Kunden em pfehlungen
Rezensionen von cosmea:
Die Vergangenheit holt Annika ein
Tage mit Milena von Katrin Burseg
Die Mitfünfzigerin Annika Oelkers lebt mit ihrem Mann Hendrik in Lübeck. Dort führt sie den Papierwarenladen ihres Schwiegervaters und verkauft edle Papiersorten und Grußkarten, die sie zum Teil selbst entwirft, während ihr Mann auf einem Feld pestizidfreie Blumen zieht und die Sträuße dann auf dem Markt verkauft.
Eines Tages kauft die 17jährige Klimaaktivistin Luzie bei Annika Sekundenkleber und klebt sich wenig später bei einer Demo der Klimaaktivisten auf der Straße fest. Sofort denkt Annika an über 30 Jahre zurückliegende Ereignisse, als sie mit ihrer besten Freundin Milena und dem gemeinsamen Freund Matti in der Hamburger Hausbesetzerszene aktiv war. Damals starb Milena, und Annika hat sich immer mitschuldig an ihrem Tod gefühlt. Seitdem hat sie diese traumatische Erfahrung und andere Ereignisse verdrängt und nicht einmal ihrem Mann alles erzählt. Sie will nun Luzie retten und von der Teilnahme an gefährlichen Aktionen abhalten, doch Luzie beharrt zunächst auf ihrem Engagement. Bei den aktuellen Demos trifft Annika den alten Bekannten Guido wieder, der einiges völlig anders darstellt, als Annika es in Erinnerung hat. Unter anderem erfährt sie, dass die Gruppe damals den Kontakt zu ihr abgebrochen hat, weil man sie für einen Polizeispitzel hielt. Zusammen mit Luzie macht sie sich auf den Weg nach Italien, um Matti zu finden und endlich die Wahrheit über die damaligen Ereignisse zu erfahren und mit der Vergangenheit abzuschließen.
Burseg erzählt eine gut recherchierte Geschichte auf zwei Zeitebenen, die die damaligen Vorgänge in Hamburg mit den aktuellen Themen rund um den Klimawandel verbindet. Dadurch erfährt der Leser im Detail, was in den 80er Jahren in Hamburg geschah, als die alten Häuser in der Hafenstraße zugunsten von hässlichen modernen Bauten abgerissen werden sollten und die Hundertschaften der Polizei mit illegalen, unfassbar brutalen Maßnahmen gegen die Hausbesetzer vorgingen, so dass sich schließlich auch Menschen aus gutbürgerlichen Verhältnissen mit den Aktivisten solidarisierten. Das ist interessant und informativ, aber nicht durchweg spannend. Erst am Ende wird es zunehmend spannender, als Annika endlich auch ihren Mann über ihre Vergangenheit informiert und Hendrik dabei manches erfährt, was ihn auch selbst betrifft. Ich hatte keine Schwierigkeiten, den beiden Erzählsträngen auf den ständig wechselnden Zeitebenen zu folgen und fand den Roman auch sprachlich überzeugend.
Rezensionen von cosmea:
Elisabeth Brugger passiert das Leben
Nur nachts ist es hell von Judith W. Taschler
Im Jahr 1972 mit fast 80 beschließt Elisabeth, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Sie wendet sich dabei an ein zunächst nicht identifiziertes Du. Später erfährt der Leser, dass es sich um Christina, die Enkelin eines ihrer zwölf Jahre älteren Zwillingsbrüder handelt. Elisabeth hat drei ältere Geschwister, außer den Zwillingen Carl und Eugen noch den fünf Jahre älteren Bruder Gustav, der im 1.
Weltkrieg stirbt. Elisabeth heiratet seinen besten Freund Georg Tichy, Sohn eines Arztes, der den Krieg überlebt, aber einen Arm verliert. Während des Krieges arbeitet Elisabeth als Lazarettschwester und setzt sich danach gegen alle Widerstände mit ihrem Wunsch durch, Medizin zu studieren, absolut ungewöhnlich für eine Frau zur damaligen Zeit. Sie führt mit ihrem Mann zusammen eine Praxis, wo sie auch mit vielen traurigen Schicksalen konfrontiert wird – schwer verletzten Frauen, die wegen der verbotenen Abtreibung bei einer Engelmacherin Hilfe gesucht haben und häufig nicht überleben. Elisabeth erzählt, was den Mitgliedern ihrer vielköpfigen Familie in zwei Kriegen widerfuhr, wie sie den Nationalsozialismus in Österreich überstanden und irgendwie überlebt haben oder auch nicht. Dabei erfährt der Leser von Familiengeheimnissen und allen Arten von Konflikten. Die Geschichte liest sich nicht mühelos, weil Elisabeth nicht chronologisch berichtet und man immer wieder den Stammbaum am Ende konsultieren muss, um die Personen richtig zuordnen zu können. Elisabeth blickt auf ein ereignisreiches Leben mit Erfolgen, aber auch mit Fehlschlägen zurück. Sie hat vielen Menschen geholfen, weiß aber, dass sie keine besonders gute Ehefrau und Mutter war. Sie fragt ihre beste Freundin Franzi eines Tages: „Ach Franzi, was ist uns passiert?“ „Das Leben!“ antwortet sie ihr (S. 293).
