Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Krani:
Schräg und spaßig
Very Bad Widows von Sue Hincenbergs
Es geht um vier wohlhabende Paare in ihren Sechzigern. Einer der Männer verstirbt bei einem Unfall. Oder war es Mord? Es wurde viel Geld unterschlagen, und die Ehefrauen, die sich um ihre Alterssicherung betrogen sehen, schmieden ein Komplott. Doch das ist erst der Anfang.
Die Geschichte ist voller Überraschungen und unerwarteter Wendungen.
Und sie ist witzig: Es sind im Grunde ganz normale Menschen, die plötzlich mit monströsen Vorwürfen und Überlegungen konfrontiert sind. Dabei wollen sie eigentlich nur ein gutes Leben haben, am liebsten mit einander. Das Geschehen verändert die Menschen nicht, sie bleiben ebenso bieder und bürgerlich wie zu Beginn. Aber ihre Partnerschaften erleben eine neue Wertschätzung.
Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven dargestellt, teilweise wird dieselbe Szene von den verschiedenen Beteiligten nacheinander geschildert, und sie ist jedes Mal ganz anders. Das wird spannend, wenn es darum geht, wer was weiß und wer eventuell einen (weiteren) Mord plant.
Ich hatte einen Krimi erwartet, vielleicht einen Thriller. Aber nicht so viele schräge Ideen und Verrücktheiten. Das hat Spaß gemacht! Wer Geschichten voller Überraschungen jenseits von Genres mag, ist hier richtig.
Rezensionen von rewareni:
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Zwei Leben von Astrid Korten
Nora kann es nicht glauben, als ihr Mann sich von ihr scheiden lassen möchte. Ihr bisheriges scheinbare glückliche Familienleben liegt nun in Scherben und der Tod ihrer Großmutter Xanna hinterlässt ebenfalls ein Gefühl der Leere. Doch als sie beim Ausräumen des alten Familienhauses eine alte Holzschatulle entdeckt, in dem nicht nur ein Ausweis mit einem fremden Namen liegt, sondern sich auch Dinge aus einer längst vergangenen Zeit darin befinden merkt Nora, dass sie von ihrer Großmutter und deren Leben überhaupt nichts weiß.
Getrieben von ihrer Neugierde begibt sie sich mit dem Journalisten Andreas Schwarz auf eine Reise in die Vergangenheit. In Belarus erfahren die beiden Dinge über Xanna die sie erschüttern und plötzlich beginnt Nora nicht nur das Leben ihrer Großmutter, sondern auch ihr eigenes in einem anderen und neuem Licht zu sehen.
In dem Historischen Familienroman ,,Zwei Leben- Hinter dem Schweigen“, zeigt die Autorin Astrid Korten, dass sie nicht nur mit ihren Thrillern Spannung erzeugen kann, sondern auch mit einer Geschichte, die auf Erinnerungen ihrer Großeltern, sowie wahren Begebenheiten aus den Zweiten Weltkrieg basieren.
Es ist eine tragische Familiengeschichte wo besonders Xanna mit ihren furchtbaren Erlebnissen zu kämpfen hat. In Rückblenden wird man Zeuge einer Geschichte, die nicht nur brutal, ob den grausamen Kriegserlebnissen ist, sondern auch zeigt, wie Menschen mit ihren tragischen Schicksalen zurecht kommen müssen, wenn sie überleben wollen. Xanna wird dabei als tapfere und mutige Frau dargestellt, deren starke Wille zu überleben und nicht aufzugeben emotional beschrieben wird. Die Autorin versteht es dabei den Leser an Orte mit zu nehmen, wo man eigentlich gar nicht sein möchte, wo aber die Emotionen und Gefühle so intensiv beschrieben werden, dass man stets wissen möchte, wie es den Protagonisten gerade geht.
