Kunden em pfehlungen
Rezensionen von DoraLupin:
Magisches Abenteuer!
Smaragour – Die Dracheninsel von Anja Habschick
Als ich dieses Cover gesehen habe, wusste ich sofort das ich die Geschichte lesen wollte! Ich liebe Drachen, Fantasy und Kinderbücher und dieses Buch hat mich deshalb sofort abholen können und ich hatte ganz zauberhafte und magische Lesestunden damit!
Worum gehts: Eldurskóla, die berühmte Drachenreiterschule auf der Insel Smaragour, nimmt jedes Jahr nur wenige neue Schülerinnen und Schüler auf.
Der 12-jährige Jamie ist sich sicher, dass er dieses Jahr unter den Auserwählten sein wird. Doch dann wird er nur als Hilfsarbeiter in die Drachendocks unter der Schule abkommandiert. So eine Ungerechtigkeit! Die Arbeit in den Docks ist hart und gefährlich: riesige Drachen müssen geputzt und verpflegt werden, Tag und Nacht. Jamie ist wild entschlossen, zu beweisen, dass seine magischen Fähigkeiten stark genug sind, um doch in der Schule als Drachenreiter ausgebildet zu werden. Als eines Tages ein Mädchen auf einem verletzten Drachen auftaucht und eine geheime Botschaft hinterlässt, bietet sich Jamie eine Chance. Gemeinsam mit seinen neuen Freunden in den Drachendocks, Tex und Noah, kommt er einem dunklen Geheimnis auf die Spur. Können die drei es aufdecken und so ihren Platz in Eldurskóla ergattern?
Der Schreibstil ist leicht und einfach zu lesen, ist also optimal für die Zielgruppe der Kinder-und Jugendlichen geeignet. Dennoch konnte es auch mich als erwachsene Leserin ganz in seinen Bann ziehen! Die Autorin versteht es die Welt und die Schule sehr bildhaft zu beschreiben und so ist man als Leser immer mitten im Geschehen und hat alles wunderbar vor Augen! Auch die Protagonisten sind auf ihre Weise sympathisch und authentisch beschrieben. Zusammenhalt, Abenteuer und Fantasy werden in diesem Buch groß geschrieben und machen es zu einer idealen Lektüre. Das Buch eignet sich in meinen Augen sowohl für Jungs als auch für Mädchen, die gerne über Drachen, Abenteuer und magische Welten lesen.
Fazit: Ein Buch, dass ich regelrecht verschlungen habe und unbedingt weiter empfehlen kann!
Rezensionen von clematis:
Flucht
Aschezeichen von Katrine Engberg
Privatdetektivin Liv Jensen soll ihrem Bekannten von der Polizei nur eine kleine Information liefern und landet prompt in einem brisanten Fall, der 30 Jahre in die Vergangenheit zurückführt. Vordergründig geht es um einen Mord auf der naturgeschützten dänischen Insel Vorsø, die Nachforschungen deuten aber schnell auf ein Flüchtlingslager im Jahr 1990 hin.
Ein enges Zelt, beschlagene Innenflächen, ein Toter mit brutal durchschnittener Kehle. Wer sind die handelnden Figuren, wie die Umstände? Das herauszufinden, braucht der Leser ein wenig. Inzwischen kommt Liv auf den Plan, die manche schon vom Vorgängerband Glutspur kennen. Wie schon im Band Eins, geht es überwiegend ruhig zu, wenn auch die anklingenden Themen alles andere als ruhig sind: zur Sprache kommen Flüchtlinge, Integration, ein Auffanglager 30 Jahre zuvor, Drogen, Gewalt gegen Frauen, alleingelassene Jugendliche, alles in allem ein recht düsteres Szenario, das sich gekonnt auf die Gefühle des Lesers überträgt. Katrine Engberg zieht Dänemark als Kulisse geschickt heran, um diesen Kriminalroman zu untermalen, ihm die nötige und vor allem passende Atmosphäre zu verschaffen. Auch die Figur der Privatdetektivin spielt hier entsprechend herein mit einer Frau, die Ecken und Kanten hat und durchaus ihre persönlichen Probleme mitbringt ins Geschehen. Ebenso alle anderen Personen hat der Leser sehr gut vor Augen, sei es die Tochter des Opfers, sei es Livs Nachbar, sei es die Psychologin. Das Zusammenspiel zwischen Vergangenheit und Jetztzeit ist spannend, da und dort geht es um Flucht und Problembewältigung, die einer gut, ein anderer weniger gut hinbekommt. Der Fall selber bringt interessante Ermittlungen mit sich, bei denen man falsche Fährten verfolgt, schlussendlich aber eine nachvollziehbare Auflösung bekommt.
