Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
konzentrierter Text, leicht überfrachtet
Nur nachts ist es hell von Judith W. Taschler
Die Österreichische Schriftstellerin Judith W.Taschler hat mit Nur Nachts ist es hell ein sehr konzentriertes Buch geschrieben. 1973 erzählt eine Frau ihr Leben. Überwiegend spielt es in Wien. Elizabeth wächst in Mühlviertel auf, heiratet dann Georg, der im ersten Weltkrieg einen Arm verlor und wurde nachdem sie zunächst Krankenschwester war Ärztin.
Nach fühlt sie sich ihren Bruder Eugen, der in die USA ausgewandert war, dann aber zurückkehrte.
Elizabeths Erzählung springt gelegentlich. Es gibt jedenfalls viele Fakten und Details, die man als Leser erst einmal verarbeiten muss. Ehrlich gesagt, halte ich das Buch für überfrachtet. Doch man ist durch Taschlers Erzählart auch so tief in die Handlung reingezogen, dass sich allmählich ein Gesamtbild ergibt.
Da Elizabeth alleinige Erzählerin ist, bleibt man nah an ihr dran.
Einzige Ausnahme sind die geschickt von der Autorin eingebundenen Briefe von Eugen, in der er seine Zeit in Boston berichtet.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein kurzer Einblick in das Mode-Business von Manhattan
Die Modeschöpferin von Manhattan von Joan Weng
Joan Weng ist für ihre historischen Romane, die in der Weimarer Republik spielen bekannt. Nun hat es sie über den großen Teich nach New York und in das Jahr 1939 verschlagen.
Daisy Goldenblatt stammt aus den Südstaaten und soll, nach dem Willen ihrer Familie den wohlhabenden Alistair Fraser heiraten.
Bis zu ihrer Hochzeit „darf“ sie im Haus ihrer Tante wohnen und im Salon der exzentrischen Modeschöpferin Valentina Schlee arbeiten. Daisy steckt in der Zwickmühle, denn einerseits will sie eine gute Tochter sein (aber nur ein bisschen) und den faden Alistair heiraten, aber eigentlich ist sie in den irischen Journalisten Christopher verliebt, der sich eben anschickt, als Kriegsberichterstatter in den Spanischen Bürgerkrieg zu ziehen.
Das Leben einer jungen Frau aus gutem Haus ist nicht einfach zu dieser Zeit. Die Erwartungen, die Eltern, Schwiegereltern und alle anderen Verwandten sowie die Gesellschaft an sie stellen, ist komplex. Eine, die längst außerhalb dieses Rahmen steht, ist die Modeschöpferin Valentina Schlee. Sie ist, ganz genau erfährt man es ja nicht, eine ukrainische Einwanderin, die von ihren eigenen Dämonen geplagt wird. Die versteckt sie hinter ihrem Geschäftssinn sowie ihrem exaltierten Auftreten. Valentina beschränkt die Anzahl ihrer Kundinnen auf 200 Namen. Keine mehr, keine weniger. Ihre Kreationen, die sie ihren Kundinnen auf den nackten Leib schneidert, sind außergewöhnlich. Im Laufe der Geschichte begegnen wir einigen illustren Namen wie Katherine Hepburn, Marlene Dietrich oder Eleanor Roosevelt.
„Einfachheit überlebt die Veränderungen der Mode“
Meine Meinung:
In diesem Roman rund um historische Valentina Schlee (1899-1989) ist die Geschichte um die fiktive Daisy Goldenblum geschickt eingebettet. An manchen Stellen macht Daisy der Modeschöpferin den Platz im Buch fast streitig. Der Titel suggeriert die Lebensgeschichte Modeschöpferin, die in meinen Augen ein wenig zu kurz kommt, zumal der gesamt Roman nur 160 Seiten hat. Ich hätte gerne mehr über Valentina Schlee gelesen, die heute fast vergessen ist.
Trotzdem hat mir dieser Ausflug in das New York von 1939 gut gefallen. Der Roman zeigt hier die Veränderungen, die in der Zeitspanne von 20. August bis Oktober 1939 passieren. Der Rahmen ist die quasi „heile Welt“ im Mikrokosmos des Modesalons und zum anderen der Beginn des Zweiten Weltkrieges, als die deutsche Wehrmacht am 1. September in Polen einmarschiert.
