Kunden em pfehlungen
Rezensionen von warda:
Authentisch!
Ein ganz normales Wunder von Woody Brown
Im Rahmen meiner Tätigkeit als Sozialarbeiterin begegnet mir das Thema der Neurodivergenz immer wieder. Daher hat mich der Roman „Ein ganz normales Wunder“ besonders angesprochen.
Die einzelnen Kapitel greifen die Geschichte unterschiedlicher Personen mit ihren gewissen Päckchen auf, sowohl von Klienten der Tagesstätte als auch die der Mitarbeiter sowie der Angehörigen.
Die Schilderungen von Geschehnissen und die Einblicke in die Gefühlswelten sind sehr eindringlich, es sind Geschichten von Menschen am Rande der Gesellschaft. Es ist eine Kunst, die Leserschaft mit einfachen Worten derart zu berühren und in das Leben anderer mitzunehmen.
Das Buch wirkt nach und regt zur Reflektion an. Insbesondere im Hinblick darauf, dass es Diskussionen dahingehend gab, ob Woody Brown als nonverbaler Autist in der Lage ist, dieses Buch geschrieben zu haben. Hier wird sichtbar, was dieser Roman anprangert, die Absprache von Fähigkeiten und Kompetenzen von Menschen, wenn sie gewissen Vorstellungen nicht im vollen Maße entsprechen…
Endlich Klartext!
Unshame von Louisa Dellert
In „Unshame“ von Louisa Dellert werden die Themen Schönheitsideale sowie der Einfluss von Social Media darauf kritisch in den Blick genommen. Sie betont, dass ein gesunder Körper im Grunde das wichtigste Gut ist, um ein langes und unbeschwertes Leben zu führen. Vermeintliche Makel und Abweichungen an weiblichen Körpern werden sehr streng bewertet und beeinflussen die eigene Wahrnehmung immens.
Die autobiographischen Elemente machen das Thema nahbarer und gleichzeitig betont die Autorin, dass auch sie das Thema aus einer privilegierten Sichtweise schildert, was zur Authentizität beiträgt.
Insbesondere für die Altersgruppe der jungen Heranwachsenden kann dieses Buch hilfreich sein im Hinblick auf die Identitätsbildung und Selbstakzeptanz.
Die Themen sind nicht immer einfach zu lesen und aktivieren Reflektionsvorgänge, sodass man sich mit gesellschaftlichen Normen sowie eigenen Denkmustern auseinandersetzt.
„Unshame“ ist eine empfehlenswerte Lektüre, um sich mit den Themen Körperbilder und Schönheitsnormen zu befassen!
Fesselnd!
Falls jemand fragt, wer wir waren von Eva Kranenburg
In diesem Roman schreibt Eva Kranenburg über Mathilde, eine junge Frau in der DDR und überzeugte Sozialistin. Sie lebt mit ihrem Vater, der aus dem Konzentrationslager nach Hause kam und entsprechend geprägt aus dieser Zeit ist. Sie trifft sich regelmäßig mit ihrer Freundin namens Rena an einem geheimen Ort und tauscht sich gerne mit ihr aus.
Doch eines Tages taucht diese nicht auf. So begibt sich Mathilde auf die Suche nach ihr und merkt, dass vermeintliche Informationen über Rena nicht der Wahrheit entsprechen. Die Schilderungen machen ihr klar, dass Rena nicht die Person ist, die sie vorgab zu sein. Nach und nach fängt Mathilde an, die politischen Leitbilder zu hinterfragen und befasst sich auch mit der Arbeit des Vaters. Der Inhalt wird sehr authentisch dargestellt und der Einblick in das Leben von jungen Menschen zu Zeiten der DDR sind sehr eindrücklich!
ADHS? – Na und?
Konfetti im Kopf von Doreen Aldugan
Ich habe sowohl in meinem privaten Leben als auch beruflich viel mit dem Thema AD(H)S sowie Autismus zu tun. Dementsprechend bringe ich bereits einige Basics mit und fand die inhaltliche Aufbereitung von Doreen Aldugan wundervoll. Komplexe Inhalte waren verständlich dargestellt und sie hat sich Schritt für Schritt an die jeweiligen Bereiche von AD(H)S angenähert.
