Kunden em pfehlungen
Rezensionen von tonton:
Wie kackt ein Gespenst?
Kuckuck, Kacka! von Christine Kugler
Dieses wunderschöne Kinderbuch wollte ich unbedingt haben, weil mein Kind gerade Schwierigkeiten hat, auf Toilette zu gehen. Dieses Buch ist jetzt unser "Kacka Buch". Das Buch behandelt das Thema 'Kacka' sehr phantasievoll. Es wird dargestellt, wie ein Roboter, ein Gespenst, eine Meerjungfrau, ein Drache, ein Einhorn und ein Monster auf die Toilette gehen.
Die Szenen sind lustig und überhaupt nicht ecklig. Jedes Wesen hat ein passendes Kacka und ein kurzer Text in Reimen erklärt, was auf der Seite geschieht. Mir hat das Gespenst gut gefallen: natürlich kommt alles sofort raus!
Das Highlight sind natürlich die Schieber, mit denen Kinder selber die Figuren kacken lassen können. Die Aufmachung ist hochwertig. Der einzige Minuspunkt ist, dass einige Schieber für zwei Seiten genutzt werden. Da sollte man beachten, dass die Schieber zurück in ihre Ausgangsposition geschoben werden, ansonsten sieht man schon das Ergebnis, wenn man umblättert.
Rezensionen von tonton:
Eher langweilig
Ich fürchte, Ihr habt Drachen von Peter S. Beagle
Dieses Buch habe ich mir ausgesucht, weil ich Fantasy-Bücher gern lese und der Klappentext eine humorvolle, ungewöhnliche Geschichte versprach. Ich bin leider etwas enttäuscht.
Die Geschichte finde ich eher langatmig. Die Einleitung läuft über einen Prolog und drei Kapitel, je aus der Sicht einer anderen Figur.
Erst nach einem Drittel des Buches wird eine Drachenjagd erwähnt. Es dauert noch ein paar Kapitel, bis die Figuren wirklich auf dem Weg sind.
Der Schreibstil ist poetisch und literarisch, mit langen, floskelhaften Sätzen. Den Text finde ich eigentlich nicht schlecht geschrieben, nur etwas mühsam zu lesen. Vielleicht klingt er besser im englischen Original. Es gibt eine gewisse Ironie im Erzählstil, die man als Humor betrachten kann. Ich war aber durch die komplizierten Wörter und Formulierungen zu abgelenkt, um den Humor zu genießen.
Rezensionen von yellowdog:
Eine Beziehung
Die vorletzte Frau von Katja Oskamp
Katja Oskamp, die mit Marzahn, mon amour schon so sehr überzeugte, schreibt ein weiteres mal über ihr eigens Leben. Im Mittelpunkt steht die langjährige Beziehung einer Frau und einem Mann, dem Schweizer Tosch.
Obwohl die Beziehung sehr eng ist, leben sie nicht zusammen. Tosch hält auf Distanz, denn er ist ein erfolgreicher Schriftsteller und das Schreiben ist ihm das wichtigste.
Die Erzählerin ist auch Schriftstellerin, wenn auch weniger bekannt. Sie hat mit Paula eine Tochter.
Die Passagen mit den dreien zusammen sind fast anrührend.
Später bekommt Tosch Krebs, aber sie hält zu ihm, pflegt ihn. Dennoch weiß man schon früh, dass die Trennung noch folgen wird.
Die Art der Beziehung ist interessant dargestellt. Teilweise ist sie ungleich, manchmal fast toxisch, dann gibt es aber auch Momente von Zuneigung und Verbundenheit.
Es gibt viele Kapitel, manche sind kurz. Auffällig ist, dass die Autorin einen ganz eigenständigen Ton gefunden hat. Dazu gehört auch ein leicht spöttischer Humor, dem es auch nicht an Selbstironie mangelt.
Rezensionen von Sina:
Dystopie gegen Klicks
VIEWS von Marc-Uwe Kling
Ein verstörendes Video geht viral. Darin zu erkennen ist die seit kurzem vermisste sechzehnjährige Lena Palmer, wie sie von Männern mit Migrationshintergrund brutal missbraucht wird. Als BKA-Kommissarin Yasira Saad den Fall übernimmt, muss sie schon bald feststellen, dass sie mit den Ermittlungen auf der Stelle tritt.
Jede brauchbare Spur verläuft sich im Sand und hinzu kommt auch noch eine neu gegründete rechtsextremistische Gruppe, welche das Video als Anlass für ihre eigenen rassistischen Zwecke nutzt.
Die im Buch aufgegriffenen Themen sind hochaktuell und werfen einen kritischen Blick auf unsere Gesellschaft. Der Umgang mit Social Media, sowie die Entwicklung von künstlicher Intelligenz werden hier auf eine beklemmende Art und Weise dargestellt.
