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Rezensionen von verhei:

Ein Buch wie eine Großstadt - bunt und manchmal unerwartet

Hope Joanna von Horst Evers

Die junge Kommissarin Hope Joanna Marlow wird zu einem Tatort in einer Berliner Villa gerufen. Das Opfer ist Indiana Jens, wie sein Namensvorbild ein Händler von Relikten und Antiquitäten fasziniert. Besonders ist, dass er auch selbst noch die Polizei gerufen hat, um einen Einbruch bei ihm zu melden.

Weiters ist auch die Tatsache, dass man Schlangenbissspuren an ihm findet, eigenartig. Und bald schon findet sich auch eine weitere Leiche mit diesen Spuren. Zusätzlich zu dieser eigenartigen Serie, kämpft die Kommissarin, und ehemalige Olympiateilnehmerin im Taekwondo, noch mit einem Video, dass auf den Sozialen Medien von ihr kursiert: Hat sie doch vier gewalttätige Räuber vor einem Späti mit ihren Kenntnissen in die Flucht geschlagen.

Eines vorneweg, es ist ein Roman, der sich nicht einfach rezensieren lässt und auch generell nicht einfach in eine Sparte einordnen lässt. Ja natürlich hat man da die Mordfälle und die Rätsel, die sich daraus ergeben und erfüllt damit das genannte Genre Kriminalroman, jedoch ist da auch viel mehr. Nämlich so viel Humor und abstruse Situationen wie in so mancher Slapstickkomödie und auch viel Gesellschaftskritik. Und weil das noch nicht reicht – Elemente aus Actionfilmen und Fantasyromanen.

Hope Joanna ist eine sehr clevere und nahbare Figur und machte es mir leicht das Team zu lieben. Wie verständlich ist es, dass sie den Ruhm hasst und auch eine Abneigung gegen den Namen hat. Ich bewundere, wie sie die Situation erträgt – Kollegen so liebevoll sie auch sein mögen und auch die Prominenz und Erwartungshaltungen. Gut ergänzt wird sie durch ihren ehrgeizigen Kollegen, der für so manchen Lacher sorgt.

Die Handlung als solches ist, humorvoll wechselhaft, abgedreht und definitiv nicht erwartbar – dennoch irgendwie auch wieder logisch trotz aller Überdrehtheit. Es gibt definitiv eine Krimikomponente, allerdings darf man sich keinen blutigen und super verschachtelten Kriminalfall erwarten. So manche Idee mutet schon wie Satire an, allerdings bezweifle ich nicht, dass so manche Personengruppen so manche Ideen auch teilen.

Der Schreibstil ist schwer mit anderen zu vergleichen. Man findet rasch ins Buch und ist bald mit der „Berliner Schnauze“ konfrontiert – allerdings in einer für alle verständlichen Form. Mitgerissen vom Humor stolpert man durch das Buch – mit einem konstanten Schmunzeln im Gesicht.

Ein Buch, das bunt und unerwartet ist, so wie eine Großstadt eben ist und um genauer zu verstehen, was ich meine, sollte man es lesen.

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Rezensionen von Michaela:

Tolle Sprache, dennoch nicht mein Buch

The Artist von Lucy Steeds

Der Anfang gefällt mir gut, der melodische, detailreiche und bildhafte Schreibstil lässt das Haus im französischen Hinterland mit seinen Bewohnern und Joseph als Besucher vor meinem inneren Auge entstehen. Leider verliert mich das Werk in der Mitte etwas und mir erscheint es stellenweise etwas langatmig und auch wiederholend.

Die Figuren kommen mir nicht richtig näher und ich entwickle keine Empathie oder auch nur Verständnis für sie. Tata ist ein eigenbrötlerischer, griesgrämiger Künstler, der sich nur um sich selbst dreht. Ettie, die von ihm unterdrückte Nichte, die gelernt hat nicht aufzufallen. Und Joseph ein unsicherer, naiver Bewunderer von Tata der gerne Journalist wäre oder doch eher Künstler. Der Verlauf der Geschichte ist für mich durchaus vorhersehbar, denn schon früh werden Andeutungen gemacht. Dies nehme ich als künstlerischen Ausdruck wahr, auch wenn es für mich nicht richtig funktioniert. Denn ich denke öfters: jetzt lass die Geschichte voranschreiten. Gegen Ende fängt mich die Geschichte wieder ein und vor allem die wirklich gute Art zu schreiben versöhnt mich mit dem Werk. Mein Fazit: Eine wirklich gute Sprache, welche eine Freude zum Lesen ist, auch wenn die Geschichte nicht ganz meinen Geschmack trifft.

