Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lilli33:

Psychothriller für Jugendliche (und Erwachsene)

Happy Head von Josh Silver

Psychothriller für Jugendliche (und Erwachsene)

Das Buch ist wohl eher für Jugendliche ab ca. 14 Jahre gedacht, konnte mich als Erwachsene aber auch gut fesseln. Der Schreibstil ist relativ einfach, wirkt durch die Chatnachrichten und einige Ausdrücke aus der Jugendsprache aber sehr lebendig und authentisch.

Der siebzehnjährige Sebastian wurde ausgewählt, um an einem Programm für mentale Gesundheit von Jugendlichen teilzunehmen - HappyHead. Zusammen mit 99 anderen Teenagern wird er zwei Wochen irgendwo in Schottland verbringen, um den Startstein für sein weiteres - glückliches - Leben zu legen. Täglich warten neue Challenges auf die Teilnehmer. Schon bald ergeben sich Zweifel am Sinn der Maßnahmen, und noch schlimmer: Die Jugendlichen scheinen sogar in Gefahr zu sein.

Seb ist ein angenehmer Charakter, den ich gerne begleitet habe. Seine Charakterentwicklung hat mir gut gefallen. Noch besser fand ich allerdings den rebellisch erscheinenden Finneas, der sich von Anfang an nicht aufzwingen lässt. Beide zusammen sind ein tolles Protagonistenpaar. Ich habe beide ganz schnell in mein Herz geschlossen und mit ihnen gebangt, dass sie aus dieser Sache heil wieder raus kommen.

Die Story ist unglaublich spannend und rätselhaft. Was steckt wirklich hinter diesem Programm und dieser Einrichtung? Welche Rolle spielen die Betreuer? Und warum werden die Teenager bis aufs Blut getriezt? Seite für Seite deckt diese rasant erzählte Geschichte Unglaubliches auf, das einem schier das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ein echter Pageturner, den ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Auf die Fortsetzung freue ich mich jetzt schon.

Die Dilogie:
1. Happy Head
2. Dead Happy (ET Herbst 2026)

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lilli33

Rezensionen von jori1020:

Das beste Buch des Jänners

Der letzte Sommer der Tauben von Abbas Khider

Abbas Khiders neuer Roman 'Der letzte Sommer der Tauben' ist trotz seiner überschaubaren 216 Seiten eine echte Wucht. Im Mittelpunkt steht der 14-jährige Noah und seine Familie, die miterleben, wie sich ihre Heimat innerhalb eines Sommers zunehmend in ein Kalifat verwandelt und welche Repressionen und Einschränkungen das für die einfache Bevölkerung mit sich bringt.

In einer nüchternen und gerade dadurch umso eindringlicheren Sprache erzählt Khider, wie es ist, plötzlich nicht mehr frei seine Meinung äußern zu dürfen, gewohnten Hobbys wie dem Taubenzüchten nicht mehr nachgehen zu können und ständig auf der Hut zu sein vor der Religionspolizei. Die kurzen Kapitel wirken wie unheilvolle Vorboten, fast wie Donnerschläge, die eine nahende Katastrophe ankündigen, die sich mit bedrückender Konsequenz entfaltet.

Trotz der Schwere des Themas gelingt es Khider immer wieder, durch feine humoristische Momente eine gewisse Leichtigkeit in die Erzählung zu bringen, ohne die Ernsthaftigkeit der Geschichte zu unterlaufen. Gerade dieser Kontrast macht den Roman besonders wirkungsvoll.

Eine wichtige und aufrüttelnde Lektüre, die berührt, emotionalisiert und einen nachdenklich zurücklässt. Für mich eine ganz große Empfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von jori1020

Rezensionen von Ruth:

Uneingeschränkt zu empfehlen!

Wieso? Weshalb? Warum? Band 60 - Alles über Wasser von Andrea Erne

Auch der neueste und 60. Band der bewährten „Wieso Weshalb Warum“ - Reihe für die Altersstufe der 4- bis 7Jährigen kann wieder voll überzeugen. Dieser Band widmet sich dem komplexen Thema Wasser. Dabei geht es um die besonderen Eigenschaften dieses Elementes und seine Bedeutung für Mensch, Tier und Pflanze.

