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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von PMelittaM:

Originell

P.S. Morgen bist du tot von Vera Kurian

Chloe ist eine von sieben Psychopath:innen, die in eine anonymen klinische Studie an der John Adams University in Washington aufgenommen wurden und dafür die Studiengebühren erlassen bekamen. Doch Chloe hat mehr im Sinn als zu studieren, sie will sich endlich für etwas rächen, das man ihr vor Jahren antat.

Doch dann werden andere Studienteilnehmer ermordet und plötzlich ist Chloes eigenes Leben in Gefahr.

Chloe ist nicht die einzige Teilnehmerin der Studie, die man näher kennenlernt, neben ihr neu am College ist Andre, der sich mehr oder weniger in die Studie hineingeschummelt hat, Charles dagegen ist schon im dritten Jahr und stammt aus reicher Politikerfamilie. Erzählt wird aus den Perspektiven dieser Drei, jedoch nur Chloe erzählt in Ich-Form selbst. Weitere, aber seltenere Perspektiven sind die des Studienleiters und dessen Doktorandin.

So lernt man vor allem die oben genannten Drei gut kennen. Chloe, die sehr selbstbewusst ist, sich aber immer wieder überschätzt, Andre, der intelligenteste der Drei und mir am sympathischsten, der aber immer sein Geheimnis hüten muss, und Charles, der sich ganz gut in seinem Leben eingerichtet hat, nun aber auch in Gefahr schwebt. Natürlich gibt es auch offizielle Ermittler, die nach den Morden eingesetzt werden, diese sind aber nur Nebenfiguren, wir Leser:innen folgen den Ermittlungen, die Chloe, Andre und Charles gemeinsam anstellen, immer vorsichtig den anderen beiden gegenüber, den der/die Täter:in könnte selbst aus der Studie stammen.

Die Erzählform gefällt mir sehr gut, so hat man ganz verschiedene Einblicke, auch auf die einzelnen Protagonist:innen. Und auch wenn ich es mir hin und wieder etwas an Logik fehlte, vor allem gegen Ende, habe ich den Roman gefesselt gelesen und eigene Überlegungen angestellt, wer hinter allem stecken könnte, und die Lösung sogar vor den Protagonist:innen entdeckt. Es steckt auch eine gewisse Faszination darin, dass es sich sowohl bei den Opfern als auch dem/der Täter:in um Psychopath:innen handelt, die eben nicht immer „normal“ handeln, das hat die Autorin auch ganz gut dargestellt.

Psychopath:innen als Protagonist:innen sind besondere Charaktere, die Autorin hat sie, meiner Meinung nach, gut gezeichnet. Die Erzählweise aus verschiedenen Perspektiven, nur eine davon in Ich-Form, gibt dem Roman etwas besonderes und hat mich sehr angesprochen. Das Geschehen fand ich hin und wieder etwas überzogen oder auch unlogisch, das hat meine Leselust aber nur wenig gehemmt. Unterm Strich ist der Roman originell und ich könnte mir sogar vorstellen, die drei Protagonist:innen in einer Fortsetzung wiederzutreffen.

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Rezensionen von Ameland:

Klufti wagt sich aufs politische Parkett

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13) von Klüpfel Volker; Kobr Michael

Ich hatte das Warten auf einen neuen Kluftinger aus den Federn von Klüpfel und Kobr schon fast aufgegeben, aber nun ist er da der 13. Kluftinger.

Bei einer Übung unter Kluftingers Leitung kommt ein Polizist ums Leben. Bei der Aufklärung wie es dazu kommen konnte, treffen Klufti und seine Kollegen auf einige zweifelhafte Mitmenschen.

Neben den Ermittlungen ist der Interims-Polizeipräsident noch im Wahlkampf für den Gemeinderat gefordert. Er hatte sich zwar nur per forma aufstellen lassen, aber als sich auch sein persönlicher Kontrahent Langhammer zur Wahl stellt, erwacht Kluftis Ehrgeiz. Aber genau wie bei der Übung läuft auch hier einiges aus dem Ruder.

