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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Natalie:

Spannender Thriller

Eine von uns von Samantha Hayes

Gina ist unglaublich dankbar, als sie mit ihrer kleinen Familie bei Annie, einer Kindheitsfreundin, unterkommen kann. Ihr Haus ist vor Kurzem abgebrannt, wird derzeit renoviert und sie können in Annies Abwesenheit in deren Haus wohnen. Als kurz darauf Mary vor der Tür steht, lässt Gina sie ohne Bedenken rein… sie soll laut Annie absolut vertrauenswürdig und eine tolle Haushälterin sein.

Doch irgendwas stört Gina immer mehr an Marys Verhalten, bis sie es jedoch greifen kann, ist es eigentlich schon zu spät und plötzlich bekommen die Erinnerungen an eine grauenhafte Nacht aus ihrer Jugend eine ganz andere Bedeutung…

Der Thriller baut sich in zwei Erzählsträngen aus Ginas und Marys Sicht auf, wobei auch Vergangenes eine wichtige Rolle spielt. Durch den Perspektivenwechsel bekommt man beim Lesen zwar einen Eindruck davon, kann es aber nicht wirklich zuordnen. Teilweise entstehen so auch mehr Fragen, als man Antworten bekommt und der Spannungsbogen ist konstant gegeben. Durch die vielen zwischenmenschlichen Situationen, welche beschrieben werden, entstehen zwar ein paar kleinere Längen, welche aber für den Gesamteindruck der Geschichte durchaus wesentlich sind und mich somit nicht wirklich gestört haben. Ab einen gewissen Zeitpunkt hatte ich eine Vermutung, wohin es gehen wird, die sich auch bestätigt hat, jedoch hatte das Ende nochmal richtig viele unerwartete Wendungen zu bieten, die ich nicht kommen sehen habe. Ein Thriller, der mich gut unterhalten hat.

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Rezensionen von Goejos:

Abschied und Neubeginn

Noch fünfzig Sommer mehr von Avril Maury

Ein Buch, welches Alles vom Leben beinhaltet. Unbeschwerte Jugend bei den Großeltern, glückliches Leben am Land. Die erste große Liebe, dann der erste große Rückschlag. Doch das Leben geht weiter und auch das Glück kehrt zurück. Aber für nicht lange. Und damit beginnt die eigentliche Handlung.

Wie kann man, nach solchen Rückschlägen wieder in einen geregelten Lebensablauf finden. Kan man sein ersehntes Glück wieder bekommen. Avril Maury gelingt es in diesem Buch auf wundersame und glaubhafte Weise eine Geschichte einer echten und schicksalhaften Liebe wiederzugeben. Ohne falschen Pathos oder Gefühlsduselei. Der Leser kann mit den Hauptpersonen mitfühlen, mitlachen oder mitleiden. Vor Allem die Blumenleidenschaft wird hier dramatisch übermittelt. Ein Buch, welches den Leser nicht nur fesselt, sondern auch nachdenklich stimmt. Was will man mehr.

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Rezensionen von MariasBooks:

Eine Kulinarikreise durch Europa in horny und queer.

The Pairing von Casey McQuiston

Zum Buch
The Pairing ist ein in sich geschlossener Einzelband aus der Feder von Casey McQuiston. Das Buch ist im Knaur Verlag erschienen.

Erwartung
Ich habe bereits die anderen Bücher von Casey gelesen, weshalb ich sehr gespannt auf dieses Buch war.

Design
Das Cover ist schlicht, aber mit viel Liebe zum Detail gestaltet.

Es werden viele Handlungsorte des Buches, dessen Haupthandlung ja eine Reise durch Europa ist, bildlich dargestellt.

Inhalt
Die beiden Hauptcharaktere des Buches sind Kit und Theo. Die erste Hälfte des Buches ist aus Theos Perspektive geschrieben, die zweite Hälfte aus der von Kit.

Durch Zufallen landen sie ein paar Jahre nach ihrer Trennung auf der gleichen Kulinarikreise, die sie zuvor durch eben diese Trennung nicht mehr wahrnehmen konnten.

