Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Reiseweise:
Splitter
Die Straße von Robert Seethaler
In Robert Seethalers neuem Roman stellt er das Leben der Bewohner der Heidestraße in kurzen Absätzen dar. Es geht um Liebe, Verlust, das Altern, das Scheitern, die Veränderung. Alles in sehr kurzen Bruchstücken erzählt, teilweise nur eine Zeile lang. Wo genau diese Straße liegt, wird nicht erwähnt (irgendwo in Österreich, denn es gibt ein Magistrat in der Straße und es werden Buchteln in der Bäckerei verkauft).
Wann genau die Geschichten spielen, ist auch unklar (es wird aber noch in Mark und Groschen bezahlt).
Teilweise sind die kurzen Beobachtungen interessant und man möchte gern wissen, wann die erzählenden Personen wieder auftauchen. Oftmals sind sie aber auch belanglos, verworren und verwirrend. Es ist selten klar, wer genau gerade erzählt - bei manchen löst es sich auf, bei vielen aber auch nicht. Viele Erzählstränge bleiben leider offen, was sehr unbefriedigend ist. Insgesamt liest sich der Roman schnell, was aber auch daran liegt, dass man viele Seiten mehr oder minder überfliegt, da die Erzählsplitter einen nicht abholen.
Rezensionen von Anno:
Sehr, sehr hilfreich
Fernwandern für Frauen von Nina Rühlig
Am Berg sind alle gleich. Oder etwa doch nicht? Dieses Buch bereitet Frauen sehr gut auf das Abenteuer Fernwandern vor und beschäftigt sich neben Grundlagen rund um Planung, Ausrüstung und Verpflegung auch speziell um den Abbau von typischen Ängsten und den Besonderheiten, die Frauen betreffen.
Als Zielgruppe sehe ich hier Frauen ohne oder mit nur geringer Wandererfahrung, wozu auch im mich zähle.
Der Wunsch allein über mehrere Etappen hinweg zu wandern, schlummert aber schon länger in mir. Umgesetzt habe ich es jedoch nie. Da waren die Kinder, die Angst allein unterwegs zu sein (ja, diese war trotzdem da) und die Unsicherheit zur Ausrüstung. Doch alle Zweifel konnten mit diesem Buch ausgelöscht werden. Und plötzlich schien mir mein Vorhaben so realistisch, dass ich am liebsten sofort aufgebrochen wäre…
Dieses Buch ist toll! Es motiviert ungemein und ist sehr praxisbezogen. Selbst für Situationen wie ein mögliches übergriffiges Verhalten, Wetter und Verletzungen oder besondere Lebensabschnitte wie Schwangerschaft, Wechseljahre oder das Wandern mit Kinder erhält man wertvolle Tipps.
Der Ton des Buchs ist wertschätzend, abwechslungsreich und interessant. Ich habe es mit viel Freude und in kürzester Zeit gelesen und fand es ungemein hilfreich. Mit dem Ergebnis, dass sich mein Denken dadurch deutlich verändert hat und ich meinen lang gehegten Traum nun tatsächlich umsetzen möchte.
Rezensionen von yellowdog:
Eine Sache der Wahrnehmung
Links-grüne Meinungsmacht von Julia Ruhs
Der Buchtitel hat mich erstaunt, da ja eigentlich die Rechten in den letzten Jahren auf dem Vormarsch sind und ihre Meinungsmacht inzwischen vielfach übernommen wurde. Aber Julia Ruhs hat insbesondere die öffentliche-rechtlichen und etablierten Medien und Zeitungen ins Auge gefasst. Ich nehme das nicht so wahr, wie Julia Ruhs, aber sie schöpft ihre Erfahrungen aus Gesprächen und Rückmeldung an sie sowie aus den Reaktionen aus ihren Veröffentlichungen.
Hat sie anfangs auch Shitstorms ertragen müssen durch ihre konservativ-liberalen Stellungsnahmen, bekommt sie später viel Beifall.
Ich denke, Julia Ruhs vermittelt mit ihrem Buch ein verzerrtes Weltbild. Andererseits war es wirklich interessant zu lesen, wie sie zu ihrer Wahrnehmung kommt.
Rezensionen von Shilo:
Wer war Nikolas wirklich?
Eine Liebe ohne Sommer von Timothy Paul
Manche Geschichten erzählen von Liebe. Andere zeigen, was bleibt, wenn plötzlich Fragen offen sind. Genau dieses Gefühl begleitet die Geschichte über viele Seiten. Zwischen Trauer, Unsicherheit und der Suche nach einem Menschen, den man vielleicht nie ganz gekannt hat, entwickelt sich ein stiller Roman.