Fazit:
Ich hätte gerne mehr über Valentina Schlee erfahren, die heute beinahe vergessen ist. Dafür gibt es 4 Sterne.
Rezensionen von Miro:
Weiterleben
Mein drittes Leben von Daniela Krien
Es ist ein ganz normaler Wochentag, der Lindas Leben für immer verändert hat. Ihr Tochter Sonja wurde von einem abbiegenden LKW übersehen und überfahren. Sie starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus, während Linda ein geschäftliches Telefonat führte und nicht einmal den kleinsten Stich im Herzen fühlte.
Sie waren eine glückliche Familie; Linda, Richard und Sonja mit den Patchworkindern Ylvie und Arvid. Doch nun ist alles zerbrochen. Das Leid hat die Liebe aufgefressen und zwei Jahre später kann Linda noch immer nicht nach vorne schauen, während sich Richard langsam aus dem Abgrund kämpft. Heilung braucht Zeit und verläuft nie linear und immer anders.
Also trennt sich Linda auch von Richard und zieht sich auf einen halb verfallen Bauernhof in einem Dorf am Ende der Welt zurück. Dort übernimmt sie Hund und Hühner von der Vorbesitzerin und beginnt sich in die Gartenarbeit zu stürzen. Das tägliche Werk mit den Händen hilft ihr an vielen Tagen und der Hund verlangt seine Spaziergänge. Doch an manchen Tagen gelingt es Linda nicht, das Bett zu verlassen.
Dieser völlig Rückzug birgt den Nährboden für Lindas Narben und ganz langsam beginnt auch Linda zu heilen. Es braucht wieder einen Anstoß, damit sie sich dem Leben wieder zuwenden kann, aber Linda steht nicht allein. Es gibt Menschen, die ihr beistehen und es kommt auch wieder eine Zeit, in der Linda jemandem beistehen kann.
Daniela Krien hat mit diesem Roman ein sehr emotionales Buch verfasst. Der erste Teil ist wirklich hart zu lesen, denn der Sog des Leides zieht mich auch als Lesende mit sich in den Abgrund. Es ist schwer zu ertragen. Doch ganz langsam ändert sich das Gefühl beim Lesen und mit Lindas Heilung werden auch die Zeilen des Romans leichter. Und auch wenn das Leben weiteres Leid für Linda parat hält, ist das Ende hoffnungsvoll. Es gibt einen Weg und es gibt eine Zukunft. Linda wird nie wieder dieselbe sein, sie wird auch nie wieder eine Mutter sein. Doch sie wird eine Frau sein, die sich ihren Abgründen stellen kann und mehr Kraft und Stärke in sie trägt, als sie je für möglich gehalten hätte!
Rezensionen von Sina:
Lernspaß mit Sounds!
Play+ Mein allererstes Soundbuch Im Dschungel - ab 12 Monate von Maria Höck
Mit “Mein allererstes Soundbuch - im Dschungel” können die Kleinen ab 12 Monaten spielerisch auf Entdeckungstour gehen.
Das Buch führt einen auf fünf Doppelseiten durch die verschiedenen Lebensräume innerhalb des Dschungels.
Die Seiten sind aus Karton und somit stabil und widerstandsfähig.
Die Kleinen dürfen also auch gerne etwas gröber mit dem Buch umgehen, ohne das dies sofort kaputt geht.
Auf der jeweils linken Seite eines jeden Kapitels findet man einen kurzen Text, welcher vorgelesen werden kann. Zudem können sich die Kleinen hier schon mal einen Überblick verschaffen, welche Tiere im Bild zu finden sind - und vor allem: Welches Tier einen Laut von sich gibt!
Die Bilder sind unfassbar schön gestaltet, sehr farbenfroh und die Tiere sind super niedlich.
Die Knöpfe lassen sich leicht bedienen und die Technik funktioniert einwandfrei. Batterien sind inklusive.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Kaum zu ertragen
»Unser Schwert ist Liebe« von Gilda Sahebi
Jin, Jiyan, Azadi - Frau, Leben, Freiheit
Der Titel dieses Buches, dessen Inhalt kaum zu ertragen ist, stammt aus dem Lied des iranische Rappers Toomaj Salehi. Der Untertitel „Die feministische Revolte im Iran“ verrät, wie sich die nun heranwachsende Generation von Mädchen und Frauen nicht mehr stillschweigend dem Terror der Religionspolizei beugen will, koste es, was es wolle - und wenn es das eigene Leben ist.