Auch Band 2 mit Liv Jensen hat mich gut unterhalten, ich empfehle Aschezeichen gerne weiter an jene Leser, die mit düsterer Atmosphäre und belastenden Themen (siehe oben) gut umgehen können.
Rezensionen von DoraLupin:
Wenn doch nur das Ende nicht wäre
Auf der Mauer, auf der Lauer von Mel Wallis de Vries
Ich hatte mich sehr auf diesen Jugendthriller gefreut, der Klappentext klang sehr interessant und spannend und ich habe mich auf eine fesselnde Geschichte gefreut. Das Buch hat eine Triggerwarnung und gerade im Jugendbuchbereich finde ich dies gut und richtig und mache deshalb auch selbst nochmal drauf aufmerksam, da das Buch nichts für Schwache Nerven ist und wirklich auch Trigger beinhaltet!
Worum geht es: Einen Tag vor ihrem siebzehnten Geburtstag wacht Charlie in einem dunklen Raum auf.
Sie hat keine Ahnung, was passiert ist. An der Wand entdeckt sie schließlich eine Liste mit sechzehn Mädchennamen. Dann hört sie eine verzerrte Stimme: »Es geht gleich los. Versuch nicht zu fliehen! Du wirst es nicht überleben, genauso wenig wie all die anderen vor dir ...« Die Stimme erteilt ihr Aufträge, und Charlie hat nur ein paar Stunden Zeit, um diese zu erfüllen. Der Deal: Wenn sie es schafft, wird sie freigelassen. Wenn nicht, droht ihr der Tod. Doch die Aufträge verlangen Unmögliches von Charlie, und schnell wird aus Fassungslosigkeit Panik. Aber es muss doch einen Weg für sie geben, um zu entkommen?
Der Schreibstil ist locker und einfach zu lesen, zudem gibt es immer wieder Jugendsprache und englische Wörter, dies passt gut zur Zielgruppe und macht das Buch authentisch. Im Buch gibt es immer wieder Zeit- sowie Perspektivwechsel, dies macht das Lesen abwechslungsreich und mitreißend. Ausserdem hat mir gefallen das im Buch auch immer wieder Tagebucheinträge und Verhöre vorkommen und auch dies für ein abwechslungsreiches Lesen sorgt.
Eigentlich hat mir das Buch wirklich ganz gut gefallen aber dann kam das Ende und hat doch einiges für mich kaputt gemacht, weshalb ich dem Buch dann doch auch 3 Sterne gebe. Das Ende ist abrupt unrealistisch und hat mir auch von der Art und Weise überhaupt nicht gefallen. Ich weiss durch das Ende auch nicht richtig ob man das Buch Jugendlichen wirklich empfehlen kann und wie diese damit zurecht kommen. Daher gibt es von mir eine eingeschränkte Leseempfehlung, denn der Schreibstil und die Geschichte können durchaus packen, nur leider das Ende nicht.
Rezensionen von Julchentim:
Spannender Auftakt mit Luft nach oben: "Monet Family – Shine Bright Like a Treasure"
The Monet Family – Shine Bright Like a Treasure von Weronika Anna Marczak
"Monet Family – Shine Bright Like a Treasure" von Weronika Anna Marczak ist der erste Band einer Trilogie, der viele interessante Elemente vereint, aber nicht ganz ohne Schwächen auskommt. Die Geschichte dreht sich um die 14-jährige Hailie, die nach dem tragischen Verlust ihrer Mutter und Großmutter zu ihren fünf Halbbrüdern in die USA zieht.
Was sie dort erwartet, ist eine Mischung aus strengen Regeln, emotionaler Kälte und geheimnisvollen Familienstrukturen.