Besonders emotional beschreibt sie dabei die Szenen mit der kleinen Katja, die in einem Lager der Partisanen lebt. Diese unschuldige und naive Art, wie das Kind in Kriegszeiten ihre Unbekümmertheit und Fröhlichkeit an den Tag legt geht einfach zu Herzen.
Am Ende der Geschichte kann man erahnen, warum Xanna nichts aus ihrem früheren Leben erzählt hat. Es stellt sich dabei als Leser die Frage, hätte ich genauso gehandelt oder sind furchtbare Erlebnisse es einfach nicht Wert, dass man ihnen einen Raum gibt, wo sie einem ständig an etwas erinnern, dass man einfach nur vergessen möchte.
Auch die Geschichte von Nora zeigt, dass man oft Dinge, die einem nicht mehr gut tun, einfach los lassen muss. Sie beginnt sich selbst und ihr Leben zu reflektieren und spürt dank der Reise nach Belarus, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, was er braucht. Weder falsch verstandene Rücksicht auf andere oder das Klammern an Zeiten, die es nicht mehr gibt, führt zu einem glücklichen und erfüllten Leben.
Ein schöner und berührender Roman über Liebe, Hoffnung und Verzeihen können.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Coming-of-Age vor dem Hintergrund des Schweigens der Nachkriegsjahre
Sputnik von Christian Berkel
Christian Berkel hat mit "Sputnik" sein drittes Buch veröffentlicht, alle davon tragen mehr oder weniger autobiografische Züge und haben mit seiner Familiengeschichte zu tun. Für mich war es das erste Buch des Autors, ich beurteile es also unabhängig von den anderen beiden.
Humorvoll startet die Geschichte mit dem Spermium und der Eizelle, die sich zu dem Embryo vereinen, aus dem schließlich der Ich-Erzähler werden wird, hier "Sputnik" genannt, aufgrund der zeitlichen Nähe der Geburt des Jungen zum Start des russischen Satelliten.
In dem Buch geht es sehr viel ums Spüren und Wahrnehmen, ergänzt um philosophische Gedanken des Autors. Das zeigt sich schon ganz am Anfang, als die vermutete Erfahrung des Embryos im Mutterleib beschrieben wird: "Die dunkle Stimme ist weg. Besser so. ich mag es lieber, wenn wir unter uns sind. Liegt es an den überschäumenden Lustgefühlen, die mich überfallen, wenn ich die Stimme meiner Mutter höre? Anfangs hielt ich sie für meine eigene. Wessen Stimme sollte es sonst sein? Ich nahm an, das Leben sei in mir, bis ihch begriff, dass ich in einem Leben war. Da beschloss ich, erst recht zu schweigen." (S. 17)
Dann begleiten wir den Autor durch seine Kindheit mit einem strengen Vater, der HNO-Arzt ist, und einer Mutter, die als Tochter einer Jüdin in der NS-Zeit verfolgt und in einem französischen Lager war, die kunstsinnig und sensibel ist, aber auch schwer traumatisiert, die immer wieder wie tot wirkt und deren Blick ins Leere gleitet. Sehr viel Entfremdung ist da zu spüren, zwischen den Eltern, zwischen ihnen und der Nachkriegsgesellschaft und auch zwischen dem heranwachsenden Jungen und seiner Umgebung.
Die Mutter spricht mit dem Jungen französisch und so wächst er mit dieser Sprache, neben dem Deutschen auf, was ihm später einige Türen öffnen wird: zuerst an eine französischsprachige Schule in Deutschland und schließlich nach Frankreich selbst. Es geht um die Kindheit, Jugend und die jungen Erwachsenenjahre des Ich-Erzählers, darum, wie er immer mehr zu sich und seiner eigenen Identität findet, wie er schon früh Schauspieler werden möchte und engagiert und eigeninitiativ Kontakte in die Schauspielszene knüpft, aber auch sehr viel um sein sexuelles Erwachen und Begehren und erste sexuelle Erfahrungen. Das alles vor dem Hintergrund des Schweigens und Relativierens im Nachkriegsdeutschland.
