Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Claudia R.:
wundervolle Geschichte mit Tiefe
Minna und die Eznuks von Johanna Kunze
Klappentext / Inhalt:
+++ Aufwendig gestaltete Ausgabe mit Farbschnitt +++
In dem Kinderroman, der für das höhere Grundschulalter bestimmt ist, geht es um die dreizehnjährige Minna, dessen Eltern sich trennen wollen. Minna flüchtet sich vor Wut und Kummer mit ihrem Hund in den Wald und findet dort ausgerechnet an diesem Tag ein altes, verwunschenes Holztor.
Sie schrumpft und gelangt auf die magische Glimmerblumenwiese. Dort trifft sie auf Jannuk, den liebenswürdigen, redseligen, tollpatschigen Eznuk. Er hilft ihr, von der Glimmerblumenwiese wieder nach Hause zu gelangen. Die beiden Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein, ecken ständig aneinander an, zeigen sich im Laufe der Geschichte jedoch, dass sie sich gegenseitig gut tun. Die kühle, unnahbare Minna lernt dank Jannuk, über ihre Gefühle zu sprechen und sie zuzulassen. Der wenig selbstbewusste Jannuk lernt von Minna, dass er eigentlich ein starker und besonders liebenswürdiger Charakter ist und dass er für sich selbst einstehen kann. Die humorvollen Gespräche der beiden bringen Kinder zum Lachen und obwohl hier eine ernste Thematik behandelt wird, ist es für Kinder kein negatives Buch, sondern sie gehen gemeinsam mit Minna und Jannuk stark aus der Geschichte heraus. Abenteuer kommen auf der Glimmerblumenwiese nicht zu knapp und am Ende müssen Minna und Jannuk die gefährlichen Grinsflöhe besiegen, die dafür sorgen wollen, den beiden ihre Gefühle zu nehmen.
Die Message: Es ist traurig, aber okay, wenn Mama und Papa sich trennen, denn ich schaffe das–so wie Minna!
Cover:
Das Cover wirkt lebendig und ist toll umgesetzt. Die Haare im Wind geben dem Ganzen eine eigene Dynamik und auch das Mädchen wurde toll umgesetzt und der Gesichtsausdruck verrät Spannung und Unterhaltung. Optisch und farblich finde ich es sehr gut gelungen.
Meinung:
Es handelt sich um eine fantastische und fantasiereiche Geschichte mit Tiefe. Die Geschichte greift feinfühlig und behutsam die Thematik Trennung, Wut , Veränderung auf. Trennung der Eltern ist für ein Kind nicht wirklich leicht, aber Minna ist, in dieser Erzählung, nicht allein mit ihrer Gefühlswelt, sondern taucht in eine magische Welt ein, die sich ihr auftut. Diese Welt ist wundervoll beschrieben und schnell ist man im Erlebten drin.
Inhaltlich möchte ich hier gar nicht allzu sehr ins Detail gehen, daher halte ich mich mit weiteren Informationen und Fakten dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. In Minna findet man sich sehr gut und schnell hinein und auch in ihre Gefühle und Gedanken. Die Geschichte ist emotionsreich, aber auch spannend und wirkt sehr lebendig, regt zugleich aber auch zum Nachdenken an. Toll fand ich auch, wie die beiden Charaktere voneinander lernen, sowohl Minna, wie auch Jannuk profitieren vom jeweils anderen. Dadurch entwicklen sich die beiden auch sehr gut weiter. Die Charaktere sind toll und gut durchdacht und zugleich auch sympathisch und liebenswert.
Die einzelnen Abschnitte haben eine gute und angenehme Länge und ermöglichen einen angenehmen Lesefluss. Die Kapitelanfänge sind deutlich und gut hervorgehoben und somit auch schnell erkennbar. Die Überschriften sind passend umgesetzt, ohne zu viel dabei zu.verraten.
Die Geschichte ist fantasievoll, feinfühlig und kreativ. Die Erlebnisse wirken lebendig und die Emotionen sind nah spürbar. Man kommt in alles schnell hinein und die Thematik wurde gut umgesetzt. Eine liebevolle und tiefgründige Geschichte über Trennung der Eltern, Angst, Schwäche zeigen, aber auch Freundschaft und Mut wurde hier sehr schön umgesetzt.
Der wunderschöne Farbschnitt rundet den Gesamteindruck des Buches sehr gut ab.