Gilda Sahebi beleuchtet die vielfältigen Aspekte der Proteste im Iran und zeigt, wie tiefgreifend diese sind.
Die Autorin Gilda Sahebi ist selbst Kurdin, im Iran geboren und lebt seit ihrer Kindheit in Deutschland, nachdem ihre Familie vor der Verfolgung durch die Mullah fliehen musste.
In ihrem Buch gibt die Autorin allen jenen eine Stimme, die durch das Regime verfolgt, gefoltert und ermordet worden sind. Auslöser dieses Buch zu schreiben war unter anderem, die Ermordung von Jina Mahsa Amini im Jahr 2022 durch die Behörden. Die junge Frau hat angeblich ihren Schleier nicht vorschriftsmäßig getragen.
Es braucht keinen wirklich Grund, Frauen im Iran zu verhaften und in überfüllten Gefängnissen verschwinden zu lassen. Es braucht auch keinen wirklichen Grund, um Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts zu verhaften und hinrichten zu lassen oder sie einfach auf der Straße nieder zu schießen. Sie könnten ja subversive Gedanken haben.
Gilda Sahebi zitiert mehrmals Shirin Ebadi, die in ihrem Buch „Mein Iran“ erzählt, wie sie und MIllionen anderer Frauen plötzlich in einer dystopischen Welt erwacht sind, die sie 1400 Jahre nach hinten gebeamt haben. Frauen sind ihrer Rechte beraubt worden, zählen nur die Hälfte und sind aus der Öffentlichkeit verdrängt worden.
Eine besonders krasse Aussage eines Mullahs zu Frauen ist auf (eBook) Seite 102 zu lesen. Hier behauptet der Geistliche Sadeq Shirazi:
„Gott habe drei Arten von Tieren erschaffen. Zum einen Tiere, die dazu da seien, Menschen zu transportieren wie Pferde oder Kamele. Zum zweiten Tiere, die erschaffen wurden, Menschen zu ernähren wie Schafe, Ziegen und Kühe. Die dritte Art von Tieren seien die Frauen. Wie Schafe, Ziegen und Kühe seien sie geschaffen worden, damit Männer sie benutzen könnten. Sie sind also auch nur ganz gewöhnliche „Nutztiere“ zur Befriedigung des Mannes. Gott habe diesen Tieren das Aussehen von Frauen gegeben, damit Männer keine Angst vor ihnen haben müssten.“
Trotz des hoch emotionales Themas, das bei Leserinnen und Lesern Tränen der Wur aufsteigen lässt, bemüht sich die Autorin um sachliche Berichterstattung. Das mag manchmal etwas distanziert wirken, ist aber für Gilda Sahebi selbst überlebenswichtig.
Manche Ereignisse werden von mehreren Seiten erzählt. Diese Wiederholungen mögen vielleicht den Lesefluss stören, zeigen aber, wie gut vernetzt die Regimekritiker trotz aller Repressionen und Terrors sind.
Das Buch ist sehr gut strukturiert und liefert gleich nach jedem Kapitel die Quellen angaben dazu. Trauriger Abschluss bildet die unvollständige Liste der Namen von rund 500 vom Regime getöteten Menschen aller Altersstufen.
Fazit:
Diesem Buch, das den mutigen Frauen (und Männern) im Iran, die gegen das Frauen verachtende Regime protestieren und dabei nicht selten ihr Leben opfern, gebe ich eine Leseempfehlung und 5 Sterne.
Rezensionen von Sina:
Lernspaß mit Sounds!
Play+ Mein allererstes Soundbuch Tierkinder - ab 12 Monate von Maria Höck
Mit “Mein allererstes Soundbuch - Tierkinder” können die Kleinen ab 12 Monaten spielerisch auf Entdeckungstour gehen.
Das Buch führt einen auf fünf Doppelseiten durch die Savanne, ins Korallenriff, zu einem Bauernhof, an die Antarktis und zu guter letzt in den Dschungel.
Die Seiten sind aus Karton und somit stabil und widerstandsfähig.
Die Kleinen dürfen also auch gerne etwas gröber mit dem Buch umgehen, ohne das dies sofort kaputt geht.
Auf der jeweils linken Seite eines jeden Kapitels findet man einen kurzen Text, welcher vorgelesen werden kann. Zudem können sich die Kleinen hier schon mal einen Überblick verschaffen, welche Tiere im Bild zu finden sind - und vor allem: Welches Tier einen Laut von sich gibt!
