Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lotta:
Spannend, Erschreckend, sehr realitätsnah
EDEN - Wenn das Sterben beginnt von Marc Elsberg
Piero ist zurück! Wer sich nicht an ihn aus Blackout erinnert, keine Sorge. Es werden jedoch Andeutungen zu Blackout gemacht, die ggf. zu Spoilern führen könnten.
In diesem Buch geht es jedoch um den Nutzen von KI für verschiedenste (gerne widersprüchliche) Ziele in Verbindung von (zukünftigen) Klimaschäden.
Der Schreibstil von Elsberg ist mir nach einigen seiner Büchern sehr bekannt und ich fand die mitunter sehr kurzen Kapitel eher anstachelnd das Buch schnell zu lesen. Der Inhalt war dann manchmal eher harte Kost im Sinne von "nachdenklich machend", sodass doch wieder eine Pause notwendig war. Dieser Zwiespalt hat mich ziemlich durch das Buch begleitet, ihm aber nicht schlecht getan. Es ist sehr einfach wieder einzusteigen.
Die KI spielt eine Hauptrolle und wird als Vorhersagemodell verwendet. Natürlich gibt es die einen, die an ihren Profit denken und die anderen, die lieber Menschen warnen würden bzw. ihnen frühzeitig helfen möchten. Diese Interessenskonflikte, auch in der Politik, fand ich extrem gut dargestellt und erschienen mir sehr realistisch. Genau kann ich natürlich nicht beurteilen, wie es in politischen Sitzungen so abläuft.
Insgesamt ein spannender, gleichzeitig erschreckender und auch sehr realitätsnaher Wissenschaftsthriller. Ich möchte nicht, dass unsere Erde viele der hier dargestellten Phänomene tatsächlich erleben muss und zwar auch nicht für meine Enkelkinder. Ich bewerte mit 5 von 5 Sternen.
Rezensionen von Lotta:
Toller Spionage Thriller
Dunkelmann von Lars Findsen; Jacob Weinreich
Der dänische Auslandsgeheimdienst ist meist nicht so auf meinem Schirm. Meist geht es um GB, USA oder vielleicht noch Israel. Daher eine willkommene Abwechslung, dass wir als Leser uns viel in Kopenhagen aufhalten dürfen. Dabei geht es vor allem um einen Analysten, der kurz vor Eintreffen einer chinesischen Delegation feststellt, dass eines der Mitglieder gedenkt mit falscher Identität einzureisen.
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Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Die Perspektiven wechseln fröhlich hin und her. Die ein oder andere ist mir etwas zu kurz gekommen und zwar so, dass gefühlt wirklich Zeit zwischen den Kapitel vergangen ist bzw. Handlungen fehlen.
Eine wirkliche Entwicklung durchlaufen die Charaktere in diesem Buch nicht. Es ist mehr ein vielfältiges Kennenlernen auch auf privater Ebene. Dabei waren es mir etwas zu viele, teilweise zu ähnliche, private Probleme. Dabei steht der Autor natürlich vor dem Dilemma, dass ein Gespräch über die Arbeit von Paaren nicht möglich ist, wenn die eine Hälfte des Paares beim Geheimdienst arbeitet.
Abseits des privaten Bereichs war es ein toller Spionage Thriller, der gute Einblicke in die Verzahnungen von Inlands- und Auslandsgeheimdienst gegeben hat. So bewerte ich mit 4 von 5 Sternen und würde mich über einen weiteren Teil freuen!
Rezensionen von Lotta:
Zauberhafter Ausflug
Starminster - Stadt in den Wolken von Megan Hopkins
Astrid hat ihr Leben lang bisher in einem Schuppen verbracht. Sie hat keine Ahnung, wie die Sterne aussehen. Home Schooling. Kein Kontakt zu irgendwem abgesehen von ihrer Mutter, die ihr die Mahlzeiten bringt und Aufgaben gibt. Bis eines Tages plötzlich eine Frau vor ihr steht und sie mit nach Starminster mitnimmt.
Astrids Leben steht Kopf!
