Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Claudia H.:
Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach einen Neuanfang draus.
Willkommen in Deerhusen. Scheitern mit Seeblick von Bente van der Meer
Worum es geht:
Isabell lebt mit ihrer Familie im puren Luxus. Sie verkehrt in der Münchner Schickeria. Doch dieses Leben ist für sie und ihre beiden erwachsenen Kinder Clara und Lucas abrupt vorbei, als ihr Mann von der Polizei abgeführt und alle ihre Konten eingefroren werden. Nunmehr völlig mittellos flieht sie mit ihren Kindern in ihre Heimat Deerhusen, einem beschaulichen Örtchen in Nordfriesland, zu ihrer Schwester Stine.
Stine führt dort eine Pension, die sie zusammen mit Isabell geerbt hat und so muss Stine die 3 mehr unfreiwillig bei sich aufnehmen. Natürlich müssen die Münchner bei Stine mitanpacken. Blöd nur, dass die keine Ahnung haben, weil bislang alles von Personal erledigt wurde.
Mein Fazit:
Zunächst hat mich schon das Cover total angesprochen, ich finde es absolut genial. Und die Story ist auch klasse. Sie ist echt witzig. Mit sehr viel Humor und Charme wird hier die Geschichte der Familie beschrieben. Die Story wird jeweils aus der Sicht von Stine, Isabell, Clara und Lucas erzählt, sodass man sich auch in alle hineinfinden kann. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, da er so locker und leicht, dabei auch so humorvoll ist. Ich habe sehr viel geschmunzelt und mich sehr gut unterhalten. Das Buch war genauso, wie ich es erwartet habe. Ich hatte auf jeden Fall ein paar sehr schöne Lesestunden.
Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung und ich vergebe gerne 5 Sterne.
Rezensionen von Lilli33:
Vermisste Frauen
Die Ärztin - Gefährlicher Besuch von Meike Dannenberg
Vermisste Frauen
Inhalt:
Die Gynäkologin Eva Mares ist allein zu Hause, als es eines Abends an ihrer Tür klingelt. Ein seltsames Paar bittet um Hilfe: eine junge Schwangere und ihr Vater. Eva versucht zu helfen, soweit es ihre Möglichkeiten zu Hause zulassen, bittet die beiden aber, am nächsten Tag zu ihr in die Klinik zu kommen.
Doch dort wartet sie vergebens. Stattdessen kommt es zu einem Einbruchsversuch und Eva findet einen versteckten Hilferuf.
Meine Meinung:
Dies ist der 2. Band der Reihe um die Bremer Gynäkologin Eva Mares. Ich kenne den 1. leider nicht, was sich jetzt gerächt hat. Denn es werden immer wieder die traumatisierenden Vorkommnisse aus Band 1 erwähnt, unter denen die Familie Mares immer noch zu leiden hat, ohne dass erzählt wird, was genau damals passiert ist. So fehlten mir dann doch einige Infos, mit denen ich die verschiedenen Personen noch besser verstanden hätte. Andererseits kann ich jetzt auch noch ohne Spoiler Band 1 lesen, wozu ich nach dieser Lektüre tatsächlich Lust hätte, denn das Buch hat mir recht gut gefallen.
Die Handlung ist komplex verschlungen und führt immer wieder in die Irre, ist in sich aber logisch aufgebaut. Überraschende Wendungen erhalten die Spannung, die reichlich vorhanden ist.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, aus der Sicht verschiedener Polizistinnen, aus der Sicht der Ärztin und aus der Sicht des Opfers. Dadurch erhält man einen umfassenden Einblick und kann alles gut nachvollziehen. Besonders gut hat mir gefallen, dass wir es nicht nur mit einer einzigen Ermittlerin zu tun haben, sondern mit mehreren, die zudem sehr menschlich und nicht übermäßig heldenhaft bzw. gestört wirken, wie das in heutigen Krimis oft der Fall ist. Die einzelnen Figuren fand ich ausreichend tief charakterisiert. Sie werden prägnant dargestellt, sodass man sie auch bei ähnlichem Hintergrund gut unterscheiden kann.
