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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von liesmal:

Ganz nah dran

Seinetwegen von Zora del Buono

Eine ganz persönliche Geschichte erzählt die Autorin und nimmt mich mit hinein in ihr Leben, das eine Suche ist nach Antworten. Zora del Buono kann sich an ihren Vater kaum erinnern, denn sie war erst acht Monate alt, als sie ihn durch einen Unfall verlor, den ein anderer zu verantworten hatte. Mit ihrer Mutter konnte sie nie darüber reden, oder – besser gesagt – ihre Mutter konnte darüber nicht reden.

Inzwischen ist Buono 60 Jahre alt, ihre Mutter ist dement und lebt in einem Pflegeheim. Die Suche kann beginnen.

Ich bin fasziniert von Buonos Schreibstil. Sie erzählt alles, was ihr einfällt, woran sie sich erinnert, was sie erlebt hat, aber auch das, was gedanklich in ihr vorgeht. Und so liest es sich auch: Viele kurze, auch ein paar längere Abschnitte reihen sich scheinbar unsortiert aneinander. Dabei dreht sich vieles um den Tod, aber ihre Geschichten sind oft auch fröhlich. Dann wieder erinnert sich die Autorin an Szenen in ihrem Leben, für die sie sich schämt, weil sie gern anders reagiert hätte, als sie es getan an. Immer wieder gibt es Treffen mit zwei oder drei Freunden in einem Kaffeehaus. Diese Szenen im Kaffeehaus sind für mich ein besonderes Highlight gewesen.

Obwohl diese vielen kleinen Episoden anfangs völlig ungeordnet erscheinen, staune ich am Ende, dass doch alles gut sortiert und in eine passende Form gegossen werden konnte. Bei allem stand die Suche nach dem Unfallverursacher im Vordergrund und damit auch ihre Wut und ihre Ohnmacht ihm gegenüber. Aber auch diese Gefühle haben sich langsam verändert. Damit, dass am Ende alle so gut sortiert wirkt, hat mich die Autorin stark beeindruckt. Ich bin tief berührt und bedanke mich dafür, dass Zora del Buono mich so nah an sich und ihre Geschichte herangelassen hat.

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Rezensionen von Novalie:

Sehr unterhaltsam

Triple Duty Bodyguards von Lily Gold


Sehr unterhaltsam
Briar ist Schauspielerin und vor allem bekannt für ihr divenhaftes Auftreten und dafür, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Als ein Stalker es bis in ihr Schlafzimmer schafft, muss natürlich ihr Security-Team ausgewechselt werden. Auftritt: Glen, Kenta und Matt, drei heiße Typen und ehemalige Elitesoldaten, von denen jeder ein eigenes Päckchen zu tragen hat.

Ich habe sehr schnell in die Story gefunden und den Schreibstil sehr gemocht. Er war nicht außergewöhnlich, aber sehr leicht lesbar, humorvoll und hat einfach Spaß gemacht.
Mit den Charakteren hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten, da sie doch sehr unfreundlich zueinander waren. Die Gründe wurden jedoch aufgeklärt und gegen Ende waren sie dann doch sehr *freundlich* zueinander. Es wird auch sehr spicy. Und glücklicherweise wird Konsens hier ernst genommen.
Die Charaktere haben alle ihre eigene Hintergrundgeschichte und man lernt sie durch die unterschiedlichen Perspektiven gut kennen. Teilweise war es für meinen Geschmack etwas zu viel unnötiges Trauma, für den Unterhaltungswert, den das Buch hatte.
Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen und wenn man tragische Hintergrundgeschichten nicht zu ernst nimmt und auf Spice steht, ist es auf jeden Fall empfehlenswert.

Perfekt? Nein. Aber sehr unterhaltsam.

