Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bekenner:
Besonders begabte Mädchen
Dragon Girls - Azmina, der Golddrache von Maddy Mara
Azmina und ihre Freundinnen sind ganz besondere Mädchen. Sie können „glitzerndes Feuer spucken, durch die Lüfte schweben und mit allen Kreaturen des Zauberwaldes sprechen“. Es sind Dragon Girls. Ich finde es schön, dass dies ein Buch für Erstleser ist. Ich bin immer auf der Suche nach Büchern die meine kleinen Erstleser begeistern.
Bücher nach denen sie gern greifen. Das ist ein Thema was interessiert und begeistert. Macht uns sehr neugierig
Rezensionen von Vicky:
Die Welt der Magie hat ihre Ordnung verloren
Das Erbe der Macht: Vor dem Ende der Ewigkeit von Andreas Suchanek
'Vor dem Ende der Ewigkeit' ist ein Fantasy-Roman des Autors Andreas Suchanek. Außerdem bildet das Buch bereits den 37 Band der ‘Erbe der Macht‘ Reihe und läutet das Finale der Serie ein. Unglaublich wie lange wir die Freunde bereits begleiten dürfen! Das Cover gefällt mir gut und fügt sich wunderbar in die Reihe ein.
Der Wiedererkennungswert ist hier definitiv gegeben.
'Was bisher geschah' ist wie immer eine großartige Erinnerungshilfe, um ohne Probleme in das Buch einsteigen zu können. Die Geschichte selbst umfasst einen Prolog, mehrere nicht durchnummerierte Kapitel mit Titel sowie einen Epilog. Die Titel finde ich immer toll, denn dadurch wird immer wieder mein persönliches Kopfkino angeregt und ich überlege mir bereits zu Beginn eines jeden Kapitels, was darin passieren könnte.
Für mich persönlich ist es der erste ‘dicke‘ Band, bisher war ich eine Leserin der ‘kurzen‘ Bände. Ich war anfangs etwas skeptisch, muss aber sagen dass es vortrefflich ist – hier bekommt man die geballte Ladung der Macht. Dieser Band hat es in sich, bildet er doch den Auftakt zum Großen Finale der Serie. An dieser Stelle sei gesagt: unbedingt vorher die anderen Bände lesen!
Ich mag die kurzen und knackigen Kapitel sehr. Dadurch komme ich schnell voran und denke immer: eines geht noch, eines geht noch! :-) Auch gefällt es mir sehr, dass die Kapitel abwechselnd aus Sicht verschiedener Personen geschrieben sind. Dadurch baut man zu jedem eine gewisse Beziehung auf und kann alle besser verstehen. Den Verweis auf Flüsterwald fand ich herzallerliebst. ♥
Fazit: Wow, was für eine Fortsetzung! Einige Fragen werden zwar beantwortet, aber wie immer werde noch mehr Fragen aufgeworfen. Was bin ich jetzt doch gespannt wie es weiter gehen wird. Ich würde dringend empfehlen die anderen Bände zuvor zu lesen, ansonsten kennt man sich nicht aus und verdirbt sich diese fantastische Geschichte. Das wäre sehr schade!
Ich werde die Serie, sowie mögliche Spin-Offs, definitiv im Auge behalten und jeden neuen Band mit großer Freude lesen. Ich hoffe, die Wartezeit dauert nicht zu lange.
PS: ich hoffe wirklich sehr, dass diese Buchreihe irgendwann mal als Serie verfilmt wird. Das wäre fantastisch!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Macht Lust, die Donau entlang zu radeln
Der Donauradweg für Genießer von Florian Holzer
Florian Holzer nimmt seine Leserinnen und Leser in diesem Buch auf den 400 km langen Radweg entlang der Donau, der in Deutschland beginnt, durch Österreich führt und der Slowakei endet, mit.
Dabei liegt der Fokus nicht auf dem Abspulen des Weges in Rekordzeit, sondern auf dem Genießen. Dazu tragen rund 150 Gasthöfe bei, die die Radtouristen zu köstlichen Speisen und erfrischenden Getränken einladen.
Die Strecke von 400 km ist in folgende zwölf Touren eingeteilt.