Immer wieder tauchte beim Lesen der Gedanke auf, wie viel man von einem anderen Menschen wirklich wissen kann.
Am Anfang steht eine Begegnung, die leicht wirkt und Hoffnung mitbringt. Die kurze Zeit zwischen Rosa und Nikolas fühlt sich nah an und zeigt dieses vorsichtige Kribbeln, wenn etwas Neues beginnt. Umso härter wirkt alles, was danach passiert. Doch die Geschichte bleibt nicht beim Verlust stehen. Stattdessen macht sich Rosa auf die Suche nach Antworten und stößt auf Menschen, die Nikolas von einer anderen Seite kannten. Mit jeder Begegnung verändert sich das Bild von ihm ein wenig mehr. Dadurch entsteht oft das Gefühl, gemeinsam mit Rosa nach Puzzleteilen zu suchen.
Rosa wirkt dabei meist glaubwürdig. Ihre Unsicherheit und ihr Wunsch zu verstehen, was wirklich hinter manchen Dingen lag, sind nachvollziehbar. Einige Begegnungen berühren eher leise, andere sorgen dafür, dass frühere Eindrücke plötzlich anders wirken. Besonders die ruhigeren Momente haben mir gefallen, weil sie den Figuren Zeit geben.
Der Schreibstil liest sich angenehm und lässt den Gefühlen Raum, ohne zu schwer zu werden. Neben der Liebesgeschichte geht es auch darum, wie Erinnerungen entstehen und wie unterschiedlich Menschen einen anderen sehen können. Diese Gedanken ziehen sich unauffällig durch das Buch.
Nicht jede Entwicklung lässt sich sofort erahnen. Dadurch bleibt die Geschichte interessant. Es ist kein Roman, der auf große Dramatik setzt. Manche Szenen bleiben noch im Kopf, weil sie traurig wirken, ohne übertrieben zu sein.
Wer Bücher mag, die Liebe, Verlust und offene Fragen miteinander verbinden, könnte hier gut aufgehoben sein. Die Geschichte entfaltet sich langsam und nimmt sich Zeit. Dafür gebe ich 4 Sterne, weil die Mischung aus Gefühlen, Geheimnissen und der Suche nach Wahrheit berühren konnte, auch wenn an manchen Stellen etwas mehr Tiefe schön gewesen wäre.
Rezensionen von Lealein1906:
Auf ins düstere Oz
West of Wicked. Folge deinem Verlangen von Nikki St. Crowe
"West of Wicked" hat mich insgesamt gesehen doch gepackt und ich bin gerne in diese neue Interpretation von Oz hineingetaucht. Es gibt war die eine oder andere Schwäche, aber ich gebe gerne 4 Sterne für das Buch.
Dass diese Oz-Geschichte eher düster und für Erwachsene ist, merkt man ziemlich schnell.
So gibt es eine erste pikante Szene und der Tod der Hexe des Ostens ist etwas - nennen wir es spannender. Es fehlen auch der strahlende Sonnenschein und die grünen Wiesen aus der Kindergeschichte. Neben den bekannten Figuren gibt es auch einige neue Charaktere. So gibt es als ersten Perspektivwechsel ein Kapitel aus der Sicht von Cleo, die für die Hexe des Ostens gearbeitet hat. Der Großteil der Geschichte wird aus der Sicht von Dorothy erzählt, es kommen aber dann durchaus viele Personen zu Wort, ob die Hexe des Westens, der Blechmann, die Vogelscheuche, usw. Nett ist, dass jede Person ihr eigenes Symbol hat, das über den jeweiligen Kapiteln prangt. Oh, und im Einband des Buches gibt es eine schöne Karte, das mag ich immer gerne.
Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Leider gibt es im Mittelteil des Buches einige Längen und einige Szenen wirken etwas konstruiert, eher schwer nachvollziehbar. Zum Beispiel (ohne spoilern zu wollen), wenn man auf der Flucht erst einmal über einander herfällt... Dazu kommen viele Fragezeichen, die eigentlich im Laufe der Geschichte immer mehr werden. Erst gegen Ende lösen sich dann die ersten Sachen auf (das sorgt natürlich einerseits für Spannung, andererseits wäre man zwischendurch mal für ein paar Häppchen dankbar :D). Aber noch lange nicht alles. Deswegen bin ich schon gespannt auf den zweiten Band, auf den wir ja leider noch eine ganze Weile warten müssen. Ich empfehle das Buch an alle, die Neuinterpretation von Märchengeschichten mögen.