Der Schreibstil ist nicht besonders kompliziert, aber auch nicht zu einfach, ganz normale Sprache, die für jede*n gut zu lesen sein dürfte. Auch das Nachwort ist lesenswert und bietet Hilfe für Betroffene.
Die Reihe:
1. Gefährliche Nachtschicht
2. Gefährlicher Besuch
Triggerwarnung (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
TLAWEG EHCILSUÄH GNUGITLAWEGREV
Rezensionen von Eternal-Hope:
Es braucht ein "Dorf" für einen jungen Mann
Pina fällt aus von Vera Zischke
Wer ein Kind bekommt, hört oft von dem afrikanischen Sprichwort: "Es braucht ein Dorf, um ein Kind großzuziehen". So ein Dorf hat Pina erst einmal nicht. Seit 20 Jahren kümmert sie sich völlig alleine um Leo. Leo, der schon immer anders war. Der nicht zu dem Zeitpunkt sprechen lernte, als andere Kinder es taten.
Der nicht ins Regelschulsystem passte. Der in seiner eigenen Welt lebt, die kaum jemand versteht. In diese Welt passt Leo nicht rein und seine einzige Stütze ist Pina. Aufopferungsvoll kümmert sie sich um ihn, hat ihr eigenes Leben hintan gestellt. Jeden Morgen stellt sie Leo seine Frosties mit Milch hin - die einzige Sorte, die er mag - mit dem Löffel in genau dem richtigen Winkel und darin aufgelösten Vitamintabletten zur Ergänzung seiner einseitigen Ernährung. Sie sorgt dafür, dass er den Bus erwischt, um in die Tageswerkstätte zu kommen. Sie versteht sein Denken und seine Routinen. Dabei ignoriert sie die immer schlimmer werdenden Magenschmerzen, die sie plagen. Schluckt eine Schmerztablette nach der anderen, denn für einen Krankenhausaufenthalt oder gar die empfohlene Kur für pflegende Mütter sieht sie keine Möglichkeit: wer würde sich dann denn um Leo kümmern?
So kommt es, wie es fast schon kommen muss: Pina bricht nach einem Einkauf der Straße zusammen. Diagnose Magendurchbruch. Sie überlebt nur knapp und landet auf der Intensivstation, ist erst einmal tagelang kaum bei Bewusstsein. Niemand kommt sie dort besuchen, die Pflegekräfte wundern sich, ob diese Frau überhaupt keine Angehörigen habe? Zurück daheim bleibt ein hilfloser Leo, dessen Welt, Routinen und Bedürfnisse nun keiner mehr versteht. Was wird nun mit ihm passieren?
In diesem berührenden Buch gibt es noch so etwas wie eine heile Welt: Nachbarn, die davor zwar wenig miteinander zu tun hatten, aber nun, als sie die Not erkennen, einspringen, eine Gemeinschaft bilden und sich um Leo kümmern. Da ist die 86-jährige Inge, die schon 10 Jahre lang ihre Wohnung nicht mehr verlassen hat, meint, keine Stiegen mehr steigen zu können und nun von der Rentenkasse aufgefordert wird, einen Nachweis zu bringen, dass sie noch lebe. Dann gibt es Alina, die sich nun Zola nennt, 16 Jahre alt, Schulabbrecherin und in den eigenen Augen absolute Versagerin, die von ihrem wohlhabenden Vater nach wiederholten Ladendiebstählen in einer Wohnung im Haus einquartiert wurde. Außerdem der alleinstehende Sonderling Wojtek, der sich übers Internet in eine Russin verliebt hat, von der er kleine Kristalltierchen zu überhöhten Preisen kauft. Diese drei Außenseiter, die es auch nicht leicht im Leben haben, haben alle insgesamt das Herz am richtigen Fleck und springen ein, kümmern sich um Leo, lassen sich auf seine Welt ein und sich von seiner kindlich-naiven Hoffnung tief berühren.
