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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anndlich:

Der Wolf geht rum

Lupus von Tibor Rode

In deutschen Wäldern häufen sich scheinbar die Angriffe von Wölfen auf andere Wald- und Landbewohnern und dann verschwindet auch noch ein Jäger spurlos. Die Bilder einer Kamera zeichnen seltsame Dinge auf, weswegen auch der Staatsanwalt Frederik Bach Interesse an dem tierischen Fall hat. Denn es stellt sich die Frage nach den Tätern, sind die Vermissten wirklich Wölfen zum Opfer gefallen oder hat eine menschliche Hand über ihr Schicksal entschieden? Frederik Bach und die Tierärztin Jenny Rausch machen sich auf die Suche nach Antworten und geraten in einen Strudel aus alten Verbrechen und Geheimnissen der Vergangenheit und dann wird auch Jennys Leben auf den Kopf gestellt.

Lupus von Tibor Rode ist ein wahnsinniger kompakter Wissenschaftsthriller mit fiktionalen Elementen, der durch ein überragendes Tempo und spannenden Informationen zu überzeugen weiß.

In wechselnden Perspektiven und kurzen Kapiteln, werden wir durch die Geschichte getragen. Wir werden in die Vergangenheit geworfen, erleben die Gegenwart und bekommen einen Blick in die Zukunft. Vor dem Lesen muss man sich bewusst sein, dass Fiktion eine Rolle spielt, wenn man sich darauf einlassen kann, dann ist einem Lesespaß und Spannung garantiert. 

Bis zur letzten Seite kann Rode die Spannung und das Tempo halten, zu keiner Zeit kommt man zum Durchatmen und die Frage nach dem Bösen, bleibt bestehen. Ist es der Wolf oder vielleicht doch eher der Mensch?

Besonders interessant fand ich auch die Fakten, die der Autor geschickt in die Geschichte eingebaut hat. Diese sorgten dafür, dass ich mich mit diesen Dingen auch noch über das Buch hinaus beschäftigt habe u.a. mit den Risiken des Berufs als Tierarzt.

Lupus hat mich von der ersten bis zur letzten Seite komplett unterhalten können, sorgte für Überraschungen und hat darüber hinaus auch noch Wissen vermittelt. Ein toller Wissenschaftsthriller!

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Rezensionen von Sarah:

Monstrosa von Rhea Krcmárová

Isabella hatte schon immer Probleme mit ihrem Gewicht. Zahlreiche Diätcamps konnten ihr leider nicht langfristig helfe, sie wurde immer dicker und dicker und hat mit der Zeit eine Esstörung entwickelt. Da diese ihrer Karriere als Opernsängerin im weg steht, sucht sie sich zum ersten Mal Hilfe in einer psychiatrischen Klinik spezalisiert auf Essstörungen.

Doch schon sehr schnell merkt Isabella, dass dort nicht alles mit rechten Dingen vonstatten geht, denn sie erwische die anderen Patienten dabei, wie sie nachts komische Rituale vollführen. Schon bald wird Isabella nicht mehr nur von Albträumen gequält, sondern von scheinbar echten Dämonen, die ihren Körper immer mehr verändern...

Ich fand die Ausgangssituation des Buches wirklich spannend, die Umsetzung war dann aber doch eher mittelmäßig. Isabella ist eine tolle Protagonistin und die Autorin konnte ihre Gefühlswelt wirklich gut darstellen, auch die anderen Patienten und vorallem deren ablehnendes und toxisches Verhalten Isabella gegenüber war wirklich toll beschrieben. Ich war zeitweise wirklich empört darüber, wie man sich Isabella gegenüber benahm und wie sie von allen direkt abgestempelt wurde, nur weil sie dick war. Die ganze Thematik rund um das Thema Gewicht und Essstörungen fand ichgut aufgearbeitet und die Moral, die sich im Laufe des Buches entwickelt hat, fand ich auch wirklich gut. Alles in allem war das Buch gelungen, ich würd es aber nicht im Horror-Genre ansiedeln, wie es auf dem Buch selber angegeben wird.