Die Grundidee, ein junges Mädchen in ein völlig fremdes, wohlhabendes Umfeld zu werfen, in dem sie sich ihren unnahbaren Brüdern gegenüber behaupten muss, ist spannend und birgt viel Potenzial. Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht, vor allem da der Schreibstil einfach und bildhaft ist. Die Erzählweise aus Hailies Perspektive lässt einen ihre Unsicherheit und Trauer spüren, besonders zu Beginn des Buches.
Allerdings zieht sich der Mittelteil der Handlung in die Länge. Viele Szenen wiederholen sich in ihrer Struktur: Hailie verstößt gegen Regeln, wird gerügt, aber es gibt wenig wirkliche Fortschritte in der Beziehung zu ihren Brüdern. Auch hätte man sich mehr emotionale Tiefe und Hintergrundinformationen zur Familie gewünscht. Oft bleiben die Motive der Brüder im Dunkeln, was die Geschichte teilweise unbefriedigend macht. Hier fehlten mir klare Erklärungen, warum sich die Familie so verhält, und warum Hailie keine Antworten auf offensichtliche Fragen erhält.
Die letzten Kapitel hingegen bieten endlich die erhoffte Spannung. Gefährliche Situationen und mysteriöse Andeutungen über die Geschäfte der Familie sorgen dafür, dass man neugierig auf die Fortsetzung wird. Der Cliffhanger am Ende ist gelungen und lässt viele Fragen offen, die Lust auf die nächsten Bände machen.
Insgesamt war "Monet Family" für mich eine unterhaltsame Lektüre, die vor allem bei jüngeren Leser*innen Anklang finden dürfte. Trotz einiger Längen und mangelnder Tiefe in der Charakterentwicklung gibt es spannende Momente und das Versprechen auf eine interessante Fortsetzung. Für mich war es ein solider Auftakt, der aber noch nicht sein volles Potenzial ausschöpft.
3,5 Sterne.
Rezensionen von Anjulia :
Eine Anleitung zum persönlichen Wachstum
Resilienz - Seelenschokolade: Der Weg zu mentaler Stärke, Selbstbewusstsein und körperlichem Wohlbefinden von Julia C. Colella
Resilienz – Seelenschokolade von Julia C. Colella ist ein Ratgeber unter anderem zu mehr Gelassenheit, Stressreduktion und Stärkung der eigenen Resilienz mit vielen praktischen Übungen und Anleitungen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr positiv, einfühlsam und liebevoll. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Autorin Teile ihrer eigenen Erfahrung und Vergangenheit mit einfließen lässt.
Der Ratgeber ist in acht Kapitel unterteilt, wobei am Ende jedes Kapitels eine kurze Zusammenfassung steht. Natürlich ist das Buch nicht zum schnellen Durchlesen gedacht. Gerade auch die Übungen, sei es Yoga, Atemübungen oder Journaling brauchen Zeit und Regelmäßigkeit. An manchen Stellen war mir das Buch leider zu stark verallgemeinernt. Jedem, auch der Autorin, sollte klar sein, dass nicht jeder Frau möglich ist, einfach mal so ihre Kinder abzugeben, weil sie dringend Me-Time braucht. Deshalb würde ich jedem, der den Ratgeber liest, empfehlen die Ansätze und Übungen auszuwählen, die für ihn machbar und passend erscheinen. Hervorzuheben ist, dass sich das Buch mit dem großen Kapitel "Woman Code", Der weibliche Zyklus, vorrangig an Frauen vor Beginn der Wechseljahre richtet. Dies sollte vielleicht beim Kauf des Ratgebers bedacht werden.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Beziehungen zwischen Schwestern überschattet von Trauer und Sucht
Blue Sisters von Coco Mellors
Schon das Titelbild der "Blue Sisters" gibt einen guten ersten Eindruck, worum es im Buch geht: wir sehen eine Frau, die sehr traurig, verzweifelt und verschlossen wirkt. Die Blue Sisters sind die vier Mädchen der Familie Blue, die sich eigentlich einen Sohn gewünscht hatte, aber damit nie erfolgreich war.