Über weite Strecken habe ich das Buch sehr interessiert gelesen. Ganz besonders spannend wurde es für mich immer dann, wenn einzelne Szenen den gesellschaftlichen Hintergrund der damaligen Zeit lebendig werden haben lassen und ich ein Gefühl dafür bekommen habe, in was für einem Zwiespalt sich die deutsche Gesellschaft zwischen dieser dunklen Vergangenheit und dem Wunsch, in die Zukunft zu streben, befunden hat, und wie dieser Zwiespalt noch einmal stärker sich in einem jungen Mann zeigt, dessen Mutter selbst von den Tätern verfolgt wurde, der aber gleichzeitig etwa in Frankreich unter der Fremdzuschreibung als "boche" (abwertender Begriff für einen Deutschen) leidet.
Die sexuellen Begehren und Erlebnisse des Jugendlichen und jungen Mannes hingegen waren zwar durchaus authentisch für diese Lebensphase geschildert, haben mich aber beim Lesen nicht so mitgenommen, ebenso wie die Beschreibungen der ersten Kontakte mit dem Theatermilieu. Vielleicht ist mir aber auch beides in dieser Form zu fremd.
Insgesamt ist es ein durchaus solides, lesenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt.
Rezensionen von Petra:
Eigene Fehler
Die Sprache der Drachen von S. F. Williamson
Vivian ist ehrgeizig, in einer Gesellschaft in der nur besondere Fähigkeiten oder Verbindungen das Leben leichter machen, ein Muss. Sie kann verschiedene Drachensprachen und benutzt auch ihre Ellbogen. Bis zu dem Tag an dem ihre Welt aus den Angeln gehoben wird. Sie muss sich entscheiden ob sie ihre Fähigkeiten für eine schlechte Sache einsetzt und damit ihre Familie rettet oder sich verweigert und alles riskiert.
Sie weiß sie hat sich schon einmal falsch entschieden und muss mit dem Gefühl ein schlechter Mensch zu sein leben.
Ein sehr spannendes Buch nicht nur wegen seiner vordergründigen Geschichte. Es steckt auch viel Politik, persönliche Entwicklungen, Geschichte und natürlich etwas Liebe darin.
Mir hat dieses Etwas gefallen, es stand zur Abwechslung mal nicht im Vordergrund sondern war eine Begleiterscheinung der rasanten Ereignisse. Die Aussage das manche Eigenarten der einzelnen Protagonisten nur ihnen gehören und nicht für andere bestimmt sind, war für mich eine der Wichtigsten weil sie sich auf unser alltägliches Leben ohne weiteres übertragen lässt.
Natürlich stand die Spannung im Vordergrund, sie war logisch aufgebaut und entwickelte sich zu einem rasanten Showdown.
Die verschiedenen Figuren waren überzeugend dargestellt, vergleichbare Menschen im realen Leben gibt es in der Vergangenheit genug, vielleicht auch in der Gegenwart.
Ein Buch das für jugendliche und erwachsene Leser gleichermaßen geeignet ist.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine gelungene Fortsetzung
Der Tote am Fluss von Giulia Conti
Die Psychologin Camilla de Salvo und ihr Freund der Carabineri Ennio freuen sich auf ein paar entspannende Tage am Meer. Doch daraus wird nichts, denn am Ufer des Po wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Daneben eine junge Frau, deren Kleidung blutverschmiert ist. Da die Frau kaum ansprechbar ist, wird Camilla zugezogen.
Für die Polizei, in Person von Ispettore Silvia Ruggieri, scheint erwiesen, dass sie den Mann erschlagen hat.