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Rezensionen von Gavroche:

Die vergessenen Bücher

Die magische Bibliothek der Buks 1: Das Verrückte Orakel von Nina George; Jens J. Kramer

Stellt euch nur einmal vor, ihr würdet in einer Welt leben, in der es keine Bücher mehr gäbe und auf dem Handy oder Tablet nur Sachtexte und Videos, aber keinerlei Belletristik. Keine Fluchten mehr in fantastische Welten, keine Träumereien, kein Kopfkino - welch eine furchtbare Vorstellung!
So sieht es in der Welt der Zwillinge Nola und Finn und ihren Freunden Mira und Thomas aus.

Doch eines Tages erleben sie ein großes Abenteuer und entdecken ein altes Gebäude, in dem die Buks leben, mit ihren großen Augen, die leuchten und alle kleiner als die Kinder. Die Buks sind die Buchschutzgeister, Queen Buks ist die Anführerin, aber es gibt viele weitere Buks wie Rebella, Sherlokko oder die ständig rülpsende Romantika Buks. Die Buks haben die Kinder erwartet, aber können die Kinder wirklich die Bücher retten, denn aus immer mehr Büchern verschwindet der Inhalt.
Ein ganz wunderbares Buch mit ganz vielen Hinweisen auf Bücher und Literatur, die ich ganz bestimmt nicht alle entdeckt habe, aber über jeden Fund habe ich mich gefreut.
Auch ein Buch über Freundschaft, Zusammenhalt, Mut und Rebellion und die Bedeutung von Literatur.
Ein Buch für junge und junggebliebene Leser*innen mit wichtigen Botschaften.
Allerdings macht das Ende super neugierig auf die Fortsetzung, auf die ich mich schon sehr freue.

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Rezensionen von readpassion9:

Yokos Rache

Yoko von Bernhard Aichner

Von Bernhard Aichner habe ich die Blum-Trilogie gelesen, die für mich ein Highlight war. Auf Yoko war ich gespannt, aber die Lektüre lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Yoko ist zur falschen Zeit am falschen Ort. Als sie einem Hund helfen möchte, der von zwei Männern brutalst getreten und schließlich getötet wird, ändert sich alles.

Die Männer nehmen sie mit in den Wald. Nachdem die Tortur vorbei ist, hat Yoko nur noch einen Gedanken: Rache.

Der Schreibstil ist aichner-typisch, lässt sich gut lesen. Es gibt einige brutale Szenen, das ist ok. Yoko lernt man gut kennen, aber irgendwie war sie mir trotzdem nicht so nah, als dass ich hätte mitfiebern können. Erinnert irgendwie an Blum. Die Handlung ist spannend, aber viel zu unrealistisch. Es läuft für meinen Geschmack zu glatt. Der Rachegedanke nimmt den ganzen Raum ein, Yoko trifft ihre Entscheidungen und muss mit den Folgen leben. Das Ende fand ich überraschend, das hat mir gut gefallen.

Fazit: Auch wenn es Kritikpunkte gibt, hat mich das Buch doch ganz gut unterhalten. 3,5 Sterne, aufgerundet auf 4.

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Rezensionen von Claudia R.:

schaurig schön ...

Familie von Zitterstein und das Hotel "Zum langen Schatten" von Annalisa Strada

Klappenetxt / Inhalt:

Willkommen im Hotel »Zum Langen Schatten«!
Familie von Zitterstein führt das Hotel »Zum Langen Schatten« überaus erfolgreich seit nun mehr zweiundsiebzig Generationen. Hier gibt es Attraktionen wie »Die Reise ohne Wiederkehr«, einen schüchternen Hausgeist namens Oooorlando und das leckerste Essen von der besten Köchin weit und breit! Doch plötzlich verschwindet genau diese – eine Katastrophe! Zum Glück bewahrt die 9-jährige Titana einen kühlen Kopf und macht sich gemeinsam mit Oooorlando auf Spurensuche .

Und es sieht so aus, als wären fiese Machenschaften im Gange ...
Mit wenig Text und ausdrucksstarken zweifarbigen Illustrationen ist diese Geschichte eine wunderbare Lesemotivation für Kinder ab 8 Jahren . Ein lustiges Gruselabenteuervon der preisgekrönten italienischen Kinderbuchautorin Annalisa Strada , das mit seinen skurril-liebenswerten Charakteren und dem besonderen Setting für spannende Lesestunden sorgt!