Passau
Donauengtal, Schlögener Schlinge
Eferdinger Becken
Linz
Machland
Strudengau
Nibelungengau, Ybbs - Emmersdorf
Wachau
Tullnerfeld
Wien/Donaukanal
Nationalpark Donauauen
Bratislava
Zu jeder Etappe gibt es technische und organisatorische Angaben wie Landkarte, Länge, Höhenmeter, Schwierigkeitsgrad, Beschaffenheit der Radwege sowie Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten. Die Gasthäuser und ihre kulinarischen Köstlichkeiten werden ebenso beschrieben, wie das historische Ambiente und Sehenswürdigkeiten von Städten wie z.B. Passau, Linz, Wien oder Bratislava. Wer will, kann an einem Ort etwas länger verweilen und erst am nächsten Tag weiterradeln.
Das Buch gibt eine sehr gute Übersicht über den Donauradweg und lädt zum Genießen ein. Die gelungenen Fotos von Rupert Pessl sowie der ansprechender Text, machen Lust darauf, die Donau von Passau bis nach Bratislava entlangzuradeln. Das Buch ist im Styria-Verlag als Klappenbroschur erschienen. Ein skizzierte Plan des gesamten Donauradweges findet sich auf dem Vorsatzblatt.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem ansprechenden Genuss-Rad-Guide 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein gelungenes Debüt, das bis zur letzten Seite fesselt
Der falsche Vermeer von Patrick van Odijk
Dieser historische Roman, der auch als Kunstkrimi durchgeht, hat in Han van Meegeren ein historisches Vorbild und entführt uns, wenige Monate nach dem Ende der Nazi-Herrschaft, in die Niederlande.
Magriet „Meg“ van Hettema, eine junge Reporterin, die ab 1941 heimlich für die Untergrundzeitung „Het Parool“ arbeitet und Fotos von der Jagd der Nazis auf Juden gemacht hat, soll nun im Mai 1945 statt brisanter Themen nur mehr „Frauenthemen“ bearbeiten.
Doch der Chefredakteur hat nicht mit dem Ehrgeiz und der Chuzpe seiner Mitarbeiterin gerechnet. Als der Maler und dem Maler Jan van Aelst in den Fokus des Ermittlers Aaron Rosendahls gerät, wittert Meg einen brisanten Fall und ermittelt ebenfalls. Van Aelst soll Bilder, darunter einen Vermeer an die Nazis verkauft haben. Der Hass auf alle, die mit den deutschen Besatzern Geschäfte gemacht haben ist groß und deshalb jagen die Polizei und die kanadische Militärpolizei Kollaborateure, um sie vor Gericht zu stellen. Doch an Van Aelst, der alkohol- und drogenabhängig ist, beißen sie sich die Zähen aus. Er leugnet, mit den Nazis Geschäfte gemacht zu haben und gibt nur das zu, was man ihm wirklich beweisen kann. Doch blöderweise glaubt ihm niemand.
Meg heftet sich an die Spuren van Aelsts und seiner Weggefährten. Sie findet immer wieder brisante Details, die in der Zeitung veröffentlicht werden. Als er behauptet, das Gemälde, das Hermann Göring als Vermeer um eine Unsumme gekauft hat, sei eine vom ihm angefertigte Fälschung, wird er für kurze Zeit zum Nationalheld. Den dicken Hermann mit einem gefälschten Vermeer um Millionen Gulden bringen? Was für eine Tat! Doch wenig später wendet sich das Blatt, denn die Zeitungskonkurrenz, behauptet, van Aelst wäre ein Freund Hitlers gewesen und fordert Lagerhaft und Todesurteil.
Meine Meinung:
In diesem Debütroman zieht Autor Patrick van Odijk alle Register. Ich habe noch selten so ein gelungenes Debüt gelesen. Der Autor vermischt gekonnt und äußerst klug Fakten und Fiktion über den Meisterfälscher Han van Meegeren, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in einem viel beachteten Prozess gestand, mehrere ›Vermeers‹ gemalt zu haben, in diesem historischen Roman. Dieser größte Kunstskandal der unmittelbaren Nachkriegszeit ist fesselnd geschrieben und überrascht die Leserschaft durch zahlreiche Wendungen. Auch die Manipulation der Menschen durch Zeitungsschlagzeilen finden hier Platz. Einmal verabscheuungswürdiger Kollaborateur und gleich darauf ein Nationalheld bzw. umgekehrt. Die Schlagzeilen, die Meg liefert, lassen viele Möglichkeiten zu.