Zutiefst berührend ist auch die Leseerfahrung dabei. Es sind eigenartige und doch absolut liebenswerte Gestalten, die man hier kennen lernt und bald ins Herz schließt. Dabei ist die Geschichte keineswegs seicht, sondern zeigt immer wieder, dass die Autorin - die selbst ein "besonderes" Kind hat, das sie pflegt - sich viele Gedanken über die Möglichkeiten und Grenzen von Inklusion gemacht hat, die in das Buch miteingebaut sind. Zurück bleibt nach dem Lesen nicht nur ein warmes, hoffnungsvolles Gefühl, sondern ganz besonders ein verstärktes Bewusstsein dafür, was für einen Unterschied es für eine lebenswerte Gemeinschaft und ein gutes Leben für alle machen könnte, wenn die meisten Menschen ihre Umgebung achtsam wahrnehmen und sich zu Hilfe und Unterstützung bereit erklären würden. Um wie viel es das eigene Leben und das anderer bereichern kann, sich füreinander einzusetzen und sich gegenseitig zu unterstützen. Damit ist es auch ein Buch mit einer wichtigen Botschaft, dem ich viele Leserinnen und Leser wünsche - für eine nachhaltige Veränderung in unserer Gesellschaft, die oft bei ganz kleinen Schritten beginnt.
Rezensionen von LeserinLu :
Spannend
Die Stimmen der Nacht von Tochi Eze
Ich liebe es, neue großartige Erzählstimmen aus aller Welt zu entdecken und dies hier ist definitiv eine davon. Der Roman „Stimmen der Nacht“ spielt in Nigeria Anfang des 20. Jahrhunderts, im Lagos der 1960er-Jahre und der 2010er, das heißt in Zeiten des Umbruchs, geprägt von Aufbruchsstimmung nach der Unabhängigkeit, aber auch von tief verwurzelten Konflikten.
In diesem Spannungsfeld begegnen sich Margaret und Benjamin, die beide auf unterschiedliche Weise nach Zugehörigkeit und Identität suchen. Aus ihrer Begegnung entwickelt sich eine Liebesgeschichte, die jedoch zunehmend von inneren und äußeren Spannungen überschattet wird.
Besonders gefallen hat mir, wie der Roman persönliche Schicksale mit größeren gesellschaftlichen Themen verknüpft. Fragen nach Herkunft, kultureller Identität und Glaube ziehen sich durch die gesamte Handlung. Dabei spielen auch intergenerationale Traumata eine zentrale Rolle: Die Vergangenheit wirkt unterschwellig, aber mit großer Wucht in das Leben der Figuren hinein und bestimmt ihre Gegenwart stärker, als ihnen zunächst bewusst ist. Die Geschichte entwickelt dabei eine stetige Spannung. Anfangs noch getragen von der Dynamik zwischen Margaret und Benjamin, wird sie im weiteren Verlauf zunehmend düsterer, insbesondere durch Margarets psychische Entwicklung und die nach und nach enthüllten Ereignisse aus der Vergangenheit. Dieser langsame, fast unausweichliche Bruch ist eindringlich erzählt.
Sprachlich hat mir der Roman ebenfalls sehr gut gefallen, weil er einfach gut erzählt ist. Die Übersetzung liest sich flüssig und transportiert die Atmosphäre der Geschichte überzeugend, es gibt nur ganz wenige Längen. Besonders schön finde ich es außerdem durch den neuen Pfaueninselverlag eine neue literarische Stimme kennenzulernen, von der ich gerne noch mehr lesen würde.
Rezensionen von Meli:
Magische Mandalas, unbekannte Vergangenheit und neues Vertrauen
Tale of Sun and Night 1: Tale of Sun and Night von Magdalena Gammel
Lio ist eine Sklavin, sie magisch als solche markiert wurde und sich nicht an ihr früheres Leben erinnern kann - daher hat sie keine andere Wahl, als sich den Anweisungen ihres Meisters zu fügen. Als sie während einer Mission den Traumweber Izan kennenlernt, beginnt eine gefährliche Reise, auf der sie nicht nur mehr über die komplexe Magie lernt, sondern auch ihrer eigenen Vergangenheit näherkommt.
