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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Bineira:

Schön schräg und pointiert

Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson

Von Kristof Magnusson habe ich mit großem Vergnügen "Ein Mann der Kunst" gelesen. In seinem neuen Roman "Die Reise ans Ende der Geschichte" bleibt er seinem gut lesbaren Schreibstil treu. Die Satire auf Spionageromane spielt Mitte der 1990er Jahre und lässt die damalige Aufbruchstimmung gekonnt wieder aufleben.

Nach dem zermürbenden Kalten Krieg zwischen Ost und West eröffnet sich mit dem Zerfall der Sowjetunion die Chance auf dauerhaften Frieden. Doch nicht alle sind glücklich mit der Situation. Für Geheimdienstmitarbeiter - und insbesondere solche in einer Doppelrolle - bedroht die Annäherung der ehemaligen Feinde ihre Karriere und zuweilen auch ihr Leben. Wie einer von ihnen sich mit einem letzten großen Coup aus der Szene verabschieden will, das erzählt Magnusson herrlich schräg und mit viel Situationshumor. Die skurrilen Protagonisten, ihre pointierten Dialoge, die atmosphärischen Beschreibungen der Schauplätze und die aberwitzigen Wendungen, all das hat mir echtes Lesevergnügen beschert. Nur das Ende war mir zu chaotisch und undurchsichtig.

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Rezensionen von Bineira:

Amüsant

Wir Freitagsmänner von Hans-Gerd Raeth

Henri Albers ist Mitte 50 und leitet die Personalabteilung eines Zeitungsverlags. Beide haben schon bessere Zeiten gesehen. Henri ist geschieden, seine Kinder sind erwachsen, und er lebt unfreiwillig als Single. Seine wichtigste Bezugsperson ist sein Freund Felix. Als sein Hausarzt bei Henri beginnende Wechseljahre diagnostiziert und zudem mehrere Risikofaktoren seine Gesundheit beeinträchtigen, beschließt dieser, den Rest seines Lebens bewusster zu gestalten.

Aus der Ich-Perspektive lässt der Autor die Leser an diesem Prozess teilhaben. Bis zur Mitte ist das Buch flott und mit viel Situationshumor geschrieben. Vor allem die Dialoge haben Slapstick-Charakter, ich habe ein paar Mal herzlich gelacht. Dann wiederholen sich die witzigen Elemente zu oft und nutzen sich dadurch ab. Die Handlung enthält keinen nennenswerten Spannungsbogen, und die klischeehaften Darstellungen der Personen und Situationen wurden mir irgendwann zu viel, so dass sich die zweite Hälfte des Romans in die Länge zog.

Alles in allem war es trotz dieser Kritikpunkte ein amüsant zu lesendes Buch. Besonders gut gefallen hat mir das Bild von unserem Leben als Woche. Es beginnt am Montagmorgen und endet am Sonntagabend. Da fragt man sich unwillkürlich, wo man selbst gerade steht.

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Rezensionen von Claudia R.:

geheimnisvoll, emotionsreich

Limerick Love. Win Your Heart von Kristin MacIver

Klappentext / Inhalt:

Würdest du alles risikieren, um sein Herz zu gewinnen?
Die spannend-romantische New Adult Sports Romance ist der zweite historische New Adult-Liebesroman der »Limerick Love«-Dilogie: Sinnlichkeit und ein Schuss Humor treffen auf ein malerisches Setting im historischen Irland.

