Kunden em pfehlungen
Rezensionen von S.:
Ein Geist als Mörder
The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love von Josie Silver
Ein Geist als Mörder
Melody Bittersweet kann Geister sehen und hören. Sie beschließt, daraus ein Geschäft zu machen. Sie möchte also Geister vertreiben; klar, wer will schon mit Geistern zusammen wohnen. Und die selbst wollen erlöst werden oder Botschaften überbringen lassen. Könnte so schön sein, wenn nicht ihr Ex einen trickreichen Konkurrenzkampf anzetteln würde.
Und: Geister sind nicht immer ehrlich!
Glücklicherweise hat sie eine hilfreiche und flippige Freundin und findet einen schüchternen, aber treuen Partner. Dazu kommen eine liebevoll dominante Mutter mit nervigen Kuppelversuchen und eine champagnerverliebte Großmutter, die Melody mal unterstützt, mal nervt. Und dann noch dieser heiße Reporter… .
Josie Silber hat eine amüsante Romcom mit Krimielementen geschrieben.
Locker, witzig, leicht = gute Unterhaltung!
Rezensionen von Paul Kretzschmar:
Terror auf Ganymed
Das Ganymed-Fragment von David Reimer
Der Autor David Reimer hat mit "Das Ganymed-Fragment" eine Mischung aus Sci-Fi, Thriller und Horror verfasst, in der korrupte Konzerne ihre wirtschaftliche Macht skrupellos auszunutzen wissen..
Beim Fund eines geheimnisvollen Alien-Artefaktes, auf dem Jupitermond Ganymed, werden plötzlich Moral, Loyalität und Verstand außer Kraft gesetzt.
Menschenleben gelten nur noch als notwendige Kollateralschäden. Es entwickelt sich ein dramatisches Szenario in dem selbst das Überleben der gesamten Menschheit nunmehr gefährlich auf dem Spiel steht.
Der Schreibstil zeichnet sich durch einen glaubhaften Plot, düster-kühle Stimmung, gelungene Protagonisten, Tempo und Spannungsreichtum aus.
Auch ethische Fragen, wie Machtmissbrauch und Ausbeutung, werden nicht ausgeklammert und hinterlassen gelegentlich ein beklemmendes Gefühl.
Ich habe mich durchgehend bestens unterhalten gefühlt und spreche gern eine Leseempfehlung aus!
Der Autor David Reimer hat mit "Das Ganymed-Fragment" eine Mischung aus Sci-Fi, Thriller und Horror verfasst, in der korrupte Konzerne ihre wirtschaftliche Macht skrupellos auszunutzen wissen..
Beim Fund eines geheimnisvollen Alien-Artefaktes, auf dem Jupitermond Ganymed, werden plötzlich Moral, Loyalität und Verstand außer Kraft gesetzt. Menschenleben gelten nur noch als notwendige Kollateralschäden. Es entwickelt sich ein dramatisches Szenario in dem selbst das Überleben der gesamten Menschheit nunmehr gefährlich auf dem Spiel steht.
Der Schreibstil zeichnet sich durch einen glaubhaften Plot, düster-kühle Stimmung, gelungene Protagonisten, Tempo und Spannungsreichtum aus.
Auch ethische Fragen, wie Machtmissbrauch und Ausbeutung, werden nicht ausgeklammert und hinterlassen gelegentlich ein beklemmendes Gefühl.
Ich habe mich durchgehend bestens unterhalten gefühlt und spreche gern eine Leseempfehlung aus!
Der Autor David Reimer hat mit "Das Ganymed-Fragment" eine Mischung aus Sci-Fi, Thriller und Horror verfasst, in der korrupte Konzerne ihre wirtschaftliche Macht skrupellos auszunutzen wissen..
Beim Fund eines geheimnisvollen Alien-Artefaktes, auf dem Jupitermond Ganymed, werden plötzlich Moral, Loyalität und Verstand außer Kraft gesetzt. Menschenleben gelten nur noch als notwendige Kollateralschäden. Es entwickelt sich ein dramatisches Szenario in dem selbst das Überleben der gesamten Menschheit nunmehr gefährlich auf dem Spiel steht.
Der Schreibstil zeichnet sich durch einen glaubhaften Plot, düster-kühle Stimmung, gelungene Protagonisten, Tempo und Spannungsreichtum aus.
