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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Petra:

Schlesien gestern und heute

Die Verlorene von Miriam Georg

Mir ist die Autorin schön von anderen historischen Romanen bekannt. Immer spannend und gut recherchiert geschrieben. Bei diesem Buch hat sie sich selbst übertroffen. Jede Figur vor allem die Frauen stehen neben mir beim Lesen., als ob sie mir zusehen wie meine Emotionen über mein Gesicht gleiten.

Freude bei dem Gedanken endlich schwanger zu sein, auch die Angst davor. Die Angst vor der Entdeckung, die Sorge um die Familie, das Grauen vor dem Krieg und seine Folgen. Es ist als ob das Buch mich eingesogen hat und ich alles erlebe was Louise, Änne, Laura, Ellen und die anderen mit gemacht haben. Es geht nicht nur um die Jahre des Krieges sondern auch um die Folgen für die Generationen danach. Vor allem die Sprachlosigkeit unserer Großmütter die die schlimmste Opfer und Folgen ertragen mussten. Ich könnte auch nicht darüber reden. Daher müssen wir Jüngeren eigentlich Verständnis haben, das ist schwierig denn wir fühlen uns verletztt von dem Schweigen, der ungewollten Lieblosigkeit der Altvorderen..
Die Autorin erzählt in zwei Zeitebenen die Kriegsjahre in Schlesien bis zum Ende ist dort wenig zu spüren, außer dass die Männer an der Front sterben, und die Verfolgung anders Denkender, Juden oder Menschen mit Handicap verfolgt werden, ist hier bis auf die viele Arbeit fast eine heile Welt, die Kinder werden sogar aus den Städten dorthin in Sicherheit gebracht. In der Gegenwart 2019 versuchen Laura und ihre Mutter Ellen das Leben von Änne ihrer Großmutter und Mutter nach ihrem Tod nach zu vollziehen. Unmöglich weil ihnen Änne anscheinend Lügen erzählt hat, wenn sie denn überhaupt gesprochen hat. Auf der Reise in das heutige Polen klären die beiden die vielen Fragen und finden Erklärungen für Ännes Verhalten.
Die Autorin hat sehr viel Empathie in ihr Buch gelegt. Zwischen den Zeilen steht sehr viel Verständnis auch für die Fehler die die eine oder andere Person macht. Sie werden nicht entschuldigt sondern so verstanden, dass wäre die Situationn eine andere gewesen, wäre nichts passiert.

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Rezensionen von Marie aus E.:

Etwas zäh

Teddy von Emily Dunlay

Ich habe die Hörbuch-Version des Buches gehört und Cathlen Gawlich hat es sehr gut eingesprochen. Ich fand, dass sie die verschiedenen Charaktere gut dargestellt hat und es war angenehm, ihr zuzuhören.

Zum Inhalt:
Es geht um Teddy, US-Amerikanerin aus reichem Hause, frisch verheiratet und mit ihrem Mann gerade nach Rom gezogen.

Ihr Mann arbeitet dort in der amerikanischen Botschaft und von Teddy wird erwartet, dass sie die perfekte Gattin ist.
In ihrer Vorstellung beinhaltet das glamourös, diskret, perfekt gekleidet und unerbittlich höflich zu sein.

Anfangs werden wir mitgenommen in das Rom aus 1969 in die sogenannte bessere Gesellschaft, allerdings völlig isoliert auf die Botschafts-Bubble.

Aufgezogen ist alles in einem Verhör, dem Teddy unterzogen wird und in dem sie das alles erzählt - und natürlich noch viel mehr.
Denn Teddy hat eine dunkle Vergangenheit und nach und nach erfahren wir auch mehr über ihre Familie.
Es tun sich Abgründe auf, mehrfach.

Allerdings fand ich die Erzählweise ganz schön zäh. Die Verhörsituation, aus der sich nur tröpfchenweise die Vergangenheit erschließt, viele Wiederholungen und aus meiner heutigen Sichtweise sehr viele langweilige Nichtigkeiten in Teddys Alltag. Wahrscheinlich als Stilmittel gedacht, denn sie transportieren wunderbar die Eintönigkeit und Ödnis in Teddys Leben als Ehefrau. Denn mehr ist sie für die Gesellschaft nicht, obwohl sie einen Studienabschluss hat und in der Botschaft arbeitet.

