Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Kapitel60:

Spannend und lehrreich

Die Zeitdetektive, 4, Die gefiederte Schlange von Fabian Lenk

Worum geht’s?
Kim, Leon, Julian und die Katze Kija sind die Hauptfiguren der Reihe „Die Zeitdetektive“.
Mithilfe von Tempus, einer Art Zeitmaschine, die in einer alten Bibliothek versteckt ist, sind die Freunde in der Lage in die Vergangenheit zu reisen. Im 4. Band der neuen Abenteuer – der im Kosmos Verlag erschienen ist - geht es zu den Mayas, in das Jahr 906 n.

Chr., wo sie sich mit der Königstocher anfreunden. Bald schon stecken die Zeitdetektive in einem gefährlichen Kriminalfall.

Schreibstil, Cover, Illustrationen:
Das Cover verspricht eine spannende Geschichte und man wird keinesfalls enttäuscht. Die Handlung ist sehr spannend und gleichzeitig ist dieses Kinderbuch sehr lehrreich geschrieben. Es werden viele Fachausdrücke und Fremdwörter verwendet, wodurch die Geschichte durchaus anspruchsvoll wirkt. Möglicherweise ist die Altersangabe von 9 Jahren etwas niedrig angesetzt.

Fazit:
Ein historischer Kriminalroman mit spannenden Elementen. Sehr empfehlenswert für kleine als auch große Leser*innen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Kapitel60

Rezensionen von Sophie H.:

Hochspannung!

Eine verschollene Erinnerung und die Sehnsucht nach einem Zuhause von Alexander Lombardi; Sandra Binder

Was für ein hochspannendes Buch! Antonia, Emma, Jaron und Franky leben am Starnberger See. Antonias Eltern leiten die dortige Jugendherberge Seeburg. In diesen Wochen steht die Verlängerung des Pachtvertrages an. Laut Antonias Vater Andreas ist das alles eine reine Formsache. Doch dann häufen sich die Unglücksfälle: ein Feuer bricht aus, in einer Etage gibt es eine große Überschwemmung, mehrere Gäste haben eine Salmonellenvergiftung und dann wird auch noch ein Gast entführt.

Sind das alles nur dumme Zufälle oder will jemand verhindern, dass Antonias Eltern weiterhin die Jugendherberge leiten? Und dann ist da noch Josef von Beilstein, der behauptet, dass die Seeburg eigentlich sein Eigentum sei. Antonia bibbert um ihr Zuhause.
Aber es gibt in dem Buch noch eine zweite Zeitebene. Damals war Andreas gerade geboren und seine Eltern hatten die Jugendherberge eröffnet. Schon damals passierten merkwürdige Dinge und es geschah ein großes Unglück. Beide Zeitebenen sind kunstvoll miteinander verwoben. Sehr gut hat mir gefallen, dass die beiden Ebenen sich vom Schriftbild her unterscheiden. So weiß man sofort, in welcher Zeit man sich befindet, wenn man das Buch zur Hand nimmt.
Bei dem Buch handelt es sich um eine Abenteuerreihe. Das Buch lässt sich aber auch sehr gut lesen, wenn man die vorherigen Bände nicht kennt. Das Autorenpaar versteht es ganz hervorragend, von der ersten Seite an Spannung zu erzeugen und den Bogen bis zum Schluss zu halten. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass die christliche Botschaft immer mal wieder einfließt, aber ohne zu penetrant zu sein. So haben auch Kinder, die aus keinem christlichen Elternhaus kommen, Spaß an dem Buch und nebenbei die Gelegenheit, etwas über Gott zu erfahren. Von mir gibt es die volle Punktezahl!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Sophie H.

Rezensionen von Lilli33:

Süße Liebesgeschichte, aber zu distanziert erzählt

Eine verschollene Erinnerung und die Sehnsucht nach einem Zuhause von Alexander Lombardi; Sandra Binder

Süße Liebesgeschichte, aber zu distanziert erzählt

Inhalt:
Ryan und Avery sind beide 16, als sie sich kennenlernen und verlieben. Während Averys Eltern voll und ganz hinter ihrem Sohn stehen und ihn unterstützen, fehlt Ryans Eltern fast jede Toleranz. Doch die beiden lassen sich dadurch nicht entmutigen und kämpfen für ihre Liebe.

