Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Rinoa:
Nicht ganz meins
Haus Waldesruh von David Krems
Im Nachhinein betrachtet bin ich wohl mit etwas falschen Erwartungen an das Buch herangegangen. Aufgrund des Klappentextes bin ich eher von einem spannenden Thriller oder auch einer Art Kammerspiel ausgegangen. Erst danach habe ich gesehen, dass das Buch als Roman bezeichnet ist, was schon eher passt.
Das war aber gar nicht so sehr der Punkt. Bis zum Ende der Lektüre hatte ich große Probleme mit dem Schreibstil des Autors, den ich doch als sehr holprig und auch irgendwie altbacken empfand. Die Dialoge und überhaupt das Miteinander der alten Freunde wirkten sehr konstruiert und für mich einfach nicht natürlich. Mit der Zeit habe ich mich etwas daran gewöhnt, aber ein Gefühl der Distanz und auch der Oberflächlichkeit blieb.
Ich habe mich mehrfach gefragt, wohin die Handlung denn nun führen soll, irgendwie plätscherten die Geschehnisse so vor sich hin, ohne rechtes Ziel. Erst gegen Ende kam mehr Zug in die Geschichte, trotzdem fehlten mir so ein wenig die Erklärungen zum Hintergrund, das blieb doch alles recht schwammig bzw. war mir zu wenig.
Insgesamt fand ich „Haus Waldesruh“ zwar nicht unbedingt schlecht und hatte es aufgrund des eher geringen Umfangs auch schnell ausgelesen, meinen Geschmack hat es allerdings nicht ganz getroffen.
Rezensionen von Streiflicht:
Faszinierende Auseinandersetzung
Das Parlament der Natur von Sarah Darwin; Johannes Vogel; Boris Herrmann
Schon seit ich in der Schule zum ersten Mal von Darwin und der Evolution gehört habe, bin ich absolut fasziniert von diesem Thema. Ich habe sogar eine Arbeit darüber geschrieben und daher war klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Weil die Autorin seine Ahnin ist, aber auch wegen des Themas.
Von den ersten Seiten an war ich total begeistert und fasziniert. Das vorliegende Buch ist eine beeindruckende Auseinandersetzung und steigt tief in ein spannendes und so wichtiges Thema ein.
Ich mochte die Form des Interviews sehr gerne, so wirkt das Gespräch sehr authentisch und lebendig.
Die Ausstattung des Buchs ist sehr hochwertig und ansprechend, das mag ich sehr. Und es passt wunderbar zu diesem wichtigen Thema, das uns alle angeht.
Von mir eine absolute Leseempfehlung, für alle, die sich für die Natur und unsere gemeinsame Zukunft interessieren.
Rezensionen von Streiflicht:
Zauberhaftes Sommerbuch
Der Kopfübär entdeckt, was in ihm steckt von Judith Weber
Schon beim ersten Blick auf das Cover habe ich mich in Kobi Kopfübär verliebt. Ich bin absolut keine Coverkäuferin, aber bei Kinderbüchern finde ich das schon wichtig. Gerade bei solchen für jüngere Kinder, wie es hier die Zielgruppe ist. Das Cover ist einfach schön, sieht toll aus und auch die Haptik ist angenehm.
Ich mag die glatte, glänzende schwarze Nase sehr!
Kobi und seine Familie wohnen im Wilden Weg und der Name ist Programm. Darüber musste ich schon ziemlich lachen. Genauso wie ich lächeln musste, als ich Kobi zum ersten Mal sah. Auf dem Cover hängt er ja passenderweise über Kopf, aber innen steht er ganz normal und seine Haare stehen dann zu Berge - das ist einfach süß.
Insgesamt sind die Illustraionen richtig toll. Da merkt man, dass die Zwillinge, die sie erstellt haben, wirklich für ihren Job brennen. Genau wie Judith Weber, die den Text und damit die Geschichte geschrieben hat. Einfach schön, macht gute Laune und sorgt für lächelnde Gesichter. Das perfekte Sommerbuch!
Rezensionen von EvaLiest:
Was für ein Highlight
Am Meer ist es schön von Barbara Leciejewski
„Nur allzu mitfühlend durfte man nicht sein. Oder zu ehrlich. Oder zu gewitzt. Zu lebhaft und unbeschwert. Zu sehr Kind.“ (277)
Was für ein Buch! Ich habe es innerhalb von 24 Stunden eingeatmet, so sehr hat es mich in seinen Bann gezogen. Und das, obwohl ich es zunächst aufgrund des unscheinbaren Covers gar nicht wirklich in Erwägung gezogen hatte.