Irland, 1462. Im Dorf ihrer Großmutter sucht Sláine Ó Meadhra nach einem Neuanfang. Stattdessen findet sie ihn: Callum. Doch ihr Freund aus Kindheitstagen hat eine mysteriöse Vergangenheit: Manche nennen ihn einen Piraten, andere einen Mörder. Er hält Sláine auf Abstand, so sehr sie auch seine Nähe sucht. Enttäuscht wendet sie sich dem charismatischen Rian zu und entdeckt an seiner Seite ihre Liebe zum Rudern. Doch ihr Herz schlägt bereits für Callum … Ein großes Ruderturnier wird schließlich zu Callums letzter Chance, seinen Namen reinzuwaschen. Aber skrupellose Gegner lassen ihm und Sláine nur eine Wahl: gemeinsam kämpfen – oder untergehen.
Historical Romance im malerischen Irland mit einer spritzigen Portion Sport und den Tropes Broken Hero , Bad boy with a good heart and Grumpy meets Sunshine
Lass dich von Kristin MacIver in die Gewässer Irlands entführen und entdecke eine mitreißende Liebesgeschichte über den Kampf um Freiheit und Glück!
Entdecke auch Kristin MacIvers 1. Band der Dilogie, »Break the Rules. Limerick Love«, in dem Sláines Bruder Ruairí, ein leidenschaftlicher Hurling-Spieler, und die rebellische Lady Viv gegen ihr Schicksal aufbegehren.

Cover:

In einem wunderschönen Blau und mit einem ansprechenden Wasserdesign ist das Cover umgesetzt. Die Tiefen des Meers lassen einem hier in Fantasie schwelgen und auch die Ornamente und Verzierungen drumherum runden es im Gesamten sehr schön ab. Der Titel wird gut zur Geltung gebracht und das Cover in sich ist eher schlichter und elegant angelegt und auch gleichzeitig sehr viel Tiefe, bei näherer Betrachtung. Optisch und auch farblich finde ich es passend und schön umgesetzt.

Meinung:

Es handelt sich hierbei um den zweiten Band der Dilogie, aber auch ohne den ersten Band zukehren, kam ich gut und schnell in Geschehnisse und Charaktere hinein. Aber natürlich sind Vorkenntnisse von Vorteil und empfehlenswert, aber es ist auch ohne machbar.

Inhaltlich möchte ich hier nicht allzu viel verraten und daher halte ich mich mit weiteren Details und Informationen zum Buch zurück.

Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Die Beschreibungen sind bildlich, so dass man sich alles sehr gut vorstellen kann und schnell und gut hinein findet. Slain steht im Mittelpunkt und ist zwischen Callum, der ihr Herz schneller schlagen lässt und Rian, der für Sicherheit steht, hin und her gerissen. Diese Dreier Konstellation ist sehr gut gelungen und toll umgesetzt und auch die Story in sich birgt viel Spannung, Emotionen und Geheimnisse und macht viel Freude beim lesen.

Die Kapitel haben eine gute und angenehme Länge. Die Anfänge sind deutlich erkennbar und sehr gut herausgearbeitet. Die kleine Symbolik am Beginn und auch die kurzen einführenden Worte am Beginn machen Lust auf das Kapitel und fügen sich sehr gut ein. Gliederung und Gestaltung haben mir sehr gut gefallen und das Ganze ist sehr schön umgesetzt. Auch das Glossar und die Playlist am Beginn ist eine schöne Idee und zugleich auch sehr hilfreich.

Die Geschichte ist mystisch, spannend, emotional und sehr unterhaltsam. Das Lesen macht Spaß und ist zugleich sehr kurzweilig. Ich hatte hier meine Freude und konnte gut in die Geschichte eintauchen.

Fazit:

Gefühlvoll, geheimnisvoll, spannend und emotionsreich überzeugt diese Geschichte durch Storyline und Charaktere.

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Rezensionen von Tina:

Ein Wohlfühlroman voller Humor, Hochzeiten und Gefühl

Fake Date Me. Neun Hochzeiten zum Verlieben von Michaela Tiedemann

Schon das Cover hat mich sofort angesprochen. Die verspielte Illustration mit Hochzeitstorte, elegantem Paar und den sanften Rosa und Lilatönen wirkt modern, romantisch und leicht ironisch, genau die Stimmung, die sich auch in der Geschichte widerspiegelt und direkt Lust aufs Lesen macht.

Die Handlung ist eine charmante Feel-Good-Romance mit Fake-Dating-Trope, die locker und humorvoll erzählt wird, dabei aber auch ehrliche Themen wie Geld, soziale Unterschiede und Selbstzweifel aufgreift, ohne schwer zu wirken.