Meine Meinung:
Ich liebe die Jugendbücher von David Levithan und finde es großartig, wie dieser Autor Lesenden die queere Gemeinschaft nahebringt. Doch mit „Ryan und Avery“ konnte er mich leider nicht überzeugen. Ich habe wirklich keine Ahnung, was er sich bei dem Schreib-/Erzählstil gedacht hat. In zehn Kapiteln - zehn Dates - lernen wir Ryan und Avery und ihr Lebensumfeld einigermaßen gut kennen. Dabei wird aber nicht chronologisch erzählt, sondern die Dates sind scheinbar wahllos durcheinandergewürfelt. Dies sorgt nur für Verwirrung. Was der Autor damit beabsichtigt hat, ist mir echt nicht klar. Man hätte auch einfach in der richtigen Reihenfolge erzählen können, ohne dass die Story irgendetwas eingebüßt hätte.

Noch viel mehr störte mich aber, dass so distanziert erzählt wird. Ein allwissender Erzähler analysiert jede Szene, jeden Gedanken, jedes Gefühl und erklärt, was dabei vor sich geht, anstatt es den Lesenden zu überlassen, sich ihre eigenen Gedanken dazu zu machen und ihre eigenen Schlüsse daraus zu ziehen. Dies hatte zur Folge, dass die Gefühle der beiden Jugendlichen, von denen es wirklich reichlich gibt, nicht bei mir ankamen, da sie auf dem Weg zu mir in der Luft zerpflückt wurden. Dabei müsste diese süße Liebesgeschichte mit ihren wunderbar warmherzigen Protagonisten eigentlich alle Herzen schmelzen lassen.

Ich habe „Ryan und Avery“ als Hörbuch gehört. Der Sprecher Julian Mehne macht seine Sache ganz gut. Jedoch finde ich seine recht herbe Stimme für ein Buch, in dem zwei Jugendliche zu Wort kommen, nicht wirklich passend.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lilli33

Rezensionen von Lilli33:

Zu viel Paranormales

Die Unmöglichkeit des Lebens von Matt Haig

Zu viel Paranormales

Inhalt:
Die pensionierte Mathematiklehrerin Grace erbt ein Häuschen auf Ibiza - von ihrer ehemaligen Kollegin Christina, die sie gar nicht mal gut kannte. Nach reiflicher Überlegung wagt Grace, die ihr Haus in England seit Jahren kaum noch verlassen hat, den Sprung ins Abenteuer und fliegt auf die Mittelmeerinsel.

Was sie hier erlebt, hätte sie sich nie träumen lassen (und ich auch nicht).

Meine Meinung:
Es fällt mir recht schwer, dieses Buch zu bewerten, denn es war nicht so wirklich meins. Mit so viel Paranormalem hatte ich einfach nicht gerechnet und empfand es zuweilen schon als etwas lächerlich. Ich bin wohl noch nicht so offen, dass ich mich darauf einlassen kann. Da geht es mir wie Grace zu Beginn der Geschichte. Im Gegensatz zu mir wächst sie dann aber hinein. ;-)

Davon abgesehen ist das Buch wie die meisten von Matt Haig aber ganz wunderbar. Es ist eine warmherzige Story, die viel Stoff zum Nachdenken bietet. Philosophische Ansätze sind ebenso vertreten wie das Umweltschutzthema und einiges mehr.

Grace ist eine absolut liebenswürdige alte Dame, die ich ganz schnell in mein Herz geschlossen habe. Sie macht eine kolossale Entwicklung durch, sie stellt sich ihrer Vergangenheit, ihren Schuldgefühlen, die ihr das Leben bisher so schwer machten. Dadurch wächst sie über sich hinaus und kann schließlich viel für andere tun.

Matt Haigs Schreibstil ist recht locker und leicht zu lesen. Er konnte mich gut fesseln und zum Ende hin wird die Handlung immer spannender, gilt es doch einen Bösewicht aufzuspüren und zu stoppen. Insofern hat der Autor alles richtig gemacht - wenn er nur das Paranormale nicht so aufgebauscht hätte. Aber das ist mein ganz persönliches Empfinden. Andere Lesende werden vielleicht genau das an diesem Roman lieben.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lilli33

Rezensionen von Chrissi:

Lily & Orion

A Winter to Resist von Morgane Moncomble

Inhalt:
Lilys größter Traum, eine Goldmedaille gewinnen und in die Geschichte eingehen. Doch dann verletzt sich ihr Eiskunstläufer Oliver. Was nun?
Überraschenderweise springt Orion Williams, ehemaliger Eiskunstlaufstar ein. Doch was dieser nicht weiß Lilly ist großer Fan und schwärmt schon immer für Orion.

