Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ewa Wiercinska Leserunde Heyn:
Exzellentes Buch
Im ersten Licht von Norbert Gstrein
Es fällt mir schwer, meine Begeisterung für dieses inhaltlich fordernde Buch in Worte zu fassen.
Norbert Gstrein ist ein Meister des eleganten Stils. Für ihn ist Sprache die „Kleidung der Gedanken“. Er verleiht den Fakten (1914-1917, 1939-1945) ein emotionales Fundament, das sie im Gedächtnis haften lässt.
Besonders fesselnd finde ich seine verführerischen Sätze, in die er beinahe unmerklich Ungeheuerlichkeiten einwebt.
Die Hauptfigur Adrian ist fasziniert vom Denken der „Führer im Weltkrieg“ und vergisst dabei, dass er selbst nur (Seite 261) ein „armer Herr Professor ist, der Soldaten für Mörder hält und sich trotzdem von ihnen angezogen fühlt. Nie ein Kind gehabt, über fünfzig Jahre alt, mutterseelenallein und ohne Sinn in der Welt. Nie einen Sohn! Nie im Krieg gewesen und ein ganzes Leben lang nur ein armer, armer Herr Professor, der alles bloß aus seinen Büchern kennt!“
Wie ein KI-Mensch analysiert er Unmengen an Kriegsdaten, ohne sie selbst zu empfinden. Bedrohlich. Erst als Adrian sechzig Jahre alt wird, sagt er zum ersten Mal: Ich schäme mich, dass ich…
Fazit: Ein Buch für kommende Generationen. Literatur kann uns zu besseren Menschen machen – denn: „Mit einem Buch in der Hand kann man nicht schießen“.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Stürmische Klippe von Sabine Weiß
Dieser 10. Fall für Liv Lammers fordert der sympathischen Ermittlerin so einiges ab. Statt sich mit ihrem Verlobten, dem Kieler Rechtsmediziner Sebastian Gerlich über die gemeinsame Zukunft zu beraten, verbringt sie ihren freien Tag mit ihrer Chefin Hilke Hasselbrecht auf der Geburtstagsfeier von Armgart Zabrowski, einer Politikerin mit großen Plänen für sich und Sylt, in einer Villa in Rantum.
Obwohl Zabrowski beinahe Opfer eines Mordanschlags wird, will sie keinen offiziellen Personenschutz. Ihre Freundin Hasselbrecht soll inkognito den Drahtzieher ermitteln. Der Kreis der Verdächtigen ist groß, ist doch die Politikerin für ihre rücksichtslose Agenda bekannt und berücksichtigt. So negiert sie den aufziehenden Orkan, der das Anwesen von der Außenwelt abschneidet: Gäste, Personal sowie die beiden Polizistinnen sind nun auf sich selbst zurückgeworfen. Die Stimmung ist miserabel und als man dann eine junge Frau tot in Zabrowskis persönlichen Räumen findet, droht die Lage zu eskalieren. Wer hat Katrin die abgebrochene Sektflasche in den Hals gerammt?
Doch damit nicht genug, wird Sebastian Gerlich des versuchten Mordes an einer Frau verdächtigt und verhaftet. Statt Beweise für seine Unschuld suchen zu können, sitzt Liv Lammers auf Rantum fest.
Meine Meinung:
Wow, was für ein Schlamassel! Der Spannungsbogen dieses 10. Krimis rund um Liv Lammers ist wie gewohnt sehr hoch. Sabine Weiß lässt ihre Leserschaft gleich um zwei Personen zittern: Liv und Sebastian.
Was Hilke Hasselbrecht hier reitet, ihre Reputation für eine höchst zwielichtige Freundin (?) aufs Spiel zu setzen? Das Versprechen eine höhere Position zu erhalten?
Und wird Sebastian in dieses Netz an Intrigen verwickelt, um Liv zu schaden? Cui bono? Wem nützt das? Oder ist die ganze Aktion, die Sebastian schwer traumatisiert, „nur“ die Folge einer gekränkten Eitelkeit? Und welche Rolle spielen Sebastians Mitarbeiter in dieser Causa? Ich hoffe, wir werden darüber im nächsten Band in Kenntnis gesetzt werden. Zudem sollte die Hasselbrecht als Chefin abgelöst werden.