Besonders Lily hat mich mit ihrer sarkastischen, selbstreflektierten Art schnell abgeholt, weil sie nahbar bleibt und viele Gedanken sehr lebensnah sind.

Der Schreibstil liest sich flüssig, die Dialoge sind pointiert und die wechselnden Hochzeitskulissen sorgen für angenehme Abwechslung.

Insgesamt ist "Fake Date Me" zum Verlieben für mich ein rundum gelungener Wohlfühlroman: leicht, romantisch und humorvoll, mit genug Tiefe, um im Kopf zu bleiben - perfekt für entspannte Lesestunden, bei denen man einfach abschalten und sich gut unterhalten fühlen möchte.

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Rezensionen von div:

Familienbeziehungen

Schlaf von Honor Jones

Familienbeziehungen

"Schlaf" von Honor Jones ist ein intensiver und zugleich stiller Roman, den ich aber zusätzlich auch als nachhallend und eindringlich bezeichnen würde.

Im Zentrum steht eine Mutter-Tochter-Beziehung und den Auswirkungen familiärer Strukturen - es wird gezeigt wie prägend, aber auch verletzend die Mutter-Tochter-Beziehung sein kann.

Jones gelingt es, eine dichte, fast beklemmende Atmosphäre zu schaffen. Eine Protagonistin, deren scheinbar gewöhnliches Leben zunehmend von Schlaflosigkeit, Erinnerungen und unterschwelligen Ängsten durchzogen wird.

Den Schreibstil empfinde ich als klar und präzise, aber zugleich auch poetisch.

Von mir gibt es eine Empfehlung, auch wenn das Buch doch noch die ein oder andere Schwäche aufweist und stellenweise etwas Dynamik fehlt - kein leichtes Buch, aber eines, das lange nachhallt.

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Rezensionen von Anndlich:

Spannungsarm

Bachelorette Party von Camilla Sten

Tessa macht ihrer Freundin Anneliese eine Freude und trifft sich mit ihr auf einer abgelegenen Schäreninsel. Dort möchte Anneliese ihren Junggesellinnenabschied feiern, fernab der Zivilisation und ohne Handys. Doch Tessa hat ein ungutes Gefühl, denn ein Cold Case geht ihr nicht aus dem Kopf, vier Frauen sind vor zehn auf einer Schäreninsel spurlos verschwunden.

Können Tessas Bedenken so viele Jahre später noch berechtigt sein?

Bachelorette Party von Camilla Sten konnte mich leider in sehr vielen Punkten nicht überzeugen. Der erste Kritikpunkt hat dabei noch nicht einmal etwas mit der Autorin zutun, sondern mit dem Klappentext. Es nimmt dem Inhalt jegliche Spannung, wenn dieser fast 2/3 des Buchs beschreibt und damit viel zu viel vorwegnimmt. Lange Zeit würde ich auch eher von einem Spannungsroman a la Lucy Clarke sprechen, nur dass die Spannung eben komplett flöten gegangen ist. Ja und dann die Auflösung, auch die war leider komplett vorhersehbar und damit wurde auch ganz offen gespielt, denn Finten sucht man hier vergeblich. Und dann kommt das Ende, das dann den Namen Thriller alle Ehre macht, aber so gar nicht in das Tempo des Buches passt und daher lediglich übertrieben und unstimmig wirkt. Schade, denn Potenzial war durchaus vorhanden. Der Schreibstil der Autorin ist leicht und trägt einen durch die Geschichte, auch die Protagonistin ist tiefgründiger beschrieben, wenn mir auch nicht wirklich sympathisch. Die Nebencharaktere bleiben jedoch eher blass.

Alles in allem hat Bachelorette Party mich leider enttäuscht und die zwei Sterne gibt es nur, weil ich durch den guten Schreibstil schnell durchs Buch gekommen bin und das obwohl der Inhalt zäh war.

