Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gaby 2707:
Der große Traum von der Unsterblichkeit
Das Gefühl von Unendlichkeit von Austin Taylor
Für Zoe Kyriakidis, die für ihr Chemiestudium einen Platz an der renommierten Harvard-Universität in Cambridge ergattert, steht die Wissenschaft seit Kindesbeinen an erster Stelle. In einer Vorlesung lernt sie Jack Leahy kennen, einen jungen Mann aus ärmlichen Verhältnissen, der sich aus eigener Kraft an die Elite-Uni gekämpft hat.
Nächtelang diskutieren sie über ihre Forschungen und welches Potential diese haben. Bis sie eines Tages den Durchbruch geschafft zu haben scheinen. Investoren rennen ihnen die Türen ein und überhäufen sie mit Forschungsgeldern. Bis eine Entdeckung Zoes Werte, ihre Träume und vor allem ihre Gefühle für Jack fast zunichte macht.
„Das Gefühl von Unendlichkeit“ ist eines der wenigen Bücher, die mich bei meiner Beurteilung etwas unentschieden zurück lassen. Einerseits bin ich Zoe und Jack sowohl bei ihren Forschungen, als auch in ihrer sich ganz langsam anbahnenden und dann sehr intensiven Liebesbeziehung sehr gerne gefolgt. Andererseits konnte ich mit den vielen Kapiteln und Absätzen und den Fachausdrücken, die die reine Forschung und ihre Ergebnisse beinhalten, so gar nichts anfangen. Hier merkt man, dass Autorin Austin Taylor selbst Chemie studiert hat und genau weiß, wovon sie schreibt.
Die Menschen, mit denen ich es hier zu tun bekomme, konnte ich mir, bis auf wenige Ausnahmen sehr gut vorstellen. Egal ob Sophia, Gabby und Hanna, mit denen Zoe in einer WG lebt, oder Carter, Mitchell, James und Rafael, auf die Zoe in Jacks WG immer wieder trifft. Ob ihre Eltern oder ihr Bruder Alex, der eine Zeit lang in ihrer Firma mitarbeitet, oder die Professoren, die mir immer wieder über den Weg laufen. Alle finde ich sehr menschlich und bildhaft beschrieben. Die meisten davon sind mir auch recht sympathisch.
Auch die vielen verschiedenen Gedanken über das Leben, die sich Zoe sich mit oder ohne Joint macht, und die tiefgehenden Gespräche, die sie nicht nur mit Jack führt, haben mir sehr gut gefallen und auch mich zum Nachdenken gebracht. Einzig die vielen Ausdrücke aus der Biochemie, mit denen ich gar nichts anfangen konnte, haben mir das Lesen hier und da etwas schwer gemacht.
Trotz der kleinen Kritikpunkte habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen. Ein wirklich fesselnder Roman über eine große Liebe und die Frage, wie weit man für seine Träume zu gehen bereit ist.
Rezensionen von spozal89:
war ok - sagt mein Sohn
Eldrador Creatures: Lava gegen Eis von Thilo
Die Eldrador Creatures mag man oder mag man nicht. Wer sie bisher noch nicht kannte, ist sicher über die Handlung im ersten Moment verwirrt. Wir kennen die Schleichfiguren und die dazugehörigen Hörspiele bereits und ich persönlich bin jetzt nicht so der Fan davon. Mein Sohn mag es hin und wieder aber schon sehr gerne, weshalb wir uns dieses Erstleserbuch mal in Augeschein nehmen wollten.
Die Illustrationen sind schön bunt und genauso, wie man die Creatures kennt. Am Anfang findet sich noch eine kurze Erklärung zu den Kristallen und warum hier böse gegen böse kämpft. Die Sätze sind kurz und lassen sich leicht lesen. Mein Sohn ist allerdings auch schon in der zweiten Klasse. Hin und wieder gab es ein paar schwierige Wörter und ich bin mir auch nicht sicher, ob Erstklässer damit klar kämen. Alles in allem sagt mein Sohn, war das Buch ok, hat ihm aber jetzt auch nicht soooo gut gefallen und er würde auch die weiteren Bände nicht lesen wollen. Daher würden wir 2,5 Sterne vergeben und runden auf drei auf.