Bereits von der ersten Seite spürt man die aufgeladene Spannung zwischen den beiden. Um diese abzubauen, starten sie einen Wettbewerb, wer auf der Reise mehr andere Personen abschleppen kann.
Diese sexuell aufgeladene Stimmung zieht sich dann durch das ganze Buch.
Auch wenn das Buch einen sehr humoristischen Ton hat und sich vom Feeling der Reiseorte sehr nach den Büchern von Julie Caplin anfühlt, ist diese Tension ein Hauptpunkt der Handlung. Hier werden sich vermutlich die Geister scheiden.
Ich persönlich fand es ok, aber wäre mit etwas weniger Hornyness auch zufrieden gewesen. Zudem wurden die beiden trotz ihres jungen Alters als regelrechte Sexgottheiten dargestellt, was manchmal etwas komisch wirkte.

Was mir hingegen gut gefallen hat, war der lockere Schreibstil, der sich nach einer angenehmen Urlaubslektüre für den Strand angefühlt hat.
Zudem fällt auf, dass sich die Autorin sehr viel Mühe mit der Recherche zu den ganzen Kulinarik-Themen gemacht hat.

Das Buch ist für Fans von Kulinarik und traumhaften Orten in Europa, second chance, Tension, viel aber moderaten Spice. Das Buch beinhaltet gender Identitätsfindung und verwendet verschiedene Pronomen.

Fazit: Wer ein lockeres, queeres Sommerbuch sucht und zudem Caseys Schreibstil mag, wird auch dieses Buch mögen. Man beachte meine oben genannte Kritik, an der sich, wie gesagt, die Geister scheiden werden.

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Rezensionen von goejos:

Abschied und Neubeginn

Noch fünfzig Sommer mehr von Avril Maury

Ein Buch, welches Alles vom Leben beinhaltet. Unbeschwerte Jugend bei den Großeltern, glückliches Leben am Land. Die erste große Liebe, dann der erste große Rückschlag. Doch das Leben geht weiter und auch das Glück kehrt zurück. Aber für nicht lange. Und damit beginnt die eigentliche Handlung.

Wie kann man, nach solchen Rückschlägen wieder in einen geregelten Lebensablauf finden. Kan man sein ersehntes Glück wieder bekommen. Avril Maury gelingt es in diesem Buch auf wundersame und glaubhafte Weise eine Geschichte einer echten und schicksalhaften Liebe wiederzugeben. Ohne falschen Pathos oder Gefühlsduselei. Der Leser kann mit den Hauptpersonen mitfühlen, mitlachen oder mitleiden. Vor Allem die Blumenleidenschaft wird hier dramatisch übermittelt. Ein Buch, welches den Leser nicht nur fesselt, sondern auch nachdenklich stimmt. Was will man mehr.

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Rezensionen von Goejos:

Abschied und Neubeginn

Noch fünfzig Sommer mehr von Avril Maury

Ein Buch, welches Alles vom Leben beinhaltet. Unbeschwerte Jugend bei den Großeltern, glückliches Leben am Land. Die erste große Liebe, dann der erste große Rückschlag. Doch das Leben geht weiter und auch das Glück kehrt zurück. Aber für nicht lange. Und damit beginnt die eigentliche Handlung.

Wie kann man, nach solchen Rückschlägen wieder in einen geregelten Lebensablauf finden. Kan man sein ersehntes Glück wieder bekommen. Avril Maury gelingt es in diesem Buch auf wundersame und glaubhafte Weise eine Geschichte einer echten und schicksalhaften Liebe wiederzugeben. Ohne falschen Pathos oder Gefühlsduselei. Der Leser kann mit den Hauptpersonen mitfühlen, mitlachen oder mitleiden. Vor Allem die Blumenleidenschaft wird hier dramatisch übermittelt. Ein Buch, welches den Leser nicht nur fesselt, sondern auch nachdenklich stimmt. Was will man mehr.

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Rezensionen von Petra:

Schlesien gestern und heute

Die Verlorene von Miriam Georg

Mir ist die Autorin schön von anderen historischen Romanen bekannt. Immer spannend und gut recherchiert geschrieben. Bei diesem Buch hat sie sich selbst übertroffen. Jede Figur vor allem die Frauen stehen neben mir beim Lesen., als ob sie mir zusehen wie meine Emotionen über mein Gesicht gleiten.

