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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Katzenmicha:

Unruhige Zeiten-zwei starke Frauen

Im Wind der Freiheit von Tanja Kinkel

1848/1849 in Deutschland zur Zeit der deutschen Revolution,die Menschen im Deutschen Bund erheben sich gegen die Macht der Fürsten und der Zensur.Susanne Grabasch eine junge, mittellose Fabrikarbeiterin aus Sachsen die sich auf einen gefährlichen Auftrag eingelassen hat lernt die mutige – unbeirrbare Demokratin Schriftstellerin Louise Otto kennen.

Die beiden Frauen Susanne und Louise sind sehr gegensätzlich.
Susanne versorgt ihre lungenkranke Mutter, nachdem sie ihre Arbeit verloren hat,und sucht eine Stelle in einem Haushalt. Bis dahin musste sich Susanne prostituieren,sie fühlt sich stark zu den Revolutionären hingezogen.Louise Otto ist im Gegensatz zu Susanne eine reale historische Persönlichkeit,sie wollte nie heiraten- sondern immer schon Schriftstellerin werden.Mit ihren sozialkritischen Schriften hat sie sich einen Namen gemacht.Das Cover fand ich super und passt total zu der Geschichte-sehr gerne 5 Sterne.

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Rezensionen von Anndlich:

Kannst du ihm trauen?

Die Schwester des Serienkillers von Alice Hunter

Nach schrecklichen Erlebnissen in ihrem Elternhaus, hat Anna hat viele Jahre mit ihrem Bruder in einem Kinderheim verbracht. Viele Jahre später ist Anna Price in ihrem Leben angekommen. Ihr geht es gut, sie hat ein schönes Haus, einen Ehemann und einen Job als Lehrerin, der sie vollkommen erfüllt.

Bis eines Tages DI Walker vor ihrer Tür steht und ihr mitteilt, dass ihr Bruder ein Serienmörder ist und er ihre Hilfe benötigt, um ihren Bruder zu fassen. Denn der Serienmörder begeht seine Morde in einem bestimmten Muster und demnach steht der nächste Mord kurz bevor. Kann Anna das Muster erkennen und die Mordserie brechen oder holt sie die eigene Vergangenheit ein?

Die Schwester des Serienkillers von Alice Hunter ist der letzte Teil der 'Die Familie des Serienkillers'-Reihe. Alle Teile sind komplett unabhängig voneinander zu lesen, vor allem dieser Band ist in seiner Struktur komplett anders als seine Vorgänger und kann mögliche Erwartungen, die sich aufgrund der beiden anderen Teile ergeben, möglicherweise nicht gerecht werden.

Im Gegensatz zu den Vorbänden wirkt dieser Band linearer und weniger verwoben, ein Perspektivwechsel in der Gegenwart findet nicht statt und wir erleben die Geschichte hauptsächlich aus der Sicht Annas. Wenige Kapitel ändern jedoch sowohl die Perspektive als auch die Zeitebene und geben einen Einblick in die Heimzeit der beiden Geschwister.

Alice Hunters Schreibstil ist super einnehmend, lässt einen das Buch kaum aus der Hand legen und trägt einen durch die Geschichte. Durch meine Erwartungen an eine verwobene Geschichte, war ich zu Beginn etwas über den doch eher linearen Verlauf enttäuscht und fand es ziemlich vorhersehbar, wohin die Reise des Buches gehen muss. Grundsätzlich war der Aufbau aber gar nicht schlecht, sondern meine Erwartungen eben andere und ich bin mir sicher, dass man von Beginn an deutlich mehr Spaß haben kann, wenn man genau das erwartet (oder sich schneller als ich darauf einlassen kann). Und am Ende muss man feststellen, dass vielleicht doch nicht alles so linear ist, wie man denkt!

Einzig die Frage nach Logikfehlern bleibt noch etwas länger hängen, einige konnte sich für mich schlüssig erklären, andere nicht vollständig. Dennoch hatte ich während des Lesens wieder eine gute Zeit und war am Ende aufgrund einiger Überraschungen doch positiv überrascht. Am Ende reiht sich die Reihe für mich zwischen seinen Vorgängern ein und lässt hoffen, dass wir noch viele Bücher von Alice Hunter erleben dürfen.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Vergangenheit und Gegenwart spannend verknüpft

Das Geheimnis der toten Mädchen: Thriller von Catherine Shepherd

Zons 1506: Bei der Suche nach Wilderern entdeckt Stadtsoldat Bastian Mühlenberg eine junge Frau, die durch einen Pfeil getötet wurde. Die Wilderer kann er festnehmen und sie wandern in den Juddeturm. Sie streiten die Tat jedoch ab. Dann verschwindet die Frau auf mysteriöse Weise und taucht Tage später im Rhein wieder auf.