Wie bereits bei den Vorgängern habe ich mich über typische Kluftinger-Dialoge amüsiert. Aber auch seine Unkenntnis in Sachen moderner Techniken oder veganer Ernährungsweisen brachten mich zum Schmunzeln. Allerdings fand ich, dass die Jagd nach dem Mörder immer wieder in den Hintergrund trat und vom Wahlgeschehen in die zweite Reihe beordert wurde. Für mein Dafürhalten hätte dies etwas kürzer gestaltet werden können.

Der Schreibstil der Autoren ist wie gewohnt, flüssig und zügig zu lesen. Aktuelle Themen wie Corona-Leugner, Impfgegner, Rechtsradikalismus und die negativen Auswirkungen sozialer Medien wurden glaubwürdig in den Krimi integriert.

Ich habe die Zeit mit Kluftinger und seinem Team genossen. Aber mir persönlich fehlte es etwas an Spannung und ich fand die Wahlkampfpassagen zeitweilig zu langatmig. Daher gibt es von mir dieses Mal nur vier Sterne.

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Rezensionen von @lust_auf_literatur:

Empathischer Feel-Good Roman

Blue Sisters von Coco Mellors

Ich mochte schon „Cleopatra und Frankenstein“ und ich mochte auch „Blue Sisters“. Beides waren für mich die absoluten Feel-Good Bücher!
Und das kurioserweise, obwohl es in Mellors Romanen viel um verkorkste Kindheiten, zerbrochene Menschen und Familien und um Trauer geht. Und natürlich geht es sehr viel um Drogen und um Alkohol.

„Aber ihre Familie war nicht normal. Sucht floss durch ihre Adern wie Elektrizität durch einen Stromkreis.“

Die Familie, die im Mittelpunkt von „Blue Sisters“ steht, ist die Familie der Schwestern Avery, Bonnie und Lucky Blue. Sie haben vor kurzem ihre vierte Schwester Nicky durch einen schrecklichen Unfall verloren.
Die unterschiedlichen Frauen sind durch den Tod ihrer Schwester schwer erschüttert und jede geht mit der Trauer in unterschiedlicher Form um.
Avery ist die Älteste und war schon immer in einer Art Mutterrolle für ihre jüngeren Schwestern. Sie lebt mittlerweile ein sehr geordnetes, scheinbar perfektes Leben in London, ist mit einer wunderbaren und liebevollen Frau verheiratet und ist beruflich sehr erfolgreich. Bonnie hat lange in New York eine Profi-Box-Karriere verfolgt, ist nach Nickys Tod allerdings an die Westküste geflohen und hat das Boxen aufgegeben. Ihre Geschichte und ihre Persönlichkeit mochte ich am liebsten, sie ist auch die mit dem höchsten Kitschfaktor.
Lucky, die Jüngste der Schwestern, ist wunderschön und arbeitet seit ihrer frühen Jugend als Model auf der ganzen Welt und ist der Schattenseiten des Business müde geworden. Mittlerweile machen sich bei ihr Spuren ihrs exzessiven Partylebens inklusive Drogen und Alkohol bemerkbar.

Als die Mutter die New Yorker Wohnung von Nicky verkaufen will, kommen die Schwestern auf Grund von verschiedener Umstände dort zusammen. Sie alle sind durch Nickys Tod aus ihrem Leben gefallen und auf der Suche nach einem Neuanfang .

Klar könnte ich jetzt, genauso wie in „Cleopatra und Frankenstein“, einiges kritisieren und für Leser*innen, die ausschließlich auf der Suche nach der nächsten tiefschürfenden, philosophisch nachdenklichen und wahrhaftigen Experience sind, ist „Blue Sisters“ vielleicht zu nah am vorprogrammierten und verfilmungsbereiten Marketingerfolg.
Ich fand mich mit dem neuen Roman von Coco Mellors allerdings bestens unterhalten. Die New Yorkerin hat einen modernen und nuancierten Schreibstil, der mich über die Seiten fliegen und die Figuren lebendig werden lässt. Natürlich liebe ich es, dass Mellors das in der Literatur seltene Thema Endometriose einfließen lässt. Es gibt weniger kinky (Sex-)Szenen (oder gar keine) als in „Cleoptra und Frankenstein“, was „Blue Sisters“ wahrscheinlich noch zum massentauglicheren Roman macht.

