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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von peppi:

eine clevere Frau

Not your Darling von Katherine Blake

Der Roman " Not your Darling" entführt den Leser ,auf eine sehr unterhaltsame Weise ,in die 1950er Jahre in das schillernde Hollywood.

Es geht um eine junge 20-jährige Frau, die sich Loretta Darling nennt. Sie verlässt ihre englische Heimat, um ihren Traum als Visagistin zu arbeiten in Los Angeles zu verwirklichen.

Schnell muss sie feststellen, dass diese glitzernde Welt auch ihre Schattenseiten hat. Die junge Frau ist clever, kess, selbstsicher, wissbegierig und sympathisch. Man muss sie einfach mögen. Auch wenn man nicht alles was tut gutheißt, wünscht man ihr, dass es gelingt. Sie setzt sich zur Wehr und dafür setzt sie alle Mittel ein, die ihr zur Verfügung stehen.

Ich habe dieses Buch mit Begeisterung gelesen und mit Loretta Darling gebangt, mich mit ihr gefreut und sie auch ein wenig für ihren Mut bewundert.
Ein Buch, das meine absolute Leseempfehlung bekommt!

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Rezensionen von Anndlich:

Wem kannst du noch trauen?

Die Frau des Serienkillers von Alice Hunter

Beth und Tom Hardcastle führen mit ihrer kleinen Tochter Poppy das perfekte Leben in dem idyllischen Ort Lower Tew, doch dann taucht plötzlich die Polizei auf und nimmt Tom fest. Er wird des Mordes beschuldigt und auch Beth muss sich täglich einer Hetzjagd gegen sie stellen. Denn die Nachbarn können nicht an ihre Unschuld glauben und die Presse möchte unbedingt mehr von der Frau eines Serienkillers wissen.

Beth ist gefangen in Toms Geheimnissen aus der Vergangenheit und auch ihre eigenen Geheimnisse holen sie langsam ein.

Die Frau des Serienkillers von Alice Hunter ist ein außergewöhnlicher Thriller, den wir hauptsächlich aus der Perspektive Beth Hardcastles erleben und der nur gelegentlich durch zwei weitere Perspektiven ergänzt wird. Aus diesem Grund, wird der Fokus ganz klar auf Beths Gedankenwelt und Psyche gelegt. Diese wird durch Alice Hunter eindrücklich präsentiert, sodass ich förmlich durch die Seiten geflogen bin. Ständig auf der Suche inhaltliche Zusammenhänge zu erkennen, Gedankengänge verstehen zu können und das schwarze Schaf zu erkennen. Durch Beths Brille wird man selbst paranoid und sieht überall die Gefahr.

Durch kurze Kapitel, einem flüssigen Schreibstil und den gelegentlichen Perspektivwechseln liest sich das Buch sehr gut und lässt sich kaum aus der Hand legen.

Für mich war Die Frau des Serienkillers ein außergewöhnliches Buch, das genau das bietet, was Klappentext, Titel und Buchaufmachung verspricht und obwohl ich dadurch vieles erwartet habe, fand ich den Inhalt dennoch bis zur letzten Seite spannend! Was vor allem an der Darstellung der menschlichen Psyche und dem Gefühl, dass man niemanden mehr trauen kann, lag. Wer jedoch actionreiche und blutige Thriller bevorzugt, dem könnte dieser zu ruhig sein.

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Rezensionen von _ich.lese_:

Drachenplage

Ich fürchte, Ihr habt Drachen von Peter S. Beagle

Im Schloß des Königreichs Bellemontagne herrscht eine schreckliche Drachenplage und das ausgerechnet als das Königspaar die Hochzeit ihrer Tochter mit dem Königssohn des Nachbarstaates planen. Die Drachen müssen weg. Und hier kommt Robert ins Spiel, er ist Drachenfänger und er hat den großen Traum Diener eines Prinzen zu werden.

Vielleicht kann er ja beides sein.


Ich fand das Cover und den Klappentext sehr vielversprechend und war ziemlich neugierig auf das Buch. Mal eine andere Drachengeschichte, hier sind die Drachen nicht die Helden, hier sind sie die Plagegeister.
Der Schreibstil ist anders, er ist schon fast altertümlichen, passend zur Zeit, aber auch anstrengend zu lesen. Es ist aber trotzdem humorvoll, oftmals sarkastisch und unterhaltsam zu lesen. Eine sarkastischen Heldengeschichte, die mal was anderes zu lesen ist.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Hier ist wirkich nichts wie es scheint

STARCK und der erste Tag von Christian Jaschinski

Nach 5 Jahren wird der ehemalige Oberstaatsanwalt Andreas Starck aus der JVA Düsseldorf entlassen. Sein erster Weg führt ihn zum Friedhof zum Grab seiner Frau Daniela, die vor 5 Jahren ei einem Autounfall starb. Und dann will er nichts weiter als seine Tochter Greta wiedersehen. Doch das Jugendamt stellt sich quer und legt ihm mehr als einen Stein in den Weg.

