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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Murksy:

Feldstudie

Das Befinden auf dem Lande. Verortung einer Lebensart von Björn Vedder

Der Autor dieses Essays, der durch seine Kürze schnell zu lesen ist und meiner Meinung alleine deshalb den recht hohen Preis nicht rechtfertigt. Aber dies nur am Rande. Das eigentliche Thema soll der Inhalt des Buches sein, seine Abrechnung mit dem Landleben und seiner gesellschaftlichen Verortung.

Auf dem Lande aufgewachsen, mit allerlei negativen Erfahrungen, die aus psychologischer Sicht einen Großteil der Abneigung mit dem Landleben ausmacht, beschreibt Vedder seine Flucht aufs Land an den Ammersee und seine Fehleinschätzung der Idylle. Man mag das zunächst als naiv ansehen, die Beschreibung der Bevölkerung als Idioten nicht ohne Recht als Frechheit, doch in vielen Punkten trifft er mit seinen teils philosophisch verstärkten Feststellungen ziemlich genau die Wesenheiten des Landlebens. Wobei das zu kurz greift. Vielmehr sollte man von Gemeinschaften sprechen, die es in jeglicher Form und in jeglicher geografischen Beziehung gibt. Beginnend bei den Steinzeit, dem geschützten Leben in kleinen Gruppen in Höhlen, über die Forts im Wilden Westen, die umzäunten Dörfer in der afrikanischen Savanne bis zu den Preppersiedlungen in Amerika, der Wunsch nach Gemeinschaft und Geborgenheit ist ein genetisches Erbe. Illusorisch und verträumt ist der Glaube, dass ein freies Leben als Individuum neben anderen möglich ist, ohne die Regularien eben einer Gemeinschaft, in welcher Form auch immer. Schon Udo Jürgens besang schon das ehrenwerte Haus, in dem das Anderssein angeprangert wurde. Die apokalyptischen Zombieserien im Fernsehen sind eine Analogie: drinnen hinter dem hohen Schutzzaun die Gemeinschaft, die überleben will, draußen die Anderen, die Bösen, die Störer. Ich bin selbst auf einem Dorf aufgewachsen, lebe mittlerweile wieder auf dem Lande. Vieles was der Autor beschreibt, kenne ich zur Genüge. Vermutlich las sich das Buch für mich so leicht, oft habe ich beim Lesen Gedanken gefasst, die kurze Zeit später im Buch auftauchten. Auch habe ich mein geschüttelt Maß an Erfahrungen gemacht. Eine kleine Anekdote dazu: als wir wieder aufs Land zogen habe ich unterm Dachboden eine Pflanzenlampe für meine Sämlinge und Orchideen gestellt. Wie ich Wochen später erfuhr, wurden wir dadurch zum Gesprächsthema. Drogenanbau oder Rotlichtgewerbe standen zur Diskussion. Ja, wer anders ist, neu ist, sich nicht anpasst und sich beim Feuerwehrfest blicken lässt, gehört nicht dazu und wird beobachtet. Das ist regional und strukturell unterschiedlich. Ein alteingesessenes Bergdorf nimmt Neuankömmlinge auch nach Jahrzehnten nicht wirklich auf. Neubausiedlungen mit viel Zuzug sind dort offener. Und ja, natürlich sind kleine Gemeinschaften Rückzugsgebiete für Extreme, egal ob rechts oder links. Was aber nicht heißt, dass das überall so ist. Der alte Spruch „Hast Du eine Kuh, wählst du CDU“ stimmt nicht mehr (überall). Natürlich verfangen in einer landwirtschaftsgeprägten Umgebung solidarische Bauernproteste gegen die da oben und das System, das nicht wertschätzt, eher, als in einer Gemeinschaft, die aus Pendlern besteht. Haben wir uns angepasst an unsere Umgebung? In Teilen ja. Funktioniert auch nicht anders. Eine solidarische Gemeinschaft beruht auf einem Zusammenleben. Der ideelle Freigeistglaube an eine Welt ohne Regeln ist absurd. Die Coronaregeln, um dieses Beispiel aus dem Buch aufzugreifen, waren im Nachhinein oftmals überzogen. Nur, wer konnte das damals beurteilen? Immer neue Mutationen, eine unklare Wirksamkeit einer Impfung, ein ungewisser Verlauf zwangen zu Maßnahmen. Heute schimpfen viele über die Isolation, die Nachteile für Kinder und Familie. Richtig, aber richtig ist auch, dass wir ein relativ harmloses Virus hatten. Eine höhere Sterblichkeit und dann wären die Maßnahmen zu gering gewesen. Man kann über und gegen alles schimpfen. Doch mit der Generalabrechnung gegen das Landleben springt der Autor viel zu kurz. Dass das Landleben idealisiert wird, ist keine Frage. Wer aber einmal durch eine der Slums einer zig-Millionenmetropole gefahren ist, der weiß auch, dass eine Verstädterung auch keine Lösung sein kann. Das Argument der Zeitersparnis für Pendler und die Einsparung an CO2, die der Autor anbringt, wird alleine durch die täglichen Staus in Los Angeles und anderen Metropolen ad absurdum geführt. Hier pendeln Menschen für wenige Kilometer von einem Stadtteil in den nächsten und brauchen dafür Stunden. Eine Verortung des Landlebens, in welche Richtung auch immer, liegt zugleich immer richtig und falsch. Alle über einen Kamm zu scheren, ist genauso unsinnig, wie die Romantisierung des täglichen Einsammelns der frisch gelegten Eier. Der Mensch ist kein Einzelgänger, muss aber versuchen, seine eigene Identität zu leben. Ein Spagat, der genauso schwer ist, wie die Quadratur des Kreises. Das Buch von Björn Vedder ist teilweise eine gute Analyse, leider auch eine teilweise übertriebene Abrechnung und auf jeden Fall nie gerecht. Den einst ist gewiss, dem Menschen kann man es nie richtig machen, egal wie viel Freiheit man im zugesteht oder welche Wahlmöglichkeiten er hat. Und zu guter Letzt, das Ammerseegebiet eignet sich denkbar schlecht als Bezugsmaßstab.


Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Es bestehen keine Beziehungen zu Autor oder Verlag. Eine Kopie oder Wiedergabe auch in Teilen unterliegt dem Urheberrecht.

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Rezensionen von Leser:

Verschlungene Wege.

Die Halbwertszeit von Glück von Louise Pelt

Dieses Buch erzählt die Geschichten von drei unterschiedlichen Frauen, deren Leben miteinander verbunden sind, ohne das sie es ahnen.

Auf drei verschiedene Zeitebenen, immer im Wechsel erzählt, lernen wir Johanna, Mylene und Holly kennen. Sie führen uns in die Jahre 1987, 2003 und 2019 und nehmen und mit nach Los Angeles, Paris und in die ehemalige DDR.

Die jeweils aktuellen Einblicke in die Leben der sehr verschiedenen Frauen sind interessant und man lernt jede ein Stück weit kennen. Erst viel später erfährt man, wann, wie und wo sich ihre Leben kreuzen und wie alles zusammenhängt.

Die Geschichte ließ sich leicht lesen und war auch unterhaltsam. Allerdings bin ich nicht mit allem Personen warm geworden. Manche Handlungen und Reaktionen waren mir eher unverständlich.
Während mir die eine Frau mit der Zeit sympathischer wurde, fand ich die nächste etwas kopflos und die dritte wiederum sehr anstrengend.

Alles in allem gefiel mir das Buch nicht hundertprozentig. Es gab einige Momente, Szenen die ich völlig unnötig fand. Im "Johanna-Teil" erschien mir ein entscheidender Teil eher unvorstellbar.

Das schöne Cover und der Klappentext verleiten auf jeden Fall zum Lesen. Da Geschmäcker ja verschieden sind, man sollte es selber lesen und entscheiden, ob einem diese Geschichte gefällt.

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Rezensionen von yellowdog:

Harter Stoff von JCO

Babysitter von Joyce Carol Oates

Ein neuer Roman der großen amerikanischen Schriftstellerin Joyce Carol Oates ist fast immer etwas besonders. Babysitter ist ein verstörender, auch spannender Roman und gleichzeitig ein Porträt einer bestimmten Zeit in den USA. Es sind die siebziger in der näheren Umgebung von Detroit. Eine gefährliche Zeit mit Rassenunruhen, die die weiße Mittelschicht ängstigte und es geht ein Serienmörder um, genannt Babysitter, da er Kinder entführt, foltert und tötet.