Ich stelle mal die Schwestern vor, beginnend mit der ältesten: Avery, eine erfolgreiche Anwältin und mit einer Frau verheiratet, auf der die Verantwortung der Miterziehung ihrer drei jüngeren Schwestern schwer gelastet hat. Hochbegabt, sehr diszipliniert und mit einer kurzen, aber heftigen Suchtvergangenheit Anfang ihres Erwachsenenlebens, die sie aber doch überwiegend hinter sich lassen konnte. Dann Bonnie, die psychisch noch am gesündesten wirkt, Halt in ihrem Glauben findet und eine erfolgreiche Karriere im Box-Hochleistungssport verfolgt. Schließlich Nicky, die nicht mehr lebt, weil sie an zu vielen Tabletten gestorben ist. Die Endometriose hatte und dadurch chronische Schmerzen, die sie mit den Tabletten bekämpfen wollte, die aber auch eine beliebte Lehrerin war, sozial, liebenswürdig und offen, und sich so sehr eine eigene Familie mit Partner und Kindern gewünscht hat, wozu es aber nicht mehr kam. Dann die jüngste, Lucky, die als Teenager die High School abgebrochen hat, um eine erfolgreiche, aber problematische Karriere als Model zu starten, und die ebenfalls ein Suchtproblem hat.
In der Zeit ein Jahr nach Nickys Tod, aus der die meisten Szenen geschrieben sind, ist Avery 33 Jahre alt, Bonnie Anfang 30, und die beiden jüngsten in den 20ern. Die drei verbliebenen Schwestern trauern um Nicky, und das bringt manche Probleme, die sie auch davor schon in ihren Leben hatten, noch stärker zum Vorschein, bietet aber auch Gelegenheiten, wieder mehr miteinander in Kontakt zu kommen.
Dann gibt es noch die Eltern, die im Buch überraschend blass bleiben und nur gelegentlich in Erwähnungen oder kurzen Nebenszenen vorkommen.
Wir erleben das Buch - nach einer kurzen allgemeinen Vorstellung aller vier Schwestern und deren Charakteristika aus der Erzählerperspektive am Anfang - beim Lesen abwechselnd aus den Perspektiven der drei überlebenden Schwestern Avery, Bonnie und Lucky, während die verstorbene Nicky nur aus der Außenperspektive geschildert wird.
Wie schon im vorigen Absatz beschrieben, ist es den Schwestern überwiegend gelungen, jeweils extrem erfolgreiche Karrieren in ihrem Feld zu erreichen, trotz aller Probleme und Schwierigkeiten. Leistungsorientierung, Disziplin und Leidensfähigkeit sind wohl leitende Prinzipien in dieser Familie, und es scheint sich um extrem talentierte junge Frauen zu haben, die auch noch so viel Glück und passende Umstände haben, dass es mit den Karrieren klappt. Den "normalsten" Job, den als Lehrerin, hatte noch die verstorbene Nicky.
Gleichzeitig ist die Familie überschattet vom Thema Sucht, sowohl nach Alkohol als auch nach diversen Drogen und Tabletten sowie problematischem Sexualverhalten, und fast alle Schwestern kämpfen immer wieder mit einem großen Suchtproblem, das wohl auch schon mindestens den Vater und seine Herkunftslinie betroffen hat und sich durch das ganze Buch zieht. Dieses Thema nimmt auch insgesamt im Buch einen sehr großen Raum ein, einen größeren, als mir persönlich beim Lesen gut gefallen hat.
Es gab viele Szenen im Buch, die ich sehr mochte: insbesondere die, bei denen ich die Schwestern mit ihren individuellen Eigenschaften und in Beziehungen mit anderen Menschen oder miteinander näher kennen lernen konnte. Diese Teile hatten für mich Authentizität und Tiefe, die verschiedenen Persönlichkeiten kamen klar hervor, und sie waren spannend zu lesen. Gleichzeitig gab es aber auch immer wieder Stellen, die mich gelangweilt bis verärgert haben, in denen seitenweise Suchtverhalten in diversen Bars und Lokalen geschildert wurde, und die ich dann nur noch überflogen habe, um hoffentlich bald wieder zu einer interessanteren Stelle - von der es im grundsätzlich guten Buch ja viele gibt - zu kommen.