Doch Starck gibt nicht auf und beginnt, seinen letzten Fall, der ihm alles genommen hat, neu aufzurollen. Unterstützt wird er dabei von KHK Jan-Hendrik Steinbeck, der sich nach kurzem Zögern auf seine Seite stellt. Und auch in seinem einzigen Freund im Knast Duncan Carry hat er Jemanden, mit dem er seine Fragen, die immer wieder auftauchen, besprechen kann. Als er bemerkt, dass er beschattet wird, beginnt ein Katz- und-Maus-Spiel. Noch mehr Verwirrung entsteht, als er herausfindet, dass sein verstorbener Vater irgendetwas mit einer Züricher Bank zu tun hatte, die in seinen damaligen Ermittlungen eine große Rolle gespielt hat.
Wird er seine Unschuld beweisen können?

„Starck und der erste Tag“ ist der 1. Bd. der neuen Thriller-Trilogie von Autor Christian Jaschinski. Und bereits an diesem ersten Tag, seiner Entlassung, hat er mich in die Geschichte hinein gezogen und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Er legt mir hier einen zumeist unaufgeregten, leisen und doch sehr spannenden, intensiven und teilweise mysteriösen Thriller vor. Er zieht mich hinein in ein Dickicht aus Lügen, Intrigen, Drohungen, Bestechung, Mord, Falschaussagen und Korruption. Und er sogt dafür, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Ich lerne Starcks Mutter Susanne kennen, bei der er mangels eigener Wohnung vorerst unterkommt. Seine Schwiegereltern Maja und Benedikt Behrenburg, die für ihn nur Hass und Verachtung übrig haben und ihm die Schuld an Danielas Tod geben. Diese Begegnung und die suche nach seiner Tochter geben der Geschichte einen sehr emotionalen Anstrich, der mir persönlich sehr gut gefällt. Sie haben meinen Eindruck zu dem mir sehr sympathischen Andreas Starck noch verstärkt. Die neugierige Nachbarin Moira St. John-Smythe und ihren Sohn KHK Jobst Stukenbröker, vor vielen Jahren der beste Freund von Starck, der jetzt einen Einbruch bei Starcks Mutter nur halbherzig untersucht, werden sicher nicht meine Freunde werden. Duncan Carry lerne ich bereits an dem Tag kennen, als sich die beiden Männer das erste mal begegnen und der für Starck zu einem engen Vertrauten wird. Und den „Waran“, der sich unauffällig immer wieder an Starcks Spuren heftet. Sogar den cholerischen Staatsanwalt Dr. Henning Plöger kann ich mir gut vorstellen. Sie alle sind dank der bildhaften Beschreibungen sehr gut ausgearbeitet und vorstellbar und machen mit ihren Stärken und Schwächen die Geschichte zu einem rundum gelungenen Ganzen.
Kurze Kapitel lassen die Seiten nur so dahin fliegen. Immer wieder springt Starck mit seinen Gedanken auch zurück in die Vergangenheit, was manches aus der heutigen Sicht offensichtlicher erscheinen lässt. Und auch der Autor selbst kommt in einem kurzen Satz selbst vor. Was mir bei dem vielen Negativen, was ich hier lesen muss, ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat.
Bei den Kapiteln um das Bankwesen, um Wirtschaftskriminalität, um die Mafia und um einen „Geheimbund“, in dem es um eine Uhr geht, hatte ich etwas Schwierigkeiten hinein zu kommen. Aber ich denke, dass ich da in Bd. 2 und 3 noch mehr dazu erfahre.
Ein äußerst spannender und interessanter Auftakt zur Trilogie, der mich in Atem gehalten hat, mit unvorhersehbaren Wendungen auf die ich absolut nicht vorbereitet war. Ich will nun unbedingt wissen, wie´s weiter geht. Ob es Starck gelingt sein Ansehen wieder herzustellen und vor allem seine Tochter Greta zurück zu bekommen. Es muss noch so Vieles aufgeklärt werden und die sehr kurze Vorschau auf Bd. 2 und 3 facht meine Neugier so richtig an.