Auch ethische Fragen, wie Machtmissbrauch und Ausbeutung, werden nicht ausgeklammert und hinterlassen gelegentlich ein beklemmendes Gefühl.
Ich habe mich durchgehend bestens unterhalten gefühlt und spreche gern eine Leseempfehlung aus!
Rezensionen von Shilo:
Freundschaft im Wedding der dreißiger Jahre
Die Musketiere vom Wedding von Orlando Stein
Der Roman führt in den Wedding der frühen dreißiger Jahre, in enge Straßen, kleine Wohnungen und ein Leben, das vom Zusammenhalt geprägt ist. Vier junge Männer stehen im Mittelpunkt, verbunden durch eine Freundschaft, die nach einem einfachen Grundsatz funktioniert: einer für alle, alle für einen.
Diese Verbindung ist fest und selbstverständlich. Sie halten zusammen, ohne große Worte, getragen von Vertrauen und gemeinsamer Herkunft.
Der Alltag ist bestimmt von Armut, von kleinen Hoffnungen und von dem Wunsch, sich trotz allem ein eigenes Leben aufzubauen. Politische Spannungen drängen sich immer stärker in ihr Leben und beginnen, ihren Alltag spürbar zu verändern. Einer der Freunde gerät in den Sog der neuen Macht, ein anderer bewegt sich durch eine verborgene Liebesgeschichte, die beglückend ist und zugleich von Unsicherheit begleitet wird. Diese Entwicklungen gehören ganz selbstverständlich zur Geschichte.
Besonders eindrücklich ist, wie selbstverständlich queere Identität Teil der Erzählung ist. Sie wird nicht hervorgehoben und nicht erklärt, sondern einfach gelebt. Die Beziehung zu dem amerikanischen Journalisten ist von Nähe und Wärme geprägt, doch es bleibt unklar, ob sie eine Zukunft haben kann. Diese Offenheit passt zur Zeit und zur Situation der Figuren.
Die politische Entwicklung rückt näher, ohne den Roman zu beherrschen. Der Zerfall der Demokratie zeigt sich in Gesprächen, in Haltungen und in Entscheidungen. Man spürt, wie sich Denkweisen verändern und wie Loyalität zunehmend an Bedeutung gewinnt. Trotz aller Unterschiede und Wege bleibt die Freundschaft der vier jungen Männer der feste Kern der Geschichte. Sie ist nicht idealisiert, sondern tief verwurzelt und glaubwürdig.
Der Stil bleibt klar und zurückhaltend. Die Wirkung entsteht aus Nähe, aus Alltagsszenen und aus dem Gefühl, diese Figuren wirklich zu kennen. Beim Lesen wächst eine innere Spannung, gleichzeitig bleibt eine Wärme, die aus dem Zusammenhalt der Freunde entsteht.
Am Ende bleibt ein starkes und nachhaltiges Lesegefühl. Die Geschichte wirkt nach, nicht wegen einzelner dramatischer Momente, sondern wegen der Menschen, die sie trägt. Ein Roman, der still überzeugt und zeigt, wie wichtig Freundschaft und Haltung in schwierigen Zeiten sind.
5 Sterne und eine klare Leseempfehlung
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Gute Krimiunterhaltung!
Polarblut - Tödliches Leuchten von Tuva Bro
Dieser Reihenauftakt führt uns nach Tromsø, in jene norwegische Stadt, die von Touristen aus aller Herren Länder regelrecht gestürmt wird, um das Naturschauspiel der Polarlichter hautnah zu erleben. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass der örtliche Tourismusmanager von der Polizei verlangt, dass der Mord an Glen Solberg, einem sehr erfolgreichen Anbieter von Touristenfahrten, im Handumdrehen aufgeklärt wird.
Man will ja die Gäste nicht verunsichern.
Das Ermittler-Team rund um Anta Thorsen und Hans Vigeland lässt sich nicht zur Eile drängen, sondern prüft akribisch jede noch so kleine Spur. Noch bevor der Tod von Solberg aufgeklärt werden kann, wird ein zweiter Mann erstochen. Zwei Morde, zwei Waffen, zwei Tatorte, außer den Polarlichtern keine Zeugen - Sind hier zwei Täter zu suchen?