Es eignet sich gut, für Mädchen und Jungen gleichermaßen, ab ca. 10 Jahren.
Fazit:
Es handelt sich um eine fantastische und fantasiereiche Geschichte mit Tiefe.
Rezensionen von DoraLupin:
Humorvolle Geschichte über Sandwichkinder
Ich bin Martin - Wen interessiert's?!! von Corinna C. Poetter
Mein Sohn liest seit er in der Grundschule ist sehr gerne die unterschiedlichsten Geschichten. Auf der Suche nach neuem Lesestoff sind wir auf dieses Buch mit dem Titel „Ich bin Martin- wen interessierts“ gestoßen. Er wurde sehr gut von dem Buch unterhalten und wir hoffen, dass es noch weitere Bände mit diesen Geschwistern geben wird.
Die Geschichte handelt von Martin, dieser wird ab und zu vergessen, denn er ist als zweitgeborenenes Kind unsichtbar in der Mitte des Familiensandwichs. Martin findet das doof. Zumindest hin und wieder. Von Zeit zu Zeit ist es aber auch gar nicht so übel, einen älteren Bruder oder eine kleine Schwester zu haben!
Das farbenfrohe Cover hat uns sofort super gefallen und fällt gleich ins Auge. Die Illustrationen in den Buchklappen sind ebenfalls wirklich schön anzusehen. Auch im Buch gibt es zahlreiche Seiten die mit passenden Illustrationen verschönert wurden, diese sind schwarz-weiss gehalten und passen immer gut zum Inhalt. Manchmal wiederholen sich die Illustrationen auch, aber immer unterstützen sie das Gelesene. Die Schrift im Buch ist klar und angenehm groß, der Schreibstil selbst ist absolut altersgerecht. Mein 8-jähriger Sohn hatte damit keine Probleme. Die Geschichte selbst ist die ganze Zeit unterhaltsam und es gibt einiges an Humor und Fantasie. Schön finden wir auch wie immer wieder auf die Lage des Sandwitchkindes eingegangen wird, aber auch welche Vor- und Nachteile es bringt überhaupt Geschwister zu haben. Daher eignet sich die Geschichte nicht nur für mittlere Kinder der Familie, sondern auch für alle anderen die eine schöne Geschichte rund um das Thema Geschwister und Familie suchen. Hoffentlich wird es bald eine Fortsetzung geben, denn Martin und seine Geschwister haben auf jeden Fall Potential für weitere Bände. Wir vergeben für das Buch ganz klar 5 von 5 Sternen und sprechen eine Leseempfehlung dafür aus.
Rezensionen von peedee:
Abschied und Neubeginn
Bretonisch mit Wind und Wellen von Gabriela Kasperski
Tereza Berger, Band 6: Nach einem heftigen Sturm wird auf der Halbinsel Crozon eine Influencerin vermisst. Als eine tote Surferin am wilden Strand von La Palue – wo surfen aufgrund der Brandung verboten ist – angeschwemmt wird, bestätigt sich die traurige Vermutung, dass es sich um die vermisste Frau handelt.
Tereza Bergers und Gabriel Mahons Hochzeitsvorbereitungen werden jäh getrübt. Ihre gute Freundin und Beinahe-Schwiegertochter, Surflehrerin Ayala, gerät unter Verdacht. Obwohl die Polizei ermittelt, beginnt Tereza mit eigenen Recherchen…
Erster Eindruck: Für mich ein Sehnsuchtscover – gefällt mir sehr gut!
Dies ist Band 6 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden. Die Geschichte spielt in verschiedenen Zeitebenen, in der Vergangenheit beginnend im Jahr 1866 und in der Gegenwart.
Kaum zu glauben, dass die literaturtechnische Reise schon das sechste Mal nach Crozon geht! Tereza ist auch gerade von einer Reise zurück, nämlich aus Australien, wo sie vier Monate bei ihrer Tochter und Familie – das dritte Kind hat mit der Geburt gewartet, bis die Oma da war – verbracht hat. Wieder zu Hause, denn das ist Crozon nun bereits seit fünf Jahren, gibt es Ärger, und zwar mit der Ausländerbehörde. Sie muss mehr Steuern bezahlen, da sie in Frankreich nur den Zweitwohnsitz hat – tja, Tereza hat ihre Wurzeln in Zürich nicht gekappt. Aber Gabriel hat einen pragmatischen Vorschlag: Heiraten! Seeeeeehr romantisch, bien fait, Gabriel!
