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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Ecinev:

Die letzte Kolonie der Menschheit

Lyneham von Nils Westerboer

Mit 12 Jahren erlebt Henry Meadows wie die Menschheit stirbt. Gemeinsam mit seinen Geschwistern und dem Vater ist er in einem Raumschiff auf dem Weg zum Planeten Perm, einem Mond in einem fernen Sonnensystem. Dort werden sie von der Mutter erwartet die als Wissenschaftlerin in einem anderen Raumschiff geflogen ist.

Dort angekommen stellen sie fest, die Mutter war vor langer Zeit schon dort und ist jetzt auf der Suche nach der bestmöglichen Lebensform. Denn der Aufenthalt auf Perm ist giftig und ohne Sauerstöff tödlich. Ohnehin ist die Ankunft nicht so wie sie sich vorgestellt haben. Das Raumschiff stürzt ab und viel zu viele Überlebende drängen sich um die begrenzten Sauersttoff Vorräte.
Eingestreut sind die Erlebnisse der Mutter die sehr wissenschaftlich an die Bedrohung der Menscheit auf die Flora und Fauna des Planeten betrachtet.

Die Geschichte ist teilweise ein richtig spannender Sci-Fi Roman mit einer unfertigen fernen Galaxie und teilweise ein mit wissenschaftlichen Begriffen gespickten Sachbuch. Während es am Anfang noch spannend ist, flacht die Schilderung gegen Ende doch ab. Der Schreibstil ist recht sperrig und konnte mich nicht so recht überzeugen.

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Rezensionen von nil_liest:

Liebe ohne Zukunft, aber mit Tiefe

Chéri von Sidonie-Gabrielle Colette

Es gibt Bücher, die sich lesen, als würde man sie träumen. Sidonie-Gabrielle Colettes Roman Chéri, erstmals 1920 in Frankreich erschienen, ist ein solches Werk – ein Meisterstück subtiler Erotik, gesellschaftlicher Provokation und literarischer Eleganz. In der neuen, glänzenden Ausgabe des Manesse Verlags (übersetzt von Renate Haen und Patricia Klobusiczky, ergänzt um ein erhellendes Nachwort von Dana Grigorcea) wird dieser Klassiker nun einer neuen Lesergeneration zugänglich gemacht – und das mit bemerkenswerter Sorgfalt.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Die fast fünfzigjährige Léa de Lonval, eine ehemalige Kurtisane, lebt in einer dekadenten Welt der Pariser Belle Époque. Seit Jahren verbindet sie eine leidenschaftliche Beziehung mit dem 24-jährigen Fred Peloux, genannt Chéri. Chéri, ein ästhetischer Müßiggänger und Sohn aus gutem Hause, lässt sich durchs Leben treiben – charmant, verwöhnt, launisch. Als er die junge Edmée heiratet, glauben beide, die Trennung würde sie befreien. Doch genau das Gegenteil tritt ein: Die Zäsur wirft sie aus der Bahn und legt frei, wie tief diese „Liaison sans avenir“ tatsächlich war.
Was Chéri so besonders macht, ist nicht nur das Thema – eine Beziehung zwischen einer älteren Frau und einem wesentlich jüngeren Mann, die zur damaligen Zeit als Skandal galt –, sondern die Art, wie Colette diese Geschichte erzählt. Mit einer Sprache, die zugleich sinnlich und messerscharf ist, entwirft sie ein Kammerspiel der Gefühle, das weit über das Erotische hinausgeht. Ihre Figuren sind keine bloßen Typen, sondern komplexe Seelen – widersprüchlich, verletzlich, stolz. Léa ist keine femme fatale, sondern eine Frau, die die Liebe ebenso genießt wie fürchtet, weil sie weiß, dass ihr Verfallsdatum gesellschaftlich längst überschritten ist.
In der exzellenten Übersetzung von Haen und Klobusiczky bleibt Colettes Stil lebendig und nuancenreich. Es gelingt ihnen, den feinen Humor, die melancholische Grundstimmung und das bittersüße Flirren dieser Amour fou zu bewahren, ohne den Text ins Gestelzte kippen zu lassen. Ein Balanceakt, der bewundernswert gelingt.
Das Nachwort von Dana Grigorcea liefert den notwendigen historischen Kontext – nicht nur zur Entstehungsgeschichte des Romans, sondern auch zur Stellung der Autorin in der französischen Literatur und zur Rezeption weiblicher Sexualität im frühen 20. Jahrhundert. Grigorcea öffnet den Blick für die literarische Radikalität Colettes, die mit Chéri nicht nur ein Tabu brach, sondern eine ganze moralische Ordnung infrage stellte.
Colettes Roman steht in einer langen Tradition französischer Literatur, die sich mit Ehebruch, Verlangen und Rollentausch beschäftigt – von Madame de Lafayette über Laclos bis zu Flaubert. Doch Chéri hebt sich durch seinen Ton, seine weibliche Perspektive und seine melancholische Schönheit ab. Léa liebt – und sie überlebt. Sie verzweifelt nicht, sie stilisiert nicht. Sie erkennt, dass Liebe nicht ewig dauert, aber ewig nachhallt. Dass Begehren nicht immer zur Erfüllung führt, aber zur Selbsterkenntnis. Dass Abschiede mehr sagen als Worte.
Ein großartiger Roman, schmal im Umfang, aber tief in der Wirkung. Ein Plädoyer für weibliches Begehren, für das Recht auf sinnliche Erfahrung jenseits der Konvention. Und ein literarisches Fest der Sprache, das in dieser Neuübersetzung neu leuchtet.