Doch nach dem ersten Treffen ist Lily enttäuscht, ihr Held ist abweisend und verhält sich nicht so wie Lily es sich vorgestellt hat.
Nun müssen sich beide zusammenreißen um ein perfektes Eiskunstlaufpaar zu werden.
Doch eines können sie garnicht gebrauchen und dass ist Ablenkung, doch sie können das heftige knistern zwischen ihnen nicht ignorieren.


Meine Meinung:
A Winter to Resist von Morgane Moncomble ist der zweite Band ihrer ersten Buchreihe.
Ich bin einfach Fan der Reihe und besonders dieser Teil hat mir besonders gut gefallen. Wer mag schon keine Eiskunstlauf-Storys, bei denen es nur so knistert.
Der Schreibstil passt perfekt zum Buch. Er ist flüssig, leicht zu lesen und schön locker. So das auch die schweren Themen super leicht zu lesen sind.
Das Buch wird aus den zwei Perspektiven der Hauptfiguren erzählt. Einmal Lily und einmal Orion.
Lily ist sehr zielstrebig und fleißig. Sie ist einfach eine Eiskunstläuferin, die ihren Sport liebt und lebt. Sie hat Höhen und Tiefs, aber sie kämpft. Ihr größter Traum ist es, eine Goldmedaille zu gewinnen und in die Geschichte einzugehen.
Orion war mir super sympathisch. Er ist oft sehr besorgt aber auch super einfühlsam und zielstrebig. Auch wenn er manchmal nicht an sich selbst glaubt und Angst hat, wieder einen Menschen, der ihm nahe steht, zu verlieren, geht er immer wieder über seine Grenzen hinaus.
Auch die Nebenfiguren waren super gelungen. Hier hat mir die Geschichte von Jane besonders gut gefallen, auch wenn ich fast glaube, dass sie ein eigenes Buch bekommen könnte.
Besonders schön an diesem Buch fand ich auch, dass das Eislauf-Thema nicht zu kurz kam, oft wird vieles beschönigt und die Schattenseiten nicht behandelt. Es ist einer der gefährlichsten Sportarten. Schmerzen und Angst, genauso wie emotionale Tiefs sind der Alltag.

Insgesamt ein sehr tiefsinniges und emotionales Buch, was mir aber super gut gefallen. Eine hundertprozentige Leseempfehlung.


Vielen Dank an Morgane Moncomble und den LYX Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley. Die geäußerte Meinung ist meine eigene.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Chrissi

Rezensionen von alicii:

schmerzhaft - schön

Als wir Schwäne waren von Behzad Karim Khani

Was bedeutet es, wenn man seine Heimat verlässt, aber nie irgendwo ankommt? Wenn man auf dem Weg zur eigenen Identität nicht nur auf innere, sondern auch auf äußere Widerstände und Hindernisse trifft? Und wodurch definieren sich Heimat und Identität überhaupt?
Mit diesen Fragen sieht sich der Ich-Erzähler dieses Romans nach der Flucht seiner Eltern aus dem Iran nach Bochum konfrontiert.

Er wächst in den 80ern und 90ern in einem Umfeld auf, das nicht frei von Gewalt und Drogen ist. Nicht nur die Schicksale der Freunde aus der Nachbarschaft offenbaren die dort lauernden Abgründe, auch der Ich-Erzähler muss sich durch Höhen und Tiefen kämpfen.

Der Autor bewegt sich in diesem Roman auf einem beeindruckenden sprachlichen Niveau, das Mosaik aus Erinnerungen und Gedanken des Ich-Erzählers ist voller Metaphern und Vergleiche, dabei hält er sich oft nicht mit verschachtelten Sätzen auf, sondern überzeugt mit seinen direkten, ehrlichen Worten. Insgesamt zeugt der Schreibstil von einem beneidenswerten Gefühl für die deutsche Sprache und ihre Möglichkeiten.
Der Inhalt des Buches schmerzt noch mehr, wenn man sich bewusst macht, dass es dem Autor in seiner Jugend im Ruhrgebiet vielleicht nicht genau so, aber wahrscheinlich ähnlich erging.
Absolute Leseempfehlung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von alicii

Rezensionen von Chrissi:

Ida - eine starke Frau

Windstärke 17 von Caroline Wahl

Inhalt:
Nach dem Tod ihrer alkoholkranken Mutter, fängt für Ida ein neuer Abschnitt ihres Lebens an. Der Abschied fällt ihr schwer, denn es ist auch ein Abschied von ihrer Mutter und ihrem Leben in der Kleinstadt.
Ihr Neuanfang bringt sie nach Rügen. Um ihr Leben dort zu finanzieren arbeitet sie in einer Kneipe, dort lernt sie den Kneipenbesitzer und seine Frau Marianne kennen.

