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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von begine:

Ein Leben

Blinde Geister von Lina Schwenk



Lina Schwenk lässt den Roman,
Blinde Geister, einen Familiengeschichte zwischen 1950er bis in die Gegenwart teilnehmen.
Sie lässt Olivia ihr Leben erzählen und die Ängste, die durch ihren Vater geschürt wurden. Es ist die Angst,, das die Russen einfallen könnten.
Ich bin im ähnlichen Alter wie Olivia, aber Gott sei Dank, haben meine Eltern mir keine Angst gemacht.

Auch meine Freundinnen und Verwandten mussten das nicht erleben.
Olivia lassen ihre Ängste dann auch nicht los und hat dann immer auch Angst um ihre Tochter.
Dieser vielschichtige Roman, ist ein Stück Zeitgeschichte Deutschlands.
Die Autorin hat ihn gefühlvoll gestaltet. Das Buch liest sich gut und ich kann es empfehlen.

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Rezensionen von begine:

Manila über viele Jahre.

Die Kollaborateure von Katrina Tuvera



Der Wagenbach Verlag verlegt immer anspruchsvolle Literatur.

Die Philippinische Schriftstellerin Katrina Tuvera schreibt ihren Roman, Die Kollaborateure, mit großer Prosa.
Es ist der erste Roman, der Autorin, der auf deutsch übersetzt wurde.
Sie zeigt als Hauptpersonen Carlos und Renata durch die Jahre flanieren.

Carlos beteiligt sich in der Politik, versteht es öfter die Parteien zu wechseln.
Die politischen Situationen werden gut erzählt. Die Geschichte des Paares wird nicht chronologisch dargestellt.
Es gibt noch ein Nachwort von Annette Hug, in dem die Geschichte der Philippinen genau erzählt.
Dieser Roman ist besonders aufschlussreich und unbedingt lesenswert.

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Rezensionen von peedee:

Nett für zwischendurch

Das kleine Bücherschiff 1 - Roman von Tessa Hansen

Das kleine Bücherschiff, Band 1: Die Freundinnen Miri und Katja erfüllen sich endlich ihren Traum der eigenen Buchhandlung. Und es ist nicht irgendeine Buchhandlung: Es ist eine Buchhandlung auf dem Schiff, genauer auf einer alten Barkasse im Hamburger Hafen. Mit viel Arbeit bauen sie den heruntergekommenen Kahn um.

Privat läuft es für Miri nach der letzten Enttäuschung auch gut, denn mit ihrem Nachbarn Henning könnte sie sich ein deutlich intimeres Verhältnis vorstellen. Doch dann der Schock: Die Miete für das Bücherschiff wird kurzerhand exorbitant erhöht, so dass das für die Neuunternehmerinnen nicht zu stemmen ist. Das Schiff soll luxussaniert werden – ausgerechnet durch Hennings Architekturbüro!

Erster Eindruck: Das Cover passt gut zum gewählten Buchtitel.

Es braucht eine Menge Mut, Idealismus, Geld und vielleicht auch eine Portion Naivität, um in der heutigen Zeit eine Selbstständigkeit im Buchhandel zu wagen. Und dann erst noch für zwei Frauen, die von fachfremden Berufszweigen kommen. Vor der Eröffnung steht jede Menge körperliche Arbeit an, denn das Schiff ist in keinem guten Zustand. Aber Miri und Katja sind so voller Adrenalin und Vorfreude, dass sie diese Arbeit gerne stemmen. Der Start ist gelungen, das Angebot wird von den Touristen, aber auch von den Anwohnern sehr gut angenommen.
Miri hat eine neue Wohnung und findet in dem Mietshaus auch gleich etliche junge Leute, die sie in ihre Clique aufnehmen. Neu eingezogen ist auch Henning, ein alleinerziehender Vater. Miri und Henning verstehen sich gleich gut. Sehr gut. Aber die Trennung der Eltern war für den sechsjährigen Finn nicht einfach zu verdauen und daher findet er Frauen doof, was er auch sehr deutlich äussert.