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Rezensionen von Harakiri:

gelungener Serienstart

Tatort Trelleborg - Gunni Hilding ermittelt von Mattias Edvardsson

Ein neuer Serienstart des Autors der Erfolgsbücher „Die Wahrheit“ und „Die Lüge“
Gunni ist Streifenpolizistin, wird aber zu einem Mordfall hinzugezogen und darf sich beweisen. Ihre Vorgesetzten halten große Stücke auf sie und sie will unbedingt den Mörder des kleinen Robin finden. Verdächtige gibt es viele in dem kleinen Ort in Schonen, doch bald erhärtet sich ein böser Verdacht.

5 Jahre später passiert ein ähnlicher Mord – und Gunni ist nicht sicher, ob sie damals den richtigen Täter erwischt hat.
Die neue Serie startet verheißungsvoll. Ein wenig verliert sich die Handlung aber in Gunnis Privatleben. Das ja per se nicht uninteressant ist, aber der Ermittlung ein wenig den Wind aus den Segeln nimmt. Die Kapitel sind recht kurz gehalten und wechseln zwischen den Charakteren ab, was dazu verleitet, immer noch ein Kapitel mehr lesen zu wollen.
Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt: 1989 und 1994 – hier hat sich mir die Frage aufgedrängt, ob das Buch nicht vielleicht schon ein älteres Buch des Autors ist, das jetzt auf die Erfolge der anderen Bücher aufsetzt. Es ist nicht ganz so spannend wie die Vorgängerbände, aber dennoch rasant zu lesen. Und irgendwie auch witzig, mit welchen Mitteln man damals hat ermitteln müssen. Computer waren gerade erst so auf dem Markt und Handys noch weit und breit nicht in Sicht.
Edvardsson bleibt seinem Stil treu: ruhig, präzise und psychologisch dicht, mit Fokus auf den Protagonisten und Nebendarstellern. Statt auf schnelle Action setzt der Autor auf Spannung durch Atmosphäre und Charakterentwicklung. Die schwedische Provinz wird dabei nicht nur Kulisse, sondern ein zentraler Bestandteil der Geschichte – düster, eng und von Geheimnissen durchzogen, was sehr gut zur Handlung passt und die Vorstellungskraft des Lesers anspricht.
Besonders gelungen ist die Darstellung der Ermittlungsarbeit: realistisch, oft zäh und sich wiederholend, aber genau dadurch authentisch. Der Fall entfaltet sich nur langsam und fordert Geduld – belohnt diese jedoch mit einer stetig wachsenden Spannung, die das Ende aber etwas überhastet erscheinen lässt.
Fazit: Ein vielversprechender Start, der neugierig auf die weiteren Fälle von Gunni Hilding macht, vor allem wegen des Cliffhangers am Ende.

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Rezensionen von liesmal:

Mitreißend wie der Fluss

Der Fährmann von Regina Denk

Schon nach wenigen Seiten spüre ich die Verbundenheit und die Liebe der Autorin zu ihrer Heimat. Dabei ist die Geschichte kein Heimatroman im üblichen Sinn, in denen man von Intrigen und Lügen, aber auch von viel Liebe lesen kann.

Der Roman von Regina Denk geht zurück in den Anfang des 20. Jahrhunderts, dorthin, wo der Salzach die Grenze bildet zwischen Österreich und Deutschland, mit den Ortschaften Hohenwart und Siegering.

„Vier junge Menschen… Ihre Schicksale sind fest miteinander verwoben: durch Freundschaft und Liebe, durch Traditionen und Verpflichtungen.“ So steht es in der Buchbeschreibung. Einer der vier Menschen ist Hannes, Titelfigur und Hauptprotagonist. Alles, was die vier Menschen aus den beiden Nachbarorten schon in Kindheit und Jugend über die Grenzen hinaus verbindet, beschreibt die Autorin in einem fesselnden, der Zeit entsprechenden großartigen Erzählstil.

