Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gilasbuecherstube :
Eine Geschichte, die mich noch lange begleiten wird
Sturmmädchen von Lilly Bernstein
Es ist Frühsommer im Jahr 1933.
Die drei Freundinnen Ellie, Käthe und Margot wachsen gemeinsam in einem kleinen Ort in der Eifel auf. Doch als die Nationalsozialisten an die Macht kommen, wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Während Käthe sich immer mehr von der neuen Ideologie angezogen fühlt und der Frauenschaft beitritt, muss die Jüdin Margot um das Leben ihrer Familie fürchten, denn sie werden drangsaliert und schikaniert.
Ellie, die durch eine Gehbehinderung beeinträchtigt ist und in ihrem Dorf das „Hinkemädchen“ genannt wird, muss sich Spott und Bosheiten der Nazis gefallen lassen.
Doch Elli hat auch große Angst um ihre Freundin Margot und um ihr zu helfen, bringt sie sich selbst in Gefahr und verzichtet auf ihr eigenes Glück.
Nachdem mich von der Autorin bereits die beiden Bücher „Findelmädchen – Aufbruch ins Glück“ und „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ begeistert haben, war ich sehr gespannt auf das neue Werk von Lilly Bernstein.
Was soll ich sagen?
Auch diesmal ist es der Autorin wieder gelungen, mich von der ersten Seite an mit ihrer Geschichte zu fesseln. Sie versteht es, Emotionen und Gefühle im Worte zu fassen und an so manchen Stellen musste ich das Buch kurz zur Seite legen und mich sammeln.
Ich habe mich schon oft mir der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt, denn mein Großvater ist im Krieg gefallen und meine Großmutter hat meinen Vater und meinen Onkel alleine großziehen müssen.
Lilly Bernstein hat die Hintergründe großartig recherchiert und geschichtliche Informationen gekonnt und realitätsnah in die Handlung eingebunden.
Auch die atmosphärische Stimmung wunderbar eingefangen.
Die Schilderungen über das Judenhaus und die Flucht waren teilweise sehr schockierend und kaum auszuhalten.
Sie beschönigt nichts und so begleiten wir Elli, die nicht nur gemeinsam mit ihrer Mutter ums Überleben kämpft, sondern auch um das Leben von Margot und ihre Eltern bangt.
Elli ist eine sehr sympathische junge Frau, die viele Gefahren in Kauf nimmt, um ihrer Freundin zu helfen. Auch wenn sie zu Beginn ziemlich naiv ist, handelt sie selbstlos und verzichtet auf vieles, um es Margot und ihrer Familie etwas leichter zu machen.
Doch auch die Nebenfiguren bieten allerlei Facetten, wirken glaubwürdig und fügen sich perfekt in die Geschichte ein. Man spürt, dass die Autorin sie mit viel Herzblut gestaltet hat.
Fazit:
„Sturmmädchen: Freundinnen in dunkler Zeit“ ist eine Geschichte, die unter die Haut geht und für mich emotional sehr berührt hat.
Ich hatte während des Lesens oft einen dicken Kloß im Hals und sie wird mich bestimmt noch lange begleiten.
Rezensionen von Petra Sch.:
Comic-Roman mit wichtiger Message
Mein ziemlich seltsamer Freund Walter von Sibylle Berg
Die fast 9jährige Lisa ist ziemlich einsam: ihre Eltern gammeln den ganzen Tag auf der Couch rum, seit sie arbeitslos geworden sind. Deshalb muss sich Lisa daheim um alles kümmern, damit keiner merkt, was mit ihren Eltern los ist und sie nicht in ein Heim kommt. Sie hat sogar ihre Spielsachen, den Fernseher und ihren Schreibstischsessel verkaufen müssen.
Außerdem ist sie auch noch total unbeliebt und wird von allen gemobbt oder gemieden, da sie anders ist als alle anderen: sie liest wahnsinnig gerne (eigentlich immer, auch im Unterricht), weiß sehr viel, und interessiert sich für Astronomie und Außerirdische.