Meine Meinung:
Nachdem mein Mann schon zwei Mal in der Universitätsstadt Tromsø war und wir vielleicht ein paar Tage unseres Sommerurlaubes dort verbringen wollen, war ich sehr neugierig auf dieses Krimi.
Man fröstelt ein wenig ob des beschriebenen Winters mit viel Schnee und der Eiseskälte.
Der Krimi selbst ist gut zu lesen. Die Autorin führt Leser und Ermittler auf zahlreiche Spuren, von denen einige auf das sprichwörtliche Glatteis führen.
Die Ermittler, allen voran Anta Thorsen und Hans Vigeland sind keine einfachen Charaktere. Beide haben jeweils ihren persönlichen Rucksack aus der Vergangenheit und sind quasi auf der Flucht vor derselben zu tragen. Wobei Hans, gequält von nächtlichen Albträumen, sich seiner Familiengeschichte stellen will. Er hat nämlich entdeckt, dass sein Vater ein Kind des nationalsozialistischen Lebensborn war. Ich hoffe, dass dieser Rückblick in die Biografie seines verstorbenen Vaters in nachfolgenden Krimis weiter gesponnen wird.
Ob sich Anta an die Empfehlung des Arztes halten wird, ihre obsessiven Fitnessübungen zu reduzieren? Mit einer überstandenen Herzmuskelentzündung weiter Raubbau am Körper zu betreiben, kann leicht letal enden.
Die Autorin lässt Anta ihrem Kollegen Hans (und uns Lesern) völlig unaufgeregt Informationen über Land und Leute zukommen. So nehmen wir an einer Hundeschlittenfahrt teil. Interessant zu lesen war, dass Anta samische Wurzeln ist, was hier, anders als in anderen Norwegen-Krimis, wenig Rolle spielt.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Krimi, der mich gut unterhalten hat, 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Beste Krimiunterhaltung!
Mallekatz von Kaspar Panizza
Gambas oder Nordseekrabben? Das ist hier die Frage
Kommissar Steinböck nimmt die Einladung seines Onkel Josef, der sich nun José nennt, ihn auf Mallorca zu besuchen gerne an und begibt sich mit Katze Frau Merkel, die von sich behauptet von der Insel zu stammen, ins sonnige Spanien. Die für drei Monate anberaumte Auszeit nimmt ein plötzliches Ende als Frau Merkel nicht nur Gambas als neue Leibspeise entdeckt, sondern mit Patrick Zöbel einen Toten, der unsauberen Geschäften nachgeht.
Wenig später gibt es zwei weitere Tote, von denen sich einer als Thomas Heuberger, seines Zeichens bayerischer Landtagsabgeordneter und der ander als spanischer Staatsanwalt entpuppt. Nun hat Steinböck zwei seiner Intimfeinde, den Politiker Ferdel Bruchmayr am Telefon sowie Sabine Huso, die nervige Klatschreporterin, an der Backe. Man möge doch diskret ermitteln, meint der Ferdel. Die Öffentlichkeit hat das Recht auf pikante Details, sagt die Husup.
Keine leichte Aufgabe für Steinböck, der nun mit der Katz und seinem mallorquinischen Kollegen Miguel Ferrer, dessen Abteilung chronisch unterbesetzt ist, ermittelt. Als sich dann ein gefundener Laptop als verschlüsselt herausstellt, fliegt Steinböck, mit Billigung von Bruchmayr, seine IT-Spezialistinnen Ilona Hasleitner und Phan Lang Huo ein.
Dass der Ferdel den beiden Damen auch ein fettes Spesenkonto eingerichtet hat, freut nicht die Ermittler, sondern auch die Katz, die sich auf Staatskosten Gambas bis zum Abwinken bestellt ...
Meine Meinung:
Autor Kaspar Panizza ist wieder eine herrliche Fortsetzung gelungen! Schmunzeln musste ich, dass das Alleinstellungsmerkmal Steinböcks, die Katz zu verstehen bzw. mit ihr Dialoge zu führen, langsam bröckelt. Neben der Vietnamesin Phan Lang Huo, kann auch Peggy Trendler, Gerichtsmedizinerin und Spusi hier auf der Insel in Personalunion, Frau Merkel verstehen.