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Rezensionen von Anjulia :

Die Sichtweise der Medusa

Villains Are Made (1). Der Fluch der Medusa von Julia Holz

Für Isla soll die Stadt Bell Haven ein Neubeginn sein, eine Chance für ein Studium und neue Freundschaften. Verlieben will sie sich eigentlich nicht, denn sie hat Geheimnisse, doch der attraktive Adrian kreuzt immer wieder ihren Weg. Parallel dazu taucht man in der Vergangenheit in die Geschichte der Medusa, erzählt aus ihrer Sicht, ein.

Ich finde Retellings von griechischen Sagen sowieso spannend, weshalb ich Villains Are Made. Der Fluch der Medusa von Julia Holz auch unbedingt lesen musste. Medusas eigentliche Geschichte war mir bekannt, somit auch die Tatsache, dass sie völlig zu Unrecht in ein Monster verwandelt wurde. Deshalb war ich auch gespannt darauf, was die Autorin aus der Vorlage macht und kann sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde.Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Sowohl Medusas Kapitel in der Antike, als auch die Handlung in der Gegenwart konnten mich fesseln. Beides wird führt die Autorin erzähltechnisch sehr gut zusammen.Da es sich um Romantasy handelt, steht auch eine Liebesgeschichte im Vordergrund. Auch der Found-Family-Trope ist vorhanden. Das Buch ist Teil einer Reihe und eigentlich in sich abgeschlossen. Der Epilog macht jedoch auf die Fortsetzung, in der es um die Geschichte der Pandora geht, neugierig. Insgesamt kann ich das Buch weiterempfehlen, insbesondere wenn man Götterkämpfe, Intrigen, griechische Mythen in Verbindung mit College-Lovestorys mag.

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Rezensionen von brauneye29:

Interessant

Sunset Flip von Joey Goebel

Zum Inhalt:
Eigentlich läuft es für Auggie, denn er ist als Wrestler sehr erfolgreich und mit seiner Liebe des Lebens Nadine plant er das gemeinsame Zuhause und die Zukunft. Doch er träumt auch davon beim Film erfolgreich zu sein. Je besser es für ihn läuft, umso mehr verwandelt er sich in seine Figur The Aug und das tut weder ihm noch seiner Beziehung gut.

Meine Meinung:
Ich habe mich noch nie mit dem Thema Wrestling beschäftigt und das fand ich schon sehr interessant mal ein wenig hinter die Kulissen dieses Spektakels zu schauen. Aber das Buch ist schon viel mehr als das. Es zeigt die Zerrissenheit des Auggie, seine Verwandlung, sein immer mehr abdriften, dass auch in seine Beziehung hineinspielt. Dennoch muss ich sagen, dass ich anfangs enorm schwer getan habe überhaupt in die Story reinzukommen, weil es eben auch sehr um das Wrestling Ging. Insgesamt gesehen hat mir das Buch aber recht gut gefallen.
Fazit:
Interessant

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Rezensionen von Ema:

Zwischen Inszenierung und Wahrheit: ein Blick hinter die perfekte Fassade

Yesteryear von Caro Claire Burke

Caro Claire Burke greift in Yesteryear ein hochaktuelles und zugleich faszinierendes Thema auf: die Inszenierung eines Lebensentwurfs im Spannungsfeld von Social Media und dem Tradwife-Trend. Besonders spannend ist dabei der Hype um die Protagonistin, der nicht nur ihre Außenwirkung prägt, sondern auch Fragen nach Authentizität und Selbstbestimmung aufwirft.

Zu Beginn folgt der Roman zunächst relativ klassisch der Entwicklung der Hauptfigur und zeigt, wie sie zu der Frau geworden ist, als die sie sich der Öffentlichkeit präsentiert. Doch schon bald bricht die lineare Erzählweise auf: Die Handlung springt zwischen zwei Zeitpunkten hin und her, wodurch sich nach und nach ein komplexeres Bild ergibt. Lange bleibt unklar, wie Natalie eigentlich in ihre Situation geraten ist – ein erzählerischer Kniff, der Neugier erzeugt und zum Weiterlesen motiviert.

