Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Irmgard Mandl-Mair:
weniger wäre mehr
Wie Risse in der Erde von Clare Leslie Hall
Der Erzählfluss nimmt einem unmittelbar mit in die Entwicklung dreier Jugendlichen bis ins Erwachsenenalter und in eine klassische Dreiecksgeschichte. Die einzelnen Charaktere und ihre Entwicklungsprozesse sind gut und spannend dargestellt. Leider kippt die Geschichte in unrealistische Verhaltensweisen und wird zuletzt zu kitschig, was sehr schade ist, da das Buch ansonsten sehr gut zu lesen ist.
Rezensionen von yellowdog:
Psychologisch ausgefeilt
Ungebetene Gäste von Ayelet Gundar-Goshen
Neben Zeruya Shalev und Lizzie Doron gibt es noch eine weitere bedeutende Autorin aus Israel, die man auf keinen Fall unterschätzen darf: Ayelet Gundar-Goshen, die mit ihren Büchern ohne Furcht Löwen weckt.
Ungebetene Gäste ist ein dichter, psychologisch ausgefeilter Roman über ein Paar mit Kind, deren Leben durch einen tragischen Vorfall aus dem Gleichgewicht kommt.
Sie ziehen schließlich nach Afrika, ohne dem Druck aus dem Vorfall gänzlich entfliehen zu können. So wird man eine israelische Perspektive von außen wie von innen betrachten können.
Obwohl „Wo der Wolf lauert“ lauert für mich das überzeugendste Buch der Autorin bleibt, ist auch Ungebetene Gäste ein wirklich starkes Buch.
Rezensionen von Lesebegeisterte:
„Ein Grall-und-Wyler-Thriller Band 4“
Angstrichter von Lars Schütz
Nürnberg wird von einer grausigen Mordserie erschüttert. Es werden Leichen gefunden die brutal hingerichtet wurden. Wäre dies nicht genug, tauch im Internet ein Video auf, wo eine Person bestialisch ermordet wird. Die Profiler Jan Grall und Rabea Wyler müssen schnell sein, denn der Mörder holt sich ein Opfer nach dem anderen.
Der Mörder nimmt die Rolle eines Richters ein und tötet seine Opfer auf äußerst brutale Art und Weise. Wird es den Profilern gelingen den Mörder zu finden, bevor er sie findet?
Absolut spannender Thriller, habe das Buch an einem Wochenende verschlugen. Die kurzen Kapitel lassen einem alles um sich herum vergessen. „Angstrichter“ ist äußerst brutal, spannend, actionreich.
Ein Thriller für Fans von blutrünstigem Genre! Habe alle Bücher aus dieser Serie gelesen und ein jedes hat mich mitgerissen und teilweise auch schockiert. Wie schon in anderen Rezensionen beschrieben ein Thriller für hartgesottene Thriller-Fans! Aber diese kommen hier voll auf ihre Kosten.
Rezensionen von Lesebegeisterte:
„Ein Tag, als wäre er der Letzte!“
Der erste letzte Tag von Sebastian Fitzek
Livius ist mit dem Flugzeug auf dem Weg von München nach Berlin um seine Ehe zu retten. Doch es gibt ein Schneechaos und alle Flüge werden gestrichen. Aus der Not heraus teilt er sich den letzten Mietwagen mit einer jungen Frau namens Lea. Zwei komplett verschiedene Charakter treffen aufeinander.
Lea macht Livius den Vorschlag, sich auf ein verrücktes Experiment einzulassen.
Sie leben einen Tag so, als ob es ihr letzter wäre. Ein großartiges, trauriges aber auch lustiges Abenteuer beginnt.
Ich bin ein riesiger Fan von Sebastian Fitzek und war sehr gespannt auf seinen „normalen Roman“. Der Schreibstil ist unterhaltsam, überraschend aber auch traurig und regt zum Nachdenken an.
Für mich ist aber ein klar, ich bleibe eher bei Sebastian Fitzeks Thrillern! Wer einen unterhaltsamen, überraschenden aber auch traurigen Roman sucht, ist hier richtig. Aber Vorsicht, der Roman kann einem auch traurig stimmen, da Themen wie Sterben oder unheilbare Krankheiten Thema sind.