Die Bilder sind unfassbar schön gestaltet, sehr farbenfroh und die Tiere sind super niedlich.
Die Knöpfe lassen sich leicht bedienen und die Technik funktioniert einwandfrei. Batterien sind inklusive.
Rezensionen von Linelovesreading :
Tolle Geschichte
A Study in Drowning (A Study in Drowning, Band 1) von Ava Reid
Dieses Buch enthält eine ganz besondere Geschichte, die so anders ist wie alles, was ich bisher gelesen habe.
Die Autorin beschreibt sehr atmosphärisch eine Mischung aus Fantasy, Liebesroman und einer spannenden Geschichte. Die Geschichte an sich ist sehr spannend und mir hat hier vor allem der Bezug zum Thema Literatur sehr gut gefallen.
Das Geheimnis, das Preston und Effy in diesem Zusammenhang aufdecken, hat mich sehr überrascht und ich konnte das Buch teilweise kaum aus der Hand legen. Auch die Fantasyelemente haben mich gut überzeugt und ich war mir lange nicht sicher, welche Bedeutung diese Elemente für die Geschichte haben. Die Liebesgeschichte hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.
Effy fand ich als Protagonistin toll, da sie eine schöne Entwicklung durchgemacht hat und sich zu einer mutigen und starken Frau entwickelt hat. Preston mochte ich auch sehr gerne, da er ein sanfter junger Mann ist und nicht so dargestellt wird, wie die meisten Männer in Büchern. Ianto dagegen war mir von Beginn an unsympathisch und ich hatte direkt den Verdacht, dass unter anderem wegen ihm die Content note im Buch enthalten ist. Diese content note finde ich allgemein sehr sinnvoll, da das Buch sehr sensible Themen aufgreift, die mich auch stellenweise ziemlich mitgenommen haben.
Was mir an der Geschichte nicht so gut gefallen hat, ist der Schreibstil. Ich hatte zunächst Probleme damit, wirklich in die Geschichte hineinzukommen und auch im Verlauf des Buches bin ich immer wieder über Formulierungen gestolpert. Vor allem die ständigen Wiederholungen haben mich gestört. Nach dem zweiten Mal erwähnen hatte ich verstanden, dass Preston Brillenträger ist. Diese Tatsache wurde aber permanent wiederholt und es wurde ständig beschrieben, wie seine Augen hinter den Brillengläsern aussehen. Außerdem wurde oft erwähnt, dass Effy Tabletten nimmt und dass sie diese ohne Wasser schlucken kann. Bei beiden Beispielen hätte eine Erwähnung dann ausgereicht, wenn die Tatsachen wichtig für die Handlung sind.
Insgesamt aber ein bildgewaltiges und atmosphärisches Buch, das ich weiterempfehlen kann. Allerdings sollte man unbedingt vorher die content note lesen.
Rezensionen von Buchseelensammlerin:
Magische Küsse
Nightbirds, Band 1 - Der Kuss der Nachtigall von Kate J. Armstrong
Das Cover, der Farbschnitt und die Innengestaltung des ersten Teils einer Dilogie sind sehr schön gestaltet und lassen gleich eine magische Geschichte erahnen. Dazu geht der Farbschnitt von Band 1 in Band 2 über, so dass sie ein schönes Gesamtbild ergeben werden.
Das Buch liest sich genau so flüssig weiter wie die Leseprobe und ich war durch den tollen bildlichen Schreibstil sofort in der Geschichte drin.
Die Grundidee der Geschichte hat mich schon beim lesen des Klappentextes sehr interessiert und ich finde sie bisher extrem gut umgesetzt. Hoffe es geht in Band 2 auch so weiter.
Die drei Nightbirds Matilde, Sayer und Aesa sind vom Wesen sehr unterschiedlich, genau wie ihre Fähigkeiten. Faszinierend finde ich es, dass sie ihre Fähigkeiten mit einem Kuss an andere Personen weitergeben können. Dergleichen habe ich bisher noch nicht gelesen.
Gern hätte ich weitergelesen, aber Band 2 erscheint leider erst nächstes Jahr. Somit heißt es warten.
