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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Daggy:

Garten Idylle

Giesberts kleiner Garten von Daniela Drescher

Ein hübsches kleines Pappbilderbuch in dem uns Giesbert der, der kleine Regenrinnenwicht, uns seinen Garten zeigt. Auf dem Cover sehen wir ihn schon mit seiner reichen Ernte.
Mit den Samen macht Giesbert sich auf zum Einsäen der Erbsen, danach wird mit der Kanne gegossen. Eine wundschön gezeichnete Katze sieht ihm dabei zu.

Giesbert sitzt auf der Schaukel und hat einen guten Blick auf seinen schönen Garten, in dem sich einiges Getier sammelt. Mit seinem geliebten Schnittlauchbrot sitzt Gisbert beim Kürbis und freut sich auf die Suppe. „Und im weichen Mondenschein schläft Giesbert ganz gemütlich ein.“ So stimmungsvoll endet die Geschichte, die in kurzen Reimen erzählt wird.
Die Bilder sind wieder sehr schön gestaltet und es gibt eine ganze Menge zu entdecken.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Mörderischer Malkurs

Faule Fische fängt man nicht von Christiane Franke; Cornelia Kuhnert

Langsam hält der Frühling Einzug in Neuharlingersiel an der Nordsee. Mutter Steffens vermietet seit einiger Zeit Zimmer auf ihrem Hof und so hat sie diesmal 7 Menschen zu Gast, die bei Kursleiter Conrad Gravenstein das Malen lernen oder ihre Kenntnisse intensivieren wollen. Da jeder Schüler sein Lieblingsbild vorstellen soll, hat Teilnehmerin Karin Müller ein Bild aus der Küche ihrer Oma dabei, das Conrad sehr an einen van Gogh erinnert.

Karin, die in Neuharlingersiel nur als Knöllchen-Karin bekannt ist, ist am nächsten Tag tot. Wie die Rechtsmedizin schnell herausfindet wurde sie ermordet. Da auch Conrad einen Ausflug nach Spiekeroog nicht überlebt, steht für Rosa, Henner und Rudi fest, dass dies kein Zufall sein kann. Klar, dass Rudi nun ermitteln muss. Und Spürnase Rosa geht der Sache natürlich auch auf den Grund…

Ich habe mich riesig darauf gefreut nun schon zum 11. mal bei Rosa, Henner und Rudi in Neuharlingersiel zu Gast sein zu dürfen. Für mich ist es fast, wie Freunde zu besuchen und auf dem Steffens-Hof fühle ich mich schon richtig zuhause.
Für alle, die zum ersten mal nach Neuharlingersiel reisen: Da jeder Fall in sich abgeschlossen ist, kann auch dieser Band ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Am Ende des Buches finde ich sogar eine Aufstellung der Menschen, die ich hier immer wieder treffe. Für mich persönlich finde ich es aber schöner, wenn ich die Entwicklung der Figuren hautnah miterleben kann.
Ich finde diesen Fall ganz besonders knifflig, da ich bis zum Schluss nicht die leiseste Ahnung hatte, wer wie in diesen Fall verstrickt sein könnte. Es gibt einige Verdächtige und dadurch, dass Knöllchen-Karin nicht sonderlich beliebt war, auch einige Motive. Aber irgendwie fehlte immer das letzte Puzzleteilchen um den Fall abzuschließen. Dies findet sich dann per Zufall ganz zum Schluss und hat mich mit dem wie und dem warum vollkommen überzeugt.
Christiane Franke und Cornelia Kuhnert haben neben dem Kriminalfall wie immer auch andere interessante Themen integriert. So erfahre ich ein bisserl was zu einem Kunstraub aus 1979 in der DDR und dass ein bestimmtes Medikament gegen ADHS nicht nur Segen bedeutet.
Auch bringen sie das Flair der Nordseeküste in und um Neuharlingersiel und auch der Insel Spiekeroog sehr gut rüber. Die Insel steht nun auch auf meiner „Dort-will-ich-mal-hin“-Liste.
Die meisten Menschen, die ich bei diesem Fall treffe, kenne ich bereits und freue mich auch diesmal wieder einiges Neues von ihnen zu erfahren. Auch die Leute aus dem Malkurs, dem auch Rosa angehört, kann ich mir dank der bildhaften Beschreibungen gut vorstellen. Und natürlich ist auch mein ganz spezieller Freund wieder mit von der Ermittler-Partie. Immer wenn die Sprache auf KOK Helmut Schnepel kommt oder er wieder eine seiner 100-prozentigen Theorien oder haltlosen Verdächtigungen raus haut, bekomme ich Gänsehaut und Schnappatmung. Kann dem Mann nicht mal jemand seine Grenzen aufzeigen?
Natürlich gibt es gerade bei Mudder Steffens wieder die leckersten Gerichte zu essen und mir läuft beim lesen das Wasser im Mund zusammen. Einige der Rezepte finde ich am Schluss des Buches sogar zum nach kochen.