Bis eines Tages tatsächlich ein Flugobjekt (das gaaanz anders aussieht, als man sich die so allgemein vorstellt) in der Nähe von Lisas Haus landet und einer der Außerirdischen vergessen wurde. Die anderen fanden es zu kalt (klar, es war auch November) und sind sofort wieder davongeflogen.
Klakalnamanazdt, den Lisa Walter nennt, und der aussieht wie aus den 80ern entsprungen, wird ihr bester Freund und zeigt ihr, wie sie sich gegen die Rowdies wehren, Freunde finden und somit wieder ein schönes Leben führen kann.
Zu Beginn lernt man Lisa und ihr trauriges Leben kennen. Sie denkt, sie ist selbst schuld daran, dass keiner sie mag. Einfach nur total traurig. Doch für ein 8jähriges Kind kommt sie mir viel zu reif vor.
Doch irgendwann zieht sich das Ganze, da das Mobbing (auch von ihrer Lehrerin) und das Herumgammeln ihrer Eltern oft widerholt wird. Walter taucht leider erst ziemlich spät auf, erst auf S. 60 (von nur insgesamt 137).
Ich hatte mir irgendwie mehr erwartet; sowohl, was den Grund für das Abhauen der Außerirdischen betrifft (v.a., weil in der Beschreibung steht, dass sie von der Erde angewidert sind. Da hätte ich eher wegen der Umweltverschmutzung gedacht, oder wie die Menschen miteinander umgehen, Kriege etc. Aber denen war es einfach nur zu kalt.)
Und auch Lisas Entwicklung bzw. wie sich die anderen Menschen ändern, ist leider unglaubwürdig. Es geht viel zu einfach und zu schnell - im echten Leben ist das leider nicht so. So kommt die Geschichte manchmal etwas oberflächlich rüber und hat nicht so viel Tiefgang, wie ich mir gewünscht hätte.
Außergewöhnlich ist der einzigartige Stil des Comic-Romans: kurze Texte wechseln sich mit Dialogen und Gedanken von Lisa ab bzw. spricht sie den Leser auch immer wieder mal direkt an, was mit Anführungszeichen und anderer Schriftart gekennzeichnet ist.
Es gibt viel direkte Rede, die Sätze sind einfach und leicht verständlich, und auf jeder Seite gibt es schwarz-weiß Illustrationen bzw. Comic-Bilder. So bleiben auch Lesemuffel am Ball, weil es interessant ist.
Als Walter in Lisas Leben kommt, ist auch Humor verpackt, wie sie ihm das Leben auf der Erde erklärt und er feststellt, dass sein Informationsprogramm falsche Infos nicht nur über das Aussehen von jungen Menschen geliefert hat.
Es ist schön zu sehen, wie Lisa mit Walters Hilfe selbstbewusster, stärker und fröhlicher wird, nachdem er alles in ihrem Leben aufgeräumt hat. Lisas neues Leben ist ein schönes Happy-End.
Die Message des Buches ist wichtig: jeder Mensch ist einzigartig und richtig und gut, GENAU SO wie er ist. Habt einander lieb und kümmert euch umeinander. So werden die für Kinder wichtigen Themen Schule, Alltag, Familie, Freunde, Mobbing usw. spannend verpackt.
Fazit:
Wichtige Themen in einem einzigartigen, humorvollen Comic-Stil verpackt; ich hätte mir jedoch mehr Tiefe gewünscht.
Rezensionen von Camilla :
schon okay
Anderwald (Band 1) - Das Geheimnis der Silberwölfin von Julie Leuze
Hm... wir haben uns einfach mehr von dem Buch erwartet. Ich habe das Buch "für meinen Sohn gewonnen". Der liest gerne Fantasy, inzwischen auch dickere Bücher. Da er besonders Wölfe, Bären, andere Waldtiere mag war ich mir sicher mit dem Buch einen Treffer gelandet zu haben. Aber am Ende hat ihn das Cover leider überhaupt nicht angesprochen.