Es fragt genauer nach, wozu wir das Wasser brauchen, nicht nur der Einzelne, sondern auch die Wirtschaft usw. Anschaulich wird gezeigt, wie das Trinkwasser in die Haushalte kommt und wohin unser Abwasser fließt.
Je eine Doppelseite wird dem Lebensbereich Fluss und dem des Meeres gewidmet. Der Klimawandel muss hier selbstverständlich auch angesprochen werden. Zeigt er sich doch zu oft in zu viel oder zu wenig Wasser. Überschwemmungen und Dürren sind sichtbare Zeichen dafür. Dass auch Kinder etwas für Klima tun können bleibt nicht unerwähnt. Das ist wichtig, nimmt es ihnen doch das Gefühl von Ohnmacht und fördert stattdessen ein nachhaltiges Verantwortungsgefühl..
Die Texte sind leicht verständlich, ohne oberflächlich zu sein. Die bewährten Klappen vermitteln auf spielerische Art zusätzliches Wissen und erleichtern das Verständnis für Zusammenhänge. Genau wie die detaillierten Bilder, die den Text illustrieren und ergänzen.
So ist auch dieser Band wieder uneingeschränkt zu empfehlen und sollte in keinem Kinderzimmer fehlen. Auch Kindergärten und Schulen profitieren, wenn „ Alles über Wasser“ in die Bibliothek übernommen wird.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ruth

Rezensionen von Buster:

Unglaublich

Tödliches Angebot von Marisa Kashino

Es geht um eine Frau die sich entschlossen hat ein bestimmtes Haus mit ihrem Mann zu kaufen, schwanger zu werden und in diesem Haus zu leben und das Kind groß zu ziehen.
Soweit, so harmlos. Denkt man... Ich bin aus dem Staunen nicht mehr heraus gekommen als ich laß zu was diese Frau im Stande war zu tun um dieses Haus zu bekommen.

Die Spannung stieg stetig an und ich war doch sehr gespannt ob sie es schafft oder nicht.
Die Autorin hat die Geschichte gut erzählt und es war richtig spannend wie sich die Geschichte immer mehr zuspitzte, wie sie sich immer mehr in Lügen verstrickte und alles immer abenteuerlicher wurde. Es war aber, für mich, nie übertrieben oder unglaubwürdig. Manchmal ging es mir ein wenig zu sehr ins Detail und ich empfand mich dadurch im Lesefluss gebremst und ein wenig der Spannung beraubt. Aber alles in allem war es eine gute Geschichte und ich kann dieses Buch gerne empfehlen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Buster

Rezensionen von yellowdog:

Ruth und Lea

Gelb, auch ein schöner Gedanke von Nefeli Kavouras

Einen Auszug aus diesem Buch hat Nefeli Kavouras schon beim Bachmannpreis-Wettbewerb gelesen. Jetzt ist der Text ein wenig erweitert, doch inhaltlich und vom Stil ist er gleich geblieben.
Es geht um eine Mutter-Tochterbeziehung und vom Sterben des Vaters.
Ruth pflegt ihren todkranken Mann Georg, die jugendliche Tochter Lea muss mit der Situation zu Recht kommen, aber der lange Sterbeprozess beeinflusst das normale Leben.

Doch Mitte des Buches gibt es einen erstaunlichen Wandel.

Die Erzählperspektiven wechseln zwischen Ruth und Lea ab. Das funktioniert gut. Nur auf einer Seite komt auch Georg zu Wort.

Die Autorin hat einen Ton gefunden und ein lesenswertes Buch geschaffen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Rezensionen von Manfred Fischer, Journalist u. Historiker:

Perspektivenwechsel - Geografischer Raum ins Zentrum gerückt

Geogeschichte von Christian Grataloup

Wenn ein Geograf ein Geschichtsbuch schreibt, kann Spannendes herauskommen – wie beim Buch „Geogeschichte“ von Christian Grataloup. Es ist spannend, mit ihm die Perspektive zu wechseln. Er hebt die Rolle von Territorien, Ressourcen, Verkehrswegen und Klimazonen beim Erfolg oder Misserfolg menschlicher Unternehmungen und historischer Prozesse hervor.