Diese nehmen sie auch bei sich auf. Immer mehr fühlt sie sich dort zu Hause und findet die Familie, die sie nie hatte.
Auf Rügen lernt sie auch Leif kennen, sie helfen sich gegenseitig und lernen sich immer besser kennen.
Doch dann erfährt Ida, dass Marianne schwer krank ist und eine Welt bricht für sie zusammen.


Meine Meinung:
Windstärke 17 von Caroline Wahl ist der Folgeband ihres erfolgreichen Debütromans 22 Bahnen. In diesem Buch wird Idas Geschichte erzählt.
Das Cover passt gut zum Buch. Es ist sehr künstlerisch gehalten und erinnert mich an ein Gemälde.
Der Schreibstil ist sehr nüchtern und man muss sich erst an ihn gewöhnen. Trotzdem passte er zum Buch und ich konnte es sehr flüssig lesen. Ich glaube, dass Markenzeichen von Caroline Wahl ist auf jeden Fall ihr Schreibstil. Besonders schön war, dass man erst die Gedanken der Charaktere hört, bevor sie diese aussprechen.
Das hat die Charaktere besonders nahbar gemacht. Man konnte das Buch trotz der schwierigen Themen, super leicht hören.
Ida hat mir als Charakterin sehr gut gefallen. Ihre Handlungen und Gefühle waren für mich sehr gut nachvollziehbar. Ich glaube, wir wissen alle, wie dass ist, wenn man einen Wutklumpen hat und man nicht weiß, warum eigentlich.
Man bekommt einen schönen Einblick in ihre Gedankenwelt und ihre Überforderung mit der Vergangenheit, dem Tod ihrer Mutter, dem Umgang mit Schuld und Verlust und ihren Emotionen.

Insgesamt hat mir Windstärke 17 noch besser gefallen als 22 Bahnen. Wahrscheinlich, weil ich mich besser mit Ida identifizieren konnte und ihre Gedanken besser nachempfinden konnte. Eine klare Leseemphelung.

Vielen Dank an Caroline Wahl und DuMont Audio für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley. Die geäußerte Meinung ist meine eigene.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Chrissi

Rezensionen von Anjulia :

Hochwertiges Sachbuch übers Zusammenleben

Wieso? Weshalb? Warum? Band 44 - Wie leben wir miteinander? von Patricia Mennen

Ich verfolge die Wieso, Weshalb, Warum Reihe mit meinen Kindern bereits seit vielen Jahren und bin immer wieder begeistert von der Qualität dieser Sachbücher. Das Besondere daran sind natürlich die viele Klappen, hinter denen sich zum Beispiel weitere Informationen verbergen. "Wie leben wir miteinander?" ist der neues Band dieser Reihe, und spricht hochaktuelle und wichtige Themen kindgerecht an.

Das Cover zeigt eine Gruppe von Kindern, die ein Tuchspiel spielt. Gleich auf den ersten Blick erkennt man ihre verschiedene Herkunft und auch ein Kind mit Handicap wird integriert. Insgesamt ein buntes und erfreuliches Bild. Auch die Bilder im Buch sind meist recht farbenfroh. Von der Thematik aber ist dieser Band deutlich ernster als andere Bücher der Reihe. Es geht zum Beispiel um friedliches Zusammenleben, Ausgrenzung und Konflikte, Streit und auch um Kinderrechte. Die schwierigsten, aber auch leider aktuellen, Themen sind Krieg und Flucht. Nicht unbedingt etwas, womit man Kinder zwischen 4-7 meiner Meinung nach belasten muss, wenn sie es nicht selbst zum Thema machen. Sollten Kinder hierzu aber mit Fragen kommen, bietet das Buch altersgerechte Erklärungen. Als besonderst schön möchte ich zum Beispiel die Erklärungen darüber wie man Streit schlichten kann oder auch die Aussagen gegen Ausgrenzung hervorheben. Insgesamt ein Kindersachbuch für mehr Miteinander, mehr Akzeptanz und mehr Toleranz.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anjulia

Rezensionen von Anjulia :

Hummelchen will fliegen

Flieg, Hummelchen, flieg! von Judith Beier; Nora Imlau

Das kleine Hummelchen ist krank. Sein Bauch tut weh, es hat eine Krankheit die nur im Krankenhaus behandelt werden kann. Deshalb hat es auch einen Schlauch im Bauch, mit großem Pflaster drauf. Das macht das Fliegen lernen sehr schwierig. Aber mit Mut und Liebe kann sich Hummelchen diesen Wunsch erfüllen.