Jetzt habe ich es beiden Kindern als Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen. (Der Klassiker - zum selberlesen ist die Motivation nicht groß genug, aber für s Vorlesen reicht es schon). Für mich als Erwachsenen ging es schon gut zum vorlesen, aber die Kapitellänge ist seeehr lange und die Bilder sind... naja, wenn man schon Bilder in einem Buch hat, dann hab ich gerne (und meine Kinder) auch gerne bisschen größere wo auch mehr die Handlung aufgegriffen wird. Hier waren die Bilder eher mal ein Blatt hier, ein Blatt da,... das lockert vielleicht beim Durchblättern auf, aber mehr nicht.
Schade, Buch war ganz nett. Wurde auch gut angenommen, aber Teil 2 werden wir nicht lesen.
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Dysfunktionale Mutter-Tochter-Beziehung
Wir sitzen im Dickicht und weinen von Felicitas Prokopetz
Primär geht es um Valerie, deren Mutter Christina eine Krebsdiagnose erhält. Zugleich möchte Valeries Sohn Tobi mit 16 Jahren einen Sprachaufenthalt für ein Schuljahr in England absolvieren. Valerie wird somit aufgerieben zwischen Mutter- und Tochtersein.
Durch die Krebsdiagnose erwartet sich Christina, dass Valerie für sie da ist – jedoch ist die Beziehung schon längst so dysfunktional, dass Christina ihre Tochter damit nur mehr nervt.
Wie konnte es so weit kommen? In Rückblenden geht es auch um die weiblichen Vorfahren von Valerie – die beiden Großmütter und deren Geschichte, Erfahrungen und deren Umgang mit den Widrigkeiten des Lebens. Wie wurden Valeries Mutter und Vater erzogen und unter welchen Umständen sind die beiden aufgewachsen? Wie war Valeries Mutter selbst als Mutter?
Felicitas Prokopetz gelingt mit ihrem Debüt in knappen Kapiteln ein eindringlicher Roman, der vorwiegend aus der weiblichen Perspektive zeigt, was es heißt Mutter zu sein – und das über Generationen. Welche Erwartungen hat die Gesellschaft und wie gehen einzelne Frauen damit um? Es geht dabei vor allem darum aufzuzeigen, wie sich dadurch die Beziehungen zu ihren erwachsenen Kindern später entwickeln.
Ein tiefgehender, schmerzlicher Roman, der die unterschiedlichen Sichtweisen der beiden Frauen verständnisvoll erzählt.
Unbedingte Leseempfehlung!
Rezensionen von PMelittaM:
Zu langatmig und wiederholend
Vor Frauen wird gewarnt von Heidi Rehn
1926 erhält Vicki Baum einen exklusiven Buchvertrag und gleichzeitig einen Job als Redakteurin vom Ullstein Verlag. Sie zieht, ohne Ehemann und Söhne, nach Berlin. Ihr Mann, Richard Lert, ist beruflich gebunden, und Vicki genießt ihre Unabhängigkeit.
Nur wenige Jahre umfasst der Roman über die wohl bekannteste deutsche Autorin ihrer Zeit.
Vicki Baum hatte bereits einige Romane veröffentlicht, war also kein unbeschriebenes Blatt mehr. Sie war eine moderne und unkonventionelle Frau, und das drückte sich auch in ihren Romanen aus.
Ich selbst kannte ihren Namen vor allem durch die Verfilmung ihres Romans „Menschen im Hotel“, der während des Zeitraums, in dem der Roman spielt, entstanden ist. Den Film kenne ich schon lange, vor noch gar nicht allzu langer Zeit habe ich dann den Roman erstmals gelesen. Vicki Baum ist mir auch in den letzten Jahren ein paar Mal in historischen Romanen begegnet, es wurde wohl Zeit, dass ich ihr in einem Roman, der ihr selbst gewidmet ist, begegnete.