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Rezensionen von Daggy:

Nicht so mein Humor

Hat hier wer gelacht? von Sean Hegarty

Der Untertitel lautet „Ein Witze-Bilderbuch für Kinder“ und dazu kann ich zunächst sagen, dass die Bilder von Jim Field wieder hervorragend und sehr witzig sind. Zu der Titelfrage muss ich allerdings sagen, dass keiner außer meiner Freundin Elke gelacht hat. Meine vier Enkelkinder haben beim Vorlesen keine Mine verzogen.

„Was fürchtet der Tausendfüßler am meisten? Dass seine Kinder neue Schuhe brauchen!“ kam gut bei den Erwachsenen an. Dass ein Vogeljunges fragt, warum „meine Spaghetti Augen haben?“ und dabei nach dem Wurm schnappt, war sicher der lustigste Witz.
Ganz zu Ende kam die Frage „Was ist lang und ganz schön teuer?“ und zwei Enkel gaben begeistert die Antwort „Eine Giraffe!“ denn die ist daneben abgebildet, dass sie eine Kette aus dicken Brillis trägt, haben sie nicht wichtig gefunden.
Schade, denn das Cover mit dem Hund im Nadelstreifenanzug hat mich sehr angesprochen. Es handelt sich um Herbert Hund, dessen Job so geheim ist, er weiß selbst nicht, was er tut!“
Tolle Bilder, unlustige Witze, es sei denn man hat den Humor von Elke.

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Rezensionen von Ecinev:

Klassentreffen

Haus Waldesruh von David Krems

Vier ehemalige Klassenkameraden treffen sich nach 15 Jahren in einem abgelegenen Forsthaus das angeblich dem Onkel eines Kameraden gehört. Es werden Regeln aufgestellt schonungslos die Wahrheit zu sagen und ein Geheimnis zu offenbahren. Werden sich alle daran halten?
Zunächst ist die Wiedersehensfreude groß, auch der zufällig dazugekommene Gast den Lea unterwegs aufgegabelt hat, fügt sich ein.

Es wird angestoßen auf einen verstorbenen Schulfreund und erste Geheimnisse offenbart.

Anna beschleicht das Gefühl, dass bei diesem Treffen zu viele Zufälle aufeinander treffen und sie versucht Lea auf ihre Seite zu ziehen. Als später ein Unbekannter das Haus betritt kippt die Stimmung und die grausame Wahrheit kommt ans Licht.

Es ist ein eher ruhiger Roman der sich komplett in der abgeschlossenen Umgebung des Forsthauses abspielt. Der Schreibstil ist ruhig, fast ein wenig zu ruhig, denn Spannung kommt keine auf. Die Personen werden gut beschrieben, jeder hat so sein Päckchen zu tragen. Aus der Grundidee hätte man etwas mehr herausholen können.