Ob van Alst ein verabscheuungswürdiger Kollaborateur, ein Nationalheld, ein skrupelloser Fälscher oder ein verkannter, aber begnadeter Maler ist? Darüber dürfen die Leserinnen und Leser selbst spekulieren.
Letztlich kommt auch Meg in die Bredouille, denn es tauchen Fotos auf, die sie halbnackt auf einem der opulenten Feste van Aelsts während des Krieges zeigen. Seine Gäste und er prassen, während die Menschen kaum genug Lebensmittel oder Brennholz finden. Gehört Meg auch zu den „Falschen“, wie man die Kollaborateure nennt? Plötzlich ist Meg nicht nur Jägerin, sondern selbst Gejagte.
Die Charakter sind gekonnt und authentisch beschrieben. Fast jede Figur hat während des NS-Besatzung Angehörige verloren. Meg genauso wie Aaron Rosendahl oder van Aelsts Freund Pieter.
Dieser Kunstkrimi entwickelt eine Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen konnte. Wie kann es sein, dass für ein Stück bemalte Leinwand solch aberwitzige Preise bezahlt werden? Krimiautor Martin Suter hat es in seinem Krimi „Der letzte Weynfeldt“ auf den Punkt gebracht:
„Allein dadurch, dass jemand für ein Bild so viel bezahlt, wird es echt.“
Sehr gut hat mir dann auch das „Schaumalen“ gefallen: Van Aelst überzeugt vor Publikum durch das Anfertigen eines weiteren „Vermeers“.
Von Jan Vermeer (1632-1675) sind nur 37 Bilder bekannt. Das hat natürlich schon früh zu allerlei Spekulationen und Falschzuschreibungen geführt. Dazu passt, wie im Roman beschrieben, dass Kunsthistoriker, eine einmal gefasste Meinung zu einem Werk, nicht revidieren wollen oder können. Sie würden dadurch an Reputation und Glaubwürdigkeit verlieren. Doch das Deklarieren von Fälschungen als echte Werke eines Malers, egal ob mit Absicht oder Geltungssucht, ist nicht tolerierbar. Siehe auch den Prozess um den gewerbsmäßigen Fälscher Wolfgang Beltracchi.
Schmunzeln musste ich ein wenig, als aufgedeckt wird, wie der eine oder andere Kunstexperte zu seiner Expertise zur Echtheit der van Aelstschen Vermeers gekommen ist.
„Man sieht nur, was man sehen will und was man zu sehen gelernt hat.“
Die abfällige Meinung van Aelsts zu Pablo Picasso und seine Zeitgenossen. Seine Aussagen zur modernen Malerei rückt ihn in die Nähe der Nationalsozialisten, die sie Picasso, Max Ernst & Co als „Entartete Kunst“ bezeichneten und zahlreiche dieser Werke vernichtet haben. Gerade ein Künstler sollte doch das Werk eines anderen Künstlers akzeptieren. Es muss ihm ja nicht gefallen.
Auf dem Cover ist ein Ausschnitt aus „Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“, Jan Vermeer wohl berühmtesten Gemälde abgebildet.
Für alle jene, die mehr über Han van Meegeren und die Zeit der NS-Besatzung der Niederlande lesen wollen, gibt es im Anhang eine Literaturliste (teilweise in Englisch und Niederländisch verfasste Bücher).
Fazit:
Diesem fesselnden historischen Roman, der die niederländische Aufarbeitung der NS-Besatzung sowie die Maltechnik von niederländischen „Alten Meistern“, die Praktiken von Kunstfälschern sowie die Expertisen von Kunstexperten aufzeigt, gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein gelungener historischer Krimi
Südbahn nach Triest von Günter Neuwirth
Dieser historische Krimi ist schon der vierte der Reihe rund um den sympathischen Inspecteur Bruno Zabini aus Triest. Durch die Rückblicke, die sehr übersichtlich in das aktuelle Geschehen eingebettet sind, werden auch Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger in diese Serie, über die Vorgeschichte zu Bruno Zabini und Luise von Callenhof informiert.
Trotzdem empfehle ich, die gesamte Reihe zu lesen.