Ihr fehlt ein Unterschenkel.
Zons in der Gegenwart: Im Stadtarchiv wird eine junge Geschichtsstudentin gefunden. Auf den ersten Blick erschlagen von einem Bücherregal. Aber in ihrer Brust steckt auch noch ein Messer. Was hat die junge Frau bei ihren Recherchen entdeckt, dass sie dafür sterben musste?

Dies ist nun schon der 15. Band aus der Zons-Thriller-Reihe aus der Feder von Autorin Catherine Shepherd. Und genau wie die anderen Bücher, die ich von ihr gelesen habe, war ich sofort im Geschehen drin und bin bis zur Auflösung nicht mehr aufgetaucht. Da alle Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man die Bücher unabhängig voneinander lesen. Mir bringt es aber mehr Lesefreude, die Menschen mit denen ich es öfter zu tun habe, von Anfang an kennenzulernen und ihre Entwicklung verfolgen zu können. So war es für mich hier wie ein Kurzbesuch bei guten Bekannten.
Auch in diesem Buch geht es um einen Fall bzw. mehrere Tote aus der Vergangenheit, die alle etwas mit der Heiligen Ursula zu tun zu haben scheinen. Und auch in der Gegenwart kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die junge Geschichtsstudentin etwas entdeckt hat, was unbedingt verborgen bleiben soll. Dafür tut der Täter sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart alles.
Durch die dauernden Zeiten- und Perspektivwechsel und die gekonnt gesetzten Cliffhanger kommt ganz schnell eine Spannung auf, der ich mich nicht entziehen konnte. Ich musste einfach immer weiterlesen um endlich auf den Grund der Taten zu stoßen. Und das hat mich dann schon entsetzt. Wobei ich die Motivation in der Vergangenheit sogar etwas verstehen konnte. Im Hier und Jetzt allerdings hab ich wegen der Gedanken des Mörders zu den Taten nur den Kopf geschüttelt.
Ich liebe den leicht zu lesenden und eingängigen Erzählstil von Catherine Shepherd mit ihren bildhaften Beschreibungen, die sofort mein Kopfkino in Gang setzen. Die Menschen mit denen ich es hier zu tun habe, beschreibt sie alle so farbig, klar und facettenreich. Und auch die Ort mit ihrer ganz eigenen Atmosphäre an denen ich mich hier aufhalte kann ich mir gut vorstellen. Dazu trägt auch die Karte von Zons in der vorderen Buchklappe bei.
Die Auflösung hat mich dann sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart ziemlich überrascht. Auf diese Täter wäre ich nie gekommen. Alles wird schlüssig und nachvollziehbar aufgelöst und alle meine Fragen haben sich beantwortet.

Wieder ein Buch der Autorin das jeweils einen Fall in der Vergangenheit und in der Gegenwart behandelt. Das mich ab der ersten Seite gefesselt und in sich hinein gezogen hat. Das mich wieder sehr gut unterhalten und mir spannende Lesestunden geschenkt hat.

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Rezensionen von Allie:

Cooles Setting, schöne Lovestory

How To End A Love Story von Yulin Kuang

Zuallererst muss ich sagen, dass es mich wirklich freut, dass die Verantwortlichen keinen neuen Titel für die deutsche Ausgabe dieses Buches überlegt haben - und schon gar keinen anderen englischen Titel, der aber trotzdem vom Original abweicht.
Wenn man das Buch in den Händen hält, ist es schon ziemlich pink, aber der Farbschnitt mit der Silhouette von L.

