Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gerlisch:
Trouble
Wilde Herzen in Kalifornien von Catherine Bybee
Salena zieht endlich in eine eigene Wohnung über das Restaurant der D'Angelos wo sie als Restaurantmanagerin arbeitet. Ihre Eltern sind davon überhaupt nicht begeistert, doch Salena will endlich auf eigenen Füßen stehen. Geldprobleme zwingen sie dazu sich noch einen Nebenjob zu suchen. Ihr Hobby ist Pool Dance und die Leiterin des Studios in dem sie trainiert eröffnet ihr eine Möglichkeit Geld zu verdienen, nur darf davon niemand erfahren.
Auf einer Hochzeit lernt sie Ryan kennen. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, Salena will eigentlich ihre Unabhängigkeit genießen, auch hat sie Angst, dass Ryan das von Ihrem Nebenerwerb erfährt.
Für mich war dieses Buch das erste aus der Reihe "Ein D'Angelo zum Verlieben" Es kann durchaus unabhängig von den anderen gelesen werden. Manchmal habe ich aber beim Lesen das Vorwissen vermisst, da einige Szenen kurzgehalten wurden. Dadurch blieben mir viele Charaktere ein wenig zu blass. Auch mit den Hauptcharakteren wurde ich nicht richtig warm. Vielleicht lag es daran, dass ich die Handlung als etwas zu oberflächlich empfand, mehr Spannung wäre auch nicht schlecht gewesen.
Die Sprache hat mir teilweise nicht so gefallen. Wenn Ryan öfter Salenas "Hintern tätschelte" habe ich nur noch die Augen verdreht, diese Ausdrucksweise war mir zu "billig".
Ansonsten hat mir der Schreibstil gefallen, er lässt sich gut lesen. Für diese nette Lovestory für zwischendurch von mir 3,5 Sterne.
Rezensionen von Lesemama:
Emotionale Geschichte über traumatisierte Kinder
Der Wind kennt meinen Namen von Isabel Allende
Zum Buch:
Wien im November 1938, der jüdische Arzt Rudolf Adler hat ein ganz schlechtes Gefühl und tatsächlich bricht in dieser Nacht das Grauen über alle jüdischen Bewohner. Um ihren Sohn Samuel zu schützen wird dieser mir nichts als einem kleinen Koffer und seiner Geige nach England geschickt.
Er sieht seine Eltern nie wieder.
2019 in Arizona, Amerika, wird Anita Diaz von ihrer Mutter getrennt. Amerika hat eine strenge Einwanderpolitik und schickt so viele Einwanderer wie möglich zurück. Anita soll eine davon sein, aber sie hat Glück und hat Hilfe von einem Anwalt.
Meine Meinung:
Das Cover täuscht. Es sieht nach einen Wohlfühlroman aus, aber die Geschichte ist mehr als einmal sehr emotional.
Es fängt 1938 an, mit Samuels Eltern, mit Samuels Kindheit und mit dem Grauen des zweiten Weltkriegs. Dann macht es einen Sprung ins Jahr 2019 zu Anita. Was die beiden Fälle miteinander zu tun habenist lange unklar, es ist teilweise auch etwas langatmig und schweift ab, erst ganz am Ende finden die losen Fäden zusammen, da hatte ich schon fast den Lesemut verloren. Hat mich vor allem die Geschichte von Samuel zu Beginn sehr berührt, fand ich den Fortgang schon ein wenig schwerer zu lesen. Auch Covid hat seinen Weg ins Buch gefunden, was meiner Meinung nach nicht nötig gewesen wäre.
Dennoch ein emotionales und vor allem Tatsachen entsprechendes Buch mit ein paar Längen. Konnte mich aber am Ende doch noch überzeugen und macht auf jeden Fall nachdenklich.
Rezensionen von Lilli33:
Ich habe mal wieder herzlich gelacht
Relight My Fire von C. K. McDonnell
Ich habe mal wieder herzlich gelacht
Inhalt:
Das Hauptaugenmerk liegt diesmal auf Stella, die als Studentin ein wenigstens halbwegs normales Leben führen will. Aber glaubt ihr ernsthaft, dass das klappen kann? - Nie im Leben! Schon gar nicht, als ihr ein Mann vom Himmel vor die Füße fällt und mausetot ist.