Bruno Zabini begleitet Luise von Callenhof und ihren Sohn Gerwin nach Wien, um dort drei Wochen Urlaub zu machen, denn obwohl Brunos Mutter aus dem ehemaligen Wiener Vorort Gumpendorf stammt, war Zabini noch nie in der Hauptstadt der Donaumonarchie. Zwar sind Bruno und Luise (noch?) nicht verheiratet, scheinen aber einen gemütlichen Familienurlaub zu machen. Man logiert in einer Suite im Hotel Sacher, besucht Museen und vergnügt sich im Prater als Bruno der polizeiliche Alltag ereilt: Die überaus wohlhabende Witwe Henriette Hohenau wird ermordet. Wie heute, sondiert die Wiener Polizei in der Person von Inspecteur Conrad Speyer das persönliche Umfeld der Toten und entdeckt, dass drei der Erben, Meinhard, Eduard und Joseph Kestranek in Triest bzw. in Pola leben. Also, was liegt näher, den Triestiner Kollegen Zabini, um Amtshilfe zu ersuchen.
Die erste Gelegenheit, sich einen Eindruck der Geschwister zu machen, ergibt sich für Zabini gleich auf der Heimreise, denn man fährt im selben Zug, speist im Speisewagen der Südbahngesellschaft und vertreibt sich Zeit mit Kartenspielen. Allerdings lässt Zabini die Gebrüder Kestranek über seinen wahren Beruf in Unkenntnis. Doch nicht nur die Kestraneks und Zabini befinden sich im Zug, sondern auch der Kammerdiener und die Zofe der Toten. Als der Zug in Triest ankommt, gibt es eine weitere Leiche und auch die wird nicht die letzte bleiben.
Meine Meinung:
Ich genieße die Lektüre rund um Bruno Zabini seit dem ersten Fall („Dampfer ab Triest“), denn ich mag das monarchistische, etwas morbide Flair, das man auch heute noch in Triest antreffen kann. Es scheint, als ob Zabini nun endlich sein etwas unstetes Liebesleben abgelegt hätte und mit Luise von Callenhof eine feste Beziehung eingeht. Er hat jedenfalls das Zeug zu einem aufmerksamen Partner und guten (Stief)Vater. Gerwin, Luises Sohn, der ohne seine Mutter bei der strengen Großmutter aufwachsen musste, hängt an den Lippen des technikverliebten und belesenen Zabini.
Besonders geschickt eingeflochten und sehr interessant, sind die Einblicke in die Welt der Dampflokomotiven und deren Zugkraft. Dass in über den Semmering entweder eine zweite Lok oder eine besonders starke vorgespannt werden muss(te), kenne ich auch noch (allerdings nicht mehr mit Dampf). Die Details die Zabini seinen interessierten Zuhörern erklärt, gehen über das 08/15-Wissen von Eisenbahnfreunden hinaus, wirken aber nicht besserwisserisch. Man glaubt ihm, dass in die vielen Details selbst faszinieren. So mag ich das, wenn unterschwellig Wissen vermittelt wird, ohne dass der Leser mit „Infodump“ überschüttet wird.
Die Charaktere sind, wie bei Günter Neuwirth üblich, sehr gut ausgearbeitet.
Es ist recht bald klar, dass einer der Krestanek-Brüder der Täter sein muss, nur wer? Der Leser darf ein wenig spekulieren, während Bruno Zabini, die ihm zur Verfügung stehende Technik der Kriminologie ausnützt. So arbeiten Bruno und seine Mannschaft nach dem von Professor Dr. Hans Gross (1847-1915) 1893 herausgegebenen „Handbuch für Untersuchungsrichter als System der Kriminalistik.“. Professor Gross ist der erste Kriminologe und hat einen Lehrstuhl an der Uni Graz begründet. Ab ca. 1900 finden sowohl die Daktyloskopie, Fotografie als auch der „Tatortkoffer“ in der Donaumonarchie ihre Anwendung. Die Daktyloskopie wird ihren Durchbruch und Höhenflug mit der Erfindung von Rudolf Schneider, der die sogenannte „Wiener Folie“ zum Patent angemeldet hat, erringen.