A. ist wirklich schön und macht die aufdringliche Farbe wieder wett.

Das Buch ist aus Sicht der Person geschrieben und nicht, wie bei so vielen anderen Büchern dieser Art, in wechselnden Ich-Perspektiven. Das ist zuerst etwas ungewohnt, hat dann aber meiner Meinung nach den Vorteil, dass man als Leser direkt in der Szene mit drin ist und teilweise unterschiedliche Sichtweisen derselben Situation präsentiert bekommt. Meistens steht eine Person im Vordergrund, deren Gedanken und Gefühle in kursiver Schreibweise eingeworfen werden. Ich mag diese Art von Unterbrechung des Leseflusses, weil ich dabei immer die Stimme im Kopf höre und sich das echter anfühlt.

Zur Handlung: Grant und Helen teilen ein tragisches Ereignis aus ihrer gemeinsamen Highschool-Zeit: Helens jüngere Schwester warf sich vor ein fahrendes Auto und beendete damit ihr Leben - und Grant war der Fahrer dieses Wagens. Besonders Helens Eltern betrachten Grant seitdem als ‘Mörder’ und wollen nichts mit ihm zu tun haben. Der Zufall will es aber, dass sich Helens und Grants Wege 13 Jahre später in L.A. kreuzen, weil Grant Teil des Teams ist, das die Drehbücher für die Serien-Adaption von Helens erfolgreicher Buchreihe schreiben soll.

Meine anfängliche Befürchtung, dass der Unfall von damals wie ein Damoklesschwert über der sich entwickelnden Beziehung zwischen Helen und Grant hängt, hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Tatsächlich können beide nach anfänglichen Schwierigkeiten normal miteinander umgehen und ihr Handeln wird nicht von Vorwürfen dominiert.
Ich hatte wirklich Spaß beim Lesen und besonders die Szenen der ersten Annäherungen zwischen den beiden haben es mir angetan. Als sich die Handlung dem unvermeidlichen Showdown nähert, hat sie mich allerdings irgendwo verloren. Das Ende, beziehungsweise die Auflösung dahin, hätte besser sein können. Deswegen kann ich am Ende keine 5 Sterne vergeben.

Fazit: Ein schöner Liebesroman mit interessanter Erzählperspektive, der wirklich gut mit dem schweren Thema umgeht.

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Rezensionen von Morten:

Charmanter Kinderreiseführer durch die Alpen

OTTO fährt los - Ein Sommer in den Bergen von Madlen Ottenschläger

Gleich zwei Sachen vorab: Ja, es kommt Urlaubsstimmung auf im dritten Abenteuer von VW-Bus Otto. Und (leider?) ja, das Buch ist mehr Reiseführer als Geschichte – aber das ist nur in einem Punkt schade. Dazu später mehr.

Denn erst einmal Sachen packen und auf in die Berge: Otto reist mit einer Familie durch die Alpen.

Bayern, Österreich, Schweiz – alles ist dabei. Schloss Neuschwanstein genauso wie der Bodensee, hochgelegene Bergseen, Hängebrücken, Gipfelessen. „Ein Sommer in den Bergen“, so der Titel dieses „Otto fährt los“-Teils, macht richtig Vorfreude auf den nächsten Urlaub oder sorgt für Flashbacks zu vergangenen Reisen.

Natürlich vor allem dank der großartigen Illustrationen von Stefanie Reich, die die Bergwelt perfekt einfängt und dabei das ein oder andere Motiv gezeichnet hat, das man von vielen, vielen Instagram Fotos kennt. Ist aber ja nicht schlimm, ist schließlich ein Kinderbuch und Kinder sind (hoffentlich) noch nicht selbst auf Insta unterwegs.

Und auch die Texte von Madlen Ottenschläger sind wieder gewohnt wohlig-lustig. Sie hat diesen ganz besonderen Stil, der hier im Haus ganz gut ankommt, egal ob bei Hannah und Benja, bei Metti Meerschwein oder nun eben Otto.

Nur einen kleinen Wermutstropfen gibt es doch: Die Familie, die mit Mietbulli Otto in den Süden fährt, bleibt leider etwas blass. Und das ist dem geschuldet, was ich anfangs geschrieben habe – dass das Buch mehr ein Reiseführer, eine Urlaubsinspiration für die Alpen ist und weniger eine Geschichte. Zwar verfolgt man, was die Zwillinge Klara und Luzie mit ihren Eltern erleben – vom Übernachten an Bergseen und Gondelfahrten hin zu Kletterabenteuern. Aber trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass es eine Aneinanderreihung von Urlaubsempfehlungen ist. Das ist, auch schon geschrieben, ein wenig schade. Aber auch Jammern auf recht hohem Niveau.