Zu Beginn erhalten wir ein Personenverzeichnis, das sowohl die lang gedienten Protagonisten als auch die in diesem Krimi auftretenden mallorquinischen Newcomer beinhaltet. Mallorca, die liebste (?) Ferieninsel der Deutschen ist fest in der Hand der deutsch sprechenden Community, zu der auch der eine oder andere Schweizer und Österreicher zählt. Ein solches Alpen-Duo stolpert buchstäblich durch die Ermittlungen.
Fazit:
Beste Krimi-Unterhaltung, die Lust auf Gambas oder Nordseekrabben macht, ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich leider nicht überzeugt
Eigerduell von Irène Mürner
Dieser Krimi ist der dritte Reihe rund um die Schweizer Kriminalbeamtin Megan Jäger und ihre Tante Ida. Worum geht’s?
Die beiden Extrembergsteigerinnen Arielle von Känel und Victoria Adler matchen sich seit langem um den Titel der weltbesten Speed-Queen unter den Gipfelköniginnen. Kurz bevor Arielle den aktuellen Rekord in der Eigernordwand, der von Victoria gehalten wird, brechen kann, liegt Arielle tot am Fuße des Niesen.
Recht bald ist klar, dass hier jemand nachgeholfen hat. Auf Grund ihres Egoismus‘ hat sich die Tote zahlreiche Feinde gemacht. Die gilt es nun aufzusuchen und den Täter oder die Täterin zu finden.
Je tiefer Megan Jäger in den Fall einsteigt, desto komplexer wird er. Megan ist Halbkenianerin, weshalb sie die Liebe der Schweizer Bevölkerung für Berge und Schnee nicht so ganz versteht, wird von ihrer Tante Ida bei ihren Ermittlungen unterstützt. Recht bald eröffnet sich nicht nur ein Abgrund aus Neid, verletztem Stolz und tödlichem Ehrgeiz, sondern neben Victoria Adler eine Reihe weiterer Personen, die alle Grund haben, Arielle zu hassen. Als dann wenig später eine zweite Leiche am Niesen gefunden wird, muss sich Megan fragen, wen oder was sie zunächst übersehen hat.
Meine Meinung:
Ich gebe ja Autorinnen und Autoren gerne ein zweite Chance, wenn mich das erste Buch nicht ganz so gepackt hat. Nach dem ersten Fall (Mord im Tropenhaus) habe ich nun den dritten Teil der Reihe rund um Megan Jäger gelesen. Nach wie vor fehlen mir Informationen zu den Protagonisten. Wieso und warum lebt Megan, die Tochter eines Schweizers und einer Kenianerin hier im Kanton Bern? Auch die Irritation, dass Megan alleine ermitteln darf/soll/muss, hat sich nicht gelegt. Wo bleibt das Vier-Augen-Prinzip? Und gilt sie wegen ihrer Verwandtschaft mit einer Verdächtigen nicht als befangen? Nun, ich kenne die Usancen und Vorschriften in der Schweiz nicht.
Geschickt lässt Autorin Irène Mürner ihre Ermittlerin über den Fanatismus, den manche BergsteigerInnen an den Tag legen, philosophieren. Ja, das gefällt mir ebenso, wie die Beschreibung von Land und Leuten. Zugegeben, über den Niesen hätte ich noch gerne mehr erfahren.
Nicht alle Charaktere sind ähnlich ausführlich angelegt. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen.
Ich habe recht schnell herausgefunden, wer bzw. was für den Tod der Arielle verantwortlich ist.
Fazit:
Ich gebe diesem Schweizer Bergkrimi, der mich nicht ganz gepackt hat, gute 3 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat noch etwas Luft nach oben
Tödliches Wien von Katja Wilhelm
Dieser Krimi soll Auftakt einer neuen Reihe aus Wien sein. Worum geht’s?
Major Cornelius Metz kehrt nach einer persönlichen Krise zur Mordkommission Wien zurück. Er leitet die Soko Reha, ein Team von Außenseitern und Missliebigen im Wiener Polizeidienst, bestehend aus Metz, Hilde Attensam und Kevin Wiesinger, dem IT-Wunderknaben, der immer dort etwas findet, wo andere längst aufgegeben hat.
Zunächst hat man wenig zu tun. Dann wird eine Frau bei einer Müllsammelstelle mit einer Flasche erschlagen. Man teilt ihnen diesen Fall zu, weil hier wenige Lorbeeren zu ernten sind.