Wie immer lässt uns Sabine Weiß tief in menschliche Abgründe schauen. Diesmal erfüllen sowohl Armgart Zabrowski als auch der Drahtzieher rund um Sebastians Verhaftung diesen Part ausgezeichnet. Die Gier nach Macht und Geld sowie die Skrupellosigkeit mit der einzelne ihre Ziele verfolgen, ohne Rücksicht auf Menschen oder Umwelt zu nehmen, ist erschreckend.
Wie es weitergehen wird? Ich bin schon auf den 11. Fall neugierig.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem 10. Fall für Liv Lammers 5 Sterne und warte mit ein wenig Ungeduld auf den nächsten Band.
Rezensionen von Sheilo:
Mein neuer Lieblingsband
Kings of Cypress Pointe - Tangled Lies von Rachel Jonas und Nikki Thorne
Lexi gerät immer wieder in Schwierigkeiten, doch mit dieser Entwicklung hat auch sie nicht gerechnet. Plötzlich findet sie sich in einer Fake-Beziehung mit Sterling wieder, einen der bekannten Golden-Drillinge. Doch je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto näher kommen sie sich und ahnen dabei gar nicht, dass gerade das gefährlich werden könnte.
"Kings of Cypress Pointe - Tangled Lies" ist der zweite Band der Spin-Off-Trilogie zur Kings-off-Cypress-Pointe-Reihe von Rachel Jonas und nunmehr mein Favorit der Bücher rund um die Golden Boys. Das Trope Fake-Dating ist natürlich sehr präsent und die Emotionen im Buch sind für den Lesenden absolut greifbar. Lexi wurde trotz ihres jungen Alters nicht nur einmal das Herz gebrochen und Sterling trägt einen entscheidenden Anteil daran. Die Rückblicke in die Vergangenheit der beiden Protagonisten mag ich wirklich sehr und vor allem der eifersüchtige Sterling ist ein echtes Highlight. Trotz dessen, dass Sterling und auch Lexi für die Kenner der Reihe keine Unbekannten sind, kommt so manches interessantes Detail ans Licht und man lernt ganz neue Seiten an ihnen kennen. Natürlich darf auch diesmal Pandora nicht fehlen, der einfach nichts in der Stadt zu entgehen scheint und so kocht auch diesmal kräftig die Gerüchteküche.
Die Autorin schafft es in diesem Band sehr gut, ernste Themen in die Handlung einzubauen, auf die ich nicht näher eingehen möchte, um Spoiler zu vermeiden. Alles fügt sich dabei zu einem großen Puzzle zusammen und man versteht so manche Verhaltensweise dadurch umso besser.
Neben den beiden Protagonisten habe ich beim Lesen vor allem Benny, den Stiefvater von Lexi, ins Herz geschlossen. Er hat das Herz wirklich am rechten Fleck und so einen Dad können wir uns alle nur wünschen. Außerdem ist die restliche Golden Crew ebenfalls wieder mit dabei und es gibt hier und da ein paar Hinweise auf den letzten Band der Reihe, welcher sich um Ricky drehen wird.
Für alle Fans der Reihe ist "Tangled Lies" einfach ein Must-Read und ich selbst kann es kaum erwarten, dass der letzte Band erscheinen wird.
Rezensionen von Julchentim:
Zwischen Piraten, Magie und verbotenen Gefühlen
Nightweaver von R. M. Gray
Nightweaver hat mich direkt im ersten Kapitel gepackt. Der Einstieg auf einem Piratenschiff ist intensiv und zieht einen sofort in die Geschichte. Genau das liebe ich. Ich wollte Meer, Kämpfe und dieses raue Piratengefühl, und das bekomme ich am Anfang auch.
Danach verlagert sich vieles an Land.