Das reicht selbstverständlich für eine Leseempfehlung, falls du dir deine Meinung nicht schon gebildet hast, ob die Romane vielleicht was für dich sein könnten.

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Rezensionen von @lust_auf_literatur:

Das Verschwinden einer Lehrerin

In den Wald von Maddalena Vaglio Tanet

Das wunderschöne Cover des Romans hat mich in der Suhrkamp Vorschau sofort angesprochen. Es zeigt, passend zum Titel, einen Wald, wie ich ihn mir in Norditalien vorstelle.
Und der Wald spielt eine große Rolle in dem Debütroman der italienischen Autorin Maddalena Vaglio Tanet. Sie ist selbst in dem piemontesischen Ort Biella geboren, der auch der Schauplatz ihres Romans ist.

Tanet erzählt eine Geschichte, die auf wahren Vorkommnissen und Personen Anfang der 70er Jahre basiert und die in ihrer eigenen Familie überliefert wurden. Das weiß ich aus den Tanets Anmerkungen, die dem Roman nachgestellt sind.

Silvia ist eine alleinstehende Lehrerin Anfang 40, die im kleinen Örtchen Biella lebt und in der örtlichen Schule mit Leidenschaft für ihre Schüler*innen unterrichtet. Vor allem Kinder, denen sie anmerkt, dass sie es in ihren Familien schwer haben, versucht sie besonders zu unterstützen. So wie die junge Giovanna, die öfter mit blauen Flecken zur Schule kommt und mit Eintritt in die Pubertät zunehmend Probleme in der Schule und zu Hause bekommt. Silvia, die selbst als Waisenkind einige Zeit im Internat verbracht hat, kennt die Folgen von fehlender Elternliebe und möchte Giovanna unterstützen.

Doch eigentlich beginnt der Roman damit, dass Silvia morgens einfach in den Wald geht und dort verschwindet statt in der Schule zu unterrichten. Nachfolgend erfahre ich aus dritter Hand, dass ihr Schützling Giovanna am Vorabend aus dem Fenster ihres Zimmers in den Fluss gestürzt ist und dort ertrunken ist. Es wird vermutet, dass sie sich umgebracht hat.
Außerdem wird vermutet, dass Silvia davon morgens in der Zeitung gelesen hat und deshalb verschwunden ist. Ihre Verwandten und Freund*innen machen sich Sorgen und starten Suchaktionen.
Ich als Leser*in habe einen guten Blick aufs Geschehen, denn ich bin dabei, als Giovanna verzweifelt aufs Fensterbrett steigt und Silvia, gepeinigt von Schuldgefühlen und Erinnerungen an ihre Vergangenheit, im Wald mit der Natur verschmelzen will.

“Silvia erträgt es nicht, in der Welt zu sein und zu wissen, dass es Giovanna nicht mehr gibt.”


Es gibt viele Passagen, die mir gut gefallen, allen voran die Szenen mit Silvia im Wald und später auch in der Interaktion mit dem Jungen Martino.

Einige Passagen haben mir aber weniger gut gefallen und das lag zum großen Teil an meinem Unvermögen den vielen zusätzlichen Erzählsträngen des überaus großzügig bestückten Figurenkabinett noch zu folgen. Hier hätte meiner Meinung nach eine deutliche Reduzierung auf die Kernfiguren Silvia, Giovanna und Martino gut getan, statt dem Auffächern eines kompletten personellen Dorfpanoramas, das wohl zum Teil auf wahren Personen beruht.

Die Geschichte der Lehrerin Silvia, die im Wald verschwindet, hätte für mich auch ohne realem Hintergrund sehr gut funktioniert, denn Tanet ergänzt die bekannten Fakten mit fiktionalen Gedanken, Figuren und Details.