Als wenig später in einem der Nobelbezirke eine Ärztin und Forscherin getötet wird, muss Metz mit der höchst ehrgeizigen jüngsten Chefinspektorin Wiens, Nezren Güren, die Fälle tauschen. Denn Güren ist nicht nur türkischstämmig und eine Frau, sondern lebt mit einer Szene-Gastronomin zusammen, was im verknöcherten Gehirn von Hofrat Leo Katzinger, ein NoGo ist. Er traut ihr die Ermittlung in der Haute Volée von Wien nicht zu. Da muss Cornelius Metz her, der aus sehr gutem Haus stammt (O-Ton Katzinger).
Als dann weitere Personen scheinbar wahllos getötet, ja, nicht nur getötet, sondern regelrecht hingerichtet werden, befiehlt Katzinger, die Zusammenarbeit unter der Leitung von Nezren Gören.
Recht bald kommt Kevin dahinter, dass alle Opfer eigentlich Täter waren, die von der Justiz nicht verurteilt worden sind. Die Spuren führen nicht nur zu einem kleinen privaten Tierheim sondern vor allem in Tiefe menschliche Abgründe. Ist hier ein Rächer im Namen des Tierschutzes am Werk?
Wenig später ist Hilde Attensam, die 1,80 m große Polizistin mit der kurzen Lunte, im Fokus von Güren und wird als ideale Verdächtige, sie hat Kontakt zu dem privaten Tierheim, vom Dienst suspendiert. Metz und Wiesinger nehmen dies persönlich, pfeifen auf die Zusammenarbeit und entdecken einen Mitspieler in diesem perfiden Spiel, der sein eigenes, tödliches Süppchen kocht.
Der Täter scheint den Ermittlern immer ein, zwei Schritte voraus zu sein, weshalb sich bald die Frage nach einem Maulwurf in der Kriminalpolizei stellt.
Meine Meinung:
Zunächst habe ich gedacht, einen ähnlich humorvollen Krimi, wie die französische Reihe „Kommando Abstellgleis“ von Sophie Hénaff zu bekommen. Doch bald ist klar, dass es sich hier um eine todernste Angelegenheit handelt, in der wenig so ist, wie es scheint. Zahlreiche Querverbindungen schlummern im Verborgenen, die Kevin aus dem Dunkeln der Archive ausgräbt. Zudem scheint es höheren Orts eine besondere Clique zu geben, die ihre eigene Rolle spielen
„Das Einzige, was noch schwerer aufzufinden war als ein Mensch, der nicht gefunden werden wollte, war ein ehemaliger Polizist, der dem System abgeschworen hatte.“
Was höchst ungewöhnlich ist, dass sich das Trio Metz, Attensam und Wiesinger immer noch siezt. Innerhalb der „Firma“ wie Insider die diversen Teams in der Polizei nennen, ist es eigentlich üblich, sich zu duzen. Nun ja, den Hofrat oder Polizeipräsidenten vielleicht nicht.
Die Autorin spielt mit ihren Lesern Katz-und-Maus, weshalb die Geschichte nicht ganz auserzählt wirkt. Aber es soll ja eine Fortsetzung geben.
Die Charaktere haben alle so ihre Ecken und Kanten. Nicht alle Personalakten sind blütenweiß, so gilt der Görens Mitarbeiter Lukic als Kameradenschwein.
Mein Eindruck ist, dass dieser Krimi überall spielen könnte, da kaum Wiener Örtlichkeiten genannt.
Fazit:
Dieser Reihenauftakt ist gespickt mit Andeutungen und hat noch ein wenig Luft nach oben, weshalb er 3 Sterne erhält.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hier ist wenig, wie es scheint
Die Tote von Nazaré von Miguel Silva
Maren Berger, Hauptkommissarin aus Köln, ist vor wenigen Monaten bei einem Banküberfall durch einen Kopfschuss schwer verletzt worden. Nach wie vor leidet sie an Erinnerungslücken, die vor allem die Ermittlungen kurz vor dem Überfall betreffen. Sie beschließt, kurzerhand in den portugiesischen Küstenort Nazaré zu fahren um sich dort zu erholen.