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Rezensionen von brauneye29:

Mir fehlte Tiefe

Juli, August, September von Olga Grjasnowa

Zum Inhalt:
Lou folgt einer Einladung zum 90. Geburtstag ihrer Tante. Auf Gran Canaria kommt die gesamte Familie zusammen, doch sind sie überhaupt noch eine Familie oder nennt man es nur noch so? Das versucht Lou herauszufinden und stellt fest, dass sie die Antworten wohl nur in Israel finden wird.

Meine Meinung:
Bei der Beschreibung erwartet man eigentlich einen sehr tiefgehenden Roman, in dem auch die Familienmitglieder ein wenig mehr Beachtung und Betrachtung finden, aber das kam hier meiner Meinung nach viel zu kurz. Dagegen wurden die Gefühle und die Zerrissenheit von Lou sehr gut beschrieben. Sie wirkt unzufrieden und kommt aus diesem Gefühl nicht wirklich raus. Auch das Ende, dass eher offen bleibt, bringt keine richtige Erhellung. Deshalb lässt mich das Buch etwas ratlos zurück, wobei ich sagen muss, dass es sich gut lesen lässt.
Fazit:
Mir fehlte Tiefe

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Rezensionen von Sarah:

Westwell - Bright & Dark von Lena Kiefer

Nachdem Helena sich gezwungernermaßen von Jess getrennt hat, kann sie einfach nicht mehr glücklich sein. Jede Faser ihres Körpers vermisst ihn und das einzige, was über Wasser hält, sind die Nachforschungen zu Valeries Tod. Als Helena jedoch bei ihren Nachforschungen auf eine Information stößt, die für Jess unglaublich wichtig ist, hat sie gar keine andere Wahl, als nochmal Kontakt mit ihm aufzunehmen und ihm von ihren heimlichen Ermittlungen zu erzählen.

Da Jess der festen Überzeugung ist, dass sie sich damit in große Gefahr begibt, gibt er alles, um Helena zu schützen. Doch wie lange können die beiden ihre Gefühle noch im Zaum halten?

Der zweite Band der Reihe stand dem Ersten in nicht viel nach. Die Geschichte ist wirklich herzzerreißend und wie schon im ersten Teil bin ich einfach hin und weg davon, wie erwachsen Helena und Jess miteinander umgehen. Ich habe diesen Teil der Reihe wieder von vorne bis hinten genossen und das Ende hat mich emotional so zerstört, dass ich in der Sekunde, in der ich diesen Band fertig gelesen habe, direkt mit dem dritten weitermachen musste.

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Rezensionen von Sarah:

Schwarzer See von Riley Sager

Die Künstlerin Emma hat ein Geheimnis: in jedem ihrer Bilder versteckt sie drei Mädchen, für jeden unsichtbar, nur für sie nicht. Die drei Mädchen waren früher einmal Emmas Freundinnen, mit denen sie sich eine Hütte in einem Feriencamp geteilt hat. Bis die drei Mädchen eines Nachts verschwanden, und nie wieder zurückgekommen sind.

Viele Jahre später wird das Camp nun wieder eröffnet und Emma wird dort eine Stelle als Kunstlehrerin angeboten. Zurück in der selben Hütte, in der sie damals mit ihren Freundinnen gewohnt hat, versucht Emma über die Ereignisse von Damals hinwegzukommen, doch die Geschichte scheint sich zu wiederholen, denn erneut verschwinden drei Mädchen scheinbar spurlos in der Nacht...

Ich finde, dass Riley Sager eine sehr talentierter Autor ist und auch mit diesem Buch konnte er mich wieder überzeugen. Das ganze Buch ist geprägt von Wendungen, die den Leser in die Irre führen und man fiebert von vorne bis hinten mit der Protagonistin mit. Ich denke mir jedes mal aufs nue, dass ich die Geschichte durchschaut habe, doch kann kommt alles ganz anders. Faszinierend fand ich gerade bei die letzten 2-3 Seiten, die nochmal eine komplett neue Perspektive reinbringen und einen echt sprachlos zurücklassen. Ein wirklich tolles Buch.

