Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PucKker:
Spirituelle Ansätze
Dein Endometriose-Alltagshelfer von Lena Düsterhus
Ein netter Alltagsbegleiter für Menschen mit Endometriose, der viele Ideen, Tipps und kleine Hilfestellungen sammelt. Das Buch liest sich dabei fast so, als würde einem eine Freundin von ihren Erfahrungen erzählen. Gerade für Menschen, die frisch diagnostiziert wurden, kann das bestimmt hilfreich und entlastend sein.
Schön fand ich außerdem, dass mit Dr. med. Kirsten Hübner auch eine Expertin zu Wort kommt.
Inhaltlich geht es querbeet durch mögliche Unterstützungen im Alltag: Wärme, Ernährung, Atemübungen, Zyklustracking, Bewegung, Partnerschaft, Schlaf und vieles mehr. Dadurch bekommt man viele Denkanstöße und kann sich einzelne Dinge herauspicken, die man ausprobieren möchte.
Für mich persönlich blieb das Ganze allerdings etwas oberflächlich. Viele Tipps werden eher kurz angerissen, ohne größere Einordnung oder wissenschaftliche Einschätzung. Gerade das fand ich manchmal schwierig, weil Methoden wie Störfeldtherapie, Kinesiologie-Tapes oder Impulsströme recht unkritisch neben Physiotherapie, TENS oder anderen etablierteren Ansätzen stehen. Wer mit diesem spirituellen Zugang gut zurechtkommt, wird daran vermutlich auf die eigenen Kosten kommen.
Insgesamt also eher eine persönliche Toolbox voller Erfahrungen und Anregungen als ein wirklich fundiertes Sachbuch.
Rezensionen von Claudia H.:
Das Experiment
Beste männliche Nebenrolle von Stefanie Urbach
Worum es geht:
Wanda ist eine selbstbewusste und emanzipierte Frau. Mit schwachen Männern kann sie ja mal so gar nichts anfangen. Und an Machos arbeitet sie sich gerne mal ab, so wie an ihrem Chef Magnus, auf den sie allerdings dazu noch einen Crush hat. Nachdem sie Magnus wieder einmal Sexismus vorwirft, schmeißt dieser Wanda hochkant raus.
Schnell hat sie eine neue Arbeitsstelle gefunden, doch Magnus geht ihr nicht aus dem Kopf. Dann ergibt sich eine tolle Gelegenheit für Wanda. Sie hilft Magnus und seiner Firma aus den roten Zahlen raus, dafür muss er eine Fake-Beziehung mit Wanda eingehen. Was er nicht weiß, Wanda ist fest entschlossen den größten Macho der Stadt zu einem Frauenversteher umzuerziehen.
Mein Fazit:
Anfangs bin ich etwas schwer in die Story reingekommen, wobei ich doch des Öfteren mal geschmunzelt habe da es so einige lustige Szenen gibt. So richtig warm bin ich mit Wanda nicht geworden, weil sie mich echt genervt hat. Ständig ist sie nur am Meckern und keiner kann es ihr richtig machen. Wobei Wanda zum Schluss hin dann eine tolle Entwicklung mitmacht und ich sie dann schon fast mochte. Ich habe hier eher mit Magnus mitgelitten, der im Laufe der Story immer sympathischer wurde. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Nebenhandlung mit dem Vater und Bruder von Wanda. Beide haben psychische Probleme. Der Umgang in der Familie vor allem mit dem Vater ist total liebevoll. Das hat mir sehr gut gefallen.
Insgesamt finde ich, hat das Buch einiges, über das man gut diskutieren kann, sodass ich die Story sehr gerne vor allem für einen Lesekreis empfehlen möchte und ich vergebe 4 Sterne.
Rezensionen von Shilo:
Zwischen Schuld, Sehnsucht und Hoffnung
Die Gesetze von Liebe und Logik von Debra Curtis
Manche Bücher erzählen nicht nur von Liebe, sondern auch von Entscheidungen, die ein ganzes Leben nachhallen. Genau darum geht es hier. Die Geschichte begleitet Lily über viele Jahre und zeigt, wie stark Erinnerungen sein können, selbst wenn das Leben längst in eine andere Richtung gegangen ist.