Cover:

Gruselige Unterhaltung und Atmosphäre strahlt bereits das Cover aus. In einem Ohrensessel findet man ein hageres Mädchen mit einem Kerzenleuchter in der Hand, darüber scheint ein Geist auch einem Gemälde herauszuragen. Optisch und auch farblich ist das Cover toll umgesetzt und seines Zeit und der Geschichte angepasst.

Meinung:

Schaurig schöne Unterhaltung bietet diese tolle Gruselkurzgeschichte. Das Hotel zum langen Schatten bietet jede Menge Attraktionen und zugleich gruselige Unterhaltung. Die Charaktere sind skurril, eigen und doch auch liebenswert. Titana und auch die anderen haben ihren ganz eigenen Charme.

Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht zu viel verraten und halte mich mit genaueren Details und Informationen zurück.

Die bildliche Umsetzung und die illustratorische Gestaltung ist einfach gruselig schön gelungen. Anfangs werden den die Charaktere und Personen der Geschichte anhand alter Gemälde vorgestellt und auch die Aufmachung und Umsetzung ist gut gelungen. Die Geschichte ist stimmungsvoll und spannend umgesetzt. Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Die große Schrift und auch die Textlänge ist für die Altersstufe gut und angemessen gewählt.

Die Kapitel haben eine schöne Länge und ermöglichen so einen guten Lesefluss. Die Gestaltung und Gliederung hat mir sehr gut gefallen. Die Kapitelanfänge sind deutlich und gut erkennbar. Die Überschriften sind passend gewählt, machen neugierig und verraten aber dennoch dabei nicht zu viel.

Die Illustrationen bringen einen schaurigen und gruseligen Charme mit, aber setzen zugleich auch das Ganze sehr gut in Szene. Das Gelesene wird gut wiedergegeben und auch die Atmosphäre kommt toll herüber. Die Illustrationen runden das Ganze sehr schön ab.

Eine wundervolle gruselige Kurzgeschichte, die begeistert, unterhält und auch Leseeinsteiger einfängt. Für Liebhaber von Spannung und Gruselgeschichten ist es auf jeden Fall sehr gut geeignet. Mit seinen nur knapp 60 Seiten liest es sich sehr kurzweilig und eignet sich gut auch für Zwischendurch. Geeignet zugleich für Jungen und Mädchen ab ca. 8 Jahren

Fazit:

Schaurig schöne Unterhaltung bietet diese tolle Gruselgeschichte.

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Rezensionen von MarcoL:

Spannend und Phantastik pur mit einer eindeutigen Message!

Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland von Sarah Brooks

Der Transsibirienexpress, umrankt von Mythen, Geschichten und Erlebnissen auf diesem elendslangen Schienenstrang zwischen Peking und Moskau. Dieser Roman bereichert uns einmal mehr damit, glänzt mit einer wunderbaren Phantastik und klug aufgebautem Plot.
Es ist ein Mix aus historischem Roman, angesiedelt am Ende des neunzehnten Jahrhunderts, und Fantasy-Elementen.