Insgesamt ist es ein Buch, das mir sehr gut gefallen hat und das auch emotional noch lange nachwirken wird. Ich finde es schön, wie differenziert die Beziehungen zwischen den Schwestern dargestellt werden und wie klar herauskommt, wie ambivalent und vielschichtig diese sein können und welche Elemente - etwa das gemeinsame Aufwachsen mit den gleichen Eltern und die Rollen, die das mit sich bringt, die ähnliche Prägung durch die Familie, die aber dann doch manches zwar vordergründig ähnlich aussehen lässt, aber die Schwestern in vielen Bereichen, kombiniert mit ihrer unterschiedlichen Persönlichkeit, wiederum doch in ganz verschiedene Richtungen gehen lässt - dazu beitragen, dass diese Beziehungen nochmal wesentlich anders sind als einfach Freundschaften zwischen Frauen. Ich habe selbst zwei Schwestern und habe so einiges wiedererkannt. Mir hat es auch gefallen, ein Buch speziell über Geschwisterbeziehungen zu lesen.
Wenn also das Suchtthema nicht dermaßen dominant und ausgebreitet worden wäre, dann wäre es für mich ein 5-Sterne-Buch. So gibt es einen Punkt Abzug dafür, insbesondere für die gefühlt zu starke Wiederholung der immer ähnlichen Suchtszenen, die ich bei Wiederholung gar nicht mehr gerne gelesen habe und die meiner Meinung nach auch nicht unbedingt dermaßen viel Raum einnehmen hätten müssen, um die grundlegende Botschaft des Buches, wie sehr diese Familie davon überschattet ist, rüberzubringen. Stattdessen hätte es mir gefallen, wenn die Beziehung zu den Eltern noch mehr Raum im Buch gekommen hätte - eine kurze Szene zwischen Avery und der Mutter ziemlich am Ende zeigt, dass dafür durchaus Potential gewesen wäre und das Buch und auch der Blick auf die vier Schwestern davon noch mehr bereichert werden hätte können.
Ich empfehle das Buch allen, die sich für Geschwisterbeziehungen, insbesondere solche zwischen Schwestern, interessieren, und die kein Problem damit haben, dass es trotz aller auch humorvollen Szenen und gelegentlicher schöner Momente über weite Teile auch ein sehr trauriges Buch ist.
Rezensionen von Ele:
Der Preis der Freiheit
Die Schwarzgeherin von Regina Denk
Die Schwarzgeherin, Historischer Roman von Regina Denk, ein Droemer Ebook
In einer Welt in der die Freiheit den Männern gehört, nimmt sich eine Frau was ihr zusteht.
Theres ist die einzige Erbin des reichen Lachermeyer-Bauern. Alle ihre Brüder sind im Kindesalter oder bei der Geburt gestorben, im Kindbett dann auch ihre Mutter.
Der Vater wurde mit diesem Schicksalsschlag nicht fertig und konnte auch Theres nicht trösten. Ihr einziger Vertrauter ist Leopold ihr Jugendfreund, der Sohn des vermögenden Xantner-Bauern, die beiden sind sich schon seit Kindertagen versprochen. Damit kann Theres lebenshungrig und freiheitsliebend, sich nicht abfinden. Und dann kam der Fremde ins Dorf, geheimnisvoll und frech, mit grünen Augen wie Bergseen, Theres verfällt ihm und so kommt das Unglück über beide Familien.
Die Geschichte wird in mehreren Zeitebenen erzählt. 37 Kapitel die unterteilt sind in Leseabschnitte, aus der Jugendzeit von Theres, abwechselnd mit Abschnitten aus der Zeit in der Theres als die Schwarzgeherin bekannt ist, die Heilerin, die Hexe, die Ausgestoßene, die nur geholt wird wenn keine Aussicht auf Heilung besteht. Sie, die die Arbeit einer Hebamme macht, die oft helfen kann, wenn ein Wunder erwartet wird, später begleitet von ihrer erwachsenen Tochter Maria. Um den Überblick zu behalten, ist vor jedem Abschnitt das Jahr und das Alter von Maria bzw. Theres angegeben. Die diversen Zeiten wechseln sich ab, Rückblicke mit dem Geschehen 20 Jahre später. Das hat mich doch etwas im Lesefluss behindert. Dazwischen in kursiver Schrift, ein Zwischenspiel, die Geschichte eines Adlerweibchens, die blind ist für das Leid und das Elend, das sich auf der Erde abspielt.