Der Schreibstil ist angepasst an die Zielgruppe. Ich würde sagen so ab 8 Jahren ist es gut möglich, dieses Buch zu lesen und die verschiedenen Sachverhalte zu verstehen. Ich fand Astrids Wandlung als Charakter sehr erstaunlich und gerade, dass sie das Konzept Freundschaft so schnell verstanden hat. Einfach toll. Die neue Welt, in die sie hineingeworfen wurde, war dann ja nicht nur unsere ganz normale, sondern noch eine weitere zusätzliche. Alles gar nicht so einfach, sich da zurecht zu finden. In der Realität wäre es ihr mit Sicherheit auch etwas schwerer gefallen. Doch da will ich mal nicht so streng sein. Mir haben sämtliche fantastische Elemente in diesem Buch sehr gut gefallen.
Es war insgesamt ein zauberhafter Ausflug mit Astrid zusammen. Ich würde gerne noch mehr Geheimnisse mit Astrid erkunden. So bewerte ich mit 4 von 5 Sternen.
Rezensionen von Lotta:
Spannender Ausflug nach Lund
Schattenmädchen von Frida Skybäck
Isabelle verschwindet spurlos nachdem sie auf einer Party gesehen wurde. Ihr Handy wird später im an die Zentrale einer aufstrebenden App angrenzenden Apartment des Firmenchefs gefunden. Von einer Leiche keine Spur. Parallel haben Fredrika und Henry wieder allerhand privat zu klären...
Der Schreibstil ist im nun dritten Band um Fredrika und Henry bekannt.
Es ist möglich den Fall einzeln zu lesen, jedoch fehlen im privaten Umfeld dann die entsprechenden Hintergrundinformationen bzw. es wird definitiv zu den vorherigen Fällen gespoilert. Fredrika und Henry bleiben sich charakterlich gesehen treu und als Leser kann man hautnah ihre Probleme verfolgen und vielleicht würde man an der ein oder anderen Stelle anders entscheiden...
Besonders gefallen hat mir, dass dieser Teil in Teilen an der LTH spielt und dadurch die Teile von Lund, die mir sehr gut bekannt sind, immer wieder auftauchen. Gleichzeitig sind die Beschreibungen so gut, dass meist schon vor Nennung der Straßennamen klar ist, wo sich Fredrika und/oder Henry gerade aufhalten.
Insgesamt daher ein spannender Ausflug nach Lund. Ich bewerte mit 4 von 5 Sternen.
Rezensionen von Claudia R.:
holprig
Cruel is the Light - Ihre Liebe ist groß, ihre Macht unendlich (Cruel is the Light 1) von Sophie Clark
Klappentext / Inhalt:
+ Mit hochwertigem Farbschnitt in der 1. Auflage je nach Verfügbarkeit +Ein Kampf und eine verbotene Liebe, die die Welt für immer verändern werden ...Seit über einem Jahrhundert tobt in einem alternativen Europa ein brutaler Krieg zwischen Dämonen und Menschen. Im Mittelpunkt stehen zwei Elitesoldat:innen: Selene Alleva, eine mächtige Exorzistin, und der Waisenjunge Jules Lacroix, der von der Armee des Vatikans rekrutiert wurde.
Als sich ihre Wege unerwartet kreuzen, erkennen Jules und Selene trotz anfänglichem Misstrauen – und einer unerwünschten Anziehungskraft – dass sie sich gegenseitig helfen können, die Geheimnisse ihrer Vergangenheit zu lüften. Doch die Wahrheit deutet auf eine finstere Verschwörung im Herzen des Vatikans hin. Mit jeder neuen Entdeckung ist Jules gezwungen, alles in Frage zu stellen, was er jemals gewusst hat – einschließlich sich selbst. Und Selene, die ihre wachsenden Gefühle für Jules nicht ignorieren kann, muss eine unmögliche Wahl zwischen Liebe und Pflicht treffen ...Der epische Auftakt einer packenden Romantasy-Dilogie!
Cover:
Das Cover wirkt kämpferisch und emotionsgeladen und macht einen sehr spannenden Eindruck. Das Cover ist toll herausgearbeitet und die Charaktere sind hier auch sehr gut ersichtlich. Optisch sind einige Elemente durch goldene Verzierungen hervorgehoben und geben dem Ganze so etwas edles und glanzvolles. Das Cover finde ich wunderschön und hat mein Interesse auf das Buch geweckt. Auch der Farbschnitt ist wirklich toll und rundet das Buch und den ersten Eindruck sehr schön ab.