Rezensionen von Ryria:
Fragile Familienbande
Summer Storms von Sarah MacLean
Eine unglaubliche reiche Familie, ein verstorbener Vater und diverse Aufgaben um das Erbe zu bekommen - was soll schon schiefgehen?
Alice trifft auf der Familieninsel nach Jahren ihre Mutter und Geschwister wieder, dazu lernt sie Jack kennen, mit dem sie eine Nacht verbracht hat, ohne zu wissen, dass er die Aufgaben fürs Erbe überwachen wird.
Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive von Alice erzählt, zwischendurch gibt es jedoch auch einzelne Kapitel aus der Sicht der Geschwister. Diese haben mir immer sehr gut gefallen und ich hätte gerne noch mehr davon gehabt, da man so die Nebencharaktere noch besser kennenlernen und verstehen konnte.
Das Erzähltempo habe ich zu Beginn als sehr angenehm empfunden, jeder Charakter wird nach und nach einzeln eingeführt, sodass man sich alle gut merken kann und gleichzeitig in die Handlung eintaucht. Es werden einige Fragen aufgeworfen, die neugierig machen und ein wenig Spannung aufbauen. Im Mittelteil flacht diese jedoch dann etwas ab und ich fand es teilweise sogar leicht zäh. Es passiert nicht wirklich viel, dafür gibt es immer wieder sehr lange Dialoge. Einerseits lerne ich die Personen gerne so besser kennen, andererseits hätte man sie auch durch mehr Handlungen zusätzlich charakterisieren können.
Im Fokus standen hier regelmäßig auch die Familienbeziehungen und ich fand es schön, diese zu erkunden und ihre Entwicklung zu verfolgen, besonders bei den Geschwistern gab es hier viele kleine schöne Momente.
Gar nicht packen konnte mich hingegen die Liebesgeschichte - ich habs einfach nicht gefühlt. Zu Beginn hatte es Potential, aber im weiteren Verlauf war für mich die Chemie nicht wirklich vorhanden, daher würde ich es als "Sommerromanze" eher nicht weiterempfehlen.
Wer jedoch einen Einblick in die Welt der Superreichen werfen und dabei Geschwisterbande erkunden möchte, der wird hier gut unterhalten.
Rezensionen von Dragon:
Wer zieht hier die Fäden?
Die Queen von Mayfair von Alex Hay
Der Roman „Die Queen von Mayfair“ spielt im viktorianischen London und knüpft an „Mayfair House“ an. Ohne den Vorgängerroman zu kennen, lässt er sich auch ohne Vorkenntnisse gut lesen und verstehen: Quinn treibt ein Spiel mit der High Society, denn sie will sich einen lukrativen Junggesellen angeln.
Dabei schlüpft sie gekonnt in eine Rolle. Sie ist die Königin eines Spiels, das sie selbst perfekt beherrscht. Nach klaren Regeln läuft ihr Plan ab, die Schlinge zieht sich enger um die Beute. Was sie jedoch nicht ahnt, ist, dass nicht nur sie ein Spiel spielt. Die Macht der Intrigen zieht mehrere Fäden, und jeder, der sich auf das Netz einlässt, wird selbst Teil des Spiels.
Mir persönlich gefallen besonders die Charaktere, da sie scharf gezeichnet sind: interessante Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten, Geheimnissen und spannenden Familienhintergründen. Niemand bleibt blass; alle wirken lebendig und fesselnd. Wie die Tage des Spiels fortschreiten, so lernt der Lesende auch die Figuren näher kennen, erfährt deren Hintergründe und Beweggründe und erlebt als außenstehender Betrachter, wie sich die Fäden der Geschichte durch die Beziehungen der Figuren miteinander verweben.
Die Story baut sich logisch und stetig auf, tagtäglich mit der Auflistung der einzelnen Tage. Sie treibt zielstrebig auf den Höhepunkt zu. Mit jedem Einblick in das Leben der Protagonisten gewinnt der Lesende einen leichten Vorteil gegenüber den Figuren und kennt schon Details, die ihnen noch verborgen sind. Doch dieser Wissensvorsprung sorgt gerade dafür, dass die Spannung bleibt. Man wird so tief ins Intrigennetz gezogen, dass das Buch sich zu einem echten Pageturner entwickelt.