Aufwühlend, mitreißend und spannend liest sich die Geschichte, die mich nicht loslässt. Bald schon habe ich das Gefühl, die Menschen, die zu der damaligen Zeit dort lebten, hatten kaum eine eigene Meinung. Sie leben nach einem vorgegebenen Plan, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Vor allem die Frauen kommen dabei nicht gut weg, müssen vieles ertragen. Worte wie Zufriedenheit und Glück scheinen nicht zu existieren. In meinem Kopfkino sehe ich keine Farben, alles ist düster und grau.

„Ihr Körper, ihre Seele, es kam ihr vor, als wäre alles zu einer einzigen Narbe verwachsen.“ Mit Sätzen dieser Art gelingt es der Autorin immer wieder, den Schmerz fast körperlich fühlbar werden zu lassen.

Nur sehr wenige Glücksmomente hellen die Geschichte auf, und wenn, dann ist der Fährmann Hannes daran beteiligt, dessen Aufgabe es ist, die Menschen gefahrlos von einem Ufer der Salzach an das andere zu bringen.

Selten erkenne ich in einem Cover die Geschichte. „Der Fährmann“, der groß und fest als Titel in dem reißenden Fluss und der düsteren Landschaft zu sehen ist, beschreibt die Geschichte für mich mit einem einzigen Bild.

„Der Fährmann“ beschreibt ein Stück Geschichte und ist ein großartiger Roman, der auf jeden Fall zu den Highlights des Jahres zählt.

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Rezensionen von Magdalena E.:

Kraftvoll, berührend, wichtig

Das Tränenhaus. Roman von Gabriele Reuter

„Das Tränenhaus“ von Gabriele Reuter wurde bei seinem Erscheinen vor beinahe 120 Jahren zum Skandal. Seither hat sich vieles verändert, besonders auch die Situation von unverheirateten Müttern. Dennoch ist das Buch hochaktuell, denn es befasst sich nicht nur mit dem Schicksal ungewollt schwangerer Frauen zu Beginn des 20.

Jahrhunderts, sondern auch mit zeitlosen Fragen zu Mutterschaft und der Rolle von Vätern, mit Fragen nach Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Verantwortung und darüberhinaus mit dem literarisch-künstlerischen Schaffensprozess. Es ist ein modernes Werk, das zu Unrecht vergessen wurde.
Im Gegensatz zum Inhalt mag die sprachliche Gestaltung für den Geschmack vieler Lesender heute ungewohnt und herausfordernd sein, mich stört dies jedoch nicht. Ich finde vielmehr, dass sie die Atmosphäre des Buches unterstreicht - und den Kontrast verdeutlicht zwischen dem, was wir als Frauen und Gesellschaft nach Außen hin erreicht haben, und der noch immer unerfüllten Forderung der Autorin nach weiblicher Solidarität. Die berührenden Schilderungen der verschiedenen Frauenschicksale verleihen dieser Forderung deutlichen Nachdruck.
„Solche Macht und Gewalt könnten die Frauen bekommen, wenn sie sich nicht länger um eines Dogmas willen gegenseitig hassen, verachten und verfolgen würden.“

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Rezensionen von Francesca :

Gelungener Abschluss - 4,5 Sterne

Kiss of the Broken - Seine Liebe ist ihre Verdammnis von Julia Pauss

Der zweite Band, Kiss of the Broken von Julia Pauss, knüpft direkt an die Ereignisse des ersten Teils an und schafft es dadurch, einen sehr gelungenen Einstieg zu liefern.

Schreibstil & Lesefluss

Der Schreibstil bleibt angenehm flüssig, atmosphärisch dicht und sehr zugänglich. Man kommt schnell durch, ohne dass dabei die Intensität verloren geht.

Besonders die emotionalen Momente sind eindringlich und bildhaft beschrieben.

Worldbuilding & Atmosphäre

Ein großer Pluspunkt dieses Bandes ist das erweiterte Worldbuilding. Während wir im ersten Teil hauptsächlich die Menschenwelt kennengelernt haben, öffnet sich die Geschichte nun stärker in Richtung Tenebria – dem Reich der Dämonen. Das sorgt für frischen Wind und macht die Welt noch vielschichtiger. Gleichzeitig wird auch die ohnehin schon düstere Atmosphäre noch intensiver. Die Brutalität dieser Welt tritt deutlicher hervor, was stellenweise wirklich unter die Haut geht.