Meinung:
Klappentext und Cover hatten mein Interesse geweckt. Jedoch kam ich nur schwer in Charaktere und Story hinein. Anfangs machten mir Namen und Ränge zu schaffen und auch das wechselnde Du und Sie machte es nicht einfacher. Die Grundidee fand ich interessant und auch der Weltenbau ist sehr schön und aufwendig ausgearbeitet, aber mich konnte das Ganze nicht wirklich packen.
Inhaltlich gehe ich hier nicht weiter ins Detail, wer mehr erfahren möchte, sollte die Geschichte selbst lesen und sich ein Bild davon machen.
Der Schreibstil war für mich sehr fordernd, holprig und man musste stets wachsam lesen, was es sehr anstrengend machte. Auch eine Bindung zu den Charakteren wollte sich nicht so recht einstellen. Nach und nach wurde es im Verlauf etwas besser, aber richtig abholen konnte das Buch mich leider nicht.
Die einzelnen Abschnitte bzw. Kapitel haben eine recht gute Länge und die Anfänge selbst sind durch Verzierungen sehr schön hervorgehoben. Die Gestaltung ist recht gut gemacht. Auch die Informationen zu Hierarchie und dem Handbuch zu Beginn, sowie die Infos zu den Personen am Ende des Buches fand ich gut und interessant und teils hilfreich, aber leider nicht ausreichend. Zwischendurch hatte ich immer mal wieder das Gefühl, dass mir etwas fehlte, oder Informationen vorausgesetzt wurden, die man aber nicht hatte und das machte, dass ganze leider etwas schwerer.
Die Grundidee und der Weltenbau und das Drumherum fand ich sehr interessant und spannend, leider konnte die Umsetzung im Gesamten aber leider nicht überzeugen. Einerseits bin ich gespannt, wie die Dilogie weitergeht und endet, jedoch bin ich andererseits Zwiegestalten und unsicher, ob ich Band 2 lesen werde. Etwas holpriger und leider eher schwacher Auftakt.
Fazit:
Schreibstil und Charaktere konnten leider nicht überzeugen, auch wenn die Grundidee interessant und spannend ist.
Rezensionen von Lotta:
Klasse Dialoge, kleine unterhaltsame Twists und Spannung!
The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota
Fin ist auf Empfehlung der neue Koch des Königs. Zunächst beseitigt er das Chaos und reduziert die Anzahl seiner Helfer, denn er ist eine Haushexe und hat gar keinen Bedarf an so viel Unterstützung. Jedoch würde keinerlei Unterstützung auch auffallen. Jetzt muss er sich zunächst in seinem neuen Leben bei Hofe einfinden.
Der Schreibstil ist mega. Aus humorous romantic Fantasy sind humorous und fantasy gerade im ersten Teil des Buches definitiv führend. Ich weiß nicht, wie oft mein Freund mich schräg angeschaut hat, weil ich plötzlich laut losgelacht habe. Ab und an war es schon mal schwierig, direkt weiterzulesen, weil das Buch zu doll gewackelt hat. Die Dialoge sind mega, manchmal reichen schon die Gedanken und auch so sind einige wirklich unterhaltsame kleine Twists in der Geschichte versteckt.
Die Charaktere entwickeln sich deutlich weiter. Das stellt sich auch in der weiteren Entdeckung oder Entwicklung von Fins magischen Fähigkeiten dar. Dazu ist das Miteinander in diesem Buch weniger steif als es am Hof zu erwarten wäre. Mylady und mylord hier und ein dummer Spruch dort.
Spannung taucht hier und dort auch auf, da es nie ganz ruhig in einem Königreich zugehen kann (weil es nunmal nicht das einzige auf der Welt ist) und dazu kommt auch noch der Romantic Teil. Ich fand es sehr erfrischend, dass sich das verlieben, Gerüchte am Hof durchaus realistisch anfühlen. Es war nicht auf Seite 10 klar, wer dann auf Seite 200 mit wem ins Bett springt, sondern es hat sich alles langsam entwickelt.
Trotz meiner ganzen Begeisterung kann ich am Ende nicht mit 5 Sternen bewerten, sondern muss auf 4,5 Sterne reduzieren. Der ein oder andere Logikbruch findet sich. So hat Fin etwas im Ofen und wird dann für ein Fest abgeholt. Vom vorbereiteten Abendessen ist danach nicht mehr die Rede, die Küche steht zu Ende des Buches weiterhin. Dies kommt leider immer mal wieder vor. Dennoch freue ich mich sehr auf die deutsche Übersetzung aller weiteren Teile. Ich möchte noch so viel mehr Zeit mit Fin und seinen Freunden verbringen!