Doch Camilla glaubt nicht daran und beginnt auf eigene Faust und zum Ärger von Ennio zu recherchieren. Dabei entdeckt sie, dass der Tote, Domenico Falcone aus reichem Haus stammt, sich einer Gruppe militanter Gegner der geplanten Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke und dem Schutz von Wölfen verschrieben hat. Die Mutter des Toten, eine Bauunternehmerin und Immobilienmaklerin, gibt Samira, der jungen Frau, die Schuld am Tod ihres Sohnes, weil sie, wie sie behauptet, Domenico verführt hat. Doch Domenico ist Autist mit Aspergersyndrom und hat Schwierigkeiten im Umgang mit Menschen.
Allerdings verhält sich Samira durchaus seltsam, was aber das Interesse von Camilla weckt. Gemeinsam besuchen sie die Baustelle der Hochgeschwindigkeitsbahn und Camilla wird unvermutet mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.
Meine Meinung:
Dieser zweite Krimi mit Camilla de Salvo hat mir gut gefallen. Er enthält alle Zutaten zu einem spannenden Kriminalfall: Natur- und Umweltschützer, ein umstrittenes Bauvorhaben, dessen Auswirkungen nicht kalkulierbar sind, die Angst vor Wölfen, polizeiliche Ermittlungen, die streng nach Vorschrift abgearbeitet werden, ein Toter mit Konflikten in der eigenen Familie sowie eine Frau mit Migrationshintergrund, auch wenn der schon Jahre zurückliegt.
Beim Namen Falcone habe ich kurz gezuckt, verbinde ich ihn doch mit Richter Giovanni Falcone, der von der Mafia ermordet worden ist. Und ja, italienische Baufirmen erwecken immer wieder den Verdacht, in unsaubere Machenschaften verwickelt zu sein. Domenicos Mutter ist ein echter Besen, herrisch, nachtragend und ausländerfeindlich.
Die Autorin schickt sowohl Camilla als auch die Leser auf zahlreiche Fährten, von denen einige in einer Sackgasse enden. Ich habe bald einen Verdacht gehabt, den ich zunächst verworfen habe, um ihn dann in weitere Folge wieder hervor zu kramen. Letztendlich hat er sich dann bestätigt.
Wir Leser schauen der Ich-Erzählerin Camilla über die Schulter und dürfen an ihrem Privatleben teilhaben. Manchmal steht ihre Neugier einer harmonischen Paarbeziehung im Weg. Gut gefällt Camillas Hobby, das Rudern mit Freundin Franca im Zweier auf dem Po. Das ruhige Dahingleiten wirkt als schöner Ausgleich zum hektischen Alltag.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem zweiten Fall für Camilla de Salvo 5 Sterne und freue mich auf einen nächsten Fall.
Rezensionen von Nele33:
seichter Krimi
Vergessen von Elke Pistor
"Vergessen" war für mich das erste Buch der Autorin Elke Pistor.
Ein kleines Mädchen verschwindet, es geschehen kurz hintereinander in Zweifel zu stellende Selbstmorde und Verenas Kollegin verunfallt auf dem Weg zum Einsatzort. Deshalb muss sie nun mit Christoph Todt zusammen arbeiten, ein nicht leichter Charakter und wirkt auf Verena sehr machohaft und dominant.
Der Titel ist Programm. In unterschiedlichen Varianten wird das Thema Vergessen in diesem Kriminalroman beleuchtet. Da ist Ruth, die Großmutter von Verena Irlenbusch, die durch Demenz ins Vergessen verschwindet. Da ist der Fall mit den vermeintlichen Selbstmorden, der Mensch, der vielleicht etwas zur Auflösung des Falls beitragen könnte, hat vergessen, andere wiederum wollten vergessen.
Der Einstieg in die Geschichte war spannend, diese ließ leider im Verlauf der Geschichte doch stark nach. Die Figuren waren interessant gezeichnet, verloren sich jedoch teilweise in Banalitäten. Relativ früh war klar, wer der Täter ist und es kamen dann auch keine überraschenden Wendungen mehr ins Spiel, was mir als leidenschaftliche Krimileserin sehr fehlte. Ruths Erkrankung, deren Konsequenzen und Auswirkungen, die diese auf Verena haben werden gekonnt vermittelt.
