spannungsanteil sind fein aufeinander abgestimmt, wodurch man früh in den Sog der Ereignisse gerät und dazu verleitet wird, das Buch erst aus der Hand zu legen, wenn man am Ende angekommen ist. 

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Rezensionen von nanu?!:

Nicht wie versprochen

Mayfair House von Alex Hay

Jahrelang hat Mrs. King für die Familie de Vries als Hauswirtschafterin gearbeitet.
Nun wird sie nach einem Fauxpas fristlos entlassen, obwohl der größte Ball der Saison im Hause de Vries ansteht.
Doch Mrs. King lässt den Rauswurf nicht auf sich sitzen und will Rache. Sie plant, das Haus während des Balls komplett auszuräumen.

Wenn ihr das gelingt, wird das der größte Coup des Jahrhunderts.

Die Bewertung des Buches finde ich etwas schwierig, da ich nach dem Klappentext und dessen Versprechungen eine ganz andere Geschichte erwartet hatte.
Wie eine Mischung aus Bridgerton und Ocean's 8 soll Mayfair House sein. Nun ja ...

Mit der erzählerischen Leichtigkeit von Bridgerton hat dieser Roman hier, schon mal nichts zu tun. Ich finde den Erzählstil des Autors oft zu nüchtern, und manchmal sogar zu bemüht. Wie als ob jemand Punkte in der Abfolge der Handlung abhakt.
Die Figuren wirken oft sehr oberflächlich. Das liegt aber meist an der Handlung selbst, da man als Leser hinter die Fassade so mancher Figur erst nach und nach blicken darf.
Der Raub wird hauptsächlich von sieben Frauen verübt, und jede von ihnen hat ihre eigenen Gründe, die Sache auch tatsächlich durchzuziehen. Eine gewisse Entwicklung machen die Frauen im Laufe der Geschichte durch, aber bei sieben Personen bleibt doch so manches auf der Strecke.

Es wird viel Zeit mit der Planung des Raubs verbracht. Auch hier werden Dinge getan und geplant, die man erst später versteht. Die ein oder andere versucht auch noch zusätzlich, ein eigenes Ding zu drehen.
Das aber führt zu einigen Längen, immerhin passiert der eigentliche Raub erst im letzten Drittel des Buches.
Es fließt also eine ordentliche Menge an krimineller Energie, trotzdem würde ich Mayfair House nicht mit Ocean's 8 vergleichen, nur weil ein paar Frauen einen Raub planen.
Der Raub selbst ist aber wirklich spektakulär und sehr unterhaltsam, und ein gewisser Humor blitzt auch ab und zu durch.
Die Szene am Ende beim Mausoleum fand ich persönlich sehr unglaubwürdig. Dass jemand in der Zeit so eine Gelegenheit verstreichen lässt, kann ich nicht nachvollziehen.
Dafür gefiel mir sehr, wie die Unterschiede zwischen der reichen Familie de Vries und den armen Dienstboten dargestellt wird.

Das Buch hat mich schon auf eine gute Art unterhalten, aber es ist nicht das, was dem Leser versprochen wird. Und wie gesagt, der schwierige Erzählstil und die vielen Längen schmälern doch das Lesevergnügen.

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