Rezensionen von Ameland:
Wendungsreicher Psychothriller
Meine tote Schwester: Psychothriller von Catherine Shepherd
Mia hat aus ihrem Zimmer einen direkten Blick zu der seit Jahren leerstehenden Nachbarvilla, in der vor elf Jahren ihre Schwester starb. Jetzt zieht eine alleinerziehende Mutter mit ihrem jugendlichen Sohn dort ein und die Vergangenheit erwacht.
Für mich ungewohnt, stehen bei diesem Buch Jugendliche im Mittelpunkt und die Ermittler tauchen nur sporadisch als Randfiguren auf.
Überraschenderweise habe ich sie auch gar nicht vermisst. Ob das auch bei den Folgebänden der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Wäre aber mal eine Reihe, die nicht an einem Ermittler oder Team festgemacht ist.
Wie von Catherine Shepherd gewohnt, beginnt es direkt spannend und schon der Prolog hat mir eine Gänsehaut beschert. Es folgen weitere Gruselmomente, viele Verdächtige und ebenso viele Wendungen. Bei einem durchgehend hohen Spannungsbogen klären sich viele Fragen erst zum Schluss. Auch wenn die kurzen Kapitel es mir ermöglicht hätten, Pausen einzulegen, so fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Nur noch ein Kapitel, ach ich schaffe noch schnell ein weiteres sorgte für wenig Schlaf.
Mir hat der Auftakt zu dieser neuen Reihe von Psychothrillern sehr gut gefallen und ich freue mich auf mehr aus der Feder von Catherine Shepherd.
Rezensionen von PMelittaM:
Erster Band einer Kinderbuchreihe
Starminster - Stadt in den Wolken von Megan Hopkins
Die elfjährige Astrid hat ihr ganzes bisheriges Leben im Rhabarberschuppen verbracht, wo sie ihre Mutter versteckt gehalten hat. Eines Tages bekommt sie Besuch von einer Frau mit Flügeln, die ihr eröffnet, dass sie eine Librae ist, und sie mit in eine Stadt in den Wolken über London nehmen möchte.
Der Roman ist der Start in eine Reihe für Kinder ab 11 Jahren. Ich finde die Idee recht originell, dass es Menschen gibt, denen Flügel wachsen, und zwar Flügel die denen der verschiedenen Vogelarten gleichen, so dass sie als Adler, Buchfink, Schwan und so weiter bezeichnet werden, und die Eigenschaften dieser Vögel haben sollen. Im Anhang gibt es eine Auflistung der Vogelarten, deren Flügel man in diesem Buch trifft. Die Flügel lassen sich einziehen, so dass manche der Librae in London arbeiten, alle wohnen aber im sogenannten Überlondon, wo sie frei fliegen können, und durch ein magisches Netz unsichtbar bleiben.
Kinder haben zunächst keine Flügel, sie kommen erst mit der Pubertät zum Vorschein. In Überlondon gehen die Librae-Kinder in die Starminster-Schule, wo sie auch Fliegen lernen, zuerst theoretisch, nachdem sie flügge geworden sind, also ihre Flügel bekommen haben, auch praktisch.
Astrid hat zunächst noch keine Flügel, sie findet schnell eine Freundin, und lernt auch einige der anderen Kinder näher kennen. Als jemand, der nicht in Überlondon aufgewachsen ist, ist für sie alles neu, so dass sie es zusammen mit den Leser:innen erkunden kann. Schnell fragt man sich auch, warum Astrids Mutter sie verborgen hielt, und ob sie wusste, dass sie eine Librae ist.
Natürlich wäre ein reines in die Schule gehen und auf die Flügel warten, etwas langweilig gewesen, und so stellt sich Astrid manche darüber hinausgehende Frage, denn nicht alles scheint richtig in Überlondon zu sein. Und tatsächlich gibt es etwas nicht ungefährliches zu entdecken, und die Geschichte nimmt einen spannenden, aber auch ziemlich grausamen Verlauf. Für sensible Kinder könnte das etwas zu heftig sein.
