Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Was Namen für unser Leben bedeuten
Die Namen von Florence Knapp
Namen sind wichtig, keine Frage. Aber wie sehr prägen sie uns und unser Leben wirklich? Dieser Frage nähert sich der Roman auf besondere Weise an: ein Kind, eine Familie, drei Namen und damit verknüpft drei Lebenswege.
Ich mochte den Erzählstil der Geschichte- wie Parallelwelten ziehen sich die drei Lebenswege von Coras Sohn durch das Buch, erzählt in Schlaglichtern.
Ich fand es schön, dass zwar Coras Sohn im Zentrum der Handlung steht, man aber auch Einblicke in die Leben der anderen Familienmitglieder bekommt.
Die Geschichte macht betroffen, schockiert und schmerzt. Es ist keine schöne Geschichte, sondern viel ungeschönte Wahrheit, eine Geschichte von Unsicherheiten, Angst, sichtbaren und unsichtbaren Verletzungen.
Das Buch liest sich flüssig und ist durch die kurzen Kapitel ereignisreich und kurzweilig. Natürlich bekommt man immer nur kleine episodische Einblicke in diese drei sehr unterschiedlichen Leben, aber mir hat diese Erzählweise gut gefallen.
Ein Buch, das nachdenklich stimmt, von Gewalt und Prägung, aber auch Mut und kleinen Rebellionen erzählt, reflektiert und mich ergriffen als Leser mitgenommen und ergriffen hat.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Zwei Girls gegen richtig viele böse Männer
Tödliche Freundinnen von Tess Sharpe
Ich wollte das Buch hauptsächlich deswegen lesen, weil ihr ihre vorherigen zwei Bücher absolut großartig fand. Dieser neuer Thriller geht in einer andere Richtung, hat aber auch wieder starke Frauenfiguren im Zentrum. So stark, dass sie im Alleingang mal eben eine Mafiafamilie stürzen
Böse Zungen würde behaupten die Geschichte wäre unrealistisch, geradezu abstrus.
Und ich bin ehrlich- die ist auch wirklich drüber. So derartig dumm und unfähig können Männer, die sich als professionelle Kriminelle verdingen und damit seit Jahrzehnten davonkommen, doch nicht sein. Oder etwa doch? Auf jeden Fall wars ein Heidenspaß.
Ich fand den Schreibstil sehr kurzweilig, die Story beginnt direkt mit einem Knall und von da an bleibt das Action- und Gewaltlevel eigentlich konstant hoch. Die Dialoge sind eher flach und echte Charakterentwicklung gibt es auch keine. Generell sind die Figuren klischeehaft eindimensional, selbst die beiden Protagonistinnen. Da bin ich von der Autorin durchaus differenzierte Charaktere gewohnt. Aber gut, das Buch mutet halt auch eher wie ein Actionsstreifen an und die punkten auch eher selten mit psychologischer Tiefe.
Es gibt so ein paar kleine Überraschungen im Handlungsverlauf, die mir gut gefallen haben. Generell war das Buch einfach absolut unterhalt. Man muss da gar nicht viel drüber nachdenken- und sollte es auch besser nicht, sonst müsste man die Logik hinterfragen. Ich hatte Spaß und hab mich durchweg gut unterhalten gefühlt.
Rezensionen von Tara:
Rasant
Doppelspiel von Arne Dahl; Jonas Moström
„Doppelspiel“ ist der erste Band einer Trilogie der beiden schwedischen Autoren Arne Dahl und Jonas Moström.
Nach einem fesselnden und rasanten Einstieg, der überraschend endet, lernen wir Tom Borg kennen. Er ist Krimiautor und eine Schreibblockade hindert ihn daran an seine bisherigen Erfolge anzuknüpfen.
Auf der Suche nach Inspiration lernt er die rothaarige Literaturstudentin Nicole kennen, die kurz darauf bei einem gemeinsamen Besuch in einem zwielichtigen Club erschossen wird. Vor seinem Verschwinden drückt der Täter Tom die Waffe in die Hand. Vollkommen panisch, da nun seine Fingerabdrücke an der Waffe sind, flieht Tom.
Die Handlung beginnt rasant und es bleibt kaum Zeit zum Luft holen. Während Tom versucht einen neuen Kriminalfall zu schreiben, steckt er inzwischen selbst mitten in einem Krimi und es gibt Überschneidungen mit seinem neuen Buch. Realität und Fiktion beginnen immer mehr zu verschwimmen.