Ein kleiner Kritikpunkt: Die verschiedenen Dämonenarten waren zwar spannend gedacht, aber ich hatte manchmal Schwierigkeiten, mir diese klar vorzustellen.

Charaktere & Dynamik

Die Dynamik zwischen Ren und Scarlet bleibt ein zentraler Bestandteil der Geschichte. Ihre Verbindung ist weiterhin emotional greifbar, und gerade Rens innerer Konflikt – zwischen Wut, Enttäuschung und seinen Gefühlen – wurde sehr gut ausgearbeitet. Allerdings hat sich die Beziehung der beiden im Vergleich zum ersten Band etwas anders angefühlt. Während sie dort fast durchgehend gemeinsam unterwegs waren und man ihre Entwicklung sehr intensiv miterleben konnte, sind sie hier zeitweise getrennt. Dadurch rückt ihre direkte Dynamik etwas in den Hintergrund. Gleichzeitig bekommen Nebenfiguren mehr Raum, was die Welt bereichert, aber eben auch dazu führt, dass der Fokus sich stärker verteilt.

Romantik & Emotionen

Die romantischen und körperlichen Szenen sind sehr intensiv und atmosphärisch geschrieben, das kann die Autorin definitiv. Für meinen Geschmack waren es stellenweise jedoch etwas viele dieser Szenen, vor allem in Momenten, in denen sie sich nicht ganz natürlich in die Situation eingefügt haben. Was mir im ersten Band besonders gefallen hat, war die langsame Annäherung. Diese feine Entwicklung tritt hier etwas in den Hintergrund zugunsten von mehr Intensität.

Spannung & Handlung

Im Vergleich zum ersten Band gibt es weniger überraschende Wendungen und große Twists. Das sorgt für ein etwas anderes Lesegefühl: weniger „Wow“-Momente, dafür mehr Fokus auf Entwicklung, Atmosphäre und die Gesamtgeschichte.

Trotzdem bleibt die Spannung erhalten, vor allem durch die Frage, wie sich alles zum Ende hin auflösen wird. Besonders ein neuer Handlungsstrang rund um Scarlet zum Ende hin konnte mich nochmal richtig packen.

Kritikpunkte

Trotz der vielen positiven Aspekte sind mir jedoch auch ein paar kleinere Kritikpunkte aufgefallen. Zum einen lag der Fokus weniger stark auf der zentralen Dynamik zwischen Ren und Scarlet, was für mich einen Teil der emotionalen Intensität aus dem ersten Band etwas abgeschwächt hat. Auch die Anzahl an überraschenden Wendungen war geringer. An manchen Stellen hätte ich mir außerdem mehr Klarheit gewünscht. Besonders das Magiesystem, das hier stärker in den Fokus rückt, wirkte zwar spannend, blieb aber nicht immer vollständig greifbar. Gerade gegen Ende gab es Momente, in denen ich mir eine genauere Erklärung gewünscht hätte, um die Abläufe besser nachvollziehen zu können. Auch die verschiedenen Dämonenarten waren interessant, aber nicht immer leicht vorstellbar, wodurch ein Teil der Atmosphäre etwas an Wirkung verloren hat.

Finale

Das Ende ist für mich ein echtes Highlight. Die Autorin nimmt sich Zeit, die Geschichte sauber abzuschließen, gibt einen Ausblick und lässt die Welt nicht einfach abrupt zurück. Genau so sollte ein Finale sein: rund, durchdacht und befriedigend.

Fazit

Insgesamt ist Kiss of the Broken ein würdiges Finale, das die Geschichte rund abschließt, auch wenn es mich nicht ganz so stark begeistern konnte wie der Auftakt. Für mich sind es daher starke 4,5 Sterne – mit Tendenz nach oben, je nachdem, welche Aspekte man persönlich am meisten gewichtet.

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