Und mitten drinnen, hinter den Zeilen, geht es um Zwischenmenschliches und darum, was passieren kann, wenn der Mensch in die Natur eingreift.
Die Reise des Zuges startet in Peking und verläuft bis Moskau. Beide Reiche schützen jeweils eine große Mauer, und der Zug, ebenfalls hermetisch abgeriegelt, durchquert das dazwischenliegende Ödland. Eine unberührte und unerforschte Natur, die nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten lebt. Sie kann wunderbar und grausam sein. Und bei weitem nicht so öde, wie es der Name suggeriert.
Mr. Grey ist einer der Reisenden im Zug und Naturforscher. Er schreckt vor nichts zurück, und kein Opfer ist ihm zu klein, um der Wissenschaft seinen Namen aufzustempeln und sich zu rühmen. Sein Forscherdrang steht im Fokus, aber er sieht sich dann auch liebend gern im Rampenlicht.
Maria Petrowna hat auch eine Mission während der Reise, ähnlich wie Mr. Grey. Während Grey um seinen angeschlagenen Ruf bedacht ist, möchte Maria das Andenken an ihren Vater reinwaschen. Dessen Firma stellte die Glasscheiben für den Zug her. Doch bei letzten Fahrt geschah etwas …
Es passiert vieles während der Fahrt, in und außerhalb des langen Zuges. Spannendes, Verblüffendes. Es kommen natürlich mehrere wichtige Protagonist:Innen vor, die Wesentliches zu Handlung beitragen, aber das würde, so glaube ich, den Rahmen hier sprengen. Ein klein wenig schwenkten meine Gedanken während des Lesens in Richtung des Filmes „Avatar“. Nur das diese vernetzte (und intelligente) Natur sich eben nicht auf einem fernen Planeten befindet. Und was möge geschehen, wenn diese „freigelassen“ wird … Wie gesagt, äußerst spannend!
Zwischen den Kapiteln gibt es Abdrücke aus dem titelgebenden Handbuch, quasi ein paar Erklärungen über den Zug und das Ödland, zusammengefasst von einem Valentin Rostow 1880, um den Fahrgästen eine Hilfestellung während ihrer Reise zu geben.
Das Buch ist ein richtiger Pageturner. Die Geschichte ist sehr fesselnd, man kommt aus dem Staunen nicht heraus und wird vom Einfallsreichtum der Autorin verzaubert. Ganz große Leseempfehlung für alle Freunde von phantastischer Spannungsliteratur und solchen, die sich mal an dieses Genre trauen möchten. Fantasy-light!

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Rezensionen von Tara:

Ein spannender Politthriller mit Lokalkolorit

Rotes Kliff von Nils Eriksen

„Rotes Kliff: Im Netz der Sylter Verschwörung“ ist der erste Band der "Erik & Amelia"-Serie des Autors und Journalisten Nils Eriksen.

Der Prolog startet im Jahr 1924 mit dem Undercover Einsatz des britischen Geheimagenten Archibald Fenton. Es kommt zu einem schweren Schiffsunglück, dessen Folgen im weiteren Verlauf eine wichtige Rolle spielen.

In der Gegenwart trifft sich der Journalist Erik Wiedner mit seinen beiden Freunden Peter und Frank auf Sylt. Dort hat der Immobilienmogul Horst Baumann große Pläne, die Erik kritisch sieht. Außerdem ist ihm Baumann alles andere als sympathisch. Er beginnt zu recherchieren und es wird schnell spannend und gefährlich.

Der Schreibstil von Nils Eriksen liest sich richtig angenehm. Zunächst führt er seine Charaktere gelungen ein, so dass ich schnell ein gutes Bild von ihnen bekam. Die Umgebung von Sylt wird ebenfalls detailliert beschrieben, wodurch ich die Insel mit ihren Reetdach-Häusern, dem gehobenen Flair und der Nordseeatmosphäre direkt vor Augen hatte.

Eine idyllische Kulisse, aber der Schein trügt.

Es geht um historische Geheimnisse, Macht, Korruption, Intrigen, Geld, Verschwörungen und vieles mehr.
Die Spannung steigt stetig und die Verflechtungen ließen mich staunen. Immer wieder kamen Wendungen, die mich überraschten und die dafür sorgten, dass ich das Buch nur ungern aus der Hand gelegt habe.

Die Anzahl der Charaktere ist insgesamt recht hoch, aber dank des Personenverzeichnisses zu Beginn und der guten Einführung dieser, war das kein Problem, sondern hat der Handlung noch mehr Authentizität vermittelt.