Insgesamt ein Krimi, den man schnell weglesen, den ich allerdings unter seichte Unterhaltung verorten würde.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Wundervoller Küstenroman
Insellicht und Wellenglück von Tina Martens
Wie wunderschön und ansprechend kann bitte ein Cover gestaltet sein ? Mir gefällt es sehr, ein richtiges Highlight und ein toller Blickfang im Bücherregal.
So toll das Cover ist, der Roman selbst übertraf meine Erwartungen über alle Maßen : ein tolles Setting, der Schreibstil authentisch und flüssig, so dass das Lesen super leicht fällt und Figuren, die sich schon in den ersten Seiten in mein Herz geschlichen haben – ich bin total begeistert ( merkt man kaum, oder ???? ).
Tina Martens nimmt uns mit auf die wundervolle Nordseeinsel Juist und zaubert einen Roman, der sich super lesen lässt und ich konnte, ehrlich gesagt, das Buch kaum aus den Händen legen.
Für alle, die eine wunderschöne Wohlfühl-Lesezeit suchen, ist dies genau das richtige Buch ! Mich hat die Autorin gepackt und ich bin jetzt schon auf das nächste Buch gespannt.
Eine absolute Herzensempfehlung von mir !!!
Rezensionen von Manfred Fischer, Journalist u. Historiker:
Leseempfehlung ...
Armstrongs Erben von Christoph Seidler
Im Buch befasst sich Christoph Seidler mit dem Wettlauf der Supermächte zum Mond.
An den Anfang stellt Seidler einen Rückblick auf den ersten Wettlauf der USA und der UdSSR (Sowjetunion) bei dem letztere den USA bis zu deren Mondlandung 1969 immer einen Schritt voraus gewesen ist. Dies begann mit dem sog.
"Sputnik-Schock", als die UdSSR 1957 den ersten Satelliten die Erde umrunden ließ. Auch beim ersten Mann und der ersten Frau im All waren die Sowjets den USA voraus.
Es ist spannend zu lesen, zumal Seidler auch politische Fragen behandelt. Etwa ob der Mond weiterhin, wie im Weltraumvertrag des Jahres 1967 festgehalten, von nationalen Interessen unberührt bleiben soll? Er warnt vor den Folgen eines geopolitischen Machtkampfs auf dem Mond, der die Folge dieser Expansion sein könnte.
Rezensionen von ReiShimura:
Ein schreckliches Kapitel der Menschheit kindgerecht und berührend erzählt
Wie ein Foto unser Leben rettete von Maya C. Klinger
Einerseits ist es unfassbar traurig, dass es Kinderbücher zu Themen wie Judenverfolgung, Krieg und Flüchtlingen geben muss. Andererseits bin ich jeder Autorin und jedem Autor dankbar, die sich dieser Aufgabe annehmen und die Themen kindgerecht aufbereiten. Denn auch mein Sohn wird irgendwann in das Alter kommen, wo er Fragen stellt zu diesen Themen, weil er es über die Nachrichten und Gespräche mitbekommt, dass solche schrecklichen Dinge passieren.
Autorin Maya C. Klinger erzählt in diesem Buch die wahre Geschichte der Familie Mandil, welche während des zweiten Weltkriegs aus Jugoslawien flüchten musste. Die Autorin schafft dabei den schmalen Grad das sie zwar nichts verharmlost aber die Kinder dabei auch nicht traumatisiert. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht des zu Beginn des Buches 5jährigen Gavras, der Sohn der Famile Mandil.
Wie nicht anders zu erwarten sind die Sätze eher kurz und einfach gehalten, perfekt für das empfohlene Lesealter von 7 Jahren. Die Schrift hat eine angenehme Größe und ist auch für Kinder, die noch nicht so geübt sind im Lesen oder Vorlesen gut zu entziffern. Den Erzählstil würde ich als sachlich bezeichnen, trotzdem ist die Geschichte sehr berührend und die Emotionen stark spürbar. Trotzdem wirkt das Geschriebene an keiner Stelle kitschig oder übertrieben.