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Rezensionen von Alo:

Unbefriedigend

Ich fürchte, Ihr habt Drachen von Peter S. Beagle

Das Cover, die Idee und der Klappentext hörten sich vielversprechend an, die Umsetzung hat mir nicht gefallen.

In "Ich fürchte, ihr habt Drachen" geht es um Robert, der Drachentöter ist, Drachen aber insgeheim mag und eigentlich einen anderen Traum hat. Um eine Prinzessin, die von ihren Eltern verheiratet werden soll, obwohl sie nicht so wirklich Lust darauf hat, bis sie auf Reginald stößt.

Und um diesen Prinzen, der die Verantwortung und sein Erbe nicht haben möchte, aber zum Helden gemacht werden soll.

Der Einstieg in das Buch war sehr amüsant, Beagles Erzählweise trieft anfangs geradezu vor Sarkasmus. Es hat angefühlt wie eine ironische Märchennacherzählung, was auch zur überschaubaren Länge des Buches passt.

Allerdings konnte mich die Geschichte nicht richtig überzeugen. Die Charaktere bleiben sehr flach und sind überhaupt nicht greifbar. Einzig bei Robert mit seinen Schuldgefühlen gegenüber den Drachlingen war es etwas besser und ich konnte mich in ihn hineinversetzen. Ein paar der Erzählstränge werden nicht zu Ende erzählt und andere Themen wurden nur kurz abgehandelt, was einen unbefriedigt zurücklässt. Und dazu ist auch nicht jede Handlung oder Motivation nachvollziehbar. Die Liebesgeschichte fand ich überflüssig und vorhersehbar. Wäre das Buch nicht so kurz gewesen, hätte ich es abgebrochen.

2,5/5 Sterne

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Rezensionen von Pini:

Unterhaltsam und lustig

Creeper - bis es knallt! Für Fans von Minecraft von Heiko Wolz

Das Buch "Creeper – bis es knallt!" von Heiko Wolz und André Sedlaczek wurde am 22. Oktober 2024 vom Carlsen Verlag veröffentlicht. Es handelt sich um einen Comic in Form eines gebundenen Buches und es kostet 10 Euro.
Der Einband in den Farben des Creepers passt sehr gut zum Inhalt des Comics, und jeder der Minecraft kennt wird sofort verstehen, dass das Buch davon handelt.

Meinem Sohn gefällt das Aussehen des Buches sehr gut.
In der Geschichte geht es um die drei Freunde Stefan, Anna und Brokkoli, die ihrem Dorf dabei helfen wollen ein Feuerwerk zu organisieren, doch das ist gar nicht so einfach wenn man eine Zutat nur mit großen Schwierigkeiten bekommt und so erleben die Freunde ein Abenteuer.
Mein Sohn fand die Geschichte sehr unterhaltsam. Seine Lieblingsfigur Brokkoli war wieder sehr lustig und die drei Freunde lösen ihre Probleme gemeinsam, was den Kindern vor Augen führt, wie gut Teamwork ist.
Das Buch war für den Preis zwar sehr schnell durch gelesen, aber es hat uns gut gefallen und wir könnten uns vorstellen noch mehr Bücher aus der Reihe zu kaufen.
Definitiv Empfehlenswert für kleine Minecraft Spieler und alle die es noch werden wollen.

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Rezensionen von Magdalena E.:

Fesselnd, tief, bildgewaltig

In den Wald von Maddalena Vaglio Tanet

Maddalena Vaglio Tanets Roman entführt in das Piemont der 1970er Jahre - und in den Wald.

Ein junges Mädchen begeht Selbstmord, eine Lehrerin verschwindet und plötzlich sieht sich ein ganzes Dorf konfrontiert mit dem Unaussprechlichen, mit Gefühlen, die aus der Tiefe des Unbewussten hervorbrechen, und die Protagonisten mit ihren Ängsten und Sehnsüchten konfrontieren.

Während die Dorfbewohner versuchen, das Geschehene zu verstehen und verzweifelt nach der Lehrerin suchen, sinkt diese immer tiefer in das Dickicht des Waldes und ihrer Gefühle und Erinnerungen. Von Schuldgefühlen überwältigt, versteckt sie sich in der Natur, die weder Schuld noch Scham kennt. Sie entzieht sich den Zwängen und moralischen Normen der Gesellschaft und der sozialen Kontrolle. Zugleich wird sie mit ihren verinnerlichten Werten konfrontiert und zu einer Auseinandersetzung mit sich selbst gezwungen.