Insgesamt ist das Buch ein spannender und tiefgründiger Krimi, der Lust auf weitere Werke des Autors macht.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Erotik, Lust und mehr

Verruchte Fleischeslust | 7 geile erotische Geschichten von Yvonne Bräuning

Silkes Freund Roman läd Manuela, Silkes Freundin zu einem Dreier ein, ohne dass Silke etwas davon ahnt. Jenny lässt nicht nur Jo für die von ihr angestrebte Stelle ran. Melanie übt sich im Seminar neben zielorientiertem Auftreten auch noch in ganz anderen Sparten. Und Evelin lerne ich kennen, wie sie sich neben Gary auch mit ihrem Nachhilfeschüler vergnügt.

Nicht nur den hier agierenden völlig unterschiedlichen Menschen bringen die sieben in sich abgeschlossene erotische Geschichten großen Lustgenuss. Auch mich als Leserin regen sie an. Mein Kopfkino hat richtig viel zu tun mit den verschiedenen Praktiken, den zu verarbeitenden Geräuschen, vor allem mit den Menschen, die alle ihren eigenen Hintergrund mitbringen und die sich schnell auf veränderte Situationen einstellen – der Lust und der zu erwartenden Befriedigung wegen.
Mir gefällt der leichte, lockere, sehr freizügige und hemmungslos offene Erzählstil von Autorin Yvonne Bräuning sehr gut. Sie versteht es mich an jede einzelne der Geschichten zu fesseln und erst wieder Luft zu holen, wenn alle befriedigt sind. Meinen Geschmack hat sie mit diesen Geschichten sehr gut getroffen.
Zum Abschluss bekomme ich als kleines Goodie noch einen Gutschein-Code, mit dem ich mir eine weitere heiße exklusive Geschichte von Yvonne Bräuning als E-Book aus dem Internet herunter laden kann. Und wie üblich ist auch hier ein Lesezeichen passend zum Buch mit dabei.

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Rezensionen von Kwinsu:

Schonungsloses Lesehighlight

Die schönste Version von Ruth-Maria Thomas

Jella findet sich auf der Polizeiwache wieder, nachdem sie von ihrem Partner im Streit gewürgt und mit dem Umbringen bedroht wurde. Sie kann die Situation gar nicht fassen und weiß nicht so recht, wie es nun weitergehen soll. Schließlich findet sie sich bei ihrem Vater ein und beginnt nicht nur ihre Beziehung zu Yannick zu rekapitulieren, sondern ihr komplettes Leben.

Wie konnte es nur so weit kommen?

Ruth-Maria Thomas gelingt mit "Die schönste Version" ein beeindruckendes Romandebüt, das schonungslos das Thema Partnergewalt mit all seinen Facetten aufzeigt: die einlullende Masche der Täter, die großen Selbstzweifel, die Menschen, die einem nicht glauben, die Realität, die Frau nicht wahrhaben will, den Rechtfertigungszwang und vor allem die patriarchalen Strukturen - die "kleinen" bis großen Übergriffe, denen Frauen ausgesetzt sind und sich selbst oft übergehen, weil sie es so gelernt haben; es gewohnt sind. Ständig wird die Selbstbestimmung, das sich-entwickeln-Wollen dargestellt, als wären wir Frauen alle selbst daran schuld, Opfer zu werden - ja, so wurden wir alle sozialisiert. Dass NEIN wird geflissentlich ignoriert, denn Mann dachte, sie wollte es doch eigentlich so. Die Autorin spart nicht damit den Ausnahmezustand facettenreich darzustellen, den eigenen inneren Widerstand, die ständigen Selbsthinterfragungen.