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Rezensionen von Sarah:

Der gute Sohn von Jeong Yu-jeong

Als Yu-jin eines Morgens aufwacht, macht er eine schreckliche Entdeckung: seine Mutter liegt mausetot mit durchgeschnittener Kehle in der Küche. Er weiß nicht, was passiert ist, doch alle Spuren deuten darauf hin, dass er selbst sie umgebracht hat. Yu-jin, der sich immer bemüht hat, ein guter Sohn zu sein, Yu-jin, der immer die besten Noten in der Schule hatte, Yu-jin, der sich nicht an die Nacht des Mordes erinnern kann.

Oder vielleicht doch?

Dieses Buch steht seit stolzen 8 Jahren unberührt in meinem Bücherregal und nun habe ich endlich dazu gegriffen. Anfangs war die Geschichte etwas verwirrend, man wusse nicht so recht, was gerade passiert. Dies liegt hauptsächlich daran, dass Yu-jin ein sehr eigener Protagonis ist, der kaum redet und dessen Gedankengänge auch sehr wirr sind, ich finde aber, dass diese Züge dem Buch einen gewissen flair geben. Das Buch hat sehr schnell mitten im Geschehen gestartet und nach und nach immer mehr Hintergrundinformationen geliefert, wodruch die Spannung realtiv gut aufrecht erhalten blieb, zum Ende hin kam dann ein richtiges Showdown und das Ende hat ganz gut zum Buch gepasst. Alles in allem war es ein gutes Buch für zwischendurch, ich würde es aber nicht als Thriller betiteln, da es dafür zu wenig Spannung hat.

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Rezensionen von Eternal-Hope:

Wer sind wir als erfolgreiche Frauen ohne Kinder?

Glück von Jackie Thomae

"Glück", das neue Buch von Jackie Thomae, die mit einem ihrer vorigen Bücher, "Brüder", auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises gelandet ist, polarisiert. Das zeigt sich schon in den bisherigen Rezensionen, die von überschwänglich bis zu sehr enttäuscht die ganze Palette abdecken.

Ich habe vor dem Lesen ebenfalls sehr kontroversielle Diskussionen dazu mitbekommen, die mich erst neugierig auf das Buch gemacht haben, sodass ich es mir besorgt und gelesen habe. Vorab, wie man auch an den 5 Sternen sieht: ich bin sehr froh, das Buch gelesen zu haben! Ein tolles Buch, das mit einer schönen und treffenden Sprache den Zeitgeist eines ganz bestimmten sozialen Milieus in Bezug auf unerfüllten Kinderwunsch sehr genau einfängt!

Es geht um zwei Frauen, die den Versprechen der Feminismus gefolgt sind und sich beruflich verwirklicht haben. Zwei sehr erfolgreiche Frauen mit Karrieren, die sich sehen lassen können, und mit genug Geld für einen sehr angenehmen Lebensstil. Marie-Claire (MC) Sturm, die als Radiomoderatorin arbeitet. Und Anahita Martini, aus einer erfolgreichen persischen Ärztefamilie stammend, die es nach einem kurzen Abstecher in die Schullaufbahn nun zur erfolgreichen Regionalpolitikerin gebracht hat.

Was diesen Lebensbereich angeht, ist es für die beiden Frauen also wirklich gut gelaufen. Und nun sind sie 39, partnerlos und kinderlos, und schon seit einigen Jahren quält sie dieses Thema: der aufkommende Kinderwunsch und die Frage, ob und wie sie sich diesen nun noch schnell erfüllen können, bevor "der Zug endgültig abgefahren ist" (mit diesen und weiteren bekannten Metaphern zum Thema herannahende Menopause spielt das Buch).

Das Buch beginnt mit einer Szene, bei der MC Sturm sich bei ihrer Gynäkologin befindet, die ihr mitteilt, dass ihre fruchtbaren Jahre fast vorbei seien: "Sie hatten fünfundzwanzig Jahre Zeit, Mutter zu werden, sehen Sie's mal so. Das ist ein Vierteljahrhundert." (S. 10)

Schon da habe ich Leserin sehr stark mit Marie-Claire Sturm mitgefühlt! Was für ein Hohn diese Aussage doch ist, einer 39-jährigen gegenüber! Als ob Frauen wirklich realistisch so viel Zeit hätten, ihren Kinderwunsch zu realisieren! Welche 12- oder 14-jährige kann sich denn ernsthaft damit befassen? Ja, selbst, welche 18-, 20- oder 22-jährige aus einem sozialen Milieu, das von ihr beruflichen Erfolg und Unabhängigkeit erwartet (und dieser Druck auf junge Frauen ist in manchen Teilen der Gesellschaft mittlerweile enorm)?

