Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra Sch.:
Thriller im eiskalten Island: eine ganze Familie ausgelöscht
Nacht von Yrsa Sigurdardóttir
3,5 Sterne
Als ein Nachbar am Hof Hvarf nach den Bewohnern sehen will, findet er alle brutalst ermordet vor: Mutter Ása, die beiden Töchter Iris und Gigja und die Haushaltshilfe Sóldis. Nur vom Vater Reynir fehlt jede Spur. Ist er der Mörder seiner Familie? Und wenn ja, warum? Und wo ist er?
Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen: während man in der Gegenwart die Ermittlungen der beiden Polizisten Tyr und Karo sowie der Gerichtsmedizinerin Iðunn verfolgt, gibt es abwechselnd Einschübe aus der Zeit "davor", wo man aus Sicht von Sóldis die Familie genauer kennenlernt und die gruseligen Dinge mitbekommt, die im Haus geschehen.
Es verschwinden Dinge, Sóldis kommt sich beobachtet vor, Türen stehen plötzlich offen... Gänsehaut pur!
Auch erfährt man von den beiden Aushilfen, die vor Sóldis angestellt waren, und die beide überstürzt abgereist sind. Man fragt sich ständig, was wohl geschehen ist, dass diese so plötzlich den Hof verlassen haben. Lag es an dem seltsamen Verhalten von Reynir? Oder an der Strenge von Ása?
Das Setting war total atmosphärisch, die eisige Kälte und den Schnee des isländischen Winters fühlte man richtig auf der Haut. Auch der übernatürliche Grusel kam nicht zu kurz und das familiäre Geheimnis aus Tyrs Vergangenheit, das sich noch nicht aufgeklärt hat, war äußerst spannend.
Leider konnte mich dieser Thriller von Yrsa Sigurdardóttir nicht so ganz abholen. Es gab keinen richtigen Spannungsbogen; und der Gruselfaktor zu Beginn, wer denn die Familie getötet hat und wo eigentlich der Familienvater abgeblieben ist bzw. wer die Familie heimlich beobachtet hat, hat sich durch die Länge der Erzählungen des Familienlebens aufgelöst.
Und die Auflösung bzw. das Mordmotiv konnte mich leider auch nicht überzeugen.
Der Sprecher Dietmar Wunder, den man von vielen Hörbuch-Lesungen und Synchronsprechrollen im Fernsehen kennt, macht einen soliden Job; kann dem Geschehen aber leider auch nicht mehr Spannung einhauchen.
Fazit:
Zu Beginn fesselnder Thriller bei dem man miträtselt, wer und warum eine unschuldige Familie samt Mitarbeiterin brutalst getötet hat. Leider gab es Längen und die Auflösung konnte mich auch nicht überzeugen.
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Ein historischer Abriss
Nur nachts ist es hell von Judith W. Taschler
lisabeth Tichy, die nach dem 1. Weltkrieg Medizin studierte, erzählt von ihrem Leben, ihrer Familie und den Schicksalen, die die Familie während der beiden Weltkriege erleiden musste.
Der Roman ist als Erzählung an die Großnichte Christina konzipiert. Es werden die wichtigsten historischen Ereignisse und ihre Auswirkungen auf die Familie gut eingeflochten, also das Weltgeschehen auf Einzelschicksale heruntergebrochen.
Wie schwierig es für Frauen damals war, Medizin zu studieren und als Ärztin zu arbeiten, werden thematisiert und reflektiert. In dieser Weise kommen weiters zur Sprache der Traum nach Amerika auszuwandern und dort sein Glück zu versuchen, der Verlust von Familienmitgliedern und geliebten Menschen im Krieg sowie die heimgekehrten Veteranen, die unter den Kriegserfahrungen und -gefangenschaft leiden, weil ihnen Gliedmaßen fehlen oder sie traumatisiert sind.
Die einzelnen Kapitel sind süffig erzählt und die Geschichte rund um Elisabeth ist interessant und spannend zu lesen. Es hat mir jedoch ein Höhepunkt gefehlt oder ein Ziel, auf das die einzeln und teilweise isoliert erzählten Passagen hinauslaufen. Insgesamt dennoch eine gut zu lesende fiktiv-historische Geschichte, die für die Nachkommen dieser Familie in Romanform niedergeschrieben wurde.