Kaum dort angekommen, "stolpert" sie dort schon über die erste Tote, die sie vorher schon kurz gesehen hatte. Als die örtliche Polizei eintrifft, ist die Leiche weg und die portugiesischen Kollegen glauben ihr nicht. Nur Inspetor Ferreira, der einige Jahre in Deutschland gelebt hat, glaubt ihr.
Als wenig später ein deutscher Polizist ermordet wird und sich herausstellt, dass es eine Verbindung zu Maren gibt, gerät sie in den Fokus nicht nur in die Ermittlungen der portugiesischen Ermittler sondern auch ein deutscher Kollege reist an. Es scheint, dass dieser sich auf Maren als Täterin einschießt.
Meine Meinung:
Miguel Silva, der Name ist das Pseudonym eines deutschen Autors, ist mit diesem Krimi ein fesselnder Reihen-Auftakt gelungen. Die Handlung ist in Nazarè, einem Ort an der Küste, der für seine spektakulären Wellen bekannt ist.
Der Krimi ist sehr gut zu lesen. Der Spannungsbogen hoch gehalten. Die Charaktere haben Ecken und Kanten. Besonders Maren, die neben den Folgen der Schussverletzung weitere persönliche Probleme mit sich herumschleppt, ist gut gezeichnet (im wahrsten Sinn des Wortes). Es bleibt zu hoffen, dass sie sich von ihrem aktuellen Lebenspartner trennt. Mit Inspetor Ferreira hat der Autor eine weitere Hauptfigur geschaffen, die stimmig in diese Geschichte passt.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem interessanten Krimi, der mich sehr gut unterhalten hat, 4 Sterne.
Rezensionen von nessabo:
Ein unfassbar sensibel komponiertes Familienstück
Alle glücklich von Kira Mohn
Wow, was für ein kraftvolles und süchtigmachendes Werk voller leiser Töne! Familiendramen sind für mich nahezu ein Garant für tolle Geschichten, aber sie müssen natürlich auch gut geschrieben sein. Gerade diese Familiendynamiken erfordern ein feinfühliges Ertasten der Innenwelten aller Figuren.
Und Kira Mohn ist das hervorragend gelungen.
Ich habe das Buch an zwei Tagen nahezu atemlos verschlungen. Mohn hat ein Händchen für ihre Figuren, gibt ihnen Raum für Wachstum und schlägt dabei auch einen gesellschaftskritischen Ton an. Der Familienvater, wenn wir ihn denn so nennen wollen, kommt als einzige Figur eher schlecht weg, aber Mohn verzerrt dabei keine Realitäten. Die Sicht vieler Männer auf Lohn- vs. Care Arbeit wird der von Alexander gleichen. Dafür gehören sie kritisiert und das macht die Autorin nicht zu knapp - ohne ihm dabei jedoch den Raum für Vielschichtigkeit zu verwehren.
Emilia und Ben, die beiden Kinder der Familie, sind so gut geschrieben, dass mir beim Lesen ganz eng in der Brust wurde. Emilias Selbstverortung in einer Beziehung zu einem etwas älteren Jungen ist sicherlich vielen schmerzlich vertraut. Dass sie die Erfahrung machen muss, die sie im Buch macht, habe ich befürchtet und mir gleichzeitig anders gewünscht. Ben ist so eine großartige Figur, ich kann Mohn dafür nur bewundern. Politisch sensibel, ein netter junger Mann, der sich in der absoluten Ambivalenz befindet zwischen seiner persönlichen Sozialisierung und dem, was von Männern in dieser Gesellschaft erwartet wird.
Mindestens ebenso begeistert bin ich von Nina. Sie ist eine literarisch nicht untypische Frauenfigur - Mutter, geringer verdienend als der Ehemann, frustriert und gleichzeitig festgefahren in den Routinen, die sie als Frau in der Rolle der emotionalen Versorgerin verorten. Ihr gegenüber steht ein Mann, der nicht überzeichnet misogyn ist, sondern in genau dem „richtigen“ Maß. Beide bedienen ein Beziehungsmuster, das sehr üblich ist. Doch Nina durchläuft einen Emanzipationsprozess, der sich unterscheidet von allem, was ich bisher lesen durfte, und der mich laut hat jubeln lassen.
Es gab etliche Stellen, an denen ich dachte „oh nein, bitte jetzt nicht nachgeben/einknicken/das machen“ und jedes einzelne Mal hat mich die Autorin positiv überrascht. Ihr denkt, die Figurenentwicklungen habt ihr schon etliche Male in ähnlicher Form gelesen? Ich denke tatsächlich nicht!