Gut gefallen hat mir der Schluss, der mir genügend Raum für eine gedankliche Fortführung der Geschichte lässt und final nicht alles erklären will und kann und einen gelungenen Schlusspunkt setzt.
Maddalena Vaglio Tanet hat in ihrem ersten Roman bereits eine ganz eigene Erzählstimme, die ich gerne gelesen habe, auch wenn sich der Roman sich nicht zu meinen italienischen Highlights gesellen wird.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Barbara Maria Angerer:

Eine ermutigende Geschichte, eingewoben in historisch belegte Kontexte

Sing, wilder Vogel, sing von O’Mahony Jacqueline; pociao; de Hollanda Roberto

Ausgrenzung, Unterdrückung, Not und unvorstellbares Elend aus der Zeit der großen Hungersnot in Irland, mischt die Autorin Jacquline O´Mahony mit der inneren Weigerung der Protagonistin Honora sich in Hilflosigkeit und Ausweglosigkeit zu verlieren. Tatkraft, Hoffnung und Unbeirrbarkeit bleiben der rote Faden durch das gesamte Buch.

Ich wurde mitgenommen zu den inneren Dialogen von Honora und durfte Zeugin werden, wie sich innerer Widerstand gegen die von außen vorgegebenen Bedingungen immer wieder Bahn bricht. Wie Hoffnung auf ein „besseres“ Leben immer wieder neu genährt wird und das Streben nach äußerer „Freiheit“ durch die innere Freiheit und Unabhängigkeit letztendlich Erfolg verspricht.

In schöner Sprache verschachtelt die Autorin die zeitliche Abfolge immer wieder, erhält so geschickt den Spannungsbogen und überreizt damit nicht das für mich erträgliche Maß für die Beschreibung von Elend und Schmerz. In Summe ein ermutigendes und den Horizont erweiterndes Buch, genauso, wie ich mir ein ausgezeichnetes Buch wünsche. Unbedingte Leseempfehlung!

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Dagmar Pfleger:

Suche nach Freiheit und Selbstbestimmung

Sing, wilder Vogel, sing von O’Mahony Jacqueline; pociao; de Hollanda Roberto

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, weil es der Autorin so wunderbar gelungen ist, die Gefühle, das Innere der Protagonistin zu Papier zu bringen, wodurch ich mich in einem regelrechten Lesesog befand. Honoras irisches Drama verwoben mit dem Mut, dem Glauben an die Zukunft und ihrer beeindruckenden Resilienz konnten von O‘Mahony für mich beeindruckend in diese Geschichte gepackt werden.

Unbedingte Leseempfehlung!

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Rezensionen von Julyy:

Wenn Liebe und Freundschaft keine Optionen sind

Even If I fall von Abigail Johnson

Wenn Freundschaft und Liebe keine Optionen sind…
Manchmal hält das Leben überraschende Wendungen für einen bereit, und mit dieser Wendung hätte die Protagonisten nicht gerechnet.
Ein Buch war so voller Emotionen und Spannung und Vielseitigkeit steckt, hatte ich schon lange nicht mehr in der Hand.

Ich muss tatsächlich sagen, der Anfang war etwas verwirrend und kompliziert und ich bin nicht wirklich immer mitgekommen. Man musste dem Buch einige Zeit geben.
Weswegen ich ein Stern abziehen würde. Aber ab der Mitte wurde es wirklich spannend. Die Beziehungen der Charaktere zeigten immer mehr Probleme, die aufgetaucht sind und Wahrheiten die ans Licht gekommen sind.

Ich fand den Schreibstil auch sehr toll und es hat einen ab der Mitte wirklich mitgerissen. Das Cover ist auch total schön gestaltet. Ich würde diesen Buch vier Steine geben. Es war wirklich gut !

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine gelungene Fortsetzung

Die rauen Nächte von Graz von Robert Preis

Charlotte hat gemeinsam mit den Kindern Armin Trost endgültig verlassen. Nur Zeus, der Berner Sennenhund ist bei ihm, als er bei einem Spaziergang beobachtet, wie ein Bündel aus einem weißen Lieferwagen geworfen wird. Als er Nachschau hält, entdeckt er eine schwer verletzte unbekannte Frau, die wenig später im Krankenhaus stirbt.

