Kunden em pfehlungen
Rezensionen von DoraLupin:
Toller Twist am Ende
Hof der Dornen 1: The Rose Bargain Hof der Dornen von Sasha Peyton Smith
London 1848: Zur Heiratssaison stehen die jungen Adligen Schlange vor Fae-Königin Moryens Thron. Denn ein mit ihr geschlossener Rose Bargain verheißt Schönheit und Reichtum – für einen Preis. Aber Ivy Bentons Debütsaison beginnt mit einer Überraschung: Ein Wettkampf, um das Herz des Sohns der Fae-Königin zu gewinnen.
Ein Preis, der Ivys Familie retten könnte.
Als Kronprinz Bram verkündet, in dieser Saison seine Braut zu wählen, schafft es die in Ungnade gefallene Ivy überraschend unter die sechs Favoritinnen. Doch aus dem eleganten Wettstreit wird schnell blutiger Ernst. Und Ivy darf auf keinen Fall Brams Bruder Emmett zu nahe kommen, wenn sie ihr Herz – und ihren Kopf – behalten will.
Der Klappentext und das schöne Cover hatten mich neugierig gemacht die Geschichte zu lesen, und obwohl es auch hier Romantasy in der Story gibt, ist sie noch viel mehr als das. Mir hat vorallem gefallen, dass die Handlung ein wenig an die Regency-Zeit mit Bällen und der Suche nach einer "guten Partie" erinnert, aber auch die Anderwelt und Fantasy eine große Rolle spielen.
Ich mochte auch die Spiele in der Geschichte, denn sie waren für mich einmal etwas ganz anderes und nichts, was ich so schon 100 mal ähnlich in einer anderen Geschichte gehört habe.
Manches Mal ist das Hörbuch düsterer als erwartet und auch blutrünstiger aber mir das dieses leicht düster-märchenhafte auch sehr gut gefallen. Besonders das Ende mit dem Twist hat es nochmal für mich rausgehauen, ich hatte das so nicht erwartet und es hat der Geschichte nochmal eine gute Wendung gegeben.
Die Sprecherin hat sehr gut gelesen und hat das Hörbuch zum Leben erweckt. Aber auch der Sprecher der nur eine kurze Passage hatte, hat seinen Job richtig gut gemacht. Ich kann das Hörbuch nur empfehlen.
Rezensionen von DoraLupin:
Wunderbares Hörbuch!
Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin
Tagsüber taucht Julika als Bernsteinforscherin in längst vergangene Welten ein, die sich ihr unter dem Mikroskop eröffnen – Farne, Echsen, alles Leben, das vor Millionen von Jahren vom Harz der Urzeitwälder eingeschlossen wurde. Am Abend, bei der Pflege ihrer kranken Mutter, steht ihr eigenes Leben still.
Bis Julika in einem Bernstein einen außergewöhnlichen Fund macht, der sie an die Ostsee führt, zu Ebba, einer Frau, die immer ihren eigenen Weg gesucht hat. An der Steilküste, hoch oben über dem Meer, erfährt Julika dann von einer Liebe, die Jahrzehnte, Stürme, Schicksalsschläge überdauerte und die ihr den Mut gibt, an einen Neuanfang zu glauben.
Ich habe diese Geschichte als Hörbuch genießen dürfen, der Klappentext hatte mich gleich angesprochen aber die Geschichte hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen und es war ein richtig tolles Hörerlebnis!
Der Schreibstil war angenehm und leicht, deshalb ist es mir nicht schwer gefallen der Geschichte zu folgen, aber der Schreibstil war gleichzeitig auch sehr einnehmend und wirklich wunderschön! Mir war keine Minute langweilig und ich wollte immer wissen wie es weitergeht!
Julika ist eine sympathische, aber auch spannende Persönlichkeit, denn sie hat nicht nur den Job der Bernsteinforscherin, der ihr gefällt und in dem sie eigentlich noch mehr aufgehen würde, aber sie muss sich auch um ihre kranke Mutter kümmern und das ist nicht immer einfach. Ich finde die Personen hatten in dieser Geschichte sehr viel Persönlichkeit und Tiefe, sie hatten Kummer und Sorgen und Probleme aber dennoch haben waren sie auch immer neugierig auf etwas Neues, sowohl Julika als auch Ebba.