Rezensionen von C. P.:
Langatmige Familiengeschichten
Great Big Beautiful Life von Emily Henry
Der Aufhänger der Story ist schnell zusammengefasst: Eine Autorin und ein Autor im einmonatigen Wettbewerb, wer von ihnen die Biographie der Nachfahrin einer einflussreichen Mediendynastie schreiben darf. Neben dem Interesse am Job haben die beiden auch irgendwann Interesse aneinander.
So kurz wie die Beschreibung ist auch das anfängliche Knistern zwischen den beiden.
Meine Hoffnung, dass sie als Rivalen zunächst voneinander lassen und es dadurch spannender wird, zerschlug sich, als die beiden wirklich nach kurzer Zeit schon spitz wie Lumpi am liebsten übereinander her gefallen wären. Spannung weg. Stattdessen erzählen sie sich gegenseitig ihre Familienprobleme, welche sie noch aufarbeiten sollten, gähn. Das, was die Auftraggeberin erzählt, zieht sich auch stark in die Länge, da sie bei ihrem x-ten Vorfahr beginnt, bis sie zu ihrem Ehemann kommt, der als berühmter Sänger bei einem Unfall viel zu früh starb. Diverse Male wirkte es so, dass andere sie rein über diesen Typen definieren, weil es wie ein anfixiertes Ziel dargestellt wird. Das war jetzt auch nicht so spannend, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte, eher im Gegenteil. Zum Schluss wartet die Dame mit einer Überraschung auf, die doch sehr an den Haaren herbeigezogen ist. Und was ich auch nicht mag ist, wenn die Handlung zum Ende über Monate ausfaded mit dem Ziel, da noch ein Happy Ever After dranzuhängen. Von der überzogenen Dauer-lockerflockig-fröhlichkeit der Autorin ganz zu schweigen. Generell blieben die Charaktere hier größtenteils zweidimensional
Wer auf ein langatmiges Sammelsurium an Familienproblemen steht mit ein wenig Bettgeschichten könnte das Buch mögen, ich fand des langweilig.
Rezensionen von C. P.:
Ein Kronanwalt ermittelt in den eigenen Reihen
Der Tote in der Crown Row von Sally Smith
Das Leben des Kronanwalts und Barristers Sir Gabriel Ward läuft in unauffälligen Bahnen im Londoner Temple Bezirk. Die Aussenwelt erlebt er nur über seine vielen Bücher, gern bei einem Glas Sherry. Dies hätte auch weiterhin so bleiben können, nur leider liegt die Leiche des Lordoberrichters Lord Dunning vor seiner Kanzlei und Sir Gabriel Ward wird dazu verdonnert, im Temple Bezirk die Leute zu befragen, bevor die Polizei offiziell ermitteln darf.
Unterstützung erhält er von einem jungen Polizisten, der begeistert ist von den neuen Untersuchungsmethoden der Spurensicherung.
Der Krimi ist in mehrfacher Hinsicht interessant. Zum Einen spielt der Fall im Temple Bezirk, in dem eine eigene Gerichtsbarkeit herrscht. Dann ist Sir Gabriel zwar intelligent und fast schon ein wandelndes Lexikon, allerdings auch ein wenig soziophob und hat zunächst seine Schwierigkeiten, aus sich und dem Temple Bezirk herauszukommen. Neben dem Mord an dem Richter bearbeitet er zudem einen ganz besonderen Fall, in dem es um ein erfolgreiches Kinderbuch geht und die Frage, wer das Buch in Wahrheit geschrieben hat.
Die etwas eigene Welt im Temple Bezirk zur Zeit Londons 1901 empfand ich als sehr interessant, eine Karte im Buch hat es mir erleichtert, mir die Szenerie vorzustellen. Auch Sir Gabriel ist ein sympathischer Charakter, auf eine gewisse Art hat ihm der Fall gut getan ebenso wie der Umgang mit dem jungen Polizisten. Und sein aktueller Rechtsstreit war nicht minder spannend zu verfolgen.