Bruno Zabini wird von seiner Mannschaft perfekt unterstützt und darf noch auf Conrad Speyer aus Wien zählen, der mit einem Koffer voll Akten an die Obere Adria reist.
Jedenfalls wird der nunmehrige Dreifachmörder auf Grund der akribischen Spurensuche und schlüssigen Argumentation überführt.
Autor Günter Neuwirth gelingt es immer wieder, das Flair der untergehende Donaumonarchie darzustellen. Diesmal haben die italienischen Irredentisten Pause. Ich gehe davon aus, dass sie in einem der nächsten Bände Bruno Zabini und seine Mannschaft beschäftigen werden.
Fazit:
Sehr gerne bin ich wieder mit Bruno Zabini im Hafen von Triest spazieren gegangen, habe den Schiffen beim An- und Ablegen zugesehen und gleichzeitig Ermittlungen angestellt, um den Täter zu überführen. Dieser 4. Fall für Bruno Zabini hat mir wieder sehr gut gefallen, weshalb er wieder 5 Stern und eine Leseempfehlung erhält.
Rezensionen von Ele:
Homo homini lupus
Hundswut von Daniel Alvarenga
Hundswut, Historischer Roman von Daniel Alvarenga, HarperCollins eBook
Hat mich an meine Grenzen gebracht.
Das Buch besteht aus 67 Kapiteln in unterschiedlicher Länge, im auktorialen Stil und sehr bildhaft und flüssig erzählt. Es besteht aus zwei Teilen, wobei der zweite Teil noch in Tag 1-3 eingeteilt wurde.
Die teilweise harschen, sowie derben Dialoge sind in bayrischer Mundart verfasst, sie machen die Geschichte so lebendig, dadurch ist auch kein Zweifel am Setting möglich. Bilder entstanden in meinem Kopf, denn es wird abwechslungsweise aus der Sicht der verschiedenen Charaktere erzählt.
1932 irgendwo im tiefsten Bayern, Joseph Köhler, der Einsiedler wurde von den Mitbewohnern in seinem Heimatdorf schon immer argwöhnisch beäugt. Als sein Sohn und später auch seine geliebte Frau starben, wurde er schwermütig. Eines Tages werden die Leichen von vier Jugendlichen gefunden, die Wunden trugen, die auf den Angriff einer „Bestie“ hindeuten. Das Urteil der Dorfgemeinschaft war bald gemacht und die Jagd, nach einem „Werwolf“ beginnt.
Dieses Buch hat mir so einiges abverlangt, der Klappentext hat mich neugierig gemacht und ich wusste nicht, auf was ich mich mit der Lektüre einlasse. In den letzten Kapiteln war es schier unerträglich für mich überhaupt noch weiterzulesen. Grausige Szenen sind hier rücksichtslos geschildert. Obwohl ich eine hartgesottene Leserin bin, konnte ich die Tränen und den Ekel nicht mehr zurückhalten. Trotzdem wollte ich das Lesegerät nicht aus der Hand legen.
Die Figuren sind zutiefst charakterisiert, was denkt sich der Jäger Edi wenn er erneut im Suff versink? Oder wie fühlt sich Fanny die beste Freundin von Mitzi Köhler, die ausschlaggebend in die Geschichte involviert ist und dabei handelt es sich nur um Nebencharaktere im Geschehen. Noch viel, viel tiefer sind die Hauptcharaktere des Buches und der Protagonist gezeichnet. Da konnte man die Emotionen direkt mitfühlen, ein sehr gutes Beispiel dafür der Wirt des Ortes, der Lugg oder auch seine Frau die Mini. Unglaublich wie tief ich mich dabei in die Personen hineindenken konnte. Immer wieder habe ich gehofft, dass diese, im Grunde eigentlich guten und gläubigen Menschen zur Vernunft kommen, doch selbst der Pfarrer hat sich als Scheusal entpuppt. Intrigante Großkopferte, Eifersucht Hass, Aberglauben, selbst die neugierigen Ratschweiber taten das Ihrige dazu und das Verhängnis und der Blutrausch waren nicht mehr zu stoppen. Die Gerechtigkeit und der gesunde Menschenverstand sind auf der Strecke geblieben, man bedenke, dass das Buch nicht im dunkelsten Mittelalter spielt.