Die zweite Figur, die im Rampenlicht steht, ist der Chefredakteur der Stranger Times, Vincent Banecroft. Ihm droht die Einweisung in die Hölle, falls er eine ihm gestellte Aufgabe nicht zur Zufriedenheit erledigen sollte.
Das Team der Stranger Times hat mal wieder alle Hände voll zu tun, um seine Mitglieder zu schützen und die abstrusen Vorfälle aufzuklären.
Meine Meinung:
„Relight My Fire“ ist bereits der 4. Band dieser Reihe, und so wie es aussieht, werden noch etliche weitere folgen. Ich habe absolut nichts dagegen! Bevor man sich an dieses Buch wagt, sollte man aber die Vorgänger kennen, da immer wieder Anspielungen auf Vergangenes eingestreut sind, die man sonst vielleicht nicht verstehen kann. Teilweise werden die in den früheren Bänden begonnenen Handlungsfäden hier weitergeführt.
Neben den bereits bekannten Personen werden hier auch neue eingeführt, von denen mir der in jeder Hinsicht gewöhnungsbedürftige Brian am besten gefiel. Große Klasse auch die „Göttlichen Schwestern“! Auch Cogs und der sprechende „Hund“ Zeke haben einen kleinen Auftritt. Hier hätte ich mir mehr gewünscht, das war leider doch sehr kurz. Dabei sind diese beiden einfach der Knaller. Aber natürlich kam dieses Mal auch so der schwarze Humor nicht zu kurz. Ich liebe die verschrobenen und skurrilen Dialoge, die McDonnell sich immer ausdenkt und lese diese Bücher stets mit einem Dauergrinsen im Gesicht. Nebenbei ist die Story auch noch ziemlich spannend - nächtliche Szenen auf dem Friedhof inklusive.
Wie üblich werden einige Handlungsfäden in diesem Band abgeschlossen, andere bleiben weiterhin offen und werden dann wohl in Band 5 fortgeführt. Ich freue mich schon darauf :-)
Die Reihe:
1. The Stranger Times
2. This Charming Man
3. Love Will Tear Us Apart
4. Relight My Fire
Rezensionen von Sophie H.:
Warmherzige Sommerlektüre
Mitternachtsschwimmer von Roisin Maguire
Evan landet in dem Dorf Ballybrady. Nach dem Tod seiner kleinen Tochter, für den er sich schuldig fühlt, braucht er dringend eine Auszeit. Er trinkt viel zu viel Alkohol und in seiner Ehe kriselt es heftig. So mietet Evan ein Häuschen von der sehr eigenwilligen und schrulligen Grace, die mit einem sehr hässlichen Hund alleine lebt.
Eigentlich hatte Evan geplant, nur für eine Woche zu bleiben, doch dann ist Lockdown und er kommt aus dem Dorf nicht mehr weg. Ganz im Gegenteil: Seine Frau drückt ihm noch die Betreuung seines Sohnes Luca aufs Auge, zu dem Evan kein sehr gutes Verhältnis hat.
Grace will nur ihre Ruhe haben. Sie lebt zurückgezogen mit ihren Tieren in einem kleinen Cottage. Der neue Mieter in ihrem Ferienhäuschen nervt sie von Anfang an. Von nichts hat er eine Ahnung und so muss Grace ihn gleich in den ersten Tagen vor dem Ertrinken retten. Nur seinen Sohn hat Grace von Anfang an in ihr Herz geschlossen. Luca scheint genauso seltsam zu sein wie Grace und trägt ebenfalls schwer an seinem Päckchen.
Für alle ändert der Somme in Ballybrady komplett anders als erwartet. Nicht nur das Meer ändert immer wieder seine Farbe und Gestalt, sondern die Menschen müssen erkennen, dass auch in ihren Leben auf Ebbe immer wieder eine Flut folgt.