Rezensionen von PeWie:
Vergangenheit und Gegenwart
Tage mit Milena von Katrin Burseg
Annika führt ein ruhiges Leben als Buchhändlerin, die Vergangenheit liegt weit hinter ihr. Fast vergessen, die Gegenwart mit ihrem Mann macht sie glücklich. Dann taucht Luzie auf eine junge Klimaaktivistin, sie ist entschlossen, gehört zur letzten Generation und klebt sich vor Annikas Laden auf die Straße.
Auf einmal werden alte Erinnerungen in Annika wach. In jungen Jahren gehörte sie zur Hausbesetzerszene in Hamburg. Zusammen mit zwei Freunden lieferte sie sich Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Doch sie möchte das Luzie nicht die gleichen Fehler macht wie sie damals.
Die beiden Frauen sind trotz des großen Altersunterschieds sich sehr ähnlich.
Ihre Überzeugungen sind felsenfest. Es muss sich etwas ändern, wenn nötig mit Gewalt. Mit dem Alter hat sich für Annika diese Einstellung geändert, Die Erfahrungen damals waren dazu nötig.
Die Klimakrise ist ein großes Thema, wichtig in diesen Tagen aber genau so wie das zweite Thema in diesem Buch, die Migration.
Die Autorin lässt die Klimaaktivisten ihre Argumente in einem ruhigen, überzeugenden Ton vorbringen, die Taten stehen mehr im Hintergrund weil wir die Personen kennenlernen. Ihre Lebensumstände, die Gründe für ihr Verhalten, alles das und noch mehr als nur die Straßenblockaden.
Auch wenn ich den Taten sehr skeptisch gegenüber stehe, gebe ich den Aktivisten recht, es muss sich etwas ändern. Genau so akzeptiere ich das Argument das aus diesen Taten eine unumkehrbare Radikalisierung erfolgen kann, mit Folgen für den Einzelnen und der ganzen Gesellschaft.
Die Autorin ist eine Mittlerin zwischen den beiden Seiten, sie ist nicht ganz objektiv, denn ihre Sorge gilt den jungen Menschen die vielleicht über das Ziel hinaus schießen und dabei ihre Zukunft aus den Augen verlieren.
Es ist wieder ein hochaktuelles Buch, denn das Thema Klimawandel spielt in den letzten Büchern eine Rolle und immer wieder lassen sich die Menschen auf Ideen ein, die eine langsame Verbesserung der Verhältnisse versprechen. Eingebettet in eine überzeugende spannende Familiengeschichte.
Rezensionen von Petra:
Vergangenheit und Gegenwart
Tage mit Milena von Katrin Burseg
Annika führt ein ruhiges Leben als Buchhändlerin, die Vergangenheit liegt weit hinter ihr. Fast vergessen, die Gegenwart mit ihrem Mann macht sie glücklich. Dann taucht Luzie auf eine junge Klimaaktivistin, sie ist entschlossen, gehört zur letzten Generation und klebt sich vor Annikas Laden auf die Straße.
Auf einmal werden alte Erinnerungen in Annika wach. In jungen Jahren gehörte sie zur Hausbesetzerszene in Hamburg. Zusammen mit zwei Freunden lieferte sie sich Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Doch sie möchte das Luzie nicht die gleichen Fehler macht wie sie damals.
Die beiden Frauen sind trotz des großen Altersunterschieds sich sehr ähnlich.
Ihre Überzeugungen sind felsenfest. Es muss sich etwas ändern, wenn nötig mit Gewalt. Mit dem Alter hat sich für Annika diese Einstellung geändert, Die Erfahrungen damals waren dazu nötig.
Die Klimakrise ist ein großes Thema, wichtig in diesen Tagen aber genau so wie das zweite Thema in diesem Buch, die Migration.
Die Autorin lässt die Klimaaktivisten ihre Argumente in einem ruhigen, überzeugenden Ton vorbringen, die Taten stehen mehr im Hintergrund weil wir die Personen kennenlernen. Ihre Lebensumstände, die Gründe für ihr Verhalten, alles das und noch mehr als nur die Straßenblockaden.
Auch wenn ich den Taten sehr skeptisch gegenüber stehe, gebe ich den Aktivisten recht, es muss sich etwas ändern. Genau so akzeptiere ich das Argument das aus diesen Taten eine unumkehrbare Radikalisierung erfolgen kann, mit Folgen für den Einzelnen und der ganzen Gesellschaft.
Die Autorin ist eine Mittlerin zwischen den beiden Seiten, sie ist nicht ganz objektiv, denn ihre Sorge gilt den jungen Menschen die vielleicht über das Ziel hinaus schießen und dabei ihre Zukunft aus den Augen verlieren.