Ja, die Menstruation hat im Jugendalter eingesetzt (bei Marie-Claire mit 12), doch danach hat eine Frau aus dem sozialen Milieu von Marie-Claire Sturm doch locker bis Ende 20, Anfang 30 von allen (in diesem speziellen Milieu!) gesagt bekommen, dass sie noch viel zu jung für Kinder sei und noch viel Zeit hätte... bis dann auf einmal keine Zeit mehr zu sein scheint!

In dieser Zeit, in der es scheinbar noch zu früh bis in Bezug auf die Umstände schwierig gewesen wäre, Mutter zu werden, war Marie-Claire auch, wie wir schon früh im Buch erfahren, zwei Mal ungeplant schwanger, und hat die Schwangerschaften abgebrochen, was sie jetzt hinterfragt bis bereut.

Auch mit Anahita Martini kann ich mitfühlen: lastet auf ihr doch der starke Erfolgsdruck ihrer Familie und hat es einige Zeit gedauert, bis sie in diesem Bereich in den Augen ihrer Familie bestehen konnte... so lange, dass währenddessen kaum Raum war, sich überhaupt damit zu beschäftigen, ob sie auch eine Seite in sich hätte, die sich Kinder wünschte! Ich kenne so viele Frauen, denen es ähnlich geht wie den beiden, und das hat viel mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und den Erwartungen gerade an Frauen, die das Potential haben, beruflich sehr erfolgreich zu sein, zu tun.

Wir begleiten also diese beiden Frauen im Buch innerlich durch diesen Konflikt, erleben mit, wie sie sich begegnen, und machen nach ca. 2/3 des Buches einen Zeitsprung um drei Jahre in das Alter 42. Zwischendurch gibt es immer wieder kürzere Kapitel, die aus der Sicht weiterer Frauen im Leben der beiden (z.B. Anahitas Schwägerin, die Mutter von drei Kindern ist; MCs jüngere Halbschwester, die ebenfalls kinderlos ist oder eine Frau, die auf einer griechischen Insel teure Privat-Retreats im 5-stelligen Bereich für Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch anbietet), was für mich interessante weitere Perspektiven auf das Thema einbringt - natürlich aus demselben sozialen Milieu, in dem das ganze Buch spielt, es handelt sich ja um Verwandte oder Bekannte der beiden Hauptcharaktere.

Was mag ich an diesem Buch? Ich finde es sehr authentisch. Ja, wirklich, authentisch. Und zwar für ein ganz bestimmtes soziales Milieu, das ich ebenfalls gut kenne.

In anderen Rezensionen wird teilweise kritisiert, wie privilegiert die beiden Frauen seien. Ja, das sind sie, aber das ist für mich noch kein Kritikpunkt am Buch. Gute Literatur darf für mich alle sozialen Milieus schildern und es dürfen darin alle möglichen Charaktere vorkommen - ob diese Milieus nun sonderlich sympathisch und die darin vorkommenden Charaktere Sympathieträger oder Sympathieträgerinnen sind oder nicht.

Klar sind Marie-Claire Sturm und Anahita Martini nicht repräsentativ für die Gesamtheit der Frauen mit Kinderwunsch. Aber ich empfinde sie durchaus als sehr repräsentativ für ihr bestimmtes soziales Milieu - das der sehr privilegierten, beruflich erfolgreichen Karrierefrauen, dieses wird hier sehr authentisch gezeichnet.

Würde ich mich mit den beiden Frauen anfreunden wollen? Eher nicht. Beide zeigen einige Charaktereigenschaften, die sie mir nicht sehr sympathisch machen. Und auch sie selbst haben im Buch wenig tiefgehende Freundschaften, in denen beide Seiten sich gegenseitig wirklich erkennen und tiefgründig austauschen. Aber auch das ist wiederum authentisch und passt zu den Charakteren.