Die Autorin hat einen angenehm fokussierten Schreibstil, der es mir ermöglichte, mir die Orte und Gegebenheiten ebenso gut vorzustellen wie die im Buch vorkommenden Personen. Die Handlung bietet ausreichend Spannung und die beiden Fälle ergänzen sich hervorragend. Bei Sir Gabriels nächstem Fall bin ich gern wieder dabei.
Rezensionen von C. P.:
Göttliche Pläne und wütende Geister
The Legend of Lady Byeoksa von Esther Park
Seit ihrer Kindheit nimmt Bin Seomoon die Welt der Lebenden ebenso wie Geister des Jenseits wahr. Als Seelenjägerin, auch Byeoksa genannt, bekämpft sie nun diese Geister, ausgestattet mit praktischer Männerkleidung und speziellen Waffen. Die dabei manchmal anfallenden Perlen haben für sie eine besondere Bedeutung.
Ebenso wie Eunho, der junge Minister des Königs, auf den sie bei einer Geisterjagd trifft und der sich nicht mehr an ihre gemeinsame Vergangenheit erinnern kann.
Insgesamt beinhaltet das Buch eine sehr schöne Geschichte, in der Göttinnen der Unterwelt ebenso ihre Pläne der Macht verfolgen wie die Gemahlin des jungen Königs in der Menschenwelt. Und zwischendrin die Seelenjägerin Bin, ein arroganter Schlangengott und diverse rachsüchtige Geister. Die Schauplätze wechseln, neben den Intrigen am Königshof und in der Unterwelt jagt Bin Geister, klärt einen Todesfall auf und nähern sich Bin und Eunho an. Es gibt also Spannung, Mythologie und Romantik. Ebenso kommen hier die weiblichen Hauptcharaktere stark zum tragen und die Frauen-unterdrückende Gesellschaft wird hier beispielhaft kritisiert.
Womit ich mich vor allem zu Beginn schwertat ist der Schreibstil. Von einem Satz zum nächsten kann die Perspektive oder die Szene wechseln und nicht immer war mir sofort klar, wer denn nun am Sprechen ist. Mit dem leicht distanzierten Stil kann ich wiederum leben, den kenne ich bereits von anderen Romanen aus Fernost. Wobei die Szenen, in denen es um die Liebe zwischen Bin und Eunho geht, emotional deutlich bewegender geschrieben sind. Doch grad zu Beginn empfand ich diesen sprunghaften Stil unnötig anstrengend und verwirrend, da ich an dieser Stelle noch keine wirklichen Bezugspunkte hatte.
Von der Idee und der Aufmachung her eine wirklich schöne Erzählung mit einer aussergewöhnlichen Protagonistin, nur der Schreibstil hat mir vor allem zu Beginn einige unnötige Hürden bereitet.
Rezensionen von C. P.:
Lügt er oder lügt er nicht?
Der zweite Verdächtige von Florian Schwiecker; Michael Tsokos
Der letzte Fall der Reihe hat es nochmal in sich: Ein junger Mann soll seinen Freund in einem Nachtclub mit einer Überdosis Drogen umgebracht haben. Die Polizei geht mit übertriebener Härte gegen ihn vor, in seiner Wohnung werden vergleichbare Drogen gefunden. Strafverteidiger Rocco Eberhardt bekommt den Beschuldigten aus der U-Haft, dieser beteuert weiterhin seine Unschuld.
Als der nächste Mann auf vergleichbare Weise stirbt gerät er erneut ins Visier, diverse Indizien sprechen gegen ihn und Rocco Eberhard steht öffentlich als der Verteidiger da, der einen Mörder nicht von seiner nächsten Tat abgehalten hat, indem er ihn aus der Haft herausholte. Doch der junge Mann besteht weiterhin darauf, unschuldig zu sein. Jetzt benötigt Rocco für seine Argumentation fachliche Unterstützung durch den Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer.
In diesem Band kommt so einiges zusammen, Vorurteile in Medien und Ermittlungsbehörden ebenso wie wiederholte Zweifel, ob der Beschuldigte seinen Verteidiger anlügt oder nicht. Bis zum Schluss bleibt es spannend, immer wieder kommen neue Details hinzu. Das Autorenduo überzeugt erneut mit einem fokussierten, ausgewogenen Stil, hält die Spannung hoch und bietet einen gelungenen Abschluss sowohl des Falles wie auch der Reihe um Rocco Eberhardt und Dr. Justus Jarmer.