Mich hat die Geschichte über die recht eigenwilligen Charaktere sofort in ihren Bann gezogen. Aber es sind nicht nur die tollen Protagonisten, die das Buch lesenswert machen. Sehr schön fand ich auch den Schreibstil der Autorin. Sie beschreibt alles so bildhaft, dass man selber meint, die See riechen zu können. Wer eine kurzweilige, warmherzige Sommerlektüre mit viel Tiefgang sucht, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen!
Rezensionen von Ruth:
Eine lesenswerte Wiederentdeckung
Aus guter Familie. Leidensgeschichte eines Mädchens von Gabriele Reuter
Gabriele Reuter „ Aus guter Familie“ (1895/2024 )
Aufmerksam gemacht auf diesen Roman hat mich Nicole Seifert mit ihrem Buch „ Frauenliteratur Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt“ ( 2021 ).
Darin zieht sie eine Analogie zu Theodor Fontanes „ Effi Briest“. Beide Romane sind im selben Jahr erschienen, beide waren große Erfolge, wurden von der Leserschaft und von den Kritikern gefeiert.
Trotzdem geriet die Autorin und ihr Roman in Vergessenheit, während „ Effi Briest“ zum Kanon der deutschen Literatur gehört und seit Jahrzehnten Schullektüre ist.
Dass „ Aus guter Familie“ der breiten Öffentlichkeit zugänglich wird, ist dem Reclam Verlag zu danken, der es in einer schön aufgemachten Ausgabe in seiner Reihe „ Reclams Klassikerinnen“ herausgebracht hat.
Wer war Gabriele Reuter? Geboren 1859 in Alexandria, als Tochter eines deutschen Kaufmanns, begann sie aus finanziellen Gründen früh mit dem Schreiben; zuerst kleinere Beiträge für Zeitungen, später Novellen und Romane. Um die Jahrhundertwende zählte sie zu den meistgelesenen deutschen Schriftstellerinnen. 1941 starb sie , nahezu vergessen.
Es gibt eine weitere Parallele zu Fontane. Beide Protagonistinnen, Effi Briest und Agathe Heidling, gehen „ letztendlich an der Unmenschlichkeit der gesellschaftlichen Verhältnisse“ zugrunde. ( Zitat: Nicole Seifert)
Der Roman setzt ein mit der Konfirmation der beinahe siebzehnjährigen Agathe. Der Pastor und ihr Vater, der Herr Regierungsrat, machen in ihren Tischreden deutlich, welche Erwartungen an das Mädchen gestellt werden. Spricht der Vertreter der Kirche von ihrer Verantwortung als Christin, so hält der Vater ihr die Pflichten einer Frau und Mutter vor. Dazu passt, dass Agathe anstelle Herweghs Gedichten, die sie sich gewünscht hat, der Prachtband „ Des Weibes Leben und Wirken als Jungfrau, Gattin und Mutter“ geschenkt wird.
Agathe möchte gerne den Anforderungen genügen, möchte ein liebenswertes Mädchen und eine brave Tochter sein. Gleichzeitig aber träumt sie von Freiheit und Liebe.
Ist anfangs noch ein Aufbegehren gegen die ihr zugewiesene Rolle zu spüren, so legt sich dies bald. In ihrem Umfeld gibt es niemand, der sie darin unterstützt. Im Gegenteil! Ihre Wissbegierde, ihr Interesse an neuen Ideen und aufklärerischen Schriften sind bei einer Frau nicht gerne gesehen.
Dann, eine erste schwärmerische Liebe zu einem Maler, die unerwidert bleibt und Agathe desillusioniert zurücklässt. Selbst als sie ihre Ansprüche an einen Ehemann herunterschraubt, kommt eine Ehe nicht zustande, da ihr älterer Bruder ihre Mitgift verspielt hat.