Worum geht es in dem Buch nicht? Es geht nicht um die ganze Palette unerfüllten Kinderwunsches. Es geht - mit einer kurzen Ausnahme gegen Ende des Buches - (fast) nicht um Kinderwunschbehandlungen und all das Leid, aber auch die Chancen, die sie mit sich bringen. Und es geht nicht um Paare, die miteinander einen unerfüllten Kinderwunsch haben, vielleicht auch schon in deutlich jüngerem Alter.

Wer zu diesem Thema also eigene Erfahrungen mitbringt, die möglicherweise noch sehr weh tun, der oder die lese das Buch nicht oder mit Vorsicht. Wer sich mit sehr hohen Anforderungen erfolgreicher Frauen an mögliche Partner schwer tut, betrachte das Buch ebenfalls mit Vorsicht. Denn der Hauptgrund, warum die beiden Frauen noch keine Kinder haben, ist, dass sie bis Ende 30 keinen Mann gefunden haben, der ihren Ansprüchen genügt und der mit ihnen eine Familie gründen wollte.

Um von der Lektüre profitieren zu können, braucht es ein tiefes, emotionales Sich-Einlassen auf das spezifische soziale Milieu des Buches und ein Mitfühlen mit sehr privilegiert wirkenden Frauen, die aber dennoch an ihrer Situation leiden. Wenn man das in der eigenen Lebenssituation gerade kann, dann ist es ein sehr gewinnbringendes Buch, wie ich finde. Dann lässt sich Einblick in ein Milieu gewinnen, das man vielleicht aus eigener Erfahrung nicht so gut kennt (oder doch, und sich und seine Bekannten in einigem erkannt fühlt) und auch nicht unbedingt nur schätzt, aber das dennoch interessant ist. Und es lässt sich mit den Charakteren im Buch mitfühlen, auch wenn sie nicht nur sympathisch sind.

Damit erfüllt das Buch eines der Hauptkriterien, die ich an gute Literatur stelle: uns soziale Milieus samt der darin lebenden Menschen so authentisch nachfühlen zu lassen, als wären wir Teil dafür. Dadurch unsere Empathie zu schulen und unseren Horizont zu erweitern.

Auch ein weiteres Kriterium guter Literatur erfüllt es für mich: es regt sehr zum Nachdenken und Diskutieren an. Über die verschiedenen Schattierungen von Feminismus, darüber, was Erfolg im Leben ist, über Partnerwahl und Familie, konservative und progressive Familienmodelle, das Wesen eines Kinderwunsches (z.B. muss ich Kinder generell, auch fremde, toll finden, um einen authentischen Kinderwunsch haben zu dürfen?), die Erwartungen an Frauen, die Schattenseiten mancher feministischer Forderungen (nach Stärke, Unabhängigkeit, keinen Partner brauchen, Selbstverwirklichung,...) und vieles mehr. Bei mir wird das Buch emotional und gedanklich sicher noch einige Zeit nachwirken.

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Rezensionen von Petra:

zu wenig

La Louisiane von Julia Malye

Die Besiedlung von Louisiana durch französische Kolonisten, ein großes Thema von Frauen erzählt. Das verspricht zu mindestens der Klappentext. Am Ende hatte ich das Gefühl es wurde nichts erzählt sondern nur Fetzen zusammen geführt. Junge Frauen die aus verschiedenen Gründen in einer Verwahranstalt untergebracht wurden, werden nach Übersee geschickt um dort Männer zu heiraten und französische Kinder zu bekommen, damit die Kolonie wächst und gedeiht.