Der lockere und handlungsorientierte Schreibstil, sowieso die eher kurzen Kapitel haben einen schnellen Einstieg in die Geschichte ermöglicht und sorgen für einen guten Lesefluss.
Leider konnten mich die Charaktere so gar nicht überzeugen. Das die Protagonistin Yasira Saad, eine Mutter in ihren vierzigern ihrer eigenen Teenager-Tochter gegenüber misogyne Gedanken hat ist mir übel aufgestoßen.
Ebenso wie ihre Annahme, dass der einzige männliche Kollege in ihrem Team, der nicht auf sie steht homosexuell sein muss.
Auch ihre Entscheidungen waren nicht wirklich nachvollziehbar. Diese wurden emotional und aus vagen Vermutungen heraus getroffen, wodurch sie unprofessionell und teilweise impulsiv wirkte… Eigenschaften, die eine Kommissarin sicher nicht haben sollte.
Die Nebencharaktere wirkten allesamt plakativ, eindimensional und klischeehaft.
Während die Handlung von Anfang bis Mitte im guten Tempo voranschreitet, wird vor allem das letzte Drittel zu schnell abgefertigt. Die Geschehnisse nehmen rasant an Fahrt auf und verlieren dabei an Glaubhaftigkeit.
Die gewalttätigen Beschreibungen am Ende wären meiner Meinung nach nicht nötig gewesen, da die gesamte Thematik ohnehin schockiert und zum Nachdenken anregt.
Das Ende bleibt zudem noch weitestgehend offen und lässt viele Fragen unbeantwortet.
Insgesamt ein ausbaufähiges Buch, welches ich trotz vieler kleiner Mängel im Großen und Ganzen gern gelesen habe und auch weiterempfehlen kann.
Rezensionen von clematis:
Inspirationen
Soul Talk von Lilia Vogelsang
„Die Kunst des klugen Fragens“ ist der Untertitel zu Lilia Vogelsangs überaus hübsch gestaltetem Ratgeber zum Thema Fragen stellen, Menschen (näher) kennenlernen. Der Klappentext hat meine Neugierde geweckt, werde ich nach der Lektüre sympathischer und lockerer kommunizieren können?
Abgesehen von den wirren Kreisen im Inhaltsverzeichnis und rund um die Kapitelüberschriften ist das Buch sehr übersichtlich gestaltet und angenehm strukturiert.
Der Schreibstil Lilia Vogelsangs ist angenehm, der Text verständlich und weder oberlehrerhaft noch besserwisserisch, lediglich manche Genderstruktur (Mediatorinnen, wo wohl beide Geschlechter gemeint sind) oder Mitarbeitende anstelle von Mitarbeitern hätte ich persönlich nicht gebraucht. Während mir die umformulierten Fragen für „Wie geht’s dir?“ und andere typische Plaudereien zu Beginn eher gekünstelt erscheinen, ergeben sich in späteren Kapiteln durchaus interessante und probierenswerte Vorschläge, welche ich im Hinterkopf behalten möchte. Insbesondere die Themen und Ideen zu Eltern, Geschwistern, Autofahren und Partnerschaft finde ich spannend und lebensnah. Die Anregungen können hier jedenfalls dazu beitragen, die betreffenden Personen noch besser und intensiver kennenzulernen.
Besonders gut gefällt mir die Fragensammlung am Ende, welche nach der kurzweilig aufbereiteten Lektüre nochmals alles schön zusammenfasst und sich insbesondere für schnelles Nachschlagen gut eignet.
Alles in allem ein informatives und sinnvolles Buch, das Aspekte anführt, welche man in Gesprächen womöglich bisher noch nicht berücksichtigt hat. Ich denke, es enthält für jeden neue Impulse und Inspirationen, die man gut im Alltag umsetzen kann und vergebe somit gerne vier Sterne.
Rezensionen von Stefanie B.:
Tipps und Tricks für bessere Gespräche
Soul Talk von Lilia Vogelsang
Im Buch "Soul Talk" behandelt die Autorin Lila Vogelsang das Thema Soul Talk, Deep Talk, Small Talk in Zusammenhang mit Fragen. Das Buch wurde in verschiedene Bereiche gegliedert. Jeder Bereich passt zu einer anderen Art von Beziehungen und Situationen. Es gibt immer eine kleine Einleitung aus dem Leben und der Erfahrung der Autorin.