Die Ereignisse überschlagen sich und ich kam mir zeitweise vor wie in einem Actionfilm. Dadurch war ich zunächst total gefesselt. Nicht nur die Polizei ist hinter Tom her, auch andere unbekannte Mächte spielen hier eine undurchsichtige Rolle.
Da es sich um den ersten Band einer Trilogie handelt, war es nicht überraschend, dass das Buch mit einem Cliffhanger endet. Dennoch war ich darüber enttäuscht., da ich einige Erklärungen für die Ereignisse als ein wenig konstruiert empfunden habe.
Insgesamt ist es ein spannender, aber auch brutaler Krimi mit einigen Schwachstellen, der mich beim Lesen gefesselt, aber mit seinem Ende enttäuscht hat.
Rezensionen von Tara:
Rasant
Doppelspiel von Arne Dahl; Jonas Moström
„Doppelspiel“ ist der erste Band einer Trilogie der beiden schwedischen Autoren Arne Dahl und Jonas Moström.
Nach einem fesselnden und rasanten Einstieg, der überraschend endet, lernen wir Tom Borg kennen. Er ist Krimiautor und eine Schreibblockade hindert ihn daran an seine bisherigen Erfolge anzuknüpfen.
Auf der Suche nach Inspiration lernt er die rothaarige Literaturstudentin Nicole kennen, die kurz darauf bei einem gemeinsamen Besuch in einem zwielichtigen Club erschossen wird. Vor seinem Verschwinden drückt der Täter Tom die Waffe in die Hand. Vollkommen panisch, da nun seine Fingerabdrücke an der Waffe sind, flieht Tom.
Die Handlung beginnt rasant und es bleibt kaum Zeit zum Luft holen. Während Tom versucht einen neuen Kriminalfall zu schreiben, steckt er inzwischen selbst mitten in einem Krimi und es gibt Überschneidungen mit seinem neuen Buch. Realität und Fiktion beginnen immer mehr zu verschwimmen.
Die Ereignisse überschlagen sich und ich kam mir zeitweise vor wie in einem Actionfilm. Dadurch war ich zunächst total gefesselt. Nicht nur die Polizei ist hinter Tom her, auch andere unbekannte Mächte spielen hier eine undurchsichtige Rolle.
Da es sich um den ersten Band einer Trilogie handelt, war es nicht überraschend, dass das Buch mit einem Cliffhanger endet. Dennoch war ich darüber enttäuscht., da ich einige Erklärungen für die Ereignisse als ein wenig konstruiert empfunden habe.
Insgesamt ist es ein spannender, aber auch brutaler Krimi mit einigen Schwachstellen, der mich beim Lesen gefesselt, aber mit seinem Ende enttäuscht hat.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Grenzte an Tortur den beiden zuzusehen
The Night We Met von Abby Jimenez
Disclaimer: der Titel meiner Rezension ist keine negative Kritik, aber dieses Buch hat mich wahnsinnig gemacht. Ich hab unfassbar mitgefiebert, aber manchmal hats fast körperlich wehgetan, wie die beiden umeinander herumgeschlichen sind und vor allem auch wie schmerzlich Larissas Beziehung zwischenzeitlich war und was für toxische Tendenzen sie angenommen hat.
Ich finds aber so so schön, dass es Überschneidungen bei den Büchern von Abby Jiménez gibt und man als Leser so nochmal auf bereits bekannte Figuren trifft.
Mit der Lovestory habe ich dieses Mal so ein bisschen gestruggelt. Right Person, wrong time gefällt mir zwar echt gut, aber wie Chris sich für Larissa krumm macht, teilweise seinen Freund die Lorbeeren dafür einheimsen lässt und beide generell ziemlich umeinander herumschleichen, fühlte sich für keine der Figuren fair an. Das war definitiv nicht gesund und hat mich zwischenzeitlich echt gestört. Dafür ging es dann am Ende fast schon zu schnell und leicht
Gleichzeitig mochte ich aber, was für gute Freunde die beiden werden, wie viele Gemeinsamkeiten gaben und wie herzlich und witzig ihre Interaktionen sind. Habs geliebt wie Chris Larissas größter Fan ist und wirklich bedingungslos hinter ihr steht. Mein persönliches Highlight an dieser Geschichte waren trotzdem Wufferines animalische Entgleisungen. So witzig dieser Hund.