Das Buch ist nett für zwischendurch, aber deutlich zu lang für die Story. Der in der Inhaltsbeschreibung bereits angekündigte Knall wird in ein paar wenigen Seiten abgehandelt. So wie die Freundinnen sich zuweilen verhielten, erinnerten sie mich mehr an Pubertierende als an Erwachsene. Ein Happy End ist bei solchen Romanen immer nett, aber hier renkte sich viel zu schnell alles wieder ein. In der Ausschreibung hiess es „Ein betörender Wohlfühlroman über zwei engagierte Buchhändlerinnen“ – betörend war da für mich leider nichts. Von mir gibt es 3 Sterne.

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Rezensionen von lectrice:

Positive Einstellungen

All Better Now von Neal Shusterman

Ich liebe die Scythe-Reihe von Neal Shusterman und hatte deshalb hohe Erwartungen an das Buch. Und um es vorweg zu sagen: das Buch hat mir gefallen, aber es reicht nicht an die Scythe-Reihe ran.

Das Buch spielt einige Jahre nach Corona und mit Crown Royale gibt es eine neue weltweite Pandemie. Die Erkrankung ist heftig, aber wer sie übersteht, ist ein neuer Mensch.

Die Genesenen sehen alles positiv und sind mit sich im Reinen, führen ein glückliches Leben, setzen sich vorbehaltlos für Andere ein - auch wenn sie sich damit selbst in Gefahr bringen. Aber ist ein solches Leben wirklich erstrebenswert? Gerade für Machtmenschen und Superreiche ganz bestimmt nicht, denn sie sind nach der Erkrankung charakterlich stark verändert.

Rón ist der jüngste Sohn des drittreichsten Mannes der Welt und da er anfällig für das neue Virus ist, darf er das Penthouse nicht mehr verlassen. Mariel hingegen lebt mit ihrer Mutter im Auto und immer am Existenzminimum - also am entgegengesetzten Ende der Skala. Aber die beiden freunden sich an und es ist interessant zu lesen, wie sie sich entwickeln.

Ich möchte aber gar nicht mehr zum Inhalt verraten. Nur, dass es sich hier um den ersten Teil einer Dilogie handelt und am Ende die Weichen alle neu gestellt werden.

Ein Roman, der zum Nachdenken anregt und sich gut lesen lässt.

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Rezensionen von downey_jr:

Feinfühliger Coming-of-Age-Roman mit Tiefgang und Herz

Himmel ohne Ende von Julia Engelmann

Es ist nicht einfach, 15 Jahre alt zu sein, unglücklich verliebt, und mit der besten Freundin läuf es auch nicht gut. Charlie hadert mit ihrem Leben, mit ihren Gefühlen und Gedanken:

"Und als es klingelte, wünschte ich mir zum tausendsten Mal in diesem Schuljahr, ich wäre weg. Oder wenigstens woanders.

Und ich dachte mit einem komischen Gefühl daran, dass es allen egal wäre. Das ist keine Rolle spielte, ob ich da war oder weg. Weil ich an niemandem hin. Und niemand an mir."

Und Charlie vermisst ihren Vater, über sein Weggehen ist sie nie ganz hinweggekommen:

"Er hatte ein Loch hinterlassen, ein Loch in der Form meines Vaters, und ich, ich hatte durch das Loch in den Abgrund geschaut, während in mir die Liebe überlief, die jetzt nirgends mehr hin konnte.
Ich war zu jung, um zu wissen, wie das beides ging: Am Abgrund stehen, ohne hineinzufallen. Die Liebe behalten, ohne darin zu ertrinken. Also tat ich, was Mama tat: Ich gab ihm die Schuld und nannte ihn einen Feigling. Aber im Inneren gab ich die Schuld meiner Stille. Denn natürlich war ich es, die ihm zu viel geworden war. Und dann, dann versuchte ich es mit dem Vergessen."