Astrid mag man schnell, sie ist ein aufgewecktes Kind, das sich auch einzubringen weiß. Ihre Freundschaft zu Penelope, genannt Pent, und auch zu anderen Kindern wirkt authentisch und ist schön mit mitzuerleben. Dass sie die Dinge nicht hinnimmt, sondern hinterfragt, spricht auch für sie. Auch andere Charaktere sind gut gezeichnet, manche wirken eher überzogen, wie der Rektor der Schule, Ferguson Finifugal.
Auch das Worldbuilding gefällt mir gut, man hat schnell ein Bild von Überlondon vor Augen, und wer hätte nicht gerne Flügel und könnte fliegen? Dass das Fliegenkönnen nicht vom Himmel fällt, sondern man es erst richtig lernen muss, gefällt mir für ein Kinderbuch auch gut. Durch die verschiedenen Flügelarten lernt man zusätzlich verschiedene Vogelarten kennen, das regt auch zum Weiterrecherchieren ein.
Die Geschichte an sich empfand ich manchmal etwas aufgesetzt. Was spannend sein sollte, war für mich nicht immer ganz logisch, ich hätte mir in dem Zusammenhang auch etwas weniger Grausames gewünscht, gerade für einen ersten Band, in dem man erst einmal die Welt erkunden möchte. So hat mich die Geschichte vor allem gegen Ende wieder etwas verloren.
Der erste Band der Kinderbuchreihe führt eine interessante Welt innerhalb unserer Welt ein, die Protagonistin und einige andere Charaktere haben mir gut gefallen, nur die Geschichte hätte ich mir gerade in einem ersten Band etwas weniger heftig gewünscht, ich hätte gerne erst einmal die Welt zusammen mit der Protagonistin erkundet, ohne dass es gleich allzu gefährlich wird. Ich vergebe 3,5 Sterne, die ich, wo nötig aufrunde.
Rezensionen von nil_liest:
Wenn das Leben plötzlich mehr will als „casual“
Keeping it casual von Karina May
Maxines Leben gerät aus den Fugen, und genau in diesem emotionalen Ausnahmezustand beginnt eine Geschichte, die viel mehr ist als eine klassische Romcom. Klar, da ist Tinder, da ist Johnny, da sind charmante Chatnachrichten und virtuelle Kochabende. Aber darunter liegt eine viel ernstere Frage: Was bleibt, wenn plötzlich alles auf dem Spiel steht?
Karina May schreibt mit einer Leichtigkeit, die fast täuscht – denn zwischen den humorvollen Dialogen und pointierten Chatverläufen verstecken sich echte emotionale Wucht und stille Zwischentöne.
Die Sprache ist modern, direkt und sehr nah an der Lebensrealität, ohne jemals banal zu wirken. Gerade die Chatpassagen sind lebendig, temporeich und oft so witzig, dass man unwillkürlich schmunzelt. Gleichzeitig schaffen sie Intimität, obwohl sich die Figuren zunächst gar nicht begegnen.
Diese Mischung aus digitaler Nähe und realer Distanz ist erzählerisch richtig klug umgesetzt – und fühlt sich erstaunlich authentisch an.
Max selbst ist dabei eine Protagonistin, die angenehm aus dem Romcom-Raster fällt. Sie ist nicht perfekt, nicht immer souverän, sondern vor allem eines: echt. Ihre Entwicklung steht im Mittelpunkt, nicht nur die Liebesgeschichte. Auch Alice als beste Freundin bringt eine schöne Dynamik hinein – unterstützend, aber nie eindimensional.
Johnny hingegen bleibt lange ein kleines Rätsel. Das passt zur Geschichte und erzeugt Spannung, auch wenn man sich manchmal wünscht, ihn früher klarer greifen zu können. Dafür sind die Dialoge zwischen ihm und Max umso stärker – voller Witz, Wärme und unterschwelliger Sehnsucht.
Ein besonderes Highlight ist das durchgezogene Food-Motiv: Das gemeinsame Kochen wird zur Sprache der Gefühle. Es verbindet, ohne dass sich die Figuren physisch nahe sind. Die eingestreuten Rezepte sind dabei mehr als ein nettes Extra – sie geben der Geschichte Struktur und Atmosphäre, auch wenn sie geschmacklich nicht jede*n gleichermaßen abholen dürften.