Hab das Buch, wie eigentlich jedes der Autorin, so ziemlich in einem Rutsch gelesen, weil es einfach super locker geschrieben ist und Spaß. Ernstere Themen werden zwar angeschnitten, aber eher oberflächlich behandelt und auch überraschend leicht aufgelöst. So richtig authentisch finde ich das nicht, aber von Büchern dieser Art erwarte ich auch eher leichte Unterhaltung. Und die bekommen man hier definitiv
Rezensionen von Lilli33:
Das Känguru ist zurück :-)
Die Känguru-Rebellion,6 Audio-CD von Marc-Uwe Kling
Das Känguru ist zurück :-)
Damals meinte das Känguru, es werde zurückkommen, wenn die Zeiten es erfordern. Oder so ähnlich. Nun, offensichtlich ist es jetzt so weit. Wenn man sich in der Welt so umguckt, kann einem angst und bange werden. Höchste Zeit, etwas dagegen zu tun. Rebellion! Wer macht mit?
Das Beuteltier und Marc-Uwe haben eine Wette laufen, wer die meisten Mit-Rebellierer gewinnen kann.
Dafür lassen sie sich einiges einfallen, und das ist so witzig wie eh und je. Man hat ja auch sonst kaum noch etwas zu lachen. Es ist aber auch hochpolitisch und aktuell. Hier werden einzelne Politiker verschiedener Parteien auf die Schippe genommen, die Parteienlandschaft in Deutschland und der ganzen Welt, die Klimakrise und vieles mehr. Geballter Wortwitz und ins Schwarze treffende Gesellschaftskritik reichen sich die Hand. Hier sitzt (fast) jedes Wort perfekt und konnte mich begeistern.
Da immer wieder auf Episoden aus den vorherigen Bänden angespielt wird, ist es von Vorteil, diese zu kennen. Es wird dadurch noch witziger. Andererseits braucht man aber keine Vorkenntnisse, um dieses Buch zu genießen.
Manche Bücher wirken vorgelesen noch intensiver und witziger als beim Selbstlesen. Die Bücher um das Känguru und den Kleinkünstler gehören definitiv dazu. Das Hörbuch wurde wie immer von Marc-Uwe Kling selbst eingesprochen und das genauso genial wie die Vorgänger. Es ist ungekürzt und hat eine Laufzeit von 6 h 27 min. Erschienen ist es im März 2026 bei Hörbuch Hamburg.
Rezensionen von Annaja:
Küchengeheimnisse
Maries Glücksküche – Die Schule am Meer von Claudia Schaumann
Ein buntes und fröhliches Cover mit Urlaubsfeeling erwartet die Leser.
Im neuen, ersten Band des Kinderbuches von Claudia Schaumann geht es um Maries Familie, die zur Oma nach Frankreich, nach Saint Amour am Meer gelegen, zieht.
Marie ist überhaupt nicht begeistert vom Umzug, der Unterricht in der neuen Schule und Französisch fällt ihr schwer, Freunde fehlen, der Bruder kommt leichter mit der neuen Situation zurecht.
Doch die tolle Oma Aveline, die Halbfranzösin ist, macht ihr Mut.
Die Mutter bekommt einen Job als Schulköchin, doch als diese kurz nach Deutschland reisen muss, vertritt Oma sie, die ja eine leidenschaftliche Köchin und Küchenmagierin ist. Sie weiht Marie in ihre Küchengeheimnisse ein, denn mit den perfekt abgestimmten Zutaten und der richtigen Laune entstehen wahre magische Gerichte. Aber natürlich gelingt Marie nicht alles gleich perfekt, es passieren auch Missgeschicke, sie muss sich sehr auf ihre Zauberkraft konzentrieren. Man muss aber auch einfach Talent haben und Marie ist jetzt nirgendwo lieber als in ihrer Glücksküche.
Die Geschichte wurde unterhaltsam, kindgerecht und mit viel Herz und Humor geschrieben und beschert schöne Lesestunden.
Rezensionen von Shilo:
Beginn einer besonderen Familiensaga
Hinter der Maske: Neuanfänge von Birgit Starke
Schon nach wenigen Seiten liegt eine leise Schwere über der Geschichte. Die Welt am Wannsee wirkt ruhig und geordnet, doch hinter den Türen des Hauses von Lengenfeld ist etwas spürbar, das sich nicht gleich einordnen lässt. Fanny beginnt ihre Arbeit als Kindermädchen und gerät in einen Alltag, der nach außen hin klar wirkt, aber immer wieder feine Risse zeigt.