Mit „Faule Fische fängt man nicht“ wurde ich wieder bestens unterhalten. Und leider dauert es nun erst mal wieder eine Zeit bis ich meine „Freunde“ in Neuharlingersiel wiederlese.

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Rezensionen von Miro:

Der Untergang Venedigs

Acqua alta von Isabelle Autissier

Guido Malegatti hat das Hochwasser überlebt, dass Venedig zum Einsturz brachte. Aber schlauer hat ihn das nicht gemacht, denn er denkt sofort nach seiner Trauerrunde darüber nach, wie sich aus den Ruinen Profit ziehen lassen könnte.

Seine Frau Maria Alba, Sprössling einer großen Familie und Nachfahrin von Dogen hat es nicht so gut getroffen.

Über ihr ist das Haus eingestürzt . Sie war ein echtes Kind der Serenissima, der Stadt mit ihrer erhabenen Geschichte und divenhaften Schönheit verfallen. Sie hätte den Verlust ihrer Heimat sowieso nicht verkraftet.

Und deren Tochter Léa ist vermisst.

Zwei Jahre zuvor beginnen die Probleme Venedigs bereits die Familie zu spalten. Guido, der Wirtschaftsstadtrat, ist ein Emporkömmling und ausnahmslos an Wohlstand und Profit interessiert. Er hat schnell gelernt zu intrigieren, wenn es um die Erreichung seiner Ziele geht. Nur seine Tochter weiß er nicht zu bändigen. Als Umweltschützerin sind ihr die Folgen von Klimawandel und Massentourismus für Venedig bekannt und sie kämpft dagegen. Wenn es sein muss auch mit harten Bandagen.

Isabelle Autissier hat mit der Familie Malegatti ein Abbild der Gesellschaft Venedigs geschaffen. Maria Alba steht für Geschichte und Erhalt, Guido für die wirtschaftlichen Interessen und Léa für die Umwelt. So beginnt der Konflikt in der Familie und wird erst in die Welt getragen, als Léa ihren Vaterfeind und ihre untätige Mutter verlässt.

Dass die Ozeanriesen die Grundfesten Venedigs angreifen, ist mittlerweile wohl allen bekannt. Doch dass auch das Sperrwerk M.O.S.E. für die Lagune nicht unproblematisch ist, habe ich durch diesen Roman gelernt. Venedig ist ein fragiles Konstrukt und ich fand es spannend zu erfahren, wie Léa das Ausmaß der Bedrohung klar wird und sie beginnt ihr Leben der Stadt zu verschreiben. Ihre Ideen und Aktionen werden immer wagemutiger und mit Unbehagen folgen wir ihr in die Radikalisierung.

