Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Kwinsu:
Die Augen vor der Realität verschließen
Bis die Sonne scheint von Christian Schünemann
Westdeutschland, 1983: Daniels Eltern sind pleite. Der 14-Jährige hätte sich auf einen schönen Konfirmationsanzug und auf den Schüleraustausch in Frankreich gefreut, aber ob damit etwas wird, ist ungewiss. War das bisherige Leben der sechsköpfigen Familie bislang gutbürgerlich angenehm, kämpfen sie nun darum, nicht auch noch ihr Haus zu verlieren.
Doch immer wieder verschließen die Eltern die Augen vor der Realität und Daniel ist gefangen zwischen seinen Träumen und der bitteren familiären Realität.
Christian Schünemann zeichnet in "Bis die Sonne scheint" ein liebevolles Portrait der 80er Jahre mit vielen Anleihen an die Popkultur und lässt seinen Protagonisten Daniel trotz der familiären Krise humorvoll und jugendlich auftreten. Abwechselnd verfolgen wir seine Geschichte: seine Freundschaft zu Zoe und seiner Bewunderung für den Austauschschüler Jean Pierre, aber auch wie er aus beobachtender Rolle den Abstieg seiner Familie wahrnimmt. In einem zweiten Erzählstrang werden die Hintergründe ihrer Familiengeschichte näher betrachtet: wie es den Großeltern im Nationalsozialismus ergangen ist und wie sich die Zeit danach gestaltete; wie Daniels Eltern Marlene und Siegfried aufwuchsen und wie sie sich schließlich kennenlernten, gemeinsam Eltern wurden und Wohlstand aufbauten.
Spannend ist, wie unterschiedlich die Sprache der beiden Erzählstränge ist. Daniels Episoden sind trotz der schwierigen Lage humorvoll erzählt, zudem sind am Anfang jedes Daniel-Kapitels französische Sätze samt Übersetzung, die das Folgende andeuten; wohingegen die historischen Familienrückblicke in einer äußerst nüchternen Betrachtungsweise geschildert werden. Nichtsdestotrotz nahmen mich die Blicke in die Vergangenheit mehr ein, als der gegenwärtige Erzählstrang um Daniel. Das mag auch daran liegen, dass ich bis zum Schluss kaum eine Verbindung mit dem 14-Jährigen herstellen konnte, war mir seine Zeichnung irgendwie zu oberflächlich und - irgendetwas fehlte mir. Auch die anderen Figuren waren für mich wenig greifbar, aber ihr Schicksal war trotz der Nüchternheit ergreifend.
Es ist nun eine Woche her, dass ich das Buch gelesen habe und ich musste erschrocken feststellen, dass ich mich kaum noch daran erinnern konnte - erst das Nachlesen im Buch und das Durchlesen einiger Rezensionen brachten die Erinnerungen zurück. So etwas passiert mir doch recht selten, ich lasse mir eigentlich immer Zeit, um das Gelesene nachwirken zu lassen. Nun kann ich mich aber auch daran erinnern, dass das Ende für mich viel zu offen war und ich mir einen Schluss gewünscht hätte, der einem die Möglichkeit gibt, dem Protagonisten noch eine hoffnungsvolle Zukunft anzudenken. Immerhin ist die Geschichte, wie uns der Autor im Nachwort wissen lässt, auf seiner persönlichen Biografie basierend. Trotzdem das Buch angenehm zu lesen war, wird es mir wie Daniels Eltern gehen: ich werde die Existenz dieser Geschichte (erneut) aus dem Gedächtnis verdrängen.
Rezensionen von Daggy:
Kinderkrimi voller Fantasie
Die Lolli-Gäng jagt den Dieb von Charlotte Inden
Auf Beobachtungsposten sehen wir Theo, Tom und Lotti ober auf der Mauer und natürlich dürfen die roten Lollis in verschiedenen Geschmackssorten nicht fehlen, denn die geben unseren Detektiven ja den Namen.
Eigentlich ist es immer sehr ruhig in der Gasse, in der die Geschwister wohnen, aber in der Dach hören alle unheimliche Geräusche.