Alex Hay gelingt es, die viktorianische Atmosphäre greifbar zu machen, Rauch, Prosa, feine Spitze und der Geruch von Macht. Die Erzählung ist in angenehmem Schreibstil gehalten, lässt sich flüssig verfolgen, doch manchmal aufgrund der unvorhergesehenen und plötzlichen Wendungen ein wenig zu sprunghaft. Alles in allem ist der Roman jedoch sehr unterhaltsam und der einzige echte Kritikpunkt für mich ist das Ende, das mich eher unbefriedigt zurück lässt. Gefallen hat mir aber, wie aus den einzelnen Geheimnissen und den Beziehungen der Figuren ein dichtes Netz aus Spannung entsteht, das sich Kapitel für Kapitel enger zieht.
So lässt sich sagen, dass „Die Queen von Mayfair“ ein starkes Nachfolgewerk ist, das auch ohne Vorkenntnisse aus „Mayfair House“ gut zu lesen ist. Es bietet lebendige Figuren, eine durchdachte, schrittweise erzählte Handlung und eine düstere Faszination für Machtspiele in einer glitzernden, gefährlichen Welt. Wer Intrigen, feine psychologische Spannung und viktorianische Atmosphäre mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Empfohlen für Lesende, die clevere, scharfsinnige Charaktere mögen, bei denen jedes Wort sitzt und jeder Blick eine Absicht verrät.
Rezensionen von Ryria:
Richtig guter Ansatz mit schwächerem Verlauf
Mit anderen Augen von Jane Tara
Manchmal fühlt man sich einfach nicht richtig gesehen oder direkt ganz unsichtbar - in der Welt des Romans ist dies wörtlich zu nehmen. Überwiegend Frauen über 50 Jahren können an Unsichtbarkeit erkranken, nach und nach werden ihre Körperteile unsichtbar. Auch Tilda ist hiervon betroffen, doch sie will es nicht akzeptieren und macht sich auf die Suche nach der Heilung.
Die Geschichte hat so gut begonnen, dann aber im Mittelteil und Ende leider wieder nachgelassen und ich finde es richtig schade.
Zu Beginn überzeugen die Protagonistin sowie die Nebencharaktere mit wunderbarer Selbstironie und tollem Humor, man findet sie direkt sympathisch und kann sowohl die Familienbande als auch die Freundinnenschaften echt feiern.
Dazu werden extrem wichtige gesellschaftskritische und feministische Themen auf eine gleichzeitig unterhaltsame und doch emotionale und leicht anklagende Art aufgegriffen, sodass man durch die Seiten fliegt und dabei noch viel Stoff zum Nachdenken findet. Genau wie Tilda kann man gut über sich selbst reflektieren und wertvolle Lektionen für das eigene Leben mitnehmen.
Irgendwann im Mittelteil hat mir der Wandel der Erzählung dann aber nicht mehr so gut gefallen: Es wirkt ein wenig wie ein Selbsthilferatgeber, dazu werden (für meinen Geschmack zu viele) Elemente der Meditation eingebaut und dies in Kombination als Wundermittel verkauft. Ich persönlich konnte damit nicht so viel anfangen und fands auch schade, dass sich Probleme viel zu einfach wieder lösen. Die Bezeichnung des Klappentextes als "Märchen" ist hier echt passend, auch wenn es ganz anders angefangen hat.
Eine andere Richtung hätte das Buch überragend machen können, so wird es mir leider nur als ganz nette Unterhaltung im Gedächtnis bleiben.
Rezensionen von Katja K.:
Starke Kombi aus reifen Charakteren, Charme und Spannung
Witch of the Wolves: Halbmond Erbe von Kaylee Archer
Hexen und Werwölfe im viktorianischen London, reife Charaktere, feiner Humor, eine Prise Feminismus und viel Spannung - was will man mehr?!
Ich liebe Wölfe und Werwölfe, so dass mich dieses Buch gleich neugierig gemacht hat. Die Story beginnt eher ruhig mit einiger Situationskomik und den ersten unerwarteten und spannenden Wendungen, bis sie sich zum Ende hin zu einem regelrechten Showdown steigert.
Besonders gut hat mir der unaufgeregte, dem Setting entsprechend etwas altmodische und verschmitzt-humorvolle Schreibstil gefallen, der zugleich so bildhaft ist, dass ich mir das Ganze wie in einem Film vorstellen konnte. Er sorgt dafür, dass die Geschichte bei aller Unberechenbarkeit und Grausamkeit doch auch immer ein bisschen charmant und leicht wirkt. Es wird ausschließlich aus Cordelias Perspektive (Ich-Form) erzählt, was sich für mich stimmig angefühlt hat.
Die Charaktere fand ich toll. Sie haben sich reif und erwachsen verhalten,; nicht so, wie in vielen anderen Romantasy-Romanen, wo einfach mal impulsiv vorgeprescht wird. Sowohl Cordelia als auch Bishop mochte ich als Protagonist*innen sehr. Das kommt bei mir eher selten vor, weil ich meistens einen der beiden Hauptcharaktere zu blass oder zu wenig ausgearbeitet finde. Auch die Dynamik zwischen den beiden konnte ich spüren.