Wir begleiten Susanne auf zwei Zeitebenen, die sich immer wieder abwechseln: einmal im Jetzt, wo Dreh- und Angelpunkt das Seniorenheim ist, in dem ihre Mutter liegt; und dann im Sommer 1969, den sie mit ihren damals acht Jahren in einem Verschickungsheim verbracht hat. Stück für Stück erfahren wir von den grausamen Verhältnissen und der schwarzen Pädagogik, der die Kinder dort ausgesetzt waren und der Selbstverständlichkeit, mit der ihnen physische und psychische Gewalt angetan wurde.
Und obwohl manche der Szenen kaum auszuhalten sind, hat mich das Buch beim Lesen nicht runtergezogen. Ja, es war traurig und ja, ich habe ein paar Tränen verdrückt (und das mache ich beim Lesen eher selten) und vor allem hatte ich die ganze Zeit das Bedürfnis, die kleine Susanne ganz fest in meine Arme zu nehmen. Aber die Entwicklungen auf der Zeitebene der erwachsenen Susanne, die den Schrecken immer wieder unterbrechen, sorgen für Ausgleich. Hier hat die Autorin ein wunderbares Gerüst konstruiert, das die Lesenden durch den Roman trägt und mithilfe von mehr oder weniger expliziten Parallelen und Bezügen eine Balance herstellt. Und auch wenn ich normalerweise geneigt bin, ein Ende wie das dieses Buches als etwas zu gewollt zu kritisieren, ist es hier irgendwie stimmig und hat mir sogar gefallen ???? .
Ich habe viel darüber nachgedacht, wie viele der älteren Menschen in unserer direkten Umgebung wohl in solchen Heimen waren und was sie dort erlebt haben müssen. Mit welcher Last sie seitdem durchs Leben gegangen sind und wie das vielleicht auch das ein oder andere Verhalten oder eine bestimmte pädagogische Haltung erklärt (wenn auch nicht entschuldigt). Eine Person in meinem familiären Umfeld hat letztens in einem Nebensatz ein Verschickungsheim erwähnt und ich habe mir fest vorgenommen, in einem geeigneten Augenblick einmal nachzufragen. Vielleicht möchte sie nichts erzählen, aber was, wenn doch, und bisher einfach nur niemand gefragt hat?
Fazit: Barbara Leciejewski ist mit Am Meer ist es schön ein Roman gelungen, der mich aufgewühlt hat, mich emotional in alle Richtungen mitgenommen hat und den ich nur allen empfehlen kann.
Rezensionen von Lerchie:
Auf Nonnos Spuren
Zypressensommer von Teresa Simon
Julia Matthiesen ist Goldschmiedin und reist zum ersten Mal in die Toskana. Dort in Lucignano in der Toskana gefällt es ihr sofort, außerdem stammt ja auch ihr Nonno von hier. Seine Familie hat Oliven angebaut, doch über seine Vergangenheit hat er nie gesprochen. Julia wandelt auf den Spuren ihres Großvaters und wird dabei von dem attraktiven Matteo unterstützt.
Ihre Suche führt sie in die 40er Jahre. Zeit der Resistenza, als italienische Partisanen gegen die Faschisten kämpften. Sie führt zu zwei Brüdern, Vito und Gianni , und zu einer tragischen Liebesgeschichte…
Meine Meinung
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen, denn es gab keine Unklarheiten im Text, die meinen Lesefluss gestört hätten. Ich war auch schnell in der Geschichte drinnen, die auf zwei Zeitebenen spielt. Zum einen Ende der neunziger Jahre, zum anderen in den letzten Kriegsjahren ab 1943. Ich konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Gianni Conti musste praktisch als italienischer Zwangsarbeiter (auch wenn die anders genannt wurden, aber im Grunde waren sie nichts anderes) in Hamburg arbeiten. Er hatte es zum Glück noch einigermaßen gut getroffen was seine Arbeit betraf. Die Nazis gingen sehr brutal mit den Italienern um. An der Arbeitsstelle wurde er jedoch geschätzt. Aber das nützte ihm eben nur dort etwas. Im Lager ging es ihm genauso schlecht wie allen anderen. Giulias Mut hätte ich wohl nicht gehabt. Und Anna, seine kleine Schwester war wohl zu mutig, obwohl sie nicht durfte, denn sie war ja noch viel zu jung. Ich habe vieles gelesen, was ich vorher nicht wusste. Uns hatte in der Schule damals keiner beigebracht, dass die Italiener zu den Alliierten übergegangen waren, was ich ihnen nicht verübeln kann. Den die beiden Staatschefs von Italien und Deutschland standen sich in nichts nach. Und der italienische ist wohl von den Alliierten gefangen gesetzt worden und daher konnten die Italiener diesen folgen. Und von Massakern in italienischen Dörfern habe ich auch zum ersten Mal etwas gehört bzw. gelesen. Ich weiß, dass die Autorin gut recherchiert und von daher bin ich ihr dankbar, dass ich auf diese Weise über einen Teil des zweiten Weltkrieges aufgeklärt worden bin. Das Ende war nicht unbedingt überraschend, denn damit hatte ich gerechnet. Ich wusste nur nicht wie bzw. wer es war. Das hört sich jetzt mysteriös an, aber der geneigte Leser wird es verstehen, wenn er das Buch gelesen hat. Auf jeden Fall gefiel mir das Ende ausnehmend gut und im empfehle dieses spannende und fesselnde Buch gerne weiter, denn es hat mich auch noch gut unterhalten. Von mir fünf Sterne.