Das hat mich kurz überrascht, weil ich mit mehr Seefahrerleben gerechnet hatte. Trotzdem wurde es nicht langweilig. Die politische Spannung zwischen Menschen und Nightweavern, die Geheimnisse und die vielen Enthüllungen haben mich bei der Stange gehalten. Vor allem im letzten Drittel überschlagen sich die Ereignisse. Da konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.
Aster mochte ich insgesamt sehr. Sie ist 17, impulsiv, stolz, manchmal anstrengend. Aber genau das macht sie glaubwürdig. Ihre enge Bindung zur Familie hat mir besonders gefallen. Das gibt der Geschichte Herz. Die Romance ist langsam aufgebaut, eher zart als dramatisch, und lebt von Blicken, Nähe und inneren Konflikten. Ich war komplett investiert. Und ja, ich stelle mir auch Fragen, in welche Richtung sich das noch entwickelt.
Das Magiesystem mit den Nightweavern fand ich interessant, auch wenn ich an manchen Stellen kurz überlegen musste. Es passiert viel, es gibt viele Namen und Hintergründe. Man muss wirklich aufmerksam lesen. Manche Twists habe ich kommen sehen, andere haben mich kalt erwischt.
Für mich sind es solide vier Sterne. Nicht perfekt im Tempo, aber mit einem starken Ende, viel Gefühl und genug offenen Fragen, damit ich unbedingt Band zwei lesen will.
Rezensionen von Lilli33:
Lesenswert, wenn auch mit Luft nach oben
Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross
Lesenswert, wenn auch mit Luft nach oben
„Hazel sagt Nein“ ist der Debütroman von Jessica Berger Gross, die wie Hazel in New York aufgewachsen und dann nach Maine gezogen ist. Auch weitere einzelne Aspekte ihres eigenen Lebens hat sie in diesem Buch verarbeitet. Es ist aber bei Weitem kein autobiografischer Roman.
Der Anfang des Romans gefiel mir ausnehmend gut. Hazel wird an ihrem ersten Tag an der neuen Senior High School ins Büro des Direktors Richard White beordert, wo dieser ihr mitteilt, dass er jedes Jahr mit einer seiner Schülerinnen Sex und für das aktuelle Jahr Hazel ausgewählt hat. Wie vor den Kopf gestoßen, sagt Hazel das einzig Richtige: Nein! Damit will sie es eigentlich bewenden lassen, doch die Szene lässt sie in Gedanken nicht los, und so vertraut sie sich ihrer Mutter Claire an. Diese ist entsetzt und telefoniert sofort mit Hazels Vater Gus. Der kleine Bruder Wolf bekommt sowieso immer alles mit. Und so kommt die Lawine ins Rollen. Die Sache wird publik gemacht. Für Familie Greenberg Blum beginnt eine Zeit der Anfeindungen, denn White streitet alles ab und schiebt den Schwarzen Peter Hazel zu. Da er ein angesehenes Gemeindemitglied ist, sind viele der Bewohner auf seiner Seite.
Jessica Berger Gross erzählt diese unfassbare Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Alle Familienmitglieder kommen fast gleichermaßen zu Wort und wir dürfen miterleben, wie das Geschehen ihre jeweilige kleine Welt beeinträchtigt.
Die einzelnen Charaktere gefielen mir recht gut. Sie sind alle ungewöhnlich, haben ihre Ecken und Kanten, aber auch ganz viele liebenswürdige Seiten. Auf eine gewisse Weise mochte ich jede der Figuren sehr gerne, wobei die Szenen mit Wolf regelmäßig am witzigsten waren. Dieser Witz war auch sehr positiv, sonst wäre die Story zu negativ ausgefallen. Dabei ist der Autorin die Gratwanderung zwischen Ernsthaftigkeit und Witz gut gelungen.
Der Schreibstil war leider nicht so ganz nach meinem Geschmack. Ich empfand ihn mit seinen relativ kurzen Sätzen als zu einfach. Ein paar mehr Emotionen hätte ich mir auch gewünscht. Gerade Hazel als die Hauptbetroffene erschien mir oft zu abgeklärt.