Allerdings behauptet Mama am Morgen, dass es im Haus keine Räuber gibt, auch Mäuse. Dann Konstantin auf seinem tollen gelben Rad auf und die Kinder und vielleicht auch wir lernen einen neuen Begriff „Untermieter“. Denn als solcher zieht er in Mamas kleines Büro ein. Hier schreibt Mama normalerweise ihre Geschichten, aber im Moment fällt ihr nichts ein und deshalb hoffen die Eltern ihre Kasse durch den Untermieter auffüllen zu können. Leider sagt Mama zu ihm die verhängnisvollen Worte „Fühl dich wie zu Hause.“ Und deshalb sitzt Konstantin schon bald auf der Couch und spielt mit der Konsole. Als dann sowohl das Rad von Konstantin als auch Toms Rad verschwunden sind, wird es Zeit, dass die Lolli-Gäng unterstützt durch Ben mit dem Helm nach dem Dieb forscht.
Die drei Geschwister haben so fantasievolle Idee, die in den Bilder so herrlich witzig umgesetzt werden. Theo erzählt uns alles so genau und in seinen Worten, dass das Lesen einfach riesigen Spaß macht. Da freue ich mich schon auf den nächsten Teil.
Rezensionen von Daggy:
Cleveres liebenswertes kleines Pony
Inspektor Möhre - Ein Fall für vier Hufe: Theater auf dem Pfannkuchenhof von Michaela Holzinger
Möhre, das ist das winzige Pony, das zum Reiten zu klein ist und das auf dem Cover als König zu sehen ist. Denn das ist seine Rolle in den Theaterstück, dass die Klasse auf dem Pfannkuchenhof aufführt, um Geld in die Kasse zu bekommen.
Deshalb haben die Kinder auch wenig Zeit für das kleine Pony, dass jeden Tag in die Schulklasse der Kinder schaut und dort lesen, schreiben und rechnen gelernt hat.
So kann Möhre die Kinder nicht informieren (hinten im Buch ist eine Liste der Kommunikationsmöglichkeiten des Ponys) und muss ich allein auf die Suche nach dem Dieb machen. Also nimmt der Zacki und Zicki, die beiden kleinen Wollschweine mit und sie folgen gemeinsam der Fährte. Schon bald finden sie in einer Höhle einen niedlichen kleinen Hund, der Hunger hat. Deshalb ist das Wurstbrot und das Stück Kuchen verschwunden. Obwohl Möhre ganz genau weiß, dass Oma, den Hund sofort bei sich aufnehmen würde, macht er ihm Angst auf den Hof zu kommen. Denn Möhre hat Bedenken, dass, wenn es wieder einen Hund auf dem Hof gibt, seine sonntägliches Krimi gucken mit Oma vorbei wäre.
Die Bilder von Möhre, den anderen Tieren und den Kinder sind wieder sehr sehenswert und der Text zeigt, dass unser kleines Pony, obwohl es so lieb ist, auch manchmal egoistisch sein kann. Am Ende wird natürlich wieder alles gut und das schöne Leben auf dem Pfannkuchenhof geht weiter und wir warten auf den nächsten spannenden Teil.
Rezensionen von Gaby 2707:
Wenn die Vergangenheit ans Licht will
Die Erbin von Claire Winter
Im Februar 1957 gründet Cosima Liefenstein, deren Vater Edmund früh verstorben ist, eine Stiftung für Frauen und Mütter, die ihre Kinder ohne ihren Vater großziehen müssen. Familienoberhaupt Theodor Liefenstein, der sie von Kindheit an wie ein Vater begleitet hat, befürwortet dies in gewissen Grenzen.
Dann lernt Cosima den Journalist Leo Marktgraf und es passieren immer mehr Dinge, den Cosima auf den Grund gehen will, was die Familie, vor allem Theodor, zu verhindern versucht. Doch Cosima ist eine sehr willensstarke junge Frau, die sich durchzusetzen weiß und die sich mit der Zeit nicht mehr sagen lässt, wo´s lang geht. Heimlich stellt sie Nachforschungen an, die sie bis in die Schweiz führen und sie schaltet sogar eine Privatdetektei ein.
Wird sie herausfinden, was die Familie vor ihr zu verbergen versucht?
Ich bin Cosima bei ihren Nachforschungen immer einen Schritt voraus, da ich einen Teil der Vergangenheit durch Berichte ab dem Jahr 1929 durch z.B. ihr Kindermädchen Elisa Kopper, ihren Onkel Theodor oder ihren Vater Edmund kenne. Alles Dinge, die Cosima nach und nach herausfinden wird.