Insgesamt hat mich auch Teddys Naivität genervt. Was sie da so abzieht und wo ihre Prioritäten liegen, wie sie von einem Schlamassel in das nächste stürzt, das war schon etwas stark aufgetragen.

Was mit wiederum gut gefallen hat, waren die politischen Verzwickungen und die Abgründe der Familie um Teddy. Auch die Darstellung, wie sehr das Leben von Erwartungen geprägt war, die zu erfüllen sind und welchen Preis man dafür zu zahlen bereit war.

Eine krasse Geschichte, die zwar Längen hatte und bezüglich Teddys Persönlichkeit für mich auch nicht ganz rund, aber dennoch auch faszinierend war.

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Rezensionen von nil_liest:

Zwischen Nachtwache und Tagträumen

Der Schlaf der Anderen von Tamar Noort

Nach dem gefeierten Debüt Die Ewigkeit ist ein guter Ort, mit dem Tamar Noort Publikum und Kritik gleichermaßen für sich gewann, legt die Hamburger Literaturpreisträgerin (2019) nun mit Der Schlaf der Anderen ihren zweiten Roman vor – und beweist erneut, dass sie eine besondere Stimme in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ist.

Wo ihr Erstling mit leiser Melancholie von Lebensentwürfen und Sehnsüchten erzählte, taucht sie nun noch tiefer in das Zwielicht der Zwischenräume ein – zwischen Wachsein und Schlaf, Funktionieren und Scheitern, Nähe und Fremdheit.
Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen: Janis, die nachts als Aufsicht im Schlaflabor arbeitet, und Sina, eine Lehrerin, die durch Schlaflosigkeit und Lebensüberdruss an ihre Grenzen gerät. In einer schlaflosen Nacht kreuzen sich ihre Wege. Was zunächst wie ein flüchtiges Zusammentreffen erscheint, wird zum Auslöser eines feinen, fast schwebenden Romans über Selbstverlust, Freundschaft und die stille Rebellion gegen ein Leben im Takt der anderen.
Janis und Sina sind wie Gegenpole eines Lebenskompasses. Die eine hat sich dem Rhythmus der Nacht verschrieben, lebt zurückgezogen und scheinbar souverän im Stillstand. Die andere taumelt durch einen geregelten Alltag, der sie systematisch zermürbt: Ehemann, Kinder, Schule – die Rollen, die Sina innehat, füllen sie längst nicht mehr aus, sie engen sie ein. Tamar Noort gelingt es mit großer Empathie, beide Perspektiven greifbar zu machen. Dabei bedient sie sich eines klugen stilistischen Kniffs: Während Janis in der Ich-Perspektive spricht, wird Sinas Geschichte aus der dritten Person erzählt – ein literarischer Spiegel ihrer jeweiligen Selbstwahrnehmung.
Die Beziehung der beiden Frauen ist von Anfang an fragil, beinahe flüchtig, und doch hinterlässt sie Spuren. Ihre zarte Freundschaft ist kein Paukenschlag, sondern ein leiser Akkord, der lange nachhallt. Tamar Noort braucht keine großen Gesten – sie schreibt eindringlich, atmosphärisch dicht und mit dem feinen Sensorium für das Unausgesprochene. Es ist diese stille Kraft, die schon Die Ewigkeit ist ein guter Ort auszeichnete – und die auch Der Schlaf der Anderen durchzieht.
Die Erzählung kratzt nie nur an der Oberfläche. Tamar Noort schafft es, existenzielle Themen wie Burnout, weibliche Unsichtbarkeit und emotionale Isolation in einen poetischen Kontext zu setzen, ohne je ins Pathetische abzurutschen. Stattdessen legt sie feine Schichten der Innenwelt frei – mit einem Schreibstil, der klar, sinnlich und stets voller Respekt für ihre Figuren bleibt.
Das Cover – eine nachdenklich dreinblickende Frau mit Teetasse (mit zu großen Händen?) – trifft den Ton des Romans perfekt: Der Schlaf der Anderen ist ein Buch, das innehalten lässt. Es lädt ein, Fragen zu stellen, ohne zwingend Antworten zu geben. Und es erinnert uns daran, dass nicht jede Veränderung laut beginnt – manchmal reicht eine Begegnung in der Nacht, um alles in Bewegung zu setzen.
Tamar Noort hat mit ihrem zweiten Roman ein stilles, kraftvolles Werk geschaffen, das lange nachwirkt. Der Schlaf der Anderen ist keine leichte Lektüre – aber eine, die mit großer Genauigkeit von den Zumutungen des Alltags erzählt und der Kraft der Zwischenmenschlichkeit.