Als unverheiratete Frau gibt es für Agathe kaum mehr Möglichkeiten, ihr Leben sinnvoll zu gestalten. Sie wendet sich der Kirche zu, doch das Heuchlerische dort stößt sie ab. Die Rolle als treusorgende Tochter, die sich um die Eltern kümmert und nach dem Tod der Mutter dem Vater Gesellschaft leistet, kann auch nicht die Erfüllung bringen. Agathe versinkt in tiefe Resignation, wird krank . In einem sog. „ Frauenbad“ soll sie, wie unzählige andere Frauen, geheilt werden. „ Frauen - Frauen- nichts als Frauen. Zu Hunderten strömten sie aus allen Teilen des Vaterlandes hier…zusammen,…Fast alle waren sie jung,…Und sie teilten sich in zwei ungefähr gleiche Teile: die von den Anforderungen des Gatten, von den Pflichten der Geselligkeit und den Geburten der Kinder erschöpften Ehefrauen und die bleichen, vom Nichtstun, von Sehnsucht und Enttäuschung verzehrten Mädchen.“
Aber Agathe kann hier nicht geholfen werden, sie endet als Dreißigjährige, in einer Nervenheilanstalt.
Dieser Roman berührt und macht zugleich wütend. Weil hier eine junge, sensible und kluge Frau an den Ansprüchen der Gesellschaft zugrunde geht. Weil es keinen Platz gibt für ihre Träume und Wünsche, weil die Gesellschaft genaue Vorstellungen hat, was einer Frau zusteht und was nicht. Immer wieder wird von anderen über sie entschieden, ohne dass sie ein Mitspracherecht hätte. Und Agathe ist keine Rebellin, die eigenständig ihren Weg geht. Dazu fehlt ihr der Mut. Nein, sie möchte sich anpassen, ist bereit, den Erwartungen zu genügen. Das macht ihr Schicksal doppelt tragisch.
Es finden sich im Roman auch keine anderen Frauenfiguren, die sich als Vorbild eignen würden. Agathes Mutter, eine schwache, ständig kränkelnde Frau, hat die Vorstellungen der damaligen Gesellschaft verinnerlicht. Eugenie, eine Freundin aus Kindertagen, findet zwar ihren Platz an der Seite von Agathes Bruder. Doch sie ist eine zutiefst unsympathische Frau, berechnend und manipulativ. Eine erfolgreiche und bewunderte Schauspielerin muss ein Doppelleben führen, weil niemand von ihrem unehelichen Kind wissen darf. Und besonders bedauernswert ist ein früheres Dienstmädchen im Elternhaus von Agathe, die, vom Sohn des Hauses geschwängert, im Elend versinkt.
Es sind v.a. die Männer, die Frauen keine Entwicklungsmöglichkeiten zugestehen, weil sie von der Rollenverteilung profitieren. Besonders enttäuschend hat sich Agathes Cousin Martin entwickelt. Er, der als junger Mensch für revolutionäre und sozialistische Ideale einsteht, ist ihr auch keine Hilfe.
Gabriele Reuter beschreibt dies alles sehr eindringlich und anschaulich. Sie bietet keine Lösungen an und endet nicht versöhnlich, im Gegensatz zu Fontane. Dabei überrascht sie immer wieder mit unerwarteten Wendungen.
Der Roman ist nicht nur die „ Leidensgeschichte eines Mädchens“, wie er im Untertitel heißt, sondern auch ein Zeitdokument.
Hervorzuheben ist noch das informative Nachwort von Tobias Schwartz, das Autorin und Roman einordnet. Es ist nun zu wünschen, dass das Buch viele Leser und seinen Platz im Literaturkanon findet.
Aufmerksam gemacht auf diesen Roman hat mich Nicole Seifert mit ihrem Buch „ Frauenliteratur Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt“ ( 2021 ).
Darin zieht sie eine Analogie zu Theodor Fontanes „ Effi Briest“. Beide Romane sind im selben Jahr erschienen, beide waren große Erfolge, wurden von der Leserschaft und von den Kritikern gefeiert. Trotzdem geriet die Autorin und ihr Roman in Vergessenheit, während „ Effi Briest“ zum Kanon der deutschen Literatur gehört und seit Jahrzehnten Schullektüre ist.