Ihre Mutter hat einen neuen Freund, und so sehr sie ihr eigentlich dieses Glück gönnt, fühlt sie sich noch trauriger und einsamer. Sie zieht sich von allem und allen zurück; lässt niemanden an sich heran, ist oft den Tränen nahe.

Als im neuen Schuljahr Kornelius, genannt Pommes, in ihre Klasse kommt, ist er ein Lichtstrahl am Himmel für sie. Die beiden werden beste Freunde. Kann Charlie doch noch zu der werden, die sie gerne wäre?

"Ich konnte das nie zusammen bringen - wie ich aussah und wie ich mich innen drin fühlte."

"Und da wusste ich es. Dass ich etwas Eigenes aus meinem Leben machen musste. Dass ich es wenigstens versuchen musste. Dass ich lange genug eine Charlie gewesen war, die wartete, bis sie abgeholt wurde, eine Charlie, die andere aus der Ferne beobachtete und die sich das Herz brechen ließ. Dass ich nicht erst irgendwann jemand für jemanden sein wollte, sondern jetzt. Dass ich nicht warten wollte, bis ich an mein Leben rankam, sondern jetzt drankommen wollte. Nicht dass ich glaubte, jeden Moment sterben zu müssen, das nicht. Aber man wusste ja auch nicht, wie lange das Leben noch ging, das ist schon alles."

Julia Engelmann hat mit " Himmel ohne Ende" einen wunderschönen und berührenden Roman geschrieben, der allein schon sprachlich ein Genuss ist.
Die Geschichte von Charlie hat mich von Anfang an in den Bann gezogen, ihre Gedanken und Gefühle konnte ich sehr gut nachempfinden.
Die Charaktere fand ich alle ganz wunderbar getroffen; teils ein wenig skurril und sehr liebenswert - I love it (besonders Charlie, Pommes, Karl, Charlies Oma, und auch Doug).

"'Du bist ja selber komisch, du kannst das also gar nicht beurteilen', sagte er, und mir wurde warm im Bauch, und ich musste daran denken, wie Kathi mich letztes Jahr komisch genannt hatte und dass es aus Karls Mund ganz anders klang - wie etwas, das man nie wieder nicht sein wollte."

Der Roman liest sich wie ein Jugendroman, habe aber so viel Tiefgang, dass ich ihn unbedingt Erwachsenen genaus ans Herz legen möchte.

"'Wir müssen uns was wünschen', sagte ich. 'auf drei!'
Dann schloss ich die Augen. Und wünschte mir alles."

Ganz klare Leseempfehlung von mir!

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Rezensionen von liesmal:

Von Bamberg bekomme ich nie genug

DUMONT direkt Reiseführer Bamberg von Andreas Reuß; Stefan Fröhling

Bamberg ist die zweite Heimat meiner Familie. Darum sammeln wir so viele Informationen wie möglich. Dass wir dabei auf ´“DUMONT DIREKT Bamberg“ gestoßen sind, ist ein Glückstreffer.
Gut sortiert findet man in dem kleinen Büchlein, das nur wenige Zentimeter länger ist als eine Postkarte und 120 Seiten umfasst, Ideen und jede Menge Informationen aus allen Bereichen, die auf Reisen von Interesse sein könnten.

Wer direkt eintauchen möchte in die Stadt, der kann sich von dem Bamberg-Kompass mit 15 verschiedenen Wegen leiten lassen.
Stichwortartig wird man über die Museumslandschaft ebenso informiert wie über seine „Bierseligkeiten“ (was für ein Wort!).
Übernachtungsmöglichkeiten und die Rubriken „Satt und glücklich“, „Stöbern und entdecken“ sowie „Wenn die Nacht beginnt“ findet man auch noch.
Insgesamt habe ich viel Liebgewonnenes und Bekanntes zum Erinnern entdeckt, aber auch eine Menge Neues, das es noch zu erforschen gibt. Dabei kann vielen auch der beigefügte Stadtplan eine Hilfe sein.
Ich empfehle den „DUMONT DIREKT Bamberg“ sehr gern als nützlichen Reisebegleiter.