Um es vorwegzunehmen: Leider ist mir Vicki Baum in diesem Roman nicht allzu nahe gekommen. Sicher, ich habe einiges über sie erfahren, z. B. dass sie bei Sabri Mahir geboxt hat, und auch über ihr Privatleben, doch blieb sie mir merkwürdig fremd, und war mir weniger sympathisch als erwartet.
Möglicherweise hängt das auch damit zusammen, dass der Roman, auf den ich mich gefreut hatte, mich nicht wirklich gut unterhalten hat. Er ist recht langatmig, und manches wiederholt sich mehrmals. So wird z. B. immer wieder, auch von ihr selbst, auf Vickis fortgeschrittenes Alter von, zu Beginn, 38 Jahren hingewiesen. Ja, richtig gelesen, selbst damals kann das nicht alt gewesen sein. Auch ihre Beziehung zu Bengt Wadsted wird mir zu oft thematisiert, Vickis Gefühle für ihn hatte ich bereits beim ersten Mal verstanden.
Erst gegen Ende, als „Menschen im Hotel“ ins Spiel kam habe ich den Roman mehr genießen können, nicht nur, weil ich erst kürzlich gelesen habe, sondern weil auch mehr Dynamik ins Spiel kommt.
Gut gefallen haben mir aber die vielen historischen Persönlichkeiten, die aufgetreten sind, die meisten konnte ich mir gut vorstellen. Im Personenverzeichnis im Anhang kann man sehen, wie viele es tatsächlich sind, nur wenige Charaktere sind fiktiv. Apropos Anhang: Auch Heidi Rehns Nachbemerkung ist interessant zu lesen.
Der Roman, der die Zeit, die Vicki Baum bei Ullstein angestellt war, behandelt, hat mich leider weniger gut unterhalten, als erhofft, mir ist er zu langatmig und wiederholend. Für Vicki-Baum-Fans.
Rezensionen von Lilli33:
Hochaktueller Gesellschaftsroman
Der Wald von Eleanor Catton
Hochaktueller Gesellschaftsroman
Inhalt:
Christchurch, Neuseeland. Die junge Mira Bunting kämpft mit ihrer Guerilla-Gardening-Gruppe Birnam Wood schon lange um Rentabilität. Ist ein Pakt mit dem amerikanischen Milliardär Robert Lemoine die Lösung? Lemoine unterstützt die Gruppe finanziell und erlaubt ihr, auf einer Farm, die er zu kaufen im Begriff ist, Pflanzungen anzulegen.
Doch insgeheim verfolgt er ein ganz anderes Ziel …
Meine Meinung:
Der Anfang schien mir interessant, doch leider verabschiedete sich meine Aufmerksamkeit ziemlich schnell. Die ersten zwei Drittel des Romans empfand ich als recht langweilig und zäh. Sie dienen durch (ausschweifende) Einführung der Personen und Darstellung der Ausgangssituation der Vorbereitung des letzten Drittels, in dem dann endlich Spannung aufkommt.
Eleanor Catton versteht sich auf eine feinsinnige Betrachtung der Charaktere, die mir leider trotz allem sehr fremd blieben. Sowohl die „Bösen“ als auch die „Guten“ waren mir durchweg unsympathisch. Daher war es mir irgendwann nicht mehr wichtig, ob oder wie sie aus dieser Geschichte wieder herauskommen würden.
Dabei ist das Thema bzw. sind die Themen, um die es hier geht, so wichtig, betreffen sie doch einen großen Teil unserer heutigen und zukünftigen Probleme. So fließt viel Gesellschaftskritik ein, Umweltbewusstsein wird angemahnt. Umso mehr bedauerte ich es, dass die Autorin mich nicht besser abholen konnte.
Dabei hat mir der anspruchsvolle Schreibstil sehr gut gefallen. Allerdings ist das gewaltige Werk nur in drei große Teile gegliedert, einzelne Kapitel gibt es nicht. Für mich fühlte sich das wie ein unüberwindbarer Koloss an. Verborgene Ironie und Sarkasmus erleichterten das Lesen etwas.