Beim Lesen musste ich mehrfach an den Film Summer of Sam denken, der zeitlich und thematisch nahe liegt.
Die Spannungen der Zeit sind greifbar.

Im Mittelpunkt steht Hannah, eine verheiratet Frau und Mutter kleiner Kinder, die sich auf eine gefährliche Affäre einlässt. Anhand ihrer Position schafft Joyce Carol Oates eine subtile Gesellschaftskritik.

Es ist ein Roman, der eine soghafte Wirkung entfaltet. Die erste Romanhälfte habe ich am Stück gelesen und war völlig gefesselt.

Ich denke, Joyce Carol Oates ist trotz ihrer Erfolge beinahe noch eine unterschätzte Autorin.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Scheinwelt Social Media

Die Influencerin von Rebecca Russ

Lifestyle-Influencerin Sarah Rode beendet ihre Online-Karriere und löscht ihren Instagram-Account, als Folge einer Tragödie, für die sie verantwortlich gemacht wird. Doch damit ist es nicht ausgestanden, denn Sarah fühlt sich zunehmend bedroht und verfolgt. Eine Fake-Account in ihrem Namen gibt persönliche Geheimnisse preis und Sarah fühlt sich zunehmend im Stich gelassen.

Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Sarah und dieser einfachen Erzählweise kann man gut folgen. Spannend, taucht man in die Abgründe der Social Media-Welt und die Scheinwelt der Influencer ab. Jedoch geht es auch um persönliche Details von Sarahs Leben, die sie verfolgen und schließlich spitzt sich die Lage zu. Das Ende hat mir gut gefallen und insgesamt war es eine solide, spannende Unterhaltung, die hält, was der Klappentext verspricht.

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Rezensionen von Kwinsu:

Ein Krimi der etwas anderen Art

Neusiedler Tod von Bernadette Németh

Nachdem die Journalistin Laura ihren Job bei einem Magazin für medizinische Ästhetik verloren hat, begibt sie sich an den Neusiedler See, um dort einen Reiseführer über die Sehenswürdigkeiten rund um diesen Steppensee zu schreiben. Während der Erkundung der Landschaft trifft sie - just an der Österreichisch-Ungarischen Grenze - auf eine Leiche im Wasser.

Während die Ermittler den Fall zu lösen versuchen, kann es Laura nicht lassen, sich ihre eigenen Gedanken zu dem Geschehen zu machen. Es beginnt eine umfangreiche Suche nach Motiven, nicht nur zur Tat, sondern auch für Lauras Reiseführer und nach der Richtung, die sie in ihrem Leben einschlagen will.

Bernadette Németh ist mit "Neusiedler Tod" ein kurzweiliges und anspruchsvolles Buch gelungen, das nur auf den ersten Blick ein bloßer Kriminalroman ist. Vielmehr erfahren die Lesenden viel über die Menschen und Kulturen auf österreichischer sowie ungarischer Seite des Neusiedler Sees. Die Charaktere werden vielschichtig und eindrücklich beschrieben, sodass es ein Leichtes ist, sich in deren Situation hineinzuversetzen. Den Schreibstil habe ich als einnehmend und literarisch empfunden. Durch Zeitsprünge bekommen wir Einblicke in die Vorgeschichte der Protagonist:innen - sowohl das künftige Opfer, als auch Laura selbst erhalten Platz, um ihre Charaktere im Laufe der Geschichte weiter zu entwickeln. Auch gesellschaftspolitische Themen werden aufs Tapet gebracht; so spielt der Klimawandel ebenso eine Rolle wie die prekären Arbeitsbedingungen, welchen viele Ungar:innen ausgesetzt sind. Die Autorin hat m.E. ein großes Beobachtungstalent, nicht nur für ihre Figuren, sondern auch für die (Kultur-)Landschaft, in der sie sich bewegen.