Es ist wieder ein hochaktuelles Buch, denn das Thema Klimawandel spielt in den letzten Büchern eine Rolle und immer wieder lassen sich die Menschen auf Ideen ein, die eine langsame Verbesserung der Verhältnisse versprechen. Eingebettet in eine überzeugende spannende Familiengeschichte.
Rezensionen von Katharina:
Emotional
Even If I fall von Abigail Johnson
Mir hat Even if I fall von Abigail Johnson ganz gut gefallen. Doch zuerst zum Cover, ich finde super hübsch gestaltet und ist ein richtiger Eye-Catcher. Der Klappentext klang super emotional und das hat sich auch bewahrheitet. Mir viel der Einstieg in die Geschichte super leicht. Die Autorin hat einen tollen flüssigen und gefühlvollen Schreibstil.
Die Handlung ist von der Thematik her sehr komplex. Zwei trauernde Familien, die durch einen Schicksalsschlag verbunden sind und doch völlig verschiedene Situationen durchleben. Die Protagonisten Brooke und Heath lernen sich ganz langsam kennen. Beide verbindet der Tot von Calvin, aber auf eine völlig unterschiedliche Art und Weise. Die Geschichte ist voller Schmerz, Leid und Emotionen und insgesamt sehr spannend. Der Fokus liegt hier auch nicht auf der Liebesgeschichte sondern mehr auf der Trauerbewältigung und der Überwindung des Verlustes. Insgesamt eine wirklich gelungene Geschichte, die mich überzeugen konnte.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Schauerlich und doch so anziehend
Empire of Sins and Souls 1 - Das verratene Herz von Beril Kehribar
Ich hatte erst Sorge, ob die Handlung etwas überladen sein könnte, da der Klappentext ja doch ein buntes Potpourri an Themen beinhaltet, aber ich kann im Nachhinein sagen, dass die Geschichte sehr ausbalanciert ist. Und sie ist zudem überraschend mitreißend, auf eine sexy Art düster und aufgrund der undurchschaubaren Charaktere sehr spannend zu verfolgen.
Gefällt mir.
Zum Inhalt: Zoé ist eine Sünderin, die alles tat um zu überleben. Und als sie aufgrund ihrer Verbrechen hingerichtet wird, landet sie in Xanthia, wo die Seelen der Toten auf die Entscheidung der Mittlerin warten, die sie zur ewigen Hölle verdammt oder in die Erlösung des Himmels schickt. Doch Graf Alexei macht Zoé ein unwiderstehliches, aber gefährliches Angebot, aber dem sie ihr Leben zurückgewinnen oder alles verlieren kann. Doch kann sie ihm trauen?
Die Welt von Xanthia ist betörend und gefährlich zugleich, genauso so wie die Xanthyr. Alexei selbst ist sinnlich, eine personifizierte Versuchung und zugleich absolut tödlich. Eine höllisch anziehende Kombination und ich habe Zoés Schwanken zwischen Faszination und Angst absolut nachvollziehen können.
Aber noch viel faszinierender finde ich Prinz Kaspian und ich gar nicht erwarten im nächsten Band mehr über ihn herauszufinden.
Ich mochte wie dieser Band sich ein par Geheimnisse bewahrt, ohne den Leser völlig im Dunkeln tappen zu lassen. Und obwohl alles rund um die Jagd nach den Relikten eher undurchsichtig ist, so ist sie doch sehr packend angelegt und offenbart schauriges.
Plot und Erzählstruktur haben mir gut gefallen und gleichzeitig so viel offengelassen, dass man mitfiebert und dranbleibt. Die vielschichtigen Charaktere, die aufgrund ihrer Natur alles andere als vertrauenswürdig sein, sind interessant und faszinierend und vor allem mit Zoé kann man gut mitfiebern.
Ich fand diesen Auftaktband sehr gelungen und freue mich schon sehr auf den nächsten Band.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Es brennt in New Orleans
Verbrannte Gnade von Margot Douaihy
Das Cover ist bei diesem Buch ein echtes Verkaufsargument, das Buch sieht einfach total cool aus und auch die Handlung klingt einfach besonders. Hab mich direkt ein bisschen an Sister Act erinnert gefühlt. War mal was anderes und hat mir gut gefallen.
Zum Inhalt: für Schwester Holiday war die Zuflucht in einem Kloster in New Orleans die Rettung vor ihrem eigenen ausschweifenden Leben in New York und dessen Konsequenzen.