Der geografische Raum rückt gleichsam von der Hinterbühne ins Zentrum und wird zum historischen Akteur. Er legt dar, welchen Einfluss die Geografie auf die Entwicklung von Kulturen hatte.
Damit begibt er sich auf den Weg der französischen Annales-Schule, einer Gruppe französischer Historiker des 20. Jdhdts, wie Fernand Braudel, Lucien Febvre und Marc Bloch, die in der Geschichtswissenschaft für die Hinwendung zu Wirtschaft und Gesellschaft, die Erschließung quantifizierbaren Materials und die Orientierung an langfristigen Entwicklungen stehen.
Ein Atlas-Abschnitt in der Buchmitte mit aufschlussreichen Karten setzt den Text visuell in Landkarten um. Die Karte auf S. 29 etwa veranschaulicht, wie vernetzt die Welt bereits im Jahr 200 unserer Zeitrechnung gewesen ist. Die Globalisierung ist also keine Erscheinung unserer Zeit, sondern war schon immer vorhanden.
Dieser Kartenabschnitt macht Lust auf ein anderes Buch Grataloups, „Die Geschichte der Welt. Ein Atlas“, das im Beck Verlag bereits in mehreren Auflagen erschienen ist. Auf 515 Karten wird darin die Geschichte der Menschheit visualisiert und von ihrer eurozentrischen Perspektive befreit.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Manfred Fischer, Journalist u. Historiker

Rezensionen von Bücherfreundin:

Beeindruckend und faszinierend

Jenseits der Wintersonne von Veronica Skotnes

In ihrem Buch "Jenseits der Wintersonne", das im Delius Klasing Verlag erschienen ist, erzählt die Autorin Veronica Skotnes von ihrer ein Jahr dauernden Reise entlang der äußersten Inseln der Finnmarkküste.

Veronica wohnt seit drei Jahren auf einem Segelboot. Das Boot hat zwei Masten und vier große Segel, es wurde 1982 gebaut und ist 16 Jahre älter als sie.

Drei Jahre lang segelte sie damit ganz allein in den Gewässern vor der Finnmark. Nun ist es Herbst, und sie wird sich aufmachen zu den Gegenden an der äußersten Küste am Nordpolarmeer.
Es wird ein Reiseabenteuer, das sie an ihre Grenzen bringen wird, immer wieder gerät sie wetterbedingt beim Segeln in gefährliche und bedrohliche Situationen. An Land hat sie viele interessante Begegnungen, sie lernt die gastfreundlichen Bewohner der Inseln kennen, die ihr von ihrer Insel und deren Geschichte erzählen, von Sagen und Mythen. Manchmal bleibt sie länger an einem Ort und lernt die Bewohner dabei noch besser kennen. Die Fischer erzählen von ihren Problemen, es geht neben der schlechten Infrastruktur auch um die fehlende Trinkwasserversorgung, die Vermüllung des Meeres durch Plastik und den zunehmenden Angeltourismus.

Die Autorin beschreibt nicht nur eindrucksvoll die Schönheit der Natur, sie lässt den Leser auch tief in ihre Gefühls- und Gedankenwelt blicken. Sie erzählt von ihrer Hoffnung, dem Familienfluch zu entrinnen, indem sie Abstand sucht von ihrer Familie, die auf den Lofoten lebt. Die selbstgewählte Einsamkeit auf See gibt ihr eine gewisse Sicherheit, sie gelangt aber auch zu der Erkenntnis, dass im Segeln auf dem offenen Meer nicht die von ihr ersehnte Freiheit liegt, da der Wind und das Wetter bestimmen, wann es wohin geht.

Ich habe das Buch, das eine Mischung aus Reisebericht und ganz persönlicher Reflexion ist, sehr gern gelesen. Es war spannend und hochinteressant, Veronica auf ihrer Reise zu begleiten. Ich habe mit ihr gebangt und gezittert, wenn sie mit ihrem Boot in gefährliche Situationen geriet, und ich habe mich mit ihr gefreut, wenn ihr die Inselbewohner freundlich und offen begegneten.
Besonders hervorheben möchte ich die wunderschöne und hochwertige Gestaltung des Buches. Das Covermotiv findet sich auch auf dem Einband wieder, im Innern finden wir 18 kunstvolle Illustrationen, die die Geschichten ergänzen.

Absolute Leseempfehlung für dieses beeindruckende Buch, das so viel mehr ist als nur ein Reisebericht!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bücherfreundin

Rezensionen von Eternal-Hope:

Zuerst die anderen beiden Bände lesen

Trag das Feuer weiter von Leïla Slimani

Von Leila Slimani habe ich schon mehrere Bücher mit Begeisterung gelesen, etwa "Dann schlaf auch du" oder "Sex und Lügen" und ich schätze die Autorin für ihre Erzählkunst und ihr Vermitteln zwischen den Kulturen sehr.

So habe ich mich auch sehr auf "Trag das Feuer weiter" gefreut.

Dieses Buch hat mich aber nicht so packen können wie ihre anderen Werke, für mich sind die Figuren zu blass geblieben und es hat lange gedauert, bis sich eine für mich interessante Handlung entwickeln konnte.

Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich in diesem Fall leider die beiden Vorgängerwerke "Das Land der anderen" und "Schaut, wie wir tanzen" noch nicht gelesen habe, da ich dachte, dieses Buch wäre auch als eigenständiges Werk lesbar.

Das ist es wohl grundsätzlich auch so. Wenn ich mir aber die begeisterten Bewertungen derer ansehe, die alle drei Bücher gelesen habe, dann schließe ich daraus, dass die Lektüre dieses Buches sehr davon profitiert, die Vorgängerbände zu kennen. Vermutlich wirken die Figuren dann ganz anders lebendig, weil das Gelesene sofort an viel Vorwissen in Bezug auf diese vielschichtige Familiengeschichte anschließen kann.

Meine Empfehlung ist also: lest zuerst die anderen beiden Werke der Trilogie, bevor ihr euch mit diesem hier beschäftigt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Eternal-Hope

Rezensionen von yellowdog:

Eine Begegnung und eine Wiederbegegnung

Wer bist du? von Kat Menschik; Monika Helfer

Monika Helfers Bücher sind meistens ziemlich kurz. In diesem Fall würde ich eher von Erzählung sprechen. Eine Erzählung, die von Kat Menschiks hellen, farbigen Illustrationen ergänzt ist. Eine gelungene Kollaboration, schon die zweite zwischen der Autorin und der Künstlerin.
Monika Helfer hat oft autobiografisch über ihre Familie geschrieben (Die Bagage, Vati, Löwenherz).

In dieser Erzählung gibt sie aber vorgeblich das wieder, was ihr eine Frau erzählt hat. Es ist die Geschichte einer Begegnung und einer Wiederbegegnung viele Jahre später. Es ist eine rätselhafte Geschichte, die offensichtliche Lücken hat, da die Erzählerin nicht ganz glaubhaft ist.
Monika Helfer hat das geschickt gemacht. So denkt man noch lange an diese Geschichte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Rezensionen von clematis:

Soko "Reha"

Tödliches Wien von Katja Wilhelm

Eine Leiche an der Müllinsel, eine tote Medizinerin im Nobelviertel – zwei höchst ungewöhnliche Ermittlergruppen müssen sich erst wechselweise, dann gemeinsam um eine Reihe von mysteriösen Todesfällen kümmern, die Wien erschüttern. Turbulente Tage führen quer durch die Stadt und bis ins Südburgenland.

Die Soko „Reha“ besteht aus drei Personen, die man aus unterschiedlichen Gründen am liebsten schon ausrangiert hätte aus dem Polizeidienst: Major Cornelius Metz ist der Leiter, Gruppeninspektorin Hilde Attensam eine nicht nur physisch eindrucksvolle Persönlichkeit und Kevin Wiesinger als Dritter im Bunde findet als gewitzter Hacker im Handumdrehen allerlei Details heraus, welche für die Aufklärung eines Falles ausschlaggebend sein können. Das zweite Team wird repräsentiert durch die jüngste Chefinspektorin Wiens, Nezren Güren, eine strebsame Frau mit türkischen Wurzeln, welche in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt und ihren Kollegen Luka Jović, ein Serbe, der so gut wie keines der vermeintlichen „Jugo-Klischees“ erfüllt. Auf originelle Art und Weise wird ermittelt, befragt und in Archiven gesucht, ein Tierheim weckt Aufmerksamkeit und plötzlich steht sogar Hilde im Lichte eines Verdachtes. Sumpfgruben und Zeitungsredakteure werden zum Thema, aus zwei Leichen werden bald mehr. Bisweilen chaotisch und mannigfaltig wie die Polizistentruppe selbst geht es quer durch die Kapitel, rasch wechselnde Szenen und Blickwinkel sorgen für Abwechslung, aber auch für Irritation. Besonders die grammatikalisch fragwürdigen Gendersternchen (Polizist*innen, Kolleg*innen, Exoten aus aller Herr*innen Länder, …) unterbrechen leider immer wieder den Lesefluss und stören einfach den Inhalt eines Kriminalromans. Am Ende gibt es Lösungen, aber ganz fertig ist die Sache dennoch nicht – ob Folge 2 mit Metz & Co. Licht ins Dunkel bringen wird?
Ein Reihenauftakt mit sehr speziellen Figuren, Wien als Kulisse darf beim nächsten Mal gerne etwas prominenter auftreten. 3 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von clematis