In der Vorkriegszeit gehörten die Liefensteins schon lange zu den Reichen und Mächtigen des Landes und daran hat auch der Nationalsozialismus nichts geändert. Im Gegenteil. Sie hatten immer ihre Leute, durch die sie noch finanzkräftiger wurden. Cosimas Vater, ein Freigeist und Jundenfreund, schien nie so richtig in diese Familie hinein zu passen. Als es in Berlin zu unruhig ird und der Krieg ausbricht, verlassen die Liefensteins ihr Domizil in Berlin und ziehen ins Herrenhaus Augusta ausserhalb von Bonn, wo sie ebenfalls eine Niederlassung besitzen. Auch hier funktionieren ihre Seilschaften aus der Nazizeit weiter. Nur tun sie alles dafür, dass nichts aus ihrer Vergangenheit ans Licht kommt.
Die 125 Kapitel sind mir nur so durch die Hände geflogen. Es ist mir schwer gefallen, hier und da auch mal eine Pause einzulegen. Ich wollte einfach nur wissen, wie es weiter geht.
Das Personenverzeichnis am Anfang des Buches hat es mir erleichtert, die vielen Menschen, denen ich hier begegne auseinander zu halten. Da konnte ich immer mal wieder spickern.
Alle Menschen, denen ich hier begegne, haben ihre Ecke und Kanten, manche sind mir mehr, andere weniger sympathisch. Aber alle finde ich so interessant, dass es mir große Freude gemacht hat, bei einem Teil ihres Weges dabei sein zu können. Und sie sind alle so bildhaft gezeichnet, dass mein Kopfkino keine Probleme hatte, sie einzupflegen.
Eine spannende und sehr interessante Geschichte voller Tragik, Dramatik, Liebe und Macht einer deutschen Industriellenfamilie, die mir eine wundervolle Lesezeit geschenk hat.
Wer gut recherchierte zeithistorische Geschichten mag, der ist hier genau richtig. Meine Leseempfehlung ist diesem Buch sicher.
Rezensionen von gerlisch:
Psychologisch und düster
Die blaue Stunde von Paula Hawkins
In einem gefeierten Kunstwerk der bereits verstorbenen Künstlerin Vanessa Chapman wurde ein menschlicher Knochen entdeckt. Der Skandal schlägt hohe Wellen und James Becker, der Kurator des Museums, macht sich auf den Weg zu der einsamen Insel Eris Island. Grace, die Freundin der Verstorbenen und einzige Bewohnerin der Insel, scheint so einige Geheimnisse zu verbergen.
Ich war sehr gespannt auf das neue Werk der Autorin und der Klappentext klang nach einer fesselnden Story. Doch leider konnte diese mich nicht überzeugen. Paula Hawkins gelang es zwar durch ihre Landschaftsbeschreibungen eine düstere Atmosphäre zu schaffen, aber Spannung kam bei mir zu keiner Zeit auf.
Die Figuren sind alle interessant und wurden bildlich gut dargestellt, auch wenn sie nicht wirkliche Symphatieträger sind. Aufgebaut ist die Story mit unterschiedlichen Erzähltechniken. Gegenwart und Vergangenheit wechseln sich ab mit Zeitungsberichten und Tagebuchausschnitten. An sich sollte dies für Abwechslung und Spannungsaufbau sorgen, nur leider fehlte mir beim Schreibstil das gewisse Etwas und so zogen sich einige Passagen sehr.
Wer gerne einen Kunstroman mit psychologischem Hintergrund liest, wird dieses Buch vielleicht mögen, mein Fall war es auf jeden Fall nicht.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein Rausch sinnlicher Lust
Meine wollüstigen SexAbenteuer | Erotischer Roman von Skyler Red
Sie ist 26 Jahre alt als ihre Ehe zerbricht, in der immer nur ihr Mann bestimmt hatte, wie wann und wo geliebt werden sollte. Nun ist sie ausgehungert und nimmt sich, was sie kriegen kann. Sie ist zu allen Schandtaten bereit und genießt ihr Lotterleben mit ganz viel Spaß.
Autorin Skyler Red hat einen solch knisternden Erzählstil mit dem sie mir ihre gut vorstellbaren Geschichten erzählt.
