Kunden em pfehlungen
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Eine mutige Wühlmaus-Pilotin
Earhart von Torben Kuhlmann
Zehn Jahre ist es her, dass Torben Kuhlmann das erste Mäuseabenteuer lebendig werden ließ. «Earhart» würdigt also nicht nur die Flugpionierin Amelia Earhart, sondern feiert auch das zehnjährige Jubiläum der einzigartigen Bilderbücher-Reihe. Diesmal geht es um gefährliche Großkatzen, fliegende Mäuse und starke Motoren, um Neugier, Mut und großen Erfinderreichtum.
Die kleine Wühlmaus wird durch Humphrey auf etwas aufmerksam, dass sie zum Fliegen führt und einer Maus, die ihr weiterhelfen kann. Es ist die Geschichte einer mutigen Wühlmaus-Pilotin, die lieber fliegen statt wühlen möchte, und sich nicht von ihrem Traum abbringen lässt. Nicht wenige Bilder haben mich zum Staunen gebracht und ich liebe es, dass die kleine Wühlmaus als erstes Ziel meine Lieblingsstadt anfliegt. Der Text liest sich sehr geschmeidig und dann wird die Geschichte mit den grandiosen Illustrationen weitererzählt. Die Bilder und Ereignisse sind umwerfend in Szene gesetzt und alles harmoniert sehr schön miteinander, ohne zu ausschweifend zu werden. So bleibt viel Platz, um die eigene Fantasie anzuregen. Es wird spannend und überraschend, weil ich das Ende so nicht erwartet habe. Wieder ein sehr empfehlenswertes Bilderbuch für Klein und Groß.
Rezensionen von rewareni:
Hass und Vergeltung
Tod im Chiemgau von Mathias Lehmann
10 Jahre ist es her, dass Toni Hauser seine Heimat in Reit am Winkel verlassen hat, nachdem sein bester Freund Hans mit dem Auto in eine Schlucht gestürzt ist. Da Tonis Vater im Sterben liegt überwindet er sich und kommt für kurze Zeit zurück. Doch kaum ist er hier, passiert bereits der nächste Todesfall, wo es wieder einen Freund von ihm erwischt.
Bald ist sich Toni sicher, dass man ihm sowohl damals, als auch heute, nach dem Leben getrachtet hat. Gemeinsam mit der Kommissarin Roxy Mayrhofer versucht er herauszufinden wer ihn so abgrundtief hasst. Auch wenn er gehofft hat, dass er endlich die Vergangenheit hinter sich lassen kann wird er bald feststellen, dass es ein schwieriges und gefährliches Unterfangen ist.
Der Autor Mathias Lehmann hat mit seinem Roman ,, Tod im Chiemgau“ eine spannende und auch emotionale Geschichte geschrieben.
Es ist gleich von Beginn an interessant zu lesen, in welchen schicksalhaften Strudel aus Hass und Verzweiflung Toni hineingezogen wird aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt.
Ein flüssiger und einfühlsamer Schreibstil macht es dem Leser leicht sich in die schwierige Gefühlslage von Toni hinein zu versetzen. Es wird dabei sehr gut seine innere Zerrissenheit beschrieben wenn er sich schuldig fühlt, dass Menschen um ihn herum sterben und er vielleicht der Auslöser dafür ist. Aber auch seine Selbstvorwürfe, dass er aus Feigheit vor 10 Jahren seine Heimat verlassen und dabei auch seine Familie und Freunde in Stich gelassen hat.
Auch die anderen Protagonisten wie Roxy, die eine schwierige Kindheit hatte und eigentlich nicht gut auf Toni zu sprechen ist oder der arrogante Bürgermeister, der Toni für den Tod seines Sohnes Hans verantwortlich macht, passen gut in die Geschichte hinein.
Dass sich eine zaghafte Liebesgeschichte zwischen Toni und zwei Frauen anbahnt hat mich nicht gestört, sondern hat die Geschichte nochmals spannender werden lassen, da niemand wirklich sicher sein konnte, ob nicht doch einer von ihnen ein Mörder ist.
Es gibt viele Spuren die der Autor ausgelegt hat, wo ich am Ende dann doch überrascht worden bin.
Ein wenig Lokalkolorit fängt dabei die Stimmung der Geschichte gut ein.