Mir hat Judith W. Taschlers neuer Roman wieder gut gefallen und wird sicher nicht mein letztes Buch dieser Autorin bleiben.
Rezensionen von Pusteblümchen:
Britischer Humor und spannende Unterhaltung
Mrs Potts' Mordclub und der tote Bürgermeister von Robert Thorogood
Während einer Stadtsratsitzung wird der Bürgermeister von Marlow vergiftet. Die Umstände sind unklar und Suzie, die bei der Sitzung dabei ist, informiert direkt ihre Freundinnen Judith und Becks. Damit haben die drei einen neuen Fall.
Ich liebe Cosy-Crime und britischen Humor, deswegen habe ich mich nur zu gerne erneut mit Mrs.
Potts und ihren Freundinnen Becks Starling, der Ehefrau des Pfarrers und Suzie Harris, einer Hundesitterin, in das britische Marlow begeben. Das kleine idyllische Städtchen an der Themse hat einen ganz besonderen Charme und eignet sich damit perfekt für den Schauplatz eines Cosy-Crime-Falls.
Mir hat es Spaß gemacht herumzurätseln, was sich ereignet hat. Obwohl alles äußerst amüsant dargestellt wird, mangelt es nicht an Spannung. Judith, Suzie und Becks sind ein ganz wunderbares Team, jede hat so ihre Eigenheiten, die sie irgendwie liebenswert machen.
Eigentlich wünsche ich den Einwohnern von Marlow auch mal ruhigere Zeiten wünsche, aber gleichzeitig hoffe ich natürlich auch, dass es bald wieder Arbeit für den Mordclub gibt.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Marianne Schaffer-Schellander:
Großartiges Buch!
Sing, wilder Vogel, sing von Jacqueline O'Mahony
Ich bin eine Vielleserin und habe selten ein so spannendes und bewegendes Buch gelesen. Die Autorin bedient sich historische Ereignisse und erzählt die Geschichte der Hauptdarstellerin Honora so lebendig, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Gerne möchte ich zum nächsten Buch der Autorin greifen und hoffe, dass ein weiteres Buch demnächst ins Deutsche übersetzt wird.
Rezensionen von Miro:
Zweite Lieben
Zwei in einem Leben von David Nicholls
Marnie hat eine unangenehme Ehe hinter sich und hat sich während der Pandemie immer mehr in ihre Wohnung zurückgezogen. Selbst ihr Büro ist Zuhause. Auch Michael geht nicht mehr gerne aus, seit seine Ehe gescheitert ist. Das einstige Traumpaar konnte den unerfüllten Kinderwunsch nicht verkraften und nun datet seine Frau einen anderen Kerl und möchte die Scheidung.
Nur Cleo hat die Hoffnung für beide noch nicht aufgegeben und organisiert einen mehrtägigen Wandertrip im Norden Englands. Michael möchte von Küste zu Küste wandern und die anderen sollen ihn drei Tage lange begleiten. Die erste Teilnehmerin ist gar nicht erst aufgetaucht, der Zweite verabschiedet sich nach nur einer Nacht und auch Cleo und ihr Sohn brechen vorzeitig ab. Der schwere Regen macht das Wandern nicht gerade zum Vergnügen. Nur Marnie findet irgendwie Gefallen daran und verlängert Tag für Tag.
Das gemeinsame Gehen ist ein perfekter Nährboden für tiefgreifende Gespräche und langsam gelingt es beiden sich zu öffnen. Sie fühlen sich auch zueinander hingezogen, aber diverse widrige Umstände verhindern fast in shakespearscher Manier ein Zusammenkommen. Wirrungen und Verwirrungen machen es den beiden nicht leicht und Enttäuschungen sind die Folge. Ein bisschen dreht sich hier alles im Kreis und das fand ich manchmal etwas anstrengend. Den Figuren fehlt hier die Raffinesse, die ich an den anderen Büchern geliebt habe. Sie wirken etwas blass und dem Humor fehlt die Subtilität. Ich fühlte mich etwas zu sehr mit der Nase in die Dinge gestossen. Das macht mir auch wenig Freude.