Tereza gerät zwischen die Fronten: die „Climat Crozon“, die Gruppierung „die Pfotenfreunde“ und die „Groupe des Anciens“ setzen sich alle für ihre Heimat ein, tun dies aber mit ganz unterschiedlichen Mitteln. Das Dorf ist aufgewühlt, ebenso wie Tereza, denn das Thema Hochzeit kam überraschend. Doch zuerst gibt es einen Mord aufzuklären, denn dass es sich um einen solchen handelt, war für Tereza gleich klar…
Die Liebe zu den Menschen und der Region, die Faszination des Surfens und auch die Brisanz von Umweltschutzproblemen und Klimathemen waren sehr gut spürbar. Das Buch hat sich wie immer flüssig lesen lassen; ich wurde sehr gut unterhalten. Von mir gibt es 4 Sterne.
Rezensionen von gerlisch:
Vier Dates, ein Kuss und dann Schluss?
Just for the Summer von Abby Jimenez
Justin ist vom Pech verfolgt, seine Beziehungen gehen alle in die Brüche und jede seiner Partnerinnen findet nach der Trennung die Liebe ihres Lebens. Emma führt ein Leben als Nomadin, sie hält es nie länger als drei Monate an einem Ort aus und ihr geht es genauso. Als sie einen Reddit-Post von Justin liest, nimmt sie Kontakt zu ihm auf um mit ihm den „Dating-Fluch“ zu brechen.
Just fort he summer ist mein erster Roman von Abby Jimenez und hat mich von Anfang bis Ende total begeistert. Mit viel Humor setzt sie ihre liebenswerten Figuren in Szene. Doch auch Emma’s schwere Kindheit und die damit verbundenen psychischen Probleme, sowie Justins Schicksalsschläge werden feinfühlig in Szene gesetzt.
Aus wechselnden Perspektiven konnte ich die Entwicklungen der tiefergehenden Gefühle zwischen den beiden erleben. Mit funkensprühenden und spritzigen Dialogen unterhält die Story sodass die Handlungen zu keiner Zeit langweilig werden.
Besonders gefallen hat mir Emma’s beste Freundin Maddy, die immer für sie da ist, wenn sie sich durch die Lieblosigkeit ihrer Mutter Amber wieder mal in sich selbst zurückzieht und sich ganz klein macht.
Diese zauberhafte, aber auch tiefgründige Geschichte voller Gefühl ist wirklich ein Highlight.
Rezensionen von Sago:
Von Anfang an verdammt
Our Infinite Fates von Laura Steven
"Ich liebe dich und ich habe dich geliebt und ich werde dich lieben", flüsterte er, heiser, gequält."
Evelyn und Arden lieben einander, Leben für Leben. Doch Arden ist Evelyns Jäger. Vor ihrem 18. Geburtstag muss er sie getötet haben, dann stirbt auch er. Nur Arden weiß, warum das so sein muss.
Evelyn erinnert sich nur bruchstückhaft an ihre früheren Leben. Nun, im Wales der Gegenwart, steht ihr 18. Geburtstag erneut kurz bevor und hinter jeder gleichaltrgen Person kann sich Arden verbergen. Doch diesmal hat Evelyn noch mehr Grund als je zuvor, unbedingt weiterleben zu wollen. Unweigerlich wird Arden sie erneut finden. Und zu lieben heißt, das Schicksal herauszufordern....
Was für eine außergewöhnliche, faszinierende Geschichte, deren Auflösung ich nicht vorausahnen konnte. Ich war so gespannt, dass ich das Buch in zwei Tagen fertig lesen musste. Die Autorin schreibt wunderbar bildhaft und führt immer wieder gekonnt zurück in frühere Leben der Protagonisten. Dass Arden und Evelyn mal weiblich und mal männlich wiedergeboren werden, schnürt natürlich die Spannung, wo Arden sich diesmal entpuppen wird. Andererseits hätte ich auf die gegenwärtig einfach überdurchschnittlich oft in Büchern auftauchenden fluiden Geschlechter, die für mich einfach die Identifikation erschweren, verzichten können, ebenso wie auf die zumindest anfangs verwendeten englischen Neopronomen, die mich aus dem schönen Lesefluss gerissen haben. Aber das Buch war einfach so wunderbar, dass ich dafür keinen Stern abziehen kann.