Mohn tangiert etliche Themen, die wirklich wichtig sind: gesellschaftliche Erwartungen, 6ualisierte Gewalt, Incel-Kultur, Gender Care Gap und Misogynie allgemein. Ich bin ihr umso mehr dankbar, dass sie einen für mich sehr feinfühligen Weg gefunden hat, die Handlung zu einem ausreichend geschlossenen Ende zu bringen.
Der Text ist eine kluge Analyse komplexer Familienstrukturen, gibt seinen Figuren wunderbar viel Raum und drängt sich beim Lesen nicht auf. Ich war emotional ganz nah bei den Charakteren, wurde wütend und dann doch auch wieder ruhig. Und so kann ich nur sagen: Kira Mohn ist ein großes literarisches Talent mit einer wundervollen Balance zwischen herzzerreißendem Ernst und tiefer Liebe in verschiedener Hinsicht. Überzeugt euch selbst!
Rezensionen von nessabo:
Blieb leider weit hinter meinen Erwartungen zurück
Spielverderberin von Marie Menke
Das Cover hat so reizvoll ausgesehen, dass ich nun leider sehr unzufrieden zurückbleibe. Dabei klang diese Freundinnengeschichte wirklich vielversprechend, aber ehrlicherweise habe ich genau davon eben einfach zu wenig gespürt beim Lesen.
Die Erzählstruktur wechselt immer zwischen der Gegenwart und der Zeit vor vier Jahren.
In dieser Vergangenheit scheint etwas passiert zu sein, das unermüdlich angedeutet wird und sich scheinbar auf die Freundinnenschaft zwischen Sophie, Lotte und Romy ausgewirkt hat.
Grundsätzlich fand ich die langsame Entschlüsselung dieser Ereignisse vor vier Jahren gelungen. Aber bis dahin war es mir einfach zu langatmig, zu wirr, zu sehr ohne Sinn in der Geschichte. Die Figuren hatten für mich ganz wenig Profil - vor allem Sophie war als Erzählerin von obsessiv-depressiven Zügen geprägt und für mich schwer zu greifen. Romy war mir eigentlich durchgängig unsympathisch und unnahbar, Lotte blieb im Kontrast zu den beiden anderen ganz besonders blass.
Insbesondere gab es für mich aber deutliche Defizite im Bereich der Beziehungen. Da konnte ich nur in wenigen Momenten etwas Authentisches fühlen. Die meiste Zeit habe ich Zugewandtheit und offene Kommunikation schmerzlich vermisst. Die drei Frauen reden eigentlich fast immer komplett aneinander vorbei. Und solche Dialogmuster, die sich eher wie parallel geführte Monologe anfühlen, mag ich in Geschichten wirklich nie.
Ganz viel habe ich auch einfach nicht verstanden, Realität und Fantasie verschwimmen wiederholt, was schlicht nicht mein Fall ist. Zum Schluss wird es zwar endlich greifbar und konkret, aber dann ist die Geschichte eben auch zu Ende. Für mich hätte es im letzten Drittel gern erst losgehen und dann weiter vertieft werden können.
Positiv aufgefallen sind mir die Reibungspunkte von Stadt- und Landsozialisierung, auch wenn die Autorin hier gern noch hätte lauter werden dürfen. Neben all dem Verwirrenden, das passiert, wird die politische Aussagekraft nämlich spürbar verdrängt.
Ich kann Marie Menkes Roman also nicht wirklich empfehlen. Das Obsessive und irgendwie Flatterhafte der Geschichte war mir neben der fehlenden emotionalen Greifbarkeit schlicht zu viel. Die Handlung ist geprägt von Andeutungen, die dann irgendwann zwar auch aufgelöst werden, aber bis dahin ist es ein zähes Werk, das ich nur aus Neugier bis zum Ende gelesen habe.
PS: Das Hörbuch ist angenehm eingesprochen von Henriette Schreurs, wobei ich mir Stimmvarianz für die Unterscheidung der verschiedenen Figuren sehr gewünscht hätte. Gut umgesetzt war die klare Unterscheidung der verschiedenen Zeitebenen.