Das Buch liest sich natürlich locker leicht, konnte mich aber nicht so begeistern wie die Vorgänger des Autors. Für meinen Geschmack ist das sein schwächstes Buch. Daher habe ich mich für 3 Sterne entschieden.
Rezensionen von PMelittaM:
Spannend, tragisch, berührend
Roter Sommer von Berna Gonzalez Harbour
Im Sommer 2010 geht es heiß her, es ist WM, Krake Paul sagt Turniergewinner voraus, und in Madrid wird im See eines Parks ein ermordeter Jugendlicher gefunden. Comisaria María Ruiz und ihr Team ermitteln, und schnell stellt sich heraus, dass es in Santander einen sehr ähnlichen Todesfall gegeben hat.
Vor zwei Jahren las ich bereits einen Roman der Reihe, „Goyas Ungeheuer“, der mir gut gefallen hat, ich freue mich, dass der Pendragon Verlag nun einen weiteren Band, und zwar offenbar den ersten der Reihe, auf Deutsch veröffentlicht hat, und hoffe, dass die restlichen noch nachziehen werden. „Roter Sommer“ ist somit früher angesiedelt, und hatte ich in „Goyas Ungeheuer“ Probleme mit der Protagonistin, ist sie mir hier sympathischer. Als Frau und Vorgesetzte in einer Männerwelt hat sie es nicht leicht, doch sie weiß sich durchzusetzen. Mit von der Partie ist auch wieder der Journalist Luna, der kurz vor seiner Entlassung steht und seine eigenen Ermittlungen anstellt, schließlich einiges beisteuern kann. In Santander ermittelt zudem ein früherer Vorgesetzter Marías.
Auch den beiden toten Jugendlichen kommt man auf gewisse Weise nahe. Man kann sich gut in die Familien, die Familienverhältnisse und die Probleme der beiden hineinversetzen. Von Anfang an habe ich Trauer um die beiden verspürt, bis zum Ende hat mich der Roman auch emotional gepackt, so dass ich ihn kaum aus der Hand legen konnte.
Man kann zwar schnell ahnen, in welche Richtung es gehen könnte, das tat der Spannung für mich aber keinen Abbruch. Es sind erschütternde Hintergründe, und der Tod der beiden wird zunehmend tragischer. Tragisch auch, weil das Ganze leider aus dem Leben gegriffen ist.
Gut gefällt mir auch, dass Lokalkolorit mitschwingt, man liest nicht nur, dass es in Spanien spielt, man fühlt es auch.
Für mich das einzige Manko ist das völlig unnötige Ingefahrkommen gegen Ende, das für mich auch ein Logikbruch ist, zumindest kann ich die Motivation hier nicht nachvollziehen, obwohl ansonsten der Fall in meinen Augen nachvollziehbar gelöst wurde. Ohne wäre der Roman mir glatte 5 Sterne wert gewesen, so ziehe ich einen halben Punkt ab.
Im ersten Band der Reihe um María Ruiz ist mir die Protagonistin sympathischer als in dem Nachfolger, den ich bisher gelesen hatte. Interessant ist auch hier wieder der Fall, zudem gefällt mir der Lokalkolorit und dass ich emotional berührt wurde. Ich hoffe, die restlichen Bände der Reihe werden auch noch auf Deutsch veröffentlicht. Ich vergebe 4,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.
Rezensionen von _Le4_:
Alles etwas unklar
Immortal Longings von Chloe Gong
Im Buch geht es um Calla Tuoleimi, die geächtete Prinzessin. Der Grund, warum sie geächtet wird, ist, weil sie ihre Eltern, das Königspaar von Er, ermordet hat. Da sie ihre Mission nicht vollenden konnte, nimmt sie sich vor, bei den Spielen in San-Er teilzunehmen, um dem König von San entgegentreten zu können, um diesen auch noch umzubringen.
Dafür muss sie aber die Spiele gewinnen und ihre Gegner loswerden. Das inkludiert auch Anton Makusa, der die Spiele für das Preisgeld gewinnen möchte, um seiner Kindheitsliebe zu helfen. In diesem schweren Kampf sind Verbündete wichtig, weswegen die beiden sich zusammentun und sich näherkommen. Am Ende jedoch kann es trotzdem nur einen Gewinner geben.