Der Roman ist bildhaft und in einem düsteren Ton verfasst. Schwere Schicksalsschläge, Krankheit,Tod und harte Arbeit prägen den Alltag der Menschen, dazu kommt, dass Frauen, sobald sie aus der Obhut des Vaters kommen, unter die Fuchtel der Schwiegermutter und der Herrschaft ihrer Ehemänner geraten, selbstbestimmt leben ist unmöglich. Glaube und Aberglaube beherrschen das Leben in den Bergen. Theres bricht aus diesen patriarchalischen Verstrickungen aus und führt ein Leben außerhalb der Gesellschaft, das ist der Preis, den sie zu zahlen bereit ist. Dafür wird ihr von der eigenen Familie und den Menschen im Dorf übel mitgespielt. Ich habe mit Theres und ihrer Tochter gelitten und geweint und ich bin froh in der modernen Welt leben zu dürfen. Diese Geschichte hat mich oft an meine Grenzen gebracht, ob der Ungerechtigkeit die Theres und auch Maria widerfahren ist. Immer wieder haben sich neue ungeahnte Wendungen entwickelt. Die Handlung ist nachvollziehbar, die Figuren authentisch, ein Roman voll Atmosphäre und Tragik. Spannung ist überreichlich vorhanden.
Sämtliche Figuren sind charakterlich sehr gut beschrieben. Ganz besonders in die Seele und die Gedanken der Schwarzgeherin habe ich Einblick erhalten. Doch auch alle anderen Figuren sind hervorragend ausgeführt. Die Landschafts- und Naturbeschreibungen haben mich fasziniert. Ich finde dieses Buch sollte unbedingt verfilmt werden.
Ich bin vom Roman begeistert, einzig die Sprünge in der Zeit haben mich anfangs gestört.
Eine absolute Leseempfehlung. Wer Familientragödien mag, wird das Buch genießen.
Von mir 5 Sterne
Rezensionen von Miro:
Wohnfamilie
Wohnverwandtschaften von Isabel Bogdan
Constanze hat sich überstürzt von ihrem Freund getrennt, nachdem er ihr einen Antrag gemacht hat. Ein ganzes Leben mit ihm konnte sie sich dann doch nicht vorstellen. Da es nicht so leicht ist, akut eine Wohnung in Hamburg zu finden, die auch noch leistbar ist, zieht sie vorübergehend in eine WG. Sie ist etwas aufgeregt, denn sie weiß nicht genau was auf sie zukommen wird.
So lernen wir mit Constanze die anderen Bewohner*innen der Wohngemeinschaft kennen. Da ist Jörg, der Besitzer der Wohnung, der nach dem Tod seiner Frau nicht allein leben wollte. Und da ist Murat, der liebend gerne kocht, gerne alle umsorgt und mit seinem sonnigen Gemüt für eine lockere Atmosphäre sorgt. Und dann ist da noch Anke, eine Schauspielerin, der das Älterwerden übel mitspielt. Es sind kaum noch Rollen für sie zu kriegen. Dabei war sie mal recht gut im Geschäft.
Isabel Bogdan bringt uns diese kleine Wahlfamilie sehr kurzweilig näher. Wir lesen in raschem Wechsel die Sicht der einzelnen Mitbewohner*innen und zwischendurch lockern Gespräche den Roman noch auf. Das macht die Geschichte äußerst erfrischend und fesselnd. Außerdem schildert sie ihre Figuren mit herzerwärmendem Charme. Man kann sich nur in diese WG verlieben!
So wie Constanze in diese Wohnfamilie reinwächst, fiebert man auch als Leser*in mit den einzelnen Figuren mit, weil man alle ins Herz schließt. Sie stehen füreinander ein, und sich gegenseitig bei, gehen durch dick und dünn und lassen sich nicht unterkriegen.
Ich habe dieses Buch unglaublich gerne gelesen und wäre gern noch länger bei der WG in Hamburg geblieben. Das war mein erstes Buch von Isabel Bogdan und ich bin restlos begeistert. Ich freue mich schon auf das nächste!