Beinahe gleichzeitig verschwindet die junge Freundin von Balthasar Gierack, seinem ehemaligen Vorgesetzten und aktuellen Todfeind. Blöderweise ist sie noch dazu die Tochter eines hochrangigen Politikers. Daher erteilt man höheren Ortes, entgegen Gieracks Willen, dem Einzelgänger Trost den Auftrag, den Mörder bzw. die Vermisste zu finden. Das ehemalige Team von Armin Trost ist auch nicht untätig und ermittelt unter anderer Leitung und größter Geheimhaltung ebenfalls. Das führt dazu, dass man in Trosts Wohnung eine Kommandozentrale einrichtet und alle Ermittler, Trost inklusive, verkabelt sind und Decknamen haben. So wird Trost zum „Schwarzen Mandl“ und Anne Lemberg zur Schöcklhex.

Als dann noch eine junge Frau verschwindet, sieht Armin auch seine Nachbarin, die Schauspielerin Eva Schön, in Gefahr. und flugs dichtet im Gierack ein Gspusi mit der Schauspielerin an.

Es wäre kein Krimi von Robert Preis, wenn sich nicht auf den letzten Seiten die mystische Stimmung in einem gewaltigen Showdown entladen würde.

Meine Meinung:

Ich kenne ja Armin Trost schon seit seinem ersten Fall und beobachte gespannt seine Entwicklung. Obwohl er immer wieder durch riskante Alleingänge sein Leben und seine Gesundheit gefährdet, schafft er eine nahezu 100% Ausklärungsquote, was ihm den Hass und Neid von Balthasar Gierack, einträgt. Dabei schmückt er sich dann gerne mit Trosts Erfolgen. Während Gierack ein geschniegelter Schreibtischtäter ist und seine italienischen Schuhe nicht schmutzig machen will, legt Trost keinen Wert auf irgendwelchen Komfort. Und auch die Beweihräucherung durch Politiker oder Medien sind Trost zuwider. Das Rampenlicht überlässt er gerne Gierack. Bezeichnend für Gieracks Charakter ist, dass er Trost ein Gspusi mit der Nachbarin andichtet, ohne auch nur einen realen Beweis zu haben. Er manipuliert damit Anne Lemberg, die nach wie vor Gefühle für Trost hegt. Gierack selbst ist natürlich Ehemann und Vater, kann aber die Finger von ziemlich jungen Frauen nicht lassen. Ob ihm demnächst endlich einmal einer auf die Finger klopft?

Für alle jene, die erst jetzt in die Reihe einsteigen, ist vieles nicht ganz klar. Es ist für das Verständnis von Armin Trosts Charakter bzw. seine oft eigenartig anmutenden Handlungen hilfreich, die Vorgängerbände zu kennen. Unbedarfte Leser könnten sonst den Eindruck haben, Trost stolpere nur durch seine Ermittlungen.

Robert Preis schafft es immer wieder, tief in die Abgründe der menschlichen Seele einzutauchen. Dabei nimmt er auch Anleihen bei steirischen Sagen und Mythen. Diesmal spielen die Raunächte, also jene Zeit zwischen 21. Dezember und 6. Jänner, und die Wilde Jagd eine große Rolle.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem durchaus spannenden 9. Fall für Armin Trost 5 Sterne.

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Rezensionen von Anndlich:

Verfluchtes Katzenbrunn

Finster von Ivar Leon Menger

Im Mai 1986 verschwindet ein 13-jähriger Junge spurlos von einem Jahrmarkt in Katzenbrunn, kein Einzelfall. Denn seit Jahren verschwinden immer wieder Jungen aus dem kleinen Dorf. Hans J. Stahl war früher Ermittler in diesem Fall, konnte aber nie jemanden Dingfest machen, eine Sache, die ihn noch heute, außer Dienst, beschäftigt und so macht sich der pensionierte Kommissar auf den Weg in den Odenwald.

Katzenbrunn, das vor allem für seine psychiatrische Klinik Waldfrieden bekannt ist, trägt viele Geheimnisse in sich und bald verschwindet der nächste Junge aus dem Ort, Stahl läuft die Zeit davon.