Denn alles in allem ist „Otto fährt los: Ein Sommer in den Bergen“ ein toll illustriertes, schön geschriebenes Buch, das sich tatsächlich anfühlt wie ein sonniger Wandertag irgendwo in Österreich oder Bayern mit einem großen Teller Kaiserschmarrn mit Preiselbeeren zum Abschluss. Sogar mit dem passenden Rezept am Ende des Buchs. Wer also in diesem Jahr mit dem Nachwuchs einen Urlaub im Süden plant – dieses Buch ist die (fast) perfekte Einstimmung.

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Rezensionen von Petra:

Ein herrenloser Koffer

Rabatz in der Burgruine - Eine Detektivgeschichte zum Mitraten von Miriam Mann

Wieder ma l weckt Ecki das Eichhörnchen seine Freundin Hermine vor Sonnenaufgang.Dabei hat ihm das Igelmädchen extra eine Vogeluhr gemalt und geasgt bei welchem Gesang er sie wecken darf. Das war mein erstes Highlieght, den Kindern wird auf leichtverständlcihe Art erklärt, das die Vögel sich immer an bestimmte Zeiten für ihren morgendlichen Gesang halten.

Die beiden sehr gegensätzlichen Freunde passen gut zusammen, sie ergänzen sich in dieser Geschichte. Ecki immer schnlell und übersprudelnd vor Ideen und Hermine bedächtiger, überlegter trotzdem nicht auftrumfend. Eines Tages steht ein herrenloser Koffer vor der Tür. Wem gehört er, wer hat ihn dorthin gestellt, was ist darin? Alle Fragen sind in wunderschönen Bildern illustriert. Am Ende eines jeden Kapitels steht eine Frage zum Text oder zu den Bildern, Aufmerksamkeit ist gefragt. Auch die anderen Tiere im Wald sind sehr liebevoll dargestellt, die kleinen Mäuse mit ihren Sprachrythmus ( etwas schwierig zum Vorlesen ), der Adler mit Brille, das immer fröhliche Wildschwein sie alle sind sehr liebenswert. Auch ihre Aufgaben oder Besonderheiten werden realistisch dargestellt, Beispiel der Adler sieht ohne Brille gar nichts mehr, er kann seine Freundin nicht erkennen und findet sein zuhause nicht mehr ( für mich ein Besonderheit da ich auch in einer ähnlichen Situation wie August bin ), daher können die Kinder mit denen ich lese es gut nachvollziehen wie es ihm ergeht. Alle sind hilfsbereit und erklären die Situation, die Elster gibt die Brille wieder und bekommt etwas dafür was ebenso schön glänzt. Am Ende sind alle Rätsel gelöst und es gibt ein Fest, mit Keksen die der Mäusevater gebacken hat. Denn eine ferne Tante hat ihr Gepäck vorausgeschickt, ein Dudelsack, das war das Einzige was Schwierigkeiten gemacht hat, denn die Kinder kannten dieses Instrument vorher nicht, waren alos genau so ratlos wie die tiere in der Burgruine, am Ende war es toll, denn dadurch denn dadurch blieb die Spannung durchgehend erhalten, in Verbindung mit einem Video mit den Klängen und den selbst gebackenen Keksen ( das REzept ist im Buch ) hatten wir unser eigenes kleines Fest. Auch die Bastelanleitung für verschiedene Tiere ist verhältnismäßig einfach,

Den Kindern und mir hat dieses Zusatzmaterial sehr gut gefallen, es hat die Geschichte über das Lesen und Zuhören hinaus noch einmal vertieft.

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Rezensionen von Eternal-Hope:

Skizze einer Entfremdung von der Arbeit und von dem eigenen Leben

Geht so von Beatriz Serrano

"Geht so", geschrieben von Beatriz Serrano, und ausgezeichnet übersetzt von Christiane Quandt, hat in Spanien den renommierten Literaturpreis "Planeta" gewonnen. Das hat mich neugierig gemacht auf dieses Buch mit dem vordergründig so unscheinbaren Titel, aber gleichzeitig einem sehr aussagekräftigen Titelbild einer jungen Frau, die sich aus einem Fenster hängen lässt.