Rezensionen von spozal89:
Hat mich nicht vom Hocker gehauen
The One I Left Behind von Piper Rayne
Vom Autorenduo Piper Rayne habe ich schon mehrere Bücher gelesen, daher kannte ich bereits deren Schreibstil und ich mochte ihn bisher sehr gerne. Aber bei The One i Left behind hatte ich irgendwie Schwierigkeiten damit. Ich bin einfach nicht gut in die Geschichte reingekommen. Es waren mir zu viele Charaktere, die nur oberflächlich behandelt wurden und die Geschichte allgemein hatte nicht so viele Tiefen, wie andere Bücher, die ich bereits kannte.
Ich hatte gehofft, diesen typischen Gilmore-Girls Kleinstadtflair zu bekommen, aber wurde leider enttäuscht. Zwar waren die Beschreibungen des Ortes super und man konnte sich alles gut vorstellen, aber ich fand es hier mega anstrengend, dass sich alle Bewohner überall eingemischt haben. Ben und Gillians Story hat mich dann leider auch nicht so gepackt. Es war leider ziemlich vorhersehbar und auch hier hat mir deutlich die Tiefe gefehlt. Vielleicht bin ich da einfach zu verwöhnt, da ich ja wirklich viel lese. Schlecht ist die Geschichte auf keinen Fall, aber vom Hocker gehauen hat sie mich jetzt auch nicht. Es ist ein Buch, was man gut zwischendurch lesen kann, was aber nicht wirklich bei mir im Gedächtnis hängen bleiben wird. Daher vergebe ich drei Sterne.
P.S: Das Cover der Printversion gefällt mir total gut. Mein Ebook hatte ein anderes Cover, dass viel älter aussieht und auch nicht mehr zeitgemäß ist. Beim Ebook sind Cover zwar nicht wichtig, aber trotzdem wollte ich es erwähnen.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Eine Reise, die ich so schnell nicht vergesse
Umweg zum Sommer von Stefan Kuhlmann
Ich habe vorab eine wunderschöne Rezension zu diesem Buch gelesen und war sehr neugierig – und, was soll ich sagen ? Ich finde das Buch sooo toll !
Martin und sein Neffe Karl, die beiden könnten sich uneiniger nicht sein, starten gezwungenermaßen zusammen zu einem Trip und der Leser / die Leserin begleitet die beiden „Eigenbrödler“ auf einer Reise, die witzig, turbulent und auch emotional ist.
Mich hat es sehr berührt, wie Karl, mit seiner kindlichen und ungefilterten Art, Martin vor viele Herausforderungen gestellt hat und gleichzeitig immer mehr ein Team aus den beiden geworden ist.
Stefan Kuhlmann hat hier einen Roman geschrieben, der für mich so wunderbar leicht und flüssig zu lesen ist und aus dem ich gleichzeitig ganz viel für mich mitnehmen konnte.
Ein absolut fabelhaftes Buch und eine ganz große Lese-Empfehlung von mir !
Rezensionen von clematis:
Gletschermilch
Das verstoßene Mädchen von Lotte Römer
In einer angesehenen Kaufmannsfamilie wächst Fannerl Nader mit ihren beiden jüngeren Schwestern zur jungen Frau heran. Wie es sich im Jahre 1881 so gehört, knüpft sie unter der gestrengen Aufsicht der Eltern zarte Kontakte zu Johann, dem Sohn eines eleganten Innsbrucker Herrenausstatters. Bevor aber noch Verlobung gefeiert werden kann, verunglückt Fannerls Vater tödlich und hinterlässt einen Schuldenberg.
So sieht sich die Mutter gezwungen, rasch wieder zu heiraten, wobei die Vermählung an eine Bedingung geknüpft ist: Fannerl muss aus dem Haus, denn das Mädchen hat porzellanweiße Haut und auffällig helles Haar, was dem abergläubigen Bräutigam Unglück bringen könnte.