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Rezensionen von liesmal:

Es sollte eine Zeit der Hoffnung sein

Der Sommer am Ende der Welt von Eva Völler

„An manche Dinge sollte man sich nicht erinnern müssen“
Hauptprotagonistin der Geschichte ist die Journalistin Hanna, die in einem Artikel über sogenannte Verschickungskinder berichten will, die in den Sechzigerjahren in einem Kinderkurheim auf Borkum schlimme Erfahrungen gemacht haben und dabei seelisch zutiefst verletzt worden sind.

Hanna reist zu Recherchezwecken nach Borkum. Sie wohnt mit ihrer Tochter in dem Hotel, das früher ein Kinderkurheim war. Von hier aus führt sie auch Telefongespräche mit Sabine, die selbst vor 60 Jahren eines der Verschickungskinder war.
Durch diese Gespräche mit Sabine, die aus dem Heimalltag berichtet, spielt die Geschichte in zwei verschiedenen Zeitebenen. Rein äußerlich sind sie durch verschiedene Schriftarten gut zu unterscheiden.
Was Sabine zu berichten hat, lässt meinen Atem stocken und in ganz schlimmen Momenten fast das Blut in den Adern gefrieren. Was mich besonders schwer betroffen gemacht hat, ist allein die Vorstellung, dass die Kinder dort ihren Namen abgeben mussten und nur noch Nummern waren. Nummern, die zum Beispiel essen mussten, was ihnen vorgesetzt wurde – und um jeden Preis musste der Teller leer gegessen werden, sonst …
Es ist schlimm und fast nicht zu glauben, wie unmenschlich die Kinder von einigen der Betreuerinnen und Betreuern behandelt worden sind. Zum Glück gab es aber auch Menschen wie Louise, durch die den Kindern wenigstens ab und zu liebevolle Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde.
Die Geschichte, die Eva Völler schreibt, ist fiktiv, doch überall in Deutschland hat es in den Sechzigerjahren und weit darüber hinaus Kinderkurheime gegeben, in denen Kinder Dinge wie diese erzählten erlebt haben.
Lange hat mich das Buch nicht losgelassen, bis zu dem Augenblick, der schon in der Buchbeschreibung zu lesen ist: Das Tagebuch einer ehemaligen Betreuerin wird Hanna zugespielt, es ergeben sich Hinweise auf ein Verbrechen, Hanna versucht die Wahrheit ans Licht zu bringen. Damit habe ich nach etwa zwei Dritteln des Buches leider den Zugang zur Geschichte verloren. Es ging weiter zurück in die Vergangenheit. Alles, was dann kam, wirkte für mich „überladen“, ich war nicht mehr in der Geschichte, für mich war es eine andere geworden, eine, die ich in diesem Zusammenhang nicht gebraucht hätte.
Ich gebe trotzdem die Empfehlung, das Buch zu lesen, das die Zeit der Verschickungskinder beschreibt. Vielleicht ist die Geschichte nur für mich „überladen“.

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Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:

Mit Humor zum Mut

Gönn dir einen Mutausbruch! von Heike Abidi; Ursi Breidenbach

Die Bücher von Ursi Breidenbach und Heike Abidi sind ein Garant für tolle Lesezeiten und eine perfekte Kombination zweier Autorinnen, die so locker und leicht harmonieren, dass man völlig in ihre Welt eintaucht.
Natürlich war ich deshalb extrem gespannt auf das neue Buch „Gönn dir einen Mutausbruch“ und bin davon total begeistert.