Danach werden mehrere Fragen mit einem kleinen Kommentar aufgezählt. Dieses Buch ist ein perfekter Ratgeber für herausfordernde Gespräche und um tiefgründige Themen zu besprechen. Es liest sich trotz der vielen Fragen sehr fließend. Ich konnte viele wertvolle Ratschläge mitnehmen und umsetzen.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:
1849: Zwischen Kartoffelfäule und Goldrausch …
Sing, wilder Vogel, sing von Jacqueline O'Mahony
… spannt sich das Erzählen, ohne auch nur einen dieser historischen Begriffe zu erwähnen. Vielmehr richtet sich die Aufmerksamkeit auf eine individuelle Heldin, die am – ebenfalls historischen – Hungermarsch von Doolough teilnimmt, sich der ersten großen Auswanderungswelle von Irland in die USA anschließt, nach Ausbeutung an der Ostküste gen Westen wandert und in den Konflikt zwischen weißen Siedlern und Indigenen gerät.
Was verleiht einer blutjungen, mangelernährten und zudem von Geburt an mit einem Fluch belegten Frau die Kraft, sich immer von neuem aus allen Zwängen zu befreien? Die Kraft, nach einer Fehlgeburt und dem Tod ihres ersten Mannes auf dem Hungermarsch, nach Zwangsprostitution und Flucht in das harte Siedlerleben der nordamerikanischen Prärie an der Seite eines ungeliebten Mannes immer wieder weiterzuziehen? Letztlich die Kraft, auf ihrer eigenen Wahl zwischen Lebensentscheidungen zu beharren, ein selbständiges Ich zu bleiben und sich nicht als Besitz einem Mann unterzuordnen?
Die Schilderung der verschiedenen Handlungsabschnitte bietet keine erschöpfende Antwort auf diese Frage. Jenseits aller aktuellen Ergebnisse der Resilienz-Forschung deutet sich lediglich an, dass bereits das kindliche Überleben in der – harten! – Natur und das andauernde Fehlen eines äußeren Gesprächs einen inneren Dialog erfordert und ermöglicht, der die Heldin ganz bei sich und ganz sie selber bleiben lässt, ebenso wie den indigenen Mann, den sie schließlich lieben lernt. Realistisch? Glaubhaft? Immerhin wünschenswert – wenn auch keine heitere Lektüre.
Rezensionen von Peachybookdreams :
Die Magie der Schwesternschaft
Nightbirds, Band 1 - Der Kuss der Nachtigall von Kate J. Armstrong
Schreibstil: Kate J Armstrongs Schreibstil konnte mich von der ersten Seite an fesseln, hierbei haben wunderbar getimte- und manchmal echt fiese Perspektiven Wechsel zwischen den Protagonisten für eine konstante Spannung und Neugier gesorgt. Besonders gefallen haben mir auch die kleinen Gedichte, Lieder und Perspektivenwechsel zu anderen Charakteren zwischen den Kapiteln.
Charaktere:
Matilde , Sayer und Æsa könnten unterschiedlicher nicht sein.
Matilde lebt im Luxus, durch den Schutz der ihrer Familie geboten wird, bekommt sie nur am Rand mit wie es den Leuten aus den anderen Bezirken geht. Dadurch handelt sie manchmal etwas unvorsichtig.
Sayer die sich nach dem Tod ihrer Mutter entschieden hat eine Nightbird zu werden kennt die Armut, sie fängt mit den ganzen Bällen und den noblen Familien nichts an, besonders Matilde die versucht eine Freundschaft zwischen den Mädchen aufzubauen versucht sie zu Beginn zu meiden.
Æsa plagen selbst Zweifel, sie schwankt mit den Gefühlen, ob ihre Magie nun eine Gabe oder eine Sünde ist. Die angespannte Stimmung zwischen der so gegensätzlichen Matilde und Sayer bereiten ihr außerdem großes Unbehagen und sie sehnt sich zurück nach Hause.
Die Charakterentwicklung, der drei, hat mich, sehr berührt sie alle müssen über sich hinauswachsen,lassen Vorurteile hinter sich und geben einander halt. Auch die Schwesternschaft zu den “Küken” zeigt wie gut es der Autorin gelungen ist den Feminismus von einer so wunderschönen und realistischen Seite zu zeigen. Es geht nicht immer darum, dass sich jeder verstehen muss, sondern wie wichtig es ist das Frauen Zusammenhalten und gegen die Unterdrückung ankämpfen.
Gestaltung: Das goldfolierte Cover ist passend auf die drei Nightbirds und die Elemente abgestimmt und der Farbschnitt ist einfach wunderschön. Im inneren Umschlag befindet sich eine Karte von Simta, die mir beim Lesen sehr geholfen hat mich in der Komplexen Welt zu orientieren. Auch die Gestaltung zwischen den Kapiteln oder die Teil-Einleitungen machen das Buch zu einem echten Kunstwerk.
Fazit: Eines der besten Feministischen Fantasy Geschichten. Der Schreibstil ist fesselnd und die Protagonistinnen roh und authentisch, auch das Magiesystem und die Atmosphäre in Simta hat mir extrem gut gefallen. Auch das Hörbuch ist sehr gut vertont. Ich bin schon so gespannt auf den zweiten Teil.