Die bildgewaltige Sprache der Autorin lässt Wald und Dorf, Gegenwart und Vergangenheit vor den Augen der Lesenden wachsen, und gewährt tiefe Einblicke in die Gefühlswelt der handelnden Personen. Der Wald nimmt einen gefangen, man versinkt in der Geschichte und wächst mit den Protagonisten. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die gerne eintauchen in fremde Gefühlswelten, die sich an Sprache erfreuen und Natur schmecken wollen.

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Rezensionen von Magdalena E.:

Langsam und kurzweilig

Gefährliche Betrachtungen von Tilo Eckardt

In „Gefährliche Betrachtungen“ nähert sich Tilo Eckardt dem Schriftsteller Thomas Mann, den er in den Aufzeichnungen des Übersetzers Miuleris lebendig werden lässt. Dieser, inzwischen hochbetagt, erinnert sich an die (fiktiven) Begebenheiten im damals ostpreußischen Kurort Nidden. Eindrucksvoll zeichnet der Autor Bilder der Ostsee-Landschaft und lässt das soziale Leben von Kurgästen und Künstlern lebendig werden.

Dabei sollen die Aufzeichnungen, wie der Erzähler im Roman schreibt, „zerstreuen und die Neugierde auf den unbekannten Thomas Mann stillen“. Wobei er diese wohl eher weckt, als stillt. Doch auch für all jene Lesenden, die weder Die Buddenbrooks noch ein anderes Werk des Nobelpreisträgers kennen, bietet das Buch kurzweilige Unterhaltung in Form eines langsamen, ruhigen Kriminalromans, der jedoch durchaus Spannung bietet, und im Verlauf der Geschichte auch an Tempo zulegt.

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Rezensionen von brauneye29:

Keine durchgängige Spannung

Minus 22 Grad von Quentin Peck

Zum Inhalt:
Als Laura mit ihrem Rad nachts im Wald unterwegs ist, wird sie plötzlich von einem SUV attackiert und vom Weg abgedrängt. Als sie wieder wach wird, sitzt sie in einer Art Käfig aus Plexiglas und der Entführer verlangt von ihr das sie ein Rätsel lösen muss oder sonst sterben wird. Zeitgleich bekommt Lauras Mutter sonderbare Post.

Kommissar Lukas erkennt die Handschrift eines nie gefassten Killers.
Meine Meinung:
Ja, die Idee hinter dem Plot ist gut. Auch die Auflösung hatte durchaus was. Spannung habe ich aber im Grunde nur ganz am Anfang empfunden als Laura von dem SUV bedrängt wurde. Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zum Teil auch von Personen, die man zunächst nicht zuordnen kann, aber natürlich gleich weiß, dass es da einen Zusammenhang geben muss. Gerade die Rückblicke in die Vergangenheit zeigen eine Mutter, die als Politikerin alles unternimmt, dass es ihr Kind es immer leicht hat und nie Konsequenzen tragen muss, sei ihr Verhalten auch noch so übel und dabei springen dann auch schon mal Menschen über die Klinge. Insgesamt habe ich mich trotz der wenigen Spannung gut unterhalten gefühlt.
Fazit:
Keine durchgängige Spannung

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Rezensionen von Kwinsu:

Eine umgekehrte Welt

White Lives Matter von Jasmina Kuhnke

In "White Lives Matter" finden sich die Leser:innen in einer umgekehrten Welt wieder: Menschen mit weißer Hautfarbe sind die Unterdrückten, wohingegen die schwarze Gesellschaft rassistische Unterdrückung ausübt. Hauptprotagonistin ist die junge Studentin Anna, die es als eine der wenigen geschafft hat, an der Uni studieren zu können.