Die beiden Autorinnen erzählen jeweils aus ihrer Sicht etwas zum Thema Mut, es werden Frauen vorgestellt, die mutig sind oder waren und oben drauf gibt es wertvolle Lösungsansätze, wie man seine Angst überwindet.
Ursi und Heike bringen dabei ihre persönlichen Geschichten mit ein und lassen einen oftmals schmunzelnd zurück – aber auch nachdenklich und selbstreflektierend.
Ich habe mich von diesem Buch getragen gefühlt, gestärkt und angeschubst, im liebevollen Sinne, und möchte es in meiner Tasche mit mir tragen, um immer wieder reinschauen zu können – so als hätte ich zwei sehr gute Freundinnen in meiner Tasche, die mir immer wieder Mut machen !
Für mich ein absolut tolles Buch mit wundervollem Humor und Charme und der Fähigkeit Frauen zu supporten und Mut zu machen !

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Rezensionen von clematis:

Eine Stimme für die Erde

In uns der Ozean von Theresia Graw

Rachel Carson wird von Mary Scott, ihrer Professorin am Pennsylvania College, für die Naturwissenschaften begeistert und möchte in der Forschung Fuß fassen, besonders der Lebensraum Meer hat ihr Interesse geweckt. Als im Jahre 1929 Rachels Vater verstirbt, bricht ihr Lebenstraum aber jäh in sich zusammen, denn sie muss die Promotionsstelle in Woods Hole aufgeben noch bevor sie sie angetreten hat, um die Familie fortan finanziell zu unterstützen.

Dennoch findet sie Wege, sich mit der Natur und dem Planeten Erde auseinanderzusetzen: sie schreibt Artikel für Journale und Zeitungen, veröffentlicht drei Bücher über das Meer, um Wissenschaft spannend und gut verständlich für jedermann zugänglich zu gestalten. Aber dann wird das Insektengift DDT entdeckt und als Wundermittel vermarktet – Rachel beschleichen Zweifel.

Auf großartige Weise verknüpft Theresia Graw eine überaus interessante Biographie und eine sehr spannende fiktive Handlung zu einem meisterhaften Roman, erhebt im Namen der engagierten Biologin eine Stimme für die Erde. Anfangs eher ruhig, wird die Handlung im Laufe der Kapitel immer aufregender, der Kampf gegen den vorbehaltlosen Einsatz von Umweltgiften hitziger. Kaum jemand unterstützt die mutige Wissenschaftlerin, denn sie ist nicht promoviert, nicht verheiratet, gilt zur damaligen Zeit mehr als verschrobene alte Jungfer denn als ernstzunehmende Forscherin. So spiegelt die Autorin dieses fesselnden Buches die gesellschaftliche Stellung der Frau bestens wider und zeigt gleichzeitig auf, welcher Pioniergeist in Rachel Carson gesteckt hat.

Voller Lebendigkeit erzählt Rachel in der Ich-Form über ihr bewegtes Leben, ihre Träume und Hoffnungen, Ziele, die sie sich gesteckt hat und deren Erreichbarkeit mitunter in weite Ferne rückt. Bildhaft und lebendig geht es über Plankton und Krebstierchen hin zu Wildgänsen und Seeadlern, beeindruckende Naturschauplätze tun sich vor unserm geistigen Auge auf, lauscht unser Ohr den Vogelstimmen, welche den Frühling ankündigen. Als dieses Konzert eines Tages ausbleibt, erhebt sich Rachels innere Stimme, ermutigt sie, ihrer Intuition zu folgen, sie beginnt einen scheinbar ausweglosen Kampf gegen die Windmühlen der chemischen Industrie und der Behörden, welche veranlassen, dass das Insektengift DDT in unkontrollierten Mengen über Natur und Menschen ausgesprüht wird. Zu aller Wohle, wie man nicht müde wird, zu betonen. Der Bogen spannt sich über die Tatsache, dass alles Leben auf der Erde zusammenhängt und kein Eingriff durch den Menschen ohne Folgen bleibt.