Rezensionen von nislin:
Als Begleitung hilfreich, doch kein Therapieanspruch
Trauma ENDLICH überwinden von Aylin Thiel
Ich bin selbst im sozialen Bereich tätig und habe dementsprechend oft Berührungspunkte zum Thema Traumatisierung und die Konsequenzen dieser für betroffene Menschen. Dieses Sachbuch von Frau Fr. Aylin Thiel ist eine gute Begleitung und Leitfaden für Heilung. Sie geht meines Erachtens sehr behutsam und kleinschrittig an die Thematik heran.
Traumata begegnen uns im Laufe unseres Lebens viel öfter, als man es zunächst annehmen könnte. Denn auch Ereignisse wie Krieg, Unfall oder Flucht können diese hervorrufen und heranwachsen. Leider gibt es nicht ausreichend Therapeuten oder Anlaufstellen und es braucht viel Durchhaltevermögen, um in professionelle Settings reinzukommen und angebunden zu werden. Daher können solche Bücher für die Überbrückung hilfreich sein und das Auseinandersetzen mit Traumata begleiten. Nichtsdestotrotz gehört die Verarbeitung von Trauma-Erfahrungen meiner Meinung nach in professionelle Hände und sollte nicht im Alleingang angegangen werden.
Rezensionen von DoraLupin:
Herzmagie- Fluch oder Segen?
Lessons of Hearts and Magic von Marion Meister
4.5 Sterne
Ich lese sehr gerne Fantasygeschichten und als ich den Klappentext zu diesem Buch gelesen habe, war ich gleich sehr gespannt darauf. Ich muss auch sagen, dass ich davon wirklich gut unterhalten wurde und es in nur wenigen Tagen regelrecht verschlungen habe.
In der Geschichte wünscht Lou sich nichts sehnlicher, als das Herz der Magie zu besuchen.
Doch die Akademie, an der der Umgang mit Runenmagie gelehrt wird, ist für Frauen verboten. So wie die meisten Dinge in Olresa. Die Magie der Frauen wird als gefährlich gebrandmarkt, Frauen mit starker Magie verfolgt. Umso heikler wird die Situation für Lou, als die Magie in ihr erwacht - stärker als bei den meisten anderen und ausgelöst durch ihre aufkeimenden Gefühle für Tom, der als junger Mann an der Akademie studieren darf. Um der Verfolgung zu entgehen, fasst Lou einen riskanten Entschluss: Als Mann verkleidet, schleicht sie sich in das Herz der Magie. Dort stößt sie auf ein Geheimnis, das nicht nur ihr Herz, sondern ihre Welt ins Wanken bringt.
Ich habe sehr gut in die Geschichte hineingefunden. Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen und zudem hat die Autorin es geschafft die Akademie und die Magie sehr bildhaft zu beschreiben. Nach kurzer Zeit hat sich ein toller Lesefluss gegeben, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt und ich jeder freien Minute wissen wollte wie es weiter geht. Der Anfang des Buches ist hin- und wieder ein wenig zäh zu lesen, doch bald wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Lou war mir von Anfang an sehr sympathisch und ich konnte mich mit ihrem Denken und Handeln sehr gut identifizieren. Sie macht eine tolle Entwicklung durch, findet Freunde an der Akademie und wird immer selbstbewusster und hinterfragt immer mehr. Sie ist ausserdem ein toller Mensch der das Herz am rechten Fleck hat. Aber auch Tom und Alan, die Freunde die sie an der Akademie findet, sind mir sehr ans Herz gewachsen.