Besonders hervorheben möchte ich auch die aussagekräftigen Illustrationen von Isabel Kreitz. Diese, vor allem auch in Kombination mit den Originalfotografien, die im Buch abgedruckt sind, geben dem Buch noch eine besondere Note.
Wie bereits mehrfach erwähnt handelt es sich bei dem Buch eigentlich um ein Kinderbuch. Ich finde aber, dass dies auch für Erwachsene eine sehr interessante Lektüre ist. Ich für meinen Teil wusste bis dato nämlich nicht, dass Albanien eine große Rolle bei der Rettung von jüdischen Familien gespielt hat.
Ich kann jeden verstehen, der seine Kinder am liebsten von diesen Themen fernhalten möchte und sie vor den Schrecken der Welt verstecken und beschützen möchte. Leider ist dies aber nicht wirklich möglich. Dieses Buch ist dabei eine großartige Möglichkeit Kinder behutsam an diese Themen heranzuführen, ohne befürchten zu müssen, dass diese nach der Lektüre wochenlang Albträume haben werden.
Rezensionen von Lili-Marie:
Wichtiges Thema gut erzählt
Loverboy - Niemand liebt dich so wie ich von Antonia Wesseling
Bei Romance-Thriller bin ich sofort hellhörig geworden, denn das mag ich sehr gerne. Auch das Cover und der dazu passende Farbschnitt haben mich sehr angesprochen. Allerdings hat mir der Thriller Anteil etwas gefehlt. Vielleicht hatte ich auch einfache andere Erwartungen an das Buch.
Der Schreibstil von Antonia Wesseling ist sehr flüssig und bildhaft.
Die Charaktere sowie die Schauplätze konnte ich mir sehr gut vorstellen und mich in die Figuren hineinversetzen. Es hat sich außerdem sehr schnell und gut lesen lassen. Der Spannungsbogen war mal mehr mal weniger vorhanden. Ich mochte auch die abwechselnde Sichtweisen zwischen Vivi, Elias und Lola. Auch die Tagebucheinträge von Vivi haben mir gut gefallen und haben das Buch zwischendurch aufgelockert.
Das Thema "Loverboy" wurde in diesem Buch gut behandelt und war sehr interessant und respektvoll geschrieben. Ich habe mich vorher nie mit diesem Thema beschäftigt und konnte das ein oder andere aus dem Buch mitnehmen. Es ist erschreckend so etwas zu lesen und zu wissen, dass das in der realen Welt wirklich so passiert. Und es ist wichtig, auch auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Das ist der Autorin gelungen.
Lola mochte ich unheimlich gerne. Sie ist sympathisch, immer für ihre Freunde da und kämpft nicht nur für sich. Manche ihrer Handlungen sind sehr halsbrecherisch und unüberlegt.
Mit Elias bin ich das ganze Buch über nicht richtig warm geworden. Woran das lag, kann ich nicht genau sagt. Dennoch ist er ein guter Bruder, der sich um seine Schwester sorgt und ihrer Freundin dabei hilft sie zu finden. Dabei begibt er sich auch das ein oder andere Mal in gefährliche Situationen. Die Liebesgeschichte zwischen ihm und Lola konnte ich nicht fühlen. Woher die Gefühle plötzlich kamen war mir nicht klar und auch die spice Szenen waren etwas too much und haben meiner Meinung nach nicht in dieses Buch gepasst.
Vivi tat mir unfassbar leid, bis zum Ende. Es ist schade was mit Vivi passiert ist.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und die Thematik ist sehr wichtig und toll aufgearbeitet. Mir hat der Thrill-Teil etwas gefehlt, da habe ich mir mehr erhofft.