Der Kriminalfall selbst wird vorwiegend durch die Wahrnehmungen von Laura beschrieben, es kommen zwar auch Ermittler vor, in die polizeiliche Arbeit werden die Leser:innen jedoch nur sehr am Rande mitgenommen. Dies verleiht dem Fall eine unübliche Perspektive, auch, weil er nicht immer vordergründig thematisiert wird. Zwischendurch erhalten wir Einblicke in die Gedankenwelt des Täters, die einen aber bis am Schluss um dessen Identität im Dunklen lassen, was den Spannungsbogen zusätzlich strafft. Gekonnt werden verschiedene Spuren zu den möglichen Tätern gelegt, die einen immer wieder in die Irre führen. Die Auflösung kommt schlussendlich überraschend.

Mein Fazit: Neusieder Tod ist ein anspruchsvoller Roman mit einem ungewöhnlichen Krimisetting, bei dem der Fall nicht unbedingt im Vordergrund steht. Es ist ein kurzweiliges Buch, das viel erzählt über die Österreich-Ungarische Kulturlandschaft um den großen See, über menschliche Beziehungen, den Wert der Natur und schließlich auch darüber, wie man sich gut täuschen kann. Große Leseempfehlung!

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Der Sparks-Zirkus verändert die Welt

Sparks von J.R. Dawson

«Sparks - Die Magie der Funken» ist ein komplex anspruchsvoller Fantasy-Debütroman von J.R Dawson, der aus zwei Zeitebenen und Perspektiven erzählt wird. Die Sichtweise um die Zeitspringerin Ringmaster führt uns ins Jahr 1926, indem sie mit ihrem Zirkus immer „zur richtigen Zeit in der richtigen Stadt“ auftritt, um mit ihren Aufführungen Leben zu verändern.

Hier ist der Funke Magie ganz entscheidend. Neben Ringmaster, auch Rin genannt, und ihrer Frau und Heilerin Odette komplettiert die Seherin Mauve das Trio. Diese drei Frauen haben große Ambitionen, wollen sie doch mit ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten den Zweiten Weltkrieg verhindern. „Zwischen dem Albtraum der Vergangenheit und der Traum von der Zukunft lag die Gegenwart wie eine Durchgangsstation, in der alle die Orientierung verloren zu haben schienen.“ Es gibt noch andere, die über die Sparks, also besonderes Fähigkeiten verfügen.
In der zweiten Erzählperspektive führt uns der siebenzehnjährige Edward King in das Jahr 1917 und wir verfolgen seinen Lebensweg. Dieser Handlungsstrang konnte mich überraschenderweise deutlich mehr mitreißen, als die Bemühungen der Sparks, den Krieg zu verhindern. Wobei die interessanteste Figur sicherlich Rin ist. Generell lag der Fokus stark auf der Charakterentwicklung. In der erste Hälfte viel es mir schwerer, reinzukommen, denn die Geschichte ist sprunghaft, überladen, düster und trägt „die Last von Krieg und Krankheit auf den Schultern.“ Ingesamt tat ich mich mit dem sprunghaften Schreibstil zunehmend schwer, fand aber das Setting und die Charaktere faszinierend. Völlig überzeugen konnte es mich demnach nicht, weshalb ich 3 Sterne vergebe. Es wird aber ganz sicher seine Fans finden und ist ein lesenswertes Debüt.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Holy Moly!

Nic Blake - Die Prophezeiung der leuchtenden Welt von Angie Thomas

«Nic Blake - Die Prophezeiung der leuchtenden Welt» erzählt die Geschichte der 12-jährige Nic Blake, die mit ihrem Vater als begabt Ungewöhnliche in der Welt der Gewöhnlichen lebt. Zu ihrem Geburtstag treffen Nic und ihr allerbester Freund JP ihr großes Idol und dann passiert etwas Unerwartetes, das einige unglaubliche Steine ins Rollen bringt, was Nic´s gewohntes Weltbild völlig auf den Kopf stellt.

Schließlich muss sie die verschollene Waffe Msaisdizi finden, um ihren Vater zu retten. Mehr möchte ich gar nicht verraten, denn in diesem temporeichen Buch werden schnell einige Geheimnisse aufgedeckt, die Nic in ein großes Abenteuer und mehr zu sich selbst führt. Es gibt aufregende Herausforderungen und magische Wesen, wie Höllenhunde oder Vampire, auf ihrer Reise quer durch den Süden der USA, doch mit ihren Verbündeten, könnte Nic es vielleicht schaffen, zu überleben, um die Msaidizi zu finden.