Die Geschichte selbst blieb nach einem etwas ruhigeren Anfang bis zum Ende mitreißend und spannend. Ich jedoch wurde sehr gut von dem Buch unterhalten und vergebe deshalb 4.5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von DoraLupin:
Spannend und mit tollen Charakteren
Nightmore - Das gruseligste Internat der Welt (Band 1) - Plötzlich Werwolf von Vanessa Walder
Ich lese zwischendurch auch als Erwachsene sehr gerne Kinder- und Jugendbücher und dieses Cover hatte es mir sofort angetan! Es ist wunderschön und hat mich direkt in den Bann gezogen und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war ich direkt neugierig und wollte mehr über dieses Internat mit seinen Kreaturen der Nacht wissen.
Inhaltlich dreht sich die Geschichte um Fynn, der vor ein paar Monaten noch ein ganz normaler Junge mit einem nervigen großen Bruder, Freunden und Fußballspielen war. Dann hat ihn so ein blöder Hund gebissen und beim nächsten Vollmond war ganz und gar nichts mehr normal. Jetzt muss er auf ein schreckliches Internat in den schottischen Hochmooren: die Nightmore Academy. Die Schule liegt neben einem Friedhof, das Loch-Ness-Monster unterrichtet Geschichte, im Burggraben lauern Krokodile und der beliebteste Sport heißt nicht ohne Grund Blutball … Für Fynn steht fest: Hier bleibt er nicht! Ein Glück, dass er sich mit der Dämonin Sinista anfreundet. Die ist nämlich 1622 schon mal von der Schule geflogen und das will Fynn auch. Doch mitten in ihrem wahnwitzigen Plan stellt Fynn fest, dass er eben doch kein ganz normaler Junge mehr ist. Er ist ein Noctie, kein Normie. Kann es sein, dass er genau da ist, wo er hingehört?
Ich habe sehr gut ins Buch reingefunden und auch für Kinder ist es nur empfehlenswert! Die Schrift ist klar und das Aussprechen von schwierigen Wörtern wird immer wieder in Klammern erklärt, sorgt aber auch für Lacher. Der Schreibstil ist leicht verständlich und sehr bildhaft und lebendig! Ausserdem sorgt die Karte am Anfang des Buches uns sehr viele schöne Illustrationen dafür, dass man die ganze Geschichte vor Augen hat und richtig mitfiebert! Die Bilder passen immer sehr gut zum Text und haben mir super gefallen, wie schon das Cover. Die Geschichte ist voller skurriler Charaktere und fantastischer Wesen, die man sonst vielleicht nicht so in Büchern trifft. Sehr gut gefallen haben mir zum Beispiel die kleinen Irrlichter in der Geschichte. Es dreht sich alles um neue Freundschaften, Zusammenhalt aber auch Action und Spannung finden sich im Text. Begeistert war ich auch vom Humor des Buches der einen richtig mitgerissen hat. Insgesamt eine wirklich spannende und tolle Geschichte, die mit vielen wunderschönen Illustrationen versehen ist und die ich gerne weiterempfehle. Volle Punkzahl von mir!
Rezensionen von PucKker:
Für Viele gut - für mich nix
Sag deiner Angst, sie kann gehen! von Christina Hillesheim
Es freut mich wirklich, dass viele Leserinnen und Leser das Buch als hilfreich und bereichernd empfinden. Das ist schön zu sehen – ein voller Erfolg für die Autorin! Für mich persönlich war es leider nicht das Richtige.
Der Schreibstil hat mir nicht so gut gefallen. Er wirkte auf mich ein bisschen zu locker, stellenweise unausgereift und häufig durchsetzt mit Smileys und persönlichen Kommentaren – das ist sicher Geschmackssache, aber für mich eher anstrengend.
Dazu kommen viele persönliche Erfahrungen, Geschichten anderer Betroffener und kurze, fast schon philosophische Gedankenanstöße. Wer das mag, findet darin vielleicht etwas – mir war das zu viel.