Freude bei dem Gedanken endlich schwanger zu sein, auch die Angst davor. Die Angst vor der Entdeckung, die Sorge um die Familie, das Grauen vor dem Krieg und seine Folgen. Es ist als ob das Buch mich eingesogen hat und ich alles erlebe was Louise, Änne, Laura, Ellen und die anderen mit gemacht haben. Es geht nicht nur um die Jahre des Krieges sondern auch um die Folgen für die Generationen danach. Vor allem die Sprachlosigkeit unserer Großmütter die die schlimmste Opfer und Folgen ertragen mussten. Ich könnte auch nicht darüber reden. Daher müssen wir Jüngeren eigentlich Verständnis haben, das ist schwierig denn wir fühlen uns verletztt von dem Schweigen, der ungewollten Lieblosigkeit der Altvorderen..
Die Autorin erzählt in zwei Zeitebenen die Kriegsjahre in Schlesien bis zum Ende ist dort wenig zu spüren, außer dass die Männer an der Front sterben, und die Verfolgung anders Denkender, Juden oder Menschen mit Handicap verfolgt werden, ist hier bis auf die viele Arbeit fast eine heile Welt, die Kinder werden sogar aus den Städten dorthin in Sicherheit gebracht. In der Gegenwart 2019 versuchen Laura und ihre Mutter Ellen das Leben von Änne ihrer Großmutter und Mutter nach ihrem Tod nach zu vollziehen. Unmöglich weil ihnen Änne anscheinend Lügen erzählt hat, wenn sie denn überhaupt gesprochen hat. Auf der Reise in das heutige Polen klären die beiden die vielen Fragen und finden Erklärungen für Ännes Verhalten.
Die Autorin hat sehr viel Empathie in ihr Buch gelegt. Zwischen den Zeilen steht sehr viel Verständnis auch für die Fehler die die eine oder andere Person macht. Sie werden nicht entschuldigt sondern so verstanden, dass wäre die Situationn eine andere gewesen, wäre nichts passiert.

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Rezensionen von Marie aus E.:

Etwas zäh

Teddy von Emily Dunlay

Ich habe die Hörbuch-Version des Buches gehört und Cathlen Gawlich hat es sehr gut eingesprochen. Ich fand, dass sie die verschiedenen Charaktere gut dargestellt hat und es war angenehm, ihr zuzuhören.

Zum Inhalt:
Es geht um Teddy, US-Amerikanerin aus reichem Hause, frisch verheiratet und mit ihrem Mann gerade nach Rom gezogen.

Ihr Mann arbeitet dort in der amerikanischen Botschaft und von Teddy wird erwartet, dass sie die perfekte Gattin ist.
In ihrer Vorstellung beinhaltet das glamourös, diskret, perfekt gekleidet und unerbittlich höflich zu sein.

Anfangs werden wir mitgenommen in das Rom aus 1969 in die sogenannte bessere Gesellschaft, allerdings völlig isoliert auf die Botschafts-Bubble.

Aufgezogen ist alles in einem Verhör, dem Teddy unterzogen wird und in dem sie das alles erzählt - und natürlich noch viel mehr.
Denn Teddy hat eine dunkle Vergangenheit und nach und nach erfahren wir auch mehr über ihre Familie.
Es tun sich Abgründe auf, mehrfach.

Allerdings fand ich die Erzählweise ganz schön zäh. Die Verhörsituation, aus der sich nur tröpfchenweise die Vergangenheit erschließt, viele Wiederholungen und aus meiner heutigen Sichtweise sehr viele langweilige Nichtigkeiten in Teddys Alltag. Wahrscheinlich als Stilmittel gedacht, denn sie transportieren wunderbar die Eintönigkeit und Ödnis in Teddys Leben als Ehefrau. Denn mehr ist sie für die Gesellschaft nicht, obwohl sie einen Studienabschluss hat und in der Botschaft arbeitet.

Insgesamt hat mich auch Teddys Naivität genervt. Was sie da so abzieht und wo ihre Prioritäten liegen, wie sie von einem Schlamassel in das nächste stürzt, das war schon etwas stark aufgetragen.