Lio hat eigentlich kaum Hoffnung, dass ihr Leben mal besser wird, aber trotz aller Gefahren beweist sie Mut und zeigt, dass sie ein schlaues Köpfchen hat. Auch wenn sie keine Erinnerungen an ihr Leben vor ihrer Versklavung hat, hat sie danach schnell gelernt, dass sie niemandem vertrauen darf. Izan und seine Verbündeten scheinen mit ihren Versprechungen schon zu gut, um wahr zu sein, und sie haben ebenfalls viele Geheimnisse. Das verhindert aber auch nicht, dass Lio neue Beziehungen aufbaut und unerwartete Gefühle entwickelt.
In meiner E-Book-Version war ein QR-Code zu einer expliziten Bonus-Szene enthalten und ich weiß nicht, ob das bei der gedruckten Ausgabe auch der Fall ist. Ich hätte es besser gefunden, wenn die Szene direkt im Buch enthalten gewesen wäre, aber dann wäre das Buch auch nicht mehr so jugendfrei gewesen.
Für mich ist es insgesamt eine solide Romantasy-Geschichte mit einer interessanten magischen Welt, die sympathischen Charakteren ein spannendes Abenteuer bietet. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung!
Rezensionen von Natalie:
Komplexer Thriller
Die Ärztin - Gefährlicher Besuch von Meike Dannenberg
Gynäkologin Dr. Eva Mares hat mit ihrer Familie auf dem Land einen Neuanfang gewagt. Zu schwer haben die Ereignisse aus dem letzten Jahr gewogen. Doch statt der erhofften Ruhe steht plötzlich mitten in der Nacht ein Mann mit einer schwangeren Frau vor Evas Tür. Am nächsten Tag sind sie verschwunden.
Was bleibt ist eine heimliche Botschaft an Eva und ein alter Vermisstenfall…
Der Thriller besticht durch seine Komplexität und dem schwerwiegenden Thema, welches im Verlauf ans Licht kommt. Nicht das Tempo bestimmt hier die Spannung, sondern diese wird durch eine durchdachte Vorgehensweise, kurze Kapitel aus unterschiedlichen Sichten von den Protagonisten und dem klugen Aufbau des Plots als auch dem passenden Setting erzeugt. Für manche wird dieser Thriller zu langatmig erscheinen, ich finde jedoch, dass es für die Thematik, die beim Fall hochkommt, genau richtig gewählt ist.
Von mir eine Leseempfehlung dafür.
Rezensionen von gletscherwoelfchen:
Tiefgründig und mitreißend - mit dem Worldbuilding als Highlight!
Echoes of Ashes and Rain - Die Perfekten von Caroline Brinkmann
"Nicht die Gene machen einen Menschen perfekt, sondern sein Wesen."
Als nicht genehmigtes Kind wächst die 17-jährige Rain im Verborgenen auf. Sie ist ein Ghost - nicht im System registriert und von den übrigen Bewohnern Hopes daher stets gefürchtet. Nur mit der Hilfe ihrer Mutter schafft sie es, unentdeckt zu bleiben und so überleben zu können.
Bis Rain eines Tages einen fatalen Fehler begeht und die wichtigste Regel bricht: Vertraue niemandem!
"Echoes of Ashes and Rain - Die Perfekten" ist eine Neuauflage einer Dystopie, welche erstmals 2017 erschienen ist. Ich kannte diese bislang noch nicht und habe mich so sehr auf eine Lektüre gefreut, welche an die mitreißenden "alten" Dystopien von damals erinnert. Und wie ich mich gefreut habe, als ich bereits auf den ersten Seiten gemerkt habe, dass ich definitiv nicht enttäuscht werde!