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Rezensionen von Daggy:

Reduziert auf drei Farben

Mein allererstes Kontraste-Buch: Fahrzeuge - für Babys von 0-12 Monaten von Baruzzi Agnese

Die Besonderheit dieses Pappbilderbuches liegt darin, dass der Druck auf weißem Hintergrund sich auf die Farben Schwarz und Rot beschränkt. Das soll die visuellen Wahrnehmung in den ersten Lebensmonaten nach Montessori fördern.
Ich kann nicht beurteilen, ob Babys die Bilder dadurch besser oder genauer sehen.

Allerdings sind die Bilder einfach gehalten, so ist auf vielen Seiten ist nur ein Fahrzeug zu sehen. Es beginnt mit einem Krankenwagen, der mit einer runden Schweizer Fahne verziert wurde. Danach ist ein Hubschrauber zu sehen und auf der nächsten Doppelseite folgen viele kleine Autos, drei weiße, drei rote und die restlichen sind schwarz. Feuerwehrauto und Bus folgen, dann geht es weiter mit Zweirädern. Flugzeuge und Schiffen sind ebenfalls vertreten.
Ich halte die Altersangabe für sehr gewagt und finde, dass auch ältere Kinder sicher gerne in dieses Buch schauen und die Fahrzeuge benennen werden.
Viele Fahrzeuge, wenig, das vom Eigentlichen ablenkt, ein Bilderbuch zum Anschauen, das ganz ohne Worte auskommt.

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Rezensionen von Daggy:

Logomagisch gut zu lesen

Holly Holmes und das magische Detektivbüro - Zweiter Fall: Das Geisterschiff von Michael Peinkofer

Holly, die nicht nur Holmes heißt, sondern auch eine Nachfahrin des großen Detektiv sein will, ist in ihrer üblichen Montur und Lupe auf dem Cover zu sehen. Auf ihrem Rücken sitzt ihr Plüschtier Dr. Watson, ein lebendiges, kurzsichtiges Schwein, dass sie mit seinen tollen Ideen sehr unterstützt.

Jenny und Percy, die Hand in Hand vor dem Geisterschiff stehen, sind die Kinder des Polizisten und alle zusammen sind „Das magische Detektivbüro“.
Dazu muss man wissen das Marville eine magische Stadt ist, in der ständig Ungewöhnliches geschieht. Diesmal hat der Leuchtturmwärter eine Geisterschiff gesichtet und Käpt´n Kalfater, der alte Pirat, soll an Land gegangen sein. Doch seiner Anzeige wird wenig Beachtung geschenkt, nur die Detektive interessieren sich dafür und machen sich auf den Weg ins Museum, um zu recherchieren. Dort erfahren sie aber, dass das Logbuch des Piratenschiffes gestohlen wurde. Da bleibt den drei Kindern und dem Plüschschwein nichts anderes übrig, sie müssen in der Nacht zu Strand.
Magisch sind die Vorgänge und voller Spannung. Die Karte von Marville sehen wir vorne und hinten im Buch und so konnte ich mich ganz gut orientieren, die Protagonisten werden am Anfang kurz vorgestellt und am Ende gibt es noch Rätsel, Tipps und eine Anleitung für den magischen Alleskleber, der im Buch eine wichtige Rolle spielt.
Und ehe ich es vergesse, es gibt ein Lesebändchen und die liebe ich sehr.

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Rezensionen von Daggy:

Eine gut lesbare Biografie von Astrid Lindgren

Astrid Lindgren von Manfred Mai

Die Biografie von Astrid Lindgren wurde hier in einem dünnen Büchlein untergebracht und trotzdem habe ich das Gefühl, dass das Wichtigste aus ihrem Leben hier zu lesen ist.
Das Cover zeigt die berühmte schwedische Autorin zusammen mit ihrer bekanntesten Figur, der Pipi Langstrumpf, wie ich sie aus den Filmen der 1970 Jahre kennen.