Angie Thomas konzentriert sich auf eine wendungsreiche Handlungen mit viel Einfallsreichtum, die Abwechslung bietet und durch die kurzen Sätzen ein schnelles Lesen gewährleistet. Lediglich die Fantasy-Begrifflichkeiten bringen einen ins Stolpern. Es ist ziemlich amerikanisch, was erfrischend wirkt und ich finde, dass sie kunstvoll die Geschichte der afroamerikanischen Bevölkerung mit der Handlung verwebt. Dabei gibt es eine authentische Szene, in der die drei Freunde in einen Supermarkt gehen, die auf eine für Kinder verständlicherweise darstellt, dass hier etwas ziemlich falsch läuft. Insgesamt ein filmreifes Abenteuer, voller Magie und toller Charaktere, das von Zusammenhalt und Freundschaft erzählt. Rasant, wendungsreich und spannend.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Keine Empfehlung

Die Auszeit von Emily Rudolf

Die Influencerin Viktoria Kaplan will mit ihren engsten Vertrauten in einem abgeschiedenen Retreat in den Alpen entspannen. Im Gegenzug möchte der Besitzer Pierre Karthee, dass sie auf ihrem Kanal Werbung für sein Retreat macht und will ihnen eine gute Zeit bescheren, denn sein großer Traum hängt davon ab.

Doch dann geschieht ein Mord. Die denkbar schlechteste Werbung…

Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, auf unterschiedlichen Zeitebenen. Von der Ankunft der Gruppe in den Alpen bis zum Mord, wobei der Countdown die Spannung anheizen soll. Dann erfährt man abwechselnd, was nach dem Verbrechen passierte. Der Retreat in den Alpen steht für Entspannung und Urlaubsfeeling, wobei der Kontrast zu der Gruppe nicht größer sein könnte, deren Angespanntheit sich auch auf das Personal überträgt. Schnell ist klar, das ist alles nur Show. Es geht um Eifersucht, Intrigen und Hass, gespickt mit Liebe und Sex. Der Schreibstil passte für mich nicht so richtig zum Genre. Das vergrößerte das Ungleichgewicht zunehmend. Die Atmosphäre ist tatsächlich soghaft, aber faszinierend, fand ich die Figuren gar nicht. Das führte leider dazu, dass ich nicht richtig mitfiebern konnte. Sie sind das „beste Beispiel für das, was in unserer Welt schiefläuft.“ Ich hätte mir mehr Raffinesse und Originalität gewünscht, denn für mich waren die Twists nicht so überraschend, wie erhofft. Dadurch konnte mich der Thriller nicht packen, obwohl ich bis zum Ende gelesen habe und ich würde ihn nicht weiterempfehlen. Wahrscheinlich gehörte ich einfach nicht zur Zielgruppe. Thriller-Einsteiger könnten vielleicht besser unterhalten werden.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Natur erleben für die ganze Familie

Familien-Naturführer von Katharina Hedder

Der «Familien-Naturführer» von Kosmos ist in zwei Teile eingeteilt. Zuerst findet man 50 Activitys zum Mitmachen für Garten, Wald, Feld und Wiesen, das Meer oder Bäche und Seen. Darunter sind auf jeder Doppelseite Rezepte, Bastelideen, Experimente, Bauanleitungen, Spiele oder Achtsamkeitsübungen.