Allerdings hat der Roman im Mittelteil einige Längen. Gerade die wiederholten Perspektivwechsel und das bewusste Zurückhalten zentraler Informationen ließen die Handlung für mich zeitweise etwas zäh wirken. Hier hätte eine straffere Erzählweise dem Lesefluss gutgetan.

Zum Ende hin nimmt die Geschichte jedoch noch einmal deutlich an Fahrt auf und mündet in eine überraschende Auflösung, mit der so kaum zu rechnen ist. Diese Wendung ist zwar originell, wirkte aber für mich zugleich etwas konstruiert und auch nicht vollständig überzeugend.

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Rezensionen von S.L. :

Leo, 20, Busfahrer

Pina fällt aus von Vera Zischke

Leo, 20, Busfahrer
Das Unglaubliche geschieht: Pina hat einen schweren Unfall, wird ins Koma versetzt. Niemand erfährt davon. Nicht einmal ihr 20jähriger, autistischer und auf ihre Hilfe angewiesener Sohn Leo. Im Haus wohnen noch die sechzehnjährige Schulabbrecherin Zola, der Einsiedler Wojtek und die lebensmüde 86jährige Inge.

Aber: was haben sie mit Leo zu tun? Alle haben genug eigene Probleme.
Vera Zischke schildert die Charaktere der anderen Hausbewohner detailliert. Sehr glaubhaft, sehr vorstellbar. Einige Verhaltensweisen kommen dem Leser bekannt vor.
Wie die Entwicklung verläuft und die Gedankengänge von Zola, Inge und Wojtek werden verfolgt. Man hofft das Beste …
Die Autorin stellt die Frage, worum es wirklich im Leben geht. In einer Welt, in der Viele möglichst für sich bleiben. Soziale Abkapslungen und Kälte spürbar sind. Auch hier möchten die Bewohner gern Verantwortung abgeben. Ein so nicht voraussehbarer Prozess wird in Gang gesetzt.
Nachdenklich machend, emphatisch geschrieben, emotional mitnehmend.
Lesenswert.

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Rezensionen von Ema:

Einsamkeit auf der Insel

John of John von Douglas Stuart

Mit Shuggie Bain und Young Mungo hat Douglas Stuart die Messlatte für mich extrem hoch gelegt – beide Bücher haben mich auf Englisch vollkommen mitgerissen. Entsprechend groß waren meine Erwartungen an John of John, die am Ende leider eher enttäuscht wurden.

Vor allem der Einstieg zieht sich sehr.

Cal kehrt nach einem Anruf seines Vaters auf die Insel zurück, von der er stammt, und lebt dort gemeinsam mit seinem Vater John und seiner Großmutter, der Mutter seiner verstorbenen Mutter. Die Atmosphäre der Insel ist dabei zwar dicht und bedrückend beschrieben, gleichzeitig hatte ich aber lange das Gefühl, dass die Handlung kaum vorankommt.

Interessant fand ich vor allem die Dynamik zwischen den Figuren. Die Beziehungen auf der Insel sind stark verwoben, jeder scheint eigene Geheimnisse zu haben und vor allem die eigenen Interessen zu verfolgen. Dadurch entsteht eine unterschwellige Spannung, die sich durch das ganze Buch zieht. Besonders tragisch ist die Beziehung zwischen Cal und seinem Vater: Beide können über vieles nicht sprechen, wodurch auch Homosexualität ein unausgesprochenes Tabuthema bleibt. Diese Sprachlosigkeit gehört definitiv zu den stärkeren Aspekten des Romans.

Trotzdem wirkten einige Handlungsstränge auf mich seltsam oder nicht ausreichend ausgearbeitet. Der Briefkontakt, den Cal aufbaut, erschien mir teilweise eher merkwürdig, ohne dass daraus wirklich etwas Tiefgründiges entstanden wäre. Auch die Beziehung zu seinem Jugendfreund hätte deutlich mehr Raum verdient, weil dort eigentlich viel emotionales Potenzial gelegen hätte.