Fazit:
Wichtiger Inhalt, anspruchsvoller Schreibstil, konnte mich aber leider nicht ganz abholen.
Rezensionen von brauneye29:
Nicht so ganz meins
Das Schweigen des Wassers von Susanne Tägder
Zum Inhalt:
Hauptkommissar Groth wird nach Jahren im Westen zurück in die alte Heimat geschickt, um dort Kollegen zu schulen. Ausgerechnet er, der selbst son seine Schwierigkeiten mit Vorschriften hat. Was er aber immer hatte und noch immer hat, ist sein Instinkt. Als Siegmar Eck tot aus dem See gezogen wird, weiß Groth einfach dass es kein Unfall war.
Erst kurz vorher war Eck bei ihm, weil er sich verfolgt fühlte.
Meine Meinung:
Ich habe mich schwer getan mit dem Buch und das gleich von Anfang an. Ich finde es schon immer schwierig, wenn ein Buch in Gegenwartsform geschrieben ist und das ist hier leider der Fall. Irgendwie finde ich das immer etwas schwergängig beim Lesen. Groth als Typ mit seiner hartnäckigen Art hat mir allerdings gut gefallen. Insgesamt hat das Buch auch eine gewisse Spannung, die sich nach steigerte aber komplett überzeugt bin ich nicht.
Fazit:
Nicht so ganz meins
Rezensionen von Petra Sch.:
der 3. Fall führt Polizeiagent Pospischil auf das Schloss des Thronfolgers in Artstetten
Im Schatten des Thronfolgers von Christine Neumeyer
Artstetten, April bis Juni 1909: Auf Schloss Artstetten im wunderschönen Nibelungengau, der Sommerresidenz des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand, wird bei den Sprengungsarbeiten für die neue Gruft des zukünftigen Kaisers und seiner Familie unter der Kirche die Leiche eines Babys gefunden.
Um ein Attentat auf die Kaiserfamilie auszuschließen, wird der geheime Polizeiagent Johann Pospischil aus Wien nach Artstetten beordert.
Sein Assistent, Dr. Leopold Frisch, der neuerdings neben dem Doktor für Entomologie nun auch den Doktor für Pathologie hat, ist natürlich auch mit dabei.
"Im Schatten des Thronfolgers" ist der 3. Band um Polizeiagent Pospischil und seinen Assistenten Dr. Frisch (davon der 2. im Picus-Verlag), und er kommt wie die anderen Bände leise und ruhig daher. Aber genau das mag ich an dieser historischen Krimi-Reihe, auch wenn man sich bei den ersten Kapiteln fragt, wohin das alles führen wird und über die Jagd der Paradiesvögel im Garten des Schlosses, die der Kammermeister Baron Adolf von Wald regelmäßig veranstaltet, verwundert ist. Die Leiche wird erst später gefunden.
Es geht nicht nur um das Lösen der Fälle, sondern auch um das Lebensgefühl der damaligen Zeit. Ich mag es sehr, wie das Speisen beschrieben wird; aber auch die Darstellung der damaligen Technik bzw. des Fortschrittes fand ich sehr interessant. Pospischil sind die Automobile, die es schon seit einiger Zeit gibt und immer beliebter werden, immer noch nicht geheuer, ebenso wie die neumodischen Telefonapparate. Doch er ist den technischen Neuerungen schon etwas mehr aufgeschlossen. Auch die amourösen Gefühle des Polizeiagenten waren humorvoll zu verfolgen.
Ebenso hat sich die Fototechnik entwickelt und man muss keine schweren Glasplatten mehr mitschleppen. (was dem Kammermeister von Wald für seine egoistischen Zwecke natürlich sehr zugute kommt).
Natürlich ist auch das politische Geschehen der damaligen Zeit gut eingearbeitet; die Konkurrenz zwischen dem alten konservativen Kaiser und dem reformoffenen Thronfolger; und wie die Bevölkerung dazu steht.