Die Übersicht ist gelungen, weil man Infos darüber erhält, was man braucht und wieviel Zeit man einplanen sollte. Lediglich eine übersichtlichere Einteilung der Jahreszeiten würde bei der Vorbereitung helfen. Insgesamt eine Menge toller Ideen für ein Erleben und Entdecken der Natur. Der zweite und größere Teil stellt 300 verschiedene Arten vor, um die Tier- und Pflanzenwelt zu entdecken und benennen zu können. Eingeteilt in Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien, Insekten und Spinnen, Würmer und Schnecken, Wildblumen und Gräser sowie Bäume und Sträucher. Mithilfe der farblichen Markierung lässt sich nach der Einteilung einfach finden, was man sucht. Zur Bestimmung gibt es zu jedem Porträt eine aussagekräftige Aufnahme, die manchmal auch Kennzeichnungen erhält, mithilfe dessen man genau die Merkmale überprüfen kann. Die Arten werden kurz steckbriefartig vorgestellt, wobei manchmal unter „Typisch“ noch interessante Eigenschaften und Lebensweisen zu finden sind, was uns besonders gefallen hat. Dabei nimmt das Foto die Hälfte der Seite ein, weshalb nicht viel Platz übrig bleibt. Besonders wenn zwei Porträts auf einer Seite unterkommen müssen. Daraus resultiert die etwas zu kleine Schrift. Immer wieder finden sich im Buch niedliche Figuren und besonders toll sind die Specials, die beispielsweise ökologisch nützliche Heckenpflanzen für den Garten vorstellen oder das Verhalten der Vögel am Vogelhaus. Es wäre toll gewesen, wenn überall Vogel-Silhouetten abgebildet gewesen wären und vor allem Tierspuren bei den Säugetieren, die man viel öfter zu Gesicht bekommt, als die Tiere selbst. Gerade für Kinder wäre das besonders spannend gewesen. Insgesamt hätte ich mir mehr Kreativität und ungewöhnliche Fakten, die nicht jeder kennt, gewünscht.

Der Aufbau könnte nicht übersichtlicher und einfacher sein. Die Kosmos-Farbcode hilft bei der Einordnung und dient als erste Orientierung. Robust, etwas dick und schwer, aber handlich fügt es sich optisch harmonisch in die KOSMOS-Reihe 'Nature Guide’ ein. Zeitlos, modern und leiht verständlich macht dieser Naturführer für die ganze Familie Lust, die Natur- und Tierwelt zu entdecken. Außerdem gibt es mit der App die Möglichkeit,Tierstimmen zu hören. Ein kleines Highlight, mit spielerischem Lerneffekt. Insgesamt für Groß und Klein sehr zu empfehlen.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Tragisch, poetisch, überladen

i fell in love with hope von Lancali

In diesem Liebesdrama geht es um todkranke Jugendliche, die im Krankenhaus behandelt werden, zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammenwachsen und ihren eigenen Weg finden, mit ihrem Schicksal umzugehen.

In sanfter, poetischer Sprache geht es um existentielle Fragen, schmerzhafte Gefühle, Freundschaft, Liebe und Tod.

Der Vergleich wird als rhetorisches Stilmittel sehr häufig genutzt, und erschafft blumige und bildhafte Sprachbilder, in denen man sich verlieren kann. Die „Worte falten sich umeinander, tanzen miteinander…“ Oft durchlässig, liest es sich wie ein ewiges Flüstern und Hauchen. Dieser außergewöhnliche Stil aus Poesie und kurzen Sätzen ist angesichts der hohen Seitenzahl eine Herausforderung und war mit irgendwann einfach zu viel. Gut gesetzte Akzente hätten mir besser gefallen und wären authentischer gewesen. Die Handlungsdichte ist verhältnismäßig gering und spielt sich, wie zu erwarten, fast ausschließlich im Krankenhaus ab. Kleine Momente werden bedeutungsschwer ausgedehnt.

«i fell in love with hope» ist insgesamt eine gefühlsschwere und leidvolle Liebesgeschichte, die wie ein großer, kunstvoller Verarbeitungsprozess wirkt, begleitet von melancholischen Gedankenspielen über Hoffnung und Gründen, die es nicht braucht. Sam ist Erzählfigur und beobachtet, ist aber auch ein geheimnisvoller Teil der Geschichte, die auch rückblickend erzählt wird. „Wie ich schon sagte, ich fühle selten etwas. Wenn ich es tue, ist es gedämpft, absichtlich, wie die Dunkelheit.“ Mich hat die Geschichte irgendwann verloren. Rückblickend fand ich den Schluss passend und es einige denkwürdige Textstellen. Deshalb würde ich diese Buch allen empfehlen, die es tragisch, poetisch und überladen mögen. Der Roman braucht auf jeden Fall ausreichend Lesezeit, die richtige Stimmung und man sollte die Triggerwarnungen beachten. Die schöne Buchgestaltung mit Farbschnitt ist sehr passend und letztlich wird das Buch seine Fans finden.

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