Was mich letztendlich doch noch überzeugt hat, war das Ende. Dort schafft Douglas Stuart es endlich, die emotionale Intensität zu entfalten, die ich mir über weite Strecken des Buches gewünscht hätte. Insgesamt ist John of John für mich trotzdem ein gutes Buch – atmosphärisch stark und mit interessanten Figuren –, aber im Vergleich zu Shuggie Bain und Young Mungo bleibt es deutlich weniger eindrucksvoll. Rückwirkend hätte ich aber auch lieber die englische Originalversion gelesen.

Gesamt: 3,5/5 Sternen

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Rezensionen von Ema:

Sommerlich leichte Lektüre

Mirabellentage von Martina Bogdahn

„Mirabellentage“ ist ein unterhaltsames und kurzweiliges Buch, das sich angenehm lesen lässt, auch wenn es nicht ganz ohne Schwächen auskommt. Besonders positiv fällt auf, dass die Geschichte immer wieder mit Humor und Leichtigkeit erzählt wird, sodass man gut durch die Seiten getragen wird. Allerdings wirkt die Handlung an einigen Stellen etwas zu weit hergeholt und stellenweise konstruiert.

Manche Szenen sind deutlich überspitzt – etwa die Idee, ein italienisches Rezept wie eine Sonntagspredigt zu inszenieren. Das sorgt zwar für amüsante Momente, kann aber auch etwas überzogen wirken und nimmt der Geschichte gelegentlich ihre Glaubwürdigkeit. Inhaltlich behandelt das Buch eigentlich ein eher trauriges Thema, nämlich einen Abschied. Dennoch bleibt der Ton insgesamt überraschend leicht. Das macht die Lektüre zwar angenehm, führt aber auch dazu, dass es stellenweise an Tiefe fehlt. Gerade bei einem so emotionalen Kern hätte man sich an manchen Punkten mehr Ernsthaftigkeit und Nachdenklichkeit gewünscht. Die Figuren hingegen sind durchweg sympathisch und tragen viel zum positiven Gesamteindruck bei. Man verbringt gern Zeit mit ihnen, auch wenn die Handlung nicht immer vollständig überzeugt. Insgesamt ist „Mirabellentage“ eine leichte, unterhaltsame Lektüre für zwischendurch – mit charmanten Charakteren, aber auch mit inhaltlichen Schwächen und verpasstem Potenzial für mehr Tiefe.

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Rezensionen von Ema:

Eine Reise mit Hindernissen

Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pasta und Limoncello von Melanie Pignitter

Der Roman begleitet Lena, die mit ihrem Bulli „Berta“ nach Italien aufbricht, um ihrem Alltag zu entfliehen – doch eine Panne zwingt sie, ihre Pläne loszulassen und sich auf eine unerwartete innere Reise einzulassen.

Leicht und flüssig geschrieben, versprüht das Buch sommerliche Urlaubsstimmung und eignet sich gut als entspannte Lektüre.

Inhaltlich steht weniger die Handlung als vielmehr die Selbstreflexion im Fokus: Affirmationen und innere Dialoge machen Lenas Gedankenwelt greifbar und geben dem Buch eine klare Coaching-Note. Für mich persönlich war das etwas zu viel.

Die Geschichte selbst bleibt dabei eher schlicht und vorhersehbar. Wer jedoch einen inspirierenden, unkomplizierten Roman mit persönlichem Mehrwert sucht, wird hier fündig.

Sterne: 3,5/5

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Rezensionen von Ema:

Der zweite Teil des Buches war mir etwas zu platt

Mit anderen Augen von Jane Tara

„Mit anderen Augen“ ist sprachlich wirklich stark geschrieben und hat mich vor allem mit seiner Thematik sofort abgeholt. Die Unsichtbarkeit von Frauen wird spannend und eindringlich dargestellt, ohne platt zu wirken – gerade die erste Hälfte des Buches fand ich deshalb richtig überzeugend.

Leider hat das Buch für mich danach stark nachgelassen.

Besonders der Aufenthalt im Meditationszentrum und die daraus entstehenden angeblich lebensverändernden Erkenntnisse über das eigene Leben wirkten auf mich zu konstruiert. Das Ende war mir insgesamt zu glatt, zu viel Friede-Freude-Eierkuchen, und teilweise schon fast esoterisch angehaucht.

Schade, denn die Grundidee und der Schreibstil hätten für mich das Potenzial für ein echtes Highlight gehabt.

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