Theresia Graw weckt nach ihren bisherigen Romanen hohe Erwartungen und wird diesen auch mit dem vorliegenden Buch in jeder Weise vollkommen gerecht. Ein zeitloses Thema, welches ganz konkret Rachel Carson als mutige Umweltschützerin in den Mittelpunkt rückt und ganz allgemein dazu anregt, sich zu engagieren, auch wenn es heißt, gegen den Strom zu schwimmen. Hervorragend werden sachliche Inhalte in eine unterhaltsam zu lesende Form gebracht. Dafür gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

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Rezensionen von DoraLupin:

Beeindruckend geschrieben

In uns der Ozean von Theresia Graw

Das Cover und der Titel haben mich direkt neugierig gemacht, aber als ich den Klappentext gelesen habe, wollte ich diese Geschichte unbedingt anhören. Ich habe selbst in meinem Beruf viel mit psychischen Erkrankungen zu tun und wollte deshalb wissen wie der Autor mit dem Thema umgeht. Ich wurde sehr positiv überrascht, denn die Geschichte ist frei von Klischees und erzählt beeindruckend wie es diesen Menschen wirklich geht.

Inhaltlich dreht sich das Hörbuch um darum: Bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter durch eine Verwechslung alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. Wie hat es so weit kommen können? Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Großvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Und er blickt auf seinen eigenen Weg: Eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus. Und wie er schließlich doch in der Anstalt landet – als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Vor allem aber muss er sich bald die Frage stellen, was das sein soll: ein normaler Mensch.

Ich brauchte ein wenig um ganz in die Geschichte reinzukommen, denn der Schreibstil ist sehr schnörkellos und ziemlich zackig. Ausserdem gleicht das Buch eher einem Bericht, aber ich denke das ist bei diesem Thema auch durchaus gewollt. Man kommt dem Erzähler nicht so nah wie bei anderen Büchern was einfach auch am Stil der Geschichte liegt. Nach wenigen Minuten des Hörbuchs war ich dann aber richtig in der Geschichte drinne und wollte in jeder Minute weiter hören. Das Hörbuch kann fesseln und ist sehr mitreißend erzählt, da auf das Thema psychische Erkrankungen in mehreren Schichten eingegangen wird. Einmal geht der Erzähler auf die Erkrankungen in der eigenen Familie ein, dann arbeitet er in einer Psychiatrie und erzählt hier seine Erlebnisse. Ich habe zunächst die Befüchtung gehabt, dass der Autor das Thema psychische Erkrankungen überspitzt und karikaturhaft beschreiben würde wie es in einigen Filmen dargestellt wird, aber der Autor behandelt das Thema, im Gegenteil immer sehr objektiv und sehr wahrhaftig. Es gibt einige sehr weise und beeindruckende Sätze in dieser Geschichte die allzu wahr sind, dass viele Klienten zum Beispiel gerne in die Psychiatrie zurückkehren und nicht wie oft gedacht von ihr fliehen wollen, ist nur eine davon. Ich habe lange hin- und herüberlegt ob ich dem Buch 4 oder 5 Sterne geben möchte, der Abzug ist für mich deshalb, weil der Erzähler mir manches Mal zu oft in der Geschichte springt. Von der Gegenwart in die Vergangenheit, von der Mutter zum Vater usw. Hier hätte ich mir eine etwas klarere Linie gewünscht die weniger verwirrend ist. Außerdem endet das Buch doch etwas trostlos und bedrückend, ich hätte mir gewünscht das noch ein wenig mehr positives erzählt wird, denn das gibt es durchaus. Ansonsten aber ein sehr beeindruckendes Werk, das vorallem zu empfehlen ist, wenn man sich wirklich für psychisch erkrankte Menschen interessiert.

Der Sprecher hatte eine angenehme Stimme und hat weitestgehend gut vorgelesen. Manchmal kamen mir die Pausen etwas lang vor, aber die meiste Zeit hat er mitreißend gelesen.

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