Ich habe diesen Roman mit großem Interesse gelesen und bin begeistert, wie spannend der Konflikt um Venedig oder Veniceland, wie es hier augenzwinkernd auch heißt, aufbereitet wird. Die Zerrissenheit zwischen den wirtschaftlichen Interessen des Massentourismus und dem Erhalt der Schönheit und Erhabenheit der Serenissima lässt mich wieder einmal aufhorchen und stimmt mich traurig, ob der Untätigkeit unserer Machthaber.

Acqua Alta ist ein Roman, der Aufmerksam macht, berührt und den Finger in eine bekannte Wunde legt!

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Rezensionen von Anno:

Das Mehr der Möglichkeiten

Drei Wasserschweine brennen durch von Matthäus Bär

Gott, was sind das denn für süße Wasserschweine. Gefallen haben mir Capybaras ja schon immer, aber jetzt und dank dieser Geschichte eben noch mehr.

Drei Wasserschweine fragen sich was wohl außerhalb ihres Gehege existieren mag. Rasch beschließen sie ihrer Neugier nachzugeben, die lang akzeptierten Grenzen zu verlassen und nachts dieses geheimnisvolle „Mehr“ zu erkunden.

Sie erleben dabei Erstaunliches, wachsen über sich hinaus und lernen nach und nach den Zoo und seine anderen Bewohner kennen. Und bemerken: nicht nur Zäune lassen sich überwinden, sondern auch Vorurteile, Missverständnisse und Furcht.
Als Hörbuch ist diese Geschichte wirklich großartig! Die Tiere besitzen unterschiedliche Sprechweisen, die sehr gut umgesetzt wurden und dem Buch ein interessantes und abwechslungsreiches Erscheinungsbild geben. Liest man die Geschichte jedoch selbst oder gar vor, macht genau dieser Umstand es schwierig. Ungeübtere Leser stolpern über diese ungewöhnlich geschriebenen Worte der Raben und selbst das Vorlesen dieser Passagen ist anstrengend und holprig. Dies gibt sich jedoch im Laufe der Handlung, das sich der Fokus auf andere Tiere verschiebt. Das Buch besitzt zudem noch wunderschöne Illustrationen, die mir und meinem Kind außerordentlich gut gefielen und in Farbe gehalten sind. Ich kann also daher nicht einmal eine klare Empfehlung zum bevorzugten Medium nennen, aber definitiv für diese tolle tierische Abenteuergeschichte!

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Rezensionen von Pusteblümchen:

Die Entschlüsslerin der DNA

Das verborgene Genie von Marie Benedict

Ich wusste bisher nur wenig über Rosalind Franklin. Sie war mir als die Wissenschaftlerin, die die DNA-Struktur entdeckte bzw. entschlüsselte bekannt, aber mehr wusste ich nicht über die.

In dieser Romanbiografie widmet sich Marie Benedict ihrem Leben und verknüpft Fakten mit Fiktion.

Das Buch liest sich leicht und macht schnell deutlich wie schwierig es in der damaligen Zeit für Wissenschaftlerinnen war, sich zu behaupten.

Zu gerne drängelten sich die Männer in der Vordergrund und auch ihre Familie hat es ihr nicht leicht gemacht. Aber Rosalind lebt für die Wissenschaft.

Dadurch, dass der Roman aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, konnte ich mich gut in die Wissenschaftlerin hineinversetzen. Neben ihrem Leben habe ich eine Menge über ihre Forschungsarbeiten erfahren. Diese hat die Autorin auch für einen Laien gut verständlich erklärt.

Rosalin Franklin war eine faszinierende, brillante und total unterschätze Wissenschaftlerin, die leider durch ihre Arbeit erkrankt und verstorben ist.

Mir hat dieser biografische Roman über das viel zu kurze Leben über Rosalind Franklin gut gefallen.

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Rezensionen von Lilli33:

Romantische und spannende Fortsetzung

The Romeo & Juliet Society, Band 2 - Schlangenkuss von Sabine Schoder

Romantische und spannende Fortsetzung

„Schlangenkuss“ ist der Nachfolgeband von „Rosenfluch“. Diesen sollte man unbedingt vorher gelesen haben, denn die Handlung geht annähernd nahtlos ineinander über. Es wird auch nicht allzu viel aus dem ersten Band wiederholt, sodass es ohne Vorkenntnisse schwer sein dürfte, der Handlung zu folgen.