Die angeführten Strategien sind sehr gut ausgeführt. Besonders schön finde ich, dass dieses Buch auch eigenständig von Kindern durchgelesen werden kann, ohne dass zwangsläufig bei jedem Durchblättern eine erwachsene Person dabei sein muss. Die Illustrationen von Emily Claire runden den Inhalt gut ab, manche Seiten sind jedoch ein wenig vollgepackt und können die Kinder gegebenenfalls überreizen. Dennoch eine absolute Literaturempfehlung, um AD(H)S kindgerecht aufzubereiten!
Neurodiversität
Ich erzähle von meinen Beinen von Cornelia Travnicek
Wallys Tochter erhält eine ADHS-Diagnose. Auch bei sich selbst erkennt sie ähnliche Symptome und setzt sich mit ihren eigenen Neurodiversität auseinander.
Cornelia Travnicek kann das Thema kreativ und gekonnt aufgreifen. Neben der Neurodiversität werden auch Themen wie die der Mutterschaft oder Mental Load angerissen, was ich sehr gut fand.
Die Denkart von Wally ist schnell und chaotisch, dies hat die Autorin in Form von Gedankensprüngen, Einschüben und halb leeren Seiten gut dargestellt. Seite für Seite bahnt sich ein Crash an und als Leserschaft ist man in dieser befangenen und chaotischen Gefühlswelt der Familie regelrecht gefangen. Es kommt, wie es kommen muss, und der Crash ist nicht mehr zu vermeiden. Als dieser eintrifft, wird er literarisch aber leider nicht mehr ausreichend ausgeführt.
Nichtsdestotrotz finde ich es toll, dass es diesen Roman über das Leben mit ADHS gibt. Zu empfehlen für Betroffene und Angehörige!
Der Buddy
Dein ADHS Buddy von Grace Koelma
Das Buch „Dein ADHS Buddy“ ist sehr liebevoll und bunt gestaltet. Es springt einem direkt ins Auge und weckt das Interesse am Buch. Das Buch ist ADHS-entsprechend abgestimmt, so muss man sich nicht von vorne nach hinten durcharbeiten, sondern kann sich gezielt mit den jeweiligen Kapiteln beschäftigen.
Stärken, die mit ADHS einhergehen, werden hervorgehoben und ADHS wird generell als nichts Verwerfliches oder zu Kompensierendem dargestellt. Beim Thema Selbstdiagnose bin ich jedoch ein bisschen kritischer und erachte eine differenzierte Diagnostik für absolut wichtig! Auch das Thema der Medikation hat mir im Buch gefehlt, da viele ihren Alltag ohne medikamentöse Unterstützung nur schwer bewältigen können.
Alles in allem ist das Buch, wie auch im Namen genannt, ein guter Buddy. Kann aber eine Diagnose weder ersetzen, noch als alleiniges Werk das Thema ADHS vollends abdecken. Als Wegbegleiter für noch Nicht-Diagnostizierte ist das Buch aber zu empfehlen!
Verbrechen im Garten
Mord im Nacktschnecken-Milieu von Elke Schwarzer
„Mord im Nacktschnecken-Milieu“ von Elke Schwarzer ist ein sehr unterhaltsames und einfallsreiches Buch, welches zwanzig geheimnisvolle Fälle aus dem Garten behandelt. Die humorvolle Weise ist sehr ansprechend und gleichzeitig erhält man viele Informationen. Die Täter in diesen Fällen sind unter anderem Insekten, Schnecken, kleine Tiere und Pflanzen.
Die Aufmachung des Buches ergänzt den Inhalt illustrativ sehr gut, des Weiteren sind zu jedem Fall Spuren und Zeugenaussagen vorgegeben und in Betracht kommende Verdächtige werden sodann vorgestellt. Am Ende eines jeden Falles wird der Täter dann genauer beschrieben. Durch die Gliederung in Form von Tatort, Indizien und Vorstellung der Verdächtigen macht das Lesen viel Spaß und ermöglicht den Lesenden einen Zugang zu den Themen Natur und Garten. Ein wirklich originelles sowie informatives Buch für Gartenfreunde und für all jene, die es vielleicht durch dieses Buch werden!!
