Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ameland:
Einfach mal raus und entspannen
52 kleine & große Eskapaden in Deutschland - Für die Seele von Cornelia Jeske; Elke Weiler; Sylvia Pollex; Stefanie Sohr; Andrea Lammert; Alexandra Schlüter; Ann Baer; Aylin Krieger; Sybille Baecker; Oliver Gerhard; Katrin Jäger; Marion Hahnfeldt; Rebecca Schirge; Jutta M. Ingala; Inka Chall; Laura Schneider; Silke Kuri; Jana Zieseniß; Julia Patzenhauer; Magda Lehnert; Sandra Kathe; Alexandra Lattek; Jessica Niedergesäß; Loni Liebermann; Barbara Riedel; Christine Röhling; Michelle Fiedler; Sonja Anwar; Thomas Diehl; Nina Loos; Sarah Uhrig; Verena Mog; Melanie Wolfmeier; Nadine Ormo; Sinja Stiefel; Elisabeth Wein; Yvonne Weik; Barbara Kettl-Römer; Saskia Niedermeier; Sonja Hoffmann; Siiri Klose
Seit mein Mann und ich im (Un)Ruhestand sind, gönnen wir uns immer mal wieder kleine oder größere Auszeiten, aber möglichst abseits vom Trubel. Inspirationen erhoffte ich mir von diesem Reiseführer von DUMONT. Ich wurde nicht enttäuscht, sondern ganz im Gegenteil! Ich fand nach den Regionen Norden, Mitte und Süden aufgeteilt 52 Vorschläge für Ausflüge und Miniurlaube.
Egal ob zu Fuß, per Rad oder mit dem Boot alle Orte versprechen eine besondere Auszeit, Erholung und Lebensfreude. Mal etwas Neues entdecken oder ausprobieren oder auch einfach nur entspannen in der Natur oder beim Yoga, alles ist möglich.
Jedem Vorschlag wurden vier informative Seiten gewidmet. Die Routenbeschreibung, die auch auf einem Kartenausschnitt eingezeichnet ist, beinhaltet neben Aussichtspunkten, Sehenswürdigkeiten auch Einkehrmöglichkeiten. Anhand der schönen Fotos konnte ich mich direkt von der landschaftlichen Schönheit, interessanten Bauwerken oder kulinarischen Köstlichkeiten überzeugen.
Gefallen hat mir auch das Fazit zu jedem Ausflug und der Infokasten zum Schluss. Neben der Anfahrt erfährt man wann die beste Reisezeit ist und die Länge der Touren, deren GPX -Daten übrigens kostenlos bei DUMONT zum Download zur Verfügung stehen. Ebenso gibt es Vorschläge wo man abends sein müdes, aber bestimmt glückliches Haupt betten kann. Und die Übernachtungsvorschläge sind teilweise ziemlich cool, Beispiele gefällig? Schlafen im Heu, im Baumhotel, in einem Hängezelt, im Turmzimmer eines mittelalterlichen Turms oder in einem umgebauten Schäferwagen.
Auch wenn ich einige der aufgeführten Orte bereits kenne, habe ich doch viele neue Reiseziele für uns entdeckt und wer sagt, dass wir nur ein oder zwei Tage dort verbringen dürfen? Genau, niemand und bei einer längeren Anreise lohnt sich das ja auch nicht. Wer auf der Suche nach Auszeiten für die Seele ist, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.
Rezensionen von Claudia R.:
Prosasammlung
Der Blick der Libelle von Heiko Flemming
Klappentext / Inhalt:
Was zeigt sich, wenn man den Blick weitet?
Der Blick der Libelle versammelt literarische Kurzgeschichten, die unterschiedliche Facetten menschlichen Lebens beleuchten. Sie erzählen von Frieden und Krieg, von Kindheit und Erinnerung, von Verlust, Hoffnung und leisen Momenten des Glücks.
Mal ruhig und poetisch, mal direkt und eindringlich richten die Texte ihre Aufmerksamkeit auf das Alltägliche ebenso wie auf das Erschütternde. Auch weihnachtliche Geschichten finden ihren Platz – nicht als bloße Idylle, sondern als Spiegel von Nähe, Sehnsucht und Menschlichkeit.