Mit ihren hoch erotischen Erlebnissen knipst sie sofort mein Kopfkino an, das dann heiß läuft. Meinen Geschmack hat sie mit ihren leidenschaftlichen, erotischen und abwechslungsreichen Geschichten diesmal nicht ganz getroffen. Manches, auf was sie sich hier einlässt, ist mir persönlich doch ein Tick zu viel. Trotzdem hat sie mich mit dem Großteil ihrer Erfahrungen, die sie hier macht, gut unterhalten.
Zum Abschluss bekomme ich wie immer als kleines Goodie noch einen Gutschein-Code, mit dem ich mir eine weitere heiße exklusive Geschichte von Skyler Red als E-Book aus dem Internet herunter laden kann. Und auch hier ist ein Lesezeichen passend zum Buch mit dabei.
Rezensionen von Island :
Mein bisheriges Highlight des Jahres
Stromlinien von Rebekka Frank
Schon die Haptik des Einbandes dieses Romans ist toll, die titelgebenden Stromlinien sind in das Papier eingeprägt, was gemeinsam mit den Abbildungen und der Farbgestaltung perfekt zu diesem Buch passt. Einen weiteren Pluspunkt gibt es von mir zudem auch für das Lesebändchen, das hier nicht eingespart wurde und bei einem Buch mit 500 Seiten auch wertvolle Dienste leistet.
Nun aber zum Inhalt. Die Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, aber, es ist schwer möglich, mehr darüber zu schreiben, ohne schon zu viel darüber zu verraten, wie alles zusammenhängt. Die jüngste Zeitebene handelt im Jahr 2023 und die Zwillinge Enna und Jale stehen im Mittelpunkt. Sie sind 17 und leben bei ihrer Großmutter in den Elbmarschen, wo sie meist im Doppelpack in einem kleinen Motorboot unterwegs sind. Geboren wurden sie im Gefängnis, wo ihre Mutter Alea bereits lange vor der Geburt inhaftiert war, ohne, dass den Mädchen je gesagt wurde, weshalb. 2023 soll sie endlich entlassen werden und Enna und Jale fiebern diesem Tag entgegen. Doch dann sind am Tag der geplanten Entlassung plötzlich sowohl Alea als auch Jale verschwunden.
Für mich war dieser Roman mein bisheriges Lese-Highlight des Jahres 2025. Die Geschichte war sehr spannend, wozu auch die verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen beitrugen. Zudem kam es immer wieder zu überraschenden Wendungen und alles löste sich erst ganz am Schluss endgültig auf. Die verschiedenen Charaktere waren sehr überzeugend ausgestaltet mit ihren Ecken und Kanten und ich konnte sie mir ebenso gut vorstellen, wie die Landschaft in den Elbmarschen, die von der Autorin sehr atmosphärisch nachgezeichnet wurde. Auch die Coming-of-Age Geschichte, die neben der Familiengeschichte und den vielen damit verbundenen Geheimnissen noch enthalten war, konnte mich überzeugen. Ich freue mich schon auf weitere Werke von Rebekka Frank.
Rezensionen von C. P.:
So muss ein Fantasy-Abenteuer sein!
Impossible Creatures - Das Geheimnis der unglaublichen Wesen von Katherine Rundell
Aus einer seit Langem vor dem menschlichen Auge verborgenen Welt voller Fabelwesen erscheint ein Mädchen vor Christopher und bittet den Jungen um Hilfe: Ihre magische Welt liegt im Sterben und ein Mörder ist hinter ihr her. Kurz darauf findet er sich in einem unglaublichen Abenteuer voller Sphinxe, Meermenschen und plappernder Eichhörnchen wieder, nicht ahnend, welches Familienerbe ihn erwartet.
Und auch das Mädchen in dem fliegenden Mantel umgibt ein verborgenes Geheimnis ungeahnten Ausmaßes.
Impossible Creatures ist einer dieser Romane, bei denen ich sagen kann: hier hat die Autorin alles richtig gemacht. Es gibt Abenteuer zu Wasser, zu Lande und in der Luft, einen tierischen Sidekick, jede Menge Fabelwesen mit ihnen besonderen Eigenschaften und einen mächtigen Feind, der die Welt der Fabelwesen zu zerstören droht. Zu den Kindern, die sich sehr gut ergänzen, kommen noch zwei Erwachsene samt Anhang hinzu, mit denen sie schnell ein mutiges und kreatives Team bilden.