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Rezensionen von Novalie:

Spannender Ansatz

Entromantisiert euch! von Beatrice Frasl

Spannender Ansatz
In „Entromantisiert euch!“ nimmt Beatrice Frasl ein bisschen unsere Gesellschaft auseinander.
Dass die heterosexuelle monogame Liebesbeziehung für Frauen eher ein schlechter Deal ist, ist mittlerweile schon bekannt. Trotzdem kommen wir irgendwie nicht von der Vorstellung davon los.

Für mich war Dating immer wie ein Schauspiel mit verschiedenen Rollen oder ein Vorstellungsgespräch für einen Job, den man eigentlich nicht will. Wirklich tiefe zwischenmenschliche Beziehungen habe ich eher unter Freund:innen. Unsere Freundschaften gehen so weit, dass es schwer wäre, mit einem Fremden in einer Partnerschaft, ein ähnliches Vertrauensniveau zu schaffen. Und doch ist unsere Welt auf der Vorstellung einer heterosexuellen monogamen Beziehung als Idealbild aufgebaut.
Das fühlt sich irgendwie falsch an.
Das Buch ist etwas einseitig, aber die Gegenseite hat schon genug Raum bekommen und die Lesenden können den Inhalt bestimmt selbst einordnen.
Eigentlich ist das Buch überhaupt kein Appell an die Abschaffung der Liebe, sondern eher ein Aufruf zur Liebe, aber eben nicht zur romantischen, sondern zur freundschaftlichen.
Ich war nicht immer zu 100% derselben Meinung wie die Autorin, aber ich habe das Buch gerne gelesen und es hat meinen Horizont erweitert. Ich habe mich auch sehr verstanden gefühlt. Manche Bücher kommen einfach zum richtigen Zeitpunkt.

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Rezensionen von nil_liest:

Durch Schmerz und Hoffnung

Kankos Reise von Rin Usami

Ich lese gerne asiatische Literatur – sie öffnet oft Türen in innere Welten, in denen nicht das Gesagte, sondern das Ungesagte am lautesten spricht. Kankos Reise von Rin Usami ist so ein Buch. Schmal im Umfang, aber inhaltlich schwergewichtig. Es erzählt von Kanko, einer 17-Jährigen, die in einem fragilen, dysfunktionalen Familiensystem ihren Platz sucht – und fast daran zerbricht.

Ihre Mutter trinkt, seit einem Schlaganfall ist sie verändert; der Vater ist gewalttätig, die Brüder längst ausgezogen. Kanko bleibt. Weil sie noch zur Schule geht, weil sie nicht anders kann, weil das Leben manchmal einfach nicht die Wahl lässt.
Was mich tief beeindruckt hat, ist der Ton des Buches – leise, beinahe zurückgenommen, und gerade deshalb umso eindringlicher. Die Sprache ist schlicht und präzise, der Schmerz sitzt zwischen den Zeilen. Große Emotionen werden nicht benannt, sondern gespürt. Dialoge gibt es kaum – stattdessen Gedanken, Bilder, Erinnerungsfetzen, die sich langsam zu einem erschütternden Familienporträt zusammensetzen.
Auf einer Reise zur Beerdigung der Großmutter wird das fragile Gleichgewicht innerhalb der Familie auf die Probe gestellt. Es ist keine klassische Entwicklungsgeschichte – nichts wird „gelöst“, niemand wird „gerettet“. Und trotzdem entsteht eine Ahnung von Veränderung, ein zarter Hoffnungsschimmer im Grauschleier.
Mich hat das Buch bewegt. Nicht auf eine laute, dramatische Art – sondern auf die Weise, wie ein Lied, das man fast nicht hört, lange nachklingt. Für alle, die sich für psychologisch feine, stille Literatur interessieren, die Schmerz nicht scheut und Nähe im Schweigen findet, ist dieses Buch eine Entdeckung.
Wunderbar sprachlich aus dem Japanischen ins Deutsche übertragen von Luise Steggewentz.