Tatsächlich ist das Buch eines meiner Jahreshighlights, weil es der Autorin gelingt, in sehr pointierter, treffender Weise die Entfremdung von der Arbeit und damit - weil diese oft so einen großen Raum im eigenen Leben einnimmt - auch insgesamt von sich selbst und dem eigenen Leben, unter der speziell so viele junge Menschen der Generationen Millenials und Zoomer leiden, zu skizzieren und damit nachvollziehbar und nachfühlbar zu machen.

Marisa ist eine junge Frau in ihren 30ern, die in Madrid lebt und Kunstgeschichte studiert hat. Beruflich ist sie in einer Werbeagentur gelandet und mit ihrer Kreativität, Intelligenz und ihrem Charisma sehr erfolgreich in dem, was sie tut. Kaum jemand merkt, wie sehr Marisa innerlich ihren Job, den sie als sinnlos wahrnimmt und der gleichzeitig fast ihre gesamte Zeit und Lebensenergie frisst, hasst. Überhaupt jeden Tag weiter zur Arbeit zu gehen, das gelingt Marisa nur durch die Einnahme von Tabletten, und sie träumt davon, einen Unfall zu haben, der sie von der Last dieser Arbeit befreien könnte.

"... in meinem Fall erschien mir die Werbebranche sicherer und stabiler als die hypothetische und sich immer weiter von mir entfernende Welt der Kunst. Ich schätze, ich habe versagt. Eigentlich habe ich mich, vor der Wahl, glücklicher zu sein oder mehr Dinge zu kaufen, schlicht und einfach dafür entschieden, mehr Dinge zu kaufen." (S. 27)

Auch sonst ist Marisas Leben eher sinnentleert: sie hat kaum Freunde, statt einer ernsthaften Beziehung nur eine Freundschaft+ mit ihrem Nachbarn und hat sich von ihren Eltern innerlich entfremdet. Freude oder zumindest Ablenkung findet Marisa höchstens daran, sich mit ihrem guten Gehalt nach der Arbeit im Supermarkt Delikatessen zu kaufen, und zur Ablenkung banale Youtube-Videos zu schauen, auch in der Arbeitszeit. Die eine Arbeitskollegin, mit der so etwas wie eine Freundschaft am Entstehen war, hat sich das Leben genommen.

Diese und eine weitere Freundin von Marisa, die sich entschieden hat, aus dem Erwerbsleben ganz auszusteigen und sich von wohlhabenden Männern finanzieren zu lassen, zeigen auf, dass es eben nicht nur ein individuelles Persönlichkeitsproblem Marisas ist, dass sie ihre Berufstätigkeit so sinnentleert empfindet, sondern es vielen anderen ähnlich geht und die Probleme dahinter systemische sind.

Und so schleppt sich Marisa jeden Tag innerlich depressiv, aber äußerlich unter dem Einfluss der Tabletten sehr gut funktionierend zu ihrer Arbeit, und wird innerlich in ihrer Einstellung dazu immer zynischer.

Das alles gipfelt in einem verpflichtenden Teambuilding-Event in einem Seminarhotel am sonst freien Wochenende, für das Marisa alle verbleibenden Kräfte zu mobilisieren versucht, obwohl sie eigentlich am Ende ist:

"Seit Monaten laufen die Vorbereitungen für unseren gemeinsamen Ausflug. Und ich habe es verpasst, mir rechtzeitig eine Ausrede einfallen zu lassen. Die Vorstellung, ein ganzes Wochenende mit den Leuten aus meinem Büro zu verbringen, erscheint mir etwa so erstrebenswert, wie mir die Fußnägel mit einer Zange rauszureißen."

Das Buch ist sehr gut geschrieben und aus der Perspektive Marisas erleben wir eine hochintelligente Frau, die ihre Erfahrung und ihr Leid sehr treffend und mit einem bitterschwarzen Humor auf den Punkt bringen kann:

"Jetzt ist das Büro wirklich leer. Noch ein Vorteil, wenn man früher in die Pause geht: man kann sich sehr viel mehr Zeit lassen als nötig, weil sowieso alle beim Essen sind, wenn man zurückkommt." (S. 81)

Insgesamt regt das Buch zum Nachdenken und Diskutieren über viele Themen an: über den Stellenwert von Arbeit, über als sinnlos erlebte Jobs, über das kapitalistische Wirtschaftssystem, in dem wir leben, über mögliche Alternativen und Auswege und über vieles mehr.