Es ist eigentlich ein trauriger Roman wenn man die Hintergründe der Taten erfährt und ich würde mich über eine Fortsetzung freuen, da sicher noch einiges spannendes, auch im privaten Bereich, rund um Toni passieren kann.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Fantasievoller Hexenspaß mit einem frechen Pony
Pina Ponyhexe - Eine magische Freundschaft von Marlene Jablonski
Pina ist eine noch unerfahrene Junghexe, die auch ein bisschen tollpatschig ist, was sie sympathisch macht. Sehr aufgeregt fiebert sie ihrer großen Prüfung entgegen und hat keine Ahnung, welche Abenteuer ihr noch bevorstehen, als sie auf das freche und eigensinnige Pony trifft. Eine schicksalshafte Begegnung.
Pina hat ein gutes Herz und später im Buch überzeugt auch die Dynamik zwischen der Hexe und ihrem Pony immer mehr. Der Humor, der durch die Kommunikation entsteht, passt gut und das angenehme Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Insgesamt ein unterhaltsames Buch voller humorvoller Hexerei und Pferdestärke, schönen Ideen, wie der Vielaugenschnecke, und mit einigen schwarz-weiß-Illustrationen, die mit ihrem leicht verwaschenen Stil gut gepasst haben. Die große Schrift macht es für Leseanfänger leichter, aber der Text bietet ein paar Stolpersteine, die beim Vorlesen oder dem Hörbuch einen größeren Reiz ausmachen.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Actionreicher Auftakt
Mondia-Dilogie 1: Silent Secrets von Alexandra Flint
Erzählt wird die Geschichte aus den zwei Ich-Perspektiven von Remy und Kasimir. Die 19-jährige Remy liebt es, an elektronischen Geräten zu tüffteln und ist bei ihren Adoptiveltern in Paris aufgewaschen. Kasimir, genannt Sim, ist ein Weltenschreiber und seine ganze Welt gerät aus den Fugen, nachdem seine Schwester getötet wurde.
Ohne eine Ripari, können sie die Weltenbibliothek nicht beschützen. Die Handlung ist dramatisch und angespannt, denn eine uralte Fede spitzt sich zu und nimmt auf niemanden Rücksicht, auch nicht auf die Pariser Bevölkerung. Remy wird in eine völlig unbekannte und gefährliche Welt geworfen und man kann gut mitfühlen, wie überwältigend das für sie ist - und wie schmerzhaft, weil sie alle belügen muss, die sie liebt.
„Ich kann nicht glauben, dass der Rest der Menschheit nicht einmal ahnt, dass die Mondia und all diese Geheimnisse existieren.“
«Silent Secrets» ist spannend, eindringlich und überzeugt mit einer allmählich aufbauenden Liebesgeschichte und einem französischem Setting. Ein Auftakt, der durchaus Lust auf die Fortsetzung macht, wobei ich hoffe, dass es zukünftig noch ein bisschen mehr im Detail um die Weltenbibliothek und ihre Bücher geht.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Wildpferd Sky erzählt seine Geschichte
Lauf wie der Wind, Sky! von Rosanne Parry
«Lauf wie der Wind, Sky» erzählt aus der Perspektive des Wildpferdes Sky und das ist der Aspekt, der mich am meisten beeindruckt hat. Diese Sichtweise ist Roseanne Parry erneut fantastisch gelungen. Sie schafft es, die Welt auf eine Art zu sehen, die uns verwehrt bleibt - besonders mit Blick auf uns Menschen.
Es wirkt dadurch sehr pur und man kann so richtig eintauchen und sich mitreißen lassen. Roseanne Parry schreibt angenehm und vor allem kindgerecht. Ihre Beschreibungen sind bildgewaltig, ihre Beobachtungen schöne Momentaufnahmen der Natur. Man kann es nicht aus der Hand legen, was es ideal zum Selberlesen macht. Denn Skys persönliche Reise in der Herde ist durchweg spannend. Es geht auch um den Schutz von Pferden und die Bemühungen außergewöhnlicher Menschen, wie Velma Johnson.
Die Schwarz-Weiß-Illustrationen sind großartig und geben der Vielfältigkeit der Geschichte ein Bild von der Schönheit der Mustangs, anderen Tieren und der Natur. Ich habe dieses Buch geliebt und kann es besonders denen empfehlen, die die Reihe «Das geheime Leben der Tiere» mögen, und allen Pferdefans sei es sowieso ans Herz gelegt.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Alle haben es auf sie abgesehen und lügen
Letzte Lügen von Karin Slaughter
Frisch verheiratet verbringen Sara und Will Trent ihre Flitterwochen mitten in den Bergen. Schon immer hat Will davon geträumt, einmal hier zu sein. Die McAlpine Familien-Lodge lädt zu vielen Aktivitäten ein und verspricht dem Paar eine romantische Zeit. Will gibt sich als Mechaniker aus, um kein Aufsehen zu erregen, aber als die Managerin Mercy McAlpine brutal ermordet wird, sind die Flitterwochen vorbei.