Rezensionen von heinoko:
Beeindruckende Darstellung der Kraft einer Frau
Sing, wilder Vogel, sing von Jacqueline O'Mahony
Wie immer, war ich besonders gespannt auf einen neuen Roman aus meinem Lieblingsverlag, dem ich schon so manche besondere Lese-Erlebnisse verdanke. Bereits jedes ausgesuchte Gemälde auf dem Cover sehe ich mir immer sehr genau an und nehme dessen Stimmung und Ausdruck auf, bevor ich das Buch überhaupt öffne.
So auch bei diesem Roman, der mich nicht nur mit dem Coverbild, sondern auch mit seinem Schreibstil und Inhalt sehr berührte. Und wie unglaublich passend, die Worte von Rainer Maria Rilke, die dem Roman vorangestellt sind.
Es geht um Honora, eine junge Frau Mitte des 19. Jahrhunderts, lebend in einem Dorf an der irischen Westküste. Sie ist eine Außenseiterin, eine Frau, die lieber in den Wäldern lebt als in einer Hütte, die Freiheit braucht und im Alleinsein und aus der Natur ihre Kraft schöpft. Unvergleichlich intensiv wird eine Hungersnot geschildert, die das gesamte Dorf auf brutalste Weise trifft. Es geht nur noch ums blanke Überleben. Unvorstellbar für uns, die wir im unfassbaren Überfluss jeden Tag leben und schon lange nicht mehr wissen, was wirklich lebens-notwendig ist. Ein Teil des Dorfes macht sich mit letzter Kraft auf den Weg durch die Berge, weil ihnen angeblich dort Essensrationen zugeteilt werden könnten. Doch die meisten Dorfbewohner sterben. Honora aber gibt nicht auf, denn sie hat in sich ein unglaublich großes Kraftreservoir, obwohl sie schon von Kindheit an so viel Leid und Elend erlebt hatte. Sie schafft es auf ein Schiff, das sie nach Amerika bringen soll. Denn dort, so glaubt Honora, wartet auf sie die lang ersehnte Freiheit. Und doch erfährt sie zunächst nichts anderes als Gewalt und Unterdrückung.
Den Schreibstil fand ich äußerst beeindruckend. Ich bekomme die Bilder des gnadenlosen Hungers nur noch schwer wieder aus dem Kopf. Und im Buchaufbau, springend vor und zurück im Leben von Honora, spiegelt sich wider deren Inneres, das freiheitsstrebend und unbezähmbar ist. Dass historische Gegebenheiten den Hintergrund für diesen Roman bilden, macht den Roman noch um ein Weiteres mehr beeindruckend. Die Kraft und Stärke einer Frau ist selten so bemerkenswert intensiv dargestellt worden.
Rezensionen von Heike:
Unaufgeregt, niedlich und lesenswert
Spekulatius, der Weihnachtsdrache. Spekulatius und das Abenteuer im Herbstwald von Tobias Goldfarb
Für mich war dies das erste Spekulatius-Abenteuer. Ich bin durch "Klippo" auf den Autor aufmerksam geworden. Spekulatius ist für ein jüngeres Publikum gedacht, aber die Abenteuerlust des Autors spürt man auch hier.
Als die Lehrerin mit ihrer Schulklasse im Herbst den Wald besuchen will, wird sie plötzlich von einem Jäger aufgehalten: Ein großer Teil des Waldes gehört jetzt ihm und er wünscht keine Besucher.
Sogar einen Zaun lässt er bauen.
Natürlich durchschauen die Kinder seinen Plan: Der Jäger will die Tiere in seinem Teil des Waldes einsperren, um sie dann erlegen zu können. Da kann nur Spekulatius, der Weihnachtsdrache helfen, auch wenn es erst Herbst ist.
Die Geschichte ist unaufgeregt, aber nicht langweilig. Der Weihnachtsdrache ist zuckersüß und hat einen ganz besonderen Dialekt, der einigen Humor mitbringt. Die Hauptfiguren sind sympathisch und ich konnte mitfiebern, ob es gelingt, die Tiere zu retten. Mir gefiel besonders die Auflösung rund um den Freiherrn und das Wildschwein in der Küche. Auch die Herbst-Atmosphäre kommt gut rüber, obwohl ich mir davon noch ein bißchen mehr gewünscht hätte (ich bin aber auch kein Fan von Halloween).
Aber insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt und die Protagonisten ins Herz geschlossen. Das wird sicher nicht meine letzte Spekulatius-Geschichte gewesen sein.