Ein kluges Buch, dem ich viele Menschen wünsche, die es lesen und miteinander überlegen, an welchen Stellen es in unserem Wirtschaftssystem und in unserem Umgang mit Arbeit krankt und was wir gemeinsam daran zum Wohle aller verändern könnten.

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Rezensionen von Carmen19994:

Brennpunkt

Achtzehnter Stock von Sara Gmuer

Der achtzehnte Stock steht im Roman von Sara Gmuer für den sozialen Brennpunkt, der wirklich realistisch dargestellt wird. Die Sprache, an manchen Stellen sehr rau und vulgär, passt in diesem Fall sehr gut. Es werden Dinge beschrieben, die im Stiegenhaus abgestellt werden und wie es riecht, die Angst der Eltern um das Wohlbefinden ihrer Kinder und dass ihnen was zustoßen könnte, wenn sie alleine im Hof des Hauses spielen.

Wanda, die Hauptprotagonistin, lebt eben in diesem Stock mit ihrer Tochter Karlie. Sie ist alleinerziehend und hofft, mit der Schauspielere, Geld verdienen zu können.
Ein bisschen störend finde ich jedoch, dass man nicht erfährt, wie sie nun ihren und den Lebensunterhalt ihrer Tochter bestreiten kann, wenn sie doch eigentlich gar nichts verdient.
Die Hauptprotagonistin schnuppert in die Welt der Reichen und Schönen hinein, will sich nicht für sie verbiegen, aber ist doch irgendwie angewiesen auf sie.
Alles in allem ist das Buch sehr unterhaltsam, nur gab es meiner Meinung nach ein paar Lücken in der Erzählung.

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Rezensionen von Carmen19994:

Thomas Mann im Exil

Heimweh im Paradies von Martin Mittelmeier

Eintauchen in die Welt Thomas Manns in Kalifornien - das habe ich mir von diesem Buch erwartet und ich habe es auch bekommen. Der Literaturnobelpreisträger musste, so wie viele andere jüdische Bürgerinnen und Bürger Deutschlands auch, vor den Nazis fliehen. Viele von ihnen verschlug es in die USA.

In Amerika war der deutsche Autor weiterhin sehr gefragt, sei es bei seinen neuen, oder auch seinen alten Landsleuten. Er reiste in den USA umher, hielt Vorträge und Lesungen und sprach auch aus dem Exil über den Rundfunk zu seinen Landsleuten in der fernen Heimat. Nur leider fehlte dem ansonsten fleißigen Schriftsteller, wegen der vielen Verpflichtungen, die Zeit zum Schreiben.
Auch finanziell stand die Familie Mann gut da. Sie mussten sich nicht einschränken oder um was fürchten. Im Gegensatz zu anderen, die sich mühen mussten, sich mit dem Notwendigsten versorgen zu können.
Das Heimweh von Mann zeichnet sich in dem Roman vor allem durch die Sehnsucht nach seiner Muttersprache aus.

Ich fand die Romanbiographie sehr spannend. Man konnte sich ein Bild der damaligen Situation vieler Exilanten machen.

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Rezensionen von Immenhof:

Eine umfassende Darstellung der Revolution

Im Wind der Freiheit von Tanja Kinkel

Das Buch "Im Wind der Freiheit" schildert die Informationen rund um die Revolution 1848. Im Zentrum stehen zwei Frauen verschiedener Herkunft. Besonders die ersten Seiten des Romans haben mich sehr stark gefesselt. Es war spannend zu erfahren, welchen Einfluss Frauen auf die Revolution hatten bzw.

wie die Frauenbewegung entstand. Die historischen Ereignisse werden dabei umfassend wiedergegeben. Leider wird der Blickwinkel nicht nur aus der Sicht der beiden Frauen geschildert, sondern es kommen im Laufe des Romans eine Vielzahl an Personen dazu, aus deren Sicht zum Teil auch nur ein oder zweimal erzählt wird. Dies macht es schwierig die Identifikation mit den beiden Hauptfiguren zu vertiefen, wie es am Anfang des Romans möglich war. Ich hätte gerne mit diesen mitgefiebert und dies wurde dadurch zeitweise unterbrochen.

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