In 16 Kapiteln geht es durch die 94 Lebensjahre der Autorin. Ihre Kindheit verbrachte sie in Vimmerby auf einem Bauernhof, ein Vorbild für die Kinder von Bullerbü, wo auch ihr älterer Bruder das Vorbild eines Jungen abgab. Bücher faszinierten die kleine Astrid schon früh und deshalb wollte sie schnelle erlernen, was diese Schnörkel auf den Seiten bedeuten.
Die einzelnen Kapitel sind kurz und es gibt immer wieder Bilder aus der Zeit, zunächst aus der Kindheit und zum Schluss Fotos, die zeigen, wie hoch dekoriert Astrid Lindgren war. Dabei war sei eine Frau, die Kritik anbrachte, denn sie es nötig befand und die sich immer wieder für Kinder und ihre Rechte einsetzte.
Keine 100 Seiten zu lesen und so viele tolle Informationen, ein Buch, dass hoffentlich viele Kinder lesen werden, denn es handelt von einer Frau, die es nicht immer leicht hatte und die trotzdem stark durchs Leben ging. Wie ich finde, ein echtes Idol!

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Rezensionen von Daggy:

Ungewöhnlich und bewegend

Engel der letzten Nacht von Nils Mohl

Auf dem fast weißen Cover (es hat zarte kleine graue Sprenkel) sehen wir den 17-jährigen Kester, der gerade sein Abiturzeugnis bekommen hat mit einem brennenden Bengalo in der Hand.
Kester ist der Junge, dem immer alles gelang in der Schule, der ohne große Schwierigkeiten alle Aufgaben lösen konnte und der nun die Nacht nach der Zeugnisvergabe zu einer besonderen machen möchte.

Weil seine Freundin Blanka ihn gedrängt hat, ist er mit den Jugendlichen aus seiner Klasse am Stand unterwegs. Es wird getrunken und herumgeschwafelt. Doch Kester hängt sich immer wieder daran auf, dass die Nacht eine besondere, einzigartige werden soll. Muss sie dann auch zwangsläufig die letzte sein? Die anderen wollen feiern und die Nacht genießen, vielleicht später bei Klassentreffen davon schwärmen, doch Kester ist es Ernst. So fährt er mit Blankas Auto nach Hamburg, dort will er erleben, wie es ist im legendären Bunker zu feiern und zu tanzen. Denn bisher hat er davon nicht viel gehalten seine Freizeit so zu verbringen. In Hamburg begegnet er Bruno, der behauptet ein Engel zu sein.
Wie in Sarah Jägers Buch „Die Nacht so groß wie wir“ geht es um die Nacht nach der Abiturzeugnisvergabe, die ja wohl für die jungen Menschen, für die nun ein ganz neuer Lebensabschnitt beginnt, eine ganz besondere ist.
Aber Kester weiß nichts mit seiner Zukunft anzufangen, er hat keine Pläne und ob er auch weiter „Kester, mein Bester“, der alles kann und weiß, sein wird, ist für ihn fraglich. Die Party der anderen macht ihm keinen Spaß und deshalb will er das ausprobieren wovon Blanke immer schwärmt, im Bunker tanzen und alles um sich herum vergessen. Er mag nicht tanzen und kann es auch nicht, trotzdem will auch er dieses Gefühl spüren.
Das Buch hat mehrere Abschnitte, die immer durch graue Seiten abgeteilt sind. Während Kester auf den weißen Seiten erzählt, ist der Text der grauen Seiten neutral geschrieben. Die nächste Geschichte fängt früher an als die vorhergehende und das macht das Lesen noch einmal spannender.
Kester ist ein Jugendlicher, der sucht und der seiner Sehnsucht nach dem Tod Ausdruck verleiht, der Gefühle nicht zulassen will und er dadurch noch verletzlicher ist. Keine einfache Lektüre, mit der man sensible Leserinnen und Leser nicht allein lassen sollte.

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Rezensionen von Daggy:

Neurodiversität hervorragend erklärt

Richtig anders - anders richtig von Kathrin Köller; Irmela Schautz

Neurodivergent ist ein Begriff, den ich in letzte Zeit häufiger höre. Diese Buch erklärt auf sehr verständliche Weise, was dahintersteckt.
Zunächst habe ich verstanden, dass unser Gehirne nicht alle gleich funktionieren und das, das, was ich denke oder wie ich eine Situation erlebe, nicht für alle gilt.