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Rezensionen von Novalie:

Unterhaltsam und süß

Season for Scandal von Laura Wood

Unterhaltsam und süß!
Marigold Bloom wurde von ihrem Verlobten verlassen und nun steht sie auch noch kurz davor, ihren Blumenladen zu verlieren. Zufälligerweise trifft sie auf Oliver Lockhart, der sie der Agency for Scandal vorstellt. Doch als seine lang verschollene Schwester auftaucht, braucht er ihre Hilfe, um herauszufinden, ob sie wirklich ist, wer sie zu sein vorgibt.

Dafür geben sich die beiden als frisch verlobtes Paar aus und die ganze Sache wird kompliziert.
Ich mochte die beiden Protas richtig gerne! Sie waren süß, authentisch, etwas eigen aber im Herzen richtig gute Menschen. Ich liebe Fake-Dating Geschichten richtig gerne und konnte die Spannung zwischen den beiden richtig spüren.
Was ich an der Agency for Scandal Reihe so liebe, ist neben den starken Frauen und den sympathischen Männern, der Feminismus, der einfach allgegenwärtig ist. Es werden Geschlechterrollen und Machtverhältnisse hinterfragt und währenddessen Verbrechen gelöst und Mysterien entwirrt.
Gegen Ende war es auch bei diesem Teil etwas kitschig, aber bei dem ganzen Drama und der heftigen Story, gönnt man das den Protas doch sehr.
Agency for Scandal war ein echtes Jahreshighlight für mich und auch Season for Scandal hat mich richtig gut unterhalten.
Ich freue mich schon sehr auf den dritten Teil.

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Rezensionen von Streiflicht:

Schnell, packend, real

Die Agentur von Eva-Maria Silber; Mart Wolff

Da ich von der Autorin Eva-Maria Silber bereits „Der Teufel vom Brocken“ und „Föhr in Flammen“ gelesen habe und total begeistert war, war ich natürlich wieder total neugierig auf ihr neues Werk. Dieses hat sie gemeinsam mit Mart Wolff verfasst und es spielt in Dresden. Die Kurzbeschreibung hatte mich sehr neugierig gemacht.

Einem packenden Thriller kann ich nie widerstehen.
Auf den ersten Seiten musste ich erstmal das Personal kennenlernen. Harry Schmitt hat es mir einfach gemacht, ihn mochte ich sofort. Amal el Ahmar ist ein etwas sperriger Charakter, sie hat es nicht leicht und sie macht es niemandem leicht. Auch dem Leser nicht, aber genau solche Figuren liebe ich. Ich mag es, wenn ich mich erst hineinfinden muss und nach und nach erkennen kann, welche Persönlichkeit hinter der Fassade steckt. Wer Ermittler mit Ecken und Kanten und einem Privatleben, das sich aber nie in den Vordergrund drängt, mag, ist hier genau richtig.
Der Fall selbst hat mich tief in seinen Bann gezogen, der Hinweis „Ein packender Thriller, basierend auf realen, hochaktuellen Ereignissen“ hat nicht zu viel versprochen. Ich fand es erschreckend real und mag mir gar nicht vorstellen, dass es vermutlich tatsächlich so ist oder sein könnte. Auf jeden Fall würde ich gerne noch mehr von diesem Autorenduo lesen, gerne auch mit Amal und Harry, die beiden sind ein cooles Team, mit dem man gerne zusammen ermittelt.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:

Klassiker in neuem Gewand

Wer die Nachtigall stört ... Graphic Novel von Harper Lee

„Wer die Nachtigall stört“ gehört zu den bedeutenden Klassikern der Weltliteratur. Die Autorin, Harper Lee, bekam dafür den Pulitzer-Preis und der Film erhielt zahlreiche Oscars.

Mich begleitet und fasziniert dieses Buch schon seit vielen Jahren (Ja! Es gibt Bücher, die MUSS man öfter lesen!).

Klassiker als Graphic Novels sind für mich fast schon eine Kunstform und natürlich musste ich dieses Buch zu mir holen.