Das Buch ist in drei große Teile untergliedert (Gedanken, Körper, Seele), die wiederum in viele kleine Unterkapitel aufgeteilt sind. Das liest sich zwar leicht und schnell, aber durch die vielen Überschneidungen und Wiederholungen hätte ich mir eine klarere Struktur gewünscht. Zum Beispiel: Theorie > persönliche Erfahrungen > Umgang > Übungen – das hätte mir mehr Orientierung gegeben. So empfand ich vieles als recht verstreut.
Inhaltlich geht es um das große Thema Angst – und das ist auf 240 Seiten natürlich schwer in der Tiefe zu behandeln. Der Fokus liegt vor allem auf alltäglichen Ängsten wie Fliegen, Autofahren, Einkaufen oder sich zu blamieren. Für viele sicher relevant, aber bei komplexeren sozialen Ängsten hätte ich mir etwas mehr Tiefe oder andere Schwerpunkte gewünscht.
Die Autorin kommt aus der Soziologie – eine therapeutische Ausbildung hat sie nicht, und das merkt man auch. Es gibt viele Verweise auf andere kluge Köpfe, aber wissenschaftlich fundierte Erklärungen oder neue Erkenntnisse findet man kaum. Die Übungen waren für mich größtenteils bekannt, manche etwas vage oder schwer nachvollziehbar. Es wirkt eher wie ein Gespräch mit einer guten Bekannten, aber nicht wie ein fundierter Ratgeber.
Was mich dann leider wirklich gestört hat, war die Menge an Eigenwerbung. Es ist völlig verständlich, dass man auf eigene Angebote hinweist – aber hier war es mir einfach zu viel: Website, Shop, Kurse, Podcast, Bonusmaterial … Und das Bonusmaterial gibt es nur, wenn man sich für den Newsletter anmeldet – das fand ich schade.
Fazit: Wer einen sehr persönlichen, leicht zugänglichen Einstieg ins Thema Angst sucht, könnte mit dem Buch etwas anfangen. Für mich persönlich war es leider nicht hilfreich – weder inhaltlich noch stilistisch.
Rezensionen von Skanus:
Reality now
Reset von Peter Grandl
In diesem überaus spannenden Thriller, der sich mit hochaktuellen Themen wie KI und Computerviren beschäftigt, erlebt der Leser ein Szenario, in dem deutlich gemacht wird, in welchem Umfang die Welt von Computern abhängig ist. Wie diese auf Nullen und Einsen basierenden Geräte bis ins Kleinste unser Leben beherrschen und eine Abhängigkeit geschaffen haben, die einengend und beängstigend ist.
Menschen, die ein Leben in der vordigitalen Welt kennen, werden an ihr altes Leben erinnert werden und das Gefühl der Beschaulichkeit und Ruhe, aber vor allem das wesentlich langsamere Tempo erfühlen. Es hat Freude bereitet zu lesen, wie schnell die Welt auf analoge Technik zurückgreift, wenn die digitale Technik verseucht oder fremdgesteuert ist. Wie viel länger alles braucht und die Welt entschleunigt wird. Das Smartphone wird nutzlos, der Computer ebenfalls, das Leben konzentriert sich auf die reale Welt.
Die Macht von KI zwingt einen Planeten in die Knie, wenn sie falsch genutzt wird, losgelassen auf gewissenlose Verbrecher - James Bond würde Überstunden schieben. Der Gegner ist nicht mehr nur ein Mensch, sondern eine Maschine mit grenzenlosen Möglichkeiten des Missbrauchs.
Die Figuren in diesem Thriller sind sehr unterschiedlich menschlich, jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen, seine eigenen Gründe, die persönlichen Belange hintanzustellen und die Welt zu retten.
Mit der Auflösung des Plots bin ich etwas unzufrieden und fühlte mich an Kintop erinnert. Eine Lösung wie in einem Actionfilm. Vielleicht brach dort der Drehbuchautor in Herrn Grandl durch. Auch der ein oder andere abgebrochene Erzählfaden endet im unsichtbaren Grau und lässt Dinge offen oder unbefriedigend.
Das alles tut der Lektüre aber nur geringen Abbruch, weil das Szenario so brisant ist und durchaus in vielen Dingen schon reales Leben ist.
Was bleibt ist das Gefühl, einer beängstigend fremdgesteuerten Welt ausgeliefert zu sein, die dem Individuum wenig Spielraum lässt, das eigene Leben frei zu entfalten. Ganz im Gegenteil. Es wird die Illusion geschaffen, unabhängig zu agieren! Dabei hat uns die KI mit ihren Algorithmen fest im Griff. Wir sind ihr gnadenlos ausgeliefert.