Schon die ersten Seiten erzeugen eine ruhige und leicht wehmütige Stimmung. Die Zeit am Meer, gemeinsame Abende mit Freunden und das Gefühl der ersten großen Liebe wirken lebendig und glaubwürdig. Gleichzeitig ist früh zu merken, dass ein Ereignis alles verändern wird. Dadurch blieb die Geschichte auch in den ruhigeren Passagen interessant.
Besonders angenehm ist die zurückhaltende Art, mit der die Autorin Gefühle beschreibt. Vieles wirkt nachvollziehbar und natürlich. Gerade dadurch kommen manche Szenen stärker an als große dramatische Momente. Lily steht oft zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Erinnerung an ihre Jugendliebe begleitet sie ständig, obwohl sie mit Marshall ein anderes Leben aufgebaut hat. Seine ruhige und verlässliche Art bildet einen starken Gegensatz zu den Erinnerungen an früher.
Lily wirkt über die vielen Jahre hinweg glaubwürdig. Nicht jede ihrer Entscheidungen ist leicht nachzuvollziehen, aber genau das macht sie menschlich. Auch die Nebenfiguren passen gut in die Geschichte, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Besonders die Rückblicke in die Jugendzeit haben viele Bilder entstehen lassen.
Der Schreibstil liest sich flüssig und ruhig. Die Geschichte lebt weniger von überraschenden Wendungen als von Gedanken, Erinnerungen und den Beziehungen der Figuren untereinander. Manche Abschnitte hätten etwas kürzer sein können, weil sich einzelne Gefühle wiederholt haben. Trotzdem bleibt der Roman nahbar und emotional greifbar.
Gut gefallen hat mir außerdem, dass die Geschichte nicht nur von Sehnsucht erzählt, sondern auch von Verantwortung, Vertrauen und den Spuren, die Entscheidungen hinterlassen können. Vor allem in den späteren Kapiteln wird deutlich, wie sehr manche Erlebnisse Menschen ein Leben lang begleiten.
Insgesamt ist dies ein ruhiger und gefühlvoller Roman über Liebe, Verlust und verpasste Möglichkeiten. Die Geschichte setzt eher auf leise Töne und wirkt gerade deshalb lange nach. Wer emotionale Familien- und Liebesgeschichten mit ernsterem Unterton mag, wird hier viele berührende Momente finden. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Kanielvörb:
Schönes Buch mit wichtigen Themen, teilweise etwas sprunghaft und mit fehlender Triggerwarnung
Die Briefträgerin von Francesca Giannone
Francesca Giannone hat mit Die Briefträgerin einen bewegenden und gleichzeitig vielschichtigen Roman geschaffen, der weit mehr ist als nur eine historische Familiengeschichte. Im Mittelpunkt steht Anna, eine Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist und mit ihren fortschrittlichen Gedanken und ihrem selbstbewussten Auftreten im konservativen Lizzanello immer wieder für Kopfschütteln sorgt.
Gerade dieser Kontrast zwischen Tradition und Veränderung macht den Roman so spannend.
Besonders gelungen fand ich die Darstellung von Emanzipation und weiblicher Selbstbestimmung. Anna widersetzt sich den klassischen Rollenbildern der 1930er-Jahre und kämpft als erste Briefträgerin ihres Dorfes um Unabhängigkeit, Anerkennung und ein Leben nach ihren eigenen Vorstellungen. Dabei greift die Autorin viele wichtige Themen auf: Gewalt gegen Frauen, die Stellung der Frau in der Gesellschaft, festgefahrene Rollenbilder, aber auch Globalisierung, zwischenmenschliche Beziehungen und den historischen Alltag in Italien.
Diese Themenvielfalt ist einerseits eine große Stärke des Romans, andererseits hat sie bei mir auch dazu geführt, dass manche Übergänge etwas sprunghaft wirkten. Einige Handlungsstränge und emotionale Momente wurden sehr knapp abgehandelt, während andere Szenen viel Raum bekommen haben. Gerade dadurch hatte ich manchmal das Gefühl, dass bestimmte Entwicklungen nicht die Tiefe bekommen haben, die sie eigentlich verdient hätten.