Rezensionen von nessabo:
Ein rauschhafter und phasenweise anstrengender Deep Dive in die Gefühlswelt eines Teenagers
Sunburn von Chloe Michelle Howarth
Wobei ich mir sicher bin: Das Cover ist in seiner 90er-Optik gnadenlos gut gewählt!
Wobei ich mir unsicher bin: Welche Bewertung für dieses Buch die passende ist. Das erste Drittel des Romans fand ich wirklich extrem anstrengend. Das liegt zum einen an der mir nicht sonderlich sympathischen oder nahbaren Protagonistin und zum anderen an der Erzählweise.
Wir sitzen nämlich ausschließlich und enorm intensiv in Lucys Kopf und Teenie-Köpfe sind nicht unbedingt mein Lieblingsort.
In der Handlung passiert relativ wenig Interaktion mit anderen, vielmehr begleiten wir Lucy bei der Entwicklung ihres Verlangens sowie der inneren Auseinandersetzung mit Konventionen in ihrem katholisch geprägten irischen Heimatdorf. Die Erwartungen einer sehr konservativen Familie an das Mädchen sind nicht weniger als erdrückend und ich war mehr als einmal wütend.
Und irgendwas ist etwa auf der Hälfte passiert, dass ich das Buch, obwohl ich die Erzählweise noch immer ziemlich langatmig fand und mich immer wieder dabei erwischt habe, wie ich einige Sätze übersprang, irgendwie auch doch nicht mehr so richtig aus der Hand legen wollte.
Die Situation in den 90er-Jahren in Irland scheint wirklich noch etwas rückschrittlicher zu sein im Vergleich zu dem Ort, in dem ich aufgewachsen bin. Die 90er waren natürlich noch nicht die progressivste aller Zeiten, aber ich habe schon gemerkt, dass ich diese Zeit hier als nicht so extrem kleinfamiliär und begrenzt erinnere. Ich finde es aber grundsätzlich gut wie die Autorin auch subtil Kritiken an der üblichen Vorstellung von Familie übt, natürlich an Queerfeindlichkeit und auch an der Tatsache, dass Mädchen oder Frauen, die Zärtlichkeiten austauschen, oft nicht einmal als potenzielles Liebespaar gelesen werden. Darin kann ein Vorteil liegen, aber natürlich ist es auch queerfeindlich begründet.
Auch was die Authentizität der Sprache angeht, bin ich hin- und hergerissen. Auf der einen Seite finde ich sie wirklich sehr authentisch. Das Übertriebene, die Obsession mit der ersten Liebe, das schonungslose Beschreiben von fettigen Haare, Schweißgeruch und Speichelfäden bei der Angebeteten – alles schon irgendwie sehr, sehr Teenie. Und nebenbei eine erfrischende Abkehr vom Male Gaze, dank welchem Frauenfiguren eigentlich immer nach Pfirsich duften.
Nichtsdestotrotz hab ich wiederholt gedacht, dass ich die Poesie und die Verwendung mancher Worte irgendwie nicht so richtig in die 1990er-Jahre packen würde, sondern eher in eine Zeit 1-2 Jahrhunderte früher. Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, fand ich es insgesamt aber okay und glaube, dass genau dieses schonungslose Eintauchen in Lucy Gedanken den Reiz des Buchs ausmacht. Wahrscheinlich cringen wir an einigen Stellen oder finden die Schilderungen eklig, aber auf jeden Fall werden eigene Emotionen bei den Lesenden ausgelöst.
Nichtsdestotrotz würde ich sehr klar sagen, dass mensch für das Buch bereit sein muss. Es sollte euch vorher klar sein, dass wir hier ganz, ganz tief in die Gedanken einer jungen Person eintauchen und es relativ wenig Beziehungsarbeit oder Dialoge mit anderen gibt. Ich konnte Lucy darüber hinaus auch wirklich sehr oft nicht besonders gut nachvollziehen, manchmal fand ich sie richtig unsympathisch, weil sie andere Menschen für ihr Wohlergehen benutzt. Auch habe ich die Chemie zwischen Lucy und Susannah ehrlicherweise nicht so wirklich gefühlt, aber das ist natürlich immer etwas sehr Subjektives.