Als die Klosterschule brennt und dabei jemand zu Tode kommt, sieht sie es als ihre persönliche Aufgabe der Polizei bei den Ermittlungen unter die Arme zu greifen.
Ich fand Schwester Holiday eine wirklich gelungene Protagonistin. In Erinnerungs-Rückblenden erfährt der Leser, wie es dazu kommen konnte, dass nun diese eher unkonventionelle Nonne das Kloster bewohnt. Vor allem ihre Familiengeschichte rund um Moose war wirklich nicht ohne. Alle übrigen Charaktere bleiben dagegen blass hinter ihr zurück.
Die Beschreibungen vom überhitzten New Orleans, der strengen Klosterumgebung und vor allem von Holidays Äußeren und ihrem ganzen Auftreten waren sehr gelungen. Sie ist eine coole, taffe Protagonistin und ich mochte die Nonnendetektivin sehr gern. Alles rund um das Kloster selbst und die Ermittlung fand ich fast schon dünn. Da hätte auf die Krimi-Schiene für meinen Geschmack gerne mehr kommen können. Vor allem die Auflösung inklusive Motiv war etwas dürftig.
Der Spannungsbogen flacht innerhalb der Geschichte immer wieder ab, was für mich der Auseinandersetzung der Protagonistin mit sich selbst und ihrer eigenen Geschichte geschuldet ist. Da hätte es für mich gerne etwas knackiger sein können.
Insgesamt eine coole Idee, die sehr an Sister Act erinnert, aus der man aber mehr rausholen könnte. Vielleicht schaffen das die Folgebände, ein solider Grundstein ist jedenfalls gelegt.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Frausein
Die schönste Version von Ruth-Maria Thomas
Ich habe dieses Buch auf der Longlist des deutschen Buchpreises entdeckt und bin direkt neugierig geworden. Ich kann nur sagen, dieses Buch steht dort zurecht drauf. Ein wichtiges, aufrüttelndes Buch- eine Geschichte vom Frausein, erwachsen werden, konfrontiert sein mit den eigenen Erwartungen und denen der Gesellschaft.
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, den Beginn der Geschichte markiert der Wendepunkt/die Tat. Häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen durch den eigenen Partner sind wahnsinnig wichtige Themen und ich finde es gut, dass auch die Literatur sowas immer mehr aufgreift und ihre Stellung nutzt um aufmerksam zu machen.
Innerhalb der Gegenwarts-Handlung erinnert sich die Protagonistin zurück an ihre Jugend, ans Aufwachsen, erste Kontakt zu Jungs und das Kennenlernen ihre aktuellen Partners. Schnell wird dabei klar, dass ihr Leben geprägt ist von toxischen Beziehungen und der Sexualisierung ihres Körper, durch andere aber auch durch sich selbst.
Die Sprache ist stellenweise schon obszön, unterstützt den Eindruck dessen, dass Jellas Körper etwas ist, über das verfügt wird, sie selbst als Objekt fremder Begierde. Dabei ist sie so viel mehr, könnte so viel mehr sein. Der Traum vom besseren Leben, zum Greifen nah und doch so fern. Ich hab beim Lesen immer zwischen Schock und Wut geschwankt, erschüttert davon, dass da niemand ist, dem sich Jella anvertraut. Bis es eskaliert.
Die Geschichte erzählt vom Weihermachen, vom zurück in den Alltag finden und der Ungewissheit des Schwebezustands wenn man noch nicht weiß, sie es nun weitergehen soll. In Jella vereinen sich Angst, Scham und letztendlich auch Mut.
Ein Buch das betroffen macht, aufmerksam macht, Mut macht. Wirklich gut, unbedingt lesen.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
unterhaltsam, bestärkend, atmosphärisch
Agency for Scandal von Laura Wood
Ich liebe ja Regency-Romane und diese Geschichte vereint Regency und Cosy Crime, was ich eine sehr spannende Kombination finde, da Frauen in Regency-Romanen ja sonst eher das schöne, aber schwache Geschlecht sind. Die Frauen in diesem Roman sind alles andere als schwach und lassen sich nichts bieten, was ich erfrischend und einnehmend fand.
Gab mir so ein bisschen Enola Holmes Vibes.
Zum Inhalt: Nach dem Tod ihres Vaters ist Izzys schönes Leben als Dame der Gesellschaft mehr Schein als Sein, denn die Familie ist quasi bankrott und würde diese Info jemals nach außen dringen, wäre die Familie gesellschaftlich ruiniert, was sie sich unter keinen Umständen leisten können. Izzy führt daher ein geheimes Doppelleben als Agentin im Finkennest- einer Detektei für Frauen. Und der neuste Auftrag, bringt nicht nur ihr Leben durcheinander, sondern auch ihre Gefühle, denn ihr heimlicher Schwarm ist irgendwie in den Fall verwickelt.