Eine Waise, eine Kräuterkundige als Engelmacherin verdächtigt, eine Adelige die sich anders verhält und eine junge Frau die Frauen liebt sind diejenigen deren Schicksal im Vordergrund steht. Aber es geht nicht in die Tiefe, bruchstückhaft werden einzelne Szenen erzählt, aus dem Zusammenhang gerissen, dann werden Erinnerungen wiederholt die nicht zu der erzählten Gegenwart passen. Es sollen starke Frauen sein, aber es wird nur beschrieben wie sie den Männern in der neuen Welt untertan sein müssen. Der Kampf um das tägliche Überleben das den Frauen damals sehr oft zu viel abverlangt hat wird in Nebensätzen abgehandelt. Dafür werden extrem viele Worte verwendet. Für Beschreibungen die wenig mit der Handlung zu tun wie zum Beispiel Lavendelfelder in der Provence nehmen ganze Seiten ein. Es sind Erinnerungen an eine frühe Kindheit, die zum aktuellen Leben in Paris wenig passen.
Für mich war dies ein Buch mit viel Text, fast schon Geschwafel ohne interessanten oder spannenden Inhalt. Die einzelnen Charaktere hatten sehr viel Potential, schade das es nicht genutzt wurde.

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Rezensionen von Ruth:

Schade!

Die Gräfin von Irma Nelles

Irma Nelles hat vor ein paar Jahren ihre Erinnerungen an ihren früheren Chef Rudolf Augstein unter dem Titel „ Der Herausgeber“ veröffentlicht. Nun hat sie mit 78 Jahren mit dem Roman „ Die Gräfin“ ihr literarisches Debut hingelegt.
Sie greift darin eine Episode aus dem Leben der Gräfin Diana von Reventlow-Criminil auf.

Diese Frau hat es tatsächlich gegeben. Unter dem Namen „ Hallig-Gräfin“ kennt man sie auch heute noch in Nordfriesland.
Diana, Tochter eines adeligen Gutsbesitzers und seiner schottischen Ehefrau, war eine schöne und eigenwillige Persönlichkeit. Sie blieb zeitlebens unverheiratet, obwohl es nicht an Bewerbern gemangelt hat. Doch ihre Unabhängigkeit war ihr wichtiger. 1910 erwirbt sie die Hallig Südfall und lebt dort die Sommer über einzig mit ein paar wenig Bediensteten und ihren Tieren.
Der Roman setzt ein im Sommer 1944; die Gräfin ist mittlerweile eine Dame über Achtzig. Außer ihr leben auf der Hallig noch die junge Haustochter Meta und der Kutscher Maschmann , der sich als „ Mädchen für alles“ um den Gutshof kümmert.
Da findet eines Tages die Gräfin einen englischen Piloten im Watt, der mit seinem Flugzeug vor der Hallig abgestürzt ist. Gemeinsam mit Maschmann bringt sie den Verletzten in ihr Haus. Meta kümmert sich um den den jungen Mann. Anderntags zieht man noch einen befreundeten Arzt hinzu, der ihn medizinisch versorgt.
Das alles ist nicht ungefährlich für sämtliche Beteiligten. Denn der Absturz hätte gemeldet , der feindliche Flieger ausgeliefert werden müssen. Doch die Gräfin kümmert sich schon lange nicht mehr um das Gerede der Leute. Aus ihrer ablehnenden Haltung dem Nationalsozialismus gegenüber macht sie keinen Hehl. Um sich herum geschart hat sie Menschen mit einer ähnlich kritischen Einstellung. Aus Andeutungen erfährt man, dass sie gemeinsam mit anderen Verfolgten zur Flucht aus Nazi- Deutschland verhilft.
Eine spannende Ausgangslage. Wie geht es weiter mit dem verletzten Piloten? Und kann man dem „ Feind“ überhaupt trauen? Was hat den Absturz herbeigeführt.
Aus dieser historisch verbrieften Situation - die Gräfin soll tatsächlich einem über dem Watt abgeschossenen Piloten mehrere Wochen bei sich versteckt gehalten haben - hätte ein spannender Roman werden können. Doch die Autorin verschenkt leider diese Chance.
Es gelingen ihr zwar sehr schöne Beschreibungen von Landschaft und Natur. Die sind sinnlich, bildgewaltig und poetisch. So wird die Atmosphäre, die das Cover verspricht, sehr gut getroffen.
Überzeugend dargestellt wird auch die Gefühlsverwirrung, die die Ankunft dieses jungen Mannes bei der Gräfin auslöst. Er weckt Erinnerungen an ihre Jugend und Wehmut ob verpasster Gelegenheiten.
Aber ansonsten überwiegen die Schwächen des Romans. Sprachlich gibt es vieles zu kritisieren, nicht nur die hölzernen Dialoge, auch andere sprachlichen Fehlgriffe finden sich. Und sehr oft hapert es mit der Logik. So zweifelt man z.B. an der schnellen Heilung des verletzten Piloten. Verordnet ihm der Arzt an einem Tag noch ein Gipsbett, weil er sich auf keinen Fall bewegen darf, so kann er kurz darauf bei der Bergung des Flugzeugs mithelfen und erlebt sogar eine Liebesnacht. Auch sein sonstiges Verhalten ist nur schwer nachvollziehbar. Ebensolche Unstimmigkeiten lassen sich bei manch anderen Figuren finden.
Der Autorin war es offensichtlich ein Anliegen, das Leben einer faszinierenden Frauenfigur nachzuzeichnen. Allerdings hat sie es nicht geschafft, die notwendigen Hintergründe dieser Biographie organisch in die Geschichte einzubinden. Es ist allzu offensichtlich, dass die Gespräche, in denen die Gräfin von ihrer Vergangenheit erzählt, nur dazu dienen, den Leser zu informieren.
Irma Nelles hat sich ein strenges Korsett gesetzt, in dem sie die Geschichte an sechs Tagen spielen lässt. Ein längerer Zeitraum hätte den Figuren mehr Zeit zur Entwicklung gegeben. So aber erscheint einiges nicht nachvollziehbar.
Doch das größte Manko ist das abrupte Ende des Romans. Er entlässt den Leser unbefriedigt. Zu viele offene Fragen, zu viele lose Fäden… Thematisch wird einiges angerissen und verläuft dann im Sande. Damit werden Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt werden. Es werden Motive eingeführt, wie z.B. die kleine Flöte, die der Engländer mit sich führt, Figuren tauchen auf, die im Verlauf keine Rolle mehr spielen usw. Stattdessen bekommt der Leser eine Liebesgeschichte, auf die er gern verzichtet hätte.
Ja, das schmale Buch wirkt unfertig. Auch ein Unterhaltungsroman sollte schlüssig sein. Es hätte eines Lektorats bedurft, das sprachliche Missgriffe beseitigt und auf ein anderes Ende dringt.
Möglicherweise hat der Tod der Autorin eine solche abschließende Arbeit verhindert. Schade!