Dass „ Aus guter Familie“ der breiten Öffentlichkeit zugänglich wird, ist dem Reclam Verlag zu danken, der es in einer schön aufgemachten Ausgabe in seiner Reihe „ Reclams Klassikerinnen“ herausgebracht hat.
Wer war Gabriele Reuter? Geboren 1859 in Alexandria, als Tochter eines deutschen Kaufmanns, begann sie aus finanziellen Gründen früh mit dem Schreiben; zuerst kleinere Beiträge für Zeitungen, später Novellen und Romane. Um die Jahrhundertwende zählte sie zu den meistgelesenen deutschen Schriftstellerinnen. 1941 starb sie , nahezu vergessen.
Es gibt eine weitere Parallele zu Fontane. Beide Protagonistinnen, Effi Briest und Agathe Heidling, gehen „ letztendlich an der Unmenschlichkeit der gesellschaftlichen Verhältnisse“ zugrunde. ( Zitat: Nicole Seifert)
Der Roman setzt ein mit der Konfirmation der beinahe siebzehnjährigen Agathe. Der Pastor und ihr Vater, der Herr Regierungsrat, machen in ihren Tischreden deutlich, welche Erwartungen an das Mädchen gestellt werden. Spricht der Vertreter der Kirche von ihrer Verantwortung als Christin, so hält der Vater ihr die Pflichten einer Frau und Mutter vor. Dazu passt, dass Agathe anstelle Herweghs Gedichten, die sie sich gewünscht hat, der Prachtband „ Des Weibes Leben und Wirken als Jungfrau, Gattin und Mutter“ geschenkt wird.
Agathe möchte gerne den Anforderungen genügen, möchte ein liebenswertes Mädchen und eine brave Tochter sein. Gleichzeitig aber träumt sie von Freiheit und Liebe.
Ist anfangs noch ein Aufbegehren gegen die ihr zugewiesene Rolle zu spüren, so legt sich dies bald. In ihrem Umfeld gibt es niemand, der sie darin unterstützt. Im Gegenteil! Ihre Wissbegierde, ihr Interesse an neuen Ideen und aufklärerischen Schriften sind bei einer Frau nicht gerne gesehen.
Dann, eine erste schwärmerische Liebe zu einem Maler, die unerwidert bleibt und Agathe desillusioniert zurücklässt. Selbst als sie ihre Ansprüche an einen Ehemann herunterschraubt, kommt eine Ehe nicht zustande, da ihr älterer Bruder ihre Mitgift verspielt hat.
Als unverheiratete Frau gibt es für Agathe kaum mehr Möglichkeiten, ihr Leben sinnvoll zu gestalten. Sie wendet sich der Kirche zu, doch das Heuchlerische dort stößt sie ab. Die Rolle als treusorgende Tochter, die sich um die Eltern kümmert und nach dem Tod der Mutter dem Vater Gesellschaft leistet, kann auch nicht die Erfüllung bringen. Agathe versinkt in tiefe Resignation, wird krank . In einem sog. „ Frauenbad“ soll sie, wie unzählige andere Frauen, geheilt werden. „ Frauen - Frauen- nichts als Frauen. Zu Hunderten strömten sie aus allen Teilen des Vaterlandes hier…zusammen,…Fast alle waren sie jung,…Und sie teilten sich in zwei ungefähr gleiche Teile: die von den Anforderungen des Gatten, von den Pflichten der Geselligkeit und den Geburten der Kinder erschöpften Ehefrauen und die bleichen, vom Nichtstun, von Sehnsucht und Enttäuschung verzehrten Mädchen.“
Aber Agathe kann hier nicht geholfen werden, sie endet als Dreißigjährige, in einer Nervenheilanstalt.
Dieser Roman berührt und macht zugleich wütend. Weil hier eine junge, sensible und kluge Frau an den Ansprüchen der Gesellschaft zugrunde geht. Weil es keinen Platz gibt für ihre Träume und Wünsche, weil die Gesellschaft genaue Vorstellungen hat, was einer Frau zusteht und was nicht. Immer wieder wird von anderen über sie entschieden, ohne dass sie ein Mitspracherecht hätte. Und Agathe ist keine Rebellin, die eigenständig ihren Weg geht. Dazu fehlt ihr der Mut. Nein, sie möchte sich anpassen, ist bereit, den Erwartungen zu genügen. Das macht ihr Schicksal doppelt tragisch.