Nachdem sich herausgestellt hat, dass Joy keine Capulet, sondern eine Montague sein muss, wird sie aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen und muss in den Montagueturm umziehen. Nicht alle dort sind davon begeistert.
Davon abgesehen, ist Joys Liebe zu Rhyme nun in Gefahr, denn eine Montague und ein Capulet, das geht nicht gut, denn der Fluch will seine Opfer.

Mit ihrem wie gewohnt lebendigen und humorvollen Schreibstil vermag Sabine Schoder ihre Leserinnen mit Leichtigkeit zu begeistern. Überraschende Wendungen und fantasievolle Ideen sorgen für viel Spannung und eine tolle Atmosphäre. Das Kopfkino läuft dank der detaillierten Beschreibungen auf Hochtouren. Und die Charaktere erobern im Nu die Herzen der Leserschaft, ganz gleich, auf welcher Seite sie stehen. Da Joy nun bei Cut wohnt, bekommen wir ihn naturgemäß öfter zu sehen als Rhyme. Die beiden stehen sich aber in nichts nach. Statt Rhymes Schwester Poetry spielt nun Cuts kleiner Bruder Ink eine große Rolle. Man muss den gewieften Jungen einfach mögen. Unter anderem mit seiner Hilfe gelingt es Joy und ihren anderen Freunden, einige Geheimnisse zu lüften. Doch ob es schließlich gelingen wird, den Fluch zu brechen, das steht noch in den Sternen, und wir müssen uns bis zum Erscheinen des dritten Bandes im Herbst 2024 gedulden. Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf.

Die Trilogie:
1. Rosenfluch
2. Schlangenkuss
3. Diamantentod (erscheint voraussichtlich im Herbst 2024)

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Rezensionen von gerlisch:

Hamburg-Krimi mit viel Lokalkolorit

Tatort Hafen - Tod an den Landungsbrücken von Kästner & Kästner

Im Hamburger Hafen wird der Kapitän Dominic Lutteroth tot auf seiner Barkasse gefunden. Als LKA Beamtin Jonna Jacobi die Ermittlungen aufnimmt, kommt die Vermutung auf, dass das Tatmotiv bei der Konkurrenz der Hafenrundfahrten. Doch ist der Fall so einfach zu lösen? Unterstützung bekommt Jonna vom Wasserschutzpolizisten Tom Bendixen.

Der erste Fall führt die beiden in die Tiefen des Hamburger Hafens mit seinen eigenen Regeln und Geheimnissen.
Bei dem Autorenehepaar Kästner merkt man sofort, dass sie ihre Liebe zur Hafenstadt in den ersten Teil ihrer neuen Krimi-Serie "Wasserschutzpolizei Hamburg" einfließen lassen haben. Mit großer Leichtigkeit haben die beiden das besondere Hafenflair zu Papier gebracht. Sehr atmosphärisch werden die Landungsbrücken, das Hafenbecken, die Schiffe und einzelne Gebäude beschrieben, sodass man beim Lesen sofort die Seeluft in der Nase hatte.

Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Immer wieder neue Ereignisse treiben die Geschichte stetig voran und die Ermittlungsarbeiten laden zum Miträtseln ein. Alle Charaktere wirken realitätsnah, doch bei einigen hätte ich mir noch mehr Tiefe gewünscht. Gefallen haben mir aber die Einsichten in das Privatleben der Hauptprotagonisten, die noch einige Spekulationen für die Folgebände zulassen.

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Rezensionen von Petra Sch.:

June hat einen Bestseller geschrieben - oder doch nicht?