Malerische Szenen rund um den Besuch des Kaisers in Innsbruck, das aufgeregte Tun der wohlhabenden Bevölkerung, die Liebe innerhalb der Familie Nader und die zart beginnende Zuneigung zwischen Fannerl und Johann – schöner könnte dieser bewegende Roman kaum beginnen. Mit vielen außergewöhnlichen Details fesselt Lotte Römer ihre Leser und führt alsbald die böse Wende im vermeintlichen Glück herbei: der künftige Stiefvater will nichts mit Fannerl zu tun haben, die Mutter schickt ihr Kind kurzerhand ins Sellraintal zu den Wäscherinnen, es ist bestimmt das Beste so für alle. Auf einen Schlag steht das Leben des jungen Mädchens auf dem Kopf, statt von Bediensteten verwöhnt zu werden, muss sie nun selbst im eiskalten Wasser, im Sellraintal Gletschermilch genannt, Wäsche für andere waschen, unter einem undichten Dach wohnen und mit einfacher Nahrung vorlieb nehmen.
Bestens recherchierte Wäscherinnenarbeit inmitten des wunderschönen Sellrain neben Figuren, die trotz ihrer harten Schale einen umso weicheren Kern haben beeindrucken in diesem lesenswerten Roman, in dem auch allerlei Gefühle nicht zu kurz kommen. Von mir gibt es jedenfalls eine Empfehlung für Teil 1 der „Töchter aus Innsbruck“.
Rezensionen von clematis:
Der Hüne
Die Wölfe unter uns von Tim Sünderhauf
Richtung Klöpper Mühl im Fichtelgebirge ist Johann mit seinen Eltern und seiner älteren Schwester Anna unterwegs. Dort will die vertriebene Müllerfamilie im Jahre 1630 neu beginnen. Aber der Ort ist sonderbar, es gibt hier – außer einem Säugling – keine Kinder.
Mystisch und voll düsterer Atmosphäre beschreibt Tim Sonderhauf in seinem Roman die Stimmung, die dichten Wälder, das unwegsame Gebirge.
Auch Johann und seine Familie bekommen rasch ein Gesicht. Kurz nach seiner Ankunft begegnet der Bub im Dorf einem wahrhaften Hünen, dessen Aufgabe als Wildhüter es ist, die Ursache für das Verschwinden der Kinder zu ergründen und die immer näher kommenden Wölfe fernzuhalten. Mit einem scharfen Blick fürs Detail wird die Zeit um 1630 zum Leben erweckt, werden die sonderbaren Vorgänge im Ort ergründet. Ist es ein Wolfsrudel, sind es die Zigeuner, oder gar Wiedergänger, die hier ihr Unwesen treiben? Bald verbindet Johann und den Wildhüter Hildner ein unsichtbares Band von Vertrauen, von Gemeinsamkeit, das sie zusammen durch die Gegend streifen lässt. Was werden sie herausfinden? Gibt es überhaupt eine logische Erklärung?
Eher ruhig vom Schreibstil her, aber deshalb nicht minder spannend, begeben wir uns auf eine Zeitreise in ein Land von Söldnern im Krieg, von Gegnern im Namen der Religion. Wer sich nicht darauf versteht, die Zeichen der Natur zu deuten und im Wald zurecht zu kommen, hat es schwer. Und schließlich hält der Autor noch eine verblüffende Wende bereit, die dem Ganzen einen stimmigen Abschluss verleiht. Ungewöhnliche Lesestunden gehen mit dieser Historie jedenfalls einher.
Rezensionen von S.:
Mein Lieblingsmaler
Mein magisches Museum und Vincent van Gogh von Anne Funck
Vincent van Gogh ist einer meiner Lieblingsmaler, seine Werke sind wunderschön. Diese Begeisterung möchte ich gern weitergeben, deshalb musste das Buch über ihn bei uns einziehen.
Die Idee des schusseligen Kurators ( Begriffsklärung!) spricht an, Jeder kann etwas durcheinanderbringen - Kind versteht das gut, möchte helfen.
Das großformatige Buch also ist kindgerecht bis anspruchsvoll. Vieles ist für ein/e 6-Jährige geeignet, z.B. zahlreiche interaktive Aufgaben. Textlastige Seiten sind dann eher für Ältere, Biografisches eignet sich für später. Fazit: Buch nur punktuell lesen, später immer wieder hervorholen.