Außerdem hätte ich mir für das Buch eine Triggerwarnung gewünscht. Vor allem das Thema Fehlgeburten wird behandelt und kann bei vielen Leserinnen und Lesern starke Emotionen auslösen. Eine entsprechende Warnung wäre daher aus meiner Sicht sinnvoll gewesen.
Sprachlich ließ sich der Roman insgesamt angenehm lesen, auch wenn mir vereinzelt Grammatikfehler aufgefallen sind. Eine Szene rund um die Verkündung des Kriegsendes hat mich zudem etwas verwirrt: Erst heißt es „Morgen, er schläft sicher schon.“ und kurz darauf „Während du friedlich geschlafen hast…“. Für mich war an dieser Stelle kein klarer Zeitsprung erkennbar, weshalb die zeitliche Abfolge etwas unklar wirkte.
Die Figuren hingegen haben mir sehr gut gefallen. Anna ist eine starke und interessante Protagonistin, aber auch die anderen Charaktere werden lebendig eingeführt und verleihen der Geschichte viel Atmosphäre. Teilweise waren es mir jedoch etwas zu viele Nebenfiguren, sodass ich gelegentlich überlegen musste, wer genau welche Rolle spielt.
Trotz kleiner Schwächen ist Die Briefträgerin ein eindrucksvoller Roman über Mut, gesellschaftlichen Wandel und den Kampf einer Frau um Selbstbestimmung. Besonders Leserinnen und Leser, die historische Familiengeschichten mit starken Frauenfiguren mögen, werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen.
Rezensionen von Kanielvörb:
Schönes Buch mit wichtigen Themen, teilweise etwas sprunghaft und mit fehlender Triggerwarnung
Die Briefträgerin von Francesca Giannone
Francesca Giannone hat mit Die Briefträgerin einen bewegenden und gleichzeitig vielschichtigen Roman geschaffen, der weit mehr ist als nur eine historische Familiengeschichte. Im Mittelpunkt steht Anna, eine Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist und mit ihren fortschrittlichen Gedanken und ihrem selbstbewussten Auftreten im konservativen Lizzanello immer wieder für Kopfschütteln sorgt.
Gerade dieser Kontrast zwischen Tradition und Veränderung macht den Roman so spannend.
Besonders gelungen fand ich die Darstellung von Emanzipation und weiblicher Selbstbestimmung. Anna widersetzt sich den klassischen Rollenbildern der 1930er-Jahre und kämpft als erste Briefträgerin ihres Dorfes um Unabhängigkeit, Anerkennung und ein Leben nach ihren eigenen Vorstellungen. Dabei greift die Autorin viele wichtige Themen auf: Gewalt gegen Frauen, die Stellung der Frau in der Gesellschaft, festgefahrene Rollenbilder, aber auch Globalisierung, zwischenmenschliche Beziehungen und den historischen Alltag in Italien.
Diese Themenvielfalt ist einerseits eine große Stärke des Romans, andererseits hat sie bei mir auch dazu geführt, dass manche Übergänge etwas sprunghaft wirkten. Einige Handlungsstränge und emotionale Momente wurden sehr knapp abgehandelt, während andere Szenen viel Raum bekommen haben. Gerade dadurch hatte ich manchmal das Gefühl, dass bestimmte Entwicklungen nicht die Tiefe bekommen haben, die sie eigentlich verdient hätten.
Außerdem hätte ich mir für das Buch eine Triggerwarnung gewünscht. Vor allem das Thema Fehlgeburten wird behandelt und kann bei vielen Leserinnen und Lesern starke Emotionen auslösen. Eine entsprechende Warnung wäre daher aus meiner Sicht sinnvoll gewesen.
Sprachlich ließ sich der Roman insgesamt angenehm lesen, auch wenn mir vereinzelt Grammatikfehler aufgefallen sind. Eine Szene rund um die Verkündung des Kriegsendes hat mich zudem etwas verwirrt: Erst heißt es „Morgen, er schläft sicher schon.“ und kurz darauf „Während du friedlich geschlafen hast…“. Für mich war an dieser Stelle kein klarer Zeitsprung erkennbar, weshalb die zeitliche Abfolge etwas unklar wirkte.