Auch Ebba hat mir sehr gefallen, man erlebt sie einmal in der Vergangenheit, wie sie als Mädchen mit ihrem Vater Bernstein gesucht hat, wie sie ihren Mann kennen gelernt hat und wie das weitere Leben verlief, aber man lernt sie auch als alte Frau durch Julika kennen. Ebba ist eine sehr starke und sehr interessante Persönlichkeit, es hat Spaß gemacht mehr über sie erfahren!
Ich fand die Geschichte sehr schön, da sie viel Tiefe mitgebracht hat aber auch Begeisterung. Das Hörbuch wurde sehr schön vorgelesen, die Sprecherin hatte eine angenehme Stimme, die gut zur Geschichte gepasst hat.
Rezensionen von Tyrolia-Testleser*in:
Testleserin KIRA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (15 Jahre, Baumkirchen)
Night Lake Academy – Die Magie der Nachtfalter (Night Lake Academy 1) von Bianka Behrend
Testleserin KIRA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (15 Jahre, Baumkirchen)
Hannahs Leben ist so normal wie es nur sein kann, wenn man die Lake Night Adamy besucht. Ihr Element ist Luft, ihre beste Freundin heißt Emilia. Doch eines Tages wird ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt: Zuerst erleidet sie einen Ausbruch ihrer Elektizitätsgabe, die sie seit ihrem ersten Jahr an der Schule geheim hält und verletzt zwei Mädchen.
Dann taucht plötzlich ein Mädchen namens Madelyn an ihrer Schule auf. Sie hat ihr Gedächtnis durch einen Schock verloren, spricht nicht und beherrscht drei Elemente auf einmal: Erde, Feuer und Schatten. Sie ist eine Tatoolose, war sehr gefährlich ist, da die Nachtfalter Tattoos die Magie bündeln und helfen sie zu beherrschen. Es ist nun Hannahs Aufgabe auf sie aufzupassen, denn ihre Nachtfaltergabe ist, die Magie der anderen zu neutralisieren. Da taucht auch noch der Son des Princeps Ian, mit einem Begleitkomitee auf, um zu entscheiden, ob Madelyn eliminiert werden muss. Die Direktorin wird gezwungen Madelyns Gedanken zu lesen und als Madelnys Magie ausbricht, wird sie schwer verletzt und kommt ins Krankenhaus. Hannah ist am Boden zerstört, denn die Direktorin Miss Griffin ist ihre Patentante. Sie wird wieder gesund und alles normalisiert sich wieder. Hannah empfindet mehr für Ian als sie sollte und auf der Halloweenfeier tauchen plötzlich Würmer auf, die einem die Magie aussaugen. Ians Magie ist nun nur noch ein blasser Schimmer und Madelyn wird entführt. Viele Schüler werden von den Würmern leergesaugt und sterben. Hannah gelingt es Madelyns Entführer aufzuhalten und sie zu retten. Hannah, Emilia und Ian passen auf Madelyn auf und versuchen mehr über die Würmer herauszufinden. Da erinnert sich Madelyn wieder…. An jemanden der schon längst tot sein müsste.
Bevor ich etwas zu dem Buch sagen kann, muss ich erwähnen, wie schön und detailreich das Buchcover gestaltet ist. Jetzt zum Buch: man kann sich sehr gut in die Charaktere Hineinversetzen und versinkt in der magischen Welt. Das Buch ist voller Überraschungen und man weiß nie, was als nächstes geschieht. Ein sehr gutes Buch, unbedingt zu empfehlen an alle Fantasy und Romance Liebhaber.
Rezensionen von brauneye29:
Hat mir gefallen
Alleinruhelage von Eva Menasse
Zum Inhalt:
Als die Ehe zu Ende geht, steht die Frau plötzlich allein da mit dem ehemals durchaus geliebten Ferienhaus und beschließt es zu verkaufen, aber zuvor gibt es einiges zu tun, Zum Glück gibt es Alla und Bolek, die tatkräftig helfen. Bei den Arbeiten gehen der Frau viele Dinge durch den Kopf, die im Laufe der Zeit geschehen sind.
Meine Meinung:
Das ist so ein Buch in dem im Grunde nix passiert, aber dennoch einen ungeheuren Sog hat, dass man immer weiter lesen will. Allein das Verhalten der übrigen Datschisten hat schon was, man erfährt auch viel über das immer noch vorhandene Ost-West-Denken, dass für die gebürtige Österreicherin wahrscheinlich noch befremdlicher wirkt als auf einen Deutscher, denn die haben mehr von der Geschichte erlebt. Ich fand den Schreibstil sehr angenehm, mir gefiel auch, dass die Frau geradezu mit dem Haus auch spricht. Also, mir hat das Buch gut gefallen.