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und hatte anfangs ziemlich Probleme in die Handlung rein zukommen. Ich weiß nicht genau woran es lag, denn die Sprecherin macht das eigentlich gut, aber ich fand Izzy irgendwie unnahbar und nervtötend. Beschreibungen der Szenerie sind teilweise ziemlich ausschweifend und viele der Infos wirken erstmal wahnsinnig willkürlich und überflüssig. Nach und nach erfährt man natürlich Izzys Beweggründe und dadurch wurde sie mir dann letztendlich doch sympathischer und auch die Handlung wurde, nachdem sie einen richtigen roten Faden hatte, nachvollziehbarer.
Die Idee um die Finken und die Detektiv-Agentur von und für Frauen fand ich aber grundsätzlich eine coole und unterhaltsame Idee, mal eine andere Art der Girlpower und auch Izzys Doppelrolle bzw. ihre Kostümierung fand ich witzig umgesetzt. Sie ist eben eine Frau voller versteckter Talente. Ich finde es spannend wie hier feministische Gedanken auf einfach Art runtergebrochen werden und wie stark Izzy sich für andere Frauen einsetzt. Auch dass queere Figuren mit einer angenehmen, offenen Selbstverständlichkeit in diesem Roman vorkommen, hat mir gut gefallen. Natürlich in den Kontext der Zeit gesetzt, den die gesellschaftlichen Strukturen mit sich brachten.
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat mir die Geschichte doch gut gefallen und ich mochte die Verstrickung aus Crime und Regency-Romance ganz gerne. Auch, dass der Fall letztendlich deutlich größer und bedeutender ist, als er anfangs schien, hat mich angenehm überrascht und für ein gutes Maß an Spannung gesorgt.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Hat mich schon ein bisschen umgehauen
Mein drittes Leben von Daniela Krien
Daniela Krien ist ja inzwischen ein Name, an dem man nicht mehr vorbeikommt und deren Werke mir schon von vielen Seiten empfohlen worden sind. Daher habe ich die Nominierung des deutschen Buchpreises zum Anlass genommen ihr neustes Buch zu lesen. Kurz und knapp: ich bin jetzt Fan und die anderen Bücher von ihr sind bereits bestellt.
Zum Inhalt: ihr Leben war voller Glück, bis ein Moment alles zerstört und ihre Welt in Dunkelheit versinkt. Gefangen in ihrer Trauer verlernt Linda zu leben, bis sie beschließt, dass sie sich zurück an die Oberfläche kämpfen will.
Also erstmal wow, tough topic. Der Klappentext lässt es ja bereits vermuten und ich bin da eigentlich auch gar nicht sensibel, aber Daniela Kriens Schreibstil trägt dazu bei, dass sich auch bei mir während des Lesens eine gewisse Schwere breit gemacht hat. Lindas Empfindungen werden sehr nahbar und authentisch geschildert, ihre völlige Selbstaufgabe hat mir ganz schön zu schaffen gemacht.
Aber wo Schatten ist, ist auch Licht- allen voran die Menschen, die Linda nicht aufgeben, egal wie harsch sie sie von sich stößt oder es einfach nicht schafft, am Leben teilzunehmen. Wie authentisch die Beziehung zu Robert dargestellt ist, kann ich nicht beurteilen, vor seinem Charakter kann man aber nur den Hut ziehen. Generell gibt es in diesem Buch allerhand berührende kleine Gesten, die so viel ausmachen können.
Die Geschichte kommt mit wenig aus- wenig Figuren, wenig Handlungsort, kein schmückendes Beiwerk. Die Handlung ist Fühlen und Reflektieren, Erinnern und Zurückblicken, Weitermachen und Loslasssen. Die offene Erzählstruktur, die schnörkellos und ungeschönt erzählt, hat mir gut gefallen und mich tief bewegt. Es sind kleine Schritte, mit denen sich Linda ihr Leben zurückholt, die feinfühlig geschildert werden.
Ein grandioses Buch über eine bewegende Geschichte. Für mich ein Buch, dass auch nach dem Zuschlagen noch lange bleibt und nachhallt. Und ein viel zu alltägliches, tragisches Thema, das hier auf sanfte Art ganz wunderbar aufbereitet wurde.