Das erste Drittel des Buches berichtet von den Geschehnissen, zwölf Stunden vor dem Mord. Beim Lesen wird schnell klar, dass es hier mehrere Verdächtige gibt. Alles haben es auf Mercy abgesehen und sie hatte es schwer. Das größte Motiv ist Geld, denn Mercy blockierte den Verkauf der Familien-Lodge. Für Will ist klar, dass ihr brutaler Ex-Mann Dave der Hauptverdächtige ist, weil er ihn von früher kennt und weiß, wozu er fähig ist.
Es ist ein Cabot Cove Mord und die Zahl der verdächtigen übersichtlich. So gestalten sich auch die Ermittlungen: übersichtlich, strukturiert und detailliert. Es ist, als würde man tatsächlich bei den Befragungen und der Obduktion dabei sein. Denn die Ausführungen reduzieren sich nicht nur auf das Nötigste. Es gibt weitläufige Einblicke in Mercys Leben und die dramatischen Familienstrukturen. Auch Will wird mit der Vergangenheit konfrontiert und häusliche Gewalt, Missbrauch und emotionale Abhängigkeit spielen eine Rolle. Die Auflösung kam unerwartet und hat es in sich. Einerseits waren diese tiefen Einblicke wichtig und interessant, um die Komplexität nachzuvollziehen, jeder Spur musste nachgegangen werden. Anderseits fand ich es zu langatmig und hätte mir einige Kürzungen und einen fesselnderen Schreibstil gewünscht.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Hat mich total begeistert
Die Goldene Schreibmaschine von Carsten Henn
Der Schreibstil ist angenehm leicht zu lesen, was mit ein Grund sein dürfte, warum ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Ebenso harmonisch und von seltener Schönheit, sind der erste und letzte Satz, die sich schließlich umarmen. Die schönen Beobachtungen und Beschreibungen machen es leicht, sich alles bildhaft vorzustellen und in der Geschichte zu versinken, ohne das es zu ausschweifend wird.
Dabei werden auch viele zeitgemäße Themen angesprochen, mit denen sich Kinder gut identifizieren können und die sie mögen. Ich fühlte mich sofort richtig wohl, denn da ist neben der geheimen Bibliothek, die Emily entdeckt, die Anna-Amalia-Bibliothek der Schule, in der Emilys Großmutter Rose arbeitet, oder das schöne Zuhause von Emily und ihren liebevollen Großeltern, die zu jeder Mahlzeit Apfelmus servieren. Es gibt viele liebevolle Kleinigkeiten, die sich auch bei den Figuren wiederfinden, wie der ordnungsliebenden Emily, die ihre Eltern vermisst, und ihren großartigen Freunden, dem Sci-Fi Fan Frederick und der resoluten Charly, die Gefühle schmecken kann. Selbst Dr. Günter Dresskau, ein „Spinner sondergleichen“, Lehrer und ganz gemeiner Schuft hinterlässt einen sehr bleibenden Eindruck.
Emily findet in einem Buch einen goldenen Füllfederhalter, der sich als Schlüssel zu einer magischen Bibliothek herausstellt. Es macht großen Spaß, gemeinsam mit Emily diesen geheimen Ort zu entdecken und oft dachte ich, ob das wohl gut gehen wird, denn die Goldene Schreibmaschine ist ein mächtiges Werkzeug. Was sich für Emily wie der „Schlüssel zum Süßigkeitenladen“ anfühlt, bedeutet unendliche Möglichkeiten, aber was dann passiert, hat mich kalt erwischt. Damit hätte ich nicht gerechnet. Gänsehaut - und auch, wenn das Buch nicht gruselig ist, gibt es da eine Szene, die wird kleine Gruselfans glücklich machen. Diese Achterbahn der Gefühle war wirklich klasse. Mit viel Tiefe und kluger Weisheit verwebt Carsten Henn eine magische Fantasievorstellung, bei der man ins Träumen gerät und präsentiert eine mutige Heldin, die wichtige Lektionen lernt und sich in größter Not auf ihre Freunde verlassen kann, auch wenn ihr ganzen Leben Kopf steht. Es dürfte ein Buch sein, dass Groß und Klein nachhaltig beeindruckt und zu Gesprächen anregt. Ein spannendes Gedankenexperiment über die Macht der Worte und ihre Konsequenzen, eine Hommage an Bücher und ihre Erzählwelten, und eine unvergessliche Geschichte mit starker Botschaft. Ganz wunderbar und sehr empfehlenswert.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Hat mich leider enttäuscht
Signum von John Ajvide Lindqvist
Der zweite Teil der Stormland-Reihe knüpft nahtlos an den Vorgänger an. Die Trauerfeier für Astrids Eltern hatte stattgefunden und sie wohnt vorübergehend bei Kim Ribbing, der sein fragwürdiges Projekt umgesetzt und Doktor Rudbeck entführt hat. Das bleibt auch Kim nicht verborgen, die „von Natur aus gerne herumschnüffelte“, und so fangen die Probleme an.