Die Figuren hingegen haben mir sehr gut gefallen. Anna ist eine starke und interessante Protagonistin, aber auch die anderen Charaktere werden lebendig eingeführt und verleihen der Geschichte viel Atmosphäre. Teilweise waren es mir jedoch etwas zu viele Nebenfiguren, sodass ich gelegentlich überlegen musste, wer genau welche Rolle spielt.
Trotz kleiner Schwächen ist Die Briefträgerin ein eindrucksvoller Roman über Mut, gesellschaftlichen Wandel und den Kampf einer Frau um Selbstbestimmung. Besonders Leserinnen und Leser, die historische Familiengeschichten mit starken Frauenfiguren mögen, werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen.
Rezensionen von bookloving:
Zerbrechliche Freundschaft - Ein vielversprechendes Debüt
Spielverderberin von Marie Menke
Der Roman „Spielverderberin“ von Marie Menke ist ein vielversprechendes Debüt, das sich den subtilen Verwerfungen einer weiblichen Dreierfreundschaft auseinandersetzt.
Im Mittelpunkt stehen die drei jungen Frauen Sophie, Lotte und Romy, deren Beziehung schon während der Schulzeit von Nähe, Faszination, verdeckter Konkurrenz und unausgesprochenen Verletzungen geprägt war.
Anschaulich erzählt Menke vom Aufwachsen in der Stadt und auf dem Land, von auseinanderdriftenden Lebensentwürfen und dem schmerzhaften Moment, wenn aus kindlicher Vertrautheit die unüberbrückbare Distanz Erwachsener entsteht.
Während Sophie und Lotte in einem kleinen Bauerndorf zusammen zur Schule gehen und seit Kindertagen unzertrennlich sind, stößt das Stadtkind Romy erst in der Oberstufe hinzu. Mit ihrer selbstbewussten Art wirkt sie auf die beiden Freundinnen gleichermaßen faszinierend und irritierend. Schon bald verschiebt sie das Gleichgewicht der vertrauten Zweierfreundschaft. Aus der engen Freundschaft erwächst eine fragile Dreierbeziehung, in der sich Bewunderung, Eifersucht, Unsicherheit und subtile Machtspiele immer stärker überlagern. Menke gelingt es hervorragend, dieses labile Gleichgewicht zwischen den Mädchen sehr eindrucksvoll einzufangen und eine unheilvolle Vorahnung heraufzubeschwören.
Erzählt wird die Geschichte unchronologisch und auf wechselnden Zeitebenen. So begleiten wir die Figuren durch ihre Jugend, die Zeit nach dem Abitur und die frühen Jahre des Erwachsenenlebens. Nach und nach wird deutlich, wie sich die Vertrautheit langsam auflöst, ihre gemeinsamen Wege sich trennen, sie auf Distanz gehen und die Figuren schließlich unterschiedlichen Zukunftsplänen folgen. Während Sophie und Romy in Köln studieren, verbleibt Lotte in ihrem Dorf.
Mit großem Feingefühl beleuchtet Menke das fragile Gefüge weiblicher Freundschaft und arbeitet vor allem die dunklen Schattierungen ihrer Freundschaft heraus, die sich in unheilvollen Abhängigkeiten, Missgunst, Konkurrenz, Minderwertigkeitsgefühlen, unerfüllten Erwartungen sowie Verletzungen zeigen, die sich über Jahre hinziehen. Dabei gelingt es ihr, uns tief in diesen Prozess einzubinden, sodass man den langsamen, schmerzhaften Zerfall ihrer einst so engen Freundschaft hautnah miterlebt. Eindrucksvoll arbeitet sie heraus, dass sich Freundschaften nicht einfach fortführen lassen, wenn die Lebenswege auseinanderdriften und alte Wunden zurück bleiben. Zugleichfällt es aber auch schwer, alte Bindungen loszulassen, die einst so bedeutsam waren.