Der Blick der Libelle steht für eine besondere Perspektive: aufmerksam, vielschichtig und offen für Widersprüche. Ein Buch für LeserInnen, die literarische Kurzprosa schätzen und sich auf unterschiedliche Themen und Stimmungen einlassen möchten.
Cover:
Eine wunderschöne Libelle ziert dieses Cover und zieht zugleich die Aufmerksamkeit auf sich. Das Interesse wird geweckt und das Cover selbst wirkt besonders und interessant. Der Hintergrund ist einfach weiß gehalten und so kommt die Libelle und besonders die blaue Farbe dieser zur Geltung.
Meinung:
Eine wundervolle Sammlung und Verbindung von Kurzgeschichten, die Berühren, Bewegen und jede auf ihre eigene Art und Weise, mal laut mal leise, für sich spricht.
Inhaltlich möchte ich hier gar nicht ins Detail gehen, schaut am Besten selbst hinein und lasst euch von den Kurzgeschichten verzaubern, berühren und mitnehmen.
Jede Geschichte steht für sich und eine große Vielzahl und Bandbreite wird hier mitgeliefert. Mit über 30 Kurzgeschichten ist dies eine recht große Sammlung und so kann man immer wieder eine neue und andere Geschichte genießen, lesen und entdecken. Die Geschichten sind toll erzählt und schön umgesetzt. So wird man von einigen emotional ergriffen, andere regen zum Schmunzeln an und für Unterhaltung wird hier gesorgt und die ein oder andere regt auch zum Nachdenken an.
Die Geschichten sind unterschiedlich lang und unterscheiden sich auf vom Erzählstil und der Art und Weise, sowie den Emotionen. Optisch sind diese gut hervorgehoben und auch gut erkennbar. Die Überschrift ist deutlich erkenntlich gemacht. Bei der ein oder anderen Geschichte rundet eine Illustration das Ganze sehr schön ab. Gliederung und Gestaltung im Gesamten haben mir gut gefallen.
Fazit:
Eine tolle Sammlung von Texten und Kurzgeschichten, die berührt, zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken anregt.
Rezensionen von milky:
Freundinnen auf einer einsamen Insel
Bachelorette Party von Camilla Sten
Annelieses Junggesellinnenabschied verspricht ein voller Erfolg zu werden: beste Freundinnen zusammen auf einer einsamen, abgeschiedenen Insel, Yogasessions, Achtsamkeitsübungen und digital Detox – gemeinsame Zeit verbringen ohne den Alltagsstress. Die Hauptperson Tessa sowie ihre Schwester sind Teil der Gruppe und Tessa ist sowohl neugierig auf die kleine Insel als auch ehrfürchtig.
Zehn Jahre zuvor wurden vier Freundinnen, die ebenfalls auf dieser Insel waren, als vermisst gemeldet und nie wieder gefunden.
Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Der Großteil findet in der Gegenwart statt und ist in der Ich-Perspektive von Tessa geschrieben. Zudem gibt es Rückblicke, um die Geschehnisse der vier Freundinnen zehn Jahre zuvor aufzuklären. Unterschiedliche Zeitstränge empfinde ich immer als positiv, da es aufgrund der Abwechslung nicht langweilig wird und bei beiden Zeitsträngen die Spannung erhalten bleibt.
Einige Handlungen fand ich leider vorhersehbar, die Beweggründe für die Handlungen waren jedoch überraschend. An sich war das Buch schon spannend, es ist jedoch noch Luft nach oben vorhanden.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Britta Speer:
Was wäre, wenn man mit einem anderen Namen ins Leben gestartet wäre?
Die Namen von Florence Knapp
Jeder, der das Glück gehabt hat, für ein neugeborenes Kind einen Namen auszuwählen, kennt dieses Erlebnis, dass das Kind dann tatsächlich auf unerklärliche Weise diesem Namen entspricht. Florence Knapp greift diesen Moment auf und entwirft drei Lebensläufe einer Figur mit einem jeweils anderen sprechenden Namen (Bear (Bär), Julian (Himmelsvater) und Gordon (großer Hügel)).