Denn bereits binnen weniger Kapitel erhält der Leser einen ersten Eindruck von den tollen Worldbuilding dieses Buches. Dieses zentriert sich um das Land Hope, in welchem die Menschen in unterschiedliche Klassen eingeteilt werden. Während die "Gesegneten" absolut perfektionierte Menschen darstellen und in Sonnenschein sowie Saus und Braus leben, müssen Einsen und Zweien zurückstecken. Dreien hingegen bilden den Bodensatz der Gesellschaft ab - neben Ghosts und Rebellen. Dabei ziehen sich die Unterschiede zwischen den Klassen durch die gesamte Geschichte, immer wieder werden deren Auswirkungen ebenso wie solche von Macht, Angst und Manipulation auf die Menschen deutlich.
Zu den beschriebenen Ghosts zählt auch Protagonistin Rain, welche die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt und sich dabei immer wieder mit Lark, einer weiteren Figur, abwechselt. Beide waren für sich interessante Charaktere. Während die eine mit bewundernswerter Stärke punktet, wirkt der andere vor allem durch moralische Konflikte spannend. Gerade Rain war angesichts ihrer nicht immer nachvollziehbaren Entscheidungen allerdings kein Highlight für mich. Diese Rolle konnten stattdessen überwiegend die Nebencharaktere dieser Dystopie für sich einnehmen. Allen voran ist dabei Rose aufzuführen: Sie ist ein ganz zauberhaftes, junges Mädchen, welche sich als Drei durchschlagen muss und mit Sicherheit nicht nur mein Herz zum Schmelzen bringen wird.
Insgesamt empfinde ich diese Dystopie als überaus gelungen und muss vor allem nochmal das tolle Worldbuilding loben. Wer Lust auf eine Dystopie mit spannenden Themen hat, die zum Nachdenken anregen und oft auch ein wenig düsterer sein können, sollte sich dieses Buch unbedingt näher ansehen.
5/5 Sterne
Rezensionen von CanYouSeeMe:
absurd und einprägsam
Es war nicht anders möglich von Svenja Liesau
Nach dem Lesen kann ich meine Gefühle zu diesem Buch noch nicht so richtig einordnen. Die Stimmung ist düster und melancholisch, es wird schnell deutlich, wie sehr Protagonistin Martina leidet. Andererseits scheint sie sich selbst auch aufgegeben zu haben, lässt sich ziellos treiben und kämpft nicht für sich.
Sie ist nicht in der Lage Verantwortung für sich oder ihr Handeln zu übernehmen. Im Verlauf der Handlung wird dies immer deutlicher und diesem Zerfall durch die Perspektive der Protagonistin beizuwohnen ist für mich schwer auszuhalten gewesen.
Dabei ist M. als Erzählerin ziemlich unzuverlässig, ihre Perspektive getrübt durch Substanzkonsum, Trauer und Dissoziation, psychischen Krisen und Verzerrung der Realität. Die geschilderten Inhalte mit einer anderen Perspektive wären vermutlich noch weniger aushaltbar. Damit ist diese Erzählperspektive wirklich interessant, denn so klar ist nie, was nun M.s Wahrnehmung oder die Realität ist. Auf diese Unzuverlässigkeit und generell aber auch Absurdität der Schilderungen musste ich mich aber erst ein mal einstellen und ich bin mir noch immer nicht sicher, ob es mir schlussendlich gefallen hat. Der Erzählfluss ist aufgrund der eigenwilligen Perspektive stockend und teils unzusammenhängend - das ist im großen Gesamtbild stimmig, im direkten Lesen jedoch auch immer wieder eine Unterbrechung.
Vorrangig hatte ich während des Lesens Mitleid mit M. und ich wünschte mir, dass sie sich ein bisschen besser zusammenbekommt - andererseits war ich auch überrascht, dass sie noch so selbstständig leben kann, wie es beschrieben ist.
Insgesamt tut mir M. einfach nur leid. Sie hat keinerlei soziales Netz, das sie auffangen könnte. Sie wirkt ankerlos und damit auch in sich recht verloren.