Vor allem, weil Doktor Rudbecks Verschwinden nicht unbemerkt bleibt und Ermittlungen nach sich zieht, die Julias Ex-Mann leitet. Ex-Polizistin Julia Malmros befindet sich in einem Auf und Ab der Gefühle mit Kim. Außerdem recherchiert sie im Milieu der "Wahren Schweden", einer rechtsextremen Partei mit Kontakten in die kriminelle Szene.
Der Auftakt der Stormland-Reihe war richtig gut. Dieser Teil kommt mir wie ein schlecht sitzender Lückenbüßer vor. Es kam keine Spannung auf, stattdessen Beziehungsprobleme und moralische Umschwünge; „Türen werden geöffnet und wieder zugeschlagen“. Das wirkt unpassend und es passiert kaum etwas - und das auf fast 500 Seiten. Gefallen hat mir aber der humorvolle Schreibstil. Sehr unterhaltsam waren die Gespräche zwischen Julia und Irma Ryding, die, als resolute Krimiautorin, ein paar gute Ansätze hatte. Zumindest bringt einen die Fortsetzung die Figuren näher, und ich bin trotzdem gespannt auf das Finale. "Dieser verdammte Kim Ribbing!“ Wenn man ohne Erwartungen an den Thriller ohne Thrill geht, ist es trotzdem unterhaltsam, aber ich war enttäuscht.
Rezensionen von nessabo:
Hartes Buch mit verwirrendem, unbefriedigendem Ende
Die Ungelebten von Caroline Rosales
Das neue Buch von Caroline Rosales lässt mich für meine Rezension ebenso vor einer Herausforderung stehen wie der Vorgänger. Obwohl ich den Lesefluss wieder sehr gut fand, waren die Figuren auch hier vor allem unausstehlich und boten nicht viel Identifikationspotenzial für mich. Das finde ich nicht zwangsläufig negativ, nur herausfordernd.
Den Ausflug in die Schlagerwelt fand ich sehr interessant ebenso wie den #MeToo-Aufhänger, der mich enorm wütend gemacht hat. Dass der Aufhänger dann später gar nicht mehr so wirklich eine Rolle gespielt hat, fand ich ziemlich schade.
Jennifer ist als Tochter der Schlagergröße Bernd Boyard und als Geschäftsführerin seines Musiklabels in einem interessanten Spannungsfeld, das mich durchaus gereizt hat. Ergänzt um den Aspekt, dass er nach der Trennung ihrer Eltern ihr einziger Bezugspunkt war, schlägt sie sich zunächst auf seine Seite, als er mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontiert wird. Ihr Wanken, ihre Erinnerungen und ihr Infrage-Stellen fand ich extrem aufreibend, aber nachvollziehbar. Bernd und auch Jennifers Mann Max sind neben fast allen anderen Figuren richtige Ekel (und das ist noch moderat ausgedrückt). Ich habe sie leidenschaftlich gehasst, was nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss.
Für mich fehlte es aber an weiteren ambivalenten Figuren. Andere Frauen finden in dem Buch kaum statt und wenn doch, bleiben sie meiner Meinung nach eher flach. Auch eine weitere präsente Männerfigur, die sich nicht wie ein manipulatives A****loch aufführt, hätte dem Buch gut getan. Oder solidarische Frauen. Die gibt es zwar, aber sie bleiben so sehr am Rand, dass ich sie kaum wahrgenommen habe. Auch gestört hat mich, dass zwischendrin die Erzählperspektive auf eine für mich sehr unklare Weise plötzlich wechselt.