Es finden sich im Roman auch keine anderen Frauenfiguren, die sich als Vorbild eignen würden. Agathes Mutter, eine schwache, ständig kränkelnde Frau, hat die Vorstellungen der damaligen Gesellschaft verinnerlicht. Eugenie, eine Freundin aus Kindertagen, findet zwar ihren Platz an der Seite von Agathes Bruder. Doch sie ist eine zutiefst unsympathische Frau, berechnend und manipulativ. Eine erfolgreiche und bewunderte Schauspielerin muss ein Doppelleben führen, weil niemand von ihrem unehelichen Kind wissen darf. Und besonders bedauernswert ist ein früheres Dienstmädchen im Elternhaus von Agathe, die, vom Sohn des Hauses geschwängert, im Elend versinkt.
Es sind v.a. die Männer, die Frauen keine Entwicklungsmöglichkeiten zugestehen, weil sie von der Rollenverteilung profitieren. Besonders enttäuschend hat sich Agathes Cousin Martin entwickelt. Er, der als junger Mensch für revolutionäre und sozialistische Ideale einsteht, ist ihr auch keine Hilfe.
Gabriele Reuter beschreibt dies alles sehr eindringlich und anschaulich. Sie bietet keine Lösungen an und endet nicht versöhnlich, im Gegensatz zu Fontane. Dabei überrascht sie immer wieder mit unerwarteten Wendungen.
Der Roman ist nicht nur die „ Leidensgeschichte eines Mädchens“, wie er im Untertitel heißt, sondern auch ein Zeitdokument.
Hervorzuheben ist noch das informative Nachwort von Tobias Schwartz, das Autorin und Roman einordnet. Es ist nun zu wünschen, dass das Buch viele Leser und seinen Platz im Literaturkanon findet.
Rezensionen von Goejos:
Mystisch
Yrsa. Journey of Fate von Alexandra Bröhm
Ihre Mutter ist tot, also muss sich Yrsa alleine um ihren Bruder Shalfi kümmern. Eines Tages ist Shalfi verschwunden. Sie hat ihrer Mutter am Totenbett versprochen sich um ihn zu kümmern, also macht sie sich auf die Suche nach ihm. Doch das ist nicht so einfach, denn ein Mann versucht sie aufzuhalten.
Yrsa stört das nicht, sie will schon immer Kämpferin werden und bewährt sich auch als starke Frau. Auf circa 600 Seiten zieht sich diese Wikingergeschichte dahin. Da sie aber relativ spannend geschrieben ist, lässt sie sich bis auf einige Längen flott lesen. Sie gibt viele Einblicke in das damalige Leben und an die Glaubenswelt der damaligen Bevölkerung. Auch die Liebe darf natürlich hier nicht zu kurz kommen. Alles in Allem eine Abenteuergeschichte, welche dem Leser die Wikingerzeit mit allen Höhen und Tiefen sehr gekonnt vor Augen führt. Absolut lesenswert.
Rezensionen von Gaby 2707:
Jetzt muss Oma Käthe ran
Der tote Kurschatten von Sylt von Dany R. Wood
Nach zähen Verhandlungen mit der Krankenkasse hat es Jupp Backes geschafft und seine Schwiegermutter Katharina Bohneberger, auch von ihm liebevoll Oma Käthe genannt, fährt für 3 Wochen zur Erholung auf die Insel der Reichen und Schönen, nach Sylt. Nach einer kräfteraubenden Bahnfahrt kommt sie endlich an der Küstenklinik an und stolpert kurz nach Mitternacht doch prompt über eine männliche Leiche.