Wichtige Aufklärungsarbeit!
Jetzt mal ehrlich?!: Meine Gefühle, mein Körper, meine Regeln! Ein wirksames Aufklärungsbuch für Kinder zur Prävention von sexuellem Missbrauch von Carsten Müller; Steffi Bohle
Das Sachbuch für Kinder „Jetzt mal ehrlich?!: Meine Gefühle, mein Körper, meine Regeln!“, geschrieben von Steffi Bohle und Carsten Müller sowie illustriert von Emily Claire Völker, befasst sich mit einem immens wichtigen und gleichzeitig sensiblen Thema.
Es werden Fragen zu den Themen Gefühle, Körper, Grenzen sowie Missbrauch aufgegriffen und wichtiges Wissen vermittelt.
Die Informationen sind eindrücklich und gleichzeitig mit einer Leichtigkeit zugänglich gemacht. Ein weiterer Pluspunkt ist die Diversität, die gut umgesetzt wurde. Ergänzend zu den Inhalten für die Kinder gibt es farblich hinterlegte Infokästen, die zur Unterstützung der Erwachsenen beim Besprechen der behandelten Themen dienen sollen.
Die Texte sind hin und wieder sehr direkt, was für manche Kinder eventuell zu viel sein könnte. Ein Inhaltsverzeichnis hätte das Buch noch abrunden können, damit man die verschiedenen Themen direkt aufschlagen kann. Alles in allem aber ein super empfehlenswertes Sachbuch!
Guter Einstieg in Mental Load
Freier Kopf statt Mental Load von Sara Pierbattisti-Spira; Katharina Wick
„Freier Kopf statt Mental Load“ soll einen Einblick in das Thema Mental Load geben. Das Buch ist sprachlich leicht verständlich und inhaltlich gut gegliedert. Es sind schöne Visualisierungen eingepflegt sowie praktisch umsetzbare Übungen, die in den Alltag integriert werden können. Wobei hier auch klar genannt werden muss, dass der Fokus auf Müttern mit (kleinen) Kindern liegt, was mir nicht sehr gefallen hat.
Aus dem Titel und dem Beschreibungstext ging das nicht deutlich hervor.
Die Lektüre gibt einen guten Überblick und ist als Einstieg gut geeignet. Es lädt dazu ein, verschiedene Themen bei Interesse näher zu beleuchten und sich damit auseinanderzusetzen. Für einen ersten Zugang ist „Freier Kopf statt Mental Load“ ein guter Wegbegleiter. Wenn man jedoch bereits unter Mental Load leidet oder sich schon im Zuge einer Depression bzw. eines Burn-Outs befindet, kann professionelle Hilfe besser und gezielter greifen.
Cozy
Drei Tage im Schnee von Ina Bhatter
„Drei Tage im Schnee“ ist ein Buch, das von der Aufmachung und dem Titel sehr gut zur Winterzeit passt. Eine Frau verbringt mitten im Winter einige Tage in einer abgeschotteten Hütte, um Abstand zum alltäglichen Leben zu gewinnen. In dieser Zeit trifft sie auf die kleine Sophie und beide kommen beim Bauen von Iglus und Schneeengeln ins Gespräch.
Dabei reflektiert Hannah über das eigene Leben und über das, was man zum Leben braucht bzw. denkt zu brauchen.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, der Umfang des Buches mit 176 Seiten auch überschaubar, sodass man sich ein gemütliches Wochenende mit „Drei Tage im Schnee“ machen kann. Die Erzählung strahlt eine Ruhe aus und bringt eine innere Einkehr hervor, die im Vergleich zum schnelllebigen Alltag wirklich guttut und entschleunigt. Man beschäftigt sich mit sich selbst und überdenkt die eigene Sicht auf bestimmte Sachen im Leben.