Was mit wiederum gut gefallen hat, waren die politischen Verzwickungen und die Abgründe der Familie um Teddy. Auch die Darstellung, wie sehr das Leben von Erwartungen geprägt war, die zu erfüllen sind und welchen Preis man dafür zu zahlen bereit war.

Eine krasse Geschichte, die zwar Längen hatte und bezüglich Teddys Persönlichkeit für mich auch nicht ganz rund, aber dennoch auch faszinierend war.

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Rezensionen von nil_liest:

Zwischen Nachtwache und Tagträumen

Der Schlaf der Anderen von Tamar Noort

Nach dem gefeierten Debüt Die Ewigkeit ist ein guter Ort, mit dem Tamar Noort Publikum und Kritik gleichermaßen für sich gewann, legt die Hamburger Literaturpreisträgerin (2019) nun mit Der Schlaf der Anderen ihren zweiten Roman vor – und beweist erneut, dass sie eine besondere Stimme in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ist.

Wo ihr Erstling mit leiser Melancholie von Lebensentwürfen und Sehnsüchten erzählte, taucht sie nun noch tiefer in das Zwielicht der Zwischenräume ein – zwischen Wachsein und Schlaf, Funktionieren und Scheitern, Nähe und Fremdheit.
Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen: Janis, die nachts als Aufsicht im Schlaflabor arbeitet, und Sina, eine Lehrerin, die durch Schlaflosigkeit und Lebensüberdruss an ihre Grenzen gerät. In einer schlaflosen Nacht kreuzen sich ihre Wege. Was zunächst wie ein flüchtiges Zusammentreffen erscheint, wird zum Auslöser eines feinen, fast schwebenden Romans über Selbstverlust, Freundschaft und die stille Rebellion gegen ein Leben im Takt der anderen.
Janis und Sina sind wie Gegenpole eines Lebenskompasses. Die eine hat sich dem Rhythmus der Nacht verschrieben, lebt zurückgezogen und scheinbar souverän im Stillstand. Die andere taumelt durch einen geregelten Alltag, der sie systematisch zermürbt: Ehemann, Kinder, Schule – die Rollen, die Sina innehat, füllen sie längst nicht mehr aus, sie engen sie ein. Tamar Noort gelingt es mit großer Empathie, beide Perspektiven greifbar zu machen. Dabei bedient sie sich eines klugen stilistischen Kniffs: Während Janis in der Ich-Perspektive spricht, wird Sinas Geschichte aus der dritten Person erzählt – ein literarischer Spiegel ihrer jeweiligen Selbstwahrnehmung.
Die Beziehung der beiden Frauen ist von Anfang an fragil, beinahe flüchtig, und doch hinterlässt sie Spuren. Ihre zarte Freundschaft ist kein Paukenschlag, sondern ein leiser Akkord, der lange nachhallt. Tamar Noort braucht keine großen Gesten – sie schreibt eindringlich, atmosphärisch dicht und mit dem feinen Sensorium für das Unausgesprochene. Es ist diese stille Kraft, die schon Die Ewigkeit ist ein guter Ort auszeichnete – und die auch Der Schlaf der Anderen durchzieht.
Die Erzählung kratzt nie nur an der Oberfläche. Tamar Noort schafft es, existenzielle Themen wie Burnout, weibliche Unsichtbarkeit und emotionale Isolation in einen poetischen Kontext zu setzen, ohne je ins Pathetische abzurutschen. Stattdessen legt sie feine Schichten der Innenwelt frei – mit einem Schreibstil, der klar, sinnlich und stets voller Respekt für ihre Figuren bleibt.
Das Cover – eine nachdenklich dreinblickende Frau mit Teetasse (mit zu großen Händen?) – trifft den Ton des Romans perfekt: Der Schlaf der Anderen ist ein Buch, das innehalten lässt. Es lädt ein, Fragen zu stellen, ohne zwingend Antworten zu geben. Und es erinnert uns daran, dass nicht jede Veränderung laut beginnt – manchmal reicht eine Begegnung in der Nacht, um alles in Bewegung zu setzen.
Tamar Noort hat mit ihrem zweiten Roman ein stilles, kraftvolles Werk geschaffen, das lange nachwirkt. Der Schlaf der Anderen ist keine leichte Lektüre – aber eine, die mit großer Genauigkeit von den Zumutungen des Alltags erzählt und der Kraft der Zwischenmenschlichkeit.