Ist Patient Hans-Peter Mohrbach selbst vom Balkon im 6. Stock gesprungen oder wurde er vielleicht geschubst? Von einem Assistenzarzt und der resoluten Oberschwester Gundula ruhiggestellt, beschließt Oma Käthe am nächsten Morgen die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen, da die Klinikleitung den Vorfall unter den Teppich kehren und die örtliche Polizei wegen Suizid oder Unfall nicht ermitteln will. Unterstützung bekommt Käthe schnell von KHK a.D. Hinnerk Rasmussen, dem Vater des derzeit zuständigen Kriminalkommissars. Gemeinsam gehen sie dem mysteriösen Ableben des Toten, der wahrlich kein Kind von Traurigkeit war, nach und erfahren so einiges. Gerade unter Käthes Tischnachbarn gibt es Frauen, die gar nicht gut auf den Verblichenen zu sprechen sind bzw. eine andere sogar gerne mehr als eine Kurschattenaffäre gewesen wäre. Und Oberzicke Schwester Gundula verhält sich auch als hätte sie etwas zu verbergen.
Ich kenne Oma Käthe, 81, nun schon seit einer Familienfeier, einem Urlaub in Thailand und aus all den Fällen, bei denen sie ihrem Schwiegersohn Ortspolizist Jupp Backes aus Hirschweiler im Saarland zusammen mit ihrer Tochter bzw. dessen Frau Inge unter die Arme gegriffen hat. Sie hat sich in den vergangenen Jahren jedes mal ein bisserl mehr in mein Herz geschmeichelt. Nun hat sie ihren ersten Fall, den sie ganz alleine bzw. mit dem ortsansässigen KHK a.D. Hinnerk Rasmussen lösen darf. Die Beiden sind ein tolles Team und ich hoffe, dass Oma und Hinnerk, die sich auch privat nicht abgeneigt sind, noch öfters zusammen ermitteln.
Die Menschen, die ich hier in der Küstenklinik kennenlerne, seien es Patienten oder Ärzte, Schwestern usw., sind alle etwas anders, als ich sie bei meinen Kuren bisher angetroffen habe. Da war es allerdings auch nicht ganz so kriminell, spaßig oder unterhaltsam wie hier. Da ist z.B Natascha, deren biologische Uhr schon ganz schön laut tickt und die unbedingt einen Vater für ihr Kind sucht. Oder Heidi vom Tegernsee, die nach 3 Jahren Witwentum immer noch so tut, als lebe sie mit dem tollsten aller Mann überhaupt glücklich zusammen. Oder der Chefarzt, der neben seiner Frau auch noch andere weibliche Termine pflegt. Oder die Rezeptionistin… - aber lernt die doch alle selbst kennen!
Autor Dany R. Wood hat es auch diesmal wieder geschafft mich ab der ersten Seite in seinen Erzählbann zu ziehen. Mit seinem Wortwitz, den Wortspielereien, seinem Humor und Oma Käthes einzigartiger Offenheit hat er mir wieder sehr unterhaltsame Lesestunden beschwert.
Ich konnte auch hier an der Seite von Käthe und Hinnertk wieder meine eigenen Theorien aufstellen und auf meiner Täterliste immer wieder Ergänzungen und Streichungen vornehmen. Dany R. Wood hat mich mit gekonnt eingestreuten Hinweisen auf falsche Fährten geschickt und zum Schluss mit seiner Auflösung wieder mal überrascht.
Oma Käthes erster und hoffentlich nicht letzter Fall, den sie gekonnt löst ohne sich zu verbiegen und sich den Mund verbieten zu lassen, hat mich begeistert, laut zum Lachen gebracht und vor allem sehr gut unterhalten.Vielen Dank für dieses absolute Lesevergnügen.
Rezensionen von begine:
Dramatisch
Das Lied des Propheten von Paul Lynch
Paul Lynch schreibt mit seinem Roman,
Das Licht des Propheten, ein beeindruckendes Werk, das in der Welt ziemlich real ist. Damit hat er den Booker Preis bekommen.
Er hat diese Geschichte zwar in Irland angesiedelt,, aber es ist eine realistische Geschichte vieler Emigranten.
Er erzählt aus dem Leben von Eilish.
Sie ist Wissenschaftlerin und Mutter von vier Kindern.