Die Autorin nutzt dieses gelungene Strukturprinzip, bei dem die Familienmitglieder namentlich gleich, aber die prägenden Menschen und Erlebnisse unterschiedlich sind, um alle Facetten häuslicher Gewalt nachhaltig zu veranschaulichen. Kein einfaches, aber ein sehr wichtiges Thema. Wie bei einer systemischen Familienaufstellung wird so deutlich, dass vielleicht gar nicht so sehr die Namen, sondern eher die Beziehungen, die man eingeht, und der Kontext, in dem man sich befindet, ausschlaggebend dafür sind, welche Charaktereigenschaften man entwickelt. Die LeserInnen springen also zwischen drei Lebensläufen hin und her, was manchmal etwas verwirrend, aber vielleicht sogar intendiert ist, da es ja eigentlich um ein einziges Leben geht, das unterschiedlich hätte verlaufen können. Dabei psychologisiert die Autorin nicht plakativ, sondern zeigt uns alltägliche Situationen in schlichter Sprache, sodass wir uns selbst ein Bild der unterschiedlichen Charaktere machen können. Diese sind so geschickt gestaltet und der Roman liest sich so gut, dass man sich am Ende nur schwer von ihm trennt.
Rezensionen von Katja K.:
Schräg und toxisch oder einfach nicht mein Genre?
Woman Down von Colleen Hoover
Ich habe bislang ein Buch der Autorin gelesen, das mir schon nicht besonders gut gefallen hat, weil ich fand, dass ein Thema bagatellisiert wurde. Ich wollte ihr aber mit diesem Buch noch mal eine Chance geben und in ein anderes Genre hineinschnuppern. Nun bin ich etwas ratlos, weil ich das Buch wirklich richtig schlecht fand, mich aber auch frage, ob ich möglicherweise das Genre Romantic Thriller einfach nicht mag.
Ich fand die Toxizität in der Beziehung ganz schwer zu ertragen und es kam mir richtig "billig" vor, aber vielleicht gehört das bei dem Genre bis zu einem gewissen Grad auch immer dazu?
Definitiv kann ich sagen, dass mir der Beginn mit den Schilderungen zum Autorinnenleben und dem Cybermobbing ziemlich gut gefallen hat und ich optimistisch gestartet bin. Der Schreibstil ist nicht besonders anspruchsvoll, aber auf jeden Fall sehr flüssig und gut zu lesen. Sobald Saint seinen Auftritt hatte, kam mir die ganze Story total konstruiert vor und mir war völlig unverständlich, wie naiv sich die Protagonistin verhalten hat. Dass es hier um eine innere Ambivalenz geht im Love Triangle und Petra sich somit auch ambivalent und deshalb nicht immer ganz logisch verhält, ist klar, aber diese Ambivalenz wurde nicht nachvollziehbar dargestellt. Auch die Emotionen konnte ich nicht spüren und dadurch wirkte die ganze Story extrem platt.
Ich hatte dann zumindest mit einem großen Plot Twist gerechnet. Es kam aber lediglich eine unerwartete Wendung, alles andere lief genau so, wie ich es von Anfang an vermutet hatte. Das hat mich dann auch ziemlich enttäuscht. Ich hatte eigentlich nur deshalb weiter gelesen, weil ich dachte, dass das Buch ein interessantes Ende bereithält.
Fazit: Absolut nicht mein Geschmack, toxisches Verhalten, unglaubwürdige Charaktere. Möglicherweise ist es auch einfach nicht mein Genre. Ich kann auf jeden Fall keine Empfehlung für dieses Buch aussprechen.
Rezensionen von Krani:
Schön!
Der letzte Leuchtturm von Michael Pedersen
Ein angehender Selbstmörder lässt sich von einem vorbeifliegenden Baßtölpel überzeugen, vorher noch etwas zu erledigen. So reist er nach Muckle Flugga, eine unbewohnte Shetlandinsel, auf der Ouse und sein gewalttätiger Vater sich um den Leuchtturm kümmern. Der Autor ist erfolgreicher Poetry Slammer und Lyriker in Schottland.