Das Buch ist irgendwie ein Rausch, der hätte deutlich kürzer sein können. Trotz meiner klaren Kritikpunkte habe ich aus irgendeinem Grund die zweite Hälfte überraschend flüssig lesen können. Trotzdem wurden meine Erwartungen an eine Geschichte rund um Queer Awakening mit all seinen Herausforderungen sowie queere Beziehungen generell schon enttäuscht. Natürlich ist es das Kernelement des Romans, aber die ausschweifenden Gedanken Lucys haben mich selbst auch immer wieder abschweifen lassen. Es ist für mich entsprechend kein Lieblingsbuch, aber durchaus ein solides Debüt und ich denke mit den richtigen Erwartungen kann es für viele eine gute Lektüre sein.
3,5 Sterne
Rezensionen von Petra:
Alte Verbindungen
Der Beweis meiner Unschuld von Jonathan Coe
Sind es alte Seilschaften oder Feindschaften, sind es freundschaftliche Beziehungen oder beendete Liebesbeziehungen. Ist es eine Intrige oder ist es ein Putschversuch. Alle Möglichkeiten bestehen in diesem Roman und ich konnte als Leser keine ausschließen. Klar, das Leben ist ein buntes Kaleidoskop egal aus welchem Blickwinkel oder nach dem Schütteln man es betrachtet, es gibt immer wieder neue Facetten.
. Mal klar zu erkennen, mal diffus, mal finde ich es schön, mal ist es in meinen Augen so hässlich da will ich nichts von sehen.
Diesen Eindruck vermittelte mir das Buch. Es war zuviel und zu ungenau. Ich konnte mich nicht darauf einlassen, ich mochte die Personen nicht. Vor allem die junge Phil in ihrer Antriebslosikeit ging mir auf die Nerven. Wenn sie nicht weiß was sie will, ist das ihr eigenes Problem, da muss sie sich eben ausprobieren und nicht anderen die Schuld geben. Ähnlich verhielten sich andere Figuren, es wareneh immer die anderen.
Das Thema, die Fragen an die Gesellschaft war spannend aber doch langatmig erzählt. Humor konnte ich für mich nicht erkennen. Die Geschichte grenzte durch die vielen Informationen die aus der ehemals realen Politik genommen wurden eher einem Sachbuch.
Rezensionen von Meli:
Nette Romantasy und eine Menge ungenutztes Potenzial
Faebound von Saara El-Arifi
Colonel Yeeran vertraut auf die Prophezeiung ihrer Schwester Lettle und trifft bei einem Einsatz eine folgenschwere Entscheidung, der zu ihrer Verbannung führt. Lettle und Kommandant Rayan folgen Yeeran ins Exil und treffen dabei auf Fae, von denen sie dachten, dass diese längst ausgestorben seien.
Lettle ging mir schon ziemlich auf die Nerven und ich war schon überrascht, als sie erwähnt hat, sie sei achtundzwanzig Jahre alt, weil sie sich so trotzig und unreif verhält. Bei Yeeran ging es mir ähnlich, ich hatte das Gefühl, das Alter wurde gewählt, damit es zu ihrer Verantwortung als Colonel passt und vielleicht auch zu ihren Beziehungen. Ansonsten fand ich, dass beide Charaktere ihren Erfahrungen nicht gerecht wurden. Ich fand es interessant, wie die Prophezeiungen entstehen, aber ich fand es schade, dass es mehr darum geht, wie sehr sie Teil von Lettles Identität sind und dann jammert sie eigentlich nur herum, weil die Dinge nicht so laufen, wie sie möchte. Sie hat mich auch etwas genervt, weil sie so viel Aufmerksamkeit braucht und sauer auf ihre Schwester ist, weil sie nie selbst an erster Stelle steht, da Yeeran sich zu sehr dem Krieg verschrieben hat.
Yeeran fand ich schon deutlich sympathischer, aber als so junge Colonel, die auch schon einiges erlebt hat, hätte ich auch mehr von ihr erwartet. Sie sollte eigentlich mehr taktisches Geschick vorweisen können, aber ihre Pläne sind eher oberflächlich und anspruchslos. Dass sie sich von ihren Gefühlen leiten lässt, ist ja in Ordnung, aber etwas mehr Grips hätte ihr auch nicht geschadet. Ich hatte auch etwas Mitleid mit ihr, weil sie sich so sehr um ihre erwachsene Schwester sorgen muss, die ihr meistens ein Klotz am Bein ist.