Ein zentrales Element der Geschichte ist ein dunkles, zunächst nur vage angedeutetes Geheimnis von beklemmender Tragweite, das über Jahre hinweg zwischen den Freundinnen steht. Menke versteht es, eine subtile Spannung aufzubauen, indem alte Verletzungen und Konflikte nicht offen ausgetragen werden, sondern über Schweigen, Blicke, unvollendete Sätze und das Unausgesprochene laufen. Die Spannung wird beständig aufrechterhalten und macht neugierig darauf, welche Ereignisse die Beziehung so nachhaltig belastet haben.
Mit ihren drei Protagonistinnen hat Menke zwar vielschichtige Charaktere mit Ecken und Kanten angelegt, die allerdings zugleich sehr distanziert und unnahbar bleiben und allesamt wenig Sympathien wecken. Die sprunghafte, extrovertierte Romy zieht alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, bleibt jedoch mit ihrer Unzuverlässigkeit schwer zu enträtseln. Auch die sich stets zurückgesetzt fühlende Sophie entwickelt eine fast zwanghafte Fixierung auf Romy und wird später von unerklärlichen Schuldgefühlen geplagt oder schließlich Lottes rätselhaftes Verhalten und ihr Schicksal, Insgesamt blieben ihre Handlungen und Motive für mich nur teilweise nachvollziehbar, was sie als Figuren wenig greifbar macht.
Mit ihrem ruhigen, schnörkellosen Schreibstil gelingt es Menke, die leicht beklemmende Atmosphäre, die stets zwischen den Zeilen mitschwingt, perfekt einzufangen.
In ihrem Roman thematisiert für meinen Geschmack etwas plakativ Memke auch die Gegensätze zwischen ländlichem Milieu, das für Vertrautheit, Gemeinschaft und vermeintliche Sicherheit steht, und dem städtischen Umfeld, das für Freiheit, Selbstverwirklichung, aber auch Anonymität und Entfremdung steht. Die Darstellung wirkt stellenweise etwas schematisch und hätte deutlich tiefgründiger ausgeführt werden können.
Die Auflösung des um Lotte kreisenden Geheimnisses erfolgt erst spät und hinterlässt bewusst Leerstellen, wodurch das unterschwellige Unbehagen bis zum Schluss präsent bleibt. Die eigentliche Erklärung entpuppt sich in ihrer Banalität als etwas enttäuschend, da ich mit einem dramatischeren Hintergrund gerechnet hatte.
FAZIT
Ein fein gezeichneter Debütroman über die Zerbrechlichkeit weiblicher Freundschaft, der eindrucksvoll über Ausgrenzung und schleichende Entfremdung sowie die dunklen Seiten von Nähe und engen Beziehungen erzählt und zum Nachdenken anregt.
Rezensionen von Merri:
Klebespaß
Wieso? Weshalb? Warum? Stickerheft - Dinosaurier von
Dieses Stickerheft ist ein Volltreffer für wissbegierige Dino-Fans! Es verbindet Stickerspaß mit echtem Sachwissen: Wer waren die ersten Dinosaurier? Wie kam der Nachwuchs zur Welt? Wer hat Vorfahren aus der Dinosaurierzeit? Die Kinder ordnen Sticker zu, ergänzen Szenen und lernen dabei spielerisch.
Die Illustrationen sind detailliert und realistischer als in der Kleinkind-Version ab 2 Jahren, was etwas ältere Kinder sicher begeistert. Die Aufgaben sind abwechslungsreich – mal müssen passende Dinos einer Landschaft zugeordnet werden, mal werden nur Puzzleteile ergänzt. Das fördert nicht nur die Feinmotorik, sondern auch logisches Denken.
Pluspunkt: Die Sticker sind wiederablösbar und das Heft bietet ausreichend Beschäftigung für mehrere Nachmittage. Einziger Wermutstropfen: Manche Zuordnungen sind ohne Vorwissen knifflig.
Rezensionen von Merri:
Neues Lieblingsbuch
Wenn liebe Waschbären wütend sind von Sandra Grimm
„Wenn liebe Waschbären wütend sind“ ist ein wirklich tolles Kinderbuch. Es zeigt kindgerecht, wie man Wut auf verschiedenste Weise verarbeiten und abbauen kann. Statt das Gefühl nur zu verteufeln oder aggressiv zu werden, bietet das Buch Kindern konkrete und kreative Ansätze, um mit ihren Emotionen umzugehen und wieder zur Ruhe zu finden.