"Es war nicht anders möglich" ist auf jeden Fall ein Buch, das sich abhebt und einige Zeit in Erinnerung bleiben wird…
Rezensionen von Anjulia :
Der Fund des Neandertalers
Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit von Silke Vry
Mit Dusty Diggers geht es ins Neandertal im Jahre 1856. Dort wollen die italienischen Steinhauer Giovanni und Massimo eigentlich Kalk abbauen, stoßen dabei allerdings auf menschliche Knochen. Es wird noch 50 Jahre dauern, bis sich auch in Deutschland die Theorie von Johann Carl Fuhlrott und Hermann Schaaffhausen durchsetzt, dass es sich bei diesem Fund um eine andere Menschenart handelt.
Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit von Silke Vry und Marie Geissler bringt Kindern ab ca. 8 Jahren Archäologie und insbesondere den Neandertaler näher. Hauptsächlich geht es um den Knochenfund und die Schwierigkeiten bei der Anerkennung dieses Fundes. Dabei wird zum Beispiel auch Darwins Evolutionstheorie kurz erklärt. Im mittleren Teil des Buches wird die Arbeit verschiedener Fachleute vorgestellt: einer Archäogenetikerin, einer Künstlerin, die sich auf das Modellieren ausgestorbener Menschen spezialisiert hat, und eines Studenten der Paläoanthropologie. Auch die Lebensbedingungen der Neandertaler werden kurz dargestellt. Hier hätte das Buch ausführlicher sein dürfen. Im Buch gibt es sehr viel Text und es wird sehr viel Fachwissen vermittelt. Amüsante Illustrationen lockern das Ganze auf. Ich denke, das Buch ist etwa ab der dritten Klasse zum Selbstlesen geeignet. Interesse für das Thema sollte dabei aber auf jeden Fall vorhanden sein, sonst könnte Langeweile aufkommen.
Rezensionen von clematis:
Wandlung
Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo
Die kühle, erfolgsorientierte Unternehmensmanagerin Marlene Buchholz soll in einem millionenschweren Unternehmen zur Nachfolgerin des Vorstandsvorsitzenden gekürt werden. Allein ihr strikter Führungsstil könnte ein Problem darstellen, denn heute wünscht man sich Vorgesetzte mit Einfühlungsvermögen und Verständnis, um Mitarbeiter bestmöglich zu fördern.
Um Marlenes Kompetenz in diesem Bereich auf ein akzeptables Niveau zu bringen, muss sie einen zweiwöchigen Kurs beim bekannten Mentalcoach Alex Grow absolvieren.
Der Roman beginnt mit einer ziemlich unterhaltsamen Beschreibung der Hauptfigur Marlene und verspricht – ebenso wie der Klappentext mit Hausmeister, Wildschwein und 13jährigem Mädchen – spaßige und humorvolle Szenen. Vielleicht ist dadurch meine Erwartungshaltung zu zielgerichtet oder zu hoch, aber geboten wird etwas anderes. Es geht um Selbstfindung und um Unabhängigkeit, wobei sowohl Marlene als auch Alex einiges zu lernen haben. Allerdings fühlt sich die Handlung märchenhaft und wenig realistisch an, geht doch die Wandlung fast zu schnell vonstatten. Auch verliert sich der anfängliche locker-ironische Tonfall in einen eher dozierenden Stil, obwohl die Fakten natürlich durchaus interessant sind (z. B. die Details zum Thema Aufstellungsarbeit). Einige weitere Figuren und der Blick auf den Naturschutz überlagern dann leider die persönlichen Schicksale und die Veränderung des Blickwinkels als Problemlösung, wodurch der rote Faden durch die Handlung etwas zerfasert. Nichtsdestotrotz ist der Roman lehrreich und bietet einen Anstoß, auch selbst einmal seinen Platz im Leben zu überdenken.
Einen Mix aus Unterhaltung und teilweisem Tonfall eines Ratgebers bietet der Roman Einatmen. Ausatmen. Passende Lektüre für einen verregneten Nachmittag.