Auch die Standesunterschiede zwischen den Neugeadelten und der Arbeiterschicht ist anschaulich beschrieben; und mit welchen Problemen junge Frauen, die ungewollt schwanger werden, zu kämpfen haben.
Die Ermittlungen im Umfeld des Thronfolgers und gegen Adelige müssen sehr diskret vonstatten gehen, man will jeglichen Skandal vermeiden und deshalb ist es für Pospischil und Frisch auch nicht einfach.
Die Auflösung war für mich nach einiger Zeit zwar schon offensichtlich, aber es war authentisch und nachvollziehbar.
Die Beschreibungen des wunderschönen Schlosses Artstetten haben mir sehr gut gefallen, die Zwiebeltürme sind wirklich beeindruckend. Schade, dass dies nicht auf dem Cover abgebildet ist.
Die Geschichte wird durch viel direkte Rede lebendig, teilweise auch in österreichischer Mundart. Hier wäre ein Glossar wie im ersten Teil (eines anderen Verlags) für deutsche Leser gut gewesen.
Ich freue mich schon auf einen weiteren Band der historischen Krimi-Reihe, und wie sich v.a. die Karriere des vifen Frisch entwickelt; denn Pospischil überlegt ja (schon seit dem vorigen Band), in Pension zu gehen.
Fazit:
Ruhiger historischer Krimi mit dem schönen Setting Schloss Artstetten, viel Lokalkolorit und sympathischen Ermittlern.
Rezensionen von Gänseblümchen :
Anbautipps für jede Fensterbrett-Größe
Fensterbrettgarten von Deike Haßler
Es grünt auf dem Fensterbrett
Wer hätte gedacht, dass sich auf jedem Fensterbrett Gemüse und Obst anbauen lassen und man so das ganze Jahr über ernten könnte?
Genau dies hat die Autorin Deike Haßler ausprobiert und lieben gelernt und stellt ihren Fensterbrett-Garten, sowie alle wichtigen Tipps dazu in diesem Buch vor.
Das Cover strahlt direkt die Lebensfreude der Autorin für ihre Fensterbrett-Pflanzen aus und wie vom Löwenzahn-Verlag üblich ist das Buch umweltfreundlich gedruckt.
Ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis sorgt dafür, dass man die gewünschten Inhalte schnell findet.
Zunächst werden Grundlagen des Topfpflanzen-Anbaus erklärt, wie man sich die Pflanzen aus Samen zieht, welches Equipement benötigt wird und welcher Standort für welche Pflanze geeignet ist. Ein Pflanzkalender zeigt übersichtlich, wann welche Aussaat stattfinden sollte, wann geerntet wird und Tipps zum richtigen Düngen und für Schädlingsbefall sind auch vorhanden.
Damit es mit dem Gärtnern auf dem Fensterbrett gelingt, werden ideale Gemüse-, Obst- und Kräuterpflanzen in einzelnen Porträts vorgestellt. Ein kleiner Steckbrief zeigt jeweils die wichtigen Eigenschaften und Bedürfnisse der Pflanzen und eine gute Anleitung lässt den Anbau jeder Sorte mühelos erscheinen. Immer wieder gibt es zusätzlich Rezepte zur Verwendung von Obst und Gemüse, wie zum Beispiel zur Herstellung von Chiliöl oder Grünkohlchips.
Insgesamt handelt es sich hier um großartiges Buch, das zeigt, dass auf jedem noch so kleinen Fensterbrett oder in der Wohnung Grünzeug angebaut werden kann. Hier lernt jeder wie er Schritt-für-Schritt zur eigenen Ernte kommt und das Buch ist somit eine klare Empfehlung für alle Hobbygärtner mit wenig Platz.
Rezensionen von Claudia R:
Jugendbuch mit Tiefe
Kanak Kids von Anna Dimitrova
Klappentext / Inhalt:
Kanak Kids – die Culture-Clash-Comedy zwischen zwei Welten
Die sechzehnjährige Dessi führt ein Doppelleben: Im Münchner Brennpunktviertel Neuperlach gibt sie mit Jogginghose und Alman-Jokes die Assi-Ausländerin, im Innenstadtgymnasium trägt Daisy eine blonde Perücke, blaue Kontaktlinsen und spricht Hochdeutsch.