Optisch ist das Buch auch sehr ansprechend: Die super schönen Zeichnungen sind kindgerecht und mit einem Hauch Witz anzusehen. Ein besonderes Lob verdient die Auswahl der Charaktere. Es ist erfrischend, dass konsequent nur Tiere verwendet wurden, die in Nordamerika heimisch sind. Das ist eine wunderbare Abwechslung zu den ewig gleichen Bauernhoftieren oder exotischen Dschungelbewohnern, die man sonst in fast jedem Buch sieht.
Was den Vorlesespaß angeht, sind die mega süßen Dialoge das absolute Highlight. Die Texte sind so spritzig und kindgerecht geschrieben, dass man sie beim Vorlesen richtig lebendig gestalten kann. Und die Lautmalerei macht mein Sohn mit Begeisterung mit! Es macht einfach Freude, den Tieren unterschiedliche Stimmen zu geben und gemeinsam mit den Kindern mit dem Waschbären mitzufühlen. Ein rundum gelungenes Buch, das zeigt, dass man auch nach einer großen Wut auf einander wieder gemeinsam lachen kann!
Rezensionen von Pusteblümchen:
Über Kunst und die männliche Dominanz in der Kunstwelt
The Artist von Lucy Steeds
Der britische Journalist Joseph Adelaide reist in die Provence, um den Maler Édouard Tartuffe zu interviewen. Dieser lebt sehr zurückgezogen mit seiner Nichte Ettie in einem Landhaus. Schnell wird deutlich, dass Tartuffe kein umgänglicher Zeitgenosse ist. Er ist arrogant, egozentrisch und ein Tyrann.
Ettie leidet unter ihrem Onkel. Sie lebt in seinem Schatten, ist Haushälterin, Köchin und Sekretärin, die im Hintergrund alles perfekt organisiert, damit er glänzen kann. Mit dem Eintreffen von Joseph verändert sich die Dynamik.
Lucy Steeds nimmt sich viel Zeit ihre Protagonisten und um die Umgebung zu beschreiben. Dadurch kam bei mir schnell das Gefühl auf, an dem Geschehen direkt teilzuhaben. Ich konnte die Atmosphäre der Provence sehen, spüren, riechen und regelrecht schmecken.
Mit Ettie beschreibt sie eine Frau, die gegen die männliche Dominanz in der Kunstwelt aufbegehrt.
Es ist ein ruhiger Roman, der damit ein wichtiges Thema gelungen aufgreift. Auch wenn die Handlung fiktiv ist, enthält sie viele Wahrheiten.
Interessant sind auch die abschließenden Anmerkungen der Autorin, mit denen sie die Handlung nochmals gelungen einordnet.
Rezensionen von Merri:
Ein Spiegel der Gesellschaft
Eilig, so unglaublich eilig! von Christian Merveille
Christian Merveille und Lorenzo Sangiò zeigen uns im Buch "Eilig, so unglaublich eilig!" einen Hasen, der im Rekordtempo durch seinen Tag rennt. Die Zeichnungen sind schlichtweg fantastisch: Sie sind lebendig, modern und super detailliert umgesetzt – optisch ein echter Hingucker.
Man liest das Buch automatisch ziemlich gehetzt.
So spiegelt es unsere Gesellschaft wider: wir eilen durch unseren Tag und genießen zu wenig den Moment! Zwar regt die Hetzerei zum Nachdenken über unseren eigenen Alltag an und man schaut anschließend nochmal in Ruhe das Buch an, doch als Leser bleibt mir ein kleiner Wunsch offen, der das Buch für uns perfekt machen würde: Wie schön wäre es, wenn das Buch einen Loop hätte? Ein zweiter Textdurchlauf, in dem der Hase lernt, innezuhalten und die Welt in Ruhe zu betrachten, würde die Botschaft perfekt abrunden. Wunderschön anzusehen, aber fast schon zu schnell vorbei!