Das Buch hat mir nicht besonders gefallen. Die Story war insgesamt eher nichtssagend, auch wenn es ein paar Plottwists gab, die die Dynamik auf spannende Weise geändert haben. Es war anfangs alles sehr unklar und es wurde im Buch zum Teil auch nicht viel klarer. Das Reich und die Fähigkeiten des Springens wurden nicht besonders gut abgesteckt. Auch andere Plotpunkte, die neu aufgeworfen wurden, waren unklar und wurden dann nebenbei abgehandelt. Ich habe mich oft gefühlt, als hätte ich irgendwas verpasst.
Die Beziehung zwischen Calla und Anton mochte ich nicht. Sie ging mir nicht besonders nahe, weil sie sich einfach nicht emotional und natürlich entwickelt hat.
Calla selbst hat leider auch oft Entscheidungen getroffen, die ich super dumm fand.
Das Buch war nicht furchtbar, aber letztendlich fand ich die Story nichtssagend und mittelmäßig und würde es daher nicht empfehlen.
Rezensionen von Minangel:
Auf den Spuren der Glasmacher von Murano
Das Geheimnis der Glasmacherin von Tracy Chevalier
Meine Meinung: wer ist bereit, eine Reise zu machen ins Venedig von 1468? Der steige in die Gondel und lasse sich auf die Glasmacherinsel Murano bringen. Dort trifft er auf die Familie Rosso, die mit dem Verlust ihres Familienoberhauptes fertig werden muss. Hauptprotagonistin ist seine Tochter Orsola, welche gegen allen Regeln sich auch in der Glasmacherei probieren möchte.
Liebe, Unglück, Geburten und Tod durch all diese Schicksale begleiten wir die Familie ins heutige Jahrhundert, den sie scheinen viel langsamer zu altern, als die anderen.
Mir hat die Geschichte mit den historischen Gegebenheiten gut gefallen und die Zeitreise mit den gewaltigen Schritten hat mir lebendige Bilder der damaligen Gegebenheiten in mein Kopfkino gezaubert. Die Liebe, welche Jahrhunderte währte, war immer ein klein wenig präsent und doch muss ich gestehen, dass mir irgendwas gefehlt hat – vielleicht ein kleiner Spannungsbogen, italienische leidenschaftliche amore? Etwas trocken waren die Liebesgeschichten bzw. Ehen und auch konnte ich auch nicht immer die Leidenschaft für das Glas spüren.
Fazit: wer auf der Suche nach dem alten Venedig und Murano ist und hierzu mal einen anderen Blickwinkel bekommen möchte, ist hier in Romanform gut bedient. Mir hat wie oben erwähnt ein bisschen was beim Lesen gefehlt und somit gebe ich 3 venezianische Glassterne dafür.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Manfred Kohl:
Wann bin ich (wirklich) frei?
Sing, wilder Vogel, sing von Jacqueline O'Mahony
....Diese zentrale Frage steht im Fokus der Protagonistin dieses Buches mit historischem Background. Ein düsteres Buch aus einer düsteren Zeit (1850) und eine Geschichte des Widerstandes (einer jungen Frau) gegen Fremdbestimmung. Gut geschrieben - am Beginn und am Ende beeindruckend, dazwischen holprig.
Rezensionen von Sago:
Willewitt
Wieso? Weshalb? Warum? Meine Vorlesegeschichten, Band 1 - Was erleben wir Tag für Tag? von Inka Friese
15 Vorlesegeschichten für die Kleinen aus der beliebten Reihe Wieso? Weshalb? Warum?, die mit diesem Konzept neue Wege geht. Hier stehen mal mich nicht Wimmelbilder im Vordergrund, sondern in sich abgeschlossene kurze Geschichten, die gleichzeitig Wissenshäppchen vermitteln. Wie zum Beispiel, dass das Zwerchfell nichts mit Zwergen zu tun hat und alle Säugetiere Schluckauf bekommen können.
Obwohl mein kleiner Neffe in der Großstadt Berlin aufwächst und vielseitig interessiert ist, hatten manche Geschichten für ihn einfach wenig Faszination. Was Kinderärztin Zawadi Fremdes bäckt, interessiert ihn schlichtweg nicht. Dafür ließ ihn das Eichhörnchen aufhorchen. Vieles war sicherlich einfach von dem, was er und sein Umfeld als Großstadtkinder tatsächlich täglich erleben, doch relativ weit entfernt. Jedenfalls ein Kinderbuch mit dem Anspruch, vielfältige Lebensmodelle zu präsentieren.