Die Hauptpersonen haben mich fasziniert und überrascht. Immer wieder wechseln die Perspektiven, manchmal mehrmals im gleichen Absatz. Das ist immer eindeutig, und es bringt die Menschen dem Leser sehr nahe. Auf Anführungsstriche, die wörtliche Rede anzeigen, wird kompett verzichtet. Alles Gesagte ist kursiv gedruckt. Das verstärkt den Eindruck, es gehe hier mehr darum, wie die Menschen sind als darum, was sie darüber sagen.
Die Sprache ist besonders. Beispiel: „Lichtexplosionen aufgeplatzter Kirschen, die am Lätzchen des Himmels herabrinnen, während sich die Dunkelheit hereinwindet und Sternenlicht alles mit Juwelen besetzt“. Der Ausdruck „Sonnenuntergang“, so heißt es, sei doch viel zu mechanisch und klinisch!
Die Geschichte entwickelt sich eher langsam. Weil viel gestaunt wird und die Sprache so ungewöhnlich ist, erfordert dieses Buch viel Aufmerksamkeit. Dennoch ein Highlight!
Rezensionen von Annabell95:
Enttäuschend
Woman Down von Colleen Hoover
Nach einem heftigen Shitstorm zur Verfilmung ihres Romans steckt Autorin Petra Rose in einer Schreibkrise. In einer abgelegenen Hütte will sie zu sich finden. Dann taucht plötzlich der Detective Nathaniel auf, der ihrer eigenen Romanfigur gleicht. Er inspiriert sie, zieht sie in seinen Bann, doch die Nähe zu ihm wird schnell gefährlich und bedroht alles, was sie sich zurückerarbeitet hat.
Nachdem ich so viele unterschiedliche Meinungen zu dem Buch gehört habe, wollte ich mir unbedingt auch selbst eine Meinung bilden. Doch leider konnte mich "Woman Down" nicht überzeugen.
Der Schreibstil hat mich anfangs etwas abgeholt. Er lässt sich flüssig lesen und so wie es geschrieben ist, wirkt es recht lebendig und auch authentisch. Stückchenweise wirkt die Erzählung wie aus einer Talkshow, Podcast oder einem Film. Jedoch wurde alles unnötig ist die Länge gezogen. Es wird viel geredet, aber wenig erzählt, und die Handlung verliert dadurch an Fokus. Irgendwann habe ich quasi nur noch quergelesen, weil ich doch wissen wollte wie es alles zusammenhängt und wo es am Ende hinführt.
Mit der Hauptfigur Petra, einer Autorin mit Schreibblockade, konnte ich leider nicht warm werden. Sie versinkt häufig in Selbstmitleid und bleibt insgesamt unsympathisch und schwer greifbar. Auch die übrigen Figuren wirken eher wie Rollen, die eine Funktion erfüllen sollen, statt wie echte Menschen. Für mich waren sie oberflächlich und eindimensional, ohne wirkliche Tiefe.
Was ich mir besonders gewünscht hätte, waren Spannung und Thriller‑Elemente. Doch das Buch baut kaum Spannung auf, und die wenigen Ansätze verlaufen schnell im Sande. Einige Szenen wirkten sogar unwirklich, und der Plot insgesamt war für mich vorhersehbar. Inhaltlich hat mich die Geschichte daher nicht erreicht.
Mein Fazit:
Trotz flüssiger Sprache blieb Woman Down für mich inhaltlich schwach. Die Figuren wirkten eindimensional, die Handlung vorhersehbar und echte Spannung kam nie auf. Irgendwann habe ich quasi nur noch quergelesen, weil ich doch wissen wollte wie es alles zusammenhängt und wo es am Ende hinführt. Leider konnte mich die Geschichte nicht überzeugen, daher von mir keine Empfehlung.
Rezensionen von Schlafmurmel:
Wenn das Paradies zur Falle wird
Summer Heat von Solveig-Marie Kastner
Schon das Cover von Summer Heat hat mich sofort in Urlaubsstimmung versetzt – doch was mich dann erwartet hat, war alles andere als leicht und unbeschwert.
Ich habe Mia auf Schritt und Tritt begleitet, ihre Unsicherheit, ihre Angst und dieses immer stärker werdende Gefühl, dass etwas ganz und gar nicht stimmt, regelrecht mitgefühlt.