Fred Fordham hält sich treu an den Text, strafft nur hin und wieder ein wenig. Mir hat das gut gefallen, denn ich liebe diesen witzigen und wirklich klugen Text.
Absolut stimmig sind auch die Zeichnungen und auch ihre Farbgebung (sie erinnern stark an den Film mit Gregory Peck). Auf alle Fälle spiegeln sie die Atmosphäre des Buches perfekt wieder.
Es ist eine zeitlose Geschichte mit einem leider noch immer aktuellen Thema in einer neuen Erzählform.

Für mich ist es eine tolle Variante eines großartigen Romans!

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Rezensionen von Streiflicht:

Bedrückend

Deichschatten von Eva-Maria Silber

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil ich von der Autorin Eva-Maria Silber „Der Teufel vom Brocken“ und „Föhr in Flammen“ gelesen habe und total begeistert war. Leider konnte dieses Buch nicht ganz anknüpfen. Es waren zwei Geschichten in einer und das war mir hier etwas zu viel – auch weil sie meiner Meinung nach nicht so richtig miteinander verknüpft waren oder zu tun hatten.

Das hat mich eher verwirrt als Spannung erzeugt.
Der Erzählstrang um Christina, die Mutter mit dem Neugeborenen, hat mich wirklich bedrückt. Sehr authentisch und beklemmend wird hier die Geschichte einer Frau erzählt, die immer nur die Verliererin war. Sie ist es gewohnt, in ihrem Elend auszuharren und sich zu fügen. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf …
Die beiden Hauptfiguren Hannah Adams und Leyla Zapatka fand ich spannend in ihrem Zusammenspiel und in ihrer Verschiedenheit. Richtig gemocht hab ich allerdings leider keine der beiden Frauen, was mir die Lektüre etwas schwer gemacht hat.
Wer es düster und tragisch mag, wird sich von diesem Buch gut unterhalten fühlen.

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Rezensionen von Cellissima:

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Neuanfang in Notting Hill von Norie Clarke

Die junge Jess wurde von ihrem Freund betrogen und verlassen, ist pleite, kann nicht länger bei ihrer besten Freundin wohnen; sie sucht nach einer neuen und günstigen Bleibe. Die achtzigjährige Joan wohnt mit ihrem Hund in einem großen Haus in Notting Hill und sehnt sich nach Gesellschaft. Sie möchte daher ein Zimmer vermieten.

Über ein Inserat lernen die beiden sich kennen. Schnell zieht Jess bei Joan ein. Die beiden Frauen verstehen sich gut, und schnell haben sie einen Deal: Jess geht für ein paar Monate offline, lernt das Leben aus Joans Sicht kennen; Joan geht online und lernt das Leben aus Jess´ Blickwinkel kennen.
Joan hat Jahrzehnte zuvor die Liebe ihres Lebens verlasssen, konnte diesen Mann aber nie vergessen. Jess stellt Nachforschungen an - nicht ahnend, dass dies auch ihr Leben entscheidend verändern wird ...
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Cover und Klappentext gefielen mir hier auf Anhieb - und ich wurde nicht enttäuscht!
"Neuanfang in Notting Hill" ist ein abwechselnd aus der Sicht der beiden Frauen erzählter, sehr angenehm und flüssig lesbarer, alles anderer als seichter Roman. Es ist eine gelungene Mischung aus Mehrgenerationenfreundschaft, Liebesroman und Wohlfühlgeschichte, gewürzt mit einer Prise historischem Roman und Familiengeheimnis. Eine ebenso schöne wie traurige und dramatische, insgesamt sehr emotionale Geschichte mit wundervollen und liebenswerten Figuren und einer tollen Kulisse, die man einfach gerne liest und absolut genießen kann. Vor allem das Ende ist wunderschön und berührt sehr. Es ist eine dieser seltenen Geschichten, die wirklich ungefiltert beim Leser bzw. hier eher bei der Leserin ankommen.
Einzig auf den Erzählstrang bzgl. des Kinos hätte ich persönlich gut verzichten können; er hat mich weniger interessiert. Ansonsten hat mich "Neuanfang in Notting Hill" aber absolut überzeugt und begeistert.
Es ist das richtige Buch für alle, die Liebesgeschichten und Mehrgenerationengeschichten lieben und auf der Suche nach einem wirklich schönen Wohlfühlroman sind!

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