Besonders spürbar wird diese Unruhe in den Momenten, in denen Leander in den Vordergrund tritt. Seine verschlossene Art und die Maske, hinter der er sein Gesicht verbirgt, sorgen für eine angespannte Stimmung. Gleichzeitig geht von ihm etwas aus, das sich schwer erklären lässt. Vor allem in den Szenen am Klavier zeigt sich eine andere Seite, die berührt, ohne viele Worte zu brauchen. Zwischen ihm und Fanny entsteht dabei langsam eine vorsichtige Nähe.
Mit der Zeit wird deutlicher, dass hinter Leanders Verhalten mehr steckt als nur schlechte Laune. Andeutungen und kleine Beobachtungen lassen erahnen, dass ihn etwas belastet, über das nicht gesprochen wird. Diese Spannung zieht sich durch viele Szenen und sorgt dafür, dass man aufmerksam bleibt. Auch Fannys Gefühle verändern sich leise. Aus anfänglicher Unsicherheit wird nach und nach ein vorsichtiges Vertrauen, das jedoch immer wieder ins Wanken gerät.
Die Geschichte wird ruhig erzählt und passt damit gut zur Zeit und zur Stimmung. Vieles bleibt leise und unspektakulär. Gerade dadurch wirken die Szenen glaubwürdig. Die Gefühle stehen nicht im Vordergrund, sondern zeigen sich eher nebenbei. So entsteht nach und nach eine spürbare Nähe zu den Figuren.
Am Ende bleibt eine Geschichte, die durch ihre leisen Töne berührt. Vieles bleibt unausgesprochen, und gerade das macht den Reiz aus. Dieser Auftakt der Familiensaga macht neugierig auf die weiteren Bände.
4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die ruhige historische Geschichten mit leisen Gefühlen und geheimnisvollen Figuren mögen.
Rezensionen von nuean:
Wie alle Romane der Autorin, sehr emotional und leidenschaftlich
Scandal Love von L. J. Shen
Ich kann an keinem Buch von L.J. Shen vorbeigehen. Die einzige Reihe, die ich nicht gelesen habe, ist die erste und ich danke netgalley und lyx, dass ich das jetzt mit der Neuauflage der Sinners-of-Saint-Reihe tun kann.
Trent Rexroth ist aus den vorherigen Bänden schon bekannt. Er ist kalkuliert, skrupellos und spricht nur, wenn er wirklich was zu sagen hat.
Diesen Wesenszug scheint seine Tochter Luna von ihm übernommen zu haben. Denn die vierjährige spricht seit 2 Jahren, als ihre Mutter sie verließ kein Wort mehr. Trent tut alles um es Luna so angenehm wie möglich zu machen. Als Luna sich aber der neuen Praktikantin und Tochter seine Geschäftspartners Edie Van der Zee von Tag zu Tag mehr öffnet, gerät Trents Leben aus dem Ruder. Er selbst fühlt sich ebenfalls sehr zur gerade volljährigen Edie hingezogen und versucht sich so gut es geht dagegen zu wehren. Aber auch Edie geht Trent nicht aus dem Kopf, aber sie hat andere Prioritäten in ihrem Leben und so muss sie Trent hintergehen und ihre Liebsten zu retten.
Ich mochte Edie sofort. Sie tough, tut alles was sie kann für ihre Liebsten und hat einige Kämpfe in ihrem Leben auszufechten. Trent ist da etwas schwerer zu mögen, aber auch er hat das Herz am richtigen Fleck. Ich finde die beiden zusammen einfach nur toll, das Knistern, das Verbotene, die Leidenschaft. Aber auch die Geschichten drumherum haben mich sehr berührt.
Der Schreibstil wie gewohnt sehr humorvoll, leidenschaftlich und voller Gefühl. Toll sind die Freundschaften, die über allem stehen und die immer füreinander da sind. Ich liebe es.
Rezensionen von Ruth:
Umweg zum Ich
Statt aus dem Fenster zu schauen von Anna Katharina Scheidemantel
Hauptfigur im Debutroman der jungen Autorin Anna Katharina Scheidemantel ist die 25jährige Studentin Sophie. Frustriert und gelangweilt von ihrem eintönigen Praktikum, schaut sie sich im Internet auf der Seite „Kleinanzeigen“ um. Ein Klick nur und sie hat für den Schnäppchenpreis von 3100 Euro ein Haus gekauft.
Na ja, es handelt sich dabei wohl mehr um eine Bruchbude, noch dazu in der ostdeutschen Provinz. Und obwohl sie das selbst für eine völlig verrückte Idee hält, gibt sie ihr Zimmer in einer Münchner WG auf und reist mit ein paar Habseligkeiten per Zug in ein Nest zwischen Berlin und Rostock gelegen.