Fazit:
Hat mir gefallen
Rezensionen von Norbi_liest:
Liebe zeigt sich manchmal ganz leise
Die Schönheit der Distanz von Nao-Cola Yamazaki
Ein Mann weiß, dass seine Frau nicht mehr lange leben wird, und versucht, möglichst viel von der verbleibenden Zeit mit ihr zu verbringen. Viel mehr Handlung braucht dieses schmale Buch eigentlich nicht. Er besucht sie fast täglich im Krankenhaus, kümmert sich um sie und achtet dabei sehr genau darauf, ihre Wünsche und ihre Grenzen zu respektieren.
Gerade das fand ich bemerkenswert. Seine Fürsorge zeigt sich nicht in großen Worten, sondern in ganz alltäglichen Dingen, und trotzdem ist immer zu spüren, was ihm seine Frau bedeutet. Auch die Frage, warum man nach dem Tod eines nahestehenden Menschen Zeit zum Trauern bekommt, aber die gemeinsame Zeit davor viel schwieriger mit dem Beruf zu vereinbaren ist, ist mir hängen geblieben. Überhaupt hat mich das Buch an einigen Stellen dazu gebracht, über unseren Umgang mit Krankheit und Abschied nachzudenken. Die japanische Sicht auf Nähe und Distanz war für mich dabei interessant, weil manches zunächst ungewohnt wirkt und sich beim Weiterlesen doch nachvollziehen lässt. Dass die beiden Hauptfiguren namenlos bleiben, schafft zusätzlich einen gewissen Abstand, ohne dass mir ihre Geschichte deshalb gleichgültig geblieben wäre. Der Schreibstil ist ruhig und zurückhaltend, an manchen Stellen beinahe nüchtern. Das muss man mögen, für dieses Thema empfand ich es aber als passend. Auch das schlichte Cover gefällt mir, gerade weil es sich nicht in den Vordergrund drängt. Es ist ein trauriges Buch, aber keines, das mit aller Macht traurig machen will. Mich hat vor allem die Achtung berührt, mit der dieser Mann seine Frau auf ihrem letzten Weg begleitet. Nach dem Lesen blieb bei mir der Gedanke zurück, dass Nähe manchmal gerade darin besteht, dem anderen seinen eigenen Raum zu lassen.
Rezensionen von Norbi_liest:
Wenn die eigene Welt ins Wanken gerät
Falls jemand fragt, wer wir waren von Eva Kranenburg
Tilla lebt in der noch jungen DDR und ist von den sozialistischen Idealen überzeugt. Als ihre Freundin Rena plötzlich verschwindet, macht sie sich auf die Suche nach ihr und beginnt dabei immer mehr, ihre bisherige Sicht auf die Welt zu hinterfragen.
Mich hat die Geschichte von Anfang an neugierig gemacht und mit der Zeit immer mehr gepackt.
Besonders Tilla hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Ihre Gedanken, Zweifel und inneren Konflikte konnte ich gut nachvollziehen. Ich fand es spannend mitzuerleben, wie sie anfängt, genauer hinzusehen und sich mit Dingen auseinanderzusetzen, die für sie vorher ganz selbstverständlich waren.
Auch die anderen Figuren fand ich interessant. Nicht jeden konnte ich sofort einschätzen und bei manchen hat sich meine Meinung im Laufe der Geschichte verändert. Das hat mir richtig gut gefallen, weil die Figuren dadurch nicht so eindimensional wirkten.
Sehr gelungen fand ich auch die Verbindung von Tillas Geschichte mit dem historischen Hintergrund. Man bekommt viele Einblicke in das Leben in der jungen DDR, ohne dass es sich dabei wie eine Geschichtsstunde anfühlt. Besonders die Ereignisse rund um den 17. Juni 1953 haben mich richtig mitgerissen. Die Stimmung war so gut beschrieben, dass ich teilweise das Gefühl hatte, selbst mitten im Geschehen zu sein.
Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen. Er lässt sich flüssig lesen und schafft es, die ernsten Themen mit ruhigeren und manchmal auch humorvollen Momenten zu verbinden. Gerade den letzten Teil habe ich fast in einem Rutsch gelesen.