Mit außerordentlichen Eifer treibt sie ihr Geschichtestudium voran, um gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen. Einer ihrer Professoren bittet sie, eine Hausarbeit über die Unterdrückung der Weißen zu schreiben und akribisch, wenn auch mit anfänglichen Widerwillen, beginnt sie zu recherchieren, stößt immer wieder auf fatale Geschichten einzelner, die aufgrund der kolonialen Unterdrückung ihr Leben lassen mussten. Schnell erkennt sie, dass diese Geschichte der Unterdrückung bislang in der Forschung kaum beleuchtet wurde, was ihren Forscher:innenergeiz vorantreibt. Bis ein schrecklicher Vorfall ihr einen geliebten Menschen entreißt und sie zur Mitbegründerin von "White Lives Matter" macht.
Das Gedankenexperiment, das Jasmina Kuhnke zu wagen versucht, ist großartig - wie fühlt es sich an, zum unterdrückten Teil der Gesellschaft zu gehören, was macht das mit den Leser:innen, wenn plötzlich Weiße diskriminiert, gefoltert, aufs grausamste zur Schau gestellt und getötet und grundsätzlich als minderwertige, ja teils animalische Menschen behandelt werden? Was macht das mit einer/m, den Rassismus umzukehren? In "White Lives Matter" ist die Welt und deren Geschichte umgekehrt, Schwarze sind hier die herrschenden Eliten. Die Autorin ersetzt einfach schwarz gegen weiß, lässt aber jegliche geografische Verordnung außen vor. Lediglich "Norden" und "Süden" dienen als geografische Orientierung. In kurzen Blitzlichtern wird in die Vergangenheit geblickt und beschrieben, wie Weiße auf bestialische Art zu Tode kamen, meist durch die Hand ihrer Unterdrücker, auf alle Fälle aber mit deren Zutun. 
Die Hauptprotagonistin Anna versucht es allen recht zu machen, versucht nicht aufzufallen und glaubt anfangs mit Ehrgeiz und Unauffälligkeit weiterzukommen. Sie muss einiges an Diskriminierung aushalten, schluckt es, auch wenn es sie innerlich zerfrisst. In den ersten zwei Dritteln des Buches wirkt sie recht naiv. Ein besonderes Augenmerk wird auf ihr Verhältnis zu ihrem Bruder gelegt und hier reagiert Anna oft mit kindlichem Trotz auf Konflikte. Ihr Bruder, der die gesellschaftlichen Verhältnisse so nicht hinnehmen will, reagiert auf jede Diskriminierung mit Widerstand, etwas, was Anna falsch findet. Auch wenn sie sich im Verlauf des Buches emanzipiert, ist das meiner Meinungen einer der Schwachstellen in der Geschichte. 
Der Mann als Widerständiger und die Frau als jene, die alle Unterdrückung schluckt, ist ein Rollenbild, das lang tradiert wurde - und noch immer wird. Deshalb finde ich es auch sehr schade, dass Anna diese Rolle lange Zeit inne hat. Besonders im ersten Drittel erfahren wir viel von Annas (oft trotzigem) Innenleben, was aber im Laufe der Geschichte etwas abnimmt, das mich aber aufgrund der folgenden Ereignisse etwas verwundert. Grundsätzlich finde ich die Aufteilung des Romans etwas unausgewogen, erfahren wir im ersten Teil doch sehr viel über ihre Lebenssituation, wie es im Studium läuft, wie das Zusammenleben in der WG funktioniert (Anna ist hier die einzige Weiße), ein bisschen etwas über ihre Freundschaften und ihre Familie. Das einschneidende Erlebnis, bei dem ein ihr geliebter Mensch stirbt und der darauffolgende Widerstand gegen die Unterdrückungsverhältnisse und das System werden relativ rasch abgehandelt. Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits ist zudem, dass beschrieben wird, wie Anna zur Geschichte der Unterdrückung recherchiert - als Studentin der Geschichtswissenschaft - und hier passieren die Einschübe aus der Vergangenheit, bei denen jeweils eine Geschichte des Zutodekommens einer weißen Person beschrieben wird. Danach folgt die Beschreibung, wie Anna das gerade Recherchierte aufnimmt. Das ist für mich etwas unglaubwürdig, denn es wird nicht erklärt, welche Quellen Anna hier verwendet hat - vermutlich auch deshalb, weil es dazu keine gegeben haben könnte, denn die Geschichte der Unterdrückten wurden so gut wie nie aus ihrer eigenen Perspektive festgehalten, sondern wenn dann aus der Sicht der Unterdrücker.
Mein Fazit: "White Lives Matter" ist ein Roman, der die Welt der Unterdrückung aus einer fiktiven Umkehr der Machtverhältnisse erzählt. Die Idee ist großartig, kann sie doch den Unterdrückenden einen Spiegel vor Augen halten. Leider hat mich jedoch die Umsetzung nicht wirklich überzeugt, ist die Hauptprotagonistin doch sehr im patriarchalen Rollbild gezeichnet. Außerdem wirkte für mich die Geschichte und deren Erzählweise an Geschehnissen etwas unausgewogen.

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