Das Haus ist völlig heruntergekommen, Heizung und Strom funktionieren nicht und im hinteren Bereich fehlt das Dach, stattdessen liegt dort ein Baumstamm.
Aber Sophie lässt sich davon nicht entmutigen. Sie kämpft mit dem Dreck und den Spinnweben, rückt der braunen Wand mit weißer Farbe zu Leibe und dem festen Gartenboden mit dem Spaten.
Schlimm ist nicht der tägliche Kraftakt mit Putzen, Streichen, Abschleifen usw., schlimm ist auch nicht der schmerzende Körper am Abend, nein, schlimm sind die Gedanken, die sie nachts bedrängen. Fragen über Fragen. Warum hat sie das getan? Ist es noch normal, fast die gesamten Ersparnisse für eine Ruine auszugeben; ohne jegliche Erfahrung, ohne Hilfe von außen, ein marodes Haus renovieren zu wollen ? Was macht sie hier in dieser Einöde?
Antworten auf diese Fragen weiß sie zunächst nicht. Sie weiß nur, dass ihr früheres Leben nicht das richtige war.
Dabei war sie lange auf der Überholspur. „Wenn Sophie etwas macht, dann macht sie es gleich richtig.“ Das war die Meinung aller um sie herum und es bezog sich auf die Geigenstunden, das Einser-Abitur, das Studium inklusive Auslandssemester, das Praktikum. „Die Sophie, aus der wird was. Was, das war eigentlich egal. Hauptsache, es war was.“
Alle waren überzeugt, dass sie es einmal weit bringen wird. Doch was will sie eigentlich selbst?
Überlegt Sophie anfangs noch jeden Tag, ob sie nicht ganz schnell zurückkehren, diese schwachsinnige Idee aufgeben soll, so fühlt sie sich mit der Zeit immer lebendiger. Es tut gut, mit den eigenen Händen etwas zu schaffen, das Ergebnis abends mit Stolz zu betrachten. Natürlich bleiben Misserfolge nicht aus. Aber ist nicht das ganze Leben Learning-by-doing?
Die ersten Wochen ist Sophie völlig allein, die einzigen Gesprächspartner sind die Verkäufer im Baumarkt und die Bedienung im „Kuchenhimmel“, wo sie regelmäßig einen Milchkaffee trinkt und ihr Handy auflädt. Ihre Eltern, ihre Freunde wissen nichts von ihrem neuen Aufenthaltsort, von ihrem Projekt.
Ich muss zugeben, dass ich den Roman anfangs unterschätzt habe. Liest er sich zunächst als witziger Selbstfindungstrip einer Mitzwanzigerin, so gewinnt die Geschichte zusehends an Tiefe.
Sophie lernt in diesen paar Monaten, sich zu lösen von den Erwartungen von außen. Auf sich selbst zurückgeworfen entwickelt sie ein neues Selbstbewusstsein, gestärkt durch die Erfahrungen, die sie gemacht hat. Wie ihr zukünftiger Lebensweg aussehen soll, möchte sie selbst entscheiden, nicht einfach dem vorgegebenen Weg folgen. „Nur, weil die Straße geradeaus führt, heißt das nicht, dass ich nicht einen Umweg über einen Feldweg nehmen kann, einfach nur, weil ich es will.“
Der Roman weckt auch Verständnis für die Nöte und Schwierigkeiten junger Menschen von heute. Sie erben Privilegien, werden aufgefangen von einem Netz aus Sicherheiten, aber das verpflichtet sie auch dazu, ihren Beitrag in dieser Welt leisten zu müssen. „Aber wie soll man denn Neues schaffen und etwas aufbauen in einer Welt, in der es eigentlich schon zu viel von allem gibt?“
Sophie lernt auch einiges über sich und die Welt, weil sie sich auf einmal außerhalb ihrer Blase bewegt. Die Menschen, die sie in dieser Gegend kennenlernt, sind so ganz anders als ihre Freunde von früher, ihre Studienkollegen.
Allein wegen all dieser Erfahrungen, die Sophie durch ihre verrückte Idee machen durfte, hat sich ihr „Umweg“ gelohnt.
Anna Katharina Scheidemantel hat hier ein erfrischendes Debut vorgelegt, voller Leichtigkeit, Humor und Sprachwitz, voller kluger Gedanken. Auch wenn äußerlich wenig passiert, so macht die Protagonistin doch eine entscheidende Entwicklung durch.
Man darf gespannt sein auf weitere Bücher der Autorin.