Yellowface von R. F. Kuang

Als die Amerikanerin June Hayward mit ihrer Freundin, bzw. eher Bekannten seit Studientagen, der chinesischstämmigen Athena Liu deren netflix-Vertrag in ihrem Loft feiert, stirbt diese vor Junes Augen. Unüberlegt und automatisch steckt sie das neue Manuskript von Athena ein, das noch niemand kennt.

Darin geht es um das Leid von chinesischen Arbeitern im Ersten Weltkrieg. June ist so davon gefesselt, dass sie beschließt, es zu überarbeiten und druckreif zu machen.
June, die mit ihrem Debütroman keinen Erfolg hatte, wird als Juniper Song mit "Die letzte Front" endlich zum Bestseller!

Dieses Buch liest sich wie ein Geständnis oder Tagebuch; June spricht die Leser:innen direkt an (Das durchgehende Gendern im ganzen Roman war für mich gewöhnungsbedürftig. In Artikeln oder Nachrichten hat man sich ja schon daran gewöhnt, aber in einem Roman stört es meinen Lesefluss.)
Durch die direkte Ansprache von June bekommt man tiefe Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Und ich muss sagen: das gefiel mir nicht. June ist vor Neid zerfressen, eine sehr unsympathische Person, die emotional unterentwickelt und nicht empathisch ist. Sie sucht immer neue Rechtfertigungen, warum sie diese Geschichte veröffentlichen durfte. So eine derart falsche, hinterhältige und unerträgliche Protagonistin hatte ich noch nie. Trotzdem musste ich einfach ALLES erfahren, was für die Schreibkunst der Autorin spricht.
Ich verurteile Junes Doppelmoral, mit der sie alles bewertet. Sie wechselt auch laufend von himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt. Hat keinerlei Selbstbewusstsein und keine feste, eigene Meinung. Sie schwimmt mit dem Strom und versucht immer, im besten Licht dazustehen und das beste für sich rauszuholen, mit teils widerwärtigen Methoden. Und sie ist lernresistent. Sie lernt einfach nicht aus ihren Fehlern und verhält sich manchmal einfach nur dumm.

Die Autorin verarbeitet in diesem Roman nicht nur Rassismus (der ein großes Thema ist), Diversität und die Frage der kulturellen Aneignung (Darf jeder alles schreiben? Also hatte June mit ihrer Herkunft überhaupt das Recht, einen Roman über das Leiden chinesische Arbeiter zu schreiben?); auch die Themen Plagiat, die Buchbranche in den USA (was für mich besonders interessant zu lesen war, denn oft denkt man sich: ja, genauso ist es; wobei es in den USA sicherlich noch schwieriger ist als in Europa durch die Buchpreisbindung), die "Diskussions"kultur in den Sozialen Medien (bzw. eher das Mobbing und Shitstorms, vor denen June besonders Angst hatte), Neid, Eifersucht, Intrigen. Somit also auch eine breite Bandbreite der Gefühle.
Man fiebert mit June mit, wer da wohl so viel Hass auf sie hat und sie derart verunglimpft, und hasst sie trotzdem gleichermaßen wie auch Athena, der sie ihren Erfolg aus diversen Gründen missgönnt hat, denn auch diese war kein einfacher Charakter. Trotzdem hätte ich Athena gern etwas besser kennengelernt; nicht nur aus Sicht von June.
Auch ein kleiner Krimi ist inkludiert, denn man grübelt bis zum Schluss, wie sich der Tod von Athena wirklich abgespielt hat.
Doch manchmal wusste man selbst gar nicht mehr, was echt war und was sich June nur ausgedacht hat.

Den Schluss fand ich leider nicht befriedigend, etwas dünn in der Erklärung, nicht wirklich nachvollziehbar. Aber auch so naheliegend, und deshalb etwas unspektakulär und vorhersehbar. Und June macht wieder dort weiter, wo sie zuvor schon aufgehört hat ("täglich grüßt das Murmeltier"). Doch gleichzeitig ist es auch ein eher offenes Ende, denn man weiß nicht, wie es schlussendlich ausgehen wird und kann auch nicht mit Bestimmtheit sagen: hat June uns das alles erzählt?