Das luxuriöse Resort an der Algarve wird schnell zu einem Ort voller Misstrauen, Ablehnung und unterschwelliger Bedrohung.
Die Atmosphäre hat mich total gepackt und nicht mehr losgelassen – ich war emotional richtig drin und konnte den eBook-Reader kaum weglegen. Die wechselnden Perspektiven machen alles noch intensiver und treiben die Spannung immer weiter nach oben.
Und dann diese Wendung… damit habe ich wirklich nicht gerechnet!
Kleine Unstimmigkeiten konnte ich da völlig verzeihen, weil mich die Geschichte einfach mitgerissen hat. Zurück bleibt ein beklemmendes Gefühl – und die Hoffnung, dass alles wirklich nur Fiktion ist.
Ganz klare 5 Sterne und eine große Leseempfehlung
Rezensionen von milky:
Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte
Solange ein Streichholz brennt,1 Audio-CD, 1 MP3 von Christian Huber
Das Hörbuch "Solange ein Streichholz brennt" von Christian Huber handelt von Alina und Bohm. Alina ist Journalistin bei einem bekannten TV-Sender, jedoch geht ihre Karriere eher bergab als bergauf. Bohm ist ein Obdachloser, dem ein Hund zugelaufen ist und der gerne schnitzt. Beide lernen sich zufällig bei einer Reportage kennen, die Alina über Obdachlosigkeit dreht.
Beide kommen sich während des Drehs näher, obwohl das weder von Alina noch von Bohm je die Intention war.
Die Geschichte wird sowohl aus Alinas als auch aus Bohms Perspektive erzählt, was ich als sehr positiv empfinde. So erhält der Leser Einblick in beide Hauptfiguren und kann zu beiden eine gute Verbindung aufbauen.
Christian Huber erzählt sehr feinfühlig und bedächtig. Auch wird das Thema „Obdachlosigkeit“ gut aufgegriffen und von verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Insgesamt erhält der Leser einige Erkenntnisse, die man in sein eigenes Leben einfließen lassen kann.
Die beiden Sprecher:innen des Hörbuchs haben von der Stimme her fantastisch zu den Hauptfiguren gepasst. Beide hatten eine gute Betonung und haben die Emotionen sehr gut mit ihrer Stimme transportieren können.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Evi Werkl:
Butterfly-Effekt
Die Namen von Florence Knapp
Eine Entscheidung – drei Versionen eines Lebens.
Die Grundidee, die auch im Buchcover schön umgesetzt wird, finde ich außergewöhnlich und interessant: Haben Namen Einfluss auf unser Leben? Florence Knapp beantwortet diese Frage nicht (nur) in einem esoterischen Sinn, sie zeigt vielmehr, wie eine an sich kleine Entscheidung – die Wahl eines Namens – Auslöser für völlig unterschiedliche Lebensverläufe wird.
Die Sprache ist auffallend nüchtern und klar, damit erreicht die Autorin, dass – ohne Pathos und Drama – das Grauen, die Angst und die latente Bedrohung innerhalb der Familie sich schleichend aufbaut und langsam einsickert.
Formal ist der Roman streng konstruiert. Die Handlung wird in Sieben-Jahres-Schritten erzählt, was die Parallelführung der drei Lebenslinien unterstützt, zugleich aber den Lesefluss erschwert. Immer wieder wurde ich aus der jeweiligen Geschichte herausgerissen und musste mich neu orientieren. Trotzdem bleibt das Buch inhaltlich eindringlich, die Autorin verarbeitet die Themen häusliche Gewalt und ihre Folgen für die Kinder auf plakative und nachvollziehbare Weise.
Der Vater hingegen bleibt in allen drei Versionen eine eindimensionale Figur – ein Täter ohne erkennbare Tiefe, ein Klischee des gewalttätigen, sadistischen Patriarchen.
Trotz dieser Schwächen ist „Die Namen“ ein spannender Roman. Die beklemmende Atmosphäre, die ungewöhnliche Konstruktion und die zentrale Frage nach den Auswirkungen von Entscheidungen sorgen dafür, dass die Geschichte lange nachwirkt.