Ich möchte gar nicht zu viel verraten. Ich habe das Setting auf jeden Fall geliebt und war zunehmend gefesselt von der Story, die man nie so ganz vorhersehen konnte. Spice-Szenen gibt es auch, aber nicht in übertriebenen Ausmaß.
Ich kann das Buch allen empfehlen, die Hexen und Werwölfe und viktorianische Settings lieben, die auf reife Charaktere stehen und auch eine langsamere, dafür aber sehr charmante und durchdachte Storyentwicklung zu schätzen wissen.
Rezensionen von PMelittaM:
Unterhaltsam
The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love von Josie Silver
Melody Bittersweet kann, wie alle Frauen ihrer Familie, Geister sehen. Diese Fähigkeit wird schon lange für das Familiengeschäft genutzt, die Kundschaft freut sich, wenn der:die Verstorbene ihnen noch verraten kann, wo ein dringend benötigtes Schriftstück oder ein vermisster Schlüssel zu finden ist.
Doch Melody will mehr und gründet die erste weibliche Ghostbusting-Agentur, mit der sie sich um im Diesseits festsitzende oder die Lebenden störende Geister kümmern möchte. Schnell findet sie auch einen ersten Kunden, dessen Haus nicht verkauft werden kann, bevor nicht der Geisterspuk darin endet.
Der Roman ist eine Mischung aus Mystery, Krimi und Liebesgeschichte, wobei mich vor allem die ersten beiden angesprochen haben. Melody lernt schnell die drei männlichen Geister kennen, die sich im Haus befinden und es nicht verlassen können. Irgendetwas hält sie im Diesseits, und Melodys Aufgabe ist es, herauszufinden, was es ist, und letztlich dafür zu sorgen, dass die Geister ins Jenseits gehen können.
Unterstützt wird sie dabei von ihrer besten Freundin Marina Malone, Arthur Elliott, dessen verstorbener Vater ein gutes Wort für ihn eingelegt hat, und der Sekretärin Glenda Jackson, die auch schon lange im Familiengeschäft arbeitet. Alle haben ihre eigenen besonderen, vollkommen natürlichen Fähigkeiten, die sich im Laufe der Geschichte bezahlt machen.
Leider ist Melody nicht die einzige in der Stadt, die Geister sehen kann. Leo Dark ist nicht nur ihr Ex, sondern er hat es auch geschafft, eine Fernsehshow zu bekommen, und macht sie ebenfalls an die Aufgabe, das Haus geisterfrei zu machen. Und wäre das nicht genug, muss sie sich auch noch mit dem Journalisten Fletcher Gunn herumschlagen, der den ganzen Geisterkram für Bauernfängerei hält. Und dann sind da natürlich auch noch ihre Mutter und ihre Großmutter, beide recht skurril, die weiterhin das Familiengeschäft betreiben.
Die Autorin lässt Melody die Geschichte selbst in Ich-Form erzählen. Leider ist Melody nicht mein Lieblingscharakter, sie nervte mich beim Lesen öfter. Immer wieder erzählt sie, dass sie ja schon 27 Jahre alt ist, benimmt sich oft aber eher wie ein liebestoller Teenager, vor allem auch, wenn sie Leo und Fletcher trifft. Voller Abneigung, aber auch voller Hormone, die sie zu den beiden, und sogar einem der Geister, hinziehen. Ich will nicht verschweigen, dass das auch zu manch witzigen Szenen führt, und im weiteren Verlauf der Geschichte hat es mich immer weniger gestört. Mein Lieblingscharakter ist übrigens Arthur Elliot.
Die Geschichte lässt sich flott lesen und ist humorvoll, es gibt aber auch tragische Momente. Der Fall ist am Ende nachvollziehbar gelöst. Der Roman ist der erste einer Reihe und hat mir Lust gemacht, die weiteren Bände zu lesen. Ein paar weniger der meist recht offensichtlichen Fehler, wären allerdings schön gewesen, zum Glück hat mich das nur wenig in meinem Lesefluss gestört.
Der erste Band der Mystery-Krimi-Romantik-Reihe lässt sich gut lesen und hat einigen Humor zu bieten. Leider ist die Protagonistin etwas nervig, andere Charaktere haben mir besser gefallen. Unterm Strich wurde ich gut unterhalten und habe Lust bekommen, weitere Bände zu lesen.