Die magische Welt fand ich schon interessant und ich finde, sie hätte auch noch viel mehr Potenzial gehabt, daher bin ich auch gespannt, wie es in der Fortsetzung weitergehen wird. Hier hatte ich das Gefühl, dass es eine lange Einführung ist, in der die magische Geschichte dieser Welt erklärt wird, die verschiedenen Völker und wichtige Charaktere werden vorgestellt und dann geht es hauptsächlich um die Beziehungen zwischen ihnen. Daher läuft es hier auch darauf hinaus, dass der Fokus hauptsächlich auf den Liebesgeschichten liegt, aber es gibt auch sonst einige interessante Enthüllungen und Entwicklungen. Ein paar davon waren mir aber zu viel des Guten und es gab auch einige vorhersehbare Zufälle, die mir nicht besonders gut gefallen haben.
Rezensionen von Sheilo:
Drei Freunde und ihr neues Leben
3 Streuner wittern das Abenteuer von Anja Fröhlich
Flirty, Big Ben und King Kerl sind drei Streuner, die zusammen ihr Leben auf der Straße in Spanien verbringen. Doch eines Tages werden sie eingefangen. Nach ihren Erfahrungen auf der Straße startet für die Streuner ein ganz neues Leben, in einem wundervollen Haus mit Garten und Besitzern, die sich um sie kümmern, aber auch das ist für die drei Fellnasen nicht immer einfach.
Das Buch wird vom Verlag zwar erst ab 8 Jahren empfohlen, ich selbst habe es aber meinen fast 6-jährigen Kindern vorgelesen und sie waren wirklich begeistert. Neben dem sehr schön gestalteten Cover finden sich auch im Buch immer wieder liebevolle Illustrationen. Die Schriftgröße und der amüsante Schreibstil machen das Vorlesen zu einem tollen gemeinsamen Erlebnis. Die Kapitel sind dabei relativ kurz gehalten, was mir besonders gut gefallen hat, da es so kein Problem war, das Buch in Leseabschnitte einzuteilen.
Mit der Geschichte werden den Kindern sehr viele Werte vermittelt, vor allem, dass man neuen Situationen offen gegenüber treten sollte und das fremde Dinge auch toll sein können. Zudem steht der Wert von Freundschaften sehr im Vordergrund.
Meine Kinder waren nach dem ersten Lesen so begeistert, dass wir nun noch einmal von vorne starten. Wer ein Kinderbuch mit vielen amüsanten Szenen zum Lachen und zum Schmunzeln sucht, wird mit Big Ben, Flirty und King Kerl die richtige Wahl treffen.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Einzigartiger Schreibstil
Die geheime Sehnsucht der Bücher von Nina George
Dieser in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche Roman war so ganz anders als die kuschelig-warmherzige Feel-Good-Story rund ums Thema Bücherliebe, die ich ursprünglich erwartet hatte.
Bedeutungsschwere, z. T. gesellschaftskritische Themen (wie mitunter Rassismus, Zensur, Umgang mit Depressionen), unfassbar tiefgründig angelegte, komplexe, facettenreich ausgearbeitete Figuren und ein angenehm ansteigender Spannungsbogen verleihen der aus verschiedenen Perspektiven erzählten Geschichte eine immens starke Intensität.
Das wahre Highlight des Buches ist jedoch ganz eindeutig der sensationell kreative, poetisch schöne, unfassbar künstlerische, kluge Schreibstil der Autorin. Elegante bis humorvolle Wortschöpfungen wechseln sich ab mit geistreich-pointierten, feinfühligen Formulierungen, die noch lange nach der Lektüre nachhallen. Ganz. Große. Schreibkunst!
Mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn Jean Perdu mehr im Fokus gestanden hätte; er und sein Bücherschiff verblassten ein wenig im Vergleich zum mitreißenden Erzählstrang rund um die junge Françoise. Auch die amourösen Entwicklungen in Paulines Leben berührten mich vergleichsweise kaum - sie war mir keineswegs unsympathisch, doch mein einziges Interesse galt Françoises Familiendynamik.
Das hübsche, filigran gezeichnete Covermotiv suggeriert eine unterhaltsame Leichtigkeit, die dem wahren Inhalt des Romans, der problemlos ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden kann, kaum gerecht wird.
Fazit:
Auch wenn die gleichermaßen melancholische wie hoffnungsvolle Geschichte inhaltlich nicht ganz dem von mir erhofften Charakter entsprach, hege ich eine tiefe Bewunderung für das Schreibtalent der Autorin und spreche eine klare Leseempfehlung aus!