Beeindruckend ist auch die Sprache von Ruth-Maria Thomas. Das erste was mir dazu eingefallen ist, ist das Wort "derb", besonders, weil sie so offen und klar die sexuellen Bedürfnisse der Protagonistin darlegt - aber dafür "derb" zu verwenden, könnte falscher nicht sein, wir sind es bloß nicht gewohnt, dass auch Frauen ihre Wünsche offen artikulieren. Im wahrsten Sinne atemberaubend sind auch die inneren Monologe, die Jella mit sich führt, die getränkt sind voller Zweifel - war das Erlebte wirklich so schlimm, trägt sie nicht selbst Schuld an dem, was ihr passiert ist? Nein, tut sie nicht, trotzdem wurde uns Frauen Jahrtausende eingeimpft, dass wir das Problem sind, wie könnten wir da anders als an uns selbst zu zweifeln?

Einzig wie das Thema Freundschaft dargestellt wird, konnte mich nicht einhundertprozentig überzeugen, zwar gibt es eine Freundin, die Halt und Unterstützung bietet, aber trotzdem recht oberflächlich bleibt.

Das Ende des Romans verläuft anders, als Statistiken und sozialarbeiterische Erfahrungen es voraussagen würden, aber es gibt Hoffnung, dass wir uns irgendwann gegen das Sozialisierte stellen.

Mein Fazit: ein grandioser Roman, der das Thema Partnergewalt in den Mittelpunkt stellt, ohne offensichtlich zu sein. Es rekonstruiert anhand der Rückschau auf das bisherige Leben der Protagonistin die traurige Realität des Patriarchats - einfühlsam, ehrlich und selbstreflexiv. Für mich ein absolutes Lesehighlight des Jahres 2024, ein Roman, der lange nachhallt und ganz bestimmt noch einmal gelesen werden wird.

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Rezensionen von peedee:

Ein Dorf und zig Verdächtige

Finster von Ivar Leon Menger

Katzenbrunn, Mai 1986. Ein Junge verschwindet spurlos von einem Jahrmarkt. Leider passiert das in diesem Dorf nicht zum ersten Mal. Seit Jahren werden immer wieder Kinder vermisst. Hans J. Stahl, Kriminalkommissar a.D., hat bereits vor Jahren in Katzenbrunn gearbeitet, doch der Fall konnte nicht gelöst werden.

Da er nun pensioniert ist, will er jenen Fall doch noch zum Abschluss bringen. In diesem Dorf, das vor allem für seine psychiatrische Klinik bekannt ist, gehen mysteriöse Dinge vor…

Erster Eindruck: Ein im wahrsten Sinne finsteres Cover – gut gemacht; mir gefällt die Haptik.

Das Buch wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, so dass die Leser:innen mehr wissen als die einzelnen Protagonisten. Dies macht das Ganze lebendig, aber auch sehr herausfordernd.

Bereits nach den ersten Beschreibungen von Katzenbrunn war ich schon deprimiert. Würde ich dort wohnen – ich weiss, es ist nur ein fiktiver Ort –, würde ich umgehend meine Sachen packen und das Weite suchen. Eine düstere Stimmung; merkwürdige, geheimnisvolle Dorfbewohner; tragische Vorkommnisse. Wie kann man dort noch wohnen wollen? Eine Person nach der anderen hatte aus meiner Sicht das Zeug dazu, hinter all dem Grauenhaften zu stecken.
Hans Stahl war mir sympathisch. Einerseits ehrt es ihn, dass er den Fall noch lösen will – er meint, es den Eltern der Kinder schuldig zu sein –, andererseits ist allen bewusst, dass er nicht mehr ermitteln dürfte, sondern dies seinen Polizeikolleg:innen überlassen müsste. Mit der Gastwirtin Geli findet er unerwarteterweise Unterstützung. Die Lage spitzt sich zu, als wiederum ein Kind vermisst wird…

Für mich war es das erste Buch des Autors, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Schon als ich die Inhaltsbeschreibung las, war mir klar, dass dies keine Wohlfühllektüre werden würde. Beim Fortschreiten der Geschichte dachte ich, zu wissen, wer nun die gesuchte Person ist, aber dann – ein paar Seiten weiter – musste ich meine „Erkenntnisse“ bereits wieder über den Haufen werfen.
Fazit: Düster, beklemmend, sehr spannend – 5 Sterne.

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