Trotzdem fand ich diesen Roman absolut lesenswert, wenn auch durchaus noch Luft nach oben ist.
Rezensionen von Shilo:
Eine Geschichte, die berührt
Die Papierschöpferin von Anna Thaler
Der Roman führt in das 15. Jahrhundert nach Norditalien, in eine Zeit, in der das Leben noch stark von harter Arbeit und eigenen Entscheidungen bestimmt wird. Eine junge Frau steht plötzlich allein da und muss Entscheidungen treffen, für die andere ein ganzes Leben Zeit haben. Von diesem Moment an entwickelt sich eine ruhige, klare Geschichte.
Sie kommt ohne große Dramatik aus und zeigt, was es heißt, Verantwortung zu tragen und Entscheidungen nicht aus dem Weg zu gehen.
Der Alltag in der Papiermühle am Gardasee wird nachvollziehbar und unaufgeregt geschildert. Die Arbeit, das Wasser, das Holz und das Papier gehören ganz selbstverständlich zur Geschichte. Das Wissen über die Papierherstellung fließt ruhig in die Handlung mit ein. Alles fühlt sich stimmig an und gibt der Handlung Tiefe.
Sofia wird als starke, aber zurückhaltende Figur gezeigt. Ihre Kraft liegt im Durchhalten und im Weitermachen, auch wenn die Widerstände wachsen. Die Konflikte entstehen aus Neid, Macht und alten Abhängigkeiten.
Auch die Liebesgeschichte bleibt im Hintergrund. Sie entwickelt sich langsam und vorsichtig und passt gut in die Zeit und die Situation der Figuren. Die Wege nach Augsburg und Venedig erweitern die Geschichte. Der aufkommende Buchdruck wird spürbar als Veränderung, die vieles in Bewegung bringt.
Der Roman lebt von seiner ruhigen Art. Stattdessen entsteht ein gleichmäßiger und angenehmer Lesefluss.
Am Ende bleibt der Eindruck eines sorgfältig erzählten historischen Romans, der Wissen, Gefühl und Handlung gut miteinander verbindet. Eine eindrucksvolle Geschichte.
Ein Buch für alle, die gern in eine andere Zeit eintauchen und dabei eine ruhige, glaubwürdige Geschichte erleben möchten. 5 Sterne.
Rezensionen von Meli:
Das Abenteuer einer Halb-Fae und nebenbei das Drachenturnier
Royal Houses - Haus der Drachen von K. A. Linde
Als Halb-Fae verbirgt Kerrigan ihre starken magischen Kräfte, um nicht noch mehr Hass auf sich zu ziehen. Sie wächst im Haus der Drachen auf und bis sie offiziell von einem der anderen Häuser aufgenommen wird, soll sie beim Drachenturnier helfen, bei dem fünf neue Drachenreiter bestimmt werden. Doch nicht nur das Turnier ist voller unerwarteter Wendungen, auch außerhalb des Turniers drohen viele Gefahren.
Kerrigan ist es gewohnt, unterschätzt oder übersehen zu werden, viele begegnen der Halb-Fae auch mit Abscheu und würden ihr gar keine Chancen geben. Sie ist eine sympathische Protagonistin und man begleitet sie gerne bei ihrem Abenteuer, bei dem sie ihren Wert beweisen muss und versucht, ihren Platz in dieser Welt zu finden, während sie nebenbei manchmal um ihr Leben kämpft.
Die Geschichte entsprach leider nicht ganz meinen Erwartungen. Zum einen wird es als Romantasy vermarktet und da war es mir schon etwas mehr als "Slow Burn": Die Liebesgeschichte ist kaum spürbar, es fühlt sich mehr nach Freundschaft und wachsendem Vertrauen an. Vielleicht kommt dazu mehr in den Fortsetzungen, aber hier ist noch nicht so viel los. Dann ist da noch der Klappentext, in dem behauptet wird, Kerrigan nehme am Turnier teil, was ziemlich irreführend ist. Die Handlung hat sich dann ganz anders entwickelt als erwartet, auch wenn es insgesamt schon spannend war. Die Reihe um Kerrigan ist eigentlich ein Spin-Off zu der Ascension-Reihe und leider hatte ich zwischendurch schon das Gefühl, dass einige Informationen fehlen oder nicht genug erklärt werden. Außerdem fand ich es schade, dass die Drachen nur eine Nebenrolle spielen.