Ich schwanke zwischen euphorischer Begeisterung und abgrundtiefem, schier unerträglichem Grauen über dieses Buch. Den dazu gehörigen Film würde ich mir gerne Ansehen, ob die Figuren in meinem Kopf mit denen im Film übereinstimmen?
Ich denke dieses Buch ist nur für die besonders abgebrühten Leser geeignet. Auch Leser die mit der bayrischen Mundart nicht vertraut sind werden, die interessanten und ausgefeilten Dialoge nicht begreifen. Sätze wie: „Wenn oana ned ganz bacha is“, sollte man verstehen können.
Gerne würde ich dem Buch die volle Punktzahl zuschreiben, doch die Grausamkeit des Geschriebenen hat mich schon sehr abgeschreckt, dazu kommt, dass für mich auch einige der Geschehnisse nicht ausreichend auserzählt waren. Deshalb von mir 4 Sterne.
Rezensionen von Nele33:
gemischte Gefühle
Die Auszeit von Emily Rudolf
Die Auszeit ist der Debut-Thriller der Autorin Emily Rudolf. Er hat einige packende Momente und auch die Erzählweise ist erfrischend auf das Thema Influencer abgestimmt.
Victoria, genannt Tori fiebert als Influencerin dem Meilenstein der 1. Million Follower entgegen. Was würde sich für eine Feier zu diesem Anlass besser eignen als ein Luxus Retreat in den Alpen.
Dies alles auch noch zum Nulltarif, bzw. für Werbung auf ihrem Kanal für selbiges.
Pierre der Betreiber und sein Team geben alles um die Gruppe um Tori zufrieden zu stellen. Schnell merkt er jedoch, dass die Freundschaft der 6 doch mehr Schein als Sein ist. Als dann auch noch ein Mord geschieht, das Retreat durch einen Sturm von der Aussenwelt abgeschnitten ist, kommen die Abgründe der kranken Beziehungen untereinander an Licht.
Die Thematik der Influencer-Welt ist in meinen Augen gut getroffen. Die Erzählweise aus den unterschiedlichen Perspektiven finde ich ansprechen. Die leider manchmal doch sehr vulgäre Ausdrucksweise störten mich ein wenig, stellten aber die Sitation gut dar.
Keine neue Situation in einem Thriller, aber für mich gut umgesetzt und ein Ende, welches es in sich hat.
Rezensionen von Tara:
Ein temporeicher und humorvoller Krimi
Morden in der Menopause von Tine Dreyer
„Morden in der Menopause“ ist ein unkonventioneller Krimi der in Köln lebenden Autorin Tine Dreyer.
Die 48-jährige Liv ist berufstätig, hat drei pubertierende Teenager, kümmert sich um die pflegebedürftigen Schwiegereltern und die Familie steht bei ihr immer an erster Stelle. Sie ist also mehr als ausgelastet und dann kommen auch noch die Wechseljahre samt Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen.
Da ist es kein Wunder, dass ihr irgendwann der Kragen platzt und sie in ihrer Wut einen Mord begeht. Doch bei einem bleibt es nicht.
Der Schreibstil von Tine Dreyer ist toll. Sie vereint Spannung mit Humor und Ironie. Dabei beschreibt sie ihre Protagonistin absolut authentisch und ihre Gedanken und Gefühle sind nachvollziehbar, auch wenn ihre daraus folgenden Handlungen so manches Mal ein wenig überzogen sind. Aber genau das ist es, was diesen Krimi ausmacht und was mir beim Lesen großen Spaß gemacht hat. Liv ist nicht in erster Linie eine Mördern, sondern vielmehr eine empathische Frau mit Humor.
Vor jedem Kapitel befinden sich interessante Informationen und wissenswerte Fakten zum Thema Menopause. Die Wechseljahre sind in unseren Breitengeraden ja eher ein Tabuthema und ich fand es einfach ganz großartig erfrischend wie unterhaltsam und offen die Autorin das Thema hier verpackt hat.
Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und würde auch gerne noch mehr von Liv und ihren Lieben lesen. Allzu ernst nehmen, darf man das Ganze aber nicht, einfach lesen und amüsieren.
Rezensionen von Nele33:
beeindruckend
Notizen zu einer Hinrichtung von Danya Kukafka
Anseln Parker sitzt im Todesrakt- es sind noch 12 Stunden bis zu seiner Hinrichtung gurch die Giftspritze. Dieses Debut der Autorin Dabya Kukafka ist kein leichtes Thema und geht an vielen Stellen unter die Haut.