Rezensionen von Sago:
Ich werde dich lieben bis zum Untergang
A Study in Drowning (A Study in Drowning, Band 1) von Ava Reid
"Ihre Furcht hatte die Welt verwandelt. Alles erschien ihr, als würde sie es durch einen gesprungenen Spiegel wahrnehmen - verzerrt, gebrochen und fremd."
Effy ist eine Frau in einer männerdominierten Welt. Ein Literaturstudium ist ihr verboten und selbst im ungeliebten Architekturfachbereich ist sie die einzige Frau.
Als Entwürfe für die Restaurierung des Anwesens ihres verstorbenen Lieblingsautors Myrddin Emrys gesucht werden, ergreift sie die Chance der Literaturwelt näherzukommen und wird tatsächlich nach Hiraeth Manor eingeladen.
Die Schilderung von Hiraeth Manor ist brillant in ihrer atmosphärischen Dichte. Hier ist alles vom Meer durchdrungen, verrottet und dem Untergang geweiht. Und zudem ist nichts wie es scheint. Weder der Erbe des Herrenhauses, noch der Literaturstudent, der den Nachlass ordnen soll, ja nicht einmal Effi selbst...
Der Roman hebt sich wunderbar aus der Masse heraus. Lange weiß man nicht, ob man es lediglich mit magischen Realismus zu tun hat oder mit dem Übernatürlichen. Die düstere Figur des Elfenkönigs überzeugt durch ihre vielschichtige Symbolik auf ganzer Linie. Die Unterdrückung von Frauen wird so eindringlich geschildert, dass es schwer auszuhalten ist.
Ich bin gespannt, ob diese ungewöhnliche Geschichte noch eine Fortsetzung erfahren wird.
Rezensionen von cosmea:
Die Vergangenheit holt Annika ein
Tage mit Milena von Katrin Burseg
Die Mitfünfzigerin Annika Oelkers lebt mit ihrem Mann Hendrik in Lübeck. Dort führt sie den Papierwarenladen ihres Schwiegervaters und verkauft edle Papiersorten und Grußkarten, die sie zum Teil selbst entwirft, während ihr Mann auf einem Feld pestizidfreie Blumen zieht und die Sträuße dann auf dem Markt verkauft.
Eines Tages kauft die 17jährige Klimaaktivistin Luzie bei Annika Sekundenkleber und klebt sich wenig später bei einer Demo der Klimaaktivisten auf der Straße fest. Sofort denkt Annika an über 30 Jahre zurückliegende Ereignisse, als sie mit ihrer besten Freundin Milena und dem gemeinsamen Freund Matti in der Hamburger Hausbesetzerszene aktiv war. Damals starb Milena, und Annika hat sich immer mitschuldig an ihrem Tod gefühlt. Seitdem hat sie diese traumatische Erfahrung und andere Ereignisse verdrängt und nicht einmal ihrem Mann alles erzählt. Sie will nun Luzie retten und von der Teilnahme an gefährlichen Aktionen abhalten, doch Luzie beharrt zunächst auf ihrem Engagement. Bei den aktuellen Demos trifft Annika den alten Bekannten Guido wieder, der einiges völlig anders darstellt, als Annika es in Erinnerung hat. Unter anderem erfährt sie, dass die Gruppe damals den Kontakt zu ihr abgebrochen hat, weil man sie für einen Polizeispitzel hielt. Zusammen mit Luzie macht sie sich auf den Weg nach Italien, um Matti zu finden und endlich die Wahrheit über die damaligen Ereignisse zu erfahren und mit der Vergangenheit abzuschließen.
Burseg erzählt eine gut recherchierte Geschichte auf zwei Zeitebenen, die die damaligen Vorgänge in Hamburg mit den aktuellen Themen rund um den Klimawandel verbindet. Dadurch erfährt der Leser im Detail, was in den 80er Jahren in Hamburg geschah, als die alten Häuser in der Hafenstraße zugunsten von hässlichen modernen Bauten abgerissen werden sollten und die Hundertschaften der Polizei mit illegalen, unfassbar brutalen Maßnahmen gegen die Hausbesetzer vorgingen, so dass sich schließlich auch Menschen aus gutbürgerlichen Verhältnissen mit den Aktivisten solidarisierten. Das ist interessant und informativ, aber nicht durchweg spannend. Erst am Ende wird es zunehmend spannender, als Annika endlich auch ihren Mann über ihre Vergangenheit informiert und Hendrik dabei manches erfährt, was ihn auch selbst betrifft. Ich hatte keine Schwierigkeiten, den beiden Erzählsträngen auf den ständig wechselnden Zeitebenen zu folgen und fand den Roman auch sprachlich überzeugend.