Rezensionen von rosetheline :
Spannende Lernreise
Die geheimsten Orte der Welt von Patrick Makin
"Die geheimsten Orte der Welt" von Patrick Makin und Whooli Chen verspricht, was es hält: Man begleitet die Protagonistin des Buches mit ihrem fliegenden Teppich zu den geheimsten Orten der Welt - Orte, die es noch gibt, Orte, die es gab und Orte, die für die meisten Menschen nicht (mehr) zugänglich sind.
Von einigen dieser Orte habe ich schon gehört und eine Nachbildung (Bernsteinzimmer, Russland) sogar selbst gesehen. Über einige wusste ich allerdings nur wenig oder gar nichts und konnte daher sehr viel dazulernen.
Das Buch ist total schön illustriert und die Fakten auf den jeweiligen Seiten mengentechnisch genau richtig, um nicht überladen zu sein. Wessen Interesse dann doch größer ist, kann sich dann selbstständig durch andere Bücher in die Themen vertiefen. Das werde ich auf jeden Fall auch tun.
Meiner Meinung nach ist es ein tolles Buch für Menschen aller Altersklassen. Daher eine klare Empfehlung!
Rezensionen von peedee:
Zu viele Nebensächlichkeiten, grosse Distanziertheit
Intermezzo von Sally Rooney
Die Brüder Peter und Ivan haben ihren Vater verloren. Peter, Anfang dreissig, ist desillusionierter Anwalt, Ivan, zehn Jahre jünger, Schachspieler. Seit sie erwachsen sind, haben sie sich nicht mehr viel zu sagen. Ihre unterschiedlichen Lebensansichten trennen sie. Ivan lernt Margaret kennen – eine vierzehn Jahre ältere Frau, die noch verheiratet ist.
Peter ist mit Naomi, einer jungen Studentin, zusammen. Aber er kann Sylvia, seine frühere Freundin, nicht vergessen…
Erster Eindruck: Das Cover des Schutzumschlages (ich mag keine Schutzumschläge!) ist einfach sehr blau – ein Mann und die Beine eines zweiten Mannes sowie eine am Boden liegende Schachfigur sind abgebildet.
Ich musste die ersten paar Seiten dreifach lesen, in der Hoffnung, den Einstieg in die Geschichte zu schaffen. Ein schwieriger Start für mich.
Ivan ist ein Schachgenie, aber ansonsten sehr unsicher. Margaret hat mir gefallen. Sie ist noch verheiratet, aber getrennt lebend. Warum ist sie nicht geschieden? Ihr Noch-Ehemann möchte sie gerne zurück? Wurde die Scheidung eingereicht? Margaret und Ivan tun einander gut, auch wenn der Altersunterschied wie ein Elefant mitten im Raum steht. Er ist 22, sie 36. Das kann doch nicht gutgehen, oder? Ich verstehe das Verhältnis von Peter und Naomi bzw. Peter und Sylvia einfach nicht. Peter und Sylvia haben sich vor Jahren getrennt, jedoch kommt Peter nicht von ihr los. Und was will er von Naomi bzw. was will sie von ihm? Aus meiner Sicht verhält sich Peter gegenüber Ivan arrogant. Er bezeichnet Margaret als nicht normal, da sie sich mit einem viel jüngeren Mann abgibt. Das war schwach, Peter, sehr schwach!
Die Autorin macht kurze Sätze. Sehr viele kurze Sätze. Sie verwendet abgehackte Sätze, wie z.B. „Wahrscheinlich wäre es für alle das Beste, wenn ich.“ Wie bitte? Zudem gibt es sehr viele Belanglosigkeiten wie z.B. der Kauf eines Geschirrspülers, der Akkustand eines Mobiltelefons und die Begründung, warum es aufgeladen wird, die Farbe des Bacons in der Pfanne – es wollen ja fast 500 Seiten gefüllt werden… Alle Figuren blieben für mich distanziert.
Was soll ich sagen? Ich kann die positiven Voten, die die Autorin für dieses Werk erhalten hat, leider nicht nachvollziehen. Ich habe mich förmlich durch das Buch gequält – am liebsten hätte ich das Buch abgebrochen –, aber meine Neugier, ob mich die Geschichte doch noch packen könnte, hielt mich bei der Stange. Fazit: keine Leseempfehlung von mir, nur 2 Sterne.