Die Todesstrafe, es gibt sie noch in vielen Staaten und dieses Buch bescchäftigt sich eingehende mit dieser Strafe.
Die Geschichte von Anseln ist hart. Wird er doch mit 4 Jahren einfach so mit seinem kleinen Bruder zurückgelassen. Während sein Bruder adoptiert wird, durch lebt Anseln das, was viele Pflegekinder erleiden. Ein weiterreichen von einer Familie zur anderen. Immer das Gefühl der eigenen Schuld an dieser Sitution im Hintergrund. Doch darf man deshalb morden und hatte er nicht die Entscheidung getroffen die Taten zu begehen.
Dieses Buch lässt mich zwiespältig zurück. Auf der einen Seite sowas wie Mitgefühl für Anseln, auf der anderen das Leid der Opfer und deren Familien und Freunden. Die Autorin versteht es gekonnt eben auch diese Seite durch Mutter, Schwester und der Kommissarin darzustellen.
Dabei wirft sie einiges an Fragen auf, deren Beantwortung dem Leser überlassen bleibt. Wie sind die eigenen Moralvorstellungen, wie sinnvoll ist die Todesstrafe-sowohl für die Täter, als auch für die Opferfamlie?
Gibt es dadurch Gerechtigkeit? Ein Gefühl der Ruhe für die Hinterbliebenen?
Ein durch und durch gut aufgebautes Buch um ein kontroverses Thema.
Rezensionen von Tara:
Ein tiefsinniger Comicroman
Mein ziemlich seltsamer Freund Walter von Sibylle Berg
„Mein ziemlich seltsamer Freund Walter“ ist ein ungewöhnlicher und berührender Comicroman der Autorin Sibylle Berg.
Die neunjährige Lisa ist eine Außenseiterin. Sie ist nicht wie die anderen, sieht schon anders aus und das mögen die meisten Menschen nicht. Bereits auf dem Weg zur Schule wird die von den anderen Kindern geärgert und dort geht es dann auch nicht besser weiter.
So ist es nicht verwunderlich, dass sie vor allem Angst hat. Zu Hause hat es Lisa auch nicht leicht. Ihre Eltern sind arbeitslos, haben wenig Geld und kümmern sich um nichts, so dass Lisa eine Menge Verantwortung übernehmen muss.
Für Lisa ist das alles zu viel, sie weiß nicht, wie sie ihre Situation ändern kann, bis sie auf Walter trifft. Walter ist ein Außerirdischer und seine Reisegruppe hat ihm nach einem kurzen Aufenthalt auf der Erde zurückgelassen. Er wird zu Lisas Begleiter und hilft ihr, sich auf der Erde zurechtzufinden. Auf seinem Planeten herrscht ein viel schönerer Umgang untereinander und wichtige Werte stehen viel mehr im Mittelpunkt.
Die Sätze der Fließtexte sind kurz und leicht verständlich und die Gedanken der Charaktere lassen sich – obwohl es keine comictypischen Sprechblasen gibt – leicht zuordnen.
Lisa hat es wirklich nicht leicht im Alltag und Sibylle Berg schafft es ihre Gedanken und Gefühle gut zu vermitteln, so dass man direkt mit Lisa mitfühlt und leidet. Gleichzeitig gibt es aber auch eine ganze Menge zum Lachen, da die Handlung schon ein wenig schräg ist.
Die Gestaltung durch den Illustrator Julius Thesing ist wirklich toll. Seine Zeichnungen geben die Geschichte perfekt wieder und Lisas Mimik hat er für jede Situation getroffen eingefangen.
Thematisch steckt unglaublich viel in diesem Buch. Es geht um Mobbing, Ausgrenzung, Angst, Verständnis, Verantwortung, Armut, Freundschaft, Anderssein, Mut, Unterstützung, Gemeinschaft, Zuneigung, Mitgefühl, Toleranz und noch viel mehr.
Insgesamt ist es ein ungewöhnlicher Comicroman, der zum Nachdenken anregt, wichtige Themen und Werte aufgreift und zum Nachdenken anregt.