Insgesamt fand ich das Buch schon spannend, allerdings konnte es einfach nicht die Geschichte bieten, die ich erwartet habe und daher konnte es mich leider nicht vom Hocker reißen. Die Fortsetzungen werde ich aber trotzdem lesen und hoffe auf mehr Drachen und mehr Romance!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:
Ein wunderbares Buch - eine Zumutung!
Im ersten Licht von Norbert Gstrein
Fast ein Jahrhundert mit Kriegen, Entstellung, Verwundungen aller Art, körperlich und seelisch - das Jahrhundert der schon Verstorbenen und heute sehr Alten - wird hier in stellenweise grausamer Genauigkeit und Schonungslosigkeit, aber in wunderbarer Sprache, lebendig.
Ich konnte das Buch kaum weglegen, es ist lebendige Geschichte in schöner, poetischer Sprache.
Warum dann eine Zumutung? Weil die Bilder, die im Kopf entstehen, schwer auszuhalten sind, die Assoziationen grausam, die Verbindung zu dem, was fast immer in der Welt geschehen ist und auch heute vielfach geschieht, nicht wegzuschieben ist. Obwohl oder gerade weil Vieles nur angedeutet, in einem Satz erwähnt wird, entfaltet es nachhaltig seine Wirkung.
Das ist für mich Literatur, ist Kunst, auch wenn die Kraft nicht bis ganz zum Ende hundertprozentig durchzuhalten ist.
Ich werde das Buch meinen Enkeln unbedingt zum Lesen geben und sehr ans Herz legen.
Rezensionen von Ryria:
Authentische Charaktere in leicht märchenhafter Geschichte
Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross
Hazel zieht zusammen mit ihrer Familie vor ihrem letzten Schuljahr nach Riverburg, wo ihr Vater einen besseren Job bekommen hat und die Familie sich ihren Traum vom eigenen kleinen Haus erfüllen will. Blöd nur, dass Hazels Schuljahr alles andere als traumhaft beginnt: Der Direktor eröffnet ihr, dass sie die diesjährige Auserwählte ist, die eine sexuelle Beziehung mit ihm eingehen "darf".
Hazel hat verständlicherweise so gar keine Lust darauf, sagt Nein und so kommt der Stein ins Rollen...
Zunächst sollte erwähnt werden, dass ich dieses Buch nicht als super realistische Erzählung des doch so wichtigen Themas aufgefasst habe, sondern vielmehr als Geschichte, die Betroffenen Mut macht. So ist der Anfang durchaus sehr erschreckend und erinnert leider sehr an das, was bei ähnlichen Fällen in der Gesellschaft passiert. Mittelteil und Ende hingegen werden zunehmend märchenhafter, was im ersten Moment vielleicht etwas befremdlich wirken kann und sich als leichter Stilbruch darstellt. Die Autorin hat generell so einiges im Buch auf die Spitze getrieben, wodurch aber auch wiederum gut deutlich gemacht wird, wie sehr kleine Situationen eskalieren können.
Ich hatte öfters das Gefühl, dass meine Kritikpunkte an der Handlung und dem Schreibstil der Autorin durchaus bewusst waren, sie dies aber gezielt ignoriert hat als Stilmittel, um das Buch zu formen.
Hierzu gehörten das bereits erwähnte leicht übertriebene Geschehen, das teilweise Ignorieren des Grundsatzes "Show, don't tell" und die Fülle an Themen. Statt sich auf Hazel zu fokussieren, werden mehr und mehr Problematiken wie Cancel Culture oder Antisemitismus eingebracht, jedoch oft nur oberflächlich und man fragt sich, ob das jetzt noch sein musste.