Bereits das bebilderte Bestiarium zu Beginn des Buches, in welchem die wichtigsten Fabelwesen vorgestellt werden, ist in Kombination mit der Landkarte der verborgenen Welt eine perfekte Einstimmung auf das folgende Abenteuer. Die Spannung steigt rasant an und kann sich durchgehend bis zum Schluss halten. Der Stil ist lebhaft und abwechslungsreich, es gibt viele brilliante Ideen, ein gelungenes World- und Charakterbuilding und das Zusammenspiel der Charaktere ist eine Freude zu lesen. Die Fabelwesen sind leider nicht alle harmlos, aber wer einem Mörder entkommt, wird die paar Rätsel der Sphinxe doch wohl lösen können, ohne als Mittags-Snack zu enden, oder?
Das perfekte Fantasy-Abenteuer nicht nur für Kinder, sondern auch für alle Junggebliebenen.
Rezensionen von Island :
Landleben ohne Romantik
Hier draußen von Martina Behm
Das Cover von Martina Behms Debütroman ist relativ auffällig mit dem recht scheu wirkenden Wild und der eher modernen Schrift im Kontrast dazu.
Ingo und Lara sind mit ihren beiden Kindern aus Hamburg in ein sehr kleines Dorf in Schleswig-Holstein gezogen, von dem aus Ingo gerade noch so zu seinem Büro in der Hamburger Hafencity pendeln kann, was ihn aber zunehmend mehr Kraft kostet.
Aber Lara hatte den Traum von einem großzügigen und dennoch bezahlbaren Haus und einem Garten und mehr Ruhe und Privatsphäre auf dem Land. Eines Abends überfährt Ingo dann eine weiße Hirschkuh, die zu töten dem Aberglauben vieler Dorfbewohner nach, innerhalb eines Jahres den eigenen Tod zur Folge haben soll. Und so löst er damit ungewollt verschiedenste Ereignisse aus, die das Dorf und seine Bewohner betreffen.
Der Autorin ist es sehr gut gelungen, nicht nur Ingo und Lara mit ihren Problemen und ursprünglich ganz anderen Vorstellungen vom Landleben, sondern auch die weiteren Bewohner des Ortes mit ihren jeweiligen Eigenheiten zu charakterisieren und dies ungeschönt und fernab aller Klischees vom Landleben. Was die Handlung angeht, hält diese immer wieder Überraschungen bereit. Der Schreibstil ist gut lesbar und sehr anschaulich, sodass man sich gut an die jeweiligen Orte der Handlung versetzen kann.
Rezensionen von Island :
Worüber nicht gesprochen wurde
Vor hundert Sommern von Katharina Fuchs
Der Titel des neuen Romans von Katharina Fuchs gefällt mir sehr gut und er passt auch perfekt dazu, dass es zwei Zeitebenen gibt, die Gegenwart und die Vergangenheit, beginnend kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges. Die Abbildung auf dem Cover war mir dagegen etwas zu abstrakt und verspielt, aber das ist Geschmackssache.
Lena ist 19 und hat vor kurzem ein Studium für nachhaltiges Design in Berlin angefangen, trotz aller Kreativität fühlt sie sich aber oft als Außenseiterin. Zusammen mit ihrer Mutter Anja räumt sie die Berliner Wohnung ihrer Oma, da diese in ein Hamburger Pflegeheim ziehen musste. Dabei stoßen die beiden Frauen auch auf einen Teil des Nachlasses von Lenas Urgroßtante Clara, die, als die Nationalsozialisten die Macht ergriffen, einen Hundesalon in Charlottenburg betrieb, über die in der Familie aber wenig bekannt ist, da das Thema stets gemieden wurde. Lena lässt sich jedoch nicht so leicht abschütteln.
Mir hat der Roman gut gefallen. Ich mag es, dass es eine Zeitebene in der Gegenwart gibt, die auch auf recht aktuelle Entwicklungen der heutigen Zeit eingeht und eine, die sich mit der schlimmen Zeit des Nationalsozialismus und dem Umgang der folgenden Generationen damit befasst. Durch die Perspektivwechsel konnte ich mich zudem gut in die jeweiligen Protagonistinnen hineinversetzen. Der Schreibstil der Autorin war gewohnt gut lesbar und die historischen Bezüge wirkten sorgfältig recherchiert. An manchen Stellen hätte die Handlung vielleicht etwas gestrafft werden können, aber, das ist nur ein kleiner Kritikpunkt.