Ihre jeweiligen Freundinnen hält sie voreinander geheim. Lieber versucht sie, überall dazuzugehören, als sich angreifbar zu machen. Die Taktik funktioniert – bis sie eines Tages von Bo bei ihrer Verwandlung erwischt wird. Bo ist nicht nur Dessis Nachbar, sondern auch ihr Mitschüler und damit der Einzige, der ihre beiden Persönlichkeiten kennt. Kann Dessi ihn überzeugen, dichtzuhalten? Oder prallen ihre beiden Welten endgültig aufeinander?
»Ich glaube, wir sehnen uns alle nach einem Ort, wo wir einfach dazugehören, ohne uns verstellen oder anpassen zu müssen. An dem wir so sein können, wie wir wirklich sind. Ich wünsche meinen Leserinnen, diesen Ort mithilfe von Kanak Kids zu finden.« Anna Dimitrova
»Hier im Kartoffelland gibt’s genau zwei Arten von Ausländern: die Angepassten, die ihren Döner, ohne Zwiebeln, ohne scharf‘ essen, und die Kanaks, die sie dafür auslachen. Zu wem du gehören willst, musst du ziemlich früh entscheiden.« Aus »Kanak Kids«
Cover:
Das Cover zeigt direkt den Zwiespalt und die verschiedenen Welten und Unterschiede. Es ist direkt in der Mitte des Charakters gespalten. Auf der einen Hälfte erkennt man ein Mädchen mit lockigen dunklen Haaren und Hochhausbauten im Hintergrund und auf der andren Seite ist ein Mädchen mit langen glatten blonden Haaren erkennbar. Im Hintergrund sind Altbauten erkennbar. Man merkt die Unterschiede und auch kulturell verschiedenen Hintergründe. Optisch und auch farblich ist es toll umgesetzt und das Cover macht auf jeden Fall neugierig auf mehr.
Meinung:
Ein emotionales, ergreifendes und tiefgründiges Buch. Dessi erschafft zwei Versionen ihrer selbst, denn sie führt eine Art Doppelleben. Daheim mit ihrer Familie in Neuperlach und dann in der Schule im schicken München mit ihren Freunden. Sie möchte einfach nur überall dazugehören und so passt sie sich jeweils entsprechend auch optisch und charakterlich an. Bis sie auffliegt.
Doch zu viel möchte ich hier noch nicht verraten und halte mich daher mit weiteren Details dazu bedeckt.
Der Schreibstil ist angenehm und bildlich. So kann man sich alles sehr gut vorstellen und findet sich zudem sehr gut und schnell in alles hinein. Durch die Ich-Perspektive von Dessi kommt man besonders ihr und ihren Gedanken und Emotionen sehr nah. Man kann sie gut verstehen und sich in sie hineinversetzen. Die Kapitel haben eine gute und angenehme Länge. Zudem ermöglicht diese einen guten Lesefluss. Die Kapitelanfänge sind deutlich erkennbar.
In die Charaktere und auch in ihre zwei verschiedenen Welten findet man sich schnell hinein. Es zeigt sehr gut den inneren Zwiespalt und auch, dass das Leben nicht immer leicht ist. Ein tolles und sehr interessantes Jugendbuch. Emotionen und auch Tiefgründigkeit ist hier sehr gut vorhanden.
Auch die Gestaltung und Gliederung hat mir gefallen. Die Geschichte überzeugt und unterhält zugleich sehr gut. Ein tolles Buch, welches man gern weiterempfiehlt.
Fazit:
Eine emotionale, ergreifende und tiefgründige Geschichte, die zeigt, dass das Leben nicht immer leicht ist. Ein tolles Jugendbuch mit Tiefe.