Sehr gut gefallen die Mitmachseiten; Unterschiede sind zu finden, ein wenig Farbenlehre ist enthalten ( könnte mehr sein), eigener Geschmack und eigene Kreativität sind gefragt. Die Farbenkobolde sind witzig! Fantastisch, was beim eigenen Selbstporträt entstehen kann!
Das finden wir sehr schön: Werke vom Maler himself sind abgedruckt, lassen sich ausführlich betrachten und besprechen.
Ein Buch, das niemals auf einen Rutsch gelesen werden darf, es braucht Zeit und bietet viel!
Rezensionen von Marie aus E.:
Zuckersüße Feel-Good-Romance, love it!
Note to myself: Liebe ist keine Option von Kira Mohn
Alice ist hat alles, was sie sich wünschen kann. Einen erfüllenden Job in einem Kinderbuchladen, richtig gute Freunde und einen gutaussehenden Freund.
Bis sie in ihrer Wohnung ihren Freund mit einer anderen im Bett vorfindet. Und ob das nicht schon schlimm genug wäre, ist die andere auch noch ihre Freundin.
So hat Alice nun einen Ex-Freund und eine Ex-Freundin und macht klar Schiff.
Als erstes fliegt die Matratze ihres Bettes aus dem Fenster und fällt auch noch dem unten vorbeigehenden Lennon auf den Kopf.
Lennon ist Alice nicht gram und sie gehen zusammen etwas trinken. Dann nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Die Story ist einfach Zucker. Ich mochte alles daran. Alice und ihre vielen Listen, die sie zu allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten anfertigt, ihren supertollen Arbeitsplatz in der Kinderbuchhandlung und ihre tollen Freunde und ihre beste Freundin.
Ja, es ist kitschig und unrealistisch, aber manchmal braucht man das und hier passt es einfach richtig gut.
Dazu gibt es noch Ney York-Vibes, deshalb ist das Buch ideal für alle Bücherfreund*innen, New York Liebhabende und vor allem für alle Romantik-Fans, die an die große Liebe glauben.
Hach.
Rezensionen von ReiShimura:
Familiendrama mit Thriller Vibes
Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum von Malin Stehn
Skandinavische Krimis und Thriller waren vor ein paar Jahren plötzlich extrem beliebt. An dem einen oder anderen Krimi habe ich mich versucht und sie durchaus auch genossen. Um die Thriller habe ich, da ich mich selbst, was solche Dinge betrifft, eher als zartbesaitet beschreiben würde, einen großen Bogen gemacht.
Auch bei diesem Buch war ich anfangs unsicher, da es aber laut Verlag, im Bereich Belletristik eingeordnet ist, habe ich ihm eine Chance gegeben.
Die schwedische Autorin Malin Stehn hat sich bei diesem Buch entschieden, dass es aus der Ich-Perspektive erzählt werden soll. Damit die Sicht aber nicht zu einseitig wird, lässt sie die Ereignisse abwechselnd von drei Personen erzählen. Somit darf die Leserschaft tiefere Einblicke in das Seelenleben von Lollo, Nina und Frederik nehmen. Ich persönlich bin mit dem regelmäßigen Wechsel der Perspektive sehr gut zurechtgekommen. Wobei ich mir gewünscht hätte, dass man die Geschichte auch aus Sicht von Jennifer oder Smilla erleben hätte dürfen. Dies ist zwar leider nicht der Fall, dafür gibt es aber einige Rückschauen im Buch und somit erfährt man etwas mehr über die Vergangenheit von Jennifer.
Der Schreib- und Erzählstil von Malin Stehn hat mir wirklich gut gefallen. Sie hat es mit wenigen Worten geschafft, mich mit wenigen Worten in eine graue, kalte und triste Silvesternacht zu versetzen. Und dass, obwohl ich das Buch zum wahrscheinlich unpassendsten Zeitpunkt gelesen habe, nämlich bei knapp 30 Grad Außentemperatur und Sonnenschein. Das Setting des Buches hat mich angesprochen und obwohl ich noch nie in Schweden war, konnte ich die Szenarien vor meinem geistigen Auge sehen.