Fazit:
Ein Roman über das Autor:innen-Dasein, die Buch- und Verlagswelt, Plagiate, Sozial Media und alles, was dazugehört; der alle Gefühle vereint, einen mitreißt, wütend und traurig macht und manchmal nur den Kopf schütteln lässt. Und vor allem wird man nachdenklich.

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Rezensionen von Schlafmurmel:

Sara´s Versprechen

Der Taliban von Marley Alexis Owen

Das Cover allein ist schon faszinierend, mit seinen gelblichen Tönen und den im Hintergrund abgebildeten Zwiebeltürmen und Bergen, vor denen eine einsame Gestalt steht - Sara. Als dritter Teil einer Reihe war ich gespannt auf die Fortsetzung von Saras Abenteuern, und ich wurde nicht enttäuscht. Diesmal führt Saras neuer Auftrag sie nach Afghanistan, und der Thriller enttäuscht nicht.

Es geht um Vertrauen, Teamgeist und Zusammenarbeit in einer gefährlichen Umgebung. Saras persönliches Versprechen, eine Familie aus Afghanistan zu retten, führt sie in große Gefahr. Obwohl sie schamlos verraten und den Taliban ausgeliefert wurde, beweist Sara eine bemerkenswerte Zielstrebigkeit und Durchsetzungskraft. Die Autorin hat sehr gründliche Recherchen angestellt, denn die Darstellung der Handlung ist sehr bildhaft und authentisch. Ich konnte mir die Ereignisse lebhaft vorstellen und habe mit Sara mitgelitten und mitgefiebert. Es war erleichternd zu sehen, dass sie es trotz aller Hindernisse geschafft hat, auch wenn der Ausgang nicht dem ursprünglichen Befehl entsprach. Insgesamt ist es ein packender Thriller, der mit einer fesselnden Handlung und starken Charakteren überzeugt. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der gerne spannende Thriller mit einer Prise Realismus liest.

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Rezensionen von Sophie H.:

Gruselfaktor Blechbläser

Die Stadt der Schattenschläfer und die Melodie der Albträume von Olivia Vieweg

Beim Buch „Die Stadt der Schattenschläfer und die Melodie der Albträume“ ist mir zuerst das Cover ins Auge gesprungen. Gelb-schwarze Cover sind selten. Verstanden habe ich die Zeichnung erst beim Lesen des Buches, denn erst da ist mir aufgefallen, dass verkrüppelte, krallenartige Hände aus der Erde wuchern.

Aber der Reihe nach.
Die 13järhige Elly ist ein unnormales Mädchen, denn sie mag keine Blasmusik. Das soll unnormal sein? In Quedlinburg ist das so. Da lieben alle die Blasmusik, richten ihr ganzes Leben danach aus und jede/r spielt ein Blasinstrument. Nicht so Elly. Sie hasst diese Musik und möchte viel lieber ihre Gitarre spielen. Das ist auch der Grund, warum sie Quedlinburg verlassen will. Leider gelingt ihr das nicht und ehe sie sich versieht, muss sie die Stadt und die Blasmusik retten. Dabei helfen ihr noch weitere Kinder, die ebenfalls – jedes auf seine Art – unnormal sind.
Ich habe ein wenig gebraucht, um in das Buch reinzukommen. Es gibt viele Charaktere, die ich zunächst nicht zuordnen konnte. Den Plot fand ich eigentlich sehr gut, aber er hätte an der einen oder anderen Stelle durchaus noch weiter ausgearbeitet werden dürfen, z.B., was ist vor vielen Jahren warum passiert? Dennoch hat es Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Die Zielgruppe ist mit ab 11 Jahren angegeben. Ich denke, diese ist gut gewählt. Für jüngere Kinder dürfte die Handlung noch zu komplex sein.

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