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Rezensionen von Anna-Lenchen:

Bewegend

Unlock My Heart. Golden-Heights-Reihe, Band 1 (Dein-SPIEGEL-Bestseller | New-Adult-Romance für alle Fans von Stella Tack) von Saskia Louis

Erst einmal muss ich vorweg nehmen, dass Unlock My Heart ein unglaublich gutes Buch ist. Es hat mir richtig Spaß gemacht zu lesen.
Angefangen hat es schon damit, dass das Buch einfach unglaublich schön ist mit dem Farbschnitt und den Goldverzierungen, sodass man sich schon beim Angucken des Buches freut.

Aber auch die Handlung hat mir von Anfang an total gut gefallen. Das Konzept von Lexie, einer Kleinkriminellen (sorry, ich meine natürlich Teilzeit-Opportunistin), die nicht auf den Mund gefallen ist und dem arroganten, reichen Schnösel Logan, hinter dem sich mehr verbirgt, als es auf den ersten Blick vermuten lässt, hat mir unglaublich gut gefallen. Ich mochte die beiden von Anfang an sofort und vor allem die Gespräche der beiden waren immer entweder amüsant oder bedeutend.
Der Schreibstil hat mir auch wirklich gut gefallen, die Geschichte lässt sich leicht lesen und ich hatte keinerlei Probleme, mich in die Charaktere hineinversetzen.
Die Geschichte selbst war sowohl romantisch, geheimnisvoll, tiefgründig und gefährlich-und damit sehr abwechslungsreich.
Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf den zweiten Teil, der hoffentlich Tys Geschichte erzählt, denn das Ende von Band 1 verspricht einen sehr spannenden Teil 2...

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