Mit den handelnden Personen hatte ich da eher Schwierigkeiten. Denn einerseits konnte ich ihre Handlungen und Gedanken bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, aber war andererseits auch genervt von ihnen. Vor allem Frederik und seine weinerliche Art haben mich fast zur Weißglut getrieben. Sein ständiges Gejammer war für meinen Geschmack ein klein wenig übertrieben. Im krassen Gegensatz zu Lollo und Max, die meiner Meinung nach, das Verschwinden ihrer Tochter fast ein wenig zu leichtgenommen hat. Nina habe ich als das Bindeglied zwischen den beiden empfunden, sowohl was ihre Beziehung als auch ihre Gefühle betrifft.
Obwohl ich die Geschichte im Großen und Ganzen sehr interessant und an vielen Stellen auch spannend fand, hat sie sich doch auch ziemlich gezogen. Es wurde lange um den heißen Brei herumgeredet und falsche Spuren und Fährten gelegt, um dann die Auflösung mit einem Paukenschlag niedersausen zu lassen. Das Ende war ganz okay, hat mich aber nur bedingt zufrieden gestellt.
Wer sich auf einen packenden und vielleicht auch blutrünstigen Skandinavienthriller freut, sollte besser die Finger von dem Buch lassen, wenn man keine Enttäuschung erleben möchte. Fans von Familiendramen sollten diesem Buch aber auf jeden Fall eine Chance geben.
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Sticht mitten ins Herz
Das Herzflorett von Marica Bodrozic
Pepsi, die als Kind zwischen Großvater und Tanten herumgeschoben wurde – damals, in der Herzegowina, als die Eltern im fernen Hessen zum Arbeiten waren. Sie wünschte sich nichts mehr als endlich bei den Eltern wohnen zu dürfen. Sie bekam keine Liebe und wenig zu essen von den Tanten. Die Eltern besuchten ihre Kinder, die meist aufgeteilt wurden zwischen den Verwandten, nur im Sommer und mussten jedes Mal sehr bald wieder in den Norden zum Arbeiten.
Als sie endlich schreiben konnte, schrieb sie den Eltern einen Brief, dass sie und ihre Geschwister abgeholt werden und zu ihnen in den Norden, nach Hessen, wollen. Damals war Pepsi acht Jahre alt. Darauf holen die Eltern ihre drei Kinder zu sich nach Hessen in Deutschland.
Das Leben in der Einzimmer-Wohnung in Deutschland, mit dem trinkenden Vater, der ständig rauchte und die Schnapsflasche streichelte, und der Mutter, die vom vielen Putzen rissige Hände hatte, war für Pepsi nahezu unerträglich. Die Eltern hatten keine Zeit für ihre Kinder, sie waren abgearbeitet, müde und lieblos. Pepsi stellte sich immer vor, dass sie bald von dort weggehen und nicht zurückkommen werde. Wenn Pepsi gegen die Mutter aufbegehrte, drohte ihr die Mutter, sie an dem Baum vorm Haus aufzuhängen, mit dem Kopf nach unten, und ein Feuer machen werde, damit ihr Kopf zuerst verbrennt – dieser schlaue Kopf, damit sie endlich merkt, wie gut sie es hat und nicht mehr aufbegehren soll. Und dann gab es die Strafen, schon für kleine oder harmlose Vergehen von Seiten des Vaters: sie mussten auf trockenem Reis knien. Unerträgliche physische und psychische Grausamkeiten von Seiten der Eltern mussten Pepsi und ihre Geschwister ertragen.
Pepsi fand Trost in Büchern, der Natur und zu den Vögeln und zu der für sie neuen Sprache. Pepsi muss vieles aushalten und geht ihren Weg. Alles was Pepsi wissen wollte, schlug sie in einem Lexikon nach. So verstand sie mit der Zeit die Welt und erlangte etwas Bildung. Das Abitur zu machen, verboten ihr die Eltern, sie solle arbeiten gehen.
Pepsi macht eine Ausbildung zur Buchhändlerin.
Die Grausamkeiten, insbesondere von ihrer Mutter, werden durch die poetische Sprache noch entsetzlicher, weil sich der Kontrast zur Welt, in die Pepsi gedanklich flieht, und die zur Realität, auf die sie trifft, noch mehr verdeutlicht.
Was für ein Buch – es sticht Mitten ins Herz! Eines der besten Bücher, die ich gelesen habe.