Erst wird ihr Mann eingesperrt. Dann geht ihr ältester Sohn zu den Rebellen und wird nicht wieder gesehen.
Was sie dann alles mitmacht um die andren Kinder zu ernähren und zu schützen ist dramatisch.
Ich bin von dem Schreibstil des Autors begeistert. Obwohl es eine tragische Geschichte ist , konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen.
Der Autor zeigt wie die Personen erst von den Regime gedemütigt werden.
Dann ist die Flucht, mit den skrupellosen Fluchthelfern ein gängiges Thema.
Das Buch ist eine gute Lektüre.
Rezensionen von aon.912401633@aon.at:
Mystisch
Yrsa. Journey of Fate von Alexandra Bröhm
Ihre Mutter ist tot, also muss sich Yrsa alleine um ihren Bruder Shalfi kümmern. Eines Tages ist Shalfi verschwunden. Sie hat ihrer Mutter am Totenbett versprochen sich um ihn zu kümmern, also macht sie sich auf die Suche nach ihm. Doch das ist nicht so einfach, denn ein Mann versucht sie aufzuhalten.
Yrsa stört das nicht, sie will schon immer Kämpferin werden und bewährt sich auch als starke Frau. Auf circa 600 Seiten zieht sich diese Wikingergeschichte dahin. Da sie aber relativ spannend geschrieben ist, lässt sie sich bis auf einige Längen flott lesen. Sie gibt viele Einblicke in das damalige Leben und an die Glaubenswelt der damaligen Bevölkerung. Auch die Liebe darf natürlich hier nicht zu kurz kommen. Alles in Allem eine Abenteuergeschichte, welche dem Leser die Wikingerzeit mit allen Höhen und Tiefen sehr gekonnt vor Augen führt. Absolut lesenswert.
Rezensionen von LeserinLu :
Jahreshighlight
Die schönste Version von Ruth-Maria Thomas
Was für ein Roman! Sprachlich mühelos intensiv und leicht zugleich, die Handlung packend und nebenbei inhaltlich unfassbar intelligent - kurz: Ich bin restlos überzeugt.
Im Zentrum der Geschichte steht die Beziehung zwischen Jella und Yannick, deren erste große Liebe damit endet, dass Yannick Jella fast erwürgt und diese zurück in ihr Kinderzimmer fliehen muss.
Hier erinnert sie sich, wie ihr Aufwachsen sie zu diesem Punkt in ihrem Leben geführt hat: die Jugend in einer trostlosen Kleinstadt in der Lausitz, die ersten Erfahrungen, was es bedeutet, männlichem Begehren schutzlos ausgeliefert zu sein, die Rollen, die sie als Frau erfüllen soll, die Unsicherheit über eigene Bedürfnisse, kunstseidenes Verdecken dieser, aber auch Freundinnen, die zu ihr halten. Das klingt zwar nach schwerer, bedrückender Thematik, dennoch liest sich der Roman unglaublich leicht.
Für mich ist dieser Roman bereits jetzt ein moderner Klassiker und hat einen Ehrenplatz neben „Das kunstseidene Mädchen“ von Irmgard Keun verdient, auf die es zahlreiche Anspielungen gibt. Ich habe den Roman atemlos gelesen, zugeklappt und erst einmal geweint, so intensiv werden Jellas Gefühle transportiert. Durch die zugespitzte Schilderung von Jellas Leben als Frau, das immer wieder an alltäglichen Beispielen verdeutlicht wird, hat der Roman mir ermöglicht, auch eigene Verhaltensmuster in der Jugend und im Erwachsenenalter zu reflektieren, die zwar nicht so extrem waren, aber dennoch Züge der Muster aufwiesen, denen Jella ausgesetzt ist. Ich bin überzeugt, dass sich fast alle Frauen in den patriarchalen Strukturen, die Thomas so präzise beschreibt, wiedererkennen können. Gleichzeitig zeigt die Erzählerin, wie bedeutsam Solidarität von Freundinnen und Familie ist. Daher: Lest dieses Buch! Alle!