Mir geht es nicht darum, dass es hier ein Happy End mit Befreiungsschlag hätte geben müssen. Ich bin fein mit Büchern, die einfach bedrückend sind, weil die Realität nun einmal ein strukturell misogynes System ist, dessen Wirkweisen wir alle internalisiert haben. Das führt natürlich auch regelmäßig zu Täterschutz und dies literarisch abzubilden, finde ich völlig okay. Die Wut darüber kann uns ja auch antreiben. Doch besonders im letzten Drittel wurde es mir einfach zu abgedreht. Was mit Jennifer komplett unwidersprochen gemacht wird, halte ich für nicht realistisch und deshalb hat mich der Roman dann leider sehr verloren. Ich hatte den Eindruck, dass hier noch schnell so viele sexistische Ungerechtigkeitsaspekte wie möglich abgehandelt werden sollten, wodurch es mir leider zu repetitiv und oberflächlich blieb.
Wie ich es bei einigen anderen verstanden habe, sollte abgebildet werden, dass viele Frauen eben in ihren schrecklichen Verhältnissen verharren, oft für ihre Kinder. Und das kann ich nachvollziehen, finde aber nicht, dass das Buch diese Realität gut transportieren konnte. Denn in Jennifers Fall kommen da noch so viele recht spezifische Lebensumstände dazu, hinter denen die grundlegende Aussage, die ja sicher ein enorm hohes Identifikationspotenzial bietet, meines Erachtens verschwindet. Und das ist deshalb so schade, weil ich mich dann auch nicht durch meine empfundene Wut angetrieben fühle, etwas zu verändern, da ich viel zu verwirrt zurückbleibe.
Ich vergebe trotz meiner Frustration ob des letzten Drittels 3 Sterne, weil die grundlegenden Themen rund um strukturelle Misogynie, rape culture und die fehlende Gleichberechtigung vor allem bei Müttern wichtig sind. Außerdem schaffte es Caroline Rosales über weite Strecken, mich trotz oder wegen der absolut schrecklichen Charaktere zu fesseln. Ich finde es ziemlich schwer zu sagen, für wen ich das Buch empfehlen würde. Definitiv ist es gesellschaftskritisch, wenn ich auch den Umgang mit sehr wohlhabenden Menschen viel zu unkritisch fand. Und auf jeden Fall ist es auch ernüchternd, dystopisch und macht wütend. Vielleicht kann es Personen mehr ansprechen, die sich in Bezug auf Abhängigkeiten (besonders im Feld Mutterschaft) gesehen fühlen wollen.
P.S.: Für das Buch hätte ich mir dringend (!) Triggerwarnungen gewünscht.
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Triggerwarnungen:
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Vergewaltigung, Misogynie, Tod, psychische Erkrankung, zwanghafte Medikamentengabe, Schilderungen eines Kaiserschnitts
Rezensionen von nanu?!:
Miro und Pola auf Schurkenjagd
Die Schurkenschnapp-AG von Martin Muser
Miro und Pola sind beste Freunde und ganz aus dem Häuschen. Es geht auf Klassenfahrt und extra dafür haben sie an einem Schmuggelversteck für unerlaubte Süßigkeiten getüftelt.
Doch zum Einsatz kommt die geniale Erfindung leider nicht, denn die Klassenfahrt wird abgesagt. Der Grund: Linus, der Klassenstreber, ist plötzlich verschwunden und alle machen sich ganz große Sorgen.
Für Miro und Pola ist die Sache klar! Sie beide wollten schon immer große Detektive sein und werden Linus aufspüren.
Dieser Krimi zieht die Kinder von Anfang an in seinen Bann, denn er hat die perfekte Mischung aus Spannung, Humor und Abenteuer.
Dafür sorgen Miro und Pola mit ihren Ideen, denn die beiden haben es faustdick hinter den Ohren.
Sie sind gute Beobachter, tricksen die Erwachsenen gekonnt aus und schrecken vor keiner Gefahr zurück. Und witzig sind die beiden auch noch.
Der Kinderkrimi ist für alle Jungs und Mädchen ab 8 Jahren geeignet. Er ist in einer einfachen und leicht verständlichen Sprache geschrieben, kleine Leser werden gut damit zurechtkommen. Er eignet sich aber auch super zum Vorlesen, die Kapitel haben genau die richtige Länge.
Die Illustrationen begleiten den Text perfekt.