Sehr gelungen waren dafür zweifelsohne die Charaktere bzw. die vier Familienmitglieder, aus deren Perspektiven wir die Geschichte verfolgen können. Ihre Gefühle, Handlungen und Reaktionen haben auf mich sehr authentisch gewirkt und man konnte recht gut mitfühlen. Dies gelingt auch vereinzelt bei Nebenfiguren, jedoch bleiben diese generell eher blass. Auch dem Direktor wird keine große Bühne gegeben, was mich überrascht hat, aber wiederum gut zum Ton des Buches passt. Das Wenige, was man von ihm mitkriegt, ist dafür nur leider auch erschreckend realistisch.
Insgesamt eine gut zu lesende Erzählung über ein wichtiges Thema mit kleineren Schwächen.
Rezensionen von Lesestern:
Flucht nach Norwegen
Maya und Domenico: Zwischen Dunkelheit und Hoffnung von Susanne Wittpennig
Zwischen Dunkelheit und Hoffnung ist der nun 11. Band der beliebten und in vielen Familien schon legendären Serie " Maya und Domenico von Susanne Wittpennig.
Er ist im Oktober 2025 bei Fontis erschienen.
Auch wir, insbesondere meine Tochter verbinden damit viele gute Erinnerungen und spannende Lesezeiten.
Startschuß war der 1. Band, der als Konfirmationsgeschenk vor 15 Jahren Einzug hielt und dem alle weiteren Bände direkt nach Erscheinen folgten.
Ein Buch, das bei einer jungen Schülerin, die vor lauter Lernen wenig Zeit zum privaten Lesen hat, so ein Lese- Sog ausübt, hat mich als Mutter und Buchhändlerin dann besonders interessiert.
So wurden dann nach und nach alle weiteren Bände mit Taschengeld und großzügigem Sponsering von meiner Seite , erworben und direkt gelesen.
Schon bald war ich ein Teil der faszinierenden Maya - Domenico Welt und bekam alles genauestens nacherzählt - manches habe ich dann auch selbst gelesen.
Und so hatten wir immer das perfekte Geschenk für die Geburtstage ihrer Freundinnen.
Nun ist nach langem Zeitabstand der 11. Band erschienen und wir waren jetzt beide mega gespannt darauf, wie es weitergeht...
Leseeindruck:
Es beginnt wieder genauso spannend, wie man den inzwischen vertrauten und fesselnden Schreibstil von Susanne Wittpennig kennt.
FLUCHT bzw Flucht vor den Drohungen der Mafia ist die Kurzform der aktuellen Ausgangssituation.
Maya und Domenico sind zwar älter geworden und inzwischen sogar Eltern eines Kleinkindes und eines Babys, aber die Gefahrensituation ist eher größer als kleiner geworden.
Nach einem von vielen Herausforderungen begleiteten Lebens auf Sizilien entdeckt Domenico einen gefährlichen Fund. Als Deja-vu seiner eigenen dunklen Vergangenheit, bringt ihn sein leidenschaftliches Interesse, andere vor den Folgen von Drogen zu schützen, ins Visier der Mafia.
Nun ist es unvermeidbar, dass er mit seiner kleinen Familie den weiten Weg nach Norwegen unternimmt.
Doch die Reise nach Norwegen hält ihre Überraschungen, Geheimnisse und Gefahren bereit und die ersehnte Ruhe tritt nicht ein.
Mein Fazit :
Auch dieser Band ist wieder eine hochspannende, actionreiche und stark emotionale Fortsetzung der beliebten Protagonisten Maya und Domenico und schenkt uns Begegnungen und Rückblicke mit Personen aus den vorhergehenden Bänden.
Diesmal ist es Domenicos Vater Morton in Norwegen, der noch in guter Erinnerung von Domenicos Suche nach ihm, ganz am Anfang der Serie geblieben ist.
Große Herzensempfehlung dieser Lektüre, einzeln und oder gleich am besten im Gesamtpack lesen.