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Rezensionen von Novalie:

Spannender Ansatz

Entromantisiert euch! von Beatrice Frasl

Spannender Ansatz
In „Entromantisiert euch!“ nimmt Beatrice Frasl ein bisschen unsere Gesellschaft auseinander.
Dass die heterosexuelle monogame Liebesbeziehung für Frauen eher ein schlechter Deal ist, ist mittlerweile schon bekannt. Trotzdem kommen wir irgendwie nicht von der Vorstellung davon los.

Für mich war Dating immer wie ein Schauspiel mit verschiedenen Rollen oder ein Vorstellungsgespräch für einen Job, den man eigentlich nicht will. Wirklich tiefe zwischenmenschliche Beziehungen habe ich eher unter Freund:innen. Unsere Freundschaften gehen so weit, dass es schwer wäre, mit einem Fremden in einer Partnerschaft, ein ähnliches Vertrauensniveau zu schaffen. Und doch ist unsere Welt auf der Vorstellung einer heterosexuellen monogamen Beziehung als Idealbild aufgebaut.
Das fühlt sich irgendwie falsch an.
Das Buch ist etwas einseitig, aber die Gegenseite hat schon genug Raum bekommen und die Lesenden können den Inhalt bestimmt selbst einordnen.
Eigentlich ist das Buch überhaupt kein Appell an die Abschaffung der Liebe, sondern eher ein Aufruf zur Liebe, aber eben nicht zur romantischen, sondern zur freundschaftlichen.
Ich war nicht immer zu 100% derselben Meinung wie die Autorin, aber ich habe das Buch gerne gelesen und es hat meinen Horizont erweitert. Ich habe mich auch sehr verstanden gefühlt. Manche Bücher kommen einfach zum richtigen Zeitpunkt.

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Rezensionen von nil_liest:

Durch Schmerz und Hoffnung

Kankos Reise von Rin Usami

Ich lese gerne asiatische Literatur – sie öffnet oft Türen in innere Welten, in denen nicht das Gesagte, sondern das Ungesagte am lautesten spricht. Kankos Reise von Rin Usami ist so ein Buch. Schmal im Umfang, aber inhaltlich schwergewichtig. Es erzählt von Kanko, einer 17-Jährigen, die in einem fragilen, dysfunktionalen Familiensystem ihren Platz sucht – und fast daran zerbricht.

Ihre Mutter trinkt, seit einem Schlaganfall ist sie verändert; der Vater ist gewalttätig, die Brüder längst ausgezogen. Kanko bleibt. Weil sie noch zur Schule geht, weil sie nicht anders kann, weil das Leben manchmal einfach nicht die Wahl lässt.
Was mich tief beeindruckt hat, ist der Ton des Buches – leise, beinahe zurückgenommen, und gerade deshalb umso eindringlicher. Die Sprache ist schlicht und präzise, der Schmerz sitzt zwischen den Zeilen. Große Emotionen werden nicht benannt, sondern gespürt. Dialoge gibt es kaum – stattdessen Gedanken, Bilder, Erinnerungsfetzen, die sich langsam zu einem erschütternden Familienporträt zusammensetzen.
Auf einer Reise zur Beerdigung der Großmutter wird das fragile Gleichgewicht innerhalb der Familie auf die Probe gestellt. Es ist keine klassische Entwicklungsgeschichte – nichts wird „gelöst“, niemand wird „gerettet“. Und trotzdem entsteht eine Ahnung von Veränderung, ein zarter Hoffnungsschimmer im Grauschleier.
Mich hat das Buch bewegt. Nicht auf eine laute, dramatische Art – sondern auf die Weise, wie ein Lied, das man fast nicht hört, lange nachklingt. Für alle, die sich für psychologisch feine, stille Literatur interessieren, die Schmerz nicht scheut und Nähe im Schweigen findet, ist dieses Buch eine Entdeckung.
Wunderbar sprachlich aus dem Japanischen ins Deutsche übertragen von Luise Steggewentz.

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