Flieg, Hummelchen, flieg!
Ein Mutmachbuch zum Lachen und Trösten von Judith Beier und Nora Imlau ist ein wunderschön illustriertes Kinderbuch zum Thema chronische Krankheiten und Entwicklungsverzögerung aufgrund längerer Krankheit. Woran Hummelchen leidet wird nicht geklärt, ist aber für die Geschichte auch nicht so wichtig. Als Leser begleitet man Hummelchen ins Krankenhaus, nach Hause und durch die Jahreszeit, bis es nach einem Jahr und einem erneuten Krankhausbesuch endlich fliegen kann. Besonders Hummelchens Familie, die es beim Klettern, Schlittenfahren oder auch am Strand unterstützt, fand ich toll. Die Zeichnungen wirken auf mich liebevoll und kindgerecht. Die Hummeln sind sehr menschlich gezeichnet und handeln auch sehr menschlich. Der Text ist eher einfach und damit altersgerecht gehalten und reimt sich. Inhaltlich dürfte das Buch am ehesten Kinder ansprechen, die selbst gesundheitliche Probleme haben, oder deren Geschwisterkinder. Mit dem Happy End macht Flieg, Hummelchen, flieg auf jeden Fall sehr viel Hoffnung und Mut.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anjulia

Rezensionen von nil_liest:

Der Puppe geht es gut

Die geheimnisvolle Freundin von Simona Baldelli

Bei italienischen Freunschaftsgeschichten muss ich sofort an Elena Ferante denken. Auch das ging mir durch den Kopf als ich den Titel dieses Romans las: „Die geheimnisvolle Freundin“ von Simona Baldelli. Und dann bei der Lektüre war ich auch ab und an geneigt an die unterschiedlichen Freundinnen aus Ferantes Roman zu denken, aber hier sind zwar zwei Freundinnen auf dem Cover und der Titel lässt es zu, dass man meinen könnte das ist „nur“ ein Roman über Freundschaft und Geheimnisse.

Und da muss ich (zum Glück!) sagen, dass da noch eine Menge mehr drin steckt. Es ist ein Roman über eine Frau und ihren steinigen Weg, der auch durch Freundschaften getragen wird, aber das ist bei weitem nicht alles. Im Original heißt das Buch: Il pozzo delle bambole und heißt so viel wie: „Der Puppe geht es gut“, wenn ich dem Übersetzungsprogramm trauen darf. Und das find ich ja schon mal treffender.
Denn es geht um Nina, ein Mädchen, dass in einem ländlichen Waisenhaus aufwächst in den 50er Jahren in den Abruzzen. Von Nonnen streng und sittlich geführt, wenig Bildung, viel Demut und wenig Zuwendung jeglicher Art. Seit ihrer Geburt in diesem System gefangen, kommt zwar in der Tat Lucia mit 7 Jahren dazu und es gibt auch noch andere wie Marcella, aber Nina kämpft sich durch die Tristesse ihres Daseins. Muss auch einige herbe Schläge verdauen, steht aber immer wieder mental auf. Nach dem Waisenhaus arbeitet sie in der örtlichen Tabakfabrik.
In Summe ein bescheidenes Frauenleben und hier stecken so viele tiefgreifende Themen drin, die Simona Baldelli äußerst treffend beschreibt. Wie dieses Kind eine Resilienz entwickelt trotz der Umstände, wie Klassenunterschiede zu Handlungen oder eben auch nicht führen, der emanzipatorisch steinige Weg dieser Zeit gefangen im Patriachat und den starren traditionellen Ansichten. Vor allem schafft die Autorin einen besonderen Blick auf den Habitus durch Zugehörigkeit und ermöglichenden Bedingungen. Das was Nina fehlt, immer klein gehalten, systematisch vieler Möglichkeiten beraubt.
Wie schon der Roman „Die Rebellion der Alfonsina Strada“ ist auch „Die geheimnisvolle Freundin“ ein sehr lesenswerter Roman von Simona Baldelli. Großartig übersetzt für uns aus dem italienischen von Elisa Harnischmacher. Nur der Titel, na ja, da hätte man sich noch mehr Mühe geben können.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von nil_liest