Finster von Ivar Leon Menger ist ein atmosphärischer Thriller, der mich nach einem schwierigen Start noch in den Bann ziehen konnte. Doch zu Beginn haben mir die vielen Perspektiven einige Probleme gemacht, die losen Anfänge, die scheinbar keinerlei Zusammenhänge besitzen und noch sehr willkürlich wirkten, haben das erste Drittel eher zäh gestaltet.

Doch nach diesem ersten Drittel nimmt der Thriller fahrt auf, die einzelnen Perspektiven lassen sich zunehmend besser verorten, wenngleich eine Auswahl einer Perspektive mir bis zum Schluss nicht ganz klar. Diese Verortung und die von Beginn an sehr kurzen Kapitel sorgen auch dafür, dass der Inhalt an Tempo aufnimmt und man immer schneller durch die Geschichte kommt. Die Perspektiven sorgen zwar auch dafür, dass Überraschungen beim Täter ausbleiben, dennoch gibt es im Laufe der Story einige, kleinere und größere Überraschungs- und Schockmomente.

Nachdem Finster mich zu Beginn nicht abholen konnte, hat es mich schnell von sich überzeugen können und mit einer düsteren Atmosphäre und verschrobenen Charakteren gepunktet. Wenn ihr zu diesem Buch greift, gibt ihm Zeit sich zu entfalten und genießt!

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Rezensionen von PeLi:

Licht und Schatten

Die Berghebamme - Hoffnung der Frauen von Linda Winterberg

Oberbayern im Jahre 1893. Maria hat gerade ihre Ausbildung als Hebamme in einer modernen Münchener Gebäranstalt mit Auszeichnung abgeschlossen. Alles läuft für sie privat und auch beruflich im Moment sehr gut.
Da bekommt sie einen Brief von ihrem Jugendfreund Max, der sie bittet, zurück in ihr Heimatdorf Brannenburg zu kommen, um dort die Nachfolgerin der alten Berghebamme Alma zu werden.

Maria ist hin und her gerissen, einerseits möchte sie Max nicht absagen, denn ihm hat sie viel zu verdanken, da er immer wie ein Bruder zu ihr hielt, während ihrer schwierigen Kindheit als uneheliches Findelkind. Sie musste ihre ganze Kindheit hindurch gegen alle möglichen Vorurteile kämpfen und richtig zugehörig hat sie sich in dem Ort nie gefühlt. Nach langem Überlegen, entschließt sie sich aber nun doch, die Heimreise anzutreten und die Nachfolgerin von Alma zu werden.

In Brannenburg angekommen, muss sie leider feststellen, dass es nicht so leicht werden wird, wie Max ihr vorausgesagt hatte. Wegen ihrer Herkunft akzeptiert man sie auch heute noch nicht in dem Ort, von mancher Seite schlägt ihr sogar richtiger Hass entgegen. Und auch Alma hat überhaupt nicht vor, sich aus dem Beruf zurückzuziehen und für sie das Feld zu räumen. Und als wäre das noch nicht genug an Problemen , kommen bei ihr plötzlich auch noch Gefühle für Max auf, die alles andere als brüderlich sind. Und das darf nicht sein, denn Max ist verheiratet und seine Frau erwartet gerade ihr erstes gemeinsames Kind.

Im Großen und Ganzen hat mir dieses Buch gut gefallen, auch, wenn mich etwas genervt hat, dass sich einiges zu oft wiederholte. Marias Überlegungen über ihre Zukunft in Brannenburg z.B., kaum kam irgendeine negative Aussage von den Frauen im Dorf, schon machte sie sich wieder die immer gleichen Gedanken. Und, das ständige "Schwesterlein" fand ich auch etwas zu viel, so wie auch einige andere , doch schon etwas gewöhnungsbedürftige Dialoge nicht so ganz mein Fall waren.
Das Positive überwog allerdings und , gerade gegen Ende wurde es nochmal sehr berührend, so dass ich das Buch auf jeden Fall empfehlen würde und ich werde ganz bestimmt auch noch die anderen Teile dieser Reihe lesen, die im nächsten Jahr erscheinen.

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