So gibt es einen Leitfaden „DSM-Diagnostischer und statistischer Leitfaden psychischer Störungen“ der alle diese Hirne beschreibt. Wobei der Begriff Störung schon sehr störend ist, denn anders zu funktionieren bedeutet ja nicht, dass da eine Störung vorliegt.
Es wurden mir viele Menschen vorgestellt, deren Diagnose ADHS, Autismus, LRS oder Dyskalkulie lautet. Sie haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht und erklären hier welche Schwierigkeiten sie bewältigen mussten. Eine davon ist sicher die späte Diagnose, die dann endlich erklärt, warum sie sich anders fühlen.
Gut gefielen mir die „Ratschläge“ im Umgang mit Neurodiversität, denn oft machen wir mit unserer vermeintlichen Hilfe, die Situation noch schlimmer. Eine Doppelseite ist auf dem Kopf gedruckt und hier werden wir Neurotypischen zur Ausnahme, ein tolle Idee, die unserer „Normalität“ in Frage stellt.
Einige Illustrationen springen mich förmlich an, kleine Sacherklärungen geben schnelle Auskunft, die Denkweisen werden beschrieben und es war für mich sehr faszinierend zu lesen, mit welchen Problemen da gekämpft wird.
Sicher bin ich jetzt keine Fachfrau auf dem Gebiet, aber ich werde im Umgang mit meinen Mitmenschen nicht immer mich als Maßstab nehmen, sondern mal versuchen andere Gehirne zu verstehen.
Ich möchte das Buch besonders Erzieher*innen und Lehrer*innen ans Herz legen, denn sie sind es, die neurodivergenten Menschen das Leben erleichtern können.

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Rezensionen von nil_liest:

Kats Märchenschatz – ein feines Geschenkbuch

Lieblingsmärchen von Kat Menschik; Hans Christian Andersen

Es beginnt wie ein leises Flüstern aus Kindertagen: Das Knistern einer alten Märchenseite, das Funkeln vergilbter Sterne über einem Hof aus Tinte, das leise Trappeln eines Hundes mit tellergroßen Augen durch die Gedankenwelt. Und dann schlägt man das Buch auf – Kat Menschik illustriert die schönsten Märchen von Hans Christian Andersen – und wird augenblicklich in ein Farbenreich katapultiert, das zugleich nostalgisch wie visionär wirkt.

Menschik macht hier mehr als bloß Märchen bebildern – sie inszeniert sie. Wie ein Bühnenlicht fällt ihr Zeichenstift auf Details, die in unserer Erinnerung verblasst waren. Aus einem einfachen Entlein wird eine Figur mit echtem Herzklopfen, aus einer Prinzessin auf einer Erbse eine Studie weiblicher Stärke und Sensibilität. „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ brennt sich förmlich in die Seele – ohne jede Sentimentalität, sondern mit der zarten Wucht ehrlicher Anteilnahme.
Besonders bezaubernd ist, dass sich in diesem Band Vergangenheit und Gegenwart die Hand reichen: Menschiks erstes Buchprojekt, ein Unikat für ihre Mutter gezeichnet, wird hier als Faksimile abgedruckt – eine Zeitreise in die Anfänge einer mittlerweile ikonischen Illustratorin. Wer genau hinsieht, erkennt schon dort den Kern ihres späteren Stils: verspielt, pointiert, manchmal leicht grotesk, immer aber voller Liebe zum Detail und zur erzählten Welt.
Auch das Puppenspiel am Ende – „Die Nachtigall“ – ist mehr als ein nettes Extra: Es lädt ein zum Nachspielen, zum Weiterträumen, zum Märchenerleben mit Händen und Stimmen. Und wer sich traut, die Figuren auszuschneiden (oder sie lieber kopiert), erhält eine Bühne für das eigene Wohnzimmer – ein Fest für Fantasie und Kindheitsträume.
Der Band ist ein Gesamtkunstwerk. Vom geprägten Leineneinband über den pastellblauen Buchschnitt bis zu den ausdrucksstarken Illustrationen ist alles ein Erlebnis für Auge und Herz. Und ja, auch für die Seele. Denn was Andersen einst über das Leben sagte – dass es selbst das wunderbarste Märchen sei – trifft hier auf Menschiks Kunst in vollendeter Form.
Fazit:
Ein Buch wie ein Kaleidoskop der Gefühle. Nostalgie trifft auf moderne Grafik, alte Märchen flackern in neuem Licht. Wer Andersen liebt – oder Kat Menschik –, wird sich diesem Band nicht entziehen können. Ein Lieblingsbuch. Und eines, das selbst ein Märchen geworden ist.

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