Ein bisschen mehr Raum hätte ich mir allerdings für manche Entwicklungen gewünscht. Vor allem gegen Ende passiert sehr viel auf relativ wenigen Seiten und da hätten der Geschichte für meinen Geschmack ein paar Seiten mehr gutgetan.
Insgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen. Vor allem die Verbindung zwischen Tillas persönlicher Geschichte und den historischen Ereignissen fand ich gelungen. Die Geschichte hat mich nicht nur gut unterhalten, sondern mich auch immer wieder zum Nachdenken gebracht und wird mir bestimmt noch eine Weile im Gedächtnis bleiben.
Rezensionen von Karin_50:
Gemütliche Herbststunden in Blossom Heights
Pumpkin Spice & Lonely Hearts von Clara Sanders
Schon nach kurzer Zeit mochte ich die herbstliche Stimmung in Blossom Heights sehr. Der Blumenladen, Kürbisse, Gebäck und die kleinen gemütlichen Ecken haben beim Hören eine Atmosphäre geschaffen, in der ich mich gern aufgehalten habe. Besonders Poppy ist mir ans Herz gewachsen. Mit ihrer herzlichen, manchmal auch recht direkten Art bringt sie Wärme in die Geschichte und sorgt immer wieder für schöne Momente.
Lily mochte ich grundsätzlich gern. Besonders schön fand ich, wie selbstverständlich sie ihrer Freundin Julie zur Seite steht. Manchmal waren mir ihre Gedanken allerdings etwas zu viel und ich hätte mir gewünscht, dass sie in manchen Situationen selbstbewusster auftritt und sich nicht so schnell in ihre Sorgen hineinsteigert. An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir von ihr einfach etwas mehr Entschlossenheit gewünscht.
Luke wurde mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer. Seine hilfsbereite Art und die Momente zwischen ihm und Lily haben mir besonders gefallen. Auch die anderen Figuren tragen viel zu der gemütlichen Kleinstadtatmosphäre bei, die für mich einen großen Teil des Reizes dieser Geschichte ausmacht.
Die Handlung bleibt eher leicht und manches lässt sich schon früh erahnen, was mich bei einem solchen Wohlfühlroman aber nicht besonders gestört hat. Zum Ende hin ging mir dann einiges etwas zu schnell und ein paar zusätzliche Kapitel hätten der Geschichte für meinen Geschmack gutgetan.
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und konnte der Geschichte insgesamt angenehm folgen. Für mich war es eine schöne, unkomplizierte Herbstgeschichte mit sympathischen Figuren, Freundschaft, Romantik und ganz viel Gemütlichkeit. Genau das Richtige für ein paar entspannte Stunden, wenn es draußen langsam herbstlich wird.
Rezensionen von Karin_50:
Was Menschen einander geben können
Leuchtende Schatten von Iris Wolff
Am meisten ist mir die Freundschaft zwischen Ella und Harriet im Gedächtnis geblieben. Die beiden Mädchen wachsen in ganz unterschiedlichen Verhältnissen auf und finden trotzdem eine besondere Nähe zueinander. Gerade in einer Zeit, in der so vieles unsicher wird, hat mich ihr Zusammenhalt sehr berührt.
Ella lebt mit ihrer großen Familie in Siebenbürgen, und dieses familiäre Miteinander habe ich besonders gern gelesen. Der Zweite Weltkrieg scheint zunächst noch etwas entfernt, greift aber zunehmend in das Leben der Menschen ein. Iris Wolff erzählt davon ruhig und ohne unnötige Dramatik. Dabei stehen für mich immer die Menschen, ihre Beziehungen und ihre Gefühle im Mittelpunkt.
Ella war mir schnell nah, aber auch die zurückhaltendere Harriet hat mich beschäftigt. Die Sprache ist fein, bildhaft und stellenweise poetisch, sodass ich manches ganz bewusst langsam gelesen habe. Das Cover mit den leuchtend roten Kirschen gefällt mir sehr und bildet einen schönen Gegensatz zur ernsten Zeit der Geschichte.
Ich habe das Buch nachdenklich geschlossen. Vor allem die Freundschaft der beiden Mädchen und die Wärme innerhalb von Ellas Familie werden mir in Erinnerung bleiben.
Rezensionen von Krani:
Eigenwillig
FIVE - Das Ticken der Zeit von Ilona Bannister
An diesem Londoner Bahnsteig wird in fünf Minuten jemand sterben. Das verspricht uns die Autorin. Sie stellt uns fünf Personen sehr genau vor, eine von diesen wird es sein.