Fazit:
Eine moderne, klug erzählte Romcom mit Herz, Humor und überraschender Tiefe. Perfekt für alle, die sich zwischen Lachen und Nachdenken verlieren wollen – und vielleicht nebenbei Lust auf eine Tarte au citron bekommen.
Rezensionen von nil_liest:
Freiheit, die sich anfühlt wie ein Abgrund
Grüne Welle von Esther Schüttpelz
Nach einem dieser vertrauten Abende – Kino, Gespräche, ein Stück Normalität – steigt die Frau ins Auto. Der Weg ist bekannt, beinahe automatisiert. Doch dann: eine Umleitung. Eine kleine Verschiebung, kaum der Rede wert – und doch der Anfang von allem. Aus einem simplen Heimweg wird eine Fahrt ins Offene.
Aus Abzweigungen werden verpasste Entscheidungen. Aus der Nacht wird ein Raum ohne Rückkehr.
Sie fährt weiter. Und weiter….Die Ampeln bleiben grün, als hätten sie sich gegen sie verschworen oder ihr – ganz leise – einen Ausweg angeboten. Zuhause wartet der Mann, zunehmend unruhig, irritiert von der Abweichung im gewohnten Ablauf. Doch während er versucht, die Kontrolle zu behalten, entgleitet sie ihm Kilometer um Kilometer. Die Nacht dehnt sich, ein neuer Tag bricht an – und mit ihm die Erkenntnis: Vielleicht ist das Weiterfahren kein Zufall. Vielleicht ist es der erste eigene Entschluss seit langer Zeit.
Was sich zunächst wie ein beinahe minimalistischer Plot liest, entfaltet eine enorme innere Wucht. Denn diese Fahrt ist keine Flucht vor der Dunkelheit der Straßen – sondern vor der, die längst in ihr Zuhause eingezogen ist. Zwischen Tankstellenlicht, Landstraßen und flüchtigen Begegnungen tastet sich die Frau durch Erinnerungen, Zweifel und leise, schmerzhafte Einsichten. Und plötzlich wird klar: Die größte Bedrohung sitzt nicht im Schatten der Nacht, sondern in der Enge einer Beziehung, die sie längst verschluckt hat.
Esther Schüttpelz schreibt dabei mit einer fast schon irritierenden Ruhe. Ihr Stil ist reduziert, klar, beinahe kühl – und gerade darin so eindringlich. Sie verzichtet auf große Dramatik und setzt stattdessen auf die Kraft der Wiederholung, auf das leise Drängen von Gedanken, die sich im Kreis bewegen wie das Auto auf der Straße. Dass ihre Figuren namenlos bleiben – die Frau, der Mann, die Freundin – ist kein Zufall, sondern Konzept: Es geht nicht um Einzelschicksale, sondern um Strukturen, um Muster, die erschreckend universell sind.
Besonders bemerkenswert ist die feine Symbolik, die sich durch den gesamten Roman zieht. Die grüne Welle wird zum Sinnbild für das passive Sich-Treiben-Lassen – aber auch für die seltene Chance, einfach weiterzufahren, ohne anzuhalten, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Gleichzeitig liegt in ihr etwas Unheimliches: ein Kontrollverlust, der sich erst wie Freiheit anfühlt und dann wie ein Abgrund.
Atmosphärisch ist dieser Roman dicht und fast körperlich spürbar. Man sitzt mit im Auto, hört das monotone Surren des Motors, spürt die Müdigkeit, die Angst, das leise Aufkeimen von Hoffnung. Die Begegnungen unterwegs wirken wie Spiegel, wie flüchtige Möglichkeiten eines anderen Lebens. Und doch bleibt immer diese Unsicherheit: Ist das hier Aufbruch – oder nur ein weiteres Kreisen?
„Grüne Welle“ ist kein lauter Roman. Er schreit nicht, er klagt nicht an – und trifft gerade deshalb so präzise. Es ist ein Buch über das Verstummen, über das Sich-Verlieren und vielleicht auch über den ersten, zaghaften Versuch, sich selbst wiederzufinden. Die Geschichte bleibt bewusst offen, verweigert einfache Antworten –gut so.
Ein stilles, klug komponiertes Debüt, das unter die Haut geht. Für alle, die Literatur lieben, die zwischen den Zeilen spricht – und dort ihre größte Wahrheit entfaltet.