Rezensionen von C. P.:
Japanische Mythologie trifft auf urbane Legenden
A Tale of Foxes and Moons von Rebecca Humpert
Zu unzähligen Reinkarnationen verdammt lebt die einstige Fuchsgöttin als Medizinstudentin Aiko im heutigen Tokio. An ihrer Seite ein kleiner Naturgeist. In einem fast vergessenen Schrein im Wald trifft sie auf Chiaki, Reinkarnation des Mondgottes und den Überlieferungen nach ihr tödlicher Rivale.
Durch gewisse Umstände sind die beiden gezwungen, diverse Aufgaben gemeinsam zu bewältigen und kommen dabei dem wahren Geheimnis ihrer göttlichen Vergangenheit auf die Spur.
Zum Inhalt selbst will ich gar nicht viel mehr verraten als dass hier japanische Mythologie wunderbar mit japanischen, urbanen Legenden der heutigen Zeit verknüpft wird und nicht nur die beiden gewisse Geheimnisse mit sich herumtragen. Ich empfand es als wunderschön, wie beides mit der modernen Welt verknüpft wird, wie die beiden ihre Abenteuer bestehen (die ich überaus lesenswert fand) und die Autorin sich nicht von Klischees hat leiten lassen. Da die beiden erwachsen sind sag ich mal so: verklemmt sind sie nicht, auf der spicy Ebene betrachtet. Natürlich gibt es auch cat content, was wäre ein japanischer Roman ohne Katzen? Der Showdown war herrlich spannend und das Ende, hach, wunderschön!
Rezensionen von C. P.:
Wenn morgen zu gestern wird
Gestern waren wir unendlich von Dominik Gaida
Zwischen Louis und Henry kriselt es gerade, trotzdem ist Louis zur Feier von Henrys Familie mitgekommen. Auf dem Heimweg geraten die beiden in einen Verkehrsunfall, Henry stirbt vor Louis‘ Augen. Und das, bevor die beiden sich aussöhnen konnten. Am nächsten Morgen ist jedoch wieder gestern, der Tag der Feier.
Und diesmal setzt Louis alles daran, den Unfall zu vermeiden.
Dies ist die erste, jedoch nicht die letzte Zeitschleife. Louis erlebt diesen Tag immer und immer wieder, versucht erneut, den Tod seines Partners zu vermeiden und nutzt hierzu diverse Strategien. Im Wechsel erleben wir Szenen aus der Vergangenheit der beiden, diese aus Henrys Perspektive, welche die Beziehung der beiden um weitere Details ergänzen.
Ein Ziel des Ganzen ist es darzustellen, was so eine Zeitschleife seelisch mit einem macht, in diesem Fall mit Louis. Also mal euphorisch, ungeduldig, verzweifelt etc. Diese Stadien sind mal mehr, mal weniger gut erkennbar und hätten meiner Meinung nach stärker herausgearbeitet werden können. Im Gegensatz zum Anfang, der recht gefühlvoll daherkommt, schleichen sich mit der Zeit diverse Wiederholungen ein, die mir beim Lesen jedesmal die Spannung raubten. Was mir auch missfällt ist, dass sehr lange lediglich Anspielungen gemacht werden, warum die jungen Männer grad eine Unstimmigkeit haben, und als es zur Auflösung kam wirkte der ganze Streit auf mich deswegen völlig überzogen. Ebenso schwanke ich bei der Auflösung des Ganzen zwischen guter Idee und zu kitschiger Umsetzung.
Das Buch ist auf jeden Fall gefühlvoll geschrieben, daran besteht kein Zweifel. An mancher Stelle hätten sogar gern noch mehr Emotionen einfließen dürfen. Auch die Perspektivenwechsel mit Louis für die Gegenwart und Henry für die Vergangenheit sind sehr gut gewählt und verhindern, dass man zeitlich durcheinander kommt. Diverse Wiederholungen, der Grund für den Streit und die recht kitschige Auflösung des Ganzen haben mir allerdings ein wenig den Spaß am Buch gemindert.