Das ist eine verrückte Ausgangslage, auf die man sich schon einlassen muss. Tut man das, kann man einige hochspannende Kapitelanfänge lesen.
Danach geht es jedes Mal in das Leben einer der fünf Hauptpersonen, die nichts weiter miteinander zu tun haben. Dadurch fällt die Geschichte als solche etwas auseinander.
Diese Hauptpersonen sind interessant und tiefgründig. Wir erfahren, woher sie kommen und wie sie wurden, was sie sind. Zwei neurodivergente Kinder spielen eine Rolle und ein schwerbehinderter Zwillingsbruder. Sie alle hätten es durchaus verdient, Protagonisten in einem eigenen Roman zu werden, aber sie sind hier nur ein Fünftel.
Die Frage, wer denn wohl stirbt, richtet die Autorin wiederholt an die Lesenden. Wer hat es verdient, wer nicht? Außerdem scheint eine Kritik daran auf, dass wir andere Menschen häufig nur sehr oberflächlich beurteilen und uns nicht die Mühe machen, genauer hinzusehen.
Ich habe das Ganze zunehmend als eigenwilliges Experiment gelesen. Für mich hat es nicht funktioniert, weil die Geschichte nicht rund wird.
Rezensionen von robertp:
Fensterplatz
Gib mir alles von Alexandra-Maria Pipos
Wer in der Agentur geht als Letzte(r) und kommt als Erste(r)? Es ist Johanna (eigentlich Ioana, aber sie hat sich angepasst) und sie bekommt den Fensterplatz. Ihr Studium hat sie abgebrochen, die Arbeit in der Agentur sieht sie als Spiel, in dem sie sich von level zu level hochschaukelt.
Tom ihr Chef, wird von ihr genau beobachtet.
Was hat er angezogen, welche Sonnenbrille trägt er, wie faltet er die Serviette? Sie spiegelt ihn und ist auf ihn angewiesen. Sie schlägt ihn beim Kaffee trinken 3 zu 4.
Die Eltern sind eingewandert, aus Rumänien. Lange Zeit ein ungutes Gefühl, ob man geduldet ist. Aber auch nach der Einbürgerung noch keine Gelassenheit, was wäre wenn? Ein schlechtes Gefühl bei Behörden, Vermietern – nur nichts falsch machen.
Jetzt ist auch noch der Opa im Krankenhaus. Ioana muss nach Rumänien, aber gleichzeitig wartet ein wichtiger Kunde und ein großer Bonus winkt. Kann sie beides gleichzeitig abwickeln? Vorab gespoilert – fast.
Alexandra-Maria Pipos ist ein Roman gelungen, der die moderne Arbeitswelt drastisch schildert. Ständig am Telefon, keine Freizeit, jederzeit verfügbar, nur keine Gelegenheit auslassen um zu punkten. Solange man jung ist hält man den Anforderungen stand.
Ioana sieht die Arbeit zunächst als Spiel, aber es ist ihr klar, dass viel verloren werden kann. Die Unterstützung der Eltern und indirekt ihrer Verwandten in Rumänien liegt in ihrer Arbeitskraft gebunden. In Rumänien sieht sie sich bestätigt, das Land hinter sich gelassen zu haben. Ihre alten Freundinnen und Freunde, Verwandte und Bekannte haben keine Aufstiegschancen. Die beste Freundin sollte studieren, hat aber ihren Job bei Penny verloren – sie ist krank – Krebs. Mit diesen Schicksalen konfrontiert überlegt Ioana, wie sie ihr weiteres Leben gestalten will.
Eingestreut sind einige Kapitel, die aus Sicht der, überall anwesenden, Heiligenfiguren erzählt werden. Diese haben als übergeordnete Wesenseinheiten einen allumfassenden Blick auf die Schicksale der Protagonisten und kommentieren auf (manchmal) amüsante Weise die gegenwärtige Lage.
Für alle die einen modernen Entwicklungsroman lesen wollen. Eingeflochten sind Systemkritik, Zweifel an der modernen Arbeitskultur und die Beschreibung des rumänischen Kleinstadtlebens aus Sicht einer Westbürgerin. Lesenswert deshalb, weil einem die Hauptdarstellerin immer mehr ans Herz wächst je mehr Probleme über sie geworfen werden und sie ihren